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Xint wie ein böser Ceist.
^lcht etwa, das; er Gewissensbisse empfindet. Angst rst es, die ihn quält — brutale Angst. Er weis; zwar nicht, weshalb er sich fürchtet, aber — er fürchtet sich.
Yolanda! ^zch habe das echte Testament Demes Erogvaters gelesen! Jetzt weiht Du es!
Für mich macht dies keinen Unterschied' mögen bte Folgen sein, wie sie wollen. Was könnte je zwischen uns treten, das uns und unsere Her- I zen trennte, Du mein Alles auf der Welt! Du
also immer noch mehr wie die übrigen Reichsämter mit Ausnahme des Auswärtigen Amte» und des Reichspostamtes.
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Schlachwrodukte bezeugt, zum Mitschuldigen einer höchst verwerflichen Täuschung."
Wir begnügen uns mit dieser kleinen, nicht gerade sehr lieblich duftenden Vlütenlese. Unsere linksliberalen Blätter, und selbst der sozialdemokratische „Vorwärts" sehen sich jetzt auf gründ authentischer Nachrichten genötigt, ihren Lesern in manchen Stücken noch schauerlichere Mitteilungen über die haarsträubenden sanitär so sehr bedrohlichen Zustände in den großen amerikanischen Schlachthäusern zu machen. Das ist um so bemerkenswerter, als die nämlichen Preßorgane noch bis in die jüngste Zeit die Bortrefflichkeit der amerikanischen Fleischwaren zu preisen und über die Agrarier wütend herzufallen pflegten, weil diese das deutsche Volk vor dem Genuß dieser jetzt so gekennzeichneten, ge- sundheitsgcfährlichen und ekelhaften „Lecker- bissen" zu bewahren, bestrebt gewesen sind
Gewiß, es ist eine der urewigsten Wahrheiten: das Gute trägt seinen Lohn in sich selbst — Seelenfrieden, innere Glückseligkeit; das Böse straft sich selbst — durch Eewissensgualen und immerwährende Anasi vor Entdeckung.
Jene beiden alten Männer in dem strahlenden Palazzo auf dem Corso Umberto in Rom. die alles besitzen, was nach Ansicht der meiste« Menschen das höchste Glück bedeutet: einen vornehmen Namen, Reichtum, Ansehen — sie verzehren sich insgeheim, der eine, weil sein Ge- wiffen ihm keine Ruhe läßt, der andere, well namenlose Angst ihn fast zur Verzweiflung bringt.
Bernardo hat sogar heute seinen tägliche« Nachmittagsbesuch im Caf4 Nazionale versäumt. Er mag nicht unter Menschen gehen; aus jedem bekannten Gesicht würde er Schadenfreude, Spott oder gar Verachtung herauslesen.
So ist er in seinem luxuriös ausgestatteten Wohnzimmer, vor sich eine Kristallflasche mit goldleuchtcndem „Orviedo,,, den er in hastige« Schlucken die Kehle hinunterstürzt.
Will er sich Mut trinken? . . . Oder deute« die festzusammengepreßten Lippen, die gerunzelten Brauen, die starr auf einen Punkt gerichteter Augen darauf hin, daß ein Plan in seinem Hirn reift — ein Plan, dessen Ausführung ih« mit einem Male allen seinen Aengsten enthebt? ...
Nach etwa einer Stunde angestrengteste« Grübelns geht er hinunter in das Arbeitszimmer feines Bruders. , ~ _
Der Marchese Umberto rst allein. Jolanda, die jetzt fast beständig in ihres Vaters Nähe weilt, hat sich für kurze Zeit in ihre Gemächer zurückgezogen.
Der alte Mann blickt beim Anblick feines Bruders gleichgülttg von der Zeitung auf, i« der er anscheinend gelesen.
____ ^Fortsetzung folgt.)
Marburg
Sonntay 17. Juni 1906.
Jolandas unmotivierte Aufhebung ihrer Verlobung verblüffte ihn zuerst. Dann erschreckt sie ihn. Sollte sie etwas ahnen?... Aber nein nein; woher denn?... Er könnte sie fragen; aber — er fürchtet sich vor ihrer Antwort.
. Und was Bernardo am meisten beunruhigt, ist der zurückgewiesene Bräutigam. Staatsanwalt! Staatsanwalt! Daß das Mädel sich auch gerade mit einem „Staatsanwalt" verloben mutzte! 5)er wird gewiß die Blamage nicht auf sich sitzen lasten; er wird Licht in die ganze Sache bringen.
Und dann? Dann?!
Eiskalt überläuft es Bernardo. Er zieht den kleinen Spiegel aus der Tasche und studiert seine Züge.
(Nachdruck verboten.)
Jolanda und Salomea.
Roman von Erich Friesen.
(Fortsehrmg.)
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, tlmversttätS-Buchdruckertt 41. Jllfssy.
Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
Da bringt Camillo auf silberner Platje einen Haufen Briefe.
Marchese Bernardo nimmt dem Diener die Postsachen ab, um sie zu sortieren.
Obenauf liegt ein Brief mit Jolandas Adreste und dem Monogramm „V. E."
Bernardo blickt näher hin. Ist das nicht die Handschrift des abgedankten Bräutigams? .... Natürlich — nur der „Staatsanwalt" schreibt eine solch kräftige unverschämt klare Han''!
Bernardo dreht den Brief hin und her. Er brennt ihm förmlich unter den Fingern.
Was kann dieser Mann seiner verflossenen Braut noch zu schreiben haben, nachdem er zweimal abgewiesen wurde? . . . Etwas ganz besonderes muß es sein!
Bernardos Angst wächst. Eiskalt läuft es ihm über den Rücken.
. Ohne sich noch länger zu besinnen, kehrt er in sein Zimmer zurück und öffnet das Kouvert — vorsichtig und mit großem Geschick, welches beweist, daß diese Beschäftigung ihm nicht ganz unbekannt ist.
Er entfaltet den Brief.
„Meine teure, innig geliebte Braut?
Ja — meine Braut! Trotzdem Du gestern unser Verlöbnis brachst — ich betrachte Dich weiter als meine Braut. Ich bestehe es offen: zuerst war ich empört, zornig, ja, von bösen Ee- danken gegen Dich erfüllt; Du hattest mich zu tief gekrankt.
Aber bald schwanden all' diese falschen Empfindungen. Denn — ich gfau'» jetzt den ßrunb, der Dich zu jenem übereilten Schritt trieb, zu kennen.
mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain
SonntaasbeUaaer StKufhMed
um die Zeit und die Kosten des Räucherns zu sparen, gefärbt werden."
Alsdann traten auch andere Sachkenner auf den Plan, welche die Beschuldigungen des Mr. Sinclair als durchaus der Wahrheit entsprechend bestätigten. U. a. äußerte sich ein Dr. Jaques, der als ehemaliger Direktor der Fleischbeschau auf den Chicagoer Viehhöfen nach dieser Richtung hin die besten Erfahrungen sammeln konnte, wie folgt: „Als ich mit der Leitung der Fleischbeschau beauftragt wurde, eröffnete mir der Regierungskommistar, ich könnte meine Privatpraxis ruhig beibehalten. Tatsächlich hatte ich dazu auch hinreichend Zeit, obwohl wenigstens vier Direktoren Arbeit in Hülle und Fülle gehabt hätten, wenn die Sache mit rechten Dingen zugegangen wäre. Das war jedoch nicht der Fall, denn nur höchst selten kam es vor, daß mir von den mir unterstellten Fleischbeschauern Fälle von beanstandetem Fleisch gemeldet wurden. Des Pudels Kern war eben der Umstand, daß die Fleischbeschauer mit den Packern unter einer Decke streckten und dafür ihre entsprechende Bezahlung erhielten. Ich selbst war machtlos, diesem Treiben Einhalt zu tun, denn dazu war der politische Einfluß, den die Packer bekanntlich ausüben, viel zu groß."
Jnterestant sind auch die weiteren Ausführungen über die Organisatton der amtlichen Fleischbeschau: „Man kann sich einen Begriff von der Gründlichkeit und Sorgfalt des Arbeitens der Fleischbeschauer machen, wenn man weiß, daß jeder von ihnen täglich zwischen 1600 und 2200 Stück Vieh zu beschauen hatte. Wo der gebildete Tierarzt Stunden gebraucht, um Seu- chen zu entdecken, da stehen einem solchen Manne ebensoviele Sekunden zur Verfügung. Dazu kommt noch, daß von 170 amtlichen Fleischbeschauern nur 50 die erforderliche Vorbildung besaßen. Auch sind die nachträglichen Untersuchungen, wenn erst das Fleisch in den Verkehr gelangt ist, ohne jeden Wert, vielmehr mutz ich ausdrücklich betonen, daß nur in dem Zeitpunkte des Schlachtens, d. h. wenn das Tier geöffnet und die sämtlichen Organe noch unberühtt sind, eine Untersuchung wirksam und gründlich genannt werden kann.
Aber auch sonst spotten die Zustände in den Schlachträumen der Chicagoer Packer jeder Beschreibung. Ein anderer Sachverständiger, Mr. Mc Kee, schildert diese wie folgt: „Die Tatsache, daß auf den Fußböden, an den Decken und Pfeilern der Schlachträume mehrjähriger Schmutz angehäuft ist, daß die Kessel und Geräte wahre Brutstätten von giftigen Keimen und Bazillen sind und daß die Sauberkeit der Schlachthausarbeiter so ziemlich alles zu wünschen übrig lägt, scheint der Regierung völlig unbekannt zu sein. Anscheinend glaubt sie, daß die Tiere, die lebend die Schlachthöfe von Chicago erreichen, auch frei von jedem Bedenken in gesundheitlicher Beziehung sind. In Wirklichkeit ist der Stempel des Fleischbeschauers weit davon entfernt, die Gesundheit, Sauberkeit und Unverfälschtheit des Fleisches zu gewährleisten, vielmehr macht sich die Negierung dadurch, daß sie die Reinheit der
bist meine Braut und bald, sehr bald meine Frau. Ich schwöre es Di.!
Wann darf ich kommen? Nur eine Zeile Deinem bis in den Tod getreuen Vittorio."
Kaurn vermag Bernardo den Brief zu Ende zu lesen. Seine Pupillen erweitern sich. Wie im Fieberfrost klappern seine Zähne zusammen, trotz der glühenden Sommerhitze.
Also richtig! Was er schon lange im geheimen gefürchtet, wovor er Tag und Nacht gebangt, was ihm den sonst stets hochgehaltenen zynischen Gleichmut geraubt und ihn zum scheuen, nervösen Menschen gemacht — es ist eingetroffen.
Der Staatsanwalt? Der Staatsanwalt!
Mit zitternden Händen zündet er ein Streichholz an und verbrennt den Brief. Nie, nie darf er Jolanda zu Gesichte kommen!
Aber auch so steht die Sache schlimm genug für ihn. Der Staatsanwalt schreibt zwar nicht, was er jetzt zu tun gedenkt; aber — aber--
Bernardo verriegelt die Tür. Nur keinen Menschen sehen! Nur nichts hören! Allein sein! Allein und — unbeobachtet!
Nur an sich denkt der Brave in dieser schrecklichen Stunde — an sich und an das, das die Zukunft ihm bringen wird! Der arme alte Mann da unten, der an einem unheilbaren Leiden dahinsiecht, der schon seit Wochen, — nein, seit Monaten, seit Jahren, von nagenden Eewiffensbisien geplagt wird, desien Lebenslage gezählt find — an diesen bedauernswerten Greis, der zudem noch fein Bruder ist, denkt er nicht.
Auch nicht an das bedauernswerte junge Mädchen mit den großen, vorwurfsvollen Augen, dem er durch das Entwenden des Briefes fein Lebensglück zum zweiten Male stahl.
Nur an sich denkt er, an fein eigenes kostbares Ich und an feine Sicherheit.__
Aus amerikanischen Schlachthäusern.
Die jüngsten Enthüllungen über die ekelerregenden Zustände in den großen amerikani- fchen Schlachthäusern stellen bei weitern alles in den Schatten, was bisher die Skandalchronik aus dem „Lande der unbegrenzten Möglichkeiten" zu berichten wußte. Und das will viel sagen angesichts der nachgerade sprichwörtlich gewordenen Mißwirtschaft im Dollarlande, wo die Trusts nach Belieben schalten und walten und — vergewaltigen. Was indessen diesen neuesten „Fall" vor allen anderen auszeichnet, das lst der Umstand, daß die Bundesregierung der Vereinigten Staaten als der Hauptschuldige an den Pranger gestellt wird, denn unter den Augen ihrer Organe hat das gewissenlose Treiben der Fleischkönige erst seinen gesetzlichen Stempel erhalten. Bekanntlich brachte eine vnier dem Titel „Das Dickicht" („The Tungle") por einiger Zeit veröffentlichte Broschüre den Stein ins Nollen. In dieser Broschüre wurden pie haarsträubendsten Dinge über die allen Anforderungen der Gesundheit Hohn sprechenden Zustände in den Chicagoer Schlachthäusern ans Tageslicht gezogen. Den Kernpunkt der Enthüllungen bildete der Vorwurf, daß die von Wundes wegen in den Schlachthäusern ausgeübte Fleischbeschau im günstigsten Falle eine lächerliche Farce sei, die aber zu den größten Bedenken In gesundheitlicher Hinsicht Anlaß geben müsse. Selbstverständlich erregte die Broschüre das Mößts Aufsehen und es ist mehr als bezeichnend, oaß sich mit Ausnahme des sattsam bekannten Armour, des obersten der Fleischkönige, niemand fand, der die amerikanische Negierung vor den ihr gemachten Vorwürfen der Gewissenlosigkeit und des unerhörten Leichtsinns in Schutz nahm. Die weitere Folge war, daß Mr. Sinclair, der Verfasser der mehrfach genannten Schrift, seins Anklagen gegen die Negierung und gegen Ar- Jnour in der Zeitschrift „Everybody's Magazine" Wiederholte, in dem er u. a. ausführte: „Ich habe behauptet und behaupte nochmals, daß die von der Firma Armour and Co. in den Verkehr gebrachten Schinken durchweg aus altem, minderwertigem, mit allen möglichen schädlichen Und unappetitlichen Zusätzen versehenem und gefärbtem Fleisch bestehen. Ich klage auch die Amtliche Fleischbeschau an, weil sie unfähig ist, Um alles dieses zu verhindern. Ferner klage ich die Fleischbeschau der Regierung an, weil sie keine Mittel weiß, um zu verhindern, daß vergiftete Natten unter das Wurstfleisch geraten. Daß dieses in zahllosen Fällen geschehen ist, dafür kann ich Beweise in Hülle und Fülle erbringen. Schließlich mache ich der Fleischbeschau den Vorwurf, daß sie außer stände ist, zu verhindern, daß verdorbene Schinken mit allen Sorten von Chemikalien behandelt, daß Würste »nit Borax und Salizyl präserviert und alsdann,
s i Zum Kuckuck auch! Was für ein unheimlich E .erdfahles Gesicht ihm da entgegengrinst!... Und wie nervös es zuckt in den gespannten Zügen!...
st Verflixt! Schnell her mit der Maske der Ee- l ckassenheit! Schnell, schnell!...
I . Doch merkwürdig — heute will es dem Manns stlicht gelingen, seine Züge zu glätten!
i bcheu schleicht er die Halle entlang, um sich |tiad) dem Eßzimmer zu begeben. Die Mahlzeiten I Pnd für ihn jetzt stets eine Qual. Jolandas traurige, vorwurfsvolle Augen ärgern ihn. Er Jat die,Empfindung als bringen sie ihm bis in •re tiefste Tiefe der Seele..,
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Die lleberlastung des Kolonialamts.
Zur Würdigung der Zentrumspolitik in Sachen der Begründung eines eigenen Kolonial- amts ist folgende Zusammenstellung von Interesse :
Es sind an Beamten beschäftigt:
1) im Auswärtigen Amt mit der Kolonialabteilung zusammen 7 leitende Beamte, 70 vortragende Räte, Offiziere (Oberkommando der Schutztruppen), Hilfsarbeiter, 337 Mittelbeamte, 95 Unterbeamte, zusammen 509 Beamte;
2) im Reichsamt des Innern 5 leitende Beamte, 27 Vortragende Räte und Hilfsarbeiter, 102 Mittelbeamte, 38 Unterbeamte, zusammen 172 Beamte;
3) im Reichsjustizamt 2 leitende Beamte, 9 Räte und Hilfsarbeiter, 24 Mittel-, 13 Unterbeamte, zusammen 48 Beamte;
4) im Reichsschatzamt 3 leitende Beamte, 19 Räte und Hilfsarbeiter, 51 Mittelbeamte, 14 Unterbeamte, zusammen 87 Beamte;
5) im Reichspostamt 5 leitende Beamte, 29 Räte und Hilfsarbeiter, 443 Mittel-, 90 Unterbeamte, zusammen 567 Beamte.
Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, daß der Staatssekretär des Auswättigen Amtes zurzeit über ein Veamtenheer verfügt, das mehr als 1 y2 mal größer ist wie die Beamtenschaft des Reichsamts des Innern, des Reichsjustizamts und des Reichsschatzamts zusammen und welches nur ein wenig dem Veamtenheer des Reichs- postamtes nachsteht. Militärisch ausgedrückt kommandieren Herr v. Tschirschky und Herr Kraetke ein Bataillon, Graf Posadowsky iya Kompagnien, Herr Nieberding 1 Zug, Herr v. Stengel 2 Züge Infanterie an Beamten. Die Leitung des Auswärtigen Amtes ist im Vergleich zu der des Reichspostamtes bedeutend schwieriger und verwickelter, vor allem verantwortlicher. Daß hier der alte Schlendrian so weitergehen soll, ist einfach ausgeschlossen. Auch ein Reichskolonialamt hätte noch 157 Beamte,
Sozialrevolutionäre Taktik.
Außerordentlich lehrreich ist eine Resolution, die der vor kurzem abgehaltene Parteitag der russischen Sozialdemokraten aller Richtungen über die Stellung der Sozialdemokratie zur Duma beschlossen hat. Diese Resolution enthüllt die heimtückische Taktik der Sozialrevolutionäre, wie sie nicht bloß in Rußland, sondern auch anderwärts, wo Sozialdemokraten die bestehende Ordnung zu unterwühlen beflissen sind, geübt wird. In dieser Resolutton wird das Folgende als die Aufgabe der Sozialdemokratie bezeichnet:
1. Alle Konflikte zwischen Regierung und Duma, sowie alle Konflikte innerhalb der letzteren im Interesse bet Verbreitung und Ver- tiefung der revolutionären Bewegung auszu. nützen. Dementsprechend soll sie trachten:
a) diese Konflikte in einer Weise zu ver- fdiärfen und zu erweitern, die es ermöglichen, sie zum Ausgangspunkt größerer Massenbeweg. ungen zu machen, die dazu führen, die gegen» »artige politische Ordnung zu stürzen;
b) bei jeder Gelegenheit die politischen Aufgaben der Bewegung mit den sozialökonomischen Forderungen der Arbeiter- und Bauernmasse i« Verbindung zu bringen;
c) durS eine ausgiebige Agitation unter de« Volksmassen für revolutionäre Forderungen, die an die Duma gestellt werden müssen, einen Druck auf dieselbe von außen in einer Weise auszu- üben, der auf sie revolutionierend wirkt.
2. Diese Tätigkeit so zu lenken, daß die stch immer mehr zuspitzenden Konflikte:
a) die Inkonsequenz aller bürgerlichen Parteien bloßlegen, die sich als Vertreter des Volks» willens aufspielen;
b) den großen Polksmassen (Proletariat, Bauerntum und das städtische Kleinbürgertum) die Untauglichkeit der Duma als Repräsentativ- körperschaft und die Notwendigkeit der Einberufung einer konstituierenden Versammlung auf Grund des allgemeinen, direkten, gleichen und geheimen Wahlrechts klar zum Bewußtsein bringen.
Wenn man sich diese verschiedenen Punkte näher ansieht, so findet man, daß sie ganz genau der Taktik entsprechen, die von der deutschen Sozialdemokratie schon seit langem zielbewuU angewendet wird. Die Verschärfung und Erweiterung der Konflikte, die Schürung von Massenbewegungen, um einenDruck auf Parteien und Gesetzgebung auszuüben, die Verauickung wirtschaftlicher Forderungen für die Arbeiter mit den revolutionären Zielen der Partei, bte Verlästerung ber parlamentarischen Körperschaften — das alles gehört schon längst zu den „Aufgaben" der deutschen Sozialrevolutionäre. E» ist gut, daß man hier einmal die schlaue Minier- taktik schwarz auf weiß festgestellt findet. Man kann daraus erkennen, daß von einer wirklich ehrlichen positiven Politik der Sozialdemokratie,
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Filiale- i Kaution teilt totf . d. El»'
Vierteljährlicher Bezugspreis^ bet ver ExkKitiott 2 ML, 4 qq bet allen Postämtern 2,25 Mk. <ejcl. Bestellgeld).
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