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Zweites Blatt

Roggen 160 (-1) 171 (-1) 172 (+1) 172 (-1) 170 (+1)

Berlin Leipzig Hamburg Hannover Köln Mannheim Frankfurt a. M.

Hafer 173 (-) 180 (4-1) 176 <-) 190 (-)

Grtrciöe - Wochenbericht

der PreiLberichtstelle des Deutschen Landwirt- schastZrats vom 1. bis 7. Mai 1906.

In Anbetracht der vorgeschrittenen Vegeta­tion dürften die kalten Nächte während der er­sten Wochenhälfte den jungen Saaten nicht un­gefährlich gewesen sein. Später trat zwar eine merkliche Erwärmung ein, doch blieben die viel­fach erwünschten Regen aus, deren die Saaten mehr oder minder dringend bedürfen. Die gün­stigere Beurteilung der Ernteaussichten im Auslande, sowie die verkaufswilligere Haltung Rußlands bei umfangreicheren Wochenverschiff­ungen blieben auf die deutschen Märkte nicht ohne Einfluß. Der Versuch, die Ermäßigung der ausländischen Preisanspriiche auf das In­landsangebot zu übertragen, hatte wenig Er­folg, da das Angebot auch nach Beendigung der Frühjahrsbestellung nicht größer geworden ist: es fehlt besonders an gutem inländischem Rog­gen, dessen Wert durch die Verringerung des Preisunterschiedes gegen russische Ware aller­dings unter Druck gehalten wird. Am Rhein und in Eüddeutschland, wo dieser Preisunter­schied ohnehin weniger scharf ausgeprägt war, ist man der Importmöglichkeit neuerdings nähergekommen .ohne daß das Jnlandsangebot dadurch im Preise gedrückt worden wäre. Die Zurückhaltung der Käufer erstreckte sich vielmehr auf ausländische Ware. Weniger fest war die Stimmung in Mittel- und Norddeutschland, doch fanden die Maikündigungen am Berliner Markt um so willigere Aufnahme, als das Neu­angebot aus der Provinz klein und unnachgiebig bleibt: spätere Sichten verloren unter dem Ein­druck der schwächeren Stimmung am Weltmärkte 34 M. Unverändert fest ist die Marktlage für Hafer, zumal die festen Auslandssorderungen

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UnivcrsitätS-Buchbruckerei 41. Jühtg Marburg, Markt 21. Telephon 55.

auch für die weniger beachteten Mittelsorte» eine kräftige Stütze bilden. Mais bewahrt für greifbare Ware andauernd feste Haltung.

Cs stellten sich heute die Getreidepreise in Mark pro 1000 Kilogr. an den nachgenannten Orlen, wobei daS Mehr (+) bezw. Weniger (-) gegenüber der Vor Woche in Klammern () beigesügt ist, wie folgt:

Weizen 183 '4-D 180 (-) 186 (4-2) 183 (4-1) 182'i.!4-2'/,) 192 (-2) 194*,V4-1)

Marburg

Donnerstag, 10. Mai 1906.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberhess. Ztg." gestaltet)

Marburg, 9. Mai.

* Alt-Marburg. Das Haus Nr. 16 am Erün, zu weichem bis 1857 die Besitzung Nr. 14 ge­hörte (in der sich Remisen und Ställe befanden), wird zur Zeit abgebrochen, um einem Neubau für den Vorschußverein Platz zu machen. Bis zum Jahre 1792 stand an dieser Stelle das dem Wirt Mittler gehörige Gasthaus zumGrünen Baum", das der Verwalter Hesse ankaufte und neu erbaute. Von den Häusern daneben ge­hörte das rechts dem Korporal Schenk, das links dem Metzger Stein. Konrad Hesse kaufte damals vom Staat deir alten Wartturm bei dem Glas­kopf und wollte die Steine zu dem Bau des hohen Souterrain verwenden. Wie man aber an den Abbruch ging, waren die Mauern so schwierig zu brechen, daß davon Abstand genom­men wurde. So steht der Rest der alten Warte heute noch. Bis zum Jahre 1827 war das Haus Nr. 16 (ehedem 604) noch Wirtshaus, in dem zuweilen Tanz abgehalten wurde, auch wurde, da in demselben ein Tanzmeister namens Wieme wohnte, Tanzstunde gegeben. Im Jahre 1827 kam die Post, die sich von 18261827 im Deutschen Haus und vordem im Reithaus be­fand, in dieses Haus, wo nun die Wirtschaft einging und sich nur noch auf die Passagier­stube beschränkte. Denn da die verschiedenen Posten hier ailhielten, mußten die Pasiagiere, die mit der Post reisen wollten, hier an der Haltestatton warten. Der Postmeister hatte seine Wohnung in diesem Gebäude. Seit nun in der Neujahsnacht 1840/41 ein Einbruch in der Post verübt worden war, mußte auch der Wagenmeister Becker im Bureau schlafen. Als nämlich in jener Nacht gegen 3 Uhr Becker in die Passagierstube kam, um die Lichter anzu- stecken und Feuer im Ofen zu machen, kam auch der Postmeister Beckmann hinzu und bemerkte, daß das starke Vorlegeschloß an der äußeren Tür zum Postbureau erbrochen war, ebenso die innere Tür. Er verständigte sich mit dem Wagenmeister Becker und beide gingen mit Knüppeln bewaffnet auf die Suche nach dem Diebe, der durch das Frühaufstehen der Be­amten in seinem Handwerk gestört worden war. Im Hause selbst fanden sie nichts und so kamen sie auch in den Keller, wohin man durch eine im Hausgang befindliche Falltüre gelangte.

und militärischen Wisienschaften an der Niko- laus-Marine-Akademie übertragen werden. Fer­ner soll eine gemeinsame Tätigkeit der erwähn­ten Verwaltung mit dem Eeneralstabe des Kriegs betreffend die nationale Verteidigung und die Entwickelung der militärischen Kräfte des Reiches eingerichtet werden. Der Chef der erwähnten Verwaltung soll ein ständiges Mit­glied des Landesverteidigungsrates fein. Die Berichte des Marineministers über diese Ver­waltung sind dem Kaiser von dem Chef dersel­ben in Gegenwart des Marineministers zu un­terbreiten. In einer besonderen Konferenz soll sofort an die Ausarbeitung von Instruktionen und an die Schaffung einer vorläufigen Organi­sation dieser Behörde gegangen werden, die aufgrund der Erfahrungen Abänderungen er­leiden können.

Britisch-SLdafrika. Ein ziemlich trübes Bild gibt, wie wir derKöln. Ztg." entnehmen, die kürzlich veröffentlichte Jahresabrechnung der deutschen Schule in Johannesburg, die mit einem jährlichen Fehlbetrag von 40- bis 50 000 di zu kämpfen hat. Bisher ist dieser Fehlbetrag noch immer durch freiwillige Bei­träge dortiger wohlhabender Landsleute, durch Wohltätigkeitsvorstellungen und Sammlungen in der deutschen Heimat gedeckt worden. An Beiträge aus Johannesburg ist jedoch bei dem heutigen Geschäftsgänge kaum noch zu denken, und weitere Sammlungen im alten Vaterlande versprechen heute auch kaum noch den Erfolg, wie vor einigen Jahren. Die einzige Möglich­keit, diese vornehme Anstalt, diese Zierde und Schutzwehr des Deutschtums in diesem Lande, aufrecht zu erhalten, scheint darin zu bestehen, daß der Reichstag die weitreichende Wichtigkeit der Schule anerkennt und sich entschließt, ein- für allemal die Hände tief in die Taschen zu stecken, indem er sich zu einem Jahresbeiträge von mindestens 40 000 -ll entschließt. Wie die Johannesburger deutsche Zeitung, dieNeue Heimat", kürzlich ausführte, wäre das Ein­gehen der dortigen deutschen Schule der schwerste Schlag, der das weit verbreitete und einfluß­reiche Deutschtum in Südafrika treffen könnte. Dieser Schlag wäre gleichbedeutend mit einem vollständigen Niedergänge der deutschen Sprache und des deutschen Einflusses in Transvaal, und dieser Niedergang würde sich durch ein allge­meines Zurückgehen des deutschen Handels ebenso empfindlich wie unverzüglich rächen.

_______ 172«/«(-) 174'/,(-2»/.U70 (4-1) 184(4-1%) 180 (-)

Verzeichnis

der für das Sommersemester 1906 an hiesiger Universität neuimmatrikulierten resp. inskri» bierten Studierenden.

Kampmann, Walter, Welleildorf, mein, Wörth 2

Korch, Wilhelm, Treptow a. R., theol., Schnei dersberg 4 ,,

Kalpers, Josef, Elberfeld, iur., Ersselberger straße 11 , . ..

Kelchheuser, Ernst, Cchwiebus, jur., Weiden- Hausen 53. ,

Kraushaar, August, Hanau, jut., Haspelstr. 19

Kasperkowitz, Karl, Beuthen, jur., Cappr-erstr. 9

Kaller, Alfred. Beuthen, jur., Cappelerstr. S

Klingender, Edgar, Schloß Neuhausen, ßiol, jur., Wehrdaerweg 5 . i

Kempe, Wilhelm, Groothusen, zur., Haspelstr. 8

Koppetsch, Ewald, Wittenberg, phil., Haspel- [tidfic 19

Kirchhoff, Paul, hist., Lössel, Barfüßerstr. 4

Klein, Alexander, Wiesbaden, phrl., Kasernen- 19

Katsch, Gerhardt, Berlin, mein, Untere Rosen- 3

Kopelke, Otto, Saarbrücken, hist., Hofstadt 17

Knicling, Konrad, Dodenhausen, med., Lahn- 1<1

Korff, Theodor, Beckedorf, theol., Wilhelmstr. 21

Kräuter, Johannes, Hamburg, med., Wetterg. 32

Kaiser, Franz, Höxter, phil., Untergasse 13

Klein. Ernst. Insterburg, phtl., Unrv.-Str. 16

Kulakoff, Johann, Iwanowo (Rußl.) cam, Wörthstraße 50

Köchlin, Alfons, Basel, theol., Ketzerbach 11

Krone, Johannes, Bremen, math., Worthstr. 28

Kautzsw, Gerhard, Tübingen, zool., Barfüßer- straße 25 , .

König, Rudolf, Hanau, math., toteinroeg 11

Kempf. Johannes, Frankfurt a. M., chem., EN- bethstraße 5 ..

Kriszat, Albert, Wehlau, theol.. Grün 2

Keller, Heinrich, Hütte-Holzappel, theol., Frank­furterstraße 50

Kühnau, Richard, Coblenz, phrl., Eisielberger- straße 11 , , M

Kaisser, Konrad, Menz, med., Bahnhopiraße 32

Knebel, Max, Frankfurt a. M., med., Sternweg 9

Kemnling, Erich, Potsdam, med., Ketzerbach 37

Krumbach, Josef, Merten, med., Rotergraben 2b

Katz Theodor, Corbach, med., Wehrdaerweg 26

Knipschaar, Otto, Köln, jur., Schulstraße 14 Kohl, Heinrich, Meerholz, phil., Frankfurter«

Kranwinkel. Matthias, Camp, phil., Langgasie 6

Kaussen, Wilhelm, Oberforstbach, phil., Roter­graben °5

Kasch, Fritz, Bernikow, phil., Schwanallee 5a Kirchner, Hermann, Oberelsungen, theol., Metz«

Kattenborn-Stachau, Herm. v., Potsdam, tijeoL,

Schwanallee 21 , ,

Klausing, Friedrich, M.-Gladbach, jur., Bis- marckstraße 20

Knese. Adolf, Hoya, iur., Grün 17

Kirchberger, Hans, Niederlahnstein, jut., Frank- furterstraße 55

Klein, Philipp, Malstatt - Bürbach, jur., Wtl- helmstraße 6 _ . "

Kersten, Friedrich, Köslin, jur., Haspelstrage 33

Keller. Heinrich, Neuhof, jur., Haspelstraße 1

Kneseli 'Curt, Wiesbaden, jur., Wörthstraße 28

Kühnel,' Gustav, Hammerbrücke i. phil., Pil­grimstein 13

Kroitzsch, Wilhelm, Plauen i. phil., Pilgrim­stein 13

Kisselbach, Arthur, Demmin, med., Unt. Rosen« straße 3

Künzli, Max, St. Gallen, mein, Rotergraben 3Q

Kolzow, Hans, Schwerin, med., Hainweg 1

Kasel, Alfred, Essen, jur., Erün 34

Lippert, Ernst, Cassel, med., Biegenstraße 38

Lindemann, Georg, Hannover, iur., Cteinweg 4, Löwenberg, Otto, Barmen, jur. Frankfurter-;

straße 2 A

Lucas, Jakob, jur., Wettergasse 4

Lucas^alduin^Pforzheim^jur^^chwana^^

Buchbinderei u. Einrahmung v. Bilden)

♦♦ Barfüsserstrasse 21 ♦♦

SchuJUe-

Hier ist der Kerl," tief der Postmeister, der aber auch gleich einen Schlag erhielt, sodaß auch das Licht erlöschte. In dieser Finsternis er­reichte der Spitzbube die Treppe und entkam. Die beiden eilten zwar hinter ihm her, der Dieb aber war und blieb verschwunden. Im Jahre 1854 kam dann die Post vom Grün an den Steinweg. M.

* Erholungs- und Landaufenthalt für Schüler und Erwachsene. Die in Frankfurt am Main feit 8 Jahren segensreich wirkende Zen­trale für Schülerheime hat es sich zur Aufgabe gestellt, für Schüler und Erwachsene geeignete Ferienheime in Vorschlag zu bringen. Es gibt so viele reizend gelegene Orte, welche dem Fremdenverkehr noch nicht zugänglich sind und in denen der Erholungsbedürftige Städter bei einem mäßigen Pensionspreise sich ungeniert ausruhen und neu kräftigen könnte. In diesen vom Verkehr oft etwas abseits gelegenen Dör­fern oder Landstädtchen will die genannte Stelle passende Familien oder Sommerfrischen ermit­teln, die sich zur Annahme von erholungsbe­dürftigen Städtern, seien es nun Kinder oder Erwachsene, eignen. Besonderer Wert wird auf die Nähe des Waldes gelegt. Die Geschäftsstelle will Auskunft über alle Sommerfrischen und Pensionen der gebirgischen Gegenden Deutsch­lands erteilen. Sie belehrt die Eltern und Re­flektanten über alle wissenswerte Dinge, beson­ders über Lage, Preise, Waldentfcrnung, Bade­gelegenheit und gebotene Zerstreuungen usw. Anmeldungen von Seiten der Pensionsgeber und Sommerfrischenbesitzer sind rechtzeitig an die Zentrale für Schülerheime in Frankfurt am Main, Taunusstraße Nr. 24, zu richten.

P. Stenographisches. Zur Beschleunigung der Zeugenvernehmungen, insbesondere der schnel­leren Herstellung der Protokolle ist in der letzten Zeit im Deutschen Reichstag, Preußischen Abge­ordnetenhaus und im Badischen Landtag auf die Verwendung der Stenographie hingewiesen worden, womit eine schnellere Abwicklung der Geschäfte erzielt werde. Ebenso haben neuer­dings die Kenntnis der Stenographie von ihren Beamten verlangt: die Präsidenten der Kgl. Preußischen Generalkommissionen, die Eisenbahndirektion Halle, die Landräte des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Das Groß­herzlich Hessische Ministerium des Innern hat erklärt, daß nur solche Anwärter zur informa­torischen Beschäftigung auf den Kanzleien zu­gelassen werden können, die den Nachweis er­bringen, daß sie nach dem System Eabelsberger gewandt zu stenographieren vermögen: aus­drücklich wird herSorgehoben, daß die Ver­wendung der Stenographie durch die stetig fort­schreitende Zunahme der zu bewältigenden Schreibarbeit veranlaßt ist. In welchem Um­fange die städtischen Verwaltungen sich die Vor­teile der Stenographie zu nutze machen, geht daraus hervor, daß int Jahrbuch der Schule Gabelsbergers über 170 Städte aufgeführt sind, die von ihren Beamten die Kenntnis der Stenographie wünschen oder verlangen. Bei der­selben Zählung vor 5 Jahren konnte nur etwa 70 Orte ermittelt werden, so daß in der Zwi- schenzei t die Verwendung der Stenographie eine außerordentliche Steigerung erfahren hat.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: Allustrirtes SanniaaSMatß.

Ausland.

! Rußland. Wie aus Petersburg vom 7. Mai «eineldet wird, erging ein Reskript des Kaisers jun den Marineminister, das auf die Notwen­digkeit der baldigen Rekonstituierung der russischen Kriegsflotte hinweist sals ein Unternehmen, das neue Grundlagen er­fordere, die imstande seien, ein wirksames Ar- lieUen des Marineministeriums zu gewähr- sleisten. Der Kaiser befiehlt daher die Reor- Eanisation des Eeneralstabes der Marine auf slgenden Grundlagen: Von dem gegenwär- igen Generalstabe find der strategische Teil und fcer organisatorische Teil der Mobilisierung der Flotte abzutrennen, welche dadurch zu einer selbständigen verantwortlichen Institution un- ner der BezeichnungVerwaltung des Ceneral- fftabes der Marine" werden. Dieser Verwaltung sollen die ausfiihrenden Abteilungen in den Kaupthäfen, in den verschiedenen Meeren und jdie Marinevertreter im Ausland untergeordnet Herden; es soll ihr die Ausarbeitung der Pläne jvnd der Unterrichtsprogramme, sowie der Pro- trajnme für die.Vorlesungen in den maritimen

Aus Schule iiub Kirche.

-C Ueber den Besuch der dem preußischen i-andelsministerium unterstellten Fachschulen tringt eine soeben erschienene Beilage des Mi- Merialblaties der Handels- und Cewerbever- Mltung interessante Mitteilungen. Die 19 fikaschinenbaufachschulen zählten 167 Klassen, ^ovon 114 auf die Tages- und 53 auf die Mend- und Sonntagsschulen entfielen; sie wür­zen von 3087 Schülern besucht. Von den 2091 ^agesschiilern kamen 1001 auf die höheren Ma­schinenbau-, 854 auf die Maschinenbau-, 177 auf nc Metallindustrie- und 59 auf die Hütten- Ijulen. Die staatlichen Kunstgewerbe- und iihnlichen Fachschulen, deren es fünf in Preußen bibt, zählten im letzten Ssmmerhalbjahr 737 Besucher, während auf die fast ausschließlich ßäolischen, von der Regierung unterstützten kmndwerker- und kunstgewerblichen Schulen 10 603 Schüler kamen; die weitaus größte Zahl k-ahm hier an den Abend- und Sonntagsklassen KeiL Die am stärksten besuchten Anstalten die- 'i Art sind die Handwerker- und Kunstgewerbe- hule in Hannover mit 2585, die I. Handwerker- hule in Berlin mit 1780 und die Zeichen- und siu.lstgewerbeschule in Aachen mit 982 Schülern, f'ie Textilfachschulen hatten 1673 Teilnehmer, iiie höhere Textilfachschule in Berlin allein 331; rie Webereilehrwerkstätten wurden von 233 söchülern und Schülerinnen besucht. Nicht in kdetracht kommen bei dieser Aufstellun.g die zahl­reichen städtischen und privaten Fachschulen, die leine staatliche Unterstützung genießen.

- -J- Seit kurzem besteht in Göttingen ein Schulsystem für schwachbefähigte linder, und die auf diesem Gebiete erzielten Resultate haben durchaus befriedigt. Es ist lunmehr beschlossen worden, die Fürsorge für 'ieje Kinder auch über das Ende der gesetzlichen Schulpflicht hinaus auszudehnen. Dies soll in ^er Weise geschehen, daß die Lehrer und Leh­rerinnen der Hilfsschule auch nach der Konfir- naiion der Kinder diesen für mehrere Jahre 'iudurch beratend und schützend zur Seite stehen, l Damit Schule und Elternhaus mehr sMlung erhalten, hat in Freiburg i. Br. das siekiorat der Volksschulen versucht, Eltern­abende einzurichten. Der erste Abend, wobei fine Lehrerin einen größeren Vortrag hielt, k.iüd viele Teilnehmer.

Das Programm zur Hauptversammlung es Allgemeinen Deutschen Schulvereins lautet: Noirtag, den 4. Juni, 8 Uhr abends: Begrüßung 'er Gäste im großen Saale des Konzerthauses 'n Breslau. Dienstag, den 5. Juni, 9 Uhr mor- [ens: Sitzung des Vertretertages im Stadtver- rdnetensaale (Stadthaus am Ring). Hierzu rgehen besondere Einladungen. 12 Uhr mit- ags: Begrüßung der Vertreter und Gäste des Vereins durch Magistrat und Stadtverordnete M Rathause. 4 Uhr nachmittags: Vertrauliche Sitzung des Dertretertages im Stadtverord- hietenfaale, zu der nur dessen in § 9 der Satzun­gen benannte Mitglieder Zutritt haben. 7 Uhr Abends: Festessen im Konzerthause (Preis des Gedecks ohne Wein 3 -Ä). Mittwoch, den 6, «uni, 11 Uhr morgens: Hauptversammlung und Keftfeier in der Aula der Universität. 5 Uhr nachmittags: Allgemeines Fest im Schießwerder.

Vierteljährlicher Bezugspreis; btt der Gxr-bition 2 Alk., -»p jnn bet allen Postämtern 2,25 Mk. >.erct. Bestellgeld).

JiS. IV* JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.