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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchbain.

Sonntaasbeilaaer AUuttrirtes Sonnta»8blatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis; der der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2,25 Mk. ^excl. Bestellgeld).

JnsertionSgebüh r: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

llieclamcn: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag 21. Juni 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Avg. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei 41. 3ö6Tfl» Marburg, Marlt 21. - Telephon 55. M

Neueste Telegramme.

Berlin, 20. Juni. Eine sozialdemokratische Frauenkonferenz soll in diesem Jahre als Vor­läufer des Parteitages am 22. September in Mannheim abgehalten werden.

Bern, 19. Juni. Der Bundesrat hat der Bundesversammlung den Entwurf eines Ge­setzes gegen antimilitärische Propaganda vorge- gelegt, wonach Aufreizungen Militärpflichtiger zur Verletzung der Dienstpflicht mit Gefängnis bestraft werden sollen.

Columbus (Ohio), 19. Juni. Nachdem die Arbeit in den Bergwerken zwei Monate geruht hat, kam es nunmehr zu einer Verständigung zwischen den Bergarbeitern und den Vergwerks- besitzern. 35 000 Bergarbeiter erhielten von der Arbeitervereinigung die Weisung, die Arbeit wieder aufzunehmen.

Konstantinopel, 19. Juni. Der türkisch-per­sische Konflikt verschärft sich von Tag zu Tag. Der neue Grenzkommiffar Zeki Pascha erhielt Befehl, in nichts nachzugeben und die Garniso­nen nirgends zurückzuziehen. Auf der persischen Gesandtschaft erhofft man die Beilegung des Konfliktes durch Rußland.

Konstantinopel, 19. Juni. Nach Informa­tionen der Pforte überschritt eine aus 30 Mann bestehende griechische Bande die Grenze. Der türkische Gesandte in Athen ist beauftragt, ernste Vorstellungen zu erheben. Ein Telegramm des Walis von Ueskueb meldet, daß vorgestern in -einem Dorfe in Kaza Berane ein Sergeant und drei Gendarmen, angeblich auf Anstiften der montenegrinischen Regierung, von Christen ge­tötet worden seien.

Der Besuch der deutscheu Redakteure in (Mtinb.

Non Bremerhaven haben sich am Dienstag eine größere Anzahl von deutschen Redakteuren und Journalisten nach England eingeschifft, um einer Einladung des deutsch-englischen Freund- fchaftFkomitee zu folgen, die vor einigen Wochen an die bekanntesten deutschen Zeitungen ergan­gen ist. Die Herstellung freundschaftlicher Be­ziehungen zwischen England und Deutschland lasse sich am besten durch persönlichen freund­schaftlichen Verkehr zwischen beiden Völkern er­reichen und fördern. Die Erörterung politischer Fragen würde weit weniger leicht zu Bitter­keiten führen, wenn die Disputanten einander als Mitmenschen kennten, mit denen sie in an­genehmem geselligen Verkehr gestanden haben.

Auf den Besuch der deutschen Oberbürger­meister in England folgt also jetzt der der deut­schen Zeitungsmänner, denen nach den Vor­bereitungen zu schließen ein glänzender Em­pfang zuteil werden wird. Die Anregung ging

86 (Nachdruck verboten.)

Jolanda und Salomea.

Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung.)

Jolanda ist sicher nicht ganz klar darüber: aber dieser eigentümliche Zustand beunruhigt | sie tief.

IJolanda!" ruft es plötzlich matt vom f Kamin her.

Sie fliegt hin zum Vater, tKomm Kind, setz dich her zu mit! L Doch erst ziehe den Lampenschirm fort, damit i ich dich genau sehen kann! ... So ist es recht! > . . Jetzt komm her recht nahe!"

I Jolanda holt einen niedrigen Schemel und läßt sich zu den Füßen des Vaters nieder.

So, mein Kind! . . . Und nun sieh mit in bie Augen! Fest, ohne mit den Wimpern zu zucken! Ich will dich etwas flogen."

Sanft schlingt Jolanda beide Atme um den Vater und blickt voll Liebe zu ihm auf.

Ich höre, lieber Vater."

Ein paarmal öffnet der alte Mann die Lip- pen und schließt sie wieder.

Dann sagt er hastig in verhaltener Er- i regung:

Du haft deinen alten Vater sehr lieb k Jolanda. Nicht wahr?"

. Jolanda erbebt. Alles Blut strömt ihr zum l Herzen.

-, Sie zögert.

rNun?" drängt der Marchese.Du hältst s .Mrch für einen guten Menschen. Nicht wahr?" Za, Vater," erwidert Jolanda leise.

U Kleine Pause.

«' Große Schweißtropfen perlen auf der Stirn des alten Mannes. Seine Lippen zittern.

Jolanda wenn ich nun ein anderer Ware, als . . . als du glaubst« murmelt er lHaben?" ~ »wurdest du mich auch noch lieb

von dem Journalisten und Politiker William P. Stead aus, der sich dahin äußerte, daßbet Besuch bet deutschen Redakteure in London ein von jedem Gesichtspunkt aus ungewöhnlich in- tereffantes Ereignis zu werden verspricht. Vor allem steht er vollkommen ohne Präzedenz da. Seit die erste Zeitung erschien, ist noch nie von einer Nation dem Einflüsse der Preffe ein sol­cher Tribut gezollt worden. Seit es ein deut­sches und ein englisches Imperium gibt, ist es nicht zu einer so bemerkenswerten Kundgebung der guten Stimmung zwischen den beiden Völ­kern gekommen. Der Besuch hat bereits große Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, sowohl hier wie im Ausland. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß er ein Merkstein in der Geschichte der Zivili­sation werden wird."

Am 20. Juni, also heute, findet der Empfang in Southampton durch den Bürgermeister und den Empfangsausschuß statt. An die Besichti­gung der Docks und eine größere Motorfahrt schließt sich ein Frühstück, das die Direktion der London-South-Western-Eisenbahn gibt. Um 3 Uhr ist die Abfahrt nach London, wo bereits abends eine Festvorstellung im His Majestys Theatre stattfindet. Arn 21. Juni Beginnen" die Besichtigungen, zuerst auf besondere Einladung des Lord-Kanzlers die des Parlaments, dann ein Besuch auf der deutschen Botschaft. Ueber die einzelnen Veranstaltungen wird besonders berichtet werden. Am Samstag folgen die deut­schen Herren einer Einladung des Kö­nigs nach Windsor Castle.Niemals zuvor in der britischen Geschichte", schreibt der Anglo- Eerman Courier,ist Journalisten eine so her­vorragende Ehrung von königlicher Seite zuteil geworden. Das Gros britischer Journalisten ist niemals mit so huldreicher Gastlichkeit im Schloß Windsor empfangen worden. Die Tat­sache, daß bei dieser Gelegenheit eine so bemer­kenswerte Abweichung von der hergebrachten llebung unternommen wird, zeigt besser als ir­gend etwas anderes, wie allgemein man in die­sem Lande die jüngste Entfremdung zwischen den beiden Völkern bedauert und großmütig wünscht, Vergangenes Vergangenes sein zu las­sen, die Bittern Zänkereien der Vergangenheit zu vergessen und uns mit herzlichem Wohl­wollen der Lösung der großen ProBleme des internationalen Friedens zuzuwenden."

Der Aufenthalt der deutschen Redakteure in England wird bis zum 28. d. M. einschließlich dauern. Die Teilnehmer sind Vertreter der größeren deutschen Zeitungen und Zeitschriften aus ganz Deutschland. Die Tatsache, daß die führenden Kreise im öffentlichen Leben Eng­lands die Vertreter der Presse einer anderen großen Nation zu sich eingeladen haben und als Ehrengäste bewillkommnen, nicht etwa we-

Fester schlingt Jolanda die Arme um die gebrechliche Greisengestalt.

Du Bist mein Vater. Ich würde dich lieben, wie du auch seist ob gut, ob schlecht."

Jolanda? Auch . . . auch, wenn ich . . . ein Verbrecher wäre?"

Auch, wenn du ein Verbrecher wärst!"

Der Marchese schweigt. Aber ein tiefer be­freiender Seufzer hebt seine Brust, und seine umflorten Augen blicken mit rührender Dank­barkeit in die groß und voll zu ihm aufge- schlagenen Augen seines Kindes.

So verharren beide längere Zeit . . .

Dann schiebt der Marchese seine Tochter sanft von sich.

Spiel mir etwas auf dem Klavier vor, Jo­landa! Etwas von Chopin!"

Bald durchfluten die zauberhaften Klänge eines Nocturnos des unsterblichen Meisters den Raum zart, schmelzend, anschwellend, jubelnd---

Der Marchese aber sitzt zurückgelehnt in sei­nem Stuhl und lächelt verklärt.

Zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren zeigt fein Gesicht den Ausdruck vollster Ruhe.

Acht Tage später.

Draußen in der kleinen traulichen Villa vor der Porta Pia alles Freude und Jubel.

Salomea konnte es zuerst kaum fassen, daß dies schmucke, von immerdrünen Eichen und Lorbeergebüsch umgebene Häuschen ihr eigen fet. Zu lange hatte sie in Armut und Elend gelebt, um sich sofort an den Gedanken zu ge­wöhnen, von nun an mit Mann und Kindern draußen vor der Porta Pia zu hausen im vornehmsten Teil der ewigen Stadt, wo die Ee- burts- und Geldaristokratie ihre Residenz für den Sommer aufschlägt.

Doch Onkel Paolo bestand darauf, daß das neue, vollständig eingerichtete Haus sofort be­zogen werde. Mag doch das bischen Miete welche die alte Baracke in der Via Flaminia'

gen der politischen Bedeutung der einen oder anderen Zeitung oder wegen des persönlichen Ansehens der einzelnen Zeitungsmänner, son­dern nur aus dem Grunde, weil sie deutsche Zei­tungen redigieren, ist als Ausdruck der Anerken­nung des Wertes der Presse besonders erfreulich.

W. T. Stead, der Leiter derReview of Re­views", sagt von dem den deutschen Redakteuren zugedachten Empfang, es sei ein achtungsvoller und bemerkenswerter Tribut für Deutschland und für die Presse. In den zehn Tagen ihres Besuches würden die beugen Rebakteure ge­nug gesehen unb gehört haben, um zur lleber- zeugung zu kommen, wie grunblos unb böswil­lig bie Verleumbung sei, baß die Engländer von feindseliger Gesinnung gegen das deutsche Volk erfüllt seien.Wir haben von den Deutschen", so schließt der Begrüßungsarttkel,viel zu ler­nen und wollen gerne annehmen, was sie uns zu lehren haben, ihnen in Dankbarkeit als Gegen­gabe bieten, was immer von unseren Erfahrun­gen und Leistungen in der Welt geeignet ist, ihnen zu einem noch höheren Platze unter den Nationen zu verhelfen. Aber was wir am mei­sten wollen, ist: ein gutes Einverständnis dem Mißverständnis, Zuneigung der Eifersucht zu substituieren und auf festen unb bauerhaften Grunblagen bie Vrüberschaft ber anglo-beut- schen Völker aufzurichten. Unb dieser unser Herzenswunsch könnte sich nicht beutlicher offen­baren, als in ber Aufnahme, welche bie beut- schen Rebakteure hier finben werben. In Deutschlanb wirb man bie gleiche Empfinbung haben unb bie Hoffnung hegen, daß diese freundlichen Wünsche in Erfüllung gehen, -s.

Die Unruhen in Rußland.

Die Judenverfolgung in Bjelostok.

Das Zionistische Zentralbureau in Köln hat von einem Einwohner Vjelostoks folgende De­pesche erhalten:

Prostken, 18. Juni. Antwortlich Ihrer De­pesche in Bjelostok veranstaltete Behörde und Militär mit Hilfe niederer Volksschichten, An­zahl Fabrikarbeitern auch verkleideter Schul­jungen einen beispiellosen Pogrom, wütete drei Tage, 14., 15., 16. Juni. Gegen 100 gräßlich Ermordete liegen int jüdischen Hospital, außer vielen in Häusern und umliegenden Feldern. Verwundete zahllos, fast sämtliche Geschäfte auf den Hauptstraßen vollständig kahl ausgeplün- dert, Nebenstraßen meistens verschont, wo we­niger Militär, wodurch jüdischer Selbstwehr gelang, Hooligans zu vertreiben. Grenzenloser Jammer, unzählige Witwen, Waisen, unglück­liche Krüppel. Dringend sofortige Hilfe not­wendig. Ein noch schrecklicherer Pogrom wird

Nr. 85, fünf Treppen hoch, kostet, zum Kuckuck gehen! Und die paar verschlissenen, wurm­stichigen Möbel dazu! Nur Kleider und Wäsche solle herübergeschafft werden in das neue Heim.

Und so geschah es.

Nach wenig Tagen schon hat die Familie Velloni sich häuslich eingerichtet in der kleinen Villa Fortuna", und Ninella ist nicht wenig stolz, daß sie im hellen, zierlichen Kattunrock und schwarzem Latzschürzchen, auf dem hübsch frisierten Krauskopf ein kokettes Häubchen, ihre Herrschaft bei Tisch bedienen darf.

Onkel Paolo hat ein Stübchen im oberen Stockwerk bezogen. Er will Angelina, das EbenBild seiner verstorbenen Schwester, immer um sich haben. Das war feine einzige Beding­ung.

Unter Äanonengebonner unb Glockengeläut, bei Saug unb Klang, mit Lachen unb Scherzen, Jubilieren unb Frohlocken ist bas neue Jahr heraufgestiegen.

Salomea hat ihre Kinber in zierliche him­melblaue Anzüge gefteibet unb fährt mit iynen auf ben Monte Pincio zum Nachmittagskorso.

Die Plappermünbchen ber beiben Nettesten finb keinen Augenblick ruhig. Alles bewunbern sie; alles weckt ihre kinbliche Neugierbe.

Mama!" ruft Rinalbo wohl schon zum zwanzigsten Male, während seine lachenden Augen tanzen vor Wonnewie schön! Wie schön! Ich hab' gar nicht gewußt, daß die Welt so schön ist! Nun fahren wir im Wagen wie die vornehmen Leute"

Ja", fällt Angelina ein, indem sie beide Händchen begeistert auf den Magen drückt unb soviel, wie mir jetzt zu essen bekommen? Früher hatte ich immer Hunger!"

Glückselig lächelnb blickt Salomea auf ihre Lieblinge.

Ja, bie Welt ist doch schön?

Als sie gegen Abend nach Hause zurückgekehrt, findet sie ihren Mann in nicht geringer Auf- rciiuna. ...... ... .. __________

den Nebenstraßen gedroht, endlose Panik. Han­del, Erwerb für unabsehbare Zeit völlig ge­lähmt. Massenemigration bevorstehend, man appelliere an das europäische Gewissen zwecks Vorbeugung in Zukunft solch bestialischer ©reuettaten.

Der Hilfsverein der deutschen Juden ver­öffentlicht folgendes ihm zugegangene Tele­gramm:

Ich konnte entsetzliche Mißhandlungen, die während des Progoms begangen wurden, fest- stellen. Ein Mädchen wurde vor den Augen der Mutter zerstückelt. Einem Juden wurden beide Beine abgesägt. Viele Leichen tragen Nägel in Leib und Kopf. Feldscheer Schloma Schetzitzki wurde beim Anlegen von Verbänden im jüdi­schen Hospital durch das Gitter hindurch mit Stangen erschlagen, die Leiche bis zur Unkennt­lichkeit zerstückelt. Trotzdem 76 Leichen beerdigt find, werden noch immer neue Leichen gesunden. Viele Leichen werden, ohne daß eine Kontrolle möglich ist, in aller Stille aus den Häusern zur Beerdigung hinausgetragen. Die 55 Schwer- verwundeten im Hospital haben ausschließlich Schußwunden unb Stangenhiebe.

Kattowitz, 19. Juni. Russische Flüchtlinge aus Bjelostok treffen fortwährenb in Kattowitz ein unb sammeln Unterstützungen. Ein deut­scher Eeneraldirettor, Preiß, von den Huld- schinski-Walzwerken an der russischen Grenze, ist mit Familie nach Kattowitz geflüchtet, weil et von den Sozialisten ein Todesurteil zugestellt erhalten hat. Das Huldschinskische Burean wurde heute von Sosnowice nach Kattowitz ver­legt. Die Werke werden von 800 Kosaken be­wacht. Sämtliche Sosnowicer Arbeiter führen ein Sechstel ihres Lohnes an bie Streikkasse für bie Ausständigen der Huldschinski-Werke ab.

Petersburg, 19. Juni. Aus Bjelostok meldet ein Petersburger Augenzeuge, daß die Zahl bet Ermorbeten gegen 200 betrage. Gestern wurden 70 beerdigt: einige Leichen lagen zwei Tage lang auf der Straße. Die rasende Menge ge­stattete den Sanitätspersonen nicht, sie fortzu­räumen. Einen fürchterlichen Eindruck gewinnt man im Hospital. Der ganze Weg über den Hof ist mit Blut getränkt. Viele Leichen bieten einen erschütternden Anblick; sie sind nur eine unförmige Fleischmasse. Einen Leichnam fand man mit gebundenen Händen, die Augen waren ihm durch lange Nägel ausgebohrt. Der Un­glückliche ist der Kalligraphielehrer Eppstein. Außer ihm ist seine ganze Familie, aus sieben Personen bestehend, ermordet worden. Neben ihm liegt der Leichnam eines 10jährigen Mäd­chens, dem beide Beine mit einem Beil abgehackt sind. Soldaten drangen in verschiedene Häuser ein unb befahlen ben Bewohnern herauszutre-

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Ein galonierter Diener hat ein Billett von Jolanba gebracht, in welchem sie Salomea btin- genb bittet, sofort nach dem Palazzo Bonmat- tino zu kommen.

Schimpfenb unb knurrend steigt Paolo Rosso in den Zimmern umher. Der Name Bonmat- tino versetzt ihn noch immer in furchtbare« Zorn. .

Bin neugierig, was die Bande wieder wtttr brummt et ärgerlich.Von denen kommt nichts Gutes!"

Salomea wechselt gar nicht erst die Toilette. Nach wenig Minuten schon befindet sie sich auf dem Wege nach dem Corso Umberto.

Zum dritten Male betritt Salomea Bellont den alten Palazzo.

Ern», schweigsam, doch voll Ehrerbietung ge­leitet ber Diener bie mit einfacher Eleganz ge­kleidete Dame durch verschiedene, matt erleuch­tete Gänge bis zu einet Polstertür, die et behut­sam öffnet.

Dämmerlicht empfängt die Eintretende.

Zuerst vermag sie nichts zu unterscheiden.

Dann bemertt sie am Kamin einen Lehn­sessel, auf dem eine gebückte Gestalt sitzt, die Knie trotz der int Zimmer herrschenden Wärme mit einer dicken Decke umwickelt.

Und daneben, ein Buch in der Hand, aus dem sie vorgelesen zu haben scheint, eine dunkle Frauengestalt.

Jetzt wendet die Frauengestalt den Kopf.

Ein Freudenschimmet huscht übet ihr ernstes Antlitz. Rasch erhebt sie sich und streckt der Ein- tretenben stumm beibe Hände entgegen.

Salomea fühlt, wie ihr Hetz sich zusammen- krampst. Großer Gott! Ist dieses bleiche Ge­schöpf Jolanda? Die blühende, jugendfttsche, strahlende Jolanda? H

Auch Salomea spricht kein Wort; die Kehle ist ihr wie zugeschnürt. Schweigend blickt fi- von Jolanda auf ben alten Mann im Lehnstuhf unb wieber auf Jolanda .... K.

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