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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Zweites Blatt.
Die heutige Nummer umfaßt
12 Seiten.
Heimatsschutz.
Es gibt einen Schutz der Heimat gegen den Nutzeren Feind. Für ihn ist das Bollwerk des Heeres errichtet. Es gibt auch einen Schutz der Heimat gegen innere Feinde. Es brauchen das «icht gerade politische Parteien zu sein. Um die Heimat zu schützen, müssen wir auch den riick- fichts- und gedankenlosen Nützlichkeitsstand- t'unkt bekämpfen, die geschmacklose Neuerungs- rucht, den Mangel jedes geschichtlichen Sinnes Lnb kräftigen Stammesbswutztseins, und diese Art Heimatsschutz ist es, die jüngst auch in einer Mrsammlung der Bodenreformer erörtert und gefordert wurde.
i Was ist die Heimat, die wir schützen sollen jiinb wollen ? Scheinbar ist es leicht, eine Definition dieses Begriffes zu geben. Es ist die Melle, wo wir geboren und erzogen sind. Doch 'erschöpft diese Erklärung den Wortinhalt nicht sganz. Wir kehren beispielsweise nach jahrelanger Abwesenheit aus der Fremde zurück nach jbent Orte unserer Jugendspiele. Dort, wo das liebe Vaterhaus gestanden hat mit seinen alter- 'tümlichen Erkern und Balkonen, mit dem spitz- äiebligen Dach, mit der verschnörkelten Sand- ffleinsassade, erhebt sich nunmehr ein äußerst praktischer Neubau mit gradlinigen Fenstern und symmetrisch eingeteilter Vorderfront. Statt des altertümlichen Kirchendaches, an dem unsere Kinderaugen so oft hingen, erhebt sich vielleicht ein mit reichem Schmuck versehener Neubau. Anstelle der winkeligen, hügeligen Gaffen Jir.b breite Straßenzüge, von glänzenden Häuserzeilen eingefaßt, getreten. Die alten Bäume sind gefällt, die alten Tore niedergeriffen. Enttäuscht und ernüchtert stehen wir dann vor diesem vollständig veränderten Bilde. Das ist zwar geographisch genau der Heimatboden, den unsere Seele in der Fremde sehnend suchte, aber 'es ist doch nicht die Heimat, nach der wir Heim- iweh hatten. Diese Heimat ist das Gesamtbild, .welches sich der jugendlichen Seele tief einprägte und nimmer daraus verlöscht werden ifonitie in späteren Tagen, deffen Reiz und geschichtliche Bedeutsamkeit durch keinerlei noch so praktische Nutzbauten moderner Art ersetzt wer- ,deu kann. Diese Heimat zu schützen gegen eine unnötige und gedankenlose, angeblich im Dienste der Neuzeit und ihrer Anforderungen ■geübte Zerstörungssucht ist wahrlich eine würdige Aufgabe, zu deren Erfüllung sich die Besten
aller Stände des Volkes zusammenschließen sollten. Die Pietät, nicht nur für die Personen, sondern auch für ehrwürdige leblose Dinge aus vergangenen Tagen, nicht minder aber die Sorge für die Unversehrtheit der heimatlichen Naturschönheiten, der Sinn für den Wert der geschichtlich gewordenen Heimat in ihrem ursprünglichen Rahmen ist eine nationale Tugend. Denn aus den tausend Quellen dieser im besten Sinne partikularistischen Neigungen entsteht, sie alle zusammenfaffend, die Bodenständigkeit/ die Heimatsliebe, das Nationalgefühl des gesamten Volkes.
Nicht etwa blind und gedankenlos, nicht ohne Rücksicht und Verständnis soll der wahre Heimatsschutz jede Entwicklung hemmen, nicht sich entgcgenstellen als ein bedingungsloser Lobredner des Vergangenen den Bedürfniffen der neuen Zeit. Nur einem rücksichtslosen Industrialismus, einem verständnislosen Philistertum, einer unnötigen Neuerungssucht soll er die gebührenden Schranken weisen. Wem die wild tosenden, in Atome zerstäubenden Waffermas- sen des Rheinfalls oder des Trollhätta nichts weiter sind als ein Mittel, um Riesenturbinen zu treiben, um als elektrische Kraftquelle zu dienen, wem die schöngeschwungenr, waldum- rauschte Gebirgskuppe nichts weiter ist als ein zweckmäßiger Bauplatz für ein riesiges Fremdenhotel, wem die himmelansteigende Felswand nichts anderes bedeutet als eine bequeme Fläche, um darauf in haushohen Buchstaben irgend eine Schuhwichse oder Seife anzupreisen, kurz, wer die Verhunzung des heimatlichen Landschasts- bildes durch solche von öder Gewinnsucht diktierte Geschmacklosigkeiten nicht begreift und für bekämpfenswert hält, der freilich ist den edlen Bestrebungen des Heimatschutzes verloren.
Tausend Dinge gibt es, die geschützt, gehegt und gepflegt werden können als ehrwürdige und schöne Erbstücke der gewerblichen und künstlerischen Tätigkeit unserer Vorfahren, tausend Dinge, die der heimatlichen Landschaft eigentümlich sind und ihr einen besonderen Reiz verleihen, ohne daß sie darum dem berechtigten Fortschritte ein wirkliches Hemmnis sind. Sie alle aber bilden die charakteristischen Merkmale unserer Heimat, die mit lebensvoller Deutlichkeit in unserer Erinnerung sich geltend machen, plastisch greifbar vor unferm inneren Auge stehen, wenn in der Fremde irgend ein äußerer Anlaß die Vorstellung der Heimat in uns auslöst und aus dem Dunkel des Unbewußten über die Schwelle des Bewußtseins trägt. Wenn der Schweizer fern von seinem Berglande die Töne des Kuhreigens hört, dann steigen die eisigen Firnen, die grünen Halden, die ragenden Bergwände vor ihm auf und unwiderstehlich zieht es ihn hin aus Prunk und Pracht der Fremde zu den natürlichen Schönheiten der Alpenwelt.
Heer und Flotte.
1 — Der Kaiser hatte vor einiger Zeit den Bildhauer Prof. Max Unger nach Potsdam zur Audienz berufen. Wie bekannt wird, handelte es sich um eine Rücksprache wegen der Gestaltung der Denkmäler für die Gefallenen von Jena und Auerstädt. Die Ausführung beider Werke ist bekanntlich Prof. Unger übertragen. Die Werke sollen in Vierzehnheiligen und in Haffenhausen aufgestellt werden, in jenen beiden Orten, deren Besitz die Schlachten vor 100 Jahren entschied. Das Denkmal zu Vierzehnheiligen wird dem Andenken aller in der Schlacht bei Jena gefal- ■lenen Offiziere und Soldaten der verbündeten preußisch-sächsischen Truppen geweiht, das bei Haffenhausen gilt den in der Schlacht bei Auer- sicidt gefallenen Preußen und Soldaten des wei- marischen Scharfschützenbataillons. Die Form der beiden Denkmäler wird eine gleichartige, sie erhalten eine ganz einfache Gestalt. Die Ent- qullung ist zum 14. Oktober vorgesehen.
“ tttue Rangliste der König!. Preußi- sthen Armee und des 13. (Königlich Württemberg!,chen) Armeekorps für 1906 mit den Dienstalterslisten der Generale und der Stabsoffiziere und einem Anhänge, enthaltend das Reichsmilitärgericht, die Marine-Infanterie, Kaiserlichen Schutztruppen und die Gendarmerie-Brigade in Elsaß-Lothringen, ist soeben im Verlag von E. jC. Mittler u. Sohn, Berlin SW. 68, erschienen s(Preis: Geheftet 7,50 J*,, in Leinwandband {B .ft). Sie wird bekanntlich als einzige amt- sliche Ausgabe in der Geheimen Kriegskanzlei itebigiert und schließt in diesem Jahre mit dem Dtand vom 6. Mai ab. Gleichzeitig liegt auch Bie im Marinekabinett redigierte neue Rang; liste der Kaiserlich Deutschen Marine für das
Jahr 1906 vor (Geheftet 2,50 .ft, in Leinwandband 3,25 .ft) sowie die Rangliste von Beamten der Kaiserlich Deutschen Marine 1906 (Geheftet 2 M, in Leinwand 2,60 .ft). Nicht nur bei der Armee und Marine, sondern auch im öffentlichen Verkehr und geschäftlichen Leben befinden sich diese wichtigen Nachschlagebücher tagtäglich in Benutzung. Sie seien wegen ihrer Unentbehrlichkeit und praktischen Brauchbarkeit bei ihrem Neuerscheinen wieder aufs beste empfohlen.
— lieber den Uebungsplan der aktive« Schlachtflotte bis zum Herbst verlautet: Es werden zwei große llebungsreisen von je fünfwöchiger Dauer abgehalten werden. Die Schiffe ankern nur während der Kieler Woche und etwa zwei Wochen vor dem Beginn der großen Herbstübungen auf der Ostsee. Die erste Reise begann am 5. Mai, die Hebungen finden in der Nordsee mit Helgoland als Stützpunkt statt. Es beteiligen sich 16 Linienschiffe, 9 Kreuzer, die Schul- und Manöverflottille, insgesamt 47 Kriegsschiffe und Kriegsfahrzeuge, das größte Geschwader, das je bei einer Frühjahrsübung der heimischen Kampsflotte zusammengezogen war. Die zweite Reise beginnt in der ersten Hälfte des Juli. Nach der Heimkehr treffen die Schiffe ihre Vorbereitungen für die Herbst- Übungen, die in der ersten Hälfte des September abgehalten werden.
— Daß der Bau eines kleinen Kriegshafens an der Rordspitze der Insel Sylt, der schon in der dänischen Zeit angeregt worden, jetzt erneut ins Auge gefaßt werde, ist zwar wiederholt offiziös in Abrede gestellt worden, doch wollen die Gerüchte darüber nicht verstummen. In der Tat eignet sich die kleine Bucht des Königshafens, die von der Hakenförmigen Landzunge
Soll er dann die Schroffen und Gletscher durch industrielle Etabliffements verunziert finden?
Man beginnt bereits sich zu wehren gegen die Verschimpfterung der schönsten Aussichtspunkte und der historisch ehrwürdigen Stätten durch störende Hotelbauten. Erst letzthin haben Schweizer Bürger die Rütliwiese angekauft, auf der nach Heberlieferung die nächtliche Zusammenkunft der Eidgenoffen zur Beratung der Freiheitsbewegung gegen die österreichischen Fronvögte stattgefunden haben soll, um sie gegen eine drohende Verwendung zu prosaischen Nützlichkeitszwecken zu schützen. Auch die Bergbahnen spielen hier eine große Rolle. Mancher aussichtsreiche Bergriese hat wohl an seiner majestätischen Erhabenheit dadurch eingebüßt,, daß man den Schienenstrang auf seinen Gipfel führte. Jndcffen muß man, um gerecht zu sein, doch anerkennen, daß hie und da das Landschaftsbild durch die Vahnbauten auch an Belebung gewonnen hat, und vor allem, daß unendlich vielen, die Herz und Verständnis für die Natur haben, der Besuch jener Berge, der Genuß der herrlichen Aussichten erst ermöglicht worden ist. Mit Recht haben auch die öffentlichen Gewalten als . ihre Aufgabe anerkannt, im angemeffenen Rahmen Heimatsschutz zu treiben. Man hat durch Gesetze und Polizeiverordnungen die Verunzierung lieblicher Flußufer, insbesondere der Rbein- und Saalelandschaft, durch Reklameschilder verboten. Die Provinzen haben öffentliche Konservatoren (Erhalter) als berufene Beamte in den Verschiedenen Bezirken angestellt, damit nicht der Unverstand und die Gleichgültigkeit die Zerstörung historischer Baudenkmäler unbehindert betreiben könne. Zu jeder Zeit kann der Konservator sein Veto gegen eine etwa geplante Zerstörung, die zu seiner Kenntnis kommt, einlegen. - -
Daß ein gewißer Zwang in solchen Dingen nicht wohl zu entbehren ist, läßt sich leicht an einzelnen Beispielen klarlegen. Unsere Nachbarresidenz Potsdam hat noch aus der Zeit des absoluten Königtums, als die dort residierenden Könige von Preußen meistens auch noch die Bauherren für alle dort aufgeführten Häuser und öffentlichen Gebäude waren, ein sogenanntes Faffadengesetz, d. h. den jetzigen privaten Eigentümern ist durch grundbuchliche Eintragung die Verpflichtung auferlegt, die historische Fassade ihres Hauses nicht ohne Einwilligung der zuständigen Hofbaubehörde zu ändern. Vielfach wurde das als Belästigung empfunden, aber das historische Stadtbild ist dadurch erhalten worden. Als vor einigen Jahren dort „im Jn- tereffe des Verkehrs" das althistorische Berliner Tor niedergeriffen werden sollte, da legten die zuständigen Aufsichtsbehörden ein Veto dagegen ein — und siehe da, es ging auch so. Man legte das Tor frei und führte rechts und links davon Straßen herum. Der Verkehr kam so zu seinem
Recht, und das historische öffentliche Bauwerk blieb erhalten. In ähnlicher Weise ist man beispielsweise auch in Lübeck mit den hoch intereffanten ehrwürdigen Stadttoren versah ren. Die Sorgfalt, welche hier einer königlichen Residenz zuteil wurde, sie kann an tausende« und abertausenden von Stellen unseres Lande- mit Erfolg an Natur und Kunst geübt werden.
Es genügt nicht, die künstlerischen und gewerblichen Erzeugniffe einer verfloffenen Zeit, ihre Gewohnheiten und Hebungen, ihre Trachten und Feste nur in Büchern zu beschreiben, ir Museen aufzustapeln und in Bildern und Stulp, tuten festzuhalten. Nur verhältnismäßig wenige haben davon den Nutzen. Sie möglichst lebendig in ihrer Umgebung, in der Hebung des Volks zu halten, das ist eine Aufgabe, welche im Zusammenwirken mit den berufenen öffentlichen Faktoren der privaten Vereinstätigkeft ein reiches und lohnendes Arbeitsfeld bietei So hat sich beispielsweise auf dem letzten Nie dersachsentage eine Anzahl Personen zusammen' getan, um innerhalb ihres Heimatsbezirks Heimatsschutz zu üben in folgenden Gruppen: 1, Schutz der heimatlichen natürlichen Landschaft, einschließlich der Pflanzen- und Tierwelt; 2 Schutz der heimatlichen Eeschichts- und Kunst denkmäler; 3. Schutz des heimatlichen Volkstums in Sprache, Sitten und Gebräuchen, Volkstrachten, ländlicher Bauweise und andern typischen Zügen. Gleiche Bestrebungen verfolge« die Vereine zur Pflege heimischer Denkmäler, zur Erhaltung alter Burgen, die verschiedene« Altertumsvereine, die Vereine für Volkskunde, Auch die Verschönerungsvereine und die Vereim für Hebung des Fremdenverkehrs sollten sich im wohlverstandenen Interesse ihrer Bestrebung u in den Dienst dieser dankbaren Aufgabe stellen, die übrigens auch in unserm Kaiser einen stete» und mächtigen Förderer gefunden hat. Dor allem aber soll die Presse als Kulturfaktor der Neuzeit ein Förderer dieser Ziele fein. Auch wir wollen diese Pflicht erfüllen. Denn dadurch mittelbar wird das Volk gefestigt und gekräftigt zur Erfüllung seiner großen nationalen Ausgaben.
Umschau.
Deutschlands Eewerbe und Handel im Bergleich zum Auslande.
Sowohl vom sozial- wie vom wirtschaftspolitischen Standpunkt aus wäre ein genauer Aufschluß über die Frage, wie sich das Bild von Deutschlands Gewerbe und Handel im Vergleich zum Auslände stellt, sehr erwünscht. Von großem Interesse wäre es, zu erfahren, ob das Ee- samtgewerbe in anderen Ländern ähnlich wie bei uns entfaltet ist, welche Gewerbezweige da die größte Verbreitung haben, in welcher Weis« Klein- und Großbetrieb, Einzel- und Gesell-
gebildet wird, welche vom nördlichen Teil der langgestreckten Insel ausgeht, dazu recht gut. Sie ist, hauptsächlich durch die gerade dort in der Nähe des Dorfes List befindliche sehr hohe Düne, vollkommen geschützt und Verhältnis mäßig tief. Der Zugang zur Bucht von der See her wird durch das sogenannte Lister Tief gebildet, ein schmales und ebenfalls verhältnismäßig tiefes Fahrwasser zwischen der Nordspitze Sylts und der Südspitze der sich nach Norden hin anschließenden Insel Röm. Die Wafferverhältniffe genügen wohl für Torpedofahrzeuge, die bei schwerem Wetter schon oft hier Zuflucht und Ankergrund gesucht haben. Immerhin ist der Raum mit hinlänglich tiefem Wasser nur gering, doch ließe er sich zweifellos durch Baggerarbeiten, zweckmäßig angelegte Dämme usw. wesentlich erweitern und vertiefen. Dabei ist die Zufahrt von außen recht schmal und bei schwerem Wetter durch heftige Küsten- strömung auch nicht immer leicht zugänglich. Jedenfalls wäre es, wie in einem längeren Artikel der „Kieler Reuest. Nachr." eingehend dar- gelegt wird, sehr vorteilhaft, in einem Kriege, wo wir auf die Defensive angewiesen sind, auch hier einen Stützpunkt zu haben. Denn für den Feind wird eine Heberwachung unserer Küsten um so schwieriger, je größer die Zahl unserer Stützpunkte ist und je weiter diese von einander liegen.
— Nach dem soeben bekannt gegebenen Programm für die diesjährige« größeren Truppenübungen in Italien finden große Manöver diesmal nicht statt; man scheint sie neuerdings alle zwei Jahre abhalten zu wollen. Den Generalkommandos ist gänzlich überlassen, wann und in welcher Ausdehnung sie die üblichen Gefechtsschießen, Hebungslager oder Feldmanöver aus
führen und welcher Art sie den Vorzug geben wollen: sie haben sich nur inerijalb der Grenze» der bewilligten Gelder zu halten und die ange. setzten Einbeordnerungszeiten für die Mannschaften des Beurlaubtenstandes, in der Hauptsache Jahrgang 1881, zu berücksichtigen. Anein- andergrenzenden Armeekorps ist, unseres Wissens zum ersten Male, da früher solche gemeinsamen Hebungen immer von der Zentrglstelle befohlen worden, gestattet, Manöver der unterstellten Truppen gegeneinander zu vereinbaren; hierbei darf auch Kavallerie zu weitausgreifen- den Erkundungen verwandt werden. Im Bereiche des ersten Armeekorps (Turin) wird aue . Mannschaften der Mobilmiliz (Landwehr) ein Divisionslager eingerichtet. Auch das ist tm Vergleich zu dem Brauch der letzten Jahrzehnte eine Neuerung, denn früher übten Mobilmiliz- Brigaden und -Divisionen nur während bet Manöver im Anschluß an Truppen des stehende« Heeres. Die neue Einrichtung scheint den Vorzug zu verdienen. An besonderen Truppenübungen sind noch weiter zu erwähnen: achttägige Hebungen einer starken Alpini-Erupp« im Bereiche des 3. Armeekorps (Mailand), zweite Hälfte des Augusts; ein größeres Kavallerie-Exerzieren im Bereiche des 5. Armeekorps (Verona), und zwar auf 20 Tage, von Ende August ab; ein Kavallerie-Divifions-Hebungs- lager für vier Regimenter in der ersten Hälfte des Septembers bei Capua im Bereich des 10. — neapolitanischen — Armeekorps; dann in jedem Korps Manöver mit Kaders und im Bereiche des 6. (Bologna), 9. (Rom) und 11. Armeekorps (Sari) noch je eine Belagerungs- übung mit Kaders. jpp-.--.-. ‘