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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain, x

SonntagSbeila««! Illuttriries Ssnntaasb'att.

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Exxckition 2 Mk, bei allen Postämtern 2,25 Mk. <ejcU Bestellgeld).

Jnsertionsgebiihr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.

Neclamen: die Zelle 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 10. Mai 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniversitSts-Buchdruckerei 41. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Neueste Telegramme.

Darmstadt, 8. Mai. Das amtliche Wahl- lresultat der Reichstagsstichwahl im Wahlkreise »Darmstadt-Eroßgerau vom 4. Mai ist folgendes: stlbgegeben sind 32 642 Stimmen, davon waren Angültig 205 Stimmen. Es erhielten Landtags- Abgeordneter Berthold - Darmstadt 16 632, Kiechtsanwalt Dr. Theodor Stein-Darmstadt >15 805 Stimmen. Mithin ist der erstgenannte gewählt worden.

> Breslau, 9. Mai. Im Wahlkreis Veuthen- iTarnowitz schlägt das vereinigte Komitee der ^deutschgesinnten Parteien nach derBreslauer sZeitung" zum Reichstagskandidaten den Gene­raldirektor der schlesischen Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb, Bergrat Remy, jnationalliberal, vor. Die definitive Aufstellung erfolgt am 12. Mai durch eine Vertrauens­männerversammlung.

Hamburg, 9. Mai. Aus Jacksvills (Florida) Ist hier folgendes Telegramm vom 4. Mai ein- gelaufen: Man telegraphiert uns aus Key West das Gerücht, daß ein Aufstand im Osten Kubas ausgebrochen sei.

1 Wien, 8. Mai. Wie verlautet, trifft Kaiser Wilhelm am 6. Juni vormittags zum Besuche des Kaisers von Oesterreich in Wien ein und wird bis zuni 7. Juni abends hier verweilen. Die Zusammenkunft, welche vom deutschen Kai­ser angeregt wurde, soll nach der Konferenz von Algeciras einen neuerlichen Beweis von dem festen Stande des deutsch-österreichischen Bünd­nisses geben. Der Chef des deutschen General- ftabes Graf Moltke wird einige Tage früher hier cintreffen, um an den Lagerübungen in Bruck an der Leitha teilzunehmen.

! Rotterdam, 9. Mai. Hier verlautet, daß Kö­nigin Wilhelmina der Niederlande ihren früher »/geplanten Besuch in Dobbin in Mecklenburg saufgibt und aus Amsterdam nach Schloß Het- !Loo zurückkehrt, um dort vermutlich den ganzen . iSommer und Herbst zu verbringen. Diese Sin­nesänderung wird mit dem schon erwähnten Er­stächt, daß die Königin einem freudigen Ereig­nis entgegensetze, in Zusammenhang gebracht.

Lens, 8. Mai. Die Koksöfen sind wieder in Betrieb gesetzt worden. Man fängt an, die - jTruppen in ihre Garnisonen zurückkehren zu lassen.

Petersburg, 8. Mai. Das Reichsdumagr- sbäude wurde in Gegenwart der Mitglieder des Reichsrats und der Abgeordneten der Reichs­duma feierlich eingcweiht.

Konstantinopel, 8. Mai. Der hiesige persische Botschafter soll der Pforte mitgeteilt haben, daß seine Regierung die türkischen Vorschläge an-

3 (Nachdruck verboten.),

Jolanda und Salomea.

Roman von Erich Friese».

s:' (Fortsetzung.)

,<Sie kommt nicht, Vater."

Nicht? Warum nicht? Hast Du ihr zu swenig geboten?"

Nein, Vater. Es muß einen andern Grund > haben. Diese Salomea Belloni scheint sehr stolz --mein Gott, was fehlt Dir, Vater? Du

bist schon wieder so bleich! Was hast Du?"

And wieder jenes hastige Abwehren von feiten des Mannes.

Nichts, nichts, mein Kind! Kümmere Dich jnicht um mich! . .. Welchen Namen nanntest !Du soeben? Salomea? Sa Io--Laß

-nur, laß! Ich fühle mich ganz wohl. Nur das .'Wiedersehen mit Onkel Bernardo es hat mich !wirklich aufgeregt.... Du darfst nicht ver- sgessen, mein Kind ich bin ein alter Mann schon über sechzig!"

And mit mattem Abwinken der zitternden l3h*iriier^lIaf?t 8c6eu8ten Hauptes das ; In merkwüdiger Anruhe bleibt Jolanda -Bonmartino zurück.

i Ihr ist, als habe sich ein Schleier auf ihre sionnige Heiterkeit gelegt, als fei der Glanz ihrer -Umgebung durch eine herabsckiwebende Wolke «etrübt.

i II.

' .. Inzwischen eilt Salomea Belloni mit be- Mgelten Schritten die weite Halle des Palozzo Donmartino entlang, aus deren verschwiege- jben Nischen hohe Marmorbilder leuchten.... ^orbei an herumlungernden, reichgallonierten Wienern . , , . hinab die teppichbelegte breite sl-reppe auf die menschenvolle Straße.

' Es ist zur Nachmittagszeit die Stunde |er Spazierfahrt, da Equipage auf Equipage

nehme. Die persische Kommisiion verläßt heute Teheran. Als Präsident derselben fungiert der persische Gesandte in Berlin Mahmud Khan, der zurzeit in Teheran auf Urlaub weilt.

Konstantinopel, 8. Mai. Die türkische Ha- fcnpolizei beschlagnahmte ein deut­sches Segelschiff, welches hier Benzin löschen sollte und ließ es nach Kavak am oberen Bosporus führen.

Die Fahrkartensteuer.

Der bereits von uns erwähnte, zur zweiten Lesung der Fahrkartensteuervorlage im Plenum des Reichstages gestellte Antrag lautet in der Hauptsache wörtlich:

Fahrkarten, Fahrscheine und sonstige Aus­weise über die erfolgte Zahlung des Personen­fahrgeldes im Eisenbahnverkehr auf inlän­dischen Bahnlinien tragen einen Stempel

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III. II. I.

bei einem Fahrpreise von: Wagenllasse

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0,60 3)« biS 2 Mk. 5 10 201 _

mehr als 2 , , 5 , 10 20 40 g

. , 5 , , 10 , 20 40 30|"S

, , 10 , , 20 , 40 80 160 lo 2.

, , 20 , , 80 , 60 120 24')'5>5

, , 30 , , 40 , 90 ISO 8601 3 £

' ' 40 , , 50 , 140 270 540 ~ |

, , 50 , 200 400 7001 " 3

Fahrkarten von Straßen- und ähnlichen Bahnen, welche getrennte Wagenklassen nicht führen, werden wie Fahrkarten dritter Klasse behandelt.

Fahrkarten, Fahrscheine und sonstige Aus­weise über die erfolgte Zahlung des Personen­fahrgeldes im Dampfschiffsverkehr auf inlänoi- schen Wasserstraßen und Seen, sowie im Dampf­schiffsverkehr der Nord- und Ostsee zwischen in­ländischen Orten unterliegen den für die dritte Wagenklasse festgesetzten Steuersätzen. Wenn das Dampfschiff verschiedene Fahrklassen führt, gelten die für die 3. Wagenklasse festgesetzten Steuersätze für die niedrigste Fahrklasse, die für die 2. Wagenklasse festgesetzten Steuersätze gleichmäßig für die höheren Wagenklassen.

Befreit sind: 1. Fahrkarte usw., wenn deren tarifmäßiger Fahrpreis, bei Zeitkarten der Ee- samtpreis der Zeitkarte, bei Fahrkarten von und nach ausländischen Orten der Fahrpreis für die im Inlands zurückzulegende Strecke den Betrag von 0,60 Mk. nicht erreicht: 2. die zu er­mäßigten Preisen ausgegebenen Militär- und Arbeiterfahrkarten; 3. Fahrkarten der dritten Wagenklasse, soweit im Eisenbahnverkehr eine vierte Wagenklasse nicht geführt wird und der Fahrpreis der dritten Wagenklasse den Satz von 2 Pfennig für das Kilometer nicht übersteigt.

Von Zusatzkarten, die zur Fahrt in einer anderen Zuggattung oder auf einem Dampf­schiff anderer Gattung (Eil-, Luxusdampfer) berechtigen, ist eine besondere Abgabe nicht zu entrichten. Von Zusatzkarten, die zur Fahrt in

langsam den Corso Umberto entlang rollt, um an der Piazza Venezia umzukehren und die Sache wieder von vorne anzufangen.

Diamantenüberladene Renommiertoiletten prunken auf; feurigeAugen blitzen; erwartungs­volle Gesichter unter riesigen Federhüten er­strahlen .... Manch heiterer Gruß fliegt hin­über und herüber, oft auch ein frohlauniges Wort oder ein verheißungsvolles Lächeln . . . .

Dazwischen buntfarbiger Blumenrausch, von schwarzäugigen Schönen in großen Körben zum Kauf angeboten, oder durchdringend schreiende Fruchthändler mit ihrer erfrischenden Ware.

Echt römisches Leben voll Schick, Frohsinn und Grazie.

Die bleiche, ärmlich gekleidete Frauenge­stalt, die sich mühsam durch die sich stauenden Menschenmengen die stattliche Häuserreihe ent­lang drängt, paßt sehr wenig in dies vornehme Bild heiteren Lebensgenusses.

Die stolzen Lippen fest aufeinander gepreßt, schreitet fie'in sich versunken weiter und weiter. Abweisend blitzen die dunklen Augen unter den zusammengezogenen Brauen, sobald einer der vorbeischlendernden eleganten Müßiggänger einen dreisten Blick oder gar ein zudringliches Wort wagt. ...

Allmählich verliert sich der Trubel von Equi­pagen, Automobilen und Menschengewühl.

Salomea nähert sich der Piazza del Popolo mit, seiner erhabenen Architektonik und seinem zwischen vier wasserspeienden Löwen hochauf- ragendcii, Jahrtausende alten Obeslisk. . , ,

And jetzt hinaus zur Porta del Popolo.

Wie mit einem Schlage das Bild verändert.

An Stelle der vornehmen Palazzi beängsti­gend hohe Mietskaserneii, aus deren oft halb- zerbrochenen Fenstern defekte Wäsche heraus- baumelt. Vor den Türen herumhockenoe, un­ordentlich gekleidete Frauen und zerlumpte Kinder. And überall jener undefinierbare, die

einer höheren Fahrklasse berechtigen, ist die Stempelabgabe in Höhe des Unterschieds zwi­schen dem Stempelbetrage für diese Fahrklasse und dem zur Hauptkarte geschuldeten Stempel­betrage zu entrichten. Berechtigt eine Fahr­karte nach Wahl des Reisenden zur Benutzung der Eisenbahn oder des Dampfschiffs, so hat die Stempelberechnung unter Berücksichtigung der­jenigen Beförderungsweise zu erfolgen, die den höheren Stempelbetrag ergibt. Die Vorschrift findet entsprechende Anwendung, wenn eine Fahrkarte (Fahrscheinheft) zum Teil zur Be­nutzung einer niedrigeren, zum Teil zur Be­nutzung einer höheren Wagenklasse berechtigt.

Der Antrag ist von den Wortführern der konservativen Parteien, des Zentrums und der Nationalliberalen unterzeichnet, so daß ihm die Mehrheit sicher ist. Wir haben schon hervorge­hoben, daß uns formell diese Fassung sympathi­scher ist, als die kilometrischen Zuschläge, die nicht nur einen Eingriff in das Tarifrecht der Einzelstaaten bedeutet, sondern auch sehr viel Schwierigkeiten bereitet haben würde. Sachlich ist der Unterschied nicht allzu groß. Die Zu­schläge, insbesondere zu den Fahrpreisen der ersten und auch der zweiten Wagenklasse, sind recht hoch, zum Ml noch höher, als sie bei Ein­führung der kilometrischen Zuschläge gewesen sein würden. Die Eisenbahnfahrkarten erfahren dadurch eine Verteuerung, die nicht unempfind­lich sein und manche Reisende veranlassen wird, eine niedrigere Klasse zu wählen.

Deutsches Reich.

Berli«, 9. Mai.

Seine Majestät der Kaiser, der gestern und vorgestern noch eifrig in der Umgegend der Auerhahnjagd oblag, verläßt heute (Mittwoch) Donaueschingen und trifft vormittags in Karls­ruhe ein. Der diesjährige Besuch des Kaisers in Cadinen wird, wie jetzt feststeht, cm 25. d. M. erfolgen. An diesem Tage trifft der Monarch auf seiner Eutsherrschaft ein. Die Rückreise von Cadinen nach Potsdam ist für den 28. ds. Mts. i» Aussicht genommen; auf der Fahrt wird zu­nächst eine Besichtigung des alten Ordensschlof- ses in Marienburg vorgenommen werden, wo­ran sich ein kurzer Besuch in Danzig bezw. Lang­fuhr anschließt. Nach Beendigung des Aufent­halts in Ost- und Westpreußen beabsichtigt der Kaiser, dem Vernehmen nach, nach kurzem Ver­weilen in Berlin mit der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise einige Tage auf Schloß Hubertusstock in der Schorfheide zuzu­bringen.

Der Reichskanzler Fürst Bülow, dessen Befinden das denkbar beste ist, wird sei­nen gewohnten Sommerurlaub nach Norderney gegen Mitte Juni antreten. Der Kanzler wird wie in früheren Jahren von dem notwendigen Beamtenpersonal begleitet sein, um die Ge­schäfte in der Hand zu behalten.

Nase kitzelnde Geruch von verbranntem Oel, altem Fisch und Menschenschweiß.

Noch nie vorher empfand Salomea so bitter wie heute die tiefe Kluft zwischen Reich und Arm.

O, wie brennend sie darnach verlangt, zu jenenGlücklichen" zu gehören, die den ganzen Tag über nichts zu tun haben, als über ihr Ver­gnügen nachzudenken; die essen können, was ihnen beliebt, und wenn es ein blankes Gold­stück kostet; die einherstolzieren in Samt und Seide und ihre Kinder kleiden in weiße Spihen- röckchen mit fliegenden Atlasbändern und hohen Schnürstiefelchen.

Ihre Kinder! . . .

Hier bleiben Salomeas Gedanken hängen. Daß ihre Kinder darben, daß die süßen unschul­digen Geschöpfchen nichts von den Freuden des Lebens genießen dürfen, daß sie wie die Mutter einst verkümmern werden im brutalen Kampf ums Dasein das schmerzt sie am tiefsten.

Vor einem der Häuser, das sich durch nichts von seinen Nachbarn unterscheidet, macht sie Halt. Mißmutig erklimmt sie die schmale, halb­dunkle Treppe ein Stockwerk..., zweie.... drei, vier, fünf.....

Endlich oben. Sie zieht die Glocke.

Ein halbwüchsiges, schlechtgekämmtes Mäd­chen öffnet.

Salomea tritt ein in ihr dürftiges Heim.

Ist mein Mann schon aus dem Atelier nach Hause gekommen, Ninella?"

Nein, Signora. Aber Rinaldo und An­gelina zanken sich und Marietta weint. Ich wußt gar nicht mehr, was mit den Kindern an- fangen."

Salomea unterdrückt einen Seufzer. Rasch legt sie Mantel und Hut ab und geht in das kleine Wohnzimmer, aus dem lebhaftes Geschrei ertönt.

Mama! 2toe, gute, süße Mama!"

Der Diätenkommission des Reichstags lag ein Antrag Burlage (Zentr.) vor, den § la da­hin zu ändern, a) für die Zeit, während welcher der Reichstag versammelt ist, sowie acht Tag« vorher und acht Tage nachher freie Fahrt auf den deutschen Eisenbahnen zu gewahren. Graf Posadowsky erklärt, der Bundesrat sei für den Beschluß erster Lesung nicht zu haben. De: Antrag Burlage stelle er sich nicht ablehnend entgegen. Von allen gemachten Vorschlägen sei der der Regierungsvorlage der beste. Abg. Dr. Pachnicke (freis. Vgg.) beantragt, für die Dauer der Sitzungsperiode sowie acht Tage vor Beginn und acht Tage nach deren Schluß Freifahrt (tv: allen deutschen Eisenbahnen. Rach langer, eir gehender Debatte wird der Antrag Pachniä mit 15 Stimmen gegen 6 angenommen.

Aus dem Abgeordnetenhause geht uns folgende Notiz zu: Der in den nächsten Tagen in einer Stärke von etwa 700 Seiten erschei­nende Kommissionsbericht über das Schuluntee­haltungsgesetz ist bei der Verlagsbuchhandlung von W. Moeser, Berlin 8. 14, Stallschreiberstr. 34/35, zum Preise von 4,50 M und 50 L Porto zu haben, wenn die Bestellung darauf bis zum 12. d. M. eingeht. Später bestellte Abdrücke werden 7,50 <M. und 50 L Porte berechnet wer­den. Das Bureau des Abgeordnetenhauses kann diese Druckschrift überhaupt nicht abgeben und wird dahin gehende Wünsche unbeantwortet lassen.

Der Präsident des Evangelischen Ober­kirchenrats, Wirk!. Geh. Rat Voigts, der be­kanntlich auch Vorsitzender des Deutschen Evan- gelischen Kirchenausschusses ist, hat sich, wie die Kreuzztg." vernimmt, auf Einladung des Ver­bandes der deutschen Evangelischen Gemeinden in Großbritannien und Irland, nach England begeben, um als Vertreter des Kirchenausschus. ses an dem am 9. und 10. Mai d. I. in London stattfindenden ersten Eemeindetage des Ver­bandes teilzunehmen.

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Pari amen*aniches.

Deutscher Reichstag.

»fc Berlin, 8. Mai.

Im Reichstage teilte am Dienstage Prä­sident Graf Vallestrem mit, daß nach Mitteilung des italienischen Botschafters der Präsident der italienischen Deputiertenkammer die Anteil­nahme des deutschen Reichstags anläßlich der Vesuvkatastrophe mit herzlichen Worten des Dankes erwidert habe. Das Haus trat in di« Tagesordnung ein und erledigte zunächst di« bisher zurückgestellte Abstimmung aller der Hauptparagraphen des Zigarettensteuergesetzes. Der Paragraph wurde mit 179 gegen 112 Stim­men bei 3 Enthaltungen angenommen. Daraus wurde die zweite Lesung der Novelle zum Reichsstempelgesetz bei der Fahrkartensteuer fortgesetzt. Nach den Kommisstonsbeschlussen

Zwei Kinder im Alter von fünf und vier Jahren, ein Knabe und ein Mädchen, springen vom Boden empor und hängen sich unter Lachen und Jubeln an die Mutter. ......

And auch die kleine, kaum emiahrige Ma­rietta streckt vom Bettchen her verlangend die Aermchen aus.

Wie Sonnenschein leuchtet es in Salomeas verhärmten Zügen auf hell und klar, gleich dem soeben durch das niedrige Fenster herein­lugenden Sonnenstrahl.

Fest drückt sie ihre Kinder an sich.

Ach, nicht mehr fühlt sie sich arm und be­dauernswert. Sie besitzt in ihren Kindern einen Schatz, den ihr niemand rauben kann netit, niemand. _ ,

In diesem Augenblick ist Salomea schon von jener edlen, erhabenen Schönheit, rote sie nur tiefes Seelenleben, -in vornehmer Geist und Aeberfülle an Gemüt und selbstlosester Liebe zu verleihen vermag. .

Mit vor Glück geröteten Wangen nimmt! Ne Klein-Marietta aus dem Bettchen, schlingt ein dickes Wolltuch um die strammen Glieder, chen und setzt sich mit dem Kinde auf dem Arm ans Fenster, von welchem aus man eine weite Aussicht genießt auf die benachbarten Dächer und Schornsteine. Die beiden größeren Kinder, der schwarzlockige Rinaldo und die goldblonde An­gelina, schmiegen sich an die Knie der Mutter, mit großen, glänzenden Augen an ihrem Mund« hängend.

Und Salomea erzählt herrliche Märchen von dem armen Lazzarone, der auf den Straße« bettelte und eigentlich ein vornehmer Graf war ... von der schönen Prinzessin, die in eine« Stern am blauen Himmel verwandelt wurde.., von dem kleinen Arturo, der so viel, daß et schließlich platzte... von

Mama!" fällt plötzlich Angelina erregt eia warum haben wir nie so viel zu essen, daß wir platzen? Ich bin manchmal kaum satt!"