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nimmt Bernardo Hut und Stock und unverzüglich nach Salomea Vellonis draußen vor der Porta del Popolo.

gebessert. Die Demobilisierung der Truppen habe begonnen. Der montenegrinische Ge­schäftsträger gab heute nach dieser Richtung hin der Pforte beruhigende Erklärungen.

Schanghai, 30. Mai. Infolge des überaus hohen Preises, der für Reis gefordert wird, kommt es im Jangtsetal zu häufigen Aufständen. Die Händler halten ihre Vorräte zurück ohne Rücksicht auf die große Nachfrage aus den Ueber- schwemmungsgebieten der Provinz Hunan. Der Vizepräsident von Nanking verlangte Spezial­vollmacht, um ein Verbot der Neisausfuhr zu er­lassen.

Während er sonst seine kleinen, listigen Augen überall Herumschweifen läßt, so daß sei­nem Scharfblick nichts entgeht, starrt er heute finster vor sich hin.

Beim scharfen Umbiegen um eine Straßen­ecke itößt er mit einem Mann zusammen, der, die Hände in den Hosentaschen, die kurze Holzpfeife im Mundwinkel, langsam dahergestelzt kommt.

Halloh! Achtung! Andere Leute sind auch noch da!" knurrt der Mann, indem er die Pfeife aus dem Mundwinkel nimmt und geräuschvoll ausspuckt.

Dann lacht er gutmütig auf, steckt die Pfeife wieder zwischen die Zähne und schlendert weiter breitbeinig, die Hände in den Hosentaschen, mit der ganzen Ungeniertheit des Ausländers undseif made man", der sich keinen Pfiffer­ling darum kümmert, was man von ihm denkt.

Er bemerkt auch nicht, wie der Andere todes­bleich, gleichsam wie an den Boden festgewurzelt, dasteht und der vierschrötigen Gestalt nachstarrt, als sähe er einen Geist.

Als Bernardo gleich darauf wieder langsam, mit schlotternden Knien, seinen Weg fortsetzt, tragen seine Züge noch immer den unverkenn­baren Ausdruck des Entsetzens.

Söhne des Prinzen Friedrich Leopold wäre« beim ersten Garderegiment eingetreten. Später fand Frühstückstafel statt, zu der zahlreiche Ein­ladungen ergangen waren. Sodann empfing der Kaiser im Potsdamer Stadtschloß den frühere« Präsidenten von Argentinien, General Roca.

In den interessierten Kreisen glaubt man. wie derTag" angibt, daß Erbprinz zu Hohen­lohe sich möglicherweise doch entschließen werde, auch unter den veränderten Verhältnissen an der Spitze der Kolonialverwaltung zu verbleiben. In diesem Falle dürfte der bisherige provisorisch» Zustand beibehalten werden, d. h. ein Kolonial­direktor würde nicht ernannt werden, sondern Erbprinz zu Hohenlohe bliebe weiterhin mit der Wahrung der Geschäfte als Leiter der Kolonial- Angelegenheiten beauftragt. Die endgiltige Ent­scheidung in der Angelegenheit ist jedoch noch nicht gefallen.

schreckte, wird auch der persönlich begreiflich fin­den, der seinen Entschluß sachlich auf das ttefste beklagt.

Die Folgen werden nicht lange auf sich war­ten lasten. Daß die österreichische Wahlreform für den Augenblick ganz in den Hintergrund treten wird, wenn nun der Konflitt zwischen beiden Reichshälften ausbricht, das wollen wir noch nicht einmal so tragisch nehmen. Die Hoff­nungen und Befürchtungen derer, die das all­gemeine Wahlrecht vielleicht jetzt begraben glau­ben, teilen wir durchaus nicht. Es wird schon wiederkehren und wenn wir etwas fürchten, so ist es nur, daß es sich künftig einmal vielleicht un­ter gewaltsameren Erschütterungen oder in einer Form durchsetzen wird, die den Interessen der Deutschen weit weniger entspricht als diejenige, in welcher die Vorlagen der beiden letzten Mi­nisterpräsidenten es darboten. Viel näher lie­gen uns andere Befürchtungen und Sorgen. Uns im Reiche kann nichts unerwünschter sein als eine Schwächung des Zusammenhaltes der öster­reichisch-ungarischen Gesamtmonarchie. Richt nur, daß jede Konzession an die Madjaren in dieser Richtung liegt und zugleich deren Begehrlichkeit erhöht, es werden auf diese Weise regelmäßig auch auf österreichischer Seite Tendenzen ent­bunden, die dem gleichen Ziele zustreben und so auch ihrerseits destruktiv wirken. Man warte es nur ab, wie laut jetzt in Oesterreich wieder der staatsfeindliche RufLos von Ungarn", das getreue Echo desLos von Oesterreich" von der andern Seite der Leitha, erschallen wird. Und eben in dieser Durchtränkung der öffentlichen Meinung hüben und drüben mit dem Gedanken der Trennung sehen wir die unheilvollste Folge von Maßregeln wie die, welche jetzt zum Rück­tritt des Kabinetts Hohenlohe geführt hat. B.

hast sie aufgefunden?"

Ja. Und du kannst ihr eine jährliche Rente ausjtellen sagen wir fünf- oder sechstausend Lire. Wir können die Summe entbehren und ihr wird der Betrag willkommen sein."

Eine kleine Rente?... Und ihr Vermögen? Das viele, viele Geld, das ihr gehört? Das sich seitdem verdoppelt, verdreifacht, nein, verzehn­facht hat?"

Durch unfern Fleiß, Umberto!"

Heftig schüttelt der alte Mann den Kopf.

Nein, nein. Ich werde den Gedanken nicht kos: meine Sünde wird einst heimgesucht werden an meinem Kinde.... Großer Gott! Großer Gott! Wenn du um meinetwillen leiden müßtest, Nein einziggeliebte» Kind! Meine Jolanda!"

Jolanda und Salomea.

Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung.)

Fasse Mut, Umberto!,, versucht Bernardo zu trösten, obgleich ihm selbst recht unbehaglich zu Mute ist.Niemand weiß darum!"

Niemand? . . . Und der dort oben?" ruft Umberto erregt, mit der bebenden Hand in die Höhe deutend.

Und wieder wendet Bernardo sich ab.

Beide schweigen eine Weile.

! Dann sagt Bernardo plötzlich mit einem raschen Entschluß:

Ich will dir etwas mitteilen, lieber Bru­der, was ich dir in Rücksicht auf deinen Gesund­heitszustand eigentlich verschweigen wollte. Aber vielleicht beruhigt es dein Gewissen. Du hast Gelegenheit, dein Unrecht, wie du es nennst, wieder gut zu machen."

!Unmöglich."

'Nein, nicht unmöglich, Umberto. Salomeas Tochter lebt!"

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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. «ug. Koch, UmverfitStS-BuchdruckerÄ

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Freitag. 1. Juni 1906.

Vierteljährlicher Bezugspreis, bet bei ExpÄtion 2, bet allen Postämtern 2,25 Mk. Kejci. Bestellgeld).

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Seile 25 Psg.

ite«* barer oder xprd,

1:18) near, billig !8,I.

Als er eine Viertelstunde später via Flaminia Nr. 85 wieder verläßt, sind seine ohnehin schmalen Lippen noch fester zusammen­gepreßt, während die Zornesader auf seiner Stirn mächtig angeschwollen ist.

mit -em Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntaasbeilaaer Alluttrirtes SonntaaSblatt.

und nder- (4173 mit

Nach einer längeren, überaus stürmischen Unterredung zwischen den beiden

NarlamentarMeS.

Preußischer Landtag.

* Berlin, 30. Mai.

Das Abgeordnetenhaus trat am Mittwoch schon um 10 Uhr morgens zusammen und ging nach dreistündiger Sitzung in die Pfingstferien. Es erteilte zunächst die Genehmigung zur straf­rechtlichen Verfolgung des Abg. Brust (Zent.) wegen Beleidigung durch die Presse, nahm dann den Entwurf wegen Bereitstellung von Geld­mitteln zur Regelung der Hochwasser-, Deich« und Vorflutverhältnisse an der oberen untz mittleren Oder an und beriet dann den Staats­vertrag zwischen Preußen, Bayern, Hessen und Baden wegen Kanalisierung des Mains von Offenbach bis Aschaffenburg. Im Vordergrund der Erörterung standen die Schiffahrtsabgaben. Abg. Funck (fr. Vp.) bekannte sich als grund­sätzlicher Gegner dieser Abgaben und bedauert^ daß sie mit diesem Vertrage verquickt seien. Hingegen betrachtete Abg. v. Pappenheim (ks.) die Schifsahrtsabgaben als Voraussetzung eine» weiteren Ausbaues der Wasserstraßen. Dem Abg. Broemel (fr. Vgg.), der dem Abg. Funck zu­stimmte, erwiderte Unterstaatssekretär Holle, für Preußen sei die Frage der Schiffahrts­abgaben entschieden; eine ungerechte Belastung der Schiffahrt sei nicht zu befürchten. Der An- trag wurde schließlich angenommen. Rach An­nahme einiger kleinerer Vorlagen und Erledi­gung von Petitionen war die Tagesordnung er­schöpft.

4> Berlin, 30. Mai.

Das Herrenhaus erledigte zunächst Petitionen und nahm dann das Knappschaftsgesetz nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses an. Die Beratung drehte sich vorwiegend um die Art der Wahl der Knappschaftsältesten, wobei die ge­heime und öffentliche Wahl von grundsätzlichen Gesichtspunkten beleuchtet wurde, sowie um die lich. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb das Kindermädchen sich mit ihren Schutzbefohlene« nicht unter die anderen mischt. .

Jauchzend vor Freude springt das nettte Mädchen dem Ball immer wieder nach. Der grobe Strohhut ist ihr daher in den Nacken ge­rutscht; eine Ueberfüllc goldblonder Locken quillt darunter hervor. Die großen blauen Augen strahlen. , ,

Ein starkknochiger, hünenhafter Mann vo» fremdartigem Aussehen, der langsam des Wegs daherkommt, bleibt bei dem lieblichen Anbuck des spielenden Kindes stehen.

Das Mädchen bemertt ihn nicht. Eben schleu­dert es wieder den Ball hoch in die Luft. Beim Ausfallen stolpert es über einen Stein und fallt-.

Rasch springt der Mann herzu und hebt da» Kind auf. Dabei blickt er eine Sekunde voll ia das entzückende Gesichtchen. _ .

Nur eine Sekunde. Aber sie genügt, um sein Herz rascher pochen zu machen.

Mit einem schüchternenDanke, mein Herr!" ist das Kind auf das kleine Dienstmädchen zuge­laufen, sich jetzt scheu nach dem großen, rot­bärtigen Mann umsehend.

Der kommt bereits auf die Bank zu und setzt sich neben die Gruppe.

Hoffe, das kleine Ding da hat sich nicht weh getan", bemerkt er zu dem Dienstmädchen, wäh­rend seine Augen unverwandt auf dem Kind« ruhen. . ,

Nee, sie hat sich nicht weh getan", entgegnet das Mädchen, indem sie den Kinderwagen etwas., näher schiebt, um dem Fremden auch ihre zweite, Schutzbefohlene zu präsentieren.

Doch das dunkle Köpfchen und die schwarze« Augen des kleineren Kindes scheinen den Man« nicht im geringsten zu interessieren. Immer und, immer wieder kehtt sein Blick zu dem blonde« Lockenkopf zurück.

Und auch die großen, blauen Kinderauge«^ finden Gefallen an dem struppigen Hünen. 4 (Fortsetzung folfltjJ

Deutsches Reich.

Berlin, 31. Mai.

Seine Majestät der Kaiser nahm gestern Mittwoch die diesjährige Frühjahrsparade ab. Wegen des Regenwetters begann sie erst um 11 Uhr. Die Aufstellung der Truppen war die üb­liche. Die Parade kommandierte Generalleut­nant von Klinckowström. Der Kaiser, in der Uni­form des Regiments der Eardesdukorps, traf zu Pferde vom Neuen Palais im Potsdamer Stadt- schlotz ein, die Kaiserin mit der Prinzessin Eitel- Friedrich im offenen Vierspänner mit Spitzen­reitern. Mit der Kaiserin wohnten die Kron­prinzessin und die übrigen hier und in Berlin anwesenden Prinzessinnen vom Fenster des Stadtschlosses aus der Parade bei. Der Kron­prinz war beim Regiment der Eardesdukorps, Prinz Eitel-Friedrich und die Prinzen August Wilhelm, Oskar und Joachim, sowie die drei

Die Maske ist wenn auch nur für kurze Zeit gefallen.

X.

Nachmittags gegen fünf Uhr.

Oben auf den blumenvollen Terrassen des Monte Pincio, dem Rendevous-Platz der vor­nehmen römischen Welt, drängt sich Karrosse auf Karrosse.

Bei den schmelzenden Weisen einer wohlge­schulten Kapelle, zwischen Cypressen und Lor­beergebüsch, unter Palmen und Pinien, um­duftet von Hyazinthen und Tuberosen, lacht und scherzt, plaudert und kokettiertganz Rom', während der heimgehende Sonnenball drunten die ewige Stadt mit ihren Kuppeln und Palä­sten, ihren Riesensäulen und egyptischen Obelis­ken, in leuchtenden Purpur taucht.

Und doch ob sich nicht hinter dieser Pracht, hinter diesen lächelnden Gesichtern, diesen glän­zenden Augen, hinter diesem Eewoge von Samt und Seide, von Diamanten und Spitzen manch todeswunde Herz verbirgt?

O Welt! O Welt des Scheins! O Welt von Tränen und Schmerzen, voll schlummerloser Nächte und heißer, brennender Sehnsucht nach einem höheren besseren Leben?...

Am hinteren Ende des Monte Pincio, dort, wo eine hohe Mauer ihn von dem weiten Park der Villa Borghese trennt, der sich da unten mit seinem träumerischen Dunkel gar eigentümlich von der leuchtenden Pracht hier oben abhebt dort hat sich dieallerjüngste Jugend" nieder­gelassen. , .

Ueberall auf den niedrigen Marmorbanken frische Dienstmädchen mit zierlich gekleideten, jauchzenden Kindern.

Etwas abseits, unter einer hohen Palme, fitzt ein kleines Kindermädchen; behutsam fahrt sie den Kinderwagen vor sich hin und her, wäh­rend ein Mädchen von etwa vier Jahren da­neben mit einem roten Ball spielt.

Die Kleine ist einfacher gekleidet, als all die übrigen Kinder. Nicht nur einfach fast arm

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Oesterreich.

Prinz Hohenlohe hat gerade noch Zeit gehabt seine eigenen Vermittlungsvorschläge zur Wahl­reform dem parlamentarischen Ausschuß vorzu­legen, da hat ihn schon das ungarische Verhäng­nis ereilt. In dem Konflikt der beiden Regie­rungen des Reichs über den von den Madjaren verlangten autonomen Zolltarif hat sich die Krone nun schließlich doch auf die Seite Ungarns gestellt. Die Folge ist die Demission Hohenlohes gewesen, der die des ganzen Kabinets folgte.

Für den österreichischen Ministerpräsidenten, der ziemlich genau vier Wochen im Amte war und in dieser Zeit viel mutigen Optimismus an den Tag legte, aber die Blume des Erfolges, die Herr von Gautsch schon in der Hand zu haben schien, sich je länger je weiter entschwinden sah, für ihn persönlich mag diese Wendung wenig Bitternis enthalten. Er scheidet unverbraucht und darf sich eines Abgangs erfreuen, um den ihn mancher seiner Vorgänger beneiden möchte. Die öffentliche Meinung Oesterreichs wird es ihm nicht vergessen, daß er in der Verteidigung des österreichischen Standpunktes gegenüber mad- jarischer Anmaßung gefallen ist. Aber mußte er fallen? Mußte, ja durfte die unanfechtbare Rechtsbasis, auf der sich das bisherige Verhält­nis Oesterreichs und Ungarns aufbaute, preis­gegeben werden? Durfte wir reden nicht vom Interesse Oesterreichs durfte das In­teresse der Eesamtmonarchie den parlamentari- rischen Bedürfnissen desgroßen Ministeriums" in Ofenpest geopfert werden? Wir fürchten, das psychologisch ja so verständliche Friedensbedürf­nis des alten Kaisers, das vor sieben Wochen zu dem faulen Frieden mit der schon besiegt am Boden liegenden und moralisch ausgehungerten Koalition führte, hat auch diesmal die verhäng­nisschwere Entscheidung gegeben. Die Bahn, die mit jenem Friedensschluß betreten wurde, mußte ja bergab führen. Kaiser Franz Josef hätte von neuem den Kampf mit der Koalition heraufbeschworen, hätte er nicht auch jetzt nach­gegeben. Daß er vor dem neuen Kampfe zurück- _______________ __g

Wiederholt versucht Bernardo, den furchtbar erregten alten Mann, der fast den Eindruck eines Verstörten macht, zu beruhigen. Vergebens.

Derselbe blieb dabei:

Mein Kind muß mein Verbrechen büßen. Mein teures, teures Kind. Meine Jolanda!"

Neueste Telegramme.

; Berlin, 31. Mai. Der Eesamtverband deut- ^her Metallindustrieller versendet folgende Mit­teilung:In der Sitzung des Vorstandes vom h). Mai d. I. wurde festgestellt, daß die streiken­den Eießereiarbeiter der Vezirksverbände Braunschweig, Breslau, Dresden und Hannover chre Forderung nach Mindestlöhnen zurückge- «ogen und sich damit abgefunden haben, daß die Arbeitgeber eine Verhandlung mit Vertretern >er Arbeiterorganisation ablehnen. Demzufolge beschloß der Vorstand, daß die auf den 2. Juni J. I. festgesetzte Aussperrung nicht zur Ausfüh­rung kommen soll."

Paris, 30. Mai. Die französischen Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe sind heute im hiesigen »rzbischöflichenPalais zusammengetreten, um zum Trennungsgesetz Stellung zu nehmen. Die Ver­handlungen sind geheim. Die erste Versamm- lung ging mittags zu Ende; auf Nachmittag purde eine neue Sitzung anberaumt.

Paris, 30. Mai. DerAgence Havas" wird gus Tientsin gemeldet, die Lage in der Mand­schurei sei ernst; unter Chinesen, die gegen Chunchilsen kämpfen, kämen zahlreiche Desertio­nen vor.

Madrid, 30. Mai. Die zu den Hochzeitsfeier- Ilichkeiten hier eingetroffenen außerordentlichen Missionen überreichten heute Vormittag unter Bent üblichen Zeremoniell ihre Beglaubigungs­schreiben.

Belgrad, 30. Mai. Die Entlassung der Ver- fchwörerhäupter aus der Armee wird allgemein als ein großer Erfolg der Regierung Pafchitsch betrachtet. In Verschwörerkreisen herrscht eine gedrückte Stimmung.

London, 30. Mai. Reuters Bureau meldet saus Krantzkop (Natal): Die Aufständischen ^machten gestern früh abermals einen heftigen Angriff, der aber zurückgeschlagen wurde. Eng- ftscherseits fielen 3 Eingeborene, 12 Eingeborene Wurden verwundet. Oberst Mackenzie führte in Verbindung mit anderen Truppenabteilungen einige eriolgreiche Umgehungsbewegungen im Singanandalande aus, wobei viel Vieh erbeutet wurde und zahlreiche Aufständische fielen.

London, 31. Mai. Das SchlachtschiffMon- tagu", das an der felsigen Küste im Bristoler Kanal gestrandet ist, scheint ganz verloren. Der Boden ist herausgerissen, das ganze Schiff ist mit Wasser gefüllt und senkt sich nach der Steuer- hordseite. Mehrere Leute der Mannschaft sollen verletzt sein. Beide Schrauben und der draht­lose telegraphische Apparat sind verloren. Das Schiff ist 1903 für 30 Millionen Mark erbaut worden.

Konstantinopel, 29. Mai. Nach Mitteilungen aus Montenegro scheint die Lage an der Grenze

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