mit dem Kreis-latt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Sonntag. 10. Juni 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Äug. Koch, llmvcrsitäts-Buchbruckerei * *1. Jahr-.
Marbwg, Markt 21. — Telephon a5.
Zweites Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 9. Juni. Zum Nachfolger des Herrn v. Bötticher, der demnächst von dem Oberprä- fidium der Provinz Sachsen zurücktritt, ist, wie die „Voss. Zig." berichtet, der derzeitige Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein, Herr v. Wilmowski ausersehen.
Königsberg, 8. Juni. Auf das von der Hauptversammlung der deutschen Kolonialgesell- schaft an den Kaiser gerichtet« Huldigungstelegramm ist folgende Antwort eingegangen: „Mit meinem Dank für die telegraphische Huldigung entbiete ich der Hauptversammlung der deutschen Kolonialgesellschaft meinen kaiserlichen Gruß. Den Arbeiten der Gesellschaft zur friedlichen Entwicklung unserer Kolonien wünsche ich guten Erfolg. Sie werden meiner geneigten Fürsorge stets sicher sein, (gez.) Wilhelm I. R.“
Bremen, 8. Juni. Der Senat hat mit der preußischen Lotterieverwaltung einen Staatsvertrag abgeschlossen, nach dem mit dem Aufhören der braunschweigischen Staatslotterie, an der Bremen vertragsmäßig beteiligt war, die preußische Staatslotterie im Bremer Staatsgebiete zugelassen wird.
Bern, 9. Juni. Die interparlamentarische Union, die vom 22. bis 25. d. M. in London tagen wird, wird sich mit der Tagesordnung der nächsten Haager Friedenskonferenz befassen und insbesondere dahin wirken, daß die Abrüstungsfrage auf der Haager Konferenz behandelt wird.
London, 8. Juni. Die Telegramme der drei Monarchen des Dreibundes haben in hiesigen leitenden Kreisen außerordentlich tiefen Eindruck gemacht. Die führenden Blätter heben die hohe politische Bedeutung des Depeschenwechsels hervor und erklären, das; durch diese wichtigen Kundgebungen die Fortdauer des Dreibundes über allem Zweifel erhaben sei. Er sei ein mächtiger Faktor zur Erhaltung des europäischen Gleichgewichts und zur Wahrung des Weltfriedens.
London, 8. Juni. Der Internationale Bergarbeiterkongreß nahm einstimmig eine Resolution an, die sich für die internationale Regelung der Kohlenproduktion ausspricht. Die Frage internationaler Ausstände wurde nicht zur Abstimmung gestellt. Der Kongreß wurde geschlossen.
Die amerikanische „Fleisch"- , Ausfuhr.
Die schauderhaften Enthüllungen über die ekelerregenden Zustände in den amerikanischen Schlachthäusern und Konseroen-Fabriken, von denen wir mehrfach Proben mitteilten, haben überall berechtigtes Aufsehen erregt und die ge- fantte deutsche Presse zu den heftigsten Aeußerun-
Erinnerungen aus dem Marburger Studentenleben.
Vo« 8. Müller.
Ein Original, wie es deren heutzutage wohl kaum noch gibt, war Jekoff Gutmann, genannt „Schmollis". Er wohnte bei seiner Schwester, die „Fratche" hieß, in einem Hause in der Lang- Sasse^und lebte von den Groschen, die er von en Studenten bekam und die meistens in Branntwein draufgingen. Der Universitäts- Zeichenlehrer Dr. Hach hat sein Bild gemalt und so ist der Jekoff der Nachwelt erhalten geblieben. Er starb um das Jahr 1849. Sein Leben ist in folgenden Versen beschrieben:
„Jekoff war ein alter Jud,
Abgeschabt sein Sckabbeshut, Stolpernd lief er durch die Stadt Machte mit dem Hute staat.
Einen schwarzen Rock er trug,
Löcher hat daran das Tuch, Daß hervor das Hemde sah. Und kein ganzer Flick war da.
Gchleensteiift) diesen Rock einst trug.
Von Brabanter ächtem Tuch, Bis an Wichser Greif er kam, Dann für Geld ihn Jekoff nahm.
Aus den Stiefeln au, 0 weh!
Guckt heraus die große Zeh, Wie gezeichnet auf ein Blatt Doktor Hach") den Jekoff hat.
*) Wohnte auf der Hofstadt.
*) Universitäts-Zeichenlehrer.
gen der Entrüstung und des Abscheus veranlaßt. Im Interesse der Aufklärung weitester Volkskreise über die fragwürdigen Eigenschaften der amerikanischen Konservenerzeugnisse ist diese allgemeine und uneingeschräntte Stellungnahme gegen das ekelerregende Treiben gewissenloser Fabrikanten in hohem Grade erfreulich und dankenswert. Rur vermißt man dabei ungern das Eingeständnis, daß es an rechtzeitigen Warnungen und Schutzbestrebungen von befugter und von sachverständiger Seite nicht gefehlt hat.
Gegenüber dem Anwachsen der amerikanischen Ausfuhr von Fleisch- und Fleischfabrikaten nach Deutschland haben, gleich in den ersten Stadien dieses Verkehrs, Kenner der dortigen Verhältnisse auf die mit dem Massenbezuge von Nahrungsmitteln dieser Art verbundenen Gefahren für die Volksgesundheit hingewiesen, und Fürst Bismarck hat sich, und wahrhaftig nicht ohne Grund, schon anfangs der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zu Schutzmaßnahmen veranlaßt gesehen. Damals und immer wieder, wenn Sicherheitsvorkehrungen gegen diese tatsächlich vorhandene Wirkung der „amerikanischen Gefahr" gefordert wurden, war es die freihändlerische und besonders die sozialdemokratische Presse, die 'solche Ansprüche als agrarische Begehrlichkeit oder Schlimmeres verschrie. Die Vertreter der deutschen Londwirtschast, die derartige Schuhvorschriften als nötig bezeichneten, wurden des Fleischwuchers beschuldigt, der tatsächlich in den amerikanischen Schlacht- und Packhäusern in schamlosester Weise und in gewissenlosester Habgier getrieben wurde.
Seit langem ist es in Deutschland Gewohnheit einer gewissen Presse, alle Erscheinungen des öffentlichen Lebens, auch jede noch so natürliche und noch so geringfügige Steigerung der Nahrungsmittelpreise, zu politischen Zwecken auszunutzen. Eine Maßnahme, eine Forderung, mag sie heißen, wie sie will, wenn sie nur entfernt mit den Interessen der landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung in Verbindung gebracht werden kann, wird von dieser Presse und der hinter ihr stehenden Partei bekämpft. So geschah es in den Kämpfen um die Ausnahmebestimmungen für die amerikanische Fleischeinfuhr, so ist es wieder geschehen angesichts der Fleischteuerung in der jüngsten Vergangenheit. In beiden Fällen muß jeder billig Denkende anerkennen, daß von einer agrarischen Jnteressen- wirtschaft nicht die Rede sein kann, daß vielmehr, dort durch die Beschränkung der Einfuhr, hier durch die Aufrechterhaltung der Grenzsperre, die höheren und allgemeinen Gesichtspunkte der Rücksichtnahme auf die Volksgesundheit sowie der Erhaltung von Treu und Glauben im Nahrungsmittelverkehr zur Geltung gebracht wurden.
Dies anzuerkennen und damit die Haltlosigkeit ihrer früheren Behauptungen und Beschuldigungen einzugestehen, wird man von den Beteiligten allerdings nicht erwarten dürfen; um so mehr aber ist es Pflicht derjenigen, die ihren in Ehrlichkeit und Ueberzeugungstreue vertretenen Standpunkt durch Tatsachen gerechtfertigt sehen, mit aller Entschiedenheit darauf hinzu- weisen, auf wessen Seite in dieser Frage das Recht und die Wahrheit ist.
Flemmings) trug dies Stiefelpaar, Als Marktmeister er noch war, Hat sie Jekoff annektiert.
Und als er ward arretiert,
Eine Hose hat er an.
Die Graf Pomp<) hat abgetan, Weil die Bein nicht lang genug, Jekoff sie im Stiefel trug. „Schmollis", ruft der Studio, Lullig dann dem Jekoff zu.
Der, wenn einer gab ein Wink, Zu ihm auf das Zimmer ging.
Der Studio nahm dann den Hut, Stülpt ihn auf den Kopf dem Jud, Die Hose in die Stiefelschaften, So zurecht sie Jekoff machten.
Links zieht man ihm an den Rock, Gibt ihm in die Hand den Stock, So man ihn ans Fenster stellt, Was tat Jekoff nicht ums Geld.
Alle die vorübergehn
Lachen, als das Bild sie sehn, Hurrah! ruft der Jungen Schar, Die auf der Türkei') da war.
Was macht sich da Jekoff draus, Wer da lacht, den lacht er aus,
s) Ein früher reicker, heruntergekommener Kaufmann, der im Zuchthaus starb.
4) Kaufmann Schäfer, ebenfalls als Original bekannt, wohnte am Markt.
e) Türkei hieß die Neustadt wegen der vielen Landschuster, die da wohnten und Türken genannt wurden.
Deutsches Reich.
Berlin, 9. Juni.
— Seine Majestät der Kaiser traf am gestrigen Freitag Nachmittag 2 Uhr 40 Min., von Wien kommend, auf der Wildparkstation in Potsdam ein. Zum Empfang war die Kaiserin erschienen. Nach herzlicher Begrüßung fuhren beide Majestäten int Automobil nach dem Neuen Palais.
— Auf der Tagung der Deutschen Kolonialgesellschaft, die gegenwärtig in Königsberg stattfindet, wurden in Erledigung der Tagesordnung die erforderlichen Ersatzwahlen vorgenommen; u. a. wurden Geheimrat Prof. Dr. Paasche zum stellvertretenden Präsidenten und Konsul a. D. Schwabe zum Ausschußmitglied gewählt. An die Vorlage des Geschäftsberichts für 1905 knüpfte sich eine längere allgemeine Aussprache über eine ganze Reihe von Wünschen und Anregungen. die aus der Mitte der Versammlung laut wurden. Nach dem Bericht betrug die Zahl der Mitglieder am 1. April d. I. 32 511 oder 468 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Abteilung ist unverändert 360. Die Gesellschaft verfügte Ende 1805 über ein Vermögen von 2 111260 M. Der Voranschlag für 1906 gleicht sich in Einnahme und Ausgabe mit 272 600 M. Aus dem Bericht der Finanzkommission sei hervorgehoben, daß bis Ende 1905 der Sammlung für die geschädigten Ansiedler von Deutsch-Südwestafrika im ganzen 292 206 M Zuflüssen, wovon 197 540 M ausgegeben wurden, so daß am Jahresschluß noch 94 665 M verblieben. Wie der Bericht des deutsch-ostafrikanischen Besiedlungskomitees ergibt, hat dieses seine Arbeiten bisher in tatkräftiger Weise gefördert; die Versammlung bewilligte einstimmig 10 000 M zur Erweiterung des ostafrikanischen Besiedlungsfonds. Da bei dem sich zurzeit zeigenden erhöhten Interesse für die Bestrebungen der Kolonialgesellschaft eine verstärkte Werbetätigkeit angebracht erscheint, wurde eine Erhöhung des Werbefonds für das laufende Rechnungsjahr um 3000 J*. beschlossen. Ein Antrag der Abteilung Danzig, der Vorstand der Deutschen Kolonialgesellschaft wolle an geeigneten Stellen dahin wirken, daß geeigneten Persönlichkeiten, die geneigt sind, die deutschen Kolonien zu Studienzwccken zu besuchen, jede mögliche Unterstützung zu Teil werde, wurde angenommen. Nach Feststellung der Tagesordnung für die Hauptversammlung wurde als Ort für die nächste, Ende Oktober stattfindende Vorstandssitzung Leipzig bestimmt.
In der Hauptversammlung, die gestern Freitag stattfand, führte Herzog Johann Albrecht u. a. aus, die jüngsten Beschlüsse des Reichstages hätten leider gezeigt, daß die Mehrzahl der Reichstagsmitglieder noch nicht von der unabweisbaren Notwendigkeit der Kolonien für Deutschland durchdrungen sei. Diese Beschlüsse hätten die geeigneten Mittel für die wirtschaftliche Entwicklung von Deutsch-Südwest- afrika versagt, Ausgaben, die nur ein werbendes Kapital dargestellt haben würden, indem sie schon nach kurzer Zeit reiche Früchte getragen haben würden. Pflicht der Kolonialgesellschaft sei es, den Mut nicht sinken zu lassen und mit verdoppelter Kraft einzutreten für die Landsleute in Südwestafrika und für die wirtschaft-
Auf Hebräisch singt dann er.
Sprüche aus dem Talmud her.
Endlich kriegt er seinen Lohn, Durstig ist er lange schon, Bekommt zu trinken Branntewein, Vis er steht auf einem Bein.
Wenn er voll dann kommt nach Haus, Peitscht in Schwester Fratche°) aus, Welche, weil kein Freier kam. In das Wasser sprang vor Gram."
Es war im Jahre 1845, als man in Marburg ein Säugerfest feierte, an dem sich alle Stände beteiligten. An den Tagen vom 19.—21. Juli hakte die hohe Obrigkeit, an deren Spitze der Polizeidirettor Wangemann stand, besondere Freiheiten den Marburgern und ihren Gästen gewährt. Der dritte Tag des Festes wurde auf der Spiegelslust abgehalten, er war der schönste des ganzen Festes. Da gab es keinen Standes- unterfchied, und selbst der sonst so gefürchtete Chef der Polizei mußte sich heute geduldig in fein Geschick fügen. Da sah man Studenten, welche an einer langen Stange Wecke, Würste und Schinken trugen, wieder andere mit Mordgeschichtenbildern und Drehorgeln machten den Leiermann. Gar mancher Zecher lag im Gras, hoch in der Hand das Deckelglas, berauschet von dem Biere, sang der Lokaldichter Weintraut.
„Ihr heiteren Musensöhne Mit flatterndem Panier, Zur Huldigung der Töne Ward Ihr fideler hier.
°) Fratche handelte mit alten Kleidern. Sie ertränkte sich später im Mühlgraben. ---
liche Entwicklung der Kolonie. Es sei die heilte Pflicht der Kolonialgesellschaft, nachdrücklich la» für zu sorgen, daß ihre Auffassung über btr Wert der Kolonien Gemeingut des deutsche, Volkes werde. Eines der besten Mittel dazu fe die Einwirkung auf die Heranwachsende Jugend. Gleich nach der Eröffnung der Sitzung war an den Kaiser nach Wien ein Huldigungstelegramm mit dem Gelöbnis treuer Gefolgschaft abgesandt worden.
Sodann wurde einstimmig und ohne Diskussion folgender Antrag der Abteilung Lübeck und des niederrheinisch-westfälischen Eauverban- des angenommen: „Die Hauptversammlung der deutschen Kolonialgesellschaft spricht unter dem Ausdruck des lebhaften Bedauerns über die Ablehnung der Regierungsvorlagen durch den Reichstag betr. 1. Entschädigung der durch den Krieg geschädigten Ansiedler, 2. Eisenbahnban Kubub-Keetrnanshoop, 3. Errichtung eines selbstständigen Kolonialamtes die Zuversicht aus, daß diesen berechtigten und dringlichen Forderungen baldigst Geltung verschafft werde." — Zum Ort der nächstjährigen Tagung wurde Worms bestimmt.
— Die Ausführungsbestimmungen zu« Diäten - Gesetze werden wohl noch manche „Doktor"-Frage aufwerfen. Am Freitag, den 25. Mai, am Tage der Veröffentlichung des Gesetzes, bestimmte der Präsident, daß an solchen Tagen, an denen zwei Sitzungen stattfinden, eine einmalige Einzeichnung in die Präsenzliste genügt. Nun können aber in einer Sitzung zwei oder mehrere Abstimmungen stattfinden. An einer derselben nimmt ein Abgeordneter teil, an der zweiten ist er durch Zufall verhindert oder er „absentiert" sich absichtlich. Im letzteren Falle dürfte der Abzug von 20 J*. gerechtfertigt fein. Wie aber, wenn plötzliche Erkrankung des betreffenden Abgeordneten ein» tritt? Der Unfall des sozialdemokratischen Abgeordneten Scheidemann kostete letzteren 20 <M Abzugsgeld; auch der hilfsbereite Arzt, bet freisinnige Abgeordnete Dr. Mugdan, mußte 20 M Abzug sich gefallen lassen. Aehnlich erging es dem Zentrumsführer Abg. Spahn, den während der zweiten Sitzung am Sonnabend, den 26. Mai, eine leichte llnpäßlichlichkeit befiel. Er stimmte aber in dieser zweiten Sitzung bei der Abstimmung über die Bahn Kubub- Keetrnanshoop noch mit; bei bet wenige Stun- ben barauf folgenden Abstimmung über das Reichs-Kolonialamt fehlte er. Selbstverständlich muß auch er die „Strafe" von 20 M entrichten. — In beiden Fällen lag aber eine gewisse „vis maior" vor, die bei der ferneren Ausgestaltung der AusfLhrunqsbestimmungen zum Diätengesetz doch wohl Berücksichtigung finden müßte.
— Eine neue sozialdemokratische Frauen, organisation ist unter dem Namen „Freie Bereinigung erwerbstätiger Frauen und Mädchen" begründet worden. Sie ist hervorgegangen au« dem gewerkschaftlichen Frauenoerein in Berlin, der vornehmlich Aufwärterinnen, Dienstboten und Handarbeiterinnen umfaßt. Das Programm dieser Frauenorganisation ist identisch mit dem
Die Wurst, die hing am Besen, Das Brot am Besenstiel, Herr Abeft) ist's gewesen, Der blies zum Fastnachtsspiel.
Auch der Polizeidirektor Wangemann kam zum Berg heraufgestiegen. Der Studiosus Wachs') bekannt als „Wachse-Henner", rief seinen Kollegen zu: „Dunnerwetter! Da kommt der Rochus Pumpernickel, schnell ein Glas Bier her, dem muß ich zutrinken." Wachs ging mit feinem vollen Glase auf Wangemann zu, die anderen mit Stange, Wurst und Brot folgten i« Zuge, und Wachs sagte zu Wangemann: „Hör einmal, Bruder, ich kann Dir nicht helfen. Da mußt einmal mit mir trinken, prosit Bruder?* Dann wurde dem Gestrengen ein Imbiß überreicht. Es war ja heute Freiheit. Am nächste» Tage, als das Sängerfest vorüber war, veranstalteten die Studenten eine Nachfeier im kalte« Frosch, sie ließen durch den Ausrufer Nill ausschellen, daß ein Jeder, der gern trinkt, singt und lacht, sich um 5 Uhr im kalten Frosch einfinbes möge und so:
Kamen nun zum letzten Gang, Noch Bürger und Stubenten, Bei Saitenspiel und Eläserklang, Dieses Fest gut zu beenden.
Die Fässer wurden alle leer,
Manch einer hakt' keine» Groschen mehr. Am Schluß des schönen Festes. / _______________ f»'
’) Von Cassel, blies das Piston.
s) Wachs war bei dem Korps Hasso» Nasfovia. ‘