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mit dem Krcisblait^^die Kreise Marburg und Kirchhain,

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Reclamen: die 25

Marburg

Sonnabend 12 Mai wog

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck imb Verlag- Joh. Aug. Koch, Umversitäts-Buchdruckerei 41. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Lclephyn 55.

Neueste Telegramme.

Berlin. 10. Mai. Dem Reichstage ging eine -Resolution der Freis. Volkspartei zu, den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag bal­digst einen Gesetzentwurf vorzulegen betr. die Versteuerung der Vermögen mit stufenweise auf- steigenden Steuersätzen nebst einem Eesetzent- iuurf zur Beseitigung der die weiteren Volks­schichten am schwersten bedrückenden Belastungen des Massenverbrauches.

Berlin, 11. Mai. Die Ausstellung der Deut­schen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin wird am 14. Juni, vormittags, in Gegenwart des Kronprinzen feierlich eröffnet werden. Der Kaiser will die Ausstellung am Nachmitage des Eröffnungstages besichtigen.

Berlin, 11. Mai. Die japanische Armee er­hielt auf ihr durch den japanischen Militär- Attachee in Berlin gestelltes Ersuchen die Er­laubnis, am Denkmal des Generals von Clause­witz, das durch den Kaiser im Herbst in Breslau enthüllt wird, Bronzekränze mit Widmung an- D zubringen.

i München, 11. Mai. Der Kaiser wollte an- ; sanglich in der ersten Woche des Oktober nach j München iommen, um der Grundsteinlegung für I das deutsche Museumsgebäude beizuwohnen. Da ' aber um diese Zeit die Hirschjagden im Berchtes­gadener Lande abgehalten werden und Prinz-

1 regent Luitpold von Bayern erst Ende Oktober ? in München eintrifft, wird die Feier der Erund- ; steinlegung auf die erste Woche des November M und deshalb auch die Reise des deutschen Kaisers | nach München bis dorthin verschoben.

- Paris, 11. Mai. Wie die Abendblätter an- - kündigen, soll der Schluß der Verhandlung im

Revisionsverfahren des Dreyfus-Prozefses vor den vereinigten Kammern des Kassationshofes j am 18. Juni beginnen.

St. Petersburg, 10. Mai. Mit besonderer ' Mission nach Berlin ist, wie die deutscheSt. Petersb. Ztg." hört, der Dirigierende des Ka­binetts des Zaren, Generalmajor Fürst N. D. Obolenski, abgesandt worden. Wie verlautet, handelt es sich um Ileberbringung eines Schrei­bens des Zaren an Kaiser Wilhelm.

* Konstantinopel, 10. Mai. Das energische Vorgehen des deutschen Botschafters in der An­gelegenheit des deutschen SeglersOdysseus" findet einmütige warme Billigung in sämtlichen Diplomatenkreisen. Auf die nichtssagende Note i des türkischen Ministers des Aeußern erließ heute der deutsche Botschafter eine Antwortnote, worin feierliche Entschuldigung, Schadenersatz ? und strenge Bestrafung der schuldigen Beamten ; gefordert werden.

5 (Nachdruck verboten.)

Jolanda und Salomea.

Roman von Erich Friesen.

< (Fortsetzung.)

Nun?" fragt er mit verhaltener Erregung, als Salomea sich am Fenster niedergelassen hat und weltvergessen hinaufstarrt zum dunklen Firmament, an welchem ein Sternlein nach dem andern aufblinkt.

Mein Vater war schon ein alter Mann, als er meine Mutter heiratete," beginnt Salomea mit leiser bebender Stimme.Sie war eine Waise aus ganz einfacher Familie und um bei­nahe vierzig Jahre jünger als er. Aus seiner ersten Ehe hatte mein Vater zwei erwachsene Söhne, die selbstverständlich mit der _ späten zweiten Heirat ihres Vaters nicht einverstanden waren. Nach vielen unerquicklichen Kämpfen und Streitigkeiten kam es zum offenen Bruch zwischen meinem Vater und seinen Söhnen. Während ihrer kurzen, kaum sechsjährigen Ehe war meine Mutter sehr glücklich. Der Vater trug sie von Anfang an auf den Händen, und dieses Glück steigerte sich noch, als ich geboren wurde. Ich entsinne mich meines Vaters noch ganz genau. Wie oft saß ich auf seinen Knien und zauste an seinem langen weißen Bart her­um! Und die Mutter in meiner kindlichen Erinnerung lebt sie wie ein Engel mit ihrem goldblonden Lockenhaar und den blauen Augen sie stand daneben und lachte glückselig,' nur, daß dies frohe Lachen oft durch Hustenanfälle unterbrochen wurde."

Salomea machte eine kleine Pause und fahrt sich mit der Hand über die Augen. Die Erinner­ung greift sie mächtig an.

Carlo wagt nicht, ihren Schmerz zu stören. Schweigend wartet er, bis sie nach einer Weile etwas lebhafter, erregter fortfährt:

Vieh- und Fleischpreise.

In der gesamten Presse, mit Ausschluß der­jenigen liberalen und demokratischen Blätter, die durch ihr übertriebenes Vieh- und Fleisch­notgeschrei gerade am meisten zu der übergroßen Steigerung der Fleischpreise Anregung gegeben haben, wird jetzt das starke Sinken der Vieh preise lebhaft besprochen. Gleichzeitig muß aber auch wieder konstatiert werden, daß die Detailverkaufspreise für Fleisch meistens noch keine Neigung zeigen, sich dem scharfen Nie- dergange der Viehpreise anzuschließen. So brachte u.'a. dieKöln. V.-Ztg." folgende über­sichtliche Zusammenstellung über die Schweine- preise von acht der größten deutschen Markt­plätze in den verschiedensten deutschen Landes­teilen. In der Monatsmitte kosteten Schweine pr. 50 Klg. leb. Gero.:

Berlin

April 1905 März 1906 April 1905

58-63

6875

5563

Breslau

6370

6169

54-62

Dresden

6069

7082

60-63

Leipzig

5965

6876

5666

Hamburg

5763

7075

5664

Dortmund

5865

7077

45966

Köln

5666

6778

5869

Elberfeld

6066

7278

58-68

An diese Tabelle knüpft das große rheinische Zentrumsorgan nachstehende treffende Be­merkungen:

Auch in andern Städten fielen die Schwei ne- preise kräftig; höher als in den Vormonaten stehen sie nirgends. Dabei waren sie schon im März etwas heruntergegangen.

Nicht ganz so merklich wie bei Schweinen ist der Preisfall bei Rindvieh und bei Schafen; je­doch fand auch hier Verbilligung statt. Ausfal­lend ist es nun, daß sich im Fleischhandel noch keinerlei Veränderungen zeigen. Trotzdem der Preisrückgang für Vieh, insbesondere für Schweine, nun schon länger als zwei Monate anhält, wenn er auch zuerst nicht so starke Fort­schritte machte, wie jn letzter Zeit, so stehen die Schweinefleischpreise noch immer auf dem hohen Stande des Vormonats. Für ein Kilo Schweine­fleisch, das Mitte April 1905 in Berlin 1,20 bis 1,80 eK gekostet hatte, werden in diesem Jahre 1,402,00 dl bezahlt. Auch die Preise für die anderen Fleischsorten zeigen Veränderungen noch nicht!"

Wir sehen also, daß die Schweinepreise in Berlin Mitte April d. I. um 1213 <4C per Zentner niedriger waren, als Mitte März und auch etwas niedriger schon als im April vorigen Jahres. Trotzdem steht das Schweinefleisch noch um 20 -3 per Kilo oder um 10 M per Zentner höher im Preise als zur gleichen Zeit des Vor­jahres.

Die ersten Jahre ihrer Ehe lebten meine Eltern hier in Rom. Die häufigen Nordwinde, das beständig wechselnde Klima schadeten jedoch der zarten Gesundheit meiner Mutter. Die Aerzte rieten ihr einen längeren Aufenthalt auf Madeira an. Sofort ließ mein Vater die Koffer packen. Er war reich; was machte es ihm aus, ob er mit Frau und Kind in Rom lebte oder sonstwo!

Zwei überaus glückliche Jahre verbrachten die Eltern auf dem zaubervollen Eiland. Die Gesundheit meiner Mutter besserte sich zusehends unter der Einwirkung der milden Luft. Die zarte Fürsorge, mit der mein Vater die Lei­dende umgab, tat ebenfalls das Ihrige.

Da geschah eines Tages das Schreckliche, Grauenhafte. Mein Vater erlitt während eines Spazierganges am Meeresufer einen Schlagan­fall und wurde der Mutter gelähmt und fast gänzlich der Sprache beraubt ins Haus gebracht.

Dies alles weiß ich zum größten Teil aus den Erzählungen meiner Mutter fährt Sa­lomea traurig fort.Ich selbst entsinne mich nur dunkel einiger Episoden. Aber von nun an be­ginnt meine und meiner Mutter Leidenszeit und die hat sich wie mit glühendem Eisen in mein Herz eingeprägt.

Die Aerzte sahen keine Rettung für das Leben meines Vaters. Und er selbst fühlte wohl sein Ende nahen; denn mit seiner schweren, lallenden Zunge verlangte er dringend seine beiden Söhne, mit denen er seit Jahren auf bit­terstem Kriegsfuß stand, noch einmal wiederzu­sehen. Meine arme Mutter in ihrer großen Liebe zu dem Sterbenden willfahrte sofort dem Wunsche. Sie telegraphierte nach Rom an den älteren Bruder, der sieh vor ein paar Jahren dort verheiratet hatte, und nach wenigen Tagen trafen beide Brüder auf Madeira am Sterbe­lager des Vaters ein.

Ich sehe die beiden noch vor mir, die hohe, imponierende Gestalt des älteren. Mit seinen

|iito Die toajroeine Mitte April 89 cK per Zentner billiger gewesen als zur gleichen Zeit des Vorjahres, trotzdem dürften auch dort die Kleinhandelspreise noch höher sein als damals.

Angesichts dieser offenkundigen Sachlage soll­ten sich doch auch endlich die linksliberalen und demokratischen Publizisten an der Aufklärungs­arbeit über die immer unnatürlicher und größer werdende Spannung zwischen Vieh- und Fleisch­preisen beteiligen. Sie lassen sich aber wohl von dieser im Interesse der Konsumenten dringend wünschenswerten Tätigkeit dadurch abhalten, daß sie damit gewissermaßenHarakiri" machen und ihren Lesern offenbaren müßten, wie sehr sie sie mit ihrer Prophezeiung beschwindelt ha­ben, es müßte nach dem 1. März eine weitere enorme Steigerung der Vieh- und Fleischpreise eintreten. Ehe die Herren ihre Prophetengabe und ihre Zolltheorien so blamieren, sehen sie lieber ruhig zu, wie die armen Fleischkonsumen­ten noch monatelang weiter ohne Grund und Ursache vom Zwischenhandel geschröpft werden.

Das erste russische Parlament.

Gestern mittag wurde die feierliche Eröff­nung der russischen Reichsduma in Petersburg durch Kaiser Nikolaus vollzogen. Rußland ist damit in die Reihe der konstitutionellen Staa­ten eingetreten und steht vor einem neuen, hoch- bedeutsamen Abschnitt seiner politischen Ent­wicklungsgeschichte. Ob das russische Volk für den Parlamentarismus reif ist und wie die neue gesetzgebende Versammlung sich bewährt, wird die nächste Zukunft lehren. Mögen dem ohne­dies schwergeprüften Lande und seinem Herr­scherhause große Verfassungsstreitigkeiten er­spart bleiben, damit das Reich einer gedeihlichen Zukunft entgegengeht und von den inneren Un­ruhen wieder gesundet. Hebet die Eröffnungs­sitzung berichtet ein Prioattelegramm der Franks. Ztg.«:

Von i/212 Uhr an versammelten sich die für die Feier im Winterpalais geladenen Personen allmählich im Palaste. Die Duma-Abgeord­neten boten, was Kleidung anbetrifft, ein äußerst buntes Bild: Man sah die Adelsuni­form, den Frack, den Gehrock, neben Bauernkit­teln und grauen Sommeranzügen, Priester­talare, katholische wie griechische, und polnische Nationaltrachten in buntem Gemisch.

Kurz vor 2 Uhr ertönte aus den inneren Ge­mächern die Zarenhymne. Von der aus drei Metropoliten und vielen Erzbischöfen bestehen­den hohen Geistlichkeit begrüßt, betrat der Kai­ser mit den beiden Kaiserinnen den Eeorgsaal, in den die Reichsregalien vorausgetragen wa­ren. Der Kaiser trug die Uniform des Pre- obrashenski-Regiments. Nach der Litanei mit

treuherzigen freundlichen Augen und dem lan­gen, dunklen Vollbart, und die kleinere, eckige des jüngeren, mit dem hageren Gesicht und dem stechenden, falschen Blick. Mein älterer Halb­bruder war sehr liebenswürdig und ritterlich gegen meine arme Mutter. Der andere aber behandelte sie rücksichtlos, fast brutal, und ich weiß noch, wie ich kleines Kind von kaum fünf Jahren damals vor dem haßerfüllten Blick zu­rückschreckte, der mich bei der ersten Begegnung traf.

Am Tage nach der Ankunft seiner Söhne bedeutete mein Vater, wir möcyten uns um sein Krankenlager versammeln. Mit Anstren­gung hob er seine halbgelähmte Hand und legte sie auf meinen Kopf, mich mit brechenden Augen anstarrend lange lange. . . .

Dann war es, als ob er noch etwas sagen wollte. Seine Augen irrten unruhig von dem totbleichen Antlitz meiner Mutter zu den un­durchdringlichen Gesichtern seiner beiden Söhne. Krampfhaft bewegte er die Lippen kein Ton drang mehr hervor. . . . Laut schluchzte meine Mutter auf. . . . Ein tiefes Röcheln aus der Brust des Sterbenden. Mein Vater hatte auf­gehört zu atmen... .

Was darnach stattfand, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur noch, daß meine Mutter mit lei­sem Stöhnen zusammensank und daß mein älterer Stiefbruder sie in ihren Armen auffing. Mich schaffte man sofort aus dem Sterbezimmer.

Am folgenden Tage schon wurde die Leiche meines Vaters auf ein Schiff gebracht und nach Rom überführt unter Begleitung seiner bei­den Söhne. Meine Mutter wußte von all dem nichts. Durch die Angst und Sorge, auch wohl durch die aufreibende Pflege während der letz­ten acht Tage und Nächte wurde ihr überzarter Körper wieder aufs Krankenlager geworfen, wo sie lange Zeit mit dem Tode rang. Als die mo­mentane Lebensgefahr vorbei war, blieb doch ein schrecklicher Husten zurück, der ihre ohnehin

Kirchengesang begaben sich die Kaiserinnen, von Pagen, den EroMrsten und der Suite gefolgt, auf einen besonderen Platz zur rechten Seite des Thrones. Hierauf begab sich der Kaiser, der von einem Pagen begleitet wurde, nach dem Throne und setzte sich neben den Kaisermantel, der über die Lehne des Thrones gebreitet war.

Nachdem ihm die Thronrede überreicht worden war, erhob sich der Kaiser und begann mit deutlicher, überall vernehmbarer Stimm« die Thronrede zu verlesen. Jn derselben wird die Selbstherrschaft mit keinem Wort erwähnt, wohl aber den Volksvertretern empfohlen, an­dächtig ans Werk zu gehen, das Vertrauen zu rechtfertigen, das der Herrscher und das Volk auf sie setzen.Ich werde alles wahren," sagte der Kaiser,was ich gegeben habe. Die Haupt­aufgabe ist die Befriedigung der meinem Herzen teuren Bauern, und die Volksaufklärung und der ökonomische Wohlstand des Volkes und Lan­des. Nicht nur Freiheit ist nötig, sondern auch die auf Recht gegründete Ordnung." Der Kaiser sprach den Wunsch aus, das Reich seinem Sohn in Kraft und Macht hinterlassen zu können und erflehte Gottes Segen auf seine Einigung mit dem Reichsrat und der Duma herab. Die Thron- rede schließt mit einer nochmaligen Empfehlung zu andächtiger Arbeit.

Ein tosendes Hurra, in das die von der Ka­pelle des Preobrashenski-Regiments gespielt« Zarenhymne einfiel, erfüllte den gigantischen Saal. Unter Voraustragung der Regalien traten der Kaiser und die Kaiserinnen, gefolgt von den Großfürsten den Rückweg in das Inner« der Gemächer an, während die Nationalhymne fortklang und die Hurrarufe erst allmählich sich abschwächten.

Der Kaiser war nach 9 Uhr morgens auf seiner Jacht aus Peterhof eingetroffen und hatte gegen ein Viertel auf elf Uhr in Begleitung von Trepows und Benckendorfs den Thronsaal und die übrigen Gemächer besichtigt. Die Feier schloß um i/23 Uhr. Die Duma-Abgeordneten begaben sich nach Schluß der Feier, der sie mit tiefem Ernst beigewohnt hatten, nach dem Tau­rischen Palais, um sich dort in der Eröffnungs­sitzung zu konstituieren.

Die erste Sitzung wurde um 5 Uhr vom Staatssekretär Frisch mit einer Rede eröffnet, in der er darauf hinwies, daß die gewählten Volksvertreter, welche zu begrüßen ihm die Ehr« zufalle, durch das Grundgesetz über die Errich­tung der Duma die volle Möglichkeit erhalten hätten zur Einführung von Gesetzmäßigkeit und unerschütterlicher gesetzlicher Ordnung. Die Ab­geordneten seien in der glücklichen Lage, in voller Oeffentlichkeit und Freiheit des Wortes arbeiten zu können. Jedes ihrer Worte werd« durch die Presse im Lande verbreitet, das di« Tätigkeit der Abgeordneten aufmerksam ver-

schwache Lunge mächtig angriff. Ern schweres Brustleiden entwickelte sich, dem sie später zum Opfer fallen sollte. An Rückkehr meiner Mutter nach Rom war nicht zu denken. Die Gelder, die man damals noch im Portefeuille meines toten Vaters aufgefunden, waren aufgezehrt. Was ""^Im"ihrer Angst und Hülflosigkeit schrieb sie an meine Stiefbrüder nach Rom. Zuerst er­folgte gar teilte Antwort. Nach einiaen Wo^en aber tauchte plötzlich der jüngere Bruder bei uns auf. Mit häßlichem Lachen erklärte er, et hätte mit uns nichts mehr zu tun. Dabei prä­sentierte et meiner Mutter einen großen Perga­mentbogen rote ich später erfuhr: das Testa­ment meines Vaters, wonach derselbe |ttn gan­zes Vermögen seinen beiden Söhne aus erster Ehe vermachte. Seiner zweiten Gattin, sowie seines Töchterchens war mit keinem Worte er­wähnt. _ .

Meine Mutter war starr vor Entsetzen. Wovon sollte sie die arme Kranke, nut ihrem Kinde leben? . . . Dabei bot mein Stiefbruder mit prahlerischer Großmut meiner Mutter eine einmalige Unterstützung von ein paar Tausend Lire an, wenn sie schriftlich ihr Wort verpfände, sich nie wieder der Familie ihres verstorbenen Manes in Rom zu nähern. . . . Die Arme? I» ihrer Not gab sie dies Wort. Wir erhielten sechstausend Lire Abfindungsgeld, und mein Stiefbruder reifte ab. .

Heber die nächsten Jahre laß Mich schwet- qenf" fährt Salomea mit Tränen in den Augen fort.Meine Mutter siechte unter qualvollen Leiden dahin. Die sechstausend Lire waren bald aufgezehrt. Wit litten Not und Hunger. Nie sprach meine Mutter im Tone des Vorwurfs s von meinem verstorbenen Valet nur in in­nigster Liebe und Verehrung. Hnd doch weiß ich, daß feine bittere Ungerechtigkeit mit aa ihrem Körper zehrte.

(Fortsetzung folgt)