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Marburg
Donnerstag. 17. Mai 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck md Verlag- Joh. Kug. Koch, UmversitätS-vuchdruckerei 41. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
Neueste Telegramme.
Berlin, 16. Mai. An den maßgebenden Stellen weiß man nichts von einer Begegnung des Kaisers mit dem Zaren, über die Gerüchte In den Blättern verbreitet waren. Natürlich ist damit die Möglichkeit, daß sie später doch stattfindet, nicht ausgeschlossen.
Berlin, 15. Mai. Graf Götzen, der bisherige Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, hat in einer Heilanstalt bei Dresden Aufenthalt genommen, ohne bisher Berlin besucht zu haben. Der Gesundheitszustand des Grafen soll wenig befriedigend sein und einen langen Kurgebrauch erfordern. Sein Nachfolger, Freiherr v. Rechenberg, hat sich zur Abwickelung der Geschäfte seines bisherigen Generalkonsulats von Berlin nach Warschau zurückbegeben.
München, 15. Mai. Nach einer Münchener Meldung der „Franks. Ztg." nimmt man in dortigen unterrichteten Kreisen an, daß eine Einigung unter den deutschen Bundesstaaten wegen Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf den verbesserten Wasserstraßen zustande kommen werde. Die Ursache der raschen Einigung zwischen Preußen und Bayern über die Mainkanalisierung sei bereits die vom bayerischen Verkehrsminister in Berlin abgegebene Erklärung gewesen, daß er für Schiffahrtsabgabe sei.
Paris, 15. Mai. Dem „Petit Paristen" wird aus London gemeldet, daß König Eduard von England dem Zaren anläßlich der Eröffnung der Duma ein langes Telegramm schickte, worin er ihn zu dieser Reform beglückwünschte. Der Zar beantwortete diese Depesche in gleicher herzlicher Weise auf drahtlichem Wege. In London wird behauptet, daß dieser Depeschenaustausch als ein günstiges Vorzeichen für die angestrebte Verständigung zwischen England und Rußland betrachtet werden müsse.
Paris, 16. Mai. Nach dem „Petit Paristen" wird die Regierung in der neuen Legislatur vom Parlament die Mittel für die Bewaffnung des Heeres mit einem neuen Gewehr verlangen.
Paris, 15. Mai. Den heutigen Ministerrat beschäftigten verschiedene Reformen, welche die Regierung der Kammer im Laufe der nächsten Legislaturperiode vorzuschlagen gedenkt. Unter den Reformen befindet sich auch die Einführung der Einkommensteuer. Der Finanzminister erhielt den Auftrag, einen Entwurf auszuarbel- ten, der der Kammer in der nächsten Session zugehen soll.
Cetinje, 15. Mai. Hier eingetroffenen Meldungen zufolge haben in den Dörfern Stöger und Baritsch muselmanische Nizams seit zwei Tagen gegen Christen gekämpft. Die Zahl der Toten und der Verwundeten ist noch nicht bekannt, doch soll sie ziemlich bedeutend sein. Die christlichen Familien sollen sich über die montenegrinische Grenze in Sicherheit gebracht haben.
9 (Nachdruck verboten.)
Jolanda nud Salomea.
Roman von Erich Friese«.
(Fortsetzung.)
Jolandas zuerst stumm bittender, fast ängstlicher Blick gewinnt än Festigkeit, während Sa- lomeas zornflammende Augen langsam einen weichen Ausdruck annehmen....
Und plötzlich, wie von einer unsichtbaren Macht getrieben, streckt Salomea beide Hände aus.
„Nein, Fräulein Boninartino!" rüst sie mit unterdrückter Leidenschaftlichkeit. „Ich verweigere Ihnen die gewünschte Aufkläruim nicht. Sie find gut und uneigennützig — ich lese es In Ihren Augen.... Darf ich ganz offen reden?"
„Ich bitte darum."
Jolanda zwingt ihre Stimme zur Festigkeit, und doch zittert eine leise Unruhe in derselben nach.
„Kommen Sie in mein Boudoir!" fährt sie ernst fort, indem sie sich mit der Hand über die Stirn stretcht. „Das Vogelgezwitscher, das Geschrei des Kakadus — es tut mir wehe. Dort sind wir ungestört."
Damit schreitet sie Salomea voran durch eine Flucht von Zimmern bis in das trauliche Boudoir. Wie zarter blauer Dust umfängt es die eintretenden Frauen.
Lange blauseidene, gestickte Vorhänge verhüllen zum Teil die hohen Fenster. Ein dicker, vergißmeinnichtblauer Teppich mit eingewirk- len, buntfarbenen Schmetterlingen bedeckt den Boden. Aus schwervergoldeten Vasen duften die herrlichsten exotischen Gewächse. Die mit matter blauer Seide aus^eschlagenen Wände zieren farbenprächtige Gemälde und kunstvoll beinalte venzianische Spiegels , • -
Frankreich.
Das vorläufige Ergebnis der Wahlen zur französischen Deputiertenkammer — über die 155 Stichwahlen wird am 20. entschieden werden — ist, wiewohl es die künftige Stärke der Parteien erst in Umriffen erkennen läßt, besonders nach zwei Richtungen bemerkenswert, weil sie entweder für die Beziehungen Deutschlands zu Frankreich nicht ohne Bedeutung sind oder durch ihre Rückwirkung auf deutsche Verhältniffe Bedeutung gewinnen können. Die rechtsstehenden Parteien, Nationalisten und Progressisten, haben schon jetzt empfindliche Verluste erlitten, andere stehen ihnen bevor. Es wäre aber eine arge Selbsttäuschung, daraus auf ein Schwinden des Nationalbewußtseins in Frankreich schließen zu wollen. Eher ist das Gegenteil der Fall. Die Vorgänge in der Kammer im Laufe und nach Abschluß der Konferenz von Algeciras haben gezeigt, daß bis weit hinein in die radikalen und sozialistischen Gruppen des Blocks der nationale Gedanke Wurzel geschlagen und in demselben Grade an Festigkeit und Stärke gewonnen hat, wie sich mit Hilfe des befreundeten England und infolge der fortschreitenden Bünd- nispolittk der Westmächte die Stellung der Republik in der weltpolitischen Arena verbeffert und befestigt hat. So erklärt es sich, daß bedeutende Wählermaffen, die bisher aus nationalen Rücksichten die klerikale Minderheit unterstützt hatten, nunmehr ihrer antiklerikalen Gesinnung durch das Eintreten für die republikanische Mehrheit Ausdruck geben konnten. Weit entfernt also, mit einem Wechsel in der auswärtigen Politik Frankreichs rechnen zu können, wird man sich in Deutschland der Tatsache nicht verschließen dürfen, daß hinter der auswärtigen Politik des Landes, die Bourgeois von Rouvier unverändert übernommen habe, in der nächsten Zukunft eine noch größere Mehrheit der Volksvertretung als bisher stehen wird.
In demselben Umfange etwa, wie der Kleri- kalismus an Stellung und Ansehen verloren hat, hat der Sozialismus gewonnen. Von den 421 bereits entschiedenen Wahlen fallen 73 auf sozialistische Radikale, 32 auf die vereinigten Sozialisten, die nunmehr mit allen ihren Führern in der Kammer vertreten sind, und 10 auf die unabhängigen Sozialisten, die aber auch, da sie in jedem Falle antiklerikal stimmen, dem Block zugerechnet werden dürfen. Wenn die Erwartungen über den Ausfall der Stichwahlen eintreffen, werden nach Beendigung der Wahlen die rein sozialistischen Gruppen ungefähr den dritten Teil des Blocks ausmachen. Unter diesen Umständen wird sich die Regierungspolittk weiter in den bisherigen Bahnen, d. h. in Zugeständnissen an die sozialistischen Agitatoren, bewegen müffen. Bald genug wird sich die deutsche Sozialdemokratie im höchsten Grade
Mit einer stummen Handbewegung ladet die Herrin dieses rosigen Raumes ihren East zum Sitzen ein.
Schweigend nimmt Salomea auf einem leuchtend blauen Sammetdivan Platz, während Jolanda sich etwas entfernt von ihr in einen niedrigen Fauteuil fallen läßt.
Kurze Zeit schweigt Salomea noch, während ihre Augen mit einem eigenen Ausdruck halb des Mitleids, halb des Triumphs, auf den schönen, reinen Zügen der jungen Marchesina ruhen.
Dann beginnt sie ihre Lebensgeschichte zu erzählen — kurz, schlicht, ohne irgend welche rednerische Floskeln.
Und je weiter sie spricht, je mehr sie das Elend schildert, in das ihre arme, kranke Mutter durch jenes unbegreifliche Testament des Vaters gekommen — umsö teilnehmender blicken Jolandas große Augen, umso beredter wird der Ausdruck ihrer lieblichen Züge....
Jetzt hat Salomea ihre trübe Geschichte beendet. Noch bleich von der tiefen Erregung, in die sie stets die Erinnerung an die Leiden der Mutter versetzt, starrt sie düster vor sich hin.
Leise steht Jolanda auf, geht auf die Jn- sich-Versunkene zu und legt die Hand auf ihren Arm.
Wie traurig, wie unsagbar traurig! Wie konnte Ihr Vater so ungerecht handeln!"
Salomea zuckte zusammen.
„Ich glaube nicht an jenes Testament," stößt sie atemlos hervor. Mein Vater liebte meine Mutter —“
„Ja, es ist seltsam, höchst seltsam!" murmelt 3olanba kopfschüttelnd. „Ich möchte mit meinem Bräutigam über Ihre Angelegenheit sprechen, Frau Belloni. Er ist ein sehr geschickter Staatsanwalt —" '
„Um Eotteswillen, nein!" ruft Salomea mit allen Zeichen d« Entsetzens. ^Jch habe Ihnen
selbstbewußt über den Fortschritt und Erfolg des Sozialismus in Frankreich vernehmen lassen und mit allen Kräften sich bemühen, aus diesem Verhältnis zwischen Regierung und Sozialdemokratie, wie es durch den Ausfall der Wahlen bestätigt ist, für ihre Zwecke Kapital zu schlagen. Unter den beiden erwähnten Gesichtspunkten bettachtet, kann daher das Ergebnis der französischen Kammerwahlen weder die Freunde einer deutsch-französischen Verständigung noch die Gegner der internationalen Sozialdemokratie befriedigen.
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Mai.
— Seine Majestät der Kaiser begab sich, wie aus Metz gemeldet wird, gestern Dienstag Morgen 5y2 Uhr nach der „Veste Kaiserin", um einer größeren Uebung beizuwohnen. Für die Uebung hatten die Pionier-Bataillone schon in der Nacht umfangreiche Arbeiten ausgeführt. Nach Eintreffen des Kaisers begann eine Angriffsübung, bei welcher der größte Teil der Infanterie-Regimenter der Garnison, die Artillerie, einige Abteilungen Kavallerie und die Maschinengewehrabteilung hinzugezogen waren. Auch die umliegenden Vesten beteiligten sich an dem Gefecht. Nach Schluß der Uebungen nahm der Kaiser in der Nähe der „Veste Kaiserin" einen Vorbeimarsch aller zur Uebung ausgerückten Truppenteile ab. Nach der Abnahme des Vorbeimarsches begab sich der Kaiser im Automobil nach Eravelotte, wo er die Gedenkhalle besuchte, und dann nach Rezonville, wo er das Quartier Kaiser Wilhelms während der Tage vom 16. bis zum 18. August besuchte. Gegen elf Uhr traf der Kaiser wieder in Metz im Generalkommando ein. Um %1 Uhr begab sich der Kaiser wieder in das Bezirkspräsidium, um beim Grafen und der Gräfin Zeppelin-Asch- hausen das Frühstück einzunehmen.
Nach dem Frühstück ließ sich der Kaiser im Garten des Bezirkspräsidiums durch den Oberstleutnant Schramm vom Sächsischen Futz-Artil- lerie-Regiment Nr. 12 Modelle alter griechischer und römischer Wurfgeschütze vorführen und empfing dabei den Vorstand des Vereins für lothringische Geschichte und Altettümer. Hierauf hörte der Kaiser den Vortrag des Metzer Lieder kanzes, welcher lothringische Volkslieder vorführte, die auf Wunsch des Kaisers vom Kapellmeister Wolffram mit Instrumentalbegleitung versehen worden waren. Der Kaiser dantte den Sängern mit sehr freundlichen Worten und wünschte den Liedern weiteste Verbreitung, besonders die Kinder möchten sie lernen. Der Kaiser empfing dann die Mitglieder des lothringischen Bezirksausschusses mit dem Präsidenten Jaunez an der Spitze. Um Sy2 Uhr verließ der Kaiser das Bezirkspräsidium, machte
meine traurige Lebensgeschichte erzählt, weil Sie es dringend wünschten. Kein anderer darf sie je erfahren. Vergessen Sie was ich Ihnen mitteilte! Vergessen Sie alles — auch mich.....
Wir werden uns nie wieder im Leben begegnen ich bin tot für Sie. Verstehen Sie mich, Fräulein Bonmartino? Tot und begraben!"
Salomeas Benehmen ist so seltsam — etwas wie Angst packt Jolanda.
Erst jetzt fallen ihr jene Worte ein, die sie vor kurzem beunruhigt, um deretwillen sie diese Unterredung herbeigeführt:
„Ich will Ihre Ruhe nicht stören! Ich will Ihre Ruhe nicht stören!!"
Und plötzlich bedeckt leichte Bläffe das frische, rosige Gesicht. In den sanften Taubenaugen zuckt es auf wie ein Blitz der Bekenntnis.
Ganz nahe tritt sie an Salomea heran, die ihre volle Ruhe und Selbstbeherrschung wiedergefunden hat.
„Frau Belloni —“ haucht sie mit angehaltenem Atem, indes ihre Finger sich krampfhaft ineinander schlingen — „Frau Belloni! Wie ist Ihr Mädchenname? Wie hieß Ihr Vater?"
„Fragen Sie mich nicht? .... Lassen Sie mich —"
„Wie hieß Ihr Vater?" wiederholte Jolanda dringender. „Wie hieß Ihr Vater?"
Noch immer zauderte Salomea.
Dann sagt sie fest, mit durchdringend klarer Stimme:
„Wie mein Vater hieß? . . . Sein Name war — Bonmattino . . . Marchese Roberto Bonmartino!"
„Großer Gott!"
Das Antlitz mit beiden Händen bedeckend, stuft Jolanda auf einen Stuhl.
Lange Pause. — Totenstille.
Dem leidenschaftlich erregten Mädchen ist es, Ms höre es das stürmische Pochen des eigenen Herzens in dieser unheimlichen Stille,
der Witwe des Generals Stötzer einen Besuch und kehtte dann im Automobil nach Schloß Ur- ville zurück.
— Die Leiche der Prinzessin Friedrich Karl von Preußen traf gestern Vormittag, begleitet von dem Prinzen Fttedrich Leopold von Preu- ßen, mittels Sonderzuges von Gotha in Potsdam ein. Auf dem Bahnhof war anwesend di« Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen. Gestern Abend wurde die Tote nach Nikolskoe Lbergeführt, wo die Beisetzung am 19. d. M. stattfinden soll. — Zur Teilnahme an der Beisetzung wird die Kaiserin am Donnerstag Abend von Frankfurt nach Wildpark fahren. In Gießen trifft sie mit dem von Metz kommenden Kaiser zusammen, mit dem sie gemeinschaftlich die Reise nach Wildpark fortsetzt, wo die Ankunft Freitag früh erfolgt.
— Im Befinden des Prinzen August Wilhelm, der an einer Erkältung erkrankt war, ist eine Besserung eingetreten. — lieber den Gesundheitszustand des Prinzen Eitel Friedrich waren allerhand ungünstige Gerüchte verbreitet; u. a. hieß es sogar, der Prinz sei auf dem Truppenübungsplatz Döberitz von einem Schlaganfall betroffen worden. Auf Grund sicherster Information kann mitgeteilt werden, daß an allen diesen Gerüchten kein wahres Wort ist.
— Der Seniorenkonvent des Abgeordnetenhauses machte für die Eeschäftslei- tung folgende Vorschläge: In dieser Woche sollen noch erledigt werden die Hercynia-Vorlage, die Vorlage über die Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten und die Knappschaftsvorlage. Der Donnerstag und der Sonnabend sollen ganz und der Montag der nächsten Woche halb für Fraktionssitzungen freibleiben. Die zweite Beratung des Schulunterhaltungsgesetzes soll am 22. d. M. beginnen und vor Pfingsten beendet werden. Die dritte Beratung erfolgt dann am 7. Juni.
Parlament arikbe?.
Deutscher Reichstag.
* Berlin, 15. Mal.
Der Reichstag erledigte am Dienstag zunächst die dritte Lesung der Diätenvorlagen. Abg. v. Staudy fkons.) teilte mit, die Mehrheit seiner Freunde stimme gegen die Gewährung von Diäten, die vorwiegend der Sozialdemokratie zugute kommen würden. Der Bundesrat hätte Kompensation beim Reichstagswahlrecht fordern sollen; die Verfaffungsbestimmungen der Einzelstaaten seien nicht geschont. Diesen Bedenken trat Staatssekretär Graf Posadowsky entgegen. Abg. Preiß (6If. Lothr.) wandte sich gegen die Anwesenheitskontrolle. Als grundsätzlicher Gegner von Diäten bekannte sich er-
Was hatte die Frau da vorhin gesagt? Sie glaube nicht an die Echtheit des Testaments? Wie darf sie es wagen--wen beschuldigt
sie--
Mit fliegender Hast streicht Jolanda sich die schweren Haarmassen aus der erhitzten Stirn und zwingt sich gewaltsam rur Ruhe.
„Was Sie da mir erzählten, meine liebe Frau Belloni, ftingt sehr traurig," sagt sie langsam, und es mischt sich sogar etwas wie Hochmut in den forciert kühlen Ton ihrer Stimme. „Auch zweifle ich keinen Augenblick daran, daß Sie tatsächlich ein nachgeborenes Kind aus meines Großvaters zweiter Ehe sind. Was Sie mir aber von Ihren Zweifeln betreffs der Echtheit des Testaments sagen, ist Wahnsinn."
Salomea zuckt die Achseln.
„In Ihren Augen natürlich. Fräulein Bon- marttno. In den meinigen nicht. Aber Sie begreifen nun, weshalb ich die Stelle bei Ihrem Herrn Vater nicht annehmen konnte!"
„Ja, ich begreife. Und ich danke Ihnen für ?;hr Zartgefühl. . . . Trotzdem — ich wieder- ols: das Testament ist echt, muß echt sein! Lassen Sie jenen unsinnigen Gedanken ruhen, Frau Belloni!"
Leises Lächeln zuckte um Salomeas stolze Lippen.
„Reden wir nicht mehr davon! Der Zweck meines Besuches ist erfüllt. Sie kennen jetzt den Sinn meiner damalige" .votte: ..Ich will Ihre Ruhe nicht stören". Wenn Sie nun den- noch beunrnhiat sind, Fräulein Bonmartino meine Schuld ist es nicht. Leben Sie wohl!"
Einen Augenblick ruhen beider Hände ineinander.
Dann gleitet Jolanda ihren Besuch wortlos wieder zurück durch die Reihe der Prachtgemächer bis hin zum goldstrotzenden Empfangssalon.
Gleich darauf ist auch dieser leer. -/ lFortsetzung folgt.)