Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilager AllnftrirteS Sonntaasblatt.

uu

W

lassung verlangt.

(Frkf. Ztg.)

18

bürg

l. vor»

md.

:12

der Staaten internationale ließ an die Erinnerungs-

.1650

1906. rat:

Ihnes anzu» (4649 1906 ich lulle, itz.

zretz bevollmächtigten Vertreter unterzeichneten heute die neue Postkonvention. Die Regierung Teilnehmer an dem Kongreß Medaillen verteilen.

: der r da- infidit n 28. !v> er

end: liM

Schutz erbitten, da die Ortsbehörden die Autori­tät verloren hätten. Türkischen Blättern zufolge ist der Wali von Bagdad nach Kerbels abgereist.

Kapstadt, 26. Mai. Wie das Reutersche Bu­reau meldet, ist der Führer der aufständischen Hottentotten in Südwestafrika, Morenga, nach Kapstadt gebracht worden. Er soll in Tokai, einem Dorfe in der Nähe von Kapstadt, inter­niert werden.

Tientfin, 27. Mai. Als bezeichnend für Ja­pans Ansichten hinsichtlich deroffenen Tür" in der Mandschurei wird hier ein Telegramm aus Mulden angesehen, das meldet, daß der japa­nische Konsul die ausschließliche japanische Kon­trolle über Mulden und die Fremden-Nieder-

Dach- beiten i zum inuie8 weier untere Mar« rfieben nutet« nd be» ndung zu be- un gen

Die t und lschrist iung8» Juni i un8 gsfrist (4651 1906.

kiio».

für Deutsch - Ostafrika geforderten schwarz« Kompagnien wurden nach kurzer Beratung ab» gelehnt. Bei den Forderungen für Deutsch. Südwestafrika warnte der Leiter des Kolonial, amts Erbprinz zu Hohenlohe, den Süden de, Kolonie aufzugeben, da sonst dort ein Herd neuer Unruhen geschaffen werde. Abg. Dr. Arendt (Rp.) trat für die Regierungsforderun­gen ein, ebenso Abg. v. Staudy (kons.). Unt« anhaltendem Lärm der Linken meinte Oberst von Deimling, er kehre in den nächsten Tage« nach Südwest zurück und solange er das Kom­mando der Schutztruppen führe, werde der Sü­den der Kolonie nicht aufgegeben. Unter stür­mischem Beifall der Linken erwiderte Abg. Dr. Müller-Sagan (fr. Vp.), wenn ein Herrscher ft spreche, laste man es sich gefallen, tue es ein 9t» gierungskommistar, so sei das Soldateska Schließlich wurde die Weiterführung der Bah, Lüderitzbucht-Kubub nach Ketmanshoop mit 181 gegen 95 Stimmen abgelehnt und auch sonst bi« umfastenden Abstriche der Kommission gutg» heißen, also auch die 10 Millionen für die ge, schädigten Farmer abgelehnt.

In der dritten, %6 Uhr beginnenden Sitzunß wurden beim Militäretat auf Antrag des Abg. von Elern (kons.) die in zweiter Lesung abge­lehnten Zulagen für die patentierten Oberst­leutnants bewilligt, hingegen blieb es bei dem ablehnenden Beschlüsse hinsichtlich des neuen Dienstgebäudes für das Reichsmilitärgericht. Ueberraschend kam die Abänderung der Be­schlüsse zweiter Lesung und hinsichtlich bee neuen Reichskolonialamtes. Das Reichskolonial­amt würbe in namentlicher Abstimmung mtf 142 gegen 119 Stimmen bei 9 Stimmenenthal­tungen abgelehnt. Das unerwartete Ergebnis brachte bas Haus in solche Verlegenheit, baß « schließlich vorzog, sich bis zum Montag 2 Uhr zu vertagen, um bis bahin ben Ausweg aus bet; schwierigen Situation zu finben.

Deutsches Reich.

Berlin, 28. Mai.

Seine Majestät bei Kaiser besuchte, wie aus Pröckelwitz gemeldet wird, am gestri­gen Sonntag den Gottesdienst in der Kirche zu Altstadt und unternahm nachmittags einen Ausflug im Automobil. Heute Montag Morgen 7 Uhr erfolgte die Abfahrt nach Danzig, übe, Marienburg, wo der Kaiser das Ordensschloi besichtigt. Während des nunmehr beendeten Aufenthaltes in Pröckelwitz war der Kaiser voni Jagdglück sehr begünstigt.

Dir Budgetkommisfion des Reichstage, beendete die Vorberatung des Ergänzungsetats. Die Forderung von 90 000 Mark zur Beschaff-

Neveste Telegramme.

Berlin, 26. Mai. DerReichsanzeiger" gibt hie Berufung des Kolonialrats zum Zusammen­tritt am 18. Juni in der Kolonialabteilung be­kannt.

Berlin, 27. Mai. Ein Telegramm aus Wind­huk meldet: Am 19. Mai auf Patrouille nörd­lich von Kanus gefallen: Leutnant Kurt Eng­ler, geboren zu Taucha, früher Jnfanterieregi- yient Nr. 179, Herzschuß; Reiter Friedrich Fincke geboren zu Nowka, früher Infanterieregiment Nr. 74, Kopfschuß; Reiter Adolf Lietz, geboren zu Oberstein, früher Infanterieregiment Nr. 30, ym 19. Mai im Feldlazarett zu Kalkfontein am Typhus gestorben.

Rom, 26. Mai. Die für den Weltpostkon-

Anstatt mit stolzen Worten Jolandas Ge­schenke zurückzuschicken, sitzt Salomea am nächsten Morgen, zitternd vor Sorge und Angst, am Bettchen ihres Sohnes, der mit heißgeröteten Wangen und sieberglänzenden Augen beständig von einer strahlenden Fee und vergoldetem Spielzeug- phantasiert.

Soeben hat der Arzt sie verlassen.

..Echarlachfieber!" lautete seine Diagnose. Größte Vorsicht vonnöten."

\ Wie Peitschenhiebe fielen diese Worte der armen Mutter auf die Seele. Großer Gott! Rinaldo krank! Vielleicht gar in Gefahr!

Erst jetzt empfindet sie so recht, wie reich sie pt im Besitz ihrer Kinder, wie nichts ihr könnte den Verlust eines einzigen dieser Kleinen er­setzen nicht Gold, nicht Reichtum nichts nichts!

Sie hat ihren Mann mit einem Rezept in bie Apotheke geschickt und Ninella mit Angelina Und Klein-Marietta auf den Monte Pincio.

Salomea ist allein mit dem kleinen Kranken Und mit ihrer Angst....

Da läutet draußen die Glocke.

Salomea fährt empor. Nur widerstrebend öffnet sie.

Ein eleganter Herr steht draußen. ': '

.' ..Ist Herr Belloni zu sprechen?"

.* Gleichgültig schüttelt Salomea den Kopf.

Nein, mein Mann ist nicht zu Hause." Sie bemerkt nicht den lebhaft forschenden Blick, den der Fremde bei ihren Wortenmein Mann" auf ihr Gesicht heftet.

Nicht? O, wie schade. Wann kommt er wieder?" , .

berg zur Ordnung gerufen. Im weiteren Ver­laufe dieses im Reichstage, wie Staatssekretär Graf Posadowsky betont, völlig deplazierten Sturmlaufes muß dieselbe Maßregelung noch­mals erfolgen. Tatsächlich gehörte der Vorfall gar nicht vor das Forum des Reichstages, son­dern gehört, da die Polizei Sache der Einzel­staaten ist, in das Ressort des preußischen Mi­nisters des Innern. Ebensowenig wie bei den Rustenausweisungen, dem Fall Schöne usw. kann in dieser Angelegenheit die Zuständigkeit des Reichskanzlers oder seines Stellvertreters behauptet oder verlangt werden. (Sehr richtig!)

Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt weiter: Durch die Behandlung der Angelegen­heit im Reichstag erhält man nur ein einseiti­ges Bild, denn niemand ist da, der die Sache auch von der anderen Seite beleuchten kann. Wieder hat hier anscheinend ein Unschuldiger gelitten, während die Schuldigen klug genug waren, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, (Sehr richtig!) Es ist menschlich durchaus er­klärlich, daß auch ein Polizeibeamter nervös wird und dann, sozusagen in der Hitze des Ge­fechts feine Befugnisse überschreitet. Es ist aber weniger schlimm, daß ein einzelner leidet, als daß das Ganze Schaden nimmt. Die öffent­liche Ordnung muß unter allen Umständen auf­recht erhalten werden. (Beifall).

Durch einen Exkurs des Abg. v. Oldenburg über die deutsche Verfassung, in dem er den Vorgang beklagt, daß mehrere süddeutsche Staa­ten freiwillig und selbständig Verfassungs­änderungen vorgenommen hätten, sieht sich der bayerische Bundesratsbevollmächtigte Graf von Lerchenfeld zu der Erklärung veranlaßt, daß ein an die preußische Regierung gerichtetes Gesuch um die Erlaubnis solcher Verfassungsänderun­gen unbeantwortet bleiben würde, da die preu­ßische Regierung sehr wohl zu unterscheiden wisse zwischen dem was ihr, was den Einzelstaa- ten und was dem Reiche gehört. Die Bundes­staaten, die ihre Verfassung ändern zu müssen glauben, handeln nach Recht und Pflicht und werden sich darüber von niemand Vorschriften machen lasten. (Lebhafter Beifall).

Der Reichstag wollte sich am Sonnabend bis zum 13. November vertagen und erstrebte die­ses Ziel durch sehr ausgedehnte, auf 3 Sitzungen verteilte Beratungen. In der ersten vormittag 11 Uhr beginnenden Sitzung wurde der Antrag auf Vertagung bis zum Herbst angenommen, ebenso ohne erhebliche Erörterung in zweiter Lesung der Handelsvertrag mit Schweden.

Die zweite auf mittags 1 Uhr anberaumte Sitzung nahm zunächst den Handelsvertrag mit Schweden in dritter Lesung an und befaßte sich dann mit den Ergänzungsetats für Afrika. Dabei kam es noch einmal zu lebhaften, z. T< leidenschaftlich erregten Erörterungen. Die 4

ein

tat:

Arm um eine wunderzierliche, zarte blonde Frau geschlungen hat. Daneben ein etwa dreijähriges, dunkellockiges Kind mit großen, schwarzen Augen.

Schon will er achtlos weiter blättern. Doch nein kennt er nicht diesen alten Herrn?

Schärfer guckt er hin. Natürlich; in Jolandas Album steckt ein Kabinettbild ihres Großvaters, der genau so aussieht.

Er zieht die Photographie hervor und wendet sie um. In großen, kräftigen Schriftzügen steht da geschrieben:Marchese Roberto Bonmarlino nebst Frau und Töchterchen Salomea."

Also richtig. Vittorios Interests wächst. Welch entzückend schöne Frau! Und wie glück­lich der Gatte auf sie herabbblickt! Und dieser vornehme Mann mit den edlen Zügen soll, sein geliebtes Weib in Elend und Armut zurückge- lasten haben? Unmöglich.

Hastig klappt Vittorio das Album wieder zu. Dann klopft er an die Tür zum Nebenzimmer, wo die arme Mutter still am Bettchen ihres kranken Lieblings sitzt.

Frau Belloni," beginnt er sanft, als Sa­lomea geöffnet hat,gestatten Sie, daß ich mich Ihnen vorstelle. Mein Name ist Vittorio Graziano. Ich bin der Bräutigam der jungen Marchefina Jolanda Bonmartino."

Salomeo zeigt absolut keine Verwunderung, Kaum, daß sie den Kopf hebt.

Kann ich irgend etwas für Sie tun, Frau Belloni?" fährt Vittorio lebhafter fort.

Nein, danke."

Haben Sie einen guten Arzt für das Kind?"

Den Armenarzt, wie es armen Leuten ziemt."

Scharlach ist nicht gefahrlos, Frau Belloni. Möchten Sie nicht einen tüchtigen Arzt viel­leicht einen Spezialisten"-

,Mr derlei haben wir kein Geld,"

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 41« SVßfittL Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Dienstag. 29. Mai 1906

Paris, 27. Mai. DieAgence Haoas" meldet NUS Peking: Der Kaiser von China ist erkrankt. Es geht sogar das Gerücht, er sei gestorben.

Paris, 27. Mai. DasJournal Officiel" veröffentlicht die Vorschriften für den Ausschuß zur Hilfeleistung für die durch die Katastrophe von Courrieres betroffenen Familien. Die ein« gegangenen Beträge übersteigen sechs Millionen Francs. Die Unterstützung wird den Betroffe­nen in Form von unübertragbaren Sparkasten­büchern mit spätem Auszahlungstsrmin über­reicht. Minderjährige können den Betrag erst Erheben bei erreichter Volljährigkeit oder Ver­heiratung. Außer dem Sparkastenbuch erhält jeder von der Katastrophe betroffene Haushalt noch 250 Francs bar.

Christiania, 26. Mai. Die Beerdigung Ibsens ist auf den 1. Juni verschoben; König Haakon wird an derselben teilnehmen.

Slewyork, 26. Mai.. Infolge von Enthüllun­gen über Unreinlichkeit bei der Herstellung von für den inländischen Konsum bestimmten Fleisch­konserven nahm der Senat eine strenge Jn- fpektionsbill an. Die Enthüllungen zeigten, daß erkrankte Tiere im geheimen geschlachtet und verarbeitet wurden, die Arbeiter höchst unrein­lich und manche schwindsüchtig waren sowie daß tausende von Ratten von denen viele in die Maschinerie gerieten mit in die Konserven ver­arbeitet wurden. (Und trotzdem verlangen die linksliberalenvolksfreundlichen" Freihändler in Deutschland die ungehinderte freie Einfuhr diesergesunden und billigenNahrungsmittel.")

Konstantinopel, 26. Mai. Bei den Konsu­laten in Vassora sind Depeschen fremder Staats­angehöriger in Nedjef und Kerbel« eingelaufen, in denen diese von dem Aufstande arabischer Stämme Mitteilung machen und konsularischen

(Nachdruck verboten.);

Jolanda und Salomea.

Roman von Erich Friese».

(Fortsetzunh.)

VIII.

Aus dem Reichstag.

Auch in der Freitags Schlußdebatte des Reichstages über den Etat dreht sich die Erörte­rung nominell um die vom Zentrum und von der Sozialdemokratie vorgelegten Resolutionen betreffend bessere Schutzvorrichtungen gegen die Explosionsgefahr in den Bergwerken. Tatsäch­lich werden die mannigfachsten Dinge .in den Kreis der Debatten gezogen. So weist Abg. Frhr. v. Maltzan (kons.) darauf hin, daß bei den städtischen Schlächtern die Preise für frisches Fleisch noch immer auf der früheren Höhe stehen obwohl in den letzten Wochen die Viehpreise er­heblich gefallen sind, an sich ein Beweis dafür, daß die vielbeklagte Fleischteuerung nicht so durch den neuen Zolltarif, als vielmehr durch die Gewinnsucht der Schlächter herbeigeführt sei. Ebenso ist nunmehr bewiesen, daß die Sper­rung der Grenzen, wofür dem Reichskanzler und dem preußischen Landwirtschaftsminister hoher Dank gebührt, die vielfach behauptete ungünstige Wirkung auf die Fleischpreise nicht gehabt hat. Abg. v. Gerlach (freis. Vgg.) kommt auf das bekannte Buch des Regierungsrat Martin über die russischen Staatsfinanzen zu sprechen und be­hauptet, der deutsche Beamtenverein habe in dieser Angelegenheit die Geschäfte des Reichs­amts des Innern besorgt, erhält aber zunächst keine Antwort. Abg. Dr. Böttger (natl.) be­dauert, daß der gewerbliche Rechtsschutz in Deutschland noch immer viel zu wünschen übrig laste, was besonders von dem Warenzeichenge­setz und dem Patentgesetz gelte. Abg. Bernstein (Soz.) kann es sich nicht versagen, nochmals das dankbare Thema von derabgehauenen Hand" zu behandeln. Sein Hatz und Zorn wendet sich besonders gegen den an dem Vorfall selbst doch völlig unschuldigen Polizeipräsidenten von Breslau, Herrn Dr. Bienco. Von ihm sagt er, er habe wie ein Bandit gehandelt. Unter hef­tigen Protestrufen der Mehrheit des Hauses wird Redner vom Vizepräsidenten Graf Stol-

K

In einer Viertelstunde."

So kann ich ihn wohl hier erwarten?" Wieder schüttelt Salomea den Kopf.

Das geht nicht, mein Herr."

Warum nicht? Ich möchte Ihren Herrn Ge­mahl in seiner Eigenschaft als Künstler sprechen. Ich habe einen Malauftrag für ihn."

Trotzdem. Sie können hier nicht bleiben." Das Jntereste des Fremden scheint zu wachsen. Aber warum nicht?" fragt er eifrig, wäh­rend es in seinen offenen, grauen Augen auf­blitzt.

Weil mein Sohn krank ist. Scharlachfieber. Sie könnten sich anstecken", lautet die abweisende Entgegnung. Und doch ist es dem Fremden, als zittere leises Bedauern in dem schroffen Tone nach.

Ich fürchte mich nicht," erwidert der Fremde freundlich.Ich habe die Krankheit schon selbst durchgemacht. Darf ich nicht eintreten?

Schweigend öffnet Salomea die Tür vollends.

Ebenso schweigend deutet sie auf das kleine Wohnzimmer, während sie selbst wieder ans Krankenbett eilt, ohne sich weiter um den un­erwarteten Besuch zu kümmern.

Inzwischen sieht sich Vittorio Graziano denn er ist es in dem dürftigen Raume um.

Und wie gestern Jolanda, überfällt ihn heute wie eine Vorahnung das Gefühl, daß eine schwarze Wolke an dem leuchtenden Himmel sei­nes Glückes auffteigt.

Warum ist er eigentlich hier? Was für Interesse nimmt er an der Frau, dis et soeben □um erstenmal sah. Ist es der Wunsch zu helfen? Oder treibt ihn seine Charaktereigentümlichkeit, hinter das Geheimnis zu kommen, welches jene ganze Erbschaftsangelegenheit umschwebt? . . .

Gedankenlos blättert er in einem verbliche­nen Photographie-Album.

Da wird sein Blick durch eine anmutige Gruppe gefesselt: ein alter, vornehm aussehen- bet Herr, mit langem, weißem Bart, bei bett

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Ml, -wze «»n bei allen Postämtern 2,25 Mk. iejcl. Bestellgeld).

J12. 1^0 Znsertionsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg,

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Kann ich vielleicht eine kleine Anzahlung auf das Bild, das ich bei Ihrem Herrn Gemahl bestellen will" _ ,

Er spricht nicht weiter. Salomeas Auge« blicken ihn gar fo zornig an.

Bemühen Sie sich nicht, mein Herr! I» nehme keine Almosen. Das können Sie auch Ihrer Braut sagen der Marchefina Jolanda Bonmartino. Im übrigen erkenne ich Ihre gut, Absicht an; aber ich danke für alles!"

Hoheitsvoll neigt sie den Kopf zum Gruß für Vittorio ein Zeichen, daß er entlassen ist. Verstimmt nimmt er seinen Hut und geht, ohn« Carlo Belloni gesprochen zu haben, ohne der armen Mutter da drinnen auch nur vom ge­ringsten Nutzen gewesen zu sein.

Als Carlo Belloni mit der Arzner aus bet Apotheke zurückkehrt, findet et fein Söhnchen itt heftigen Fieberphantasien. Der Knabe erkennt niemand mehr.

Furchtbare Tage vergehen für die arme« Eltern Tage, an denen der Schatten des To­des bereits über dem jungen, frischen Leben zu schweben schien.

In seinen Fieberphantasien tief er beständig nach seinerCousine" oder auch nach derFee mit den goldenen Flügeln". Jolandas Licht­erscheinung war das letzte, was sich seinem Geist vor Ausbruch der Krankheit eingeprägt hatte.

Tag und Nacht weicht Salomea nicht vom Krankenlager ihres Kindes. Ihr Gatte, hat mit den beiden Töchterchen das entferntest ge­legene Zimmer bezogen aus Vorsicht, damit die kleinen Mädchen vor Ansteckung bewahrt blieben. Salomea duldet auch nicht, daß er mit dem Kranken in Berührung kommt.

Allein will sie mit dem unsichtbaren Feinh bet ihr das heißgeliebte Kind zu rauben droht, fertig werden. /

(Fortsetzung folgt.);

>en. mb. hör. D. 38. -rg:

dax,

(4654

-n zrl (4655 2L