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Zweites Blatt

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V*Ie Deutsche Reichsanleihe .

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Gieße».

Teleph. 209

1906 965/s 1914 102°/.

1913 97'/, 1914 101'/» 1912 96’/.

. Verantwortlich für die Redaktion, . i

-vr. DoerkrS-Boppard in Marvurs-I f

Die in Deutsch-Ostafrika erscheinende „Usam- bara-Post" veröffentlicht unter dem Titel „Was der deutsche Reichstag von uns weiß" eine Reihe von „markanten Aussprüchen aus den Kolonial- Debatten" des Reichstags und gibt ihnen kri­tische Bemerkungen mit. die zeigen, wie wenig die kolonialpolitische Weisheit mancher Reichs­tagsabgeordneten den Deutschen in den Kolo­nien imponiert. Man wird die folgenden Rand­bemerkungen gewiß mit besonderem Vergnügen lesen:

Berlin erfreut sich ein Schuhmachermeister gro­ßer Popularität, der „nebenbei" Prologe, Tafel­lieder Jubiläums- und Hochzeitslieder, Reden und Trinksprüche verfaßt. Der biedere Hand­werksmeister betreibt sein Geschäft in der -riedrichsfelderstraße und betitelt es: „Besohl- * Es soll bei ihm

Zeiten geben, wo das „literarische Geschäft besser geht als die Schusterei.

Uebertrumpft. Ein Mäßigkeitsverein $at irgendwo einen alten Mann aufgegriffen, bet einst alkoholloses Leben hinter sich hat. Sofort wird ein großes Meeting veranstaltet und der Jubelgreis unter großer Feierlichkeit den ge*. ladenen Gästen präsentiert. „Und so sehen Sie, meine Herrschaften," schließt der Vorsitzende seine lange Rede, „daß man ganz ohne Alkohol 87. Jahre alt werden kannn!" — „Det is noch jar« nischt," meint da der gefeierte Alte, „wat aber mein Bruder ist, den müßten Se mal erst seheti der is 93 Jahre alt, un jeden Tag, den Jott jtbL besoffen!"

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Erscheint wöchentsich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-vuchdruckerek ti. Jabra. Marburg Mark! SL — Tclkpholl 55. 01

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Marburg

Sonnabend, 26. Mak 1906

er von zahlreichen, in Düsseldorf wohnenden Beamten der Benrather Maschinenfabrik-A.-E. sowie Benrather Schulkindern, die in Düssel­dorf eine höhere Schule besuchen, benutzt wird. An dem in Rede stehenden Tage war der An- I drang ganz besonders groß, und er stieg, da es

ihm nicht gelungen war, in der 2. oder 3. Klasse Platz zu finden, gemeinsam mit einem anderen Reisenden, der ebenfalls in der 2. Klasse keinen Platz gefunden hatte, in ein Abteil 1. Klasse. Der in Düsseldorf revidierende Schaffner ’ ließ beide unbehelligt. Bei der Ankunft in Benrath wurde er vom Stationsvorsteher ersucht, die Preisdifferenz zwischen den beiden Klassen nach­zuzahlen. - Er weigerte sich. Der Stationsvor­steher ließ sich aber auf eine Diskussion dieses Themas nicht ein. Prinzipiell beharrte der Einsender bei seiner Weigerung. Zunächst er­hielt er von der Düsseldorfer Eisenbahnbehörde eine Aufforderung, binnen so und soviel Tagen 6 U( zu zahlen, widrigenfall. usw. Er prvte- stierte schriftlich gegen dieses Verfahren und machte auf den Widerspruch aufmerksam, der n "ege, , daß der Benrather Stationsvor- steher nur die Preisdifferenz, die Düsseldorfer Behörde aber 6 <ti verlange. Die Folge war, daß die Strafe von 6 -ft auf 45 (die Differenz plus Porto- und Schreibkosten) herabgesetzt wurde. Rach Erhalt dieses Bescheides glaubte । ei sichersten zu gehen, wenn er sich unbeding-

5^01^60 verzog er i ^rieortchssewemrave und I1?.bald nicht mehr an seine • anstatt MU Huns Sachs.'

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mit dem Krersblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilager Allastrirtes SonntaaSSlÄI. ' *

in Ihrem Sinne gewiß keiner Bestie — getrof­fen worden war und die Wache an die Gewehre eilte, winkte der Graf ab und sagte zu seinem Unteroffizier: „Lassen Sie nicht schie­ßen, der Mann wußte nicht, was er tat. In einer halben Stunde bin ich tot. Unter jenem Baum will ich begraben sein!" Dann nahm er mit der letzten Kraft seiner er­kaltenden Hand schriftlich Abschied von seinen Eltern und seiner Braut. Und ehe er verschied, befahl er noch: „Unteroffizier, melden Sie an die Kompagnie, daß nur das Verbrechen eines Einzelnen vorliegt, man soll den Stamm nicht strafen, an Unschuldigen will ich nicht gerächt sein." Und unter jenem Baume begrub man ihn.---

Merken Sie es sich, Herr Ledebour, ein Graf Fugger wiegt hundert Kan­nenberge auf; und nicht nut Bestien, bis zu denen Ihr Erkenntnisvermögen reicht, son­dern Helden von antiker Seelen« größe erwachsen den Verhältnissen, in denen wir leben und weben. Was seid Ihr ar­men Schächer gegen solche Männer? Drei Tage zerrt Ihr am Kannen­berg herum und des Fugger gedenkt niemand??

Hessen-Nassau und Nachbargtbiete.

Eroß-Steinheim, 23. Mai. Die Handwerks­meister des Kreises Offenbach hielten hier eine gut besuchte Versammlung ab, zwecks Gründung eines „Handwerkerverbandes für die Main­gegend." Eine Kommission wurde mit der Aus­arbeitung der Statuten beauftragt. Rach Er­ledigung der Vorarbeiten soll dann die zweite, zur definitiven Gründung der Organisation be­stimmte Handwerkerversammlung wiederum in Groß-Cteinheim tagen.

Darmstadt, 23. Mai. Die hiesigen Stadt­verordneten haben den zu 15 Millionen veran­schlagten Bahnhofsneubau genehmigt. Die Stadt trägt zu den Baukosten eine halbe Million bei; der frei werdende Grundbesitz im Werte von 7% Millionen wird gemeinschaftlich verwertet. Die Eröffnung des Bahnhofs soll 1910 erfolgen. >

Mainz, 23. Mai. Eine interessante Steuer- j Entscheidung wurde vom Provinzialausschuß ge­troffen. Major von Lengerke wurde im April vorigen Jahres nach Trier versetzt, seine Familie blieb aber noch bis Ende Juli. Die Stadt Mainz verlangte deshalb die Kommunalsteuer bis zum 1. August. Die hiergegen erhobene Beschwerde verwies darauf, daß der eigentliche Steuerzahler nur bis Ende April in Mainz gewohnt habe. Der Provinzialausschuß »erurteilte Herrn von Lengerke zur Zahlung. Wenn er auch int April nach Trier übersiedelte, so sei der eigentliche I Wohnsitz seiner Familie doch bis Ende Juli I Mainz gewesen. Die formelle Uebersiedelung I des Majors könne nicht in Betracht kommen, I denn materiell sei seine Familie erst Ende Juli I nach Trier verzogen. I

Eisenach, 23. Mai. Am 14. Juni wird im I hiesigen Refidenzfchloß eine etwa eine Woche I währende Konferenz sämtlicher Kirchenregier- I ungen Deutschlands beginnen. I

Essen, 22. Mai. Ein Leser der „Rh.-Westf. I Zeitung" weiß ein schönes Stückchen vom hei- | ligen Bureaukratismus zu erzählen. Er fuhr, I wie er berichtet, vor einiger Zeit mit dem Per- I sonenzuge 1.25 Uhr von Düsseldorf nach Ben- I rath . Dieser Zug ist fast täglich überfüllt, da I

Vergnügungs-Anzeiger iUepertoir-Entwurf der gtanlfHtiel Stadttheater. /

Schauspielhaus.

Sonntag, 27. Mai, nachm. 3 Uhr: „Judith."

7 Uhr: „Der Raub der Sabinerinnen." Montag, 28. Mai: „Die Räuber." Dienstag, 29. Mai: „Der Biberpelz." Opernhaus.

Sonntag, 27. Mai: „Cavalleria rusticana," -=«

Hierauf: „Der Bajazzo." . 4

Montag, 28. Mai: „Figaros Hochzeit." 1

Dienstag, 29. Mai: „Maurer und Schlosser." —* Hierauf: „Die schöne Gärtnerin." 1

ungetilgte Schuld von 45 In der vorigen Woche erschien aber in seiner Wohnung ein Schutzmann, der ihn an seine Verpflichtungen erinnerte. Run beschloß er denn doch geängstigt, den Betrag bei seiner Anwesenheit in Düsseldorf in den nächsten Tagen zu hinterlegen, damit die Sache ein Ende nehme. Vorgestern erschien der Schutzmann zum zweiten Male und erkundigte sich danach, ob er seinem Versprechen nachgekom­men sei. Jetzt wurde die Erledigung der Ange« gelegenheit aufs höchste beschleunigt und die 45 auf Postanweisung an die Adresse der Stationskasse nach Düsseldorf eingezahlt. Wer beschreibt jedoch das Entsetzen des endlich zur Ruhe Gekommenen, als jetzt eines Morgens ein Bahnbeamter ihm die Mitteilung machte, es fei bei der Stationskasse in Düsseldorf ein von ihm aufgegebener Betrag von 45 L eingelaufen, er möchte doch gefälligst angeben, wofür dieses Geld bestimmt sei! Heiliges---! Eine fürchter­

liche Perspektive, so schreibt der Einsender zum Schluß, eröffnete sich mir. Werden diese beiden Staatsbeamten, der Vertreter der heiligen Her- mandad und der Jünger Vreitenbachs, mir jetzt beständig ins Haus gelaufen kommen, der eine, um über die Nichtzahlung, der andere, um über die Zahlung der 45 Klage zu führen?

M Hausens Kasseler

Baruch Strauß, Bankgeschäft.

Marburg Frankfurt a. M.

Teleph. 29. Teleph. 5861. Reichsbank-Giro-Konto »

Marktberichte.

Cassel, 16. Mai. Besuch gut, Tendenz ruhig.' Wir notieren: Weizen 00,00—00,00 Mk., Rogge» 17,40-17,60 Mk., Hafer 17,00 bis 18,60 Mk., Gerste 00,00-00,00 Mk. Alles per 100 Kilo ab oder ParitA hier für Ladungen von 10000 Kilo

Gaffel, 23. Mai. (Diehmarktsbericht) Schlacht­vieh. Es kosten die 50 k? Schlachtgewicht von Ochse» I. Qualität 76-78 Mk., II Qualität 74-75 Mk, III. Qualität 72—73 Mk., Bullen L Qualität 68 bi» 70 Mk., II Qualität 64-67 Mk., Kühe I Qualität 68 -70 Mk., n. Qualität 65—67 Mk., III Qualität 61—64 Mk., Schweine I. Qual 62—64 MI, II Qual, 59-61 MI, 3. Qualität OO-Oo MI, Kälber das kg Lebendgewicht 44—46 Pf., Hümmel 73-75 M. Auftrieb: 15 Ochsen, 17 Bullen, 67 Kühe, 18 Rindes 98 Schweine, 27 Kälber und 0 Hümmel.

Bmmschtes.

Mannheim, 24. Mai. Die hiesigen Metallarbeiter nahmen in zwei starkbesuchten Versammlungen Stellung zu der angedrohten Aussperrung. In einer Resolution wird das Vorgehen des Jndustriellenverbandes scharf ver­urteilt und gelobt, opferwillig zur Organisation zu stehen. Aus der Diskussion geht die Absicht hervor, mit einer allgemeinen Arbeitsnieder­legung zu antworten.

Koblenz, 23. Mai. Eine Submissions­blüte zeitigte die Vergebung zur Erneuerung der Eleisbettung der Strecke Köln-Koblenz rund 26000 M. mit Kleinschlag. Bei zehn Angeboten ergab sich das Mindestgebot mit <M 54 350, das Höchstgebot mit Mark 141410,40, also ein Unter­schied von M 87 060. Die übrigen Forderungen bewegten sich zwischen M 58 500 bis <M 110 500 Auch noch ein bemerkenswerter Prozentsatz.

Lotzen, 23. Mai. Bei einem in der Nacht im Volksschulgebäude ausgebrochenen Brande ist, der „Lötz. Ztg." zufolge, der Lehrer Mrotzek mit feiner 18jährigen Tochter verbrannt.

M ö r s, 22. Mai. Ueber eine Vergiftung in Rheinberg durch schlechtes Fleisch berichtet der „Allgemeine Anzeiger für den Kreis Mörs": Ein Ackerer Hußmann ließ eine Kuh notschlach­ten, die zwei Kälber geboren hatte und nahe am Verenden war. Das Fleisch wurde verkauft. U. a. nahm ein Schmiedemeister Neederkorn da­

von. Als das Fleisch in der Familie Needer- korns zubereitet wurde, fiel es schon durch schlech­tes Aussehen und Üblen Geruch auf. Alle, die I davon gegessen haben, sind erkrankt. Frau , i ÄÄW Z/e»"Ä Buchbinderei u. Einrahmung v. Bildern I krankt. Ueber 100 Familien hatten von dem I ♦♦ Barfüsser Strasse 21 ♦♦ ! Fleisch bekommen, da nach einer Bestimmung I J, Schulz-

(■ oes dortigen landwirtschaftlichen Vereins jedes I ________________________

! Fleisch von geschlachteten Tieren eines Vereins- , Mitgliedes nehmen muß. Glücklicherweise hat­ten die meisten das Fleisch wieder fortgeworfen.

Ein Arbeiter ist gestorben. Unverständlich ist, wie das Fleisch für genießbar erklärt werden konnte. Die Untersuchung ist int Gange. ■ Ingolstadt, 23. Mai. Bei einer Trajekt- ubung auf der hochangeschwollenen Donau sind I 3', heute nachmittag infolge Umkippens eines Pon­tons an einem Brückenpfeiler fünf Pioniere er­trunken. Vier Mann konnten gerettet werden, i Ä"-". . • • •

Kaiserslautern, 23. Mai. Wie die I M!» Landescredttcafsen.Obl. Ser. 16

»Pfälzische Presse" aus Saargemünd meldet, I oi/‘0 ° »„=„„1, -x, qvsi

routbe ein ^tilleriedepotarbeiter in St. Aoold I 3'/t“» Marburger ä'tadt.Anleihe 1903 " ' - '

unter der Beschuldigung des Landesverrates I 4°/„ Franks. Hhp.-Bank-Psbr. u. b. 1915 103'/,

verhaftet. I 3'/-°/, , . "" -----

Bremen, 23. Mai. Gemäß dem Beschluß I 4°M Mein. Hyv.-Bank.Dfbr. des Eesamtverbandes deutscher Metallindustriel- I «' »"l- Mein. Hyp-Bank-Pfbr. ler werden die dem Arbeitgeberverband der I o,!°or Mceuß. Pfandbrtefbarik angehörenden Werften usw am 2. I 4» ‘'° Nor'dd. Grund-Cred.-BIPfbl 3.12 101 »4

Ium mit Entlassung von 60 Prozent threr Ar- I 3*/,°/, 13 gg-/,

bester vorgehen. 4»/, Deu'tscheHhp..Bk.lBerlin)Pfb.14 102°,,

Metz, 24. Mai. Das Bayr. 4. Inf.-Reg. I 3'/,°/. , . . , ' 9 95«/,

„König Wilhelm von Württemberg" begeht am I ?’/. Mexicauer innere Ank......69»/,

26., 27. und 28. Mai die Feier seines 200jähr. I j’J» m amortis. innere Anl . 100'/.

Bestehens, wozu aus allen Gegenden die ehe- | ?j» Buenos-Atres Aul . . . ... . 102'/.

"sTSTfi’ff1m*äSS:I D-8L" B°»i sm-»: 'm

ewy 0 rr, 23. Mat. Am 21. Mat nach- 1 Dresdner . .161*/«

mittags wurde das Kohlenrevier int südlichen I Darmstädt. ' ' * . 142*/,

Illinois durch einen heftigen Erdstoß erschüttert, | Disconto Comandtt Anl .... 186»/«

der die Wasserleitung an der Baltimore and Ohiobahn zerstörte.

Ein neuer Hans Sachs. Im Norden von

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,°/° Preußische conf. Staatsanleihe. 99'/,

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Bebel. 13. III. 06. „Ausbeutung, Unter­drückung, Habgier — das sind die Leitworte un­serer Kolonialpolitik."

Parabel: Dieselben unedlen Motive warf einmal der Ochs einem Fleischer vor, der ihn schlachten wollte. Dieser sah sein Un­recht ein und ließ den Ochsen laufen. — Am Tage darauf ging Bebel in den Reichstag und wetterte gegen die Fleischnot des deutschen Volkes.

Derselbe: „Die Hütten st euer mußte die Eingeborenen bis aufs Blut reizen; sie war für sie von unerträglicher Höhe."

Wir Ostafrikaner verlangen dagegen die Verdoppelung und für gewisse Bezirke sogar die Vervierfachung der Hüttensteuer und glauben doch von Herrn Bebel weder an Sachkunde noch tn Menschlichkeit erheblich übertroffen zu wer- den. Seit Moses Zeiten nämlich zahlt man im ganzen Orient den Zehnten an die Regierung, im Bezirk Tanga-Land aber bezahlt man bisher nur den Fü nfzi asten.

>■ Derselbe: „Was würde wohl bei uns in Deutschland geschehen, wenn man eine s 0 hohe Steuer einführen wollte?"

Die Antwort ist einfach: In erster Linie könnte der Reichstag die ersehnten Diäten nicht bekommen, dann würden Armee und Beamten­schaft an galoppierender Schwindsucht eingehen. Ueber die Eisenbahnen würde Gras wachsen und auf den Straßen Ber­lins Urwälder. Kurz und gut: Sie lang­ten in Europa schnell bei dem Zustand wieder an, Herr Bebel, aus dem wir — mit Ihrer gü­tigen Erlaubnis — hier in Afrika heraus­wollen!

Spahn. 25. III. 06. „Denn darüber müssen wir uns doch klar fein: die kulturelle Entwick­lung unserer Kolonien beruht nicht auf unfern Schutztruppen, sondern sie beruht ganz wesent­lich auf unfern Missionen---."

Nein, Herr Spahn, darüber sind wir uns durchaus nicht klar/ denn erstens bean­spruchen wir Farmer, Kaufleute, Handwerker 1 an der afrikanischen Küste auch, als Kulturfak- I toten anerkannt zu werden. Was aber im In- I neru des Schutzgebiets an Kultur geschaffen ist, I beruht allerdings und in erster Linie I auf der Arbeit unserer Schutztruppen: Friede, | Sicherheit, Gerechtigkeit, Straßen und Brücken. I Danach wollen wir denn auch der Mission ihr I Teil lassen. ' I

Derselbe: „Unter solchen Umständen hat das I Reich schon allein im Interesse seiner eig- I neu kulturellen Entwicklung unbedingt die Ver- I Pflichtung, alles zu tun, um die Mission zu för- I dern und in scharfen Gegensatz zu tre- I ten zu dem M0h amm edanismus." I ’* Ein paar Scheiterhüufchen, Herr Spahn? — I Lder ein neues Auf ständchen?? I

Ledebour: „Die Sozialdemokraten wollen I felbst solche Kolonien nicht haben wie I n - I dien, weil solche Kolonien geradezu ein Ver- | derben für England sind. Wenn England I Mal zugrunde geht, wird es an seinen I Kolonien zugrunde gehen." I

Parabel: Anton nährte sich gut und reichlich, I besonders aber bekamen ihm Gänseleberpasteten I Als er vielbeneidet gelebt hatte und hochbetagt I SU Grabe getragen wurde, sagte Max, das I Söhnchen seines Stiefelputzers: „Der ist an I Gänseleberpastete gestorben!" und I kaute stillvergnügt an seiner Mohrrübe weiter. I

Derselbe: „Durch die Kolonialpolitik wird I d'e Bestialisierung in ein Volk hinein- getrieben."

Und nun hören Sie eine ernste Sache, Ee- tiosse? Als ein alter Afrikaner, der Oberleut­nant Graf Fugger im Jahre 1904 in Ka­merun friedlich vor feinem Zelte sitzend von oem Giftpfeil eines schleichenden Mordouben —

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der ExpÄ>ition 2 Mk, -jiz, . gyj btt allen Postämtern 2,25 Mk. texcl. Bestellgeld).

J12. Itil ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg,

Reklamen: die Zeile 25 Pfg.