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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: ZlluktrirteS SonntaaSblatt.

M 111

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Marburg

Sonntag. 13. Mai 1906.

Erscheint wöchentlich Neben mal.

Druck imb Verlag' Joh. Aug. Koch, UntversitätS-Duchdruckerel 41. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Lehrlingshaitung und Fachschulen.

Ostern ist stets ein Wendepunkt im Leben einer großen Anzahl junger Leute. Don den in den Werkstätten befindlichen Lehrlingen haben hier und da einige ihre Lehrzeit beendet, und nach Ablegung der Gesellenprüfung und Vor­weisung desGesellenstückes" sind sie von der Lehre los- und dem Gesellen- bezw. Eehilfen- stande z"gesprochen worden. Der Meister aber, bei dem die Lehrstelle nun verwaist ist, hat sich nach einem neuen Lehrling umgesehen.

Es ist nicht so leicht, heutzutage einen Lehr­ling zu bekommen, besonders wenn manklei­ner" Meister ist. Von der großen Masse der Jungen, die ihre Schulzeit beendet haben, muß der Teil, dessen Angehörige Halbwegs die Mit­tel dazu haben,studieren", d. h. sie besuchen eine höhere Schule. Für solche Leute ist das Handwerkzu gering". Ein anderer sehr gro­ßer Teil, der Arbeiterstand, schickt seine Kinder in die Fabrik. Nicht aus Verachtung für das Handwerk, sondern aus dem Zwange bitterer Notwendigkeit heraus; der Junge muß bald verdienen. Bleibt ein verschwindender Bruch­teil derer, die noch das Handwerk ehren und für ihre Söhne usw. eine Lehrstelle suchen. Aber auch hier wird eine genaue Auswahl getroffen, und man wird seinen Jungen lieber in eine große Werkstatt geben, itr der der angehende Handwerker auch Gelegenheit erhält, die im Fach gebräuchlichen Maschinen kennen zu lernen, als zu einem kleinen Meister. Welches bester ist, das zu untersuchen, würde hier zu weit führen und könnte ohne Widerspruch der einen oder anderen Stelle garuicht erörtert werden. Die Ansichten hierüber sind sehr geteilt.

In der Lehre nun erhält der Lehrling drei, auch vier Jahre lang eine wie man voraus­zusetzen berechtigt ist gewissenhafte praktische Ausbildung. Wenn sich Bestrebungen bemerk­bar machen, solchen Lehrlingen, die bestere Schulbildung, ja sogar das Einjährigen-Zeug­nis haben, eine Lehrzeit von nur zwei Jahren zu gewähren, so haben die Handwerkskammern zumeist eine gewistenhafte Vorprüfung verlangt und sich den Entscheid von Fall zu Fall Vorbe­halten. Man darf wohl sagen, daß eine drei­jährige Lehrzeit den Bedürfnissen des Hand­werks am besten entspricht: das erste Jahr die Roharbeiten, das zweite die Klein- und Fein- arveiten, das dritte Jahr die Uebung; nebenbei muß natürlich für die drei Jahre lang gewährte Kost und Wohnung oder das Kostgeld doch auch ein Aequivalent geschaffen werden, und dafür ist die geleistete Arbeit des dritten Jahres herz­lich wenig.

6 (Nachdruck verboten.)

Jolauda und Salomea.

Roman von Erich Friesen.

(Fortsetzung.)

Als ich zwölf Jahre war, starb meine Mut­ter. Ich blieb allein, hülflos, verlaßen auf Madeira zurück. Eine reiche englische Dame, die ihrer Gesundheit wegen einige Zeit auf Ma­deira weilte, nahm mich aus Mitleiden zu sich als Spielgefährtin ihrer gleichaltrigen Tochter, und erlaubte mir auch später, sie nach Rom zu begleiten, wo ich mit dieser Tochter zusammen ein paar Jahre lang guten Unterricht genoß. Mit kauin siebzehn Jahren aber heiratete das junge Mädchen einen Engländer und kehrte mit dem Gatten und der Mutter nach der Hei­mat zurück. Ich war wieder auf mich selbst an­gewiesen. Ich half mir durch, so gut es eben ging, unter Hunger und Entbehrungen jeder Art, bis ich eine Stelle als Verkäuferin in einem Wäschegeschäft erhielt. Meine Verwandten um Unterstützung zu bitten dazu war ich zu stolz. Auch hatte meine Mutter ja ihr Wort verpfän­det, sich ihnen nie wieder zu nähern. Dieses Wort war mir heilig. Ich wäre lieber gestorben, als daß ich es gebrächen hätte. Auch hegte ich stets eine unüberwindliche Abneigung gegen meine Stiefbrüder, besonders gegen den jüngern.

Salomea hat die Hände im Schoß gefaltet. Ein bitterer Ausdruck, der sie um Jahre gealtert erscheinen läßt, lagert auf ihren Zügen.

!Armes, armes Weib!" murmelt Carlo Velloni tief ergriffen.Was mußt du gelitten haben!"

\ Sie schüttelt den Kopf.

Ich will nicht davon sprechen, was ich ge­litten Labe. Aber meine Mutter, meine arme.

Zu der praktischen Lehre an der Werkbank, dem Arbeitstisch, ist nun seit langem eine theo­retische getreten: die Lehre in der Fachschule. Seit mehr als fünf Dezennien schon bestehen Fortbildungsschulen im deutschen Reich, die an­fänglich lediglich Wiederholungsschulen waren, um den Schülern nochmals den Lehrstoff der Volksschule einzuprägen. Von einer Vorbildung für einzelne Fächer konnte gar keine Rede sein. Das hat sich aber bedeutend geändert. Wir ha­ben jetzt gewerblichen Fachschulunterricht, der, was das Gewerbe anbetrifft, nach Möglichkeit versucht, den die Schule besuchenden Lehrling in seiner Bildung zu fördern.

Daß aber eine Fortbildungsschule für alle Gewerbe nicht zur speziellen Weiterbildung des Einzelnen beitragen kann, dürfte verständlich sein, und ob der Unterricht den obligatorischen oder freiwilligen Besuch voraussetzte, er ließ eine große Lücke in der Ausbildung offen. Diese Lücke beschloß man, durch die Fachschulen zu be­schließen. Bisher waren die Fachschulen zum Teil vom freiwilligen Veluch abhängig. Die Jnnungsmeister allein sind verpflichtet, ihre Lehrlinge in die von der Innung errichtete Fachschule zu schicken; außerhalb der Innung stehende Meister halten das nach ihrem Be­lieben; aber das allgemeine Streben geht dahin, auch den Fachschulbesuch für alle obligatorisch zu machen. Dann muß der Meister den Lehrling in die Fachschule schicken, wie er es schon für die Fortbildungsschule gezwungen ist. Die Meister und Kaufleute, die ihre Lehrlinge nicht in die Fortbildungsschule schicken, werden mit erheb­lichen Ordnungsstrafen bedroht.

Daß die Fachschulen großen Segen stiften können und werden, ist ohne weiteres anzuneh­men. Nicht nur, daß auf dem Fundament des Gelernten in der Volksschule weiter gebaut wird; auch in rein fachlicher Beziehung gibt man dem angehenden Handwerker im Zeichnen, Raumlehre usw. wertvolle» Hilfe und durch Ler­nen von kaufmännischem Rechnen, event auch fremden Sprachen erwirbt sich der junge Mensch einen wertvollen Kenntnisschatz fürs spätere Leben.

Obwohl nun jedermann die Nützlichkeit der Fachschule neben dem praktischen Unterricht ein« sehen müßte, sind die Handwerksmeister im all­gemeinen nicht sehr erbaut davon. Das macht, weil der Lehrling wertvolle Stunden aus dem Werkstattbetriebe herausgeristen wird, die er in der Fachschule zubringt. Lt. Gewerbeordnung kann der Lehrling bis zum 16. Jahre täglich 10 Stunden inkl. i/2 Stunde Ruhepause vor- und nachmittags beschäftigt werden. Hierzu kom­men dann noch die 2 oder 3 Stunden zwei- oder dreimal die Woche ja wohl sogar täglich für die Fachschule in Abzug.

Daß durch den Besuch der Fachschule also dem Lehrherren ein großer Teil der Lehrzeit ent-

kranke Mutter! Sie ist zugrunde gegangen an der Ungerechtigkeit meines Vaters oder an

Sie stockt. Tiefe Bläste überzieht ihre Wangen.

Oder an wiederholt Carlo fragend.

Oder an einem Verbrechen einem himm>>"ck>re7enden. entsetzlichen Verbrechen!"

Wie?... Ich verstehe dich nicht Salomea!" ruft Carlo betroffen.An einem Verbrechen?"

Das Kinderhemdchen, an welchem Salomea zuerst genäht und welches sie dann in der Er­regung beiseite geschoben, ist von ihrem Schoß herabgeglitten. Unbemerkt liegt es unten auf dem ausgefransten Teppich.

Ich sagte dir schon, Carlo, mein Vater liebte meine schöne, sanfte Mutter über alles," entgegnet Salomea leise.Er liebte auch mich. Wie konnte er ein Testament machen, das uns beide in vollkommenster Armut zurückließ?"

Ja, es ist merkwürdig, sehr merkwürd' gibt Carlo kopfschüttelnd zu.Wenn deine M> ter das Testament nicht mit eigenen Augen s sehen hätte"

Bitter lacht Salomea auf.

Ja. sie hat ein Testament gesehen... oder glaubte wenigstens, es gesehen zu haben die arme, kranke, unerfahrene Mutter!"

Salomea!" Carlo springt entsetzt auf.Was redest du da! Der Gedanke ist Wahnsinn, Ver­brechen!"

Vielleicht?" erwidert Salomea leidenschaft­lich.Aber er ist einmal da und läßt sich nicht mehr bannen. Er verfolgt mich Tag und Nacht. Ich möchte ihnen aegenüberstehen, diesen zwei Männern Aug in Auge und sie fragen: Was habtz.ihr mit dem Testament meines Va­ters gemacht?" Ich bin nicht schwach und krank, wie meine arme Mutter es war. Mir würden sie nicht frei ins Auge blicken können mit einer Lüge auf der Zunge, mit einem Verbrechen auf dem Geroiwn!" . l _____

zogen wird, ist klar. Und in der Regel wird sich der Lehrherr dadurch sichern, daß er mit dem Vater oder Vormund des Lehrlings kontraktlich deshalb eine um 1 Jahr längere Lehrzeit aus­macht; aber eben deshalb bekommen solche Mei­ster sehr schwer einen jungen Mann in die Lehre. Andererseits wird auch darüber ge­klagt, daß die jungen Leute in der Schule un­aufmerksam und abgespannt seien. Das ist be­greiflich, da der Lehrbube den ganzen Tag, mög­licherweise in körperlich anstrengender Arbeit, in der Werkstatt beschäftigt war.

Man hat nun hin und her überlegt, wie dem abzuhelfen sei. In dem Bericht der allgemeinen Abteilung des ständigen Beirats für das ge­werbliche Unterrichtswesen (Sitzung vom 15. und 16. März ds. Js.) wird von Versuchen ge­sprochen, den Fachschulunterricht in die Vormit­tagsstunden zu verlegen. Der Versuch soll für beide Teile ein gutes Ergebnis gezeitigt haben. Der Meister wurde für den Zeitverlust der ist ja nicht aus der Welt zu schaffen schadlos gehalten dadurch, daß die Schulstunden zusam­mengerechnet und der dreijährigen Lehrzeit zu- geschlagen wurden. Das wurde kontraktlich fest­gelegt, und dadurch erhielt der Lehrherr für den Schulzeitverlust eine wertvolle Kompensation, da in der letzten (Zuschlags-) Zeit der Lehrling volle Eehilfenarbeit schafft und dem Meister von großem Nutzen ist. Das wäre wohl ein Ausgleich, der der Beachtung auch seitens der Handwerkskammern wert wäre. M.

Umschau.

Kommunalbesteuerung der Konsumvereine.

Zur zweiten Beratung des Antrages des Abg. Hammer auf Annahme eines Gesetzent­wurfs zur Abänderung des Kommunalabgaben­gesetzes, die demnächst im Abgeordnetenhause stattfinden wird, hat der genannte konservative Abgeordnete folgenden Abänderungsantrag eingebracht:

Der § 33, Nr. 3 des Kommunalabgabenge­setzes soll folgende Fassung erhalten:

Der Eemeindeeinkommensteuer sind unter­worfen :

3. sofern sie in der Gemeinde Grundvermögen, Handels- oder gewerbliche Anlagen, ein­schließlich der Bergwerke, haben, Handel oder Gewerbe, einschließlich des Bergbaues, betreiben oder als Gesellschafter an dem Unternehmen einer Gesellschaft mit be­schränkter Haftung beteiligt sind, hinsicht­lich des ihnen aus diesen Quellen zufließen­den Einkommens:

a) Aktiengesellschaften und Kommanditge­sellschaften auf Aktien;

b) Berggewerkschaften;

c) eingetragene Genossenschaften und son­stige einen wirtschaftlichen Geschäftsbe­trieb bezweckende Vereine (insbesondere

Salomea hat sich erhoben. Stolz, in ihrer ganzen Majestät steht sie da, voll beleuchtet von den matten Strahlen des Mondes, der soeben hinter einer Wolke hervortritt.

Auch Carlo gibt zu, daß dieser Frau gegen­über ein Leugnen vergebens sein würde. Und doch glaubt er nicht einen Augenblick an ein Verbrechen.

Du bist nervös erregt, Salomea!" sagt er liebreich.Komm, beruhige Dich! Laß uns von etwas anderem reden!"

Doch Salomea hört kaum die leise beschwich­tigenden Worte. Wie traumverloren blicken ihre dunklen, feuchtschimmernden Augen über die Dächer hinaus ins Weite.

Denkt sie an ihren alten Vater? ... An die arme, unter schwerem Leiden dem Grabe entgegengewelkte Mutter? ... An die wenigen glücklichen Kinderjahre, die sie mit beiden zu­sammen verlebt? Oder an die grausamen Stiefbrüder, welche sie, das unschuldige, kleine Mädchen samt der Mutter ins Elend, in Not und Entbehrungen stießen? .. .

Ein einziges Mal wollte ich jenen alten Palazzo betreten haucht sie weltvergessen vor sich hinein einziges Mal mich, wenn auch nur für wenige Minuten, in seinem Glanz und Ueberfluß sonnen nur ein einziges Mal. . . .«

Carlo geht unruhig im Zimmer auf und ab. Die fieberhafte Erregung, welche vorhin das ganze Empfinden feines Weibes durchbebte, scheint sich auf ihn übertragen zu haben.

Salomea!" flüstert er fast angstvoll .Der Name jenes Marchese*

Totenblässe überzieht die ohnehin farblosen Wangen der jungen Frau, als sie mit wieder­gewonnener Festigkeit und seltsamer harter, klarer Stimme feierlidj erwidert: . -i-'v-_

Konsumvereine), deren Geschäft.teb über den Kreis ihrerMitglieder hinaus' geht, oder welche an ihre Mitglieder höhere Summen als Dividende, Rück» gewährung oder dergleichen Vergütung, gleichviel ob nach Maßgabe der Ge. schäftsguthaben, des Eeschäftsumsatze- an die Mitglieder oder nach einem an­deren Maßstabe zur Verteilung brin­gen, als einer Verzinsung der Ee> schäftsguthaben unter Zugrundelegung des landesüblichen Zinsfußes, ent sprechen würde;

d) juristische Personen (insbesondere auck Gemeinden und weitere Kommunal­verbände).

Hat eine Veranlagung zur Staatsein­kommensteuer stattgefunden, so erfaßt die Ge- meindeeinkommensteuer das hierbei veranlagte Einkommen, vorbehaltlich der Bestimmung im § 16 Absatz 3 a. a. O.

Nach dem bisherigen Gesetze waren nur bie Konsumvereine gemeindesteuerpflichtig, bie einen offenen Laben haben. Jetzt fallen nach bem Anträge alle Konsumvereine zur Gemeinde- steuer herangezogen werben, bie an ihre Mit­glieder eine höhere Summe zur Verteilung bringen, als bet Verzinsung ber Geschäftsgut­haben bem landesüblichen Zinsfüße entsprechen würde.

Der Simpkon-Tunnel.

Die letzten Streiten am Simplon-Tunnel sind soweit vorgeschritten, daß der für die offiziell« Eröffnung der neuen Verkehrsstraße in Aussicht genommene Termin, der 1. Juni d. I., mit Si­cherheit eingehalten werden kann. Am 3. Mat hat bie erste elektrisch betriebene Lokomotive den nahezu 20 Kilometer langen Tunnel durch­fahren und dabei eine Fahrtleistung von 7? Kilometern in der Stunde erzielt. Nach den bis­herigen Bestimmungen sollen die Perfonenzüg« mit 68 Km., die Eüterzüge mit 34 Km. Ge­schwindigkeit die Strecke Brieg-Jselle zurück- legen. Die in jeder Beziehung günstigen Ergeb­nisse, die die Anwendung der Elektrizität aus der Simplonbahn geliefert hat, haben den Ge­danken einer allgemeinen Elektrisierung bei Schweizer Eisenbahnen nicht nur aufs neue auf­leben lassen, fonbern ihm auch in ber Oeffent- lichkeit eine günstige Aufnahme gesichert. Di« Zufahrtslinie von Vern zum Simpion, bie (Sott Harbbahn unb die Verbindungsstrecke von Lausanne zum Sirnplon werden als diejenigen Verkehrsstraßen genannt, auf denen zunächst die Umwandlung in einen elektrischen Betrieb in Frage käme. Ueber verschiedene derartige Pro­jette schweben bereits Verhandlungen mit in- und ausländischen Gesellschaften, die in der Ausbeutung von Wasserfällen zur Gewinnung motorischer Kraft praktifche Erfahrungen be­sitzen.

Daß alle schweizerischen Eisenbahnen elek­trisch betrieben werden könnten, ist angesichts der im Lande vorhandenen Wasserkräfte nicht

Der Name jenes Marchese ist Bonmar- tino, wie bet meinige. Jener stolze Palazzi auf bem Corso ist bas Stammschloß meiner Vor­fahren. Marchese Umberto Bonmartino ist mein Halbbruber, bie schöne reiche Marchesina Jo- landa meine Nichte. Begreifst Du nun, wes halb ich jene Stellung nicht annehmen konnte?'

Auch Carlo Belloni ist tief erblichen.

Wie? Du entstammst jenem altvor­nehmen Geschlecht ber Marchese Bonmartino?' ruft er in beinahe starrer Verwunderung Du hast Dich stets nurBonmartino" genannt Wie konnte ich ahnen--Mein Gott! Da»

weltberühmte große Bankhaus gleichen Namens gehörte Deinem Vater und jetzt Eigentum Deiner Brüder? Und Du Du Du darbst und quälst Dich unb verkümmerst im brutalen Lebenskampf?" ,

Traurig nickt Salomea, tnbes ihre Hunde sich nervös ineinander schlingen.

Ja, Carlo, so ist es. Ich gestehe es offen einige Augenblicke schwankte ich, ob ich bie mir angebotene Stelle als Sekretärin des alten Marchefe nicht doch annehmen sollte, um frei im Palazzo Bonmartino aus und ein zu gehen unb somit vielleicht eher hinter die Wahrheit des Testamentes meines Vaters zu kommen. .... Aber auch nur einige Augenblicke. Dann warf ich diesen unwürdigen Gedanken von mir. Ich ich sollte eintreten in bas Haus meinet Vor­fahren unter falscher Flagge? Gewissermaßen als Spionin? .... Nein. Enttoeber mit offenem Visir kämpfen ober gar nicht!"

Bewunbernb ruhen Carlos Augen auf fei­nem Weibe. Wie liebt er sie noch viel tiefet um biefer stolzen Seele willen? -: /

Stumm drückt er ihre Hand. jujwäU*», Beide fühlen sich eins in ihren Gedanken und Empfindungen.' .H

^Fortsetzung folgt.)