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Von Jahr zu Jahr macht sich in Frankreich der Mangel an Menschen mehr fühlbar, und es wird wohl bald einsehen müsien, daß 40 Mil­lionen Einwohner unmöglich eine ebenso starke Armee aufbringen können wie 60 Millionen.

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Juni.

Seine Majestät der Kaiser, der am vorgestri­gen Samstag, wie schon gemeldet, im Automobil von Hannover nach Hamburg fuhr, traf dort um 6 Uhr abends ein. Auf der Fahrt durch die Hafenstratzen wurde der Kaiser von einem nach Tausenden zählenden Publikum mit Hochrufen begrüßt. Die im Hafen liegenden Schiffe hatten geflaggt. Der Kaiser langte bei der St. Pauli- Landungsbrücke um 7 Uhr an und wurde hier von den Bürgermeistern Burchard und Stam- mannn und dem preußischen Gesandten em- rfangen. Sodann begab sich der Kaiser an Bord derHamburg", wo er die Offiziere derHohen- -ollern" begrüßte. Abends fuhr der Kaiser im Automobil nach der Villa des Direktors der Hamburg-Amerika-Linie, Kapitän v. (Stumme, und wohnte dort der Taufe des Sohnes (Stumme bei. Bei der Tafel brachte der Herr des Hauses ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaiser sprach auf den Täufling, der den Rufnamen Wilhelm erhalten hat. Um 12 Uhr traf der Kaiser auf derHamburg" wieder ein; auf dem Wege dort­hin hatte trotz der späten Stunde ein sehr zahl­reiches Publikum ausgeharrt, um dem Kaiser wiederholt Ovationen darzubringen. Am gestrigen Sonntag hielt der Kaiser um 10 Uhr Gottesdienst auf derHamburg" ab. Mittags fand großer Appell der nordwe st deut­sch en Gardisten auf dem Kasernenhof des 31. Infanterie-Regiments statt. Ueber 3000 Gardisten nahmen daran Teil. Kurz vor 12 Uhr erschien der Kaiser in der Uniform des 1. Garde-Regiments, stieg zu Bferde und litt die Fronten der Gardisten ab, indem et ihnen einen guten Morgen" bot, det bei den Eaidisten brausenden Wiedethall fand, von dtei Kapellen wutde bet Präsentiermarsch gespielt. Der Kaiser hielt hierauf von der Mitte des Vierecks aus eine An s p r a ch e, welche etwa lautete, er be­grüße die alten Grenadiers und Füseliere der Garde, die sich hier zusammengefunden und von denen viele noch die große Zeit Kaiser Wil­helms des Großen miterlebt. Er danke ihnen, daß sie sich in so großer Menge versammelt ha- ben, um die alten Erinnerungen aus der Eatde- zeit zu feiern. Er wünsche und erwarte, daß |ie diese Erinnerungen auch in ihre Berufskrerse weitertragen und pflegen; sie möchten dessen im­mer eingedenk sein, daß sie in Treue zu Gott und Vaterland und in Ehrfurcht vor der Reli­gion als christliche deutsche Männer einstehen, wenn es nötig sei, für die Sicherheit des Va­terlandes und die Aufrechterhaltung der Ord­nung und der Gesetze. Er begrüße sie noch ettr-

XVI.

Tage entschwinden.... Und Wochen..,. Und Monate....

Vorbei der nervenzerrüttende römische Som­mer mit seinem glühenden Scirocco-Atem....

Vorbei auch der traubenschwere Herbst mit seinen sanft dahertändelnden Lüsten und seinem Duften und Reifen allüberall....

Der Winter naht der klare, balsamische römische Winter mit seinen sternenhellen Räch­ten und seinem frischpulfierenden, südlichfröh- lichen Leben...

Im Palazzo Bonmartino mertt man nichts von der heraufziehenden römischen Saison.

Die Läden der langen Fensterreihen nach dem Torso Umberto sind fest geschloffen. Laut­los, auf den Zehenspitzen, huscht die Dienerschaft die teppichbelegten Hallen entlang. Verödet die pompösen Empfangsräume, die weiten Winter­gärten, die statuengeschmückten Terraffen und Balkone.

Es ist, als habe der Tod Einzug gehalsten in dem alten Palazzo, mit seinem ganzen Gefolge von Trauer und Schrecken.

Ganz abseits von dem Hauptgebäude, in einem entfernten hinteren Flügel, durch dessen hohe Bogenfenster man hinausschaut auf blüh­ende Tuberosen und Orchideen, über denen schlanke Palmen, düstre Zypressen und hohe Pinien mit ihren malerischen Schirmkronen im frischen Winde wehen hier, abseits von allem Lärm und Trubel des römischen Lebens hat der alte Marchese Umberto mit seiner Tochter seine Wohnräume aufgeschlagen.

Von Tag zu Tage wird der müde Greis blei­cher und bleicher.. und schwächer und schwächer..

Von Tag zu Tage sieht Jolanda, die ihn mit unermüdlicher Geduld pflegt, angstvollen Her­zens seiner Auflösung entgegen.

Aber merkwürdig! Das matte kranke Her­des alten Mannes besitzt eine wunderbare Le­benskraft. Es ist, als ob der arme, müdege- n nölte (Beto kick» iw di nickt Last, innen könne mm

mal herzlich, v. d. Goltz erneuerte hierauf da« Gelübde unverbrüchlicher Treue und brachte ein dreifaches Hurra auf den Kaiser aus, in das die Gardisten begeistert einstimmten. Die Kapelle» spielten die Nationalhymne. Hierauf mar schirrten die Gardisten im Parademarsch v« dem Kaiser vorbei. Der Kaiser ließ sich späte» eine Reihe von alten Kameraden vorstellen und begab sich danach int Automobil zurHamburg" zurück, wo Frühstückstafel stattfand. Nachmit­tags wohnte der Kaiser dem Rennen bei Hör« bei und trat gegen Abend die Fahrt nach Helgo» land an.

Der Hauptvorstand des Vaterländische» Frauenvereins veröffentlicht die Bedingungen für ein Preisausschreiben. Es soll, um das Ver­ständnis für den patriotischen und menschen­freundlichen Zweck des Vereins im Volke z« fördern, eine gemeinverständliche Schrift her­ausgegeben werden, die den Titel führt:Di» Aufgaben und Ziele des Vaterländischen Frauenvereins." Die Schrift darf den Umfang von drei bis vier Druckbogen nicht überschreiten. Der besten Arbeit wird ein Preis von 1000 <* zugesprochen, doch kann dieser Betrag auf 600 und 400 cM. geteilt werden, falls das Urteil bet Preisrichter bies wünschenswert erscheinen läßt. Die Arbeiten sind bis zum 1. Januar 1907 an den Vorstand des Vaterländischen Frauenver­eins, Berlin NW., Unter den Linden 72, einzu­reichen. Die Zahl der Zweigvereine des Va­terländischen Frauenvereins ist int verflossene» Jahre um 30 gestiegen, so daß die Gesamtzahl derselben jetzt 1200 beträgt. Beteiligt an die- fern Wachstum find die Provinz Ostpreußen mit 7, Hannover mit 5 und der Bezirksverband Wiesbaden mit 4 Vereinen. Der Vaterländische Frauenverein verfügt über einen Eesamtvermö- genswert in Höhe von 17 645 775 «M. Seine Einnahmen betrugen im verfloffenen Jahr» 5742 381 M.

VarlamentarWeS.

Preußischer Landtag.

J» ® e 11 i n, 16. Juni.

Das Herrenhaus erledigte am Sonnabend zunächst einige kleinere Entwürfe und fetzte dann die allgemeine Besprechung des Volksschuluntet- haltungsgesetzes fort. Die Erörterung verlor fick stark in Einzelheiten, während am Freitag die grundsätzliche Beurteilung der Vorlage über­wog. Oberbürgermeister Struckmann-Hildes- heim erkannte an, daß die Bedenken seiner Freunde durch die AbgeordnetenhausbeschlÜffa im wesentlichen beseitigt seien, bedauerte aber, daß auf dem Lande nicht die Kreise mit der Verwaltung der Schulen betraut seien. Prof. Bierling-Ereifswald betonte, die Anhänger der Simultanschulen machen dem Entwurf zu Un.

dem gebrechlichen Körper, als habe er noch eine Mission zu erfüllen auf dieser armseligen Erde..

Fast täglich läßt der Marchese sich von seiner Tochter nach dem Bequemen Lehnstuhl um offe­nen Fenster geleiten, durch welches die warmen, Hellen Sonnenstrahlen hineinleuchten ins ein­same Gemach, aus das tiefgebeugte, stlbernglän« zende Haupt des alten Mannes und das bleiche stille Dulderantlitz des jungen Mädchens.

Wenn dann der Kranke hinaufschaut no» dem tiefblauen Himmel dann bewegen sich leise seine Lippen und seine abgezehrten Händl falten sich wie in stummem Gebet.

Seifet vor Monaten an jenem Abend seine» Stuber vergebens zu bet für ihn wichtiges Unterrebung erwartete, ist mit bem alten Man» seelisch eine große Veränberung vorgegangen. Er wollte Vernarbo fest unb ohne Umschweift erklären, baß er bie Hälfte bes ganzen Vermö- gens bet FirmaGebrüder Bonmartino" a» Frau Salomea Belloni zu übertragen wünschet Vernarbo solle bie nötigen Schritte dazu tun.

Aber ber Stuber kehrte an bem Abend nutzt nach Hause zurück. Auch nicht ben nächsten Tag« Unb auch nicht ben darauffolgenden.

Dafür kam ein kurzes Billet von thm an otui Hamburg, mit den lakonischen Motten:

Schiffe mich soeben nach Brasilien ein, Lebt wohl!

Bernardo."

Als ber Marchese Umberto diese weniges Zeilen bes AbschiÄs las, zuckte ein wehmuttg- bittres Lächeln um seine Lippen.

Ausgekniffen!... Bei ihm, bem todkranken Mann liegt es also jetzt ganz allein, das schwere Unrecht zu sühnen, bas bie beiben Stuber vor Jahren begangen.

Ueber biesesWie?" grübelt er Tag und Nacht, unb Jolanda beobachtet oft mit schmerz­lichem Befremden, wie ber Vater oft stunden­lang unbeweglich dasttzen kann, vor sich hin- starrend, als wälze er schwere Gedanken in sei­nem armen Hirn herum, ;

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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und »erlag- Iah. «ug. Soch, UntverfttätS-BuchdruckerÄ 41. Jllhlg» Marburg, Markt 21. Telephon 65.

Marburg

Dienstag. 19. Juni 1906

NeueSe Telegramme.

Berlin, 16. Juni. Der Bundesrat nahm in her heutigen Sitzung die Ausschußanträge be­treffend die Ausführungsbesttrnrnungen a) zum Zigarettensteuergesetz, b) zum Brausteuergesetz, c) über die Stempelabgabe von Erlaubniskar- ten für Kraftfahrzeuge, d) über die Besteuerung her Vergütung von Auffichtsratsmitgliedern, e) über die Stempelabgabe von Personenfahr- laiten, f) über die Stempelabgabe von Fracht- tlrkunden, g) zum Erbschaftssteuergesetz an.

Stockholm, 17. Juni. Die von mehreren deutschen Blättern gebrachten Nachrichten über eine bedenkliche Erkrankung bes Königs ftnb vollstänbig unbegriinbet. Der König wohnte in bestem Wohlsein ber Taufe bes Prinzen Gustav Hldolf bei.

London, 16. Juli. Ueber die englischen Flot­tenmanöver wird gemeldet: Der den Feind dar- siellende Teil der englischen Flotte griff in der Nacht zum Freitag Shernetz, Plymouth und Portsmouth an. Alle Angriffe wurden zurück- geschlagen. Von Plymouth wurde der Feind bis zu den Kanalinseln verfolgt, wo 10 Tor­pedoboote genommen wurden. Zwei Torpedo­bootszerstörern gelang es unterdessen, in den Hafen von Plymouth einzudringen, wo sie eine Mine versenkten. Eines ber charakteristischen Merkmale bei Operationen war bie Flucht eines feinblichen Eeschwabers von Queens Ferry nach ber Enge von Dover, wo sich die Schiffe trennten, ber vetteibigenden Flotte ent­kamen unb sich bann aber alle wiebet zu einet Macht vereinigen konnten, bie sich nunmehr ge­gen bas Geschwaber Bei bet Insel Alderney Wandte.

Rewyork, 16. Juni. In San Francisco wur­den zwei starke Erdstöße verspürt.

(Nachdruck verboten.),

Jolanda und Salomea.

Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung.)'

rNun gut. Heute Abend."

.' «Pfr. Heute Ackend Leb tnnM, Umberto!"

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg and Kirchhain

Sonntaasbeilaae: Alluttrirtes ©iMmfMtoML

Die Stärke der deutschen und der französischen Armee, im Frieden.

i Der vor kurzem veröffentlichte Bericht des Senators Waddington über das französische Mi- Jttärbubget ist von hohem Jntereffe. Das Bud- ?et ist in der Deputiertenkammer auf rund 19 Millionen Franks festgesetzt, davon 653 Mil- tionen für die Armee in Europa, 39 Millionen jür die Kolonialarmee und 27 Millionen für außerordentliche Ausgaben.

, Der Bericht vergleicht bie Friedensstärke der deutschen und französischen Armee.

. Die Stärke ber beutschen Armee ist einschließ­lich Unteroffizieren und Einjährig-Freiwilligen

Mechanisch ergreift Umberto bie ausgestreckte Hanb seines Stubers. Es fällt ihm gar nicht auf, baß dieser außergewöhnlich herzliche Ab­schied für ein paar Stunden etwas seltsam ist besonders bei einem gefühlsarmen, kalten Men­schen, wie Bernardo Bonmartino.

An bet Schwelle blickt er sich nach einmal um nach bem * einzigen Menschen, für ben dieser harte, unbarmherzige, brutale Mann etwas wie Zuneigung empfindet.

Still, unbeweglich, sitzt der Marchese an sei­nem Schreibtisch. Das weiße Haupt ist auf dir Brust herabgesunken ein Bild der Hilflosig­keit und Cckwäche.

Bernardo preßt die Lippen fest aufeinander. Rasch verläßt er das Zimmer, durchschreitet die weite Halle und tritt eist in sein Privatbureau.

Hier öffnet et den Eeldschrank, nimmt einen Haufen Banknoten heraus, steckt die Schein^ ohne sie zu zählen, ins Portefeuille, schließt ab und geht zurück nach seinem Zimmer.

Sein Gesicht trägt wieder den früheren gleichgültigen Ausdruck.

Rur seine Hände zittern leise, als et sich durch einen raschen Griff nach der Brusttasche senies Rockes versichert, daß bie Banknoten sich in gutem Verwahrsam befinden.

Am Abend erwartet der Marchese Umberto Bonmartino seinen Bruder vergebens zu der verabredeten Unterhaltung.

Der Herr Marchese Bernardo sei ausgegangen und noch nicht zutückgekehtt meldet sein Ä^mmcrbieaet. .______ _________....

aus 597 000 Mann, die sämtlich in Deutschland stehen, angegeben. Die französische Armee ist 553 000 Mann stark, von denen aber 73000 außerhalb Frankreichs garnisonieren unb 25000 Mann bet Eenbatmetie angehöten, so daß nur 455 000 in Europa verfügbar stnb, also 142 500 weniger als bei bei deutschen Armee. Rechnet man die Eendarmetic ab, so find 1,32 v. H. ber Bevölkerung unter ben Waffen, in Deutschland nur 1 v. H.

Es ist sehr die Frage, ob Frankreich diese Stärke mit der zweijährigen Dienstzeit auf die Dauer wird aufbringen können, da die jährliche Gebürtsziffer nicht nut verhältnismäßig, son­dern absolut zurückgehr, und zwar sehr bedeu­tend. Die jetzt zur Einstellung gelangenden Rekruten sind im Jahre 1885 geboren; bie Zahl bet in biesem Jahre geborenen Knaben ist in bem Bericht auf runb 473 000 angegeben; tm Jahre 1895 ist diese Zahl auf 426 000, also genau um 10 v. H. zurückgegangen. Waddington rechnet damit, daß 45 r. H. der gebotenen Knaben nach 20 Jahren diensttauglich fein würden, d. h. tm Jahre 1906 etwa 213 000 Mann. Jrn Jahre 1906 würden aber nur 191 700 Mann zur Ein­stellung verfügbar fein, also schwerlich ben Be- barf an Rekruten decken.

In Deutschland ist die Zahl der im Jahre 1885 geborenen Knaben aus runb 1 000 000 zu veranschlagen, der 1895 geborenen aber auf 1100 000. Rechnet man ein gleiches Verhältnis für die Diensttauglichen wie in Frankreich, so könnte Deutschland im Jahre 1906 etwa 450 000, 1916 aber 495 000 Rekruten einstellen, d. h. 2,1- bis 2,5-fache des französischen Kontingents. Während Frankreich selbst mit Einstellung des letzten diensttauglichen Mannes kaum in der Lage ist, die Etats ber Friebensarmee zu füllen, brauchen wir in Deutschland nut 270 000 Re­kruten einzustellen unb können noch jährlich etwa 80 000 Mann ber Ersatzreserve unb 100 000 Mann bem Landsturm überweisen, die in Frankreich unbedingt eingestellt würden. Die- fer überaus günstige Verhältnis zwischen bet verfügbaren unb wirklich eingestellten Mann­schaft erlaubt uns, bie Änfoiberungen an bie Tauglichkeit sehr viel strenger zu stellen, und ist ein Hauptgrund für bie günstigeren Eesund- heitsverhältniffe ber deutschen Armee.

An unb für sich ist bie Friedensstärke bet taktischen Einheiten in Frankreich geringer als in Deutschland; dazu kommt noch ein großer Mangel an Unteroffizieren, so daß, abgesehen von den Spaltungen im Offizierkorps, der in­nere Halt der französischen Armee recht wenig gesichert erscheint. Ganz besonders gilt bas für die Kavallerie, für bie auch bie zweijährige Dienstzeit eingeführt ist. Wabbington berechnet bie Zahl ber Mannschaften einer französischen Eskadron, bie mindestens eine einjährige Dienst­zeit hinter sich hatten, aus 88, während diese Zahl zur ungünstigen Zeit für Deutschland sich auf 130 stellt.

Als Umberto die Hand wieder zurückzieht, hat sein Bruder das Gesicht abgewandt.

So kann et nicht sehen, wie etwas wie Riihr- überhaucht.

ZSchon zurück vom Caf6 Razionale, Ber- Uarbo?"

-Ich war gar nicht dort," lautete die in merk­würdig gepreßtem Tone gegebene Entgegnung. | Beide Brüder schweigen. Was sollen sie ein­ander sagen, was sie sich nicht schon längst gesagt hätten? . . .

j. Doch nein. Plötzlich richtet die gebrechliche Westalt des älteren Mannes sich ein wenig im Echiistuhl auf.

cMerkwürdig" murmelt er, und es ist, als -b er mehr zu sich selbst spräche, als zu dem net- Wos mit den Fingern auf der Tischplatte herum- ttommelnden Brudermerkwürdig, wie oft .ich jetzt die unmittelbare Nähe des Todes spüre. Soeben fühlte ich ganz deutlich eine kalte Hand. ,ys war nur ein leises, kaum merkliches Be­rühren; aber ich weiß, jeden Augenblick kann Mne Faust mit voller Gewalt auf mich fallen .And mich Hinunterstotzen hinunter ins Grab." i Et macht eine kleine Pause. Bernardo er« 'Mauert, als fühle et am eigenen Leibe bie kalte Baust bes nahen Todes.

fDa du nun einmal da Bist, Bernardo," ßiiytt bet Marchese UuBetto etwas lebhafter fort,so will ich bie Zeit benützen, unt ein paar Worte mit dir zu reden."

LWorüber? Ueber bie Vergangenheit?" |"Ja. Ueber bie Vergangenheit." | Vernarbo erhebt sich hastig.

1Heute Abenb, Umberto. Heute Abend!" Nt er nervös.Hab' jetzt keine Zeit zu län- leten Unterhaltungen. Mutz noch hinüber ins Pureau."

tureae* ch Leise seufzt der alte Mann auf. gg. r ..Nun nut tieutp Nbend "

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Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der ExpÄitioit 2 ML, Jin bet allen Postämtern 2,25 ML vejtU Bestellgeld).

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Reclamen: die Zelle 25 Pfg.