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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
SormtagsbeUager ÄHiiftrhrteS
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Marburg
Mittwoch. 23. Mai 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Ioh. Sug. Koch, UmversitLtS-Buchdruckerek 41. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Lelephon ao.
Neueste Telegramme.
Berlin. 22. Mai. In Bestätigung der gestrigen Meldung, daß Gouverneur v. Puttkamer nicht mehr nach Kamerun zurückkehren wird, teilt die „Köln. Ztg." mit, daß die gegen ihn angestellten Ermittelungen zur Einleitung eines Disziplinarverfahrens nicht die genügende Grundlage gegeben haben.
Berlin, 22. Mai. Die „Norddeutsche Allgem. Zeitung" meldet: „Der am 7. März v. I. in Addis Abeba abgeschlossene deutsch-äthiopische Freundschafts- und Handelsvertrag ist durch Se. Majestät den Kaiser ratifiziert und die Ratifikationsurkunde 6. Majestät Menelik II., König der Könige von Aethiopien, am 16. d. M. mitgeteilt worden. Der Vertrag tritt am 16. Juni d. I. inkrast."
Berlin, 21. Mai. Nach Annahme der Reichsfinanzgesetze im Reichstag hat der Kaiser dem Staatssekretär des Reichsamts, Frhrn. v. Stengel, den Roten Adlerorden 1. Klasse, dem Unterstaatssekretär im Reichsamt Twele und dem Ministerialdirektor im Reichsschatzamt Kühn den Stern zum königlichen Kronenorden 2. Kl., deni Chef der Reichskanzlei, Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat v. Loebell, den Kronenorden 2. Kl. verliehen.
Potsdam, 21. Mai. Zur Feier des fünfzigjährigen Amtsjubiläums des Hofpredigers D. Rogge fand heute vormittag 9 Uhr in der Kgl. Hof- und Earnisonkirche ein Festgottesdienst statt. Oberkonsistorialrat Koch überreichte im Auftrage des Kaisers dem Jubilar den Roten Adlerordent 2. Klasse mit Eichenlaub. Der Jubilar hielt selbst die Festpredigt.
Bukarest, 22. Mai. In Ungarn ist eine Broschüre erschienen, die vorschlägt, Rumänien möge sich Oesterreich unterwerfen und den Kaiser zum König wählen. Auf diese Weise würden in Ungarn die Rumänen überwiegen. Die Hohen- zollern-Dynastie soll abgesetzt werden. Der Broschüre wird hier, wie die „Frkf. Ztg." meldet, absolut keine Bedeutung beigemeßen und sie für das Werk eines Verrückten gehalten.
London, 22. Mai. Rach einer Meldung der „Daily News" werden seitens des englischen Vereins zur Hebung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und Deutschland Vorbereitungen für den Besuch von etwa 30 Verlegern und Redakteuren deutscher Blätter in der Zeit vom 20. Juni bis 27. Juni getroffen.
London, 21. Mai. Nach einer Meldung des „Daily Chronicle" aus Alexandrien erleichterten Feizi Paschas Mißerfolge in deinen die Zusammenziehung großer Streitkräfte der Rebellen, die Sana wieder in Befitz genommen haben.
Tokio, 21. Mai. In englisch gesinnten Kreisen heißt es, daß es zwischen Japan und Ruß-
14 (Nachdruck verboten.)
Jolanda uvd Salomea.
Roman von Erich Friesen.
(Fortsetzung.)
JolLnda zuckt zusammen. Ihr Bräutigam spricht »eit „zu ihrem Recht verhelfen". Was kann er damit meinen?...
Doch Vittorio läßt ihr nicht Zeit zum Ueber- legen.
„Nicht wahr, du bist doch meiner Ansicht?" ruft er heftig.
„Aber gewiß, Geliebter, gewiß!... Wie gut du bist! Wie uneigennützig!"
Und in der ersten Eefühlsauswallung drückt sie begeistert seine Hand.
Vergebens wartet Jolanda, ihr Bräutigam möge sich nach der zweiten Mitteilung erkundigen, die sie für ihn in Bereitschaft hat, die fie beide, ihre Zukunft betrifft.
Doch er scheint ihre vorige Andeutung ganz vergessen zu haben. Seine Gedanken weilen ersichtlich bei einem bestimmten Gegenstand, der ihn vollkommen gefangen nimmt.
Erst, als sie ihm zaghaft, voll echt mädchenhafter Verschämtheit ins Ohr flüstert:
„Vittorio! Was wünschest du dir am meisten?" und er feurig entgegnet:
„Natürlich dich, Liebste!"
—da erstrahlt wieder das entzückende Grüb- Henläckeln auf dem reizenden Gesicht, und fie erzählt voll Jubel, daß der Tag ihrer Vereinigung nicht mehr in weite Ferne gerückt sei.
Und auch der glückliche Bräutigam jubelt aus bei der frohen Nachricht. Er vergißt, daß noch soeben ganz eigenartige Kombinationen durch seinen Kopf schwirrten.
Glückselig zieht er sein liebliches Bräutchen an seine Brust und küßt voll tiefer Innigkeit idie balbgesenkten, langbewimperten Lider, die
Wovaeu. die blühenden Lippen.
CHMihe Arbeiterbewegung.
Die christliche Arbeiterbewegung in dem Hauptindustriegebiet des Reichs, im Ruhrkohlengebiet, entstanden, schickt. sich an, ganz Deutschland mit einem immer dichteren Netz von Organisationen zu überziehen. Zeugnis hiervon legen zwei bevorstehende große Tagungen ab. Die evangelischen Arbeitervereine halten ihren diesjährigen Tag in Süddeutschland ab. Der Eesamtverband evangelischer Arbeitervereine hat seine Delegiertentagung für die Pfingstwoche nach Freiburg i. V. berufen. Der Hauptpunkt der Tagesordnung, die Umgestaltung des Verbandsprogramms, dürfte nach den vorliegenden wenig von einander abweichenden Entwürfen schwerlich zu scharfen Auseinandersetzungen führen. Nach dem Ausscheiden der Extremen — es seien die Namen Naumann und Franken genannt — scheint die mittlere Richtung, gekennzeichnet durch den Namen des Ver- bandsvorsitzenden, des nun sechzigjährigen Pfarrers Lic. Weber, eine ruhigere und stetigere Entwicklung der Bewegung zu gewährleisten.
Die christlichen Gewerkschaften beriefen ihren 6. Kongreß für den 22. Juli und die folgenden Tage nach Breslau ein. Ein umfassendes Bild von der Stellung der christlichen Gewerkschaften in der Arbeiterbewegung, in Volkswirtschaft und öffentlichem Leben soll dort Eiesberts, der Herausgeber des „Zentralblattes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands" zeichnen; über die christlichen Organisationen der Arbeiterinnen werden Eewerkschaftssekretür Rönling und Fräulein Behm, die seit Jahr und Tag ausschließlich für die Gewerkschaftsbewegung tätig ist, reden. Einen wichtigen Schritt tat jüngst der Eesamtvorstand christlicher Gewerkschaften, der für seinen weiten Blick kennzeichnend ist; er schloß sich an den Bund deutscher Bodenreformer an, der damit eine sehr beträchtliche Stärkung für seinen öffentlichen Kampf gegen das Boden- spekulantentum erfahren hat.
Wie stark die christliche Gewerkschaftsbewegung schon heute ist, mag eine Ziffer zeigen, die auf der Konferenz evangelischer Arbeitersekretäre bei dem Caßeler kirchlich-sozialen Kongreß
land zu einem neuen Zwischenfall bezüglich Korea gekommen ist. Rußland soll weder den zwischen Japan und Korea geschlossenen Vertrag noch die Oberherrschaft Japans über diese Halbinsel anerkennen wollen. Rußland stützt sich darauf, daß der Vertrag von Portsmouth die Unabhängigkeit Koreas anerkenne. Deutschland und England unterstützen angeblich den japanischen Standpunkt, während Frankreich und die Vereinigten Staaten weder für die eine oder andere Partei sich entscheiden.
Deutsche Neikh.
Berlin, 22. Mai.
— Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern (Montag) morgen zusammen mit der Kaiserin einen Spazierritt. Später hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Zivilkabi- netts, des Staatssekretärs des Reichs-Marineamts und des Chefs des Militärkabinetts, in deffen Gegenwart der Vorsteher der Geheimen Kriegskanzlei Major v. Wangenheim die neue Rangliste überreichte.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Brief des Kaisers an den Reichskanzler Fürsten Bülow:
Mein lieber Fürst!
Ihre Meldung von der Annahme der Steuervorlagen im Reichstage hat Mich mit lebhafter Freude und großer Befriedigung erfüllt. Ist damit doch unter dankenswerter Mitarbeit der Vertreter des deutschen Volkes für die Finanzen des Reichs eine neue Grundlage gewonnen worden, welche die Möglichkeit bietet, den wachsenden Bedürfnissen der Reichsverwaltung in ausreichendem Maße gerecht zu werden. Ich bin Mir wohl bewußt, welcher her
bekannt wurde. Diese Gewerkschaftsbewegung hat jetzt nicht weniger wie 125 Beamte in ihrem Dienst, die als Vorsitzende, Kasiierer und Gauleiter der christlichen Gewerkschaften tätig sind. Selbst aus dem Arbeiterstande hervorgegangen, wißen die Beamten, wo den Arbeiter der Schuh drückt. Mehrere dieser Führer find gegenwärtig in England, die dortige Einrichtung zur friedlichen Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten zu studieren; „Das Reich" und „Das Volk" veröffentlichen eingehende Reiseberichte der Teilnehmer.
Wie segensreich die Arbeiterbewegung ist, zeigte sich dem Schreiber dieser Zeilen in Casiel. Als schöne Frucht der dortigen kirchlich-sozialen Tagung bildete sich nämlich dort ein Kartell christlicher Gewerkschaften mit 1000 Mitgliedern; die meisten der Mitglieder sind Maurer, Keramarbeiter und Heimarbeiterinnen. Scharf und bitter suchten die Sozialdemokraten in stundenlangem Versammlungskampf den christlichen Arbeitern das Recht des Zusammenschlußes zu bestreiten; aber es gelang ihnen nicht! Möchten doch bald allerorten die Feuer der christlichen Arbeiterbewegung auflodern. Die Soziale Geschäftsstelle für das evangelische Deutschland, Berlin N. 13, Versöhnungsstraße 1, ist gern bereit, gegen Einsendung von 5 Pfg. eine Anleitung zur Gründung evangelischer Arbeitervereine und von Zahlstellen christlicher Gewerkschaften zu versenden.
Lic. Reinhard Mumm.
„Also — in zwei Monaten, mein Lieb, da bist du mein — ganz mein?"
VI.
Tage sind verflossen....
Die erste Freude, welche Vittorio Graziano bei der Nachricht empfand, binnen kurzem das geliebte Mädchen sein nennen zu dürfen, hat ruhigeren Erwägungen Platz gemacht.
Er entsinnt sich noch ganz genau der Unterredung mit dem Marchese Umberto, als er bei ihm um die Hand seiner Tochter anhielt.
Freundlich und wohlwollend hatte der altck Herr ihm zugehört. Dann meinte er, er habe durchaus nichts gegen die Werbung des jungen Mannes einzuwenden, wenn feine Tochter ihn liebe. Rur könne er sich an den Gedanken, fein Kind, fein „Ein und Alles auf der Welt" bald fortzugeben, nicht gleich gewöhnen. Ein Jahr wenigstens wolle er Jolanda noch im Vaterhaus behalten; dann möge sie dem Manne ihrer Wahl folgen. .
Vittorio fand diesen Wunsch des alten Vaters vollkommen berechtigt. Man kam überein, von der Hochzeit erst im nächsten Jahre zu sprechen...
Und nun soll dieses Uebereinkommen ganz plötzlich über den Haufen geworfen werden!... Weshalb? ... Auf wessen Veranlassung?
Seiner Gewohnheit nach forscht auch diesmal der junge Staatsanwalt nach Gründen, und da er sich keine Aufklärung zu geben vermag, wird er verstimmt und — mißtrauisch.
Er weiß selbst nicht, wie es kommt — aber das, was er noch vor wenig Tagen als größtes Glück ersehnte, die baldige Vereinigung mit dem geliebten Mädchen — es tritt jetzt zurück vor dem ihm selbst noch nicht ganz klar bewußten, aber immer stärker werdenden Gefühl des Mißtrauens.
Mißtrauen!... Gegen wen?...
Auch hierüber ist Vittorio sich noch nicht klar. Aber dieses Mißtrauen ist einmal da und'läßt sich nicht mehr bannen.
Besonders Jolandas Mitteilungen über die Existenz einer Halbschwester der beiden Marchese, einer jungen Person, die mit ihrer Familie in äußerster Düritigkeit lebt, beunruhigen ihn. Sein elementarstes Gerechtigkeitsgefühl sagt ihm, daß der alte Marchese Roberto sein junges krankes Weib und fein unschuldiges Töchterchen unmöglich gänzlich mittellos zurückgelaßen haben würde — gänzlich nicht von irgend einer Sette zum mindesten eine Beeinflußung, also „Erbschleicherei", stattgefunden hätte. ....
Tag und Nacht grübelte Vittorio über die seltsame Geschichte nach. . . . Sein geschultes Juristenhirn entdeckt unaufgeklärte Punkte, Unwahrscheinlichkeiten, ja Unmöglichkeiten besonders in der Erklärung, die der Marchese Bernardo seiner Nichte in der Angelegenheit gegeben.
Und weiter grübelt er. . . .
Der schwermütige, ost unruhige Ausdruck in den welken Zügen des Marchese Umberto — wie ost hat er ihn befremdet! Jetzt plötzlich erschreckt er ihn. . . . Der stechende, falsche Blick der tiefliegenden Augen seines Bruders Bernardo — wie oft hat er ihn abgestoßen! Jetzt gibt er ihm zu denken. . . . Der eigentlich gezwungene Verkehr der beiden Brüder miteinander, wobei es dem aufmerksamen Beobachter ist, als ordne der schwächere zaghafte Geist sich nur widerwillig, wie von einer geheimen Macht getrieben, dem starken, brutalen Willen des jüngeren Bruders unter — wie oft hat er ihn peinlich berührt! Jetzt weckt er plötzlich sein Mißtrauen.
Eine dunkle Ahnung steigt in ihm auf, daß hier ein Geheimnis verborgen ruht, daß vielleicht das weithin leuchtende Namensschild des Marchese Bonmartino einen Rostfleck aufzuweisen hat, der, wenn er weiter frißt, den gan- n strahlenden Glanz des hochgefeierten amens verdunkeln wird. . . .
Dann wieder gedentt er seiner lieblichen
Braut und sein Herz krampft sich zusammen, wenn er sich vergegenwärtigt, wie fie leide«
vorragende Anteil an dem Entstehen wie dem Gelingen dieses für die Stellung des Reiches nach außen wie für feine innere Festigung und Entwicklung gleich bedeutsamen Reformwerk dem staatsmännischen Geschick und der aufopfernden Hingebung gebührt, mit denen Sie die mühevollen Arbeiten geleitet und gefördert haben.
Von ganzem Herzen beglückwünsche Ich Sie daher zu diesem Erfolge, durch welchen Sie Sich von neuem den Dank Ihres Kaisers und Königs wie des Vaterlandes erworben haben. Zugleich benutze Ich die Gelegenheit, Ihnen mein lieber Fürst, Meine innige Freude darüber auszw sprechen, daß Ihre durch das Uebermaß der Sir beit angegriffene Gesundheit durch G ' Gnade vollständig wieder hergestellt ist ur Mich der zuversichtlichen Hoffnung hin;, kann, daß Ihre ausgezeichneten Dienste noch recht lange erhalten bleiben zum Segen fit das deutsche Volk und Vaterland.
Ich verbleibe mit unveränderlichem Wohb wollen und Vertrauen
Ihr wohlgeneigter und dankbarer Kaiser und König
Wilhelm, I. R.
— Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin tele graphiert, man könne annehmen, daß die Steuergesetze nach den Reichstagsbeschlüßen baldigst Gesetzeskraft erlangen werden. Der Bundesrat habe feine Bedenken gegen die Fahr- kartensteuer der Gesundung der Reichsfinanzen untergeordnet. Die Regierung rechne für 1906 zugunsten der Reichskasse auf etwa 70 Millionen Mark. Für den Beharrungszustand dürsten 170 bis 180 Millionen erreicht werden. Staatssekretär Frhr. v. Stengel, der die ganze Steueraktion mit großem Geschick geleitet habe, sei leider in den letzten Tagen erkrantt. Daher seien Regierungserklärungen zwischen der zweiten und dritten Lesung unterblieben.
— Die 6. ordentliche Hauptversammlung bei Deutschen Flottenvereins wurde, wie schon gestern kurz gemeldet, durch den Präsidenten des Flottenveretns Fürsten zu Salm mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Dr. Mönckeberg dantte für die Begrüßung und wies darauf hin, daß Hamburg den Bestrebungen des Flottenvereins stets ein größeres Jntereße entgegenbringe. Seit Jahrhunderten sei es Hamburgs Aufgabe, die Elbmündung frei zu halten. Früher habe die Hansa den Handel geschirmt. Jetzt seren die Hamburger von der Notwendigkeit einer starken Flotte umsomehr überzeugt, als mit den große» Schiffen ihre Ersparnisse auf dem Meere fchwi'a- men Der Redner gab dann ferner Freude über
würde, wenn sein immer stärker werdender Verdacht begründet wäre. ..
Er schwankt. . . . Wäre es nrcht kluger, dre ganze Sache ruhen zu laßen? Was konnte dre Aufklärung der mystischen Angelegenheit chm anders bringen, als Nachteil? . . . vielleicht
er fick auch und kern verborgenes Fleckchen trübt die Ehrenhaftigkeit der hochgeachteten Firma Bonmartino. , , _
Und wenn er sich täuscht — umso besser.
Wenn aber nicht, wenn — — f .
Er wagt nicht, werter zu denken. Yolande a liebes Antlitz taucht vor fernem gerstigen Auge auf — bleich, tränenüberströmt, mrt dem Brand mal unverschuldeter Schande rn den schonen tet§I dänn"wir'd'er feine Braut an sein Herz ziehen' wird ihr die Tränen von den verwern- ten Augen küßen, wird ihr sagen:
Recht muß Recht bleiben, Gelrebte. Aber sorge und gräme dich nicht! Du gehörst zu mc: — bis zum Tode! Als mein Werb wird n..- mand deinen Namen anzulasten magert . Fn dem erhebenden Bewußtsein, das Rechne zu wollen und pflrchtgetreu und ehrenhaft nach jeder Richtung hin zu handeln, begibt er sich auch heute wieder gegen Abend nach dem Palazzo Bonmarttno.
Aufs Fröhlichste wird er von allen Ser.cn empfangen. „
Jolanda sprüht vor llebermut. Silberhell perlt ihr Lackten durch die hohen Raume des
Auch der Marchese Bernardo rst sehr au,geräumt — etwas forciert aufgeräumt, wie cs dem jungen Staatsanwalt erscheint.,
Nur Jolandas Vater bewahrt ferne ftev.fr« lich-wehmütige Ruhe, die Vittorio in feiner ernsten Gemütsverfaßung heute fympathifcher erscheint als das luftige Lachen feiner Braut und die gesucht joviale Art und Weise ihres Onkel», >.. v
_ ^Fortsetzung folgt)