(Nachdruck verboten.)^
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Kapstadt, 19. Mai. Wie Reuters Bureau aus Ekewo gemeldet wird, stellten am 18. von Nkhandla und dem Fort Polland vorgehende Kolonnen die Verbindung her und hatten ein ernstes Arri^regardegefecht gegen die _ Leute Vainbaatas, die vom Mkalaberge herabstiegen. 12 Rebellen sind gefallen. Auf englischer Seite ist ein Offizier und ein Soldat verwundet worden.
drängt sie, dem geliebten Manne so bald wie möglich anzugehören, und trotz ihrer innigen Liebe zum Vater sehnte sie von ganzem Herzen den Tag ihrer Vermählung herbei.
Umso größer ist jetzt ihr Jubel. In echt mädchenhafter Freude tanzt fie im Zimmer umher — unter Lachen und Singen, und der alte Mann freut sich an dem Glück seines Kindes, dabei seine eigenen Sorgen und Schmerzen vergessend. —
Die kleine Mißstimmung, die sich an jenem Tage zwischen die Verlobten gedrängt, an welchem Salomea Belloni der jungen Marchefina ihre trübe Lebensgeschichte erzählt, ist noch nicht ganz verschwunden, trotzdem bereits mehr denn sine Woche vergangen.
Aeußerlich ist freilich alles beim alten geblieben. Tagtäglich. kommt der junge Staatsanwalt wenigstens auf ein Stündchen in den Palazzo Bonmartino und scherzt und lacht mit seiner Braut, wie stets zuvor.
Und doch fühlen beide im tiefsten Innern: eine leichte Wolke hat sich zwischen fie geschoben, die den freien Blick von Seele zu Seele wie mit einem Schleier verhüllt.
Mehr als die kindlich-unbefangene Jolanda leidet ihr Bräutigam unter dieser leisen Verstimmung.
Vittorio Graziano ist ein ganz eigenartiger Charakter. Ehrenmann durch und durch, beseelt von einem fast starren Pflichtgefühl und strengsten Grundsätzen, neigt seine überaus skeptische Natur leicht zum Mißtrauen. Und dieser Skeptizismus treibt ihn oft mit unwiderstehlicher Gewalt dazu, sobald er bei irgend einer Sache auch nur einen Schimmer von Unwahrscheinlichkeit, von Verstecktheit oder Heimlichkeit entdeckt, diesem Schimmer nachspüren, bis er den Ursprung ergründet.
Kanitz mutz ich sagen, um der ein oder zwei Mark I willen werden sich nur wenige Passagiere der 1. und 2. Klaffe zur Fahrt in 2. oder 3. Klaffe entschließen. Würden wir diese Steuer ablehnen, dann wäre die ganze Reichsfinanzreform gescheitert.
Abg. Westermann (nl.): Die Fahrkartensteuer ist auch uns nicht sympathisch. Da fie aber die breiten Massen nicht trifft, und durch dre Finanzlage des Reichs gefordert wird, können wir ihr zustimmen. Auf die Tabaksteuer wird man später ja zurückkommen müffen. (Stürm, hört! hört! b. d. Soz. u. d. Freis.) Dem Antrag Eickhoff stimmen wir zu. Auf die Anfrage des Redners, ob für die Uebergangszeit Stempel und Fahrpreis getrennt erhoben werden können, erwidert
Preutz. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Für den Auslandsverkehr werden wir die Erhebung in einer Summe zunächst noch nicht durchführen können. Beim Jnlandsverkehr aber soll die Einziehung von vornherein in einer Summe erfolgen.
Abg. Eamp (Rp.) spricht sich für den Antrag Eickhoff aus und meint, wenn die Großbrauereien ihren Entschluß auf eine exorbitante Erhöhung der Bierpreise ausführen, können sich im nächsten Jahre alle Parteien zu einer neuen Steuer auf Bier entschließen. (Heiterkeit und Beifall.)
Rach weiteren Reden des Abg. Schrader (frs. Vgg.) und des Ministerialdirektors Kühn, der sich mit dem Antrag Eickhoff einverstanden erklärt, bemängelt
Abg. v. Vollmar (Soz.), daß sich die Verkehrsminister mit der Fahrkartensteuer einverstanden erklärt haben. Leider hat bei diesem Umfall der bayerische Verkehrsminister eine besondere Rolle gespielt. Mag die Pille den Ministern noch so bitter sein, das Reich sagt: Macht die Augen zu und schluckt hinunter! Und sie schlucken. Ein Teil des bayerischen Verkehrs wird über Wien usw. künftig abgelenkt werden.
Finanzminister Frhr. v. Rbeinbaben: Hier ist die Befürchtung ausgesprochen, der Fahrkartenstempel werde den Verkehr über Oesterreich und Frankreich ableiten. Demgegenüber kann ich nur feststellen, daß in diesen beiden Ländern ein solcher Stempel längst besteht und daß er in Oesterreich 12% beträgt. (Hört! hört! rechts, Unruhe links.) Ich habe indeffen nur das Wort ergriffen um einen Mann, der nicht hier ist, zu verteidigen. Der bayerische Verkehrsminister ist hart angegriffen worden. (Zuruf links: Warum ist er nicht hier?) Man sagt, er sei umgefallen. Ich weiß nicht, ob das der Fall ist. (Gelächter links.) Laffen Sie mich doch ausreden. Wenn das wirklich der Fall gewesen sein soll, so hat er die Bedenken, die er gehabt hat, wie so viele andere, gegenüber der Aufgabe zurücktreten laffen, die hier zu lösen vorliegt, er hat die Stärkung des Reiches über seine per-
Erschemt wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Umversttäts-Duchdruckerff 41. Jllhrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Neueste Telegramme.
Berlin, 20. Mai. Soeben hat sich unter dem Protektorat des Reichskanzler, des Kultusministers, des Reichstagspräsidenten und zahlreicher Persönlichkeiten, die der Gesellschaft an- 'aehören, ein Komitee gebildet zu dem Zwecke, den; Philosophen Fichte in Berlin ein Denkmal zu errichten.
Berlin, 20. Mai. Rach der „Nationall. Korrespondenz" wird der Schatzsekretär im Laufe des Sommers mit den Süddeutschen Finanz- Ministern eine Verständigung über eine Wehr- steuec herbeizuführen versuchen, die nach dem Vorbild einiger früheren süddeutschen Steuern ausgearbeitet werden soll.
Hamburg, 20. Mai. Prinz Heinrich von Preußen ist hier gestern eingetroffen. Er nimmt heute an der Hauptversammlung des Flotten- vercins teil und voraussichtlich auch an der Regatta des Norddeutschen Regattavereins. Bei beut offiziellen, vom Senat zu Ehren des Flot- tenvsreins im Rathaus gegebenen Festessen wird er aus Rücksicht auf die Trauer um dis Prinzessin Friedrich Karl nicht anwesend sein.
Haag, 20. Mai. Es gilt beinahe als sicher, daß die zweite Friedenskonferenz Ende Mai 1907 im Haag stattfinden wird.
Petersburg, 20. Mai. Wie aus Teheran gemeldet wird, flößt der Zustand des Schahs Beunruhigung ein. Die starke Hitze rief bei ihm anhaltende Ohnmächten hervor. Auch ist er akuten Gichtanfällen ausgesetzt.
Petersburg, 20. Mai. Die heute erwartete Amnestie ist nicht veröffentlicht worden. Als Grund dafür wird angegeben, daß das ^Ministerium des Innern trotz eifrigster Arbeit noch nicht über alle Persönlichkeiten, auf welche die Amnestie sich erstrecken soll, die erforderlichen Angaben erhalten hat. Infolgedessen wurde dis Erledigung des wichtigen Aktes auf den 27. ds. Mts., den Krönungstag des jetzigen Zaren- paares, verschoben.
London, 20. Mai. Wie „Daily Telegraph" meldet, wird die englische Kanalflctte binnen kurzem, voraussichtlich im Juli nach den Manö- vern, Kronstadt besuchen.
Peking, 19. Mai. In einer heute abgehal- tcnen Zusammenkunft des diplomatischen Korps teilten die Vertreter sämtlicher Regierungen mit, daß sie den Einspruch Englands gegen jede Veränderung in der Zollverwaltung unterstützen. Der britische Geschäftsträger Carnegie hat an die chinesische Regierung eine neue Note über den Gegenstand gerichtet, da die Antwort auf die erste Note nicht befriedigte. Vis zum Eingang der Antwort der chinesischen Regierung sollen keiye weitern Schritte geschehen.
Marburg
Dienstag. 22 Mai 1906.
mit dem Kreisblatt für die Kreise ^rarburg und Kirchhain.
SonntagsbeUager AlluttKrteS etontifMSMtrfi.
sönliche Neigung gestellt. (Zurufe und Unruhe links.) Diejenigen, die der Verantwortung für des Reiches Zukunft enthoben find, können allerdings anders handeln. (Lärm links.) Ganz anders aber steht die Sache für die Mehrheit» Parteien des Reichstages und für die Verbündeten Regierungen. (Lebh. Beifall rechts und in der Mitte, Unruhe links); die können nicht bb» sich mit der Negation begnügen (Oho! link), sondern sie müffen aus ihren Verantwortlichkeitsgefühl heraus es unternehmen, das Reich wieder auf die feste finanzielle Basis zu stellen und dem Reiche wirtschaftlich und finanziell das Ansehen wieder in der Welt zu verschaffen, dessen es bedarf. (Unruhe links. Sehr richtig! rechts und in der Mitte.) Die Mehrheitspar« teien wie die Vertreter der Verbündeten Regierungen haben sehr erhebliche Bedenken — ich scheue mich garnicht, das auszusprechen — gegen das eine oder das andere Projekt gehabt; aber maßgebend war für die Mehrheit als Motiv die salns publica (erneute grob- Unruhe links) und danach haben wir verfahren und werden wir verfahren. (Zischen und Lärm auf der äußersten Linken, lebhaftes Bravorufen rechts und in der Mitte.)
Abg. Dr. Wolff (wirtfch. Vgg.) (anfänglich wegen der Unruhe im Hause fast unverständlich): Die Fahrkartensteuer ist der unglücklichste Puntt bei diesen Steuervorlagen. Sie ist umso bedenklicher, als sie fast zu einer Zeit erscheint, wo die Tarifreform vorbereitet wird. Für unsere würt- tembergische Eisenbahn würde eine erhebliche Schmälerung der Einnahmen die Folge sein; das können sie nicht vertragen und umsoweniger, als wir mit Grund befürchten müffen, daß bei Durchgangsverkehr nach Oesterreich und Süddeutschland nach Möglichkeit herumgeleitet wird. Denn es ist ganz was anderes, ob ein Stempel neu eingeführt wird oder ob er schon lange besteht.
Nach weiterer Debatte wird der Antrag Eick hoff angenommen. Die ausschlaggebende Tarifnummer 7 wird in namentlicher Abstimmung mit 150 gegen 119 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen angenommen. Der Rest dieses Entwurfs wird debattelos angenommen, ebenso die Automobilsteuer und die Tantiemesteuer.
Beim Reichserbschaftsgeseh wird § 12 (Steuernskala) mit 205 gegen 42 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen angenommen. Im weiteren Verlaufe der Erörterung begründet Abg. Dr. Beumer (nl.) einen Antrag, die Staffelung bei mildtätigen Stiftungen wegfallen zu laffen. Nach kurzer Erörterung wird dieser Antrag gegen die Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten sowie der Abgg. Hieber (nl.), Westermann (nl.) und Dr. Arendt (Rp.) angenommen. Der Rest dieses Entwurfs wird ohne erhebliche Erörterung angenommen, ebenso die einzelnen Bestimmungen des Mantelgesetzes. Die Eesamtabstimmung über das Mantelgesetz ist namentlich. Die Vorlage wird mit 149 gegen
AolüAda und Salomea.
Roman von Erich Friesen.
V (Fortsetzung.)
Beunruhigt legt Bernardo die Hand auf den Arm des augenscheinlich Schwerleidenden.
Doch mit einer stumm-beredten Geste bittet der Marchese llmberto den Bruder, sich zu entfernen.
Als Bernardo die Tür hinter sich zugezogen hat. verharrt Umberto noch eine Zeitlang still, in sich versunken auf derselben Stelle. Er ist totenbleich. Seine Lippen zittern....
Nach und nach löst sich die Starrheit von seinem Körper.
Langsam schreitet er auf seinen eichengeschnitzten Schreibtisch zu, sich dabei wie stützesuchend an den Möbeln entlang tastend.
Vor der Photographie einer auffallend schönen Daine, deren große dunkle Äugen hoch- miitm aus dem goldenen, mit Rubinen verzierten Rahmen blicken, bleibt er stehen. Ein fast anbetender Ausdruck verklärt seine müden Züge, als er die Photographie in die Hand nimmt und sie lang anschaut — lange... lange...
,.O, meine Claudia!" murmelt er fast schluchzend in sich hinein. „Wenn ich die Ee- wiffensbisie nicht mehr ertragen kann, wenn ich glaube, umsinken zu müffen vor Scham und Reue, dann flüchte ich zu dir — zu dir, für die ich zum Verbrecher wurde. Dein Anblick hebt mich wieder empor aus dem Staube. Das Bewußtsein, dir deine letzten Lebensjahre vergoldet zu haben, stärkt mich und macht mich fähig, mein Kreuz bis zu Ende zu tragen. O, meine Claudia? Meine Claudia!!"
Leichte Schritte wecken ihn aus seiner schmerzlichen Versunkenheit.
Hastig fährt er sich mit der zitternden Hand über die Augen.
Dann stellt et die Photographie Wieder an ihren gewohnten Platz. _
Reichstag und Reichsfinavzreform.
Das schwierige Werk der Reichsfinanzreform wurde am Samstag vollendet. Die Gegner der Steuervorlagen brachten noch einmal ihre Bedenken zur Geltung, aber Finanzmrnrster v. Rheinbaben erklärte, die einzelnen Bedenken müßten hinter der Sorge für dre Zukunft des Reiches zurücktreten. In der Tat war es dre höchste Zeit, die Finanzen des Reiches endlich auf eine festere Grundlage zu bringen, und wenn auch manche der Steuern sich anfänglich unbe- auem bemerkbar machen, die Sorge um dre wirtschaftliche Wohlfahrt des Reichshausyalts nötigte zu der Beschaffung neuer Einnahmequellen, ohne daß man allzuviel Rücksichten nehmen durfte. Mit der Annahme der Personenfahr- karten-Stener, des Frachturkundenstempels und der Erbschaftssteuer ist die parlamentarische Entscheidung zu Gunsten der Regierung gefallen.
Die Verhandlungen des gut besuchten Hauses gestalteten sich ziemlich lebhaft Bei der Personenfahrkartensteuer begründet Abg. Lipinski (Soz.) seinen ablehnenden Standpunkt. Alle brauchbaren Steuern sind in der Kommission abgelehnt worden. Die höhere Steuer für die erste Klaffe ist noch lange nicht hoch genug. Die Haupterträge der Fahrkartensteuer will man aus der 3. Klaffe ziehen, die der kleine Geschäftsreisende benutzt und auf die bei weiteren Reffen auch der Arbeiter angewiesen ist. Die Fahrkartensteuer ist unsinnig und schädigt die Arbeiter. (Beifall b. d. Soz.)
Abg. Graf Kanitz (kons.): Meine Bedenken gegen diese Steuer haben sich seit der zweiten Lesung noch erheblich gesteigert. (Hör! hort! links). Die Einnahmen der Einzelstaaten werden zurückgehen, (sehr richtig! links) weil mancher künftig in einer niedrigeren Klaffe fahren wird. (Sehr richtig! links). Gleichwohl werde ich für die Vorlage stimmen. (Lachen links). Ich tue es in der Annahme, daß wir in absehbarer Zeit zu einer Staffelung der Fahrpreise gelangen werden, durch die die bei weiteren Entfernungen vorliegenden Härten in Wegfall kommen. (Beifall rechts.) .. .
Abg. Eickhoff (frs. Vp.) begründet einen Antrag, von der Steuer nicht nur die Militär- und Arbeiter-, sondern auch die Schülerfahrkarten freizulaffen. t „
Abg. Dr. Spahn (Ctr.) hat gegen den Antrag keine Bedenken. Gegenüber dem Grafen ~~ Als gleich darauf Jolanda, frisch und lieblich wie stets, eintritt, findet sie ihren Vater, anscheinend in ein wiffenschaftliches Werk vertieft, am Fenster sitzen. Sein Eesichtsausdruck ist ruhig; lebhafte Röte färbt seine Wangen.
Erleichtert atmet Jolanda auf. Seit Onkel Bernardo ihr mitgeteilt, daß ihr Vater leidend, ja schwer leidend sei, beobachtet sie ihn angstvoll.
Doch sie findet keine beunruhigenden Symptome Ach, sie ahnt nicht, welche Anstrengung es deni alten Manne kostet, seinem Kinde stets ein gleichmäßiges, zufriedenes Gesicht zu zeigen; ahnt nicht, daß die augenblickliche, fast übergesunde Röte nur die Reaktion der vorherigen ger- sterhasten Bläffe ist, daß das vorhin fsst stockende Herzblut jetzt mit doppelter Geschwindigkeit zu Kopfe schießt.
„Lieber, lieber Vater!" schmeichelt ne, indem sie den Arm um den Hals des alten Mannes legt und ihre runde Wange an seine eingefallene schmiegt. „Ich sah vorhin Onkel Bernardo mit rotem Kopf dein Arbeitszimmer verlaffen. ^ch fürchtete schon — Meinungsverschiedenheiten.... du hättest dich vielleicht aufgeregt “
Wieder umspielt jenes rührend traurige, saft hülflose Lächeln die Lippen des Marchese.
„Nein, mein Kind. Im Gegenteil. Onkel Bernardo hat mir einen trefflichen Vorschlag gemacht. Er hat bei mir ein gutes Wort für dich eingelegt."
„Ein gutes Wort? Für mich?"
„Ja, mein Kind? Er meint, es sei grausam von mir, den Tag deiner Vermählung ins unge- wiffe zu verschieben, nur weil ich mich noch nicht entschließen kann, dich von mir zu laffen."
Lebhafte Röte steigt in Jolandas ohnehin frisch-rosige Wangen.
„Nun?... Und du?" forschte fie eifrig.
„Er hat mich überzeugt, mein Kind. Ich lege eurer baldigen Vermählung nichts mehr in den Weg. Stelle den Tag mit deinem Vittorio fest — je eher, desto beffer."
Jolanda ist überglücklich, Ihre lebhaft^ frisq pnd ursprünglich empfindend« SStui
Blick entging seinem kindlichen Ohr und Auge. Er dachte und grübelte... fragte und forschte.^, kombinierte und zergliederte — bis er der für ihn mysteriösen Sache auf den Grund gekommen war.
Dann erst hatte er Ruhe.
Daß dieser so eigenartig veranlagte Jüngling sich die Juttsterei als Lebensberuf erwählte, ist unter solchen Umständen wohl natürlich. Sorgfältig gehüteten Geheimnissen nachspüren, verworrene Fäden entwirren und wieder zu- sammenspinnen, kniffeliges Belastungsmaterial sammeln und zu einem klaren Ganzen zusammenfügen — das bildete seit Jahren den Traum des Jünglings.
Was nun diesen ernsten, fast schweigsamen Mann vom ersten Augenblick ihrer Bekanntschaft an zu der reizenden Marchefina Jolanda Bonmartino hinzog, war ihre vollkommene Unbefangenheit, ihre natürliche, offene Art, sich z« benehmen. Bei ihr gab es nichts Verstecktes, nichts Berechnendes, nichts Geheimnisvolles.
Gerade der schroffe Gegensatz in den Naturen der Verlobten bildete neben ihrer aufrichtigen Neigung zueinander bisher das festeste Bindemittel zwischen ihnen.
Umso peinlicher berührte Vittorio Graziano jene plötzliche Erkenntnis, daß es in der Seele seiner Braut ein Winkelchen gibt, das er nicht kennt, daß augenscheinlich auch diese heiter-offene Mädchennatur etwas zu verbergen hat.
Wiederholt schon schwebte ihm die Frage auf den Lippen, warum sie ihn damals, als er sich nach dem Grunde ihrer Verstimmung erkundigt, so bestimmt zurückgewiesen; was es sei, daß i£ klares Auge seitdem sich öfters tote mit einem Schleier überziehe....
Doch immer wieder bebt er davor zuruck. Es Schon als Kind brachte er durch seine Gründ- I widerstrebt ihm, die Geliebte durch unerwünschte lichkeit, seinen außergewöhnlichen Spürsinn, die I Fragen, die rote Mißtrauen aussehen könnten, Mutter ost der Verzweiflung nahe. Kein unbe- > zu verletzen...... <
dacht hervorgesprudeltes Wort, keine noch so I Heute jedoch treibt er ihn mit Allgewalt zu -armlose Bemerkung, kein bedeutungsvoll« • Mer Aussprache mit seiner Kraut», _ . n
Vierteljährlicher Bezugspreis; btt oer E;pck>ition 2 Mh, 'M/» -Hü bei allen Postämtern 2,25 MN eexcl.Bestellgeld).
Jl2. 11 u JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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