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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonrttagsbeila-e: Ällußtrtrtes GonntaaSblatt.

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JTä. 122

Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der ExPÄition 2 bet allen Postämtern 2,25 Mk. (t$cl. Bestellgeld).

InserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag. 27. Mai 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmb Verlag' Joh. Aug. Koch, UnivcrsitätS-Vuchdmckerei

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Jahrg.

Erstes Blatt.

Bestellungen für den Monat Juni auf die

»Dberhessische Zei tung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern ent- gegengenommen.

Deutschland und die Vereinigten Staaten.

In dem Verhältnis Deutschlands zu den Vereinigten Staaten ist nichts erfreulicher als die Tatsache, das; der frühzeitig begonnene Aus­tausch geistiger und materieller Güter, einem immer neue Kräfte schaffenden Wechselstrom vergleichbar, ununterbrochen fortdauert und bei­den Nationen Vorteil und Förderung bringt. Mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch war Deutschland allein der gebende Teil. Vom Jahre 1820 bis etwa 1885 haben die Vereinig­ten Staaten 5 Mill, deutsche Auswanderer aus­genommen. Diese Zahl erhält erst ihre rechte Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß die Gesamtzahl der europäischen Auswanderer, die in den letzten 80 bis 90 Jahren in den Ver­einigten Staaten eine neue Heimat gefunden haben, auf 25 Millionen geschätzt wird. Das deutsche Volk hat also den.fünften Teil dieses gewaltigen Beoölkerungs- und Kräftezuwachses geliefert und steht darin allen übrigen Natio­nen, selbst der britischen, die besonders stark durch Auswanderer irischer Nationalität ver­treten ist, weit voran. Im Jahre 1900 gab es in den Vereinigten Staaten gegen 8 Mill, von deutschen Eltern geborene Staatsbürger, unter ihnen waren noch 2Z4 Mill, in Deutschland ge­boren. Diese Zahlen werden schon in dem näch­sten Jahrzehnt heruntergehen, denn infolge des gewaltktzcn Aufschwunges, den das industrielle Leben in Deutschland seit dem Beginn der Aera des Schutzes, der nationalen Arbeit genommen hat, ist es möglich gewesen, den Bedürfnissen der stark anwachsenden Bevölkerung gerecht zu wer­den, ohne dass eine Auswanderung in größerem Ihn fange stattzufinden brauchte. Die jährliche Auswandererquote beläuft sich gegenwärtig nur Noch auf 20 000 Personen.

Was die Deutschen in Amerika für die wirtschaftliche und geistige Entwicklung der Anion geleistet haben, ist allgemein bekannt, wird in den Vereinigten Staaten, wo man die

17 (Nachdruck verboten.),

Jolm-da und Salomea.

Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung.)

Mer Paar glückstrahlende Augen folgen, hinter weißen Mullgardinen versteckt, begeistert der davonjagenden leuchtenden Vision.

Gewiß, sie ist die Fee aus dem Märchen­land, von der uns Mama immer erzählt!" flü­stert Rinaldo mit dem Finger auf dem Mund.

Nein, sie ist unsere Cousine," belehrte An­gelina.Hast du nicht gehört, wie sie sagte: 'Ich bin eure Cousine!"? . . . Feen schreiben auch nicht!"

Eine Prinzessin ist sie!" entscheidet Ninella, die in Gemeinschaft mit Klein-Marietta sich an Choroladen-Pralim-s delektiert.Und ihr seid auch Prinz und Prinzessin nur verkappte. Es wird schon noch 'rauskommen'"

Stts ein paar Stunden später Salomea tod- muoe vom langen Modellstehen int Atelier ihres satten die fünf Treppen zu ihrer Wohnung emporkeucht, empfängt sie ohrenzerreißender Lärm.

Trompetengeschmetter. Dazu Singsang im höchsten Kinderdiskant. Und dazwischen jubeln­des Quitschen aus Babymund.

Auflauschend beschleunigt Salomea ihre Schritte.... Wirklich ein Tumult wie in einem Irrenhauses . . . Was geht da vor?

Mama!" . . .Mama!" . . .Mama!" ...

Vor drei Paar Kinderlippen jubelt ihr der Huf entgegen.

Sieh nur, sieh? Die schöne Puppe! Das Kleid von Seide? Und wirkliche Haare!"

Mama? Eine Trompete? Wie sie schön bläst! "Und Rinaldo «tut der Mutter einen schrillen Ton direkt ins Gesicht. _ .

mit dem Auswandererstrom aus Deutschland herübergetragenen physischen und intellektuellen Kräfte aus eigener Anschauung zu beurteilen und auch besser nutzbar zu machen weiß, noch mehr als in Deutschland selbst anerkannt. Prä­sident Roosevelt hat wiederholt dem Empfinden der öffentlichen Meinung Ausdruck gegeben, wenn er aussprach, daß keine Nation das ameri­kanische Volk bei seinemStreben nach kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritten so wirksam unterstützt hat, wie das deutsche.

Wesentlich ander? ist das umgekehrte Ver­hältnis geartet. Das amerikanische Volk hat erst int letzten Menschenalter angefangen, durch eigene Aktivität und Initiative das bis dahin vorwiegend einseitige Verhältnis zu einem Komplex glücklichster Wechselbeziehungen zu ge­stalten. Daß in dem Handelsverkehr beider Na­tionen, der dabei in vorderster Reihe steht, die Vereinigten Staaten im Vorteil sind, kann den nicht überraschen, der die natürlichen Hilfs­quellen und die Arbeitsbedingungen in dem politisch und wirtschaftlich jungfräulichen Lande mit denen in Deutschland vergleicht. Wenn trotzdem Deutschlands Handel und Industrie in den Unionsstaaten noch immer einen sehr acht­baren Platz behauptet, so liegt darin das glän­zendste Zeugnis für die Tüchtigkeit aller der­jenigen Schichten des deutschen Volkes, die an der Arbeit auf diesem Gebiet des deutschen Wirt­schaftslebens teilnehmen. Eben darum aber braucht die deutsche Industrie nicht zu ver­schweigen, daß sie von den verwandten amerika­nischen Unternehmungen auf dem Gebiet der Technik, der Arbeitsteilung, der wirtschaftlichen Organisation in hohem Grade Anregung und Belehrung empfangen hat. Mit großem Ge­schick und gutem Glück hat die deutsche indu­strielle Welt von den amerikanischen Arbeits­und Wirtschaftsmethoden das Bessere, das für deutsche Verhältnisse Passende herausgefunden und auf diese übertragen. In neuester Zeit steht anscheinend ein llebcrgreifen solcher, wenn man so will, geistiger Einwirkungen auch aus anderen Gebieten bevor. Die Ausstellung in St. Louis hat dem amerikanischen Volke eine umfassende Kenntnis staatlicher Einrichtungen Deutschlands, besonders auf sozialem Gebiete, vermittelt: sie hat aber auch uns Deutschen zum Bewußtsein gebracht, daß in den Vereinigten Staaten die Zeit des ziellosen, systemlosen Ex­perimentierens in Fragen der inneren Politik, die bisher vor den alles beherrschenden wirt­schaftlichen Interessen in den Hintergrund tra­ten, vorüber ist. Die Einrichtungen der ameri­kanischen Schulen und Universitäten, die dor­tigen Rechtszustände, das gewerbliche Unter­richtswesen und zahlreiche andere Eescheinungen des nationalen Lebens sind seit einiger Zeit in Deutschland Gegenstand eifriger Studien ge­worden. Auch hier wird möglicherweise eine Einwirkung auf deutsche Verhältnisse nicht aus­bleiben.

So gesellt sich zu den engen und vielseitigen Beziehungen, die das deutsche und das amertka-

Was soll das heißen, Ninella?" herrscht Sa­lomea das ängstlich dastehende kleine Dienst­mädchen an.Warum ist der Tisch nicht gedeckt? Und weshalb sind die Kinder nicht drüben im Kinderzimmer?"

Sie sie wollten durchaus nich" schluchzt Ninella.Als die Dame weg war, wollte ich sie 'rüberschaffen ganz gewiß, Frau Belloni, ich wollt's. Aber sie gingen nich mit, die Kin­der durchaus nich, nee!"

Salomeas Erstaunen wächst. Eine Dame war da? . . . Und dieses feine Spielzeug? . . . Und die vielen Pakete dort auf der Kommode?

Ein Gedanke blitzt in ihrem Hirn auf.

War die Dame groß und schlank, Rinaldo?

So wie ich?"

Ja. so wie du, Mama. Nur viel, viel schöner!"

Und jung?"

Sehr jung. Sie wär eine Cousine?" er­widert Angelina eifrig.Und sie hat hier 'was aufgeschrieben für dich, Mama . . . und sie käm bald wieder."

Ohne jedes Zeichen der Erregung oder auch nur Verwunderung nimmt Salomea den Zettel aus den kleinen Händen ihres Töchterchens in Empfang. Dann schickt sie Ninella, die, den Zipfel ihrer blankbedruckten Schürze zwischen den Fingern drehend, erwartungsvoll dasteht, in die Küche, um das Essen aufzuwärmen.

Sie selbst deckt inzwischen den Tisch, um­ringt von der neugierigen Kinderschar, die gar nicht mehr die Zeit erwarten kann, bis die Pa­kete dort auf der Kommode geöffnet werden.

Merkwürdig die ganzen Tage daher träumte Salomea von großen Reichtümern, die ihr in den Schoß fielen,'stellte sie sich den teuren Gatten als berühmten, hochgefeierten Maler vor, um be||en Bilder man sich riß, sah sie ihre heißgeliebten Kinderchen elegant gekleidet in einer vornehmen Carozza auf dem Monte Pin- cio spazieren fahren. . . «

nische Wirtschaftsleben im Laufe der Jahrzeynte eingegangen sind, in neuester Zeit ein glückliches Wechselverhältnis auf geistiger Grundlage, für dessen Dauer der politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Schaffensdrang beider Nationen volle Gewähr gibt. Der auf gegenseitige Wert­schätzung gegründeten Freundschaft der beiden verwandten Nationen kann diese neue Annähe­rung nur dienlich sein.

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Getreidelagerhäuser.

Nach der dem Landtage zugegangenen Nach­weisung über die Verwendung der zur Errich­tung landwirtschaftlicher Getreidelagerhäuser bereitgestellten Mittel von 5 Millionen Mark pro 1904 und 1905 wurden 4 505 195,24 Mark verausgabt, es sind daher 494 804,76 Mark noch vorhanden. Die verausgabten B -.kosten stehen fest und sind vorschriftsmäßig abgerechnet wor­den. Die Errichtung neuer Kornhäuser auf Staatskosten ist nicht beabsichtigt. Die Grün­dung von Kornhäusern wird in Zukunft da, wo das Bedürfnis hervortritt, in der Regel auch ohne staatliche Unterstützung mit der Kredithilfe der inzwischen wesentlich erstarkten Verbands­genossenschaften möglich sein. Eine Erteilung des Kredits von 5 Millionen Mark ist deshalb weder erforderlich, noch in Aussicht genommen; der staatliche Kornhausversuch kann als.abge­schlossen gelten. Unter diesen Umständen hat eine weitere Berichterstattung über die Verwen­dung des Kornhausfonds kaum noch Bedeutung und Interesse. Es ist deshalb beabsichtigt, mit den vorliegenden Darlegungen die Berichterstat­tung über die Verwendung des Kornhausfonds abzuschließen, sofern nicht etwa besondere Ver­hältnisse einen Nachtrag geboten erscheinen las­sen. Das Versuchslagerhaus in Berlin wird zu­nächst mit der Versuchsbäckerei und Versuchs­mühle zu weiteren Versuchszwecken vereinigt werden. Sechs Getreidelagerhäuser, und zwar in Tilsit, Stolp, Tarnowitz, Neusalz, Nordhausen und Hanau, sind verkauft worden für 920 347 Mark 86 Pfg. gegen 1150542 Mark 66 Pfg. Sieben Getreidelagerhäuser, und zwar in Barth, Kolberg, Pelplin, Einbeck, Hofgeismar, Hoheneiche und Zierenberg, wurden auf eine längere Reihe von Jahren weiter ver­mietet. Es bleiben sieben pommersche Getreide­lagerhäuser und dasjenige in Halle zurzeit leer stehen. Die Weiterverwertung auch dieser Ee- treidelagerhäuser wird im Auge behalten. Ein allgemein gültiges vergleichendes Urteil über den Wert der verschiedenen Formen genossen­schaftlicher Eetreideverwertung läßt sich aus den gewonnenen Erfahrungen nicht mit Sicherheit ableiten. Vom Kommissionsverkauf und von der Lombardierung ist verhältnismäßig wenig Gebrauch gemacht worden. Die große Mehr­zahl der Kornhausgenossenschaften hat den Ee- treideankauf von den Mitgliedern und den Weiterverkauf auf eigene Rechnung unter Be-

Und nun, da die erste Stufe dieser golde­nen Treppe, die zum Reichtum und Wohlleben führt, augenscheinlich erklommen ist, da Jolanda Vonmartino die arme Verwandte aus eigenem Antrieb in ihrer dürftigen Behausung aufsucht, jedenfalls um sie als Verwandte anzuerkennen, jetzt scheint sie nicht die geringste Neugierde zu empfinden, was wohl auf dem unscheinbaren Zettelchen stehen mag, das sie zusammengesaltet in die Kleidertasche hat gleiten lassen.

Oder deuten doch die beiden roten Flecken, die auf ihren beiden Wangen brennen, darauf hin, daß diese scheinbare Gleichgültigkeit eine erkünstelte ist? Daß Salomea sich nur in ge­wohnter Selbstbeherrschung zur Ruhe zwingt?

Erst, als sie ihre häuslichen Beschäftigungen mit peinlicher Genauigkeit erledigt hat, setzt sie sich ans Fenster und zieht den Zettel aus der Tasche.

Noch zögert sie, ihn zu entfalten. Sie glaubt den Inhalt zu kennen.

Jolanda hat ihrem Vater von dem Besuch seiner Halbschwester Mitteilung gemacht, und er, mit einem letzten Rest von Ehrenhaftigkeit, vielleicht auch unter dem Zwang eines bösen Ge­wissens, schickt seine Tochter, damit sie die Ver­wandte anerkenne und ihr die Kunde über­bringe, daß sie rechtmäßig die Miterbin des Ver­mögens ihres verstorbenen Vaters sei. . . .

Etwas anderes kann gar nicht in dem Brief stehen gewiß nicht!

Endlich entschließt Salomea sich, den Zettel zu entfalten. Sie lieft:

Teure Freundin? Liebe, gute Salomea? Sie erlauben mir gewiß, daß ich Sie so an­rede. Viel habe ich an Sie gedacht während der ganzen Zeit. Und dann hielt ich es nicht mehr aus; ich mußte Sie aüfsuchen, mußte vor allem Ihre Kinderchen kennen lernen. Welch entzückende Kinderchen haben Sie, Salomea! Die reinen Engelchen! Um diese Kinder be- neide ich Sie. _ ...v

zahlung fester Preise an die Genossen Lbernonu men. Nach den veröffentlichten Bilanzen bet Genossenschaften für das letzte Geschäftsjahr a« beiten 21 Getreidelagerhäuser mit einem ®e< roinn von zusammen 240133 Mark 77 Pfg. unk nur 3 Getreidelagerhäuser mit einem Verlust von zusammen 3236 Mark 61 Pfg.; über 11 (5e* treidelagerhäuser fehlen die Angaben. Im gan­zen erscheint das Urteil gerechtfertigt, daß bet genossenschaftliche Kornhausbetrieb ben Erwar­tungen im wesentlichen entsprochen hat. Di« Uebersicht über bic finanziellen Ergebnisse läßt erkennen, baß ihre große Mehrzahl ben richtige» Standpunkt eingenommen hat und vertritt.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Bei dem militärischen Diner zu Ehren des Chefs des preußim-en Ge­neralstabes Generalleutnants v. Moltke brachte der Eeneralstabschef Beck einen Toast aus. Er sagte: Wir verehren Kaiser Wilhelm als unsere« erhabenen Verbündeten und aufrichtigen treue« Freund unseres Kaisers und wünschen, daß die­ses schöne und erhabene Verhältnis zum Wohle aller unserer Völker noch viele, viele Jahre er­halten bleibe. Der Redner ist überzeugt, baft ber gegenwärtige Chef des preußischen General stabs gleich wie sein Vorgänger unsere gegensei­tigen militärischen Interessen zu fördern bereit sein wird und daß die gegenwärtigen Bezieh­ungen der Generalstäbe immer so freundlich er­halten bleiben. Moltke erwiderte, daß er die Pflege dieser Beziehungen, in welchen eine ge­heiligte Tradition liege, zu seinen heiligsten Pflichten rechnen werde. Ueber ein Mensche.r- alter besteht sie bereits zum Segen der Völkir und in dem Sinne, in dem die beiden Monarchen ihr Vundesverhältnis aufgefaßt haben. Er werd» diesen Beziehungen treu bleiben mit deutsche Treue. Es liege ihm daran, durch sein Komm»r den Beweis von der Hochachtung und unbegrenz ten Wertschätzung zu bieten, mit welcher wir o Baron Beck und den von ihm geleiteten Eener« stab blicken.

Großbritannien. Die in ben Januar-Wahlen unterlegenen unionistischen Schutzzöllner bes britischen Unterhauses beginnen neue Hoffnung zu schöpfen. In bet Ersatzwahl im Bezirke Dulwich, ben in bet Hauptwahl gegenüber dem Radikalen Williamson der unionistische Kandi­dat Harris mit einet nur winzigen Mehrheit behauptet hatte, ist diesmal derselbe radikal« Kandidat um nahezu 1300 Stimmen hinter Sonar 2am, dem unionistischen Bewerber, zu. tückgeblieben. Von Chamberlain und Balfour die den "Sieger von Dulwich" im Unterhaust ostentativ beglückwünschten, wird dieser Wahl erfolg als ein Sieg des protektionistischen Es dankens gefeiert. Mit größerem Rechte könne» die Führer der Tarifreform-Bewegung die Ab­sicht des gegenwärtigen Präsidenten des Han- delsamts, Herrn Lloyd Eeorqe, eine genaue amtliche Statistik über den Eigenhandel Eng­lands, den Rohstoffverbrauch und die Waren-

Jch habe für die lieben Kinder ein paar Kleinigkeiten eingekauft, und auch für Sie ist etwas in dem einen Paket. Sie dürfen es nicht zurückweifen; ich bin Ihre nächste Ver-^ wandte.

Wann sehen wir uns wieder? Hoffentlich recht bald! Und wo? Vielleicht auf dem Monte Pincio? Oder im Park ber Villa Borghese? Bitte, bestimmen Sie Ort unK Zeit.

In herzlicher Freundschaft

Ihre Jolanda."

Salomeas Hände ballten sich. Empört zer­knittert sie das Stück Papier, während Zorne« röte in ihre bleichen, schmalen Wangen steigt.

Wie feig sie ist!" knirscht sie zwischen beit Zähnen.Gut Freund mit mir sein und die Kinder mit Lappalien abspeisen das patzt ihr. Aber mit ihrem Vater sprechen? Denkt nicht daran? Nie würde sie sich um uns küm­mern, wenn sie nicht ebenso wie ich überzeugt wäre von dem Unrecht, das mir und meinet armen Mutter geschehen. Aber teilen? Um Gotteswillen nein. Nur nichts hergeben von dem schönen Geld? Und vor allem keinen Skan­dal! Kleine Geschenke und schöne Worte nichts weiter? ... Ich aber bin anderer Mei­nung, meine liebe Jolanda. Entweder alles, was mir zukommt, ober nichts! Die Ge­schenke werben sämtlichst an bie großmütige Spenberin zurückgehen. Ich lasse mich nicht ab» speisen mit Nichtigkeiten!"

Hastig packt sie Puppe und Trompete zu-« fammen unb legt sic neben bie noch uneröffnetes Pakete auf die Kommode.

So, da kann alles liegen bis morgen?" 1

Ach, wie wenig ahnt sie die schwere Pru^' fung, welche der kommende Tag über sie ver­hängt! - _ j

(Fortsetzung folgt.)