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etungsfest. Da mit der Kreisbahn unser Ort leicht z» erreichen ist, dürste es an zahl- )em Besuch nicht fehlen.

, * Erfurtshausen, 29. Mai. Der gchern hie: .r.'cbaltene Vrrsteigcrungstermin in der Emme- : 'iches Rachlaßsache verlief ohne jede Störung;

wurde ein ansehnliches Gebot von 66 444 Mrk erzielt.

® Treysa, 29. Mai. Das dresiahrige Jahres- fort jyet AnstaltHephata" findet am 27. Junr Ltt Die Festpredigt hat Dr. Wurster, D'.rektor L rvaugelischen Predigerseminars 4« Friedberg weitere Ansprachen werden Me- ttopolitan Jacoby aus Wolfhagen, Pfarrer Ger- pinus aus Naumburg und der Anstaltsgerstlrch« Pfarrer Schuchhardt halten.

Ker misch les.

Berlin, 29. Mai. Die 30 Jahre alte Frau bes Tischlers Paul Lindeuau hat gestern Abend Me bL Kinder und sich selbst erhängt. Ver­anlassung soll gewesen sein, daß die Frau un­heilbar an Schwindsucht erkrankt »ar.

Düsseldorf, 29. Mai. Bei Neuh fuhr «in Automobil in eine Prozession aus Kevelaer. Fräulein Klein aus Köln wurde überfahren UI%3$e h*then, 29. Mai. Heute früh um 6 Uhr stürzte an einem Neubau an der Parallclstraße ein vier Stockwerke hohes Gerüst zusammen und begrub 13 Arbeiter und Arbeiterinnen. Alle wurden verletzt. Einer ist bereits gestorben.

Koburg, 28. Mai. Schülerdankbarkeit ist zwar selten, aber noch nicht ausgestorben. Am 9. März v. I. verstarb hier, wie dieFrkf. Ztg." meldet, der in pädagogischen Kreisen weithin bekannte Schulrat Theodor Heckenhayn, ein kchüler des Jenenser Professors Karl Volkmar Eioy. Als früherer Direktor der städtischen Schulen Koburgs hatte er sich durch die herzer­frischende Art seines Umganges mit den Kin­dern, durch feinen Interesse erweckenden und fördernden Unterricht und durch seine sonstige, von einer vollen Lehrerpersönlichkeit unterstützte Krzieherarbeit die Liede von Hunderten, die mit Eifer zu seinen Füßen sahen, erworben. In seinem späteren Berufe als erster fachmännischer Schulinspektor des Koburger l?aiü>es hat er sich gleichfalls die volle Verehrung der seiner Auf- ficht unterstellten Lehrer zu erwerben und zu sichern gewußt, trotzdem er vielfach reorganisa- torisch einzugreifen hatte. Wie in seinem Leben, so zeigte sich auch nach seinem Tode, daß, wer Liebe sät, auch Liebe erntet. Aus früheren Schülern des Verstorbenen und aus Lehrern sei­nes Bezirks bildete sich ein Komitee, welches sich

jur Aufgabe stellte, ihm ein Denkmal zu er­pichten. Reichlich flössen aus allen Teilen un­seres Herzogtums nach ergangenem Aufrufe die Gaben; mit einer Spende von ungeahnter Höhe beteiligte sich aber ein Frankfurter Herr, ein ehemaliger Schüler Heckenhayns, der dem Denk- Mlsfoiäs 10 000 M überwies. Als armer Waisenknabe hatte der Spender Heckenhayns .Unterricht,: und Erziehung in der Koburger Bürgerschule genossen; Heckenhayns erzieheri­scher Einfluß hatte dem Elternlosen Stempel und Richtung für das spätere Leben gegeben, und aus dem mittellosen Verwaisten, dessen sich der Lehrer mit väterlicher Liebe angenommen hatte, wurde ein begüterter Kaufmann, dessen ^hlreiche Boote von den Fluten des Mains und Rheins getragen werden. Der rastlos schaffende Geschäftsmann hat über dem Erwerb nie ver­gessen, wer den Grundstein zu seinem späteren Glücke legte.

Nancy, 28. Mai. Von hier melden sran- »ösische Blätter folgenden tragikomischen Vorfall. Der aus dem Elsaß gebürtige 42jährige Zimmer­mann Charles Scheffer hatte gegen ein Urteil,

wonach er wegen Bannbruchs sechs Monate Ge- Sängnis erhielt, Berufung eingelegt. Die Rich­er des Appellationsgerichts verwarfen die Be­rufung, worauf Scheffer in den Mund griff und eine mächtigeChique" Tabak gegen die Richter warf, glücklicherweise ohne zu treffen. Wegen dieses ungebührlichen Benehmens verurteilte ihn das Gericht zu der hohen Strafe von fünf Jahren Gefängnis.

Rewyork, 25. Mai. Vor dem Gericht erschien heute die 17jährige Sizilianerin Jo­sephine Terranova wegen Ermordung ihres Onkels und ihrer Tante. Die Angeklagte er­zählte, daß die Ermordeten sie vor sieben Jahren

vwr Sizilien kommen ließen. Als sie in Amerika eintraf, erklärten sie ihr, sie fei, da sie am Kar­freitag geboren fei, ein Kind des Teufels und dürfe als solches weder Kirche noch Schule be­suchen. Der junge Terranova heiratete das Mädchen. Die beiden jungen Leute lebten glückselig miteinander, bis die Tante des jungen Mädchens dem jungen Manne verriet, daß keine Frau ein unerlaubtes Verhältnis mit ihrem Onkel gehabt habe. Ihr Mann verließ sie daraufhin, und sie beschloß, sich an Onkel und Tante zu rächen.Ich nahm ein scharfes Messer und erstach meinen Onkel und dann meine Tante, die ihn zu decken versuchte." Die kind­lich aussehende Möckerin erklärte strahlend, sie habe sich durch den Mord nach sizilianischer Weise von jedem Vorwurf gesäubert. Die gleiche Ansicht sprach ihr Mann aus. Die Sympathie des Publikums ist durchaus auf Seiten der Mörderin.

Sozialistisch« Spezial rtäten-Theat er. Die Sozialisten veranstalten in ihren Vereinen jetzt gern humoristische undkünstlerische" Abende, wohl uni zu zeigen, datz cs auch im Zukunfts- staate nicht ganz so ledern «erden wird, wie manche fürchten. So ist demKladderadatsch" z. B. neulich folgendes reichhaltige Programm des VereinsRotwurst" auf den Redaktioiw- tisch geflogen:

I. Teil.

1.Rubel-Ouverture", Russischer Baukräuber- Marsch von Halunkewitsch Bombardowski.

2.Hunde sind wir ja doch!" Humoristisches Solo des berühmten Tierstimmen-Jmitators Bellini.

3.Die fliegenden Redakteure" oderDas lenk­bare Luftschiff Bebels", Glanzstück aus der höheren Luft-Equilibristik.

4. Auftreten des weltbekannten Diätenfressers Breitmauk.

5.Theoretiker, Ethiker, Aesthetiker", belehren­der Vortrag von Dr. Katzenauge.

6.Nur immer ruppig, ruppig, ruppig!" Kou- plet mit Pauken und gemischtem Chor.

7. Raufmarsch ausRohengrin" (mit (Streik- Instrumenten).

Zehn Minuten Freß- und Sauf-Pause.

II. Teil.

1.Rosa, mein geliebtes Mauseschwänzchen" undRöschen hatte einen Piepmatz", zwei lyrische Vortrüge von Arthur Matthagen.

2. Unwiderruflich erstes Auftreten des russisch redenden Bauchredners Fatzki. (Erschüttert jedes Zwerch- und Bauchfell.)

3.Der Prinzessinnen - Raub", Romantischer Einakter von Nordekum.

4. August der Starke in seinen unübertrefflichen Produktionen auf dem hochgespannten Er­wartungsseil.

Zum Schluh

(pikant, nur für Herren-Genossen!!).

5.Singers Decamerone" oderGott grüß Euch Alter, schmeckt das Küßchen?" Vorgeführt in der camera obscura. (Anstand Privatsache.)

6.Rautzschmeiß-Ealopp" von Schrumm.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 29. Mai. In Gegenwart des Kaisers fand gestern Abend im Charlottenburger Schlotz- garten mit einer kurzen militärischen Feier die Enthüllung des Gedenksteines statt, welcher als Erinnerungszeichen an die Stelle von der 2. Earde-Jnfanterie-Brigade errichtet wurde, wo am 29. Mai 1888 Kaiser Friedrich den Vorbei­marsch dieser Brigade unter dem Kaiser, dem damaligen Kronprinzen Wilhelm, abnahm. Ver­sammelt waren hierzu das derzeitige Offizier­korps der Brigade und zahlreiche ehemalige Offi­ziere derselben.

Berlin, 30. Mai. Als Nachfolger des ver­storbenen Vertreters des Reichstagswahlkreises Rinteln, Grafen Reventlow, wird, wie die Staatsb.-Ztg." mitteilt, von den Deutschsozialen der Bürgermeister Herzog aus Obernkirchen auf­gestellt werden.

Rom, 29. Mai. Das neue Kabinett ist gebil­det und, wie dieAgencia Stefani" meldet, fol­gendermaßen zusammengesetzt: Präsidium und Inneres Giolitti, Auswärtiges Tittoni, Justiz

Gallo, Schatz Majorans, Finanzen Mafsimini, Krieg Generalleutnant Pigano, Marine Ad­miral Mirabello, Unterricht Fusinato, öffentlickze Arbeiten Eianturio, Ackerbau Caccs Ort«, Post Schanzer. Die neuen Minister werden morgen den Eid in die Hand des Königs leisten.

Neapel, 30. Mai. Gestern früh erhob sich eine dichte Rauchsäule aus dem Vesuv, begleitet voa leichtem, donnerähnlichem Geräusch. Eine große Panik brach unter den Bauern von Resir-a und Torre del Greco aus. Die Tracierungssrbeiten für die neue Strecke auf dem Vesuv wurden ein­gestellt. Die Vulkanologe« halten diese leichte Tätigkeit des Vesuv für die letzte Phase.

Belgrad, 29. Mai. Die Kämpfe zwischen Christen und Mohammedanern im Kolaschim- Gebiete riefen auch in ganz Altstr bien eine ge­reizte Stimmung unter den Mohammedanern gegen die dortigen Serben hervor. In Mitro- witza, Prischtina, Wutschitru und Giakowitza wurde eine Organisation zu einem allgemeinen Massacre der Christer» eirtdeckt. Der Mali des Kossova-Mlajets soll umfassende Maßregeln ge­troffen haben, um Gemetzel in diesen Städten 4» verhindern.

Bukarest, 29. Mai. Die Kammer bewilligte einstimmig 500 000 Francs zur Errichtung eines Denkmals für König Karol und zur Erinnerung an die UnabhängigkeikserNärung Rumäniens.

London, 29. Mai. Reuters Bureau wird aus Krantzho in Natal gemeldet: Eine englische Truppenabteilnng wurde gestern Mittag von Aufstündigen angegriffen. Rach zweistündigem Kampfe wurde der Feind zurückgeworfen. Er hatte 70 Tote und viele Verwundete. Englischer­seits wurde ein Mann getötet und ein anderer verwundet.

Newyork, 29. Mai. Rus Mexiko wird gemel­det: Größere Abteilungen revolutionärer Trup­pen haben von Mexiko, San Salvador und Dri- ttfch Honduras aus die Grenzen Guatemalas überschritten. Sie sollen das Ziel verfolgen, Guatemala unter den Einfluß der Vereinigten Staaten zu bringen.

Konstantinopel, 29. Mai. Der Deutsche Kai­ser hat den beiden ältesten Söhnen des Sultans das Erof^reuz des Roten Adlerordens verliehen. Das deutsche StationsschiffLorelei" begibt sich heute nach Varna, «m au der Eröffnung des neuen Hafens teikttlnehmen.

EmManßcm Bücher rmd Schriften- lEine eingehendere Besprechung bleibt unsere:x Ermessen vorbehalten. Rücksendung unver­langter Eingänge findet nicht statt.)

** K. af Geijerstam, Karin Brandts Traum. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Eeijerstam, der Schwede, hat von seinem ersten Buche an, das in deutscher Sprache erschien, seine Freunde in Deutschland gefunden. Den Werken des Dichters entsprechend, müßte diese Gemeinde bei jedem neuen Roman, den er uns schenkt, wachsen. Vom ersten bis zum jüngsten Buche können wir eine stete Verinnerlichung des Dichters wahrnehmen, eine Loslösung vom Stofflichen, die fein neue­stes Werk,Karin Brandts Traum", zu einem märchenhaft schönen Gedichte in Prosa macht. Rur ein paar Menschen lernen wir neben der jungen Heldin kennen; aber diese ganz einsache Handlung, die in der Charakteristik so treffend und scharf ist, wird umwoben von der süßen Melancholie, dem Traumhaften und wieder Starken und Urwüchsigen, worin für uns der magische Zauber der skandinavischen Literatur liegt. W.

** Knaben als Handwerker. Es ist bekannt, daß den Jungen die Lust zum Tischlern und Basteln von Natur aus im Blute liegt. Werk­zeuge und Gebrauchsgegenstände, die von ihrer Hand verfertigt find, erscheinen ihnen schöner, als alles andere. Dieser Neigung kommen neuerdings bei uns besondere Einrichtungen entgegen, die von Vereinen, wie demBerliner Hauptverein für Knabenhandarbeit" u. a., ge­troffen worden find, um Knaben planmäßigen Handfertigkeitsunterricht zu erteilen. Die Energie der Jungen wird dort gestählt, und ihre körperliche Entwickelung wird durch Ar­beiten, bei denen Kraft und Muskelanspannung nötig sind, gefördert. Welchen Nutzen solche Handfertigkeitskurse, die schon seit längerer Zeit

in anderen Ländern, z. B. in Frankreich unlh Norwegen, bestehen, mit sich bringen, darüber! belehrt uns das neueste Heft Nr. 35 der Wochen­schriftDies Blatt gehört der Haus-^ flau" in einem sehr interessanten, durch viele' Abbildungen erläuterten Aufsatz. Dasselbe Hest> dieser Frauenzeitschrift bringt eine Menge Sommertoiletten, Pariser Modelle, einen Ar­tikel über Waschstoffe und Waschkleider, sowie! neue Handarbeitsmuster. Als Gratisbeilage^ enthält das Heft, das für 15 4 durch alle Buch­handlungen oder direkt vom Verlag, Berti» SW. 68, Kochftr. 23-25, zu beziehen ist, einen; Schnittmusterbogen für Damengarderobe und Handarbeiten, sowieDas Blatt der Kindes

Roggen

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Getreide - Wochenbericht >

der Preirberichtstelle des Deutschen Landwirt-! fchaftSratS vom 22. bis 28. Mai 1966. Die amerikanische Aufwärtsbewegunz findet nur geringes Interesse, um so aufmerksamere Beachtung die infolge günstiger Ernteaussichten verkausswilligere Haltung Rutzlands, soweit die günstigeren Erntenachrichten aus Jrrdien. Zu­dem wirtte der vorteilhafte Witterungsverlauh in Westeuropa drückend auf Tendenz und Preise!. Die günstige amtliche Beurteilung des deutsche» Saatenstandes und die fruchtbare Witterung der letzten Woche hat die ohnehin sehr bescheidene Kauflust noch weiter zurücktteten lassen. Dem­gegenüber war das meist aus abfallenden Quali­täten bestehende Angebot fast an allen deutschen Märtten bringender. Besonders schwach war die Stimmung für Roggen infolge wesentlich er­mäßigter Preisforderungen Rußlands, die zwar verschiedentlich zu Abschlüssen führten, «ährend die dageaen seitens der Importeure vorgenom- menen Lreferungsabgaben einen empfindlichen Preisdruck zur Folge hatten. Weizen, von der flauen Sttmmung für Roggen mitgerissen, konnte seinen Preisstand verhältnismäßig besser verteidigen, weil das Angebot darin weniger stark und Eigner sich nicht zu großen Preisopfern herbeilassen wollen wie bei Roggen, zumal schwere Weizensorten nur noch in bescheidenem Maße verfügbar sind. Den Haferpreisen bieten die laufenden Vedarfsansprüche bei mäßigem Angebot ausreichende Stütze. In Mixed Mais gestaltete sich das Geschäft wegen unbefriedigen­der Beschaffenheit schwierig, dageoen erfreut sich die in qualitativer Hinsicht zusagendere La Plataware guter Kauflust. Der Mehlabsatz ist schleppend, bei Roggenmehl nur unter Preis­opfern möglich. *

Es stellten sich heute die Geireidepreise in Mackk pro 1000 Kilogr. an den nachgenannten Orten, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger () gegenüber der Bor» Woche in Klammer« () beigefügt ist, wie folgtr

Berlin Leipzig Hamburg Hannover Köln Mannheim Frankfurt a. M.

Wetterdienst der Laad»irtschafissch«le z« Weilburg a. d Lahn.

Voraussichtliche Witterung für

Donnerstag, 31. Mai 1906: i

Aufheiterung, veränderiiche Winde, etex? zumeist trockenes Wetter, nachts kühler, tagSj wärmer als heute. i

Bestellungen fit den Manat Jnni auf die "

OSerhessische Zei tnng" nebst Beilagen werden von unserer Expedition« (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchs Hain, Neustadt und Wetter, sowie allen Postanstalten und Landbriesträgern enl«] gegengenommen. M

Rotationsdruck. *

Verantwortlich für die Redaktion:

Dr. DoerkeS-BopPard v\ M^rbnrg.-'J

Achtung! Schreiner!

Oeffentliche Hslzarbeitertzersammluug findet am Donnerstag den 31. Mat, abends 6 Uhr im Rest. Hildeman«, Barsüßertor statt.

TageS-Ordnung:

Die Antwort des Arbeitgeberfchutz-Vrr- daad ans «ufere gestellte« Forderungen.

Das Erscheinen aller Holzarbeiter dringend erwünscht.

Die Lokalverwaltnng des dentsche« Holzarbeiterverbaubs.

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