mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Marburg
Sonnabend 16 Juni 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
41. Iahrg.
Neueste Telegramme.
Berlin, 14. Juni. Dem Vernehmen nach itt her 23. Juni als Tag für den Austausch der Ratifikationen des von den Parlamenten beider Länder angenommenen neuen deutsch-schwedischen Handelsvertrages in Aussicht genommen und demgemäß das Inkrafttreten dieses Vertrages zum 24. Juni zu erwarten.
Bremen, 14. Juni. Heute fand der Stapellauf des großen Kreuzers „Q“ auf der Werft der Aktiengesellschaft Weser statt. Die Taufe vollzog im Auftrage des Kaisers Generaloberst Graf Schliessen. Auf Befehl des Kaisers wurde das Schiff „Eneisenau" getauft. Der Stapellauf verlief glatt und ohne Schwierigkeit. Nach dem Stapellauf besichtigten die Mitglieder der europäischen Fahrplankonferenz die Weserwerft.
Paris, 14. Juni. Die Interpellationen über die auswärtige Politik find zurückgezogen worden. Infolgedessen wird die Regierung nur über die innere Politik Erklärungen abgeben, voraussichtlich in der Sitzung der Kammer am Montag.
Petersburg, 14. Juni. Der „Nowoje Wremja" zufolge hat Rußland bei der schweizerischen Regierung beantragt, daß der Revolutionär Ingenieur Rutenberg, der sich nach der Schweiz geflüchtet hat, als gemeiner Mörder ausgeliefert werde, nachdem die Untersuchung ergeben habe, daß der ehemalige Priester Capon von Nutenberg und zwei Helfern desselben ermordet worden ist.
Petersburg, 15. Juni. Eine furchtbare Bluttat ist in den baltischen Provinzen im Kreise Wolmar verübt worden. Ein entlassener Diener des 60jährigen Barons Campenhausen ermordete seinen Herrn, indem er einen mit Steinen gefüllten Strumpf an einen Stock band und damit den Baron erschlug. Dessen hinzueilende Gattin wurde schwer verwundet. Der Diener wurde festgenommen und vergiftete sich auf dem Transport zum Gefängnis. — In Odessa wurde der Direktor Kirchner von der großen Typographie der südrussischen Gesellschaft von streikenden Setzern erschossen.
Tientfin, 14. Juni. Die Kämpfe der chinesischen Truppen gegen die Chunchusen verlaufen laut Meldung der „Franks. Ztg." von hier weiter unglücklich. Bei Hinghutsen hielten die Chunchusen einen Zug an und erbeuteten 3000 von Puanschikai an den Tatarengeneral Chao gesandte Gewehre mit Munition. Der Verlust auf Seiten der Regierungstruppen betrug 60 Mann.
Der Wert des Dreibundes.
Das vor einigen Tagen veröffentlichte Exposö des oesterr.-ungar. Ministers des Aeußeren Grafen Goluchowski beschäftigte sich ausführlich mit den gegenseitigen Beziehungen der Dreibund- Mächte. Die Versicherungen des Ministers über
32 (Nachdruck verboten.^
Jolanda und Salomea.
Roman von Erich Friesen. . ...
(Fortsetzung.) -St®’
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Tief atmet Jolanda auf. Ihr ist, als ob ihre Brust sich plötzlich weite.
Hastig wischt sie sich die Tränen aus den Augen. Ein unenolich rührendes Lächeln umspielt für einige Sekunden ihre schmerzvoll verzogenen Lippen.
„Dank, Salomea! Dank!" lispelt sie, Salo- meas Hand an ihre Brust pressend. „O, wie ich mich geängstigt habe! ... Er ist ja doch mein Vater! Für ihn habe ich alles hingegeben, selbst — mein Glück!"
Fester schließt Salomea die Freundin in die Arme.
■ So ist es also wahr, was Onkel Paolo ihr vor kaum einer Viertelstunde mit allen Zeichen heftigster Erregung erzählte, und was sie nicht glauben wollte: daß er die Marchesina Von- Martino in der Petersikrche gesehen — doch nicht als glückstrahlende Braut^ am Arm des jungen Gatten, nein, als schmerzerfülltes Weib, allein, in tiefster Trauer!...
! „Jolanda" — flüsterte sie fast angstvoll, forschend in das seltsam starre, weiße Gesicht da vor ihr blickend — „Jolanda, heute sollte dein — Hochzeitstag —"
„Vorbei!" haucht Jolanda schmerzlich. „Alles — alles — vorbei!"
i Tiefstes Mitleiden erfaßte Salomea. Sanft nimmt sie die heißen, kleinen Hände zwischen die ihren und geleitet die Freundin zum Sofa.
„Du bist nicht viel jünger als ich, Liebling —" tröstet sie dabei mit ihrer tiefen, wohltönenden Stimme — „kaum drei Jahre. Aber sieh — 1<fj bin Mutter und habe viel, viel im Leben
die Fortdauer des Dreibundes und die unverminderte Kraft der Verträge wurden vielfach als Beweis dafür angesehen, daß die pessimistische Auffassung des Wertes eines Bündnisses, das in der letzten Zeit nur noch auf dem Papier vorhanden zu sein schien, übertrieben und unberechtigt sei. Namentlich österreichische Zeitungen äußerten sich in diesem Sinne.
In Deutschland hat die Mehrzahl der ernsthaften Zeitungen, die ein selbständiges politisches Urteilsvermögen beanspruchen dürfen^, alle Erklärungen und Kundgebungen, die vor, während und nach der Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Josef laut wurden, mit merklicher Zurückhaltung ausgenommen. In Deutschland hat sich allmählich ein Umschwung in der Bewertung der italienischen Freundschaft vollzogen. Ein Teil der Presse in Italien ist dem Dreibund feindlich, war ihm von jeher abgeneigt, die öffentliche Meinung neigt mehr zu der verwandten romanischen Schwesternation Frankreich und die politische Haltung der italienischen Regierung war während der letzten Jahre und gerade in den verflossenen Monaten wenig geeignet, den Glauben an besondere Freundschaft und zuverlässige Bundestreue zu stärken. In Algeciras versagte Italien vollkommen, und Deutschland hatte mehr als ihm lieb sein darf, Gelegenheit, wegen der „Extratouren" seiner Freundin einen roten Kopf zu bekommen, wie einst Fürst Bülow, allerdings in negativem Sinne, sich ausdrückte. Aus der fremdländischen Presse können wir lernen, wie man im Ausland das Dreibund - Verhältnis beurteilt. Selbst wenn man ein gut Teil Voreingenommenheit wegnimmt, bleibt immer noch ein Rest, der zu denken gibt.
Im Pariser „Eclair" hat der fraozösische Nationalist und bekannte politische Leitartikler Ernest Judet in einer längeren Betrachtung die Behauptung aufgestellt, das Telegramm der beiden Kaiser habe den König von Italien zwingen sollen, seine Bündnistreue zu betonen oder öffentlich das Geständnis des Verrates abzulegen. Viktor Emanuel habe sich aber zwischen diesen beiden Klippen geschickt hindurchlaviert, und seine Antwort lasse die Frage, was Italien im Kriegsfälle tun werde, immer dunkler erscheinen. Die ganze Geschichte Italiens beweise, daß es in der vordersten Reihe der Nationen stehe, auf deren Herz kein Verlaß ist. Aber nicht um eine Gefühlssache handele es sich, sondern um einen formellen Vertrag. Don diesem sagen die Einen, er stehe so fest wie nur je, die Anderen, seine Existenz sei so gut wie hin. Die Polemik werde sich in unabsehbare Länge ziehen, weil ein jeder sich nach seinen Wünschen ausdrücke. Jedenfalls habe Victor Emanuel in sehr diplomatischer Weise den Eindruck seines Eifers für den Dreibund durch die Komplimente über das englisch
italienische Einvernehmen abgeschwächt, die er an den Lordmayor von London richtete.
Judet zieht in s"'nem Aufsätze einen bemerkenswerten Artikel der „National Review" heran, der zwar von einem französischen Offizier herzurichren scheint, in Wirklichkeit aber die englische Auffassung der Lage wiedergibt. In diesem Artikel, der sich mit den „militärischen Vorteilen einer Allianz mit England" befaßt, wird u. a. gesagt:
„Die beiden französischen Armeekorps, welche zur Verteidigung der Alpenpässe gegen Italien bestimmt sind, müßten, wenn zwischen Italien und uns in den heutigen Verhältnissen ein Krieg ausbräche, trotz der jüngsten Versicherungen Italiens ihre Stellungen behaupten. Eine französisch-englische Allianz würde aber die Lage gänzlich ändern. Niemals würde Italien es wagen, feindselig gegen England aufzutreten, von dem es nichts zu fordern und alles zu befürchten hat. So wäre die italienische Neutralität gesichert. Auf dieser Seite ohne Sorge, könnte Frankreich seine Alpentruppen nach den Vogesen schicken und sie durch Landwehr ersetzen; der Gewinn, den es dadurch erzielte, käme einem Armeekorps gleich.
Gemeint ist wohl ein Krieg zwischen Frgnk- ■ reich und Deutschland oder zwischen letzterem und Frankreich-England, das schließt auch Judet aus dem vorher Angeführten, indem er schrieb:
„Man kann sich unmöglich klarer ausdrücken. Nun wissen die Kontrahenten des Dreibundes, daß England unter allen Umständen auf die Neutralität Italiens zählt. Folglich ist es für uns von Wichtigkeit, Gewißheit zu erlangen. Bis auf weiteres dürfen wir annehmen, daß der Artikel der „National Review" die Wahrheit birgt. Der Verfasser desselben kündigt aber als unaus- weichZch ein baldiges Riesenduell zwischen England und Deutschland an, das auf französischem Gebiete anheben soll."
Der französische Politiker hat mit dieser Darlegung mehr Recht, als die Stimmen in Oesterreich und Deutschland, die nunmehr alles wieder im schönsten Licht sehen und die früheren Schatten vergessen. Die englische Politik hat noch stets ein erstaunliches Ahnungsvermögen gehabt und eine gründliche Sachkenntnis der wirklichen Verhältnisse bewiesen. England war ursprünglich mit dem Bestehen des Dreibundes sehr einverstanden. Er bildete ein Gegengewicht gegen den auch die britische Kolonialpolitik beengenden Zweibund und sicherte den Frieden auf dem Kontinent, wodurch England größere Bewegungsfreiheit hatte. Seit der Schwächung Rußlands durch die Japaner, die für die Interessen Englands den Krieg führten, ist der Zweibund der britischen Politik nicht mehr gefährlich, Frankreich überdies ganz Freund mit England Dank der umsichtigen, leise aber sicher (ohne Telegramme und Reden) arbeitenden Politik König Eduards, so
mit hat der Dreibund allen Wert als maßgeben« der Faktor für England verloren. Die englische Politik ist in ihren Endzielen immer kühl er. wägend und auf das Praktische gerichtet. Wae sie als nebensächlich behandelt, ist tatsächlich wertlos. Wenn England sich in Rom für die An- Näherung Italiens an Frankreich verwendet, dann hat Italien keine andere Wahl, als auch äußerlich dem zu folgen, was ohnedies seinem inneren Verlangen entspricht. Italien ist von Frankreich und England abhängig, politisch und finanziell. Beide als Gegner zu haben, kann das exponierte Reich nicht riskieren, beide als Freunde sind ihm wertvoller als das Bündnis mit Oesterreich, das überdies die irredentistischen Ansprüche sehr zum Verdruß der Italiener hint- angehalten hat. Die italienische Regierung hat bisher verstanden, den Kurs so zu nehmen und geschickt zu lavieren, daß ein Zusammenstoß der Interessen vermieden worden ist. Der Fall wird jedoch eines Tages eintreten, wo geschickte Segelmanöver nicht helfen und gerade Fahrt zur Not- wendigkeit wird. Dann wird sich erst der wahre Wert des Dreibundes zeigen und die Prüfung der Bündnistreue auf ihr echtes Gewicht erfolgen. Ob sie aber nicht zu leicht befunden wird?
Deutsches Reich.
Berlin, 15. Juni.
— Seine Majestät der Kaiser begab sich am gestrigen Donnerstag im Automobil von Pots- dam nach Berlin, hörte im Schloß die Vorträge des Chefs des Eeneralstabes der Armee General- Adjanten v. Molkte und des Stellvertreter« dec Chefs des Militärkabinetts Obersten von Oertzen und nahm die Meldung des Obersten Reuter entgegen. Später kehrte der Kaiser nach dem neuen Palais zurück. Zur Frühstücks- tafel war Großfürst Wladimir von Rußland geladen. Nachmittags gegen 4 Uhr besuchten da» Kaiservaar mit Tocbter und Großfürst Wladimir die landwirtschaftliche Ausstellung. In der Jiena wurden Rinder und Pferde vorgeführt. Sodann unternahmen die Herrschaften eine ausgedehnte Rundfahrt durch sämmtliche Teile der Ausstellung und kehrten gegen 6 Uhr zum Neuen Palais in Potsdam zurück.
— Das Befinden der Kronprinzessin Cäcilie ist andauernd sehr zufriedenstellend und läßt einen normalen Verlauf der für die nächsten 14 Tage zu erwartenden Niederkunft voraussehen.
— Gestern Nachmittag 2 Uhr wurde die Landwirtschaftliche Ausstellung durch den Kronprinzen in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste feierlich mit einer Ansprache eröffnet, in der es heißt: „Meine Herren? Wenn es mir obliegt, heute die zwanzigste Wanderausstellung der deutschen landwirtschaftlichen Gesellschaft zu eröffnen, so freue ich mich, zunächst die hier versammelten Landwirte und deren Gäste
durchgemacht. An Erfahrung bin ich alt gegen dich.... Du hast früh deine Mutier verloren, du hast niemand, dem du dein Herz ausschütten kannst. Sieh heute in mir deine Mutter! Vertraue mir, wie meine Kinder mir vertrauen, wenn irgend etwas ihre kleinen Herzchen drückt! Komm, leg dich nieder! Ruhe ein wenig! Du siehst aus, als hättest du die ganze Nacht kein Auge zugetan... Und dann — wenn du geschlafen hast — dann erzählst du mir... alles, wie ein Kind der Mutter alles erzählt... Nicht wahr, es tut gut, ein wenig liegen?... Jetzt wirst du schon viel ruhiger, mein Kind!... Nur ruhrg... ganz ruhig!... So ist es recht--"
So, Jolandas fieberheiße Hände fest in ihren kräftigen, kühlen Händen haltend, hie und da leise, beruhigende Worte flüsternd — so sucht die edle Frau die arme, zarte Mädchenblume, die, im hellsten Sonnenschein aufgewachsen, vom ersten Lebenssturm so grausam mitgenommen, wieder aufzurichten....
Und es gelingt ihr.
Zuerst zuckten Jolandas Finger noch in den sie umklammernden Händen, wie ein gefangenes Vögelchen. Dann überlassen sie sich willig dem sattsten Druck.
Träne auf Träne sickert unter den geschlossenen Lidern hervor. Die gespannten Züge nehmen einen weicheren Ausdruck an ...
Ruhiger geht der Atem... immer ruhiger...
Carlo Belloni, der aus dem Atelier nach Hause zurückkehrt und seine Frau sprechen will, wird mit einer beredten Geste wieder aus dem Zimmer geschickt. Rinaldo und Angelina, die, in Gesellschaft Ninellas, die Köpfchen neugierig zur Tür hereinstecken, erhalten dasselbe stumme Zeichen.
So sitzt Salomea mit rührettder Geduld am Lager der Freundin, jeden Atemzug bewachend, lange... lange...
Jolanda schläft — tief und fest — — ?
Vittorio Graziano befindet sich in einem ganz seltsamen Gemüt^usiand.
Der Schlag war zu plötzlich gekommen. Ihm ist, als habe sich ihm unversehens ein Riesenungeheuer genaht, mit knöchernen Armen das Glück, das er schon festzuhalten wähnte, ihm wieder entreißend.
Zuerst glaubt er an eine krampfhafte Fieberlaune seiner Braut, als sie vorgestern Abend so unvermittelt die Verlobung auflöste. Als sie jedoch gestern früh mit anscheinender Ruhe bei ihrem Entschluß blieb, als sie Vittorio kühl wie einem Fremden gegenüberstand, und ihm kaum die Hand zum Abschied reichte — da sah er doch, daß etwas ganz Besonderes geschehen sein mußte.
Ader was? Was?!...
Er glaubte seine Braut zu kennen bis auf den Goldgrund ihrer herrlichen Seele, glaubte sich eins mit ihr in alten Gedanken und Empfindungen — und nun soll sich plötzlich ein Hindernis zwischen ihre Herzen schieben, groß und mächtig genug, um sie für immer zu trennen?
Nein, nein — unmöglich!
Nicht mehr duldet es Vittorio in seiner Wohnung. Nach frischer Luft verlangt es ihn, nach Luft — und wenn es auch nur die berüchtigte heiße Sciroccoluft eines römischen Augusttages ist! -
Planlos irrt er durch die Straßen — grübelnd, erwägend, was zu tun für ihn das Rechte sei nach dem unerklärlichen, für ihn mehr als beleidigendem Benehmen seiner Braut . . .
Da wird er plötzlich aus seinem finstern Brüten durch ein paar derbe Flüche aufgeschreckt.
Aus einem hohen gußeisernen Portal treten soeben in eifrigem Gespräch ein robuster rotbärtiger Mann und eine dunkelgekleidete schlanke
Frau.
Die junge Frau scheint den fc";r erregten Mann befriedigen zu wollen, der jedoch dadurch immer mehr in Harnisch gerät und jetzt, ohne auf die Menschen zu achten, empört aucrust:
„Eine dumme Eans bist du mit deiner Gefühlsduselei! Warum die alten Schufte schonen? Haben das Zuchthaus redlich verdient. • Du nde — verflixte —“
Die übrigen Worte verlieren sich in unverständlichem Gemurmel. Dem rotbärtigen Hünen bringt das Lächeln in den Gesichtern ringsum plötzlich zum Bewußtsein, daß er mit seinem Schimpfen inmitten des Straßentrubels humoristisch wirft.
Vittorio Graziano jedoch lächelt nicht. Er hat die junge dunkelgekleidete Frau erkannt; es ist Salomea Belloni.
Wie eine Erleuchtung kommt es plötzlich über ihn.
Sie und ihr Begleiter waren im Justizpalast; der Mann spricht von „Gefühlsduselei", ..alten Schuften", „Zuchthaus redlich verdient" . . .
Großer Eottl Warum hat er daran nicht gleich gedacht? Nur das kann das unbekannte Hindernis sein!
Er zieht die Uhr.
Es schon zu spät, um sich Einlaß in den Saal zu verschaffen, in welchem die Testamente aufbewahrt werden.
Also warten — warten bis morgen . ..
Der junge Staatsanwalt schläft in der Nacht fast gar nicht. , Er macht sich die größten Dorwürfe, daß er nicht früher Einsicht in das Testament des verstorbenen Marchese Roberto Bon- martino genommen und dadurch der Geliebten bitteres Herzeleid, sich selbst viele trübe Stunden! erspart, fa vielleicht namenloses Unglück verhütet hat? ...
... _ /Fortsetzung folgt.!