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Salomea Belloni zur Tür hinan-
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. .Also — nicht?" fragt die Marchesina nach einer Weile leise, fast zaghaft.
1 „Nein. Ich will Ihre Ruhe nicht siören. Leben Sie wohl, Fräulein Vonmartino!"
1 Ohne das jäh erbleichende schöne Mädchen« Antlitz noch eines Blickes zu würdigen, schreitet
aus, was wir schon immer allen national und monarchisch Denkenden gepredigt haben: die „National"-Sozialen sind gefährlicher wie die mit offenem Visier auftretende Sozialdemo« kratie und müssen deshalb ebenso scharf bekämpft werden wie diese. Sie sind bislang unter falscher Flagge aufgetreten, bis jetzt die Notwendigkeit, die richtige Farbe zu bekennen an stk herantrat und sie der Macht der Verhältnisse nachgeben mutzten. Die ,,National"-Soziale« hoffen 1908 auf die Hilfe der „Genossen" und haben sich ihnen deshalb rückhaltlos in die Arme geworfen. Das ganze Auftreten der Partei Naumann-Varth-Eerlach bedeutete eine Tragikomödie. Was soll fortan noch die Maske einer bürgerlichen Partei, da das wahre Gesicht Zug um Zug sozialdemokratisch ist? Vor Jahren schon schrieben wir hier, die „National-Sozialen seien eine durch und durch demokratisch« Partei, deren Endziel die Parlamentsherrschast (-^Republik) sei. Das leugnete man damals ab. Jetzt, wo alle Verstellung nichts mehr Hilst, wird es zugegeben und alle Hoffnung va banque auf die Karte der „Genossen" gesetzt. In Cassel im „national"-sozialen Verein wurde kürzlich erklärt, die Partei erstrebe die Demokratisierung aller staatlichen Einrichtungen, die Minister müßten aus der Parlamentsmehrheit genommen werden usw. Die Verwirklichung dieser „Grundsätze" bedeutete die Vernichtung der Monarchie. Es lag eine ungeheure Heuchelei in dieser sich national nennenden Partei, die in ihrem Innern sich längst mit der Sozialdemokratie verwandt fühlte' und auch gewillt war, jeden Unterschied zu beseitigen. So bedauerlich der Fall Darmstadt-Erotzgerau einerseits ist, andererseits hat er die Lage geklärt; das ist ein Vorteil, der nicht zu unterschätzenist. Die Aufklärung kommt noch rechtzeitig vor 1908. Naumann, Barth und v. Gerlach, die Führer der sozialdemokratischen Vortruppe, mögen die Ballonmütze aufsetzen, Bebel und Singer de« Treueid leisten und sich so mit ihren Gesinnungsgenossen in den sozialdemokratischen Verband als glücklich Durchgemauserte aufnehmen
Marburg
Mittwoch. 9. Mat 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmdersttätS-Buchdruckerei 41. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
Neueste Telegramme.
Berlin, 7. Mak. Mitteilung des Kriegsministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: Dampfer „Neckar" mit der ostasiatischen Besatzungsbrigade am 5. Mai wohlbehalten in Colombo eingetroffen und am 6. Mai nach Suez weitergegangen.
Berlin» 8. Mai. Die Hilfstätigkeit für durch das Unglück von San Francisco in Not geratene Deutsche ist im Gange. Die Ausweispapiere der Betroffenen sind fast durchweg verbrannt, sodatz der Nachweis der Reichsangehörigkeit nicht zu erbringen ist. Der deutsche Konsul begnügt sich daher damit, daß die Personen, die die Hilfe des Konsulates in Anspruch nehmen, ihre Reichsangehörigkeit in irgend einer Weise glaubhaft machen. Bei der Fahrt nach Newyork erwirkt der Konsul von den Eisenbahnen nach dem Bedürfnisse Preisermäßigung oder Freifahrt.
Berlin, 8. Mai. Die Meldung, daß die Ernennung des Präsidenten der Eisenbahndirck- tion Köln, Breitenbach, zum Minister der Oef- fentlichen Arbeiten vollzogen sei, wird als unrichtig bezeichnet.
Donaueschingen, 7. Mai. Die auswärts verbreitete Nachricht ist vollkommen erfunden, nach der am Freitag abend der Kaiser und der Fürst Fürftenberg in großer Lebensgefahr geschwebt hätten, weil ein Bahnwärter eine geschlossene Schranke hochgezogen hätte, um das kaiserliche Automobil durchzulassen, als gerade ein Zug heranbrauste, und wonach nur durch die Geistesgegenwart des Chauffeurs ein Unglück verhütet worden sei.
Haag» 7. Mai. Obschon die Zeit noch nicht genau feststeht, wann die zweite Friedenskon- ferenz in diesem Jahre zusammentreten wird, beantragte der Minister des Aeußern bei der Kammer, unverzüglich einen Kredit von 75 000 Eulden zu bewilligen für einen würdigen Empfang der Delegierten.
Paris» 7. Mai. In St. Etienne erschienen heute früh die Arbeiter der meisten Gruben« schachte wieder zur Einfahrt. Die Gesellschaft ließ sie jedoch nicht einfahren, sie will nicht eher die Aufnahme der Arbeit gestatten, bis die Arbeiter einen Vertrag unterzeichnet haben, daß sie wieder zu den alten Bedingungen die Arbeit leisten wollen.
Sofia, 7. Mai. Das rumänische Thronfolgerpaar, begleitet von seinen ältesten Kindern, dem Prinzen Karl und der Prinzessin Elisabeth, traf gestern Mittag in den Gewässern des Schlosses Euxinograd ein und wurde dort durch den Fürsten Ferdinand und den Thronfolger Boris begrüßt. Die Begegnung soll sehr herzlich gewesen sei. Sie geschah auf Anregung des rumänischen Thronfolgers selbst.
Deutschrs Reich.
Berlin, 8. Mai.
— Seine Majestät der Kaiser besuchte vorgestern (Sonntag), wie aus Donaueschingen gemeldet wird, den Gottesdienst und fuhr mittags mit dem Fürstenpaar von Fürstenberg im Automobil nach Singen zur Besichtigung des Festspielhauses für die Hohentwielfestspiele. Morgen (Mittwoch) vormittag erfolgt, wie schon gemeldet, die Abreise nach Karlsruhe.
— Ein Geschenk der Kaiserin an die Kronprinzessin in Gestalt eines zierlichen Babykorbes
Kandidaten, sondern auch diejenigen Freisinnigen, die ihm vor dem Gesinnungsgenossen der Herren Kautsky und Mehring den Vorzug geben, zu der „einen reaktionären Masse" werfen. Im übrigen haben sie bei der gestrigen Stichwahl die Probe auf das Exempel machen können, nämlich ihre Illusion, daß sich die Liberalen auf das Bündnis mit der Sozialdemokratie „einigen" lassen."
Dem „Hannov. Courier" wird aus Darmstadt geschrieben, daß der sozialdemokratische Kandidat glänzend hätte besiegt werden können, wenn alle bürgerlichen Parteien zusammengehalten hätten. Aber das Eros der „vereinigten Liberalen" sei nach Ausweis der Wahlresultate Mann für Mann für den Sozialdemokraten eingetreten. Die Zuschrift schließt:
„Die Kluft, die der Linksliberalismus durch seine Stichwahlparole zwischen sich und den übrigen bürgerlichen Parteien gegeben hat, wird nicht leicht überbrückt werden können. Ein Zusammengehen zwischen Nationalliberalen und „vereinigten Liberalen" ist wenigstens für absehbare Zeit ausgeschlossen. Das erklärte heute abend schon in der nationalliberalen Wahlversammlung der Vorsitzende der nationalliberalen P a r t e i Dr. Osann II unter dem stürmischen Beifall aller Anwesenden mit den Worten: Ein Vergessen dieses Verrats an der Sache des Bürgertums gibt es für uns nicht. Die Reue wird also der Stichwahlparole der „vereinigten Liberalen" bald folgen, und, was das Bedauerlichste ist, der Wahlkreis Darmstadt-Großgerau wird auch 1908 mit Sicherheit der Sozialdemokratie wieder zufallen."
Die „Köln. Ztg." tadelt ebenfalls scharf, daß die „National"-Sozialen den „Liberalismus an die Sozialdemokratie, d. h. an eine Partei verraten haben, die sich selbst die Totfeindin des Liberalismus nennt." Sie erklärt als die notwendigste Aufgabe, die jetzt praktisch begonnen werden müsse: die „reinliche Scheidung von solchen Elementen, denen die Unterschiede zwischen Liberalismus und Sozialdemokratie so abhanden gekommen sind wie den bürgerlichen Wählern des ultraradikalen „Genossen" Berthold in Darmstadt. Der Kampf gegen diese „Mitläufer" ist ebenso notwendig wie der gegen die Sozialdemokratie selb st, denn was die letzteren im offenen Kampfe dem Liberalismus an Schaden zufügen, das tun die ersteren nicht minder durch Durchlöcherung seines parteibildenden Prinzips und durch Lähmung seiner Schlagkraft gegen eine Partei, die nie müde wird, ihn mit ihren schärfsten Waffen zu bekämpfen." Die „Köln. Ztg." spricht hier
— vielleicht noch infolge jener Unterhaltung mit seinem Bruder.
Der Marchese Bernardo Vonmartino erscheint viel jünger als sein nur um ein Jahr älterer Bruder Umberto.
Kein Mensch würde aus dem Aeußern der beiden ihre nahe Verwandtschaft erkennen.
Bernardo ist das gerade Gegenteil des Marchese Umberto — eher klein als groß, beweglich, mit spitzzulaufendem, erst wenig graumeliertem Vollbart und einem Hagern, undurchdringlichen Gesicht, welches fast nie seinen Ausdruck wechselt.
Nur ein sehr aufmerksamer Beobachter würde hie und da etwas Unstetes in dem stechenden Blick der tiefliegenden Augen bemerken. Und Jolanda Vonmartino ist keine scharfe Beobachterin.
So nimmt sie denn auch jetzt die jovial herausgesprudelten Liebenswürdigkeiten ihres Onkels mit heiterstem Lächeln auf.
„Mein Vater soll stolz sein auf mich, Onkel?" ruft sie fröhlich. „I ch bin stolz auf i h n! Wer einen solchen Vater hat, ist glücklich zu preisen'."
Täuscht sich Jolanda? Oder entringt sich wirklich ein unterdrückter Seufzer der Brust des alten Mannes?
Als sie betroffen aufblickt, hat der Marchese Umberto sich abgewandt, so daß sie seine Züge nicht sehen kann.
Bernardo hingegen lacht lustig auf — etwas forciert lustig, wie es Jolanda erscheint.
„Hahahaha — aber natürlich, Mädel! Ihr seid beide stolz auseinander. Und so soll es auch sein.... Als ich dich zum letztenmal sah, warst du ein dummer, kleiner Backfisch. Und jetzt — wie alt bist du eigentlich, Nichte Jolanda?"
„Zweiundzwanzig, Onkel Bernardo!"
„Wirklich? Schon zweiundzwanzig? Mein Gott, wie die Jahre vergehen! Da ist es Zeit, daß du unter die Haube kommst, Mädel.
.Silberhell lacht Jolanda >auf.
NalioMliberale und „National"
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
SonntagsbeUaae: Slhittrirted SorrntaaSblatt.
„Hast Recht, Onkel Bernardo. Lange wirds auch nicht mehr dauern."
„Die Kleine ist verlobt," fällt der Marchese Umberto rasch ein.
„Ah —" Bernardo stößt einen leisen Pfiff aus. „Wer ist denn der Glückliche? Ein Graff Oder gar ein Herzog? He?"
„Rein, Onkel. Mein Bräutigam heißt Vittorio Craziano und ist Staatsanwalt."
„Was?... Staatsanwalt!... So, so — hm! Na, meinefhalben. Also — Staatsanwalt'." Hastig fährt Bernardo sich durch das kurzgeschnittene, kaum merklich ergraute Haar, während der Blick seiner stechenden Augen etwas Unstetes, Flackerndes annimmt. „Entschuldigt mich jetzt, bitte! Will meine Koffer vom Bahnhof herschaffen lassen. Auf Wiedersehen bei Tisch!"
Der Marchese Umberto blickt seinem Bruder nach, wie er auffallend schnell das Zimmer verläßt, und seine Stirn umwölkt sich.
„Freust du dich nicht, daß Onkel Bernardo zurückgekehrt ist, Vater?" fragt Jolanda mit ihrer kühlen, weichen Hand die gefurchte Wange des Marchese streichelnd.
„Doch, doch, Kind. Nur —*
„Was, Vater?"
„Nichts weiter. Sein Anblick erinnerte mich nur an etwas Unangenehmes in meinem Leben, an etwas, was ich schon beinahe vergessen hatte., Ah pah —"
Mit zitternden Händen streicht er sich über die Stirn, als wolle er alle trüben Gedanken wegwischen. Gewaltsam zwingt er sich zur Ruhe, Kleine Pause.
„Wie steht es übrigens mit der neuen Vorleserein, Kind?" fragt der Marchese plötzlich ganz unvermittelt — wohl mehr, um das Thema zu wechseln, als aus besonderem Interesse.
Ein leiser Schatten huschte über Jolanda» fröhliches Gesicht. ,
'■ ' ? 7 Fortsetzung folgt.; j
1 Eine Zeitlang verharrt Jolanda auf dem- felben Fleck, wie gebannt durch die geheimnisvollen Worte der Fremden. Ein beängstigendes Mefühl durchbebt ihr Herz, als sie auf die Tür io (irrt, durch welche die hohe, dunkle Frauenge- fstalt verschwunden ist.
will Ihre Ruhe nicht stören!" wieder- cholte sie Iet|c, in tiefer Erregung. „Was kann sie kleinen ... Welch merkwürdiges Geschöpf! Wela) herbes und doch so stolzes Wesen! ... Schade daß aus dem Engagement nichts wurde! Es wird dem Vater leid tun!... Der oute liebe Vater!" 8 ’ ueoe
Der verräterische Streich der Freisinnigen und „National"-Sozialen in Darmstadt, die dem sozialdemokratischen Kandidaten über den nationalliberalen zum Siege verhalfen, hat unter den gesamten rechtsstehenden Parteien, in erster Linie unter den Nationalliberalen, große und berechtigte Entrüstung hervorgerufen. Die nationalliberale Presse aller Schattierungen ist einmütig in der Verurteilung der Heuchelei, mit der die Linksliberalen in diesem Wahlkampfe vorgegangen sind. Bereits gestern nahmen wir von der offiziellen Absage Notiz, welche von der parteiamtlichen „Nationallib. Korrespondenz" den „Na- tional"-Sozialen erteilt wurde. Noch schärfer drückt sich das leitende Blatt der Partei, die „National-Ztg", aus, indem sie schreibt:
„Eine Partei, die sich in anmaßendem Größenwahn herausnimmt, eine große, allumfassende liberale Parteivereinigung zu propagieren und den größeren liberalen Gruppen das Programm zu diktieren, und die bei der ersten Probe auf ihr Blockexempel schmählichen Verrat an demselben Liberalismus begeht, den sie einigen zu wollen vorgibt, ist politisch nicht ernst zu nehmen. Dis freisinnige Vereinigung hat sich in Darmstadt ihr Grab gegraben und ist im Sterben noch zum Gespött der eigenen Anhänger geworden ... Mit diesen Waden- strümpflern muß einmal gründlich Fraktur geredet werden. Die politische Bedeutung der freisinnigen Vereinigung muß denen um Barth und Naumann bei den Wahlen 1908 so gründlich ad oculos demonstriert werden, daß das Häufchen Unglück in einer Droschke nach dem Reichstag fahren kann ... Eine Fraktion „freisinnige Vereinigung" wird es von 1908 ab hoffentlich nicht mehr geben."
Diesen Wunsch und die gleiche Hoffnung hegen auch wir, und wenn die Nationalliberalen in Marburg den Wunsch ihrer Parteileitung in die Tat umzusetzen mithelfen, dann hat die „national"-soziale Partei in Marburg ihre Rolle ausgespielt, denn ohne Reichstagsmandat ist sie ein Nichts.
Die „Vosfische Ztg." sagt bei der Besprechung des Wahlergebnisses von den „National- S o z ia l e n:
„Sie haben bei der Stichwahl lediglich die Rolle der „Mitläufer" der Sozialdemokratie gespielt; sie wissen sich auch bereits die Phraseologie der Sozialdemokratie anzueignen, indem sie nicht nur für den nationalliberalen
2 (Nachdruck Verboten.^
Jolanda und Salomea.
Roman von Erich Friesen.
f (Fortsetzung.)
Ahnen die zwei Frauen das geheime Band, das sie umfcklingen wird? Das ihre Seelen vielleicht jetzt schon umschlingt?...
Und schon breitet sich wieder das entzückende Erübchenlächeln über das schöne Mädchengesicht M Gedenken an den inniggeliebten Vater.
. Schnell nimmt Jolanda die Schleppe ihres duftigen Hausgewandes über den Arm und eilt die Halle hinab bis zu einer hohen, durch dicke Sortieren verhängten Tür.
; Ohne anzuklopfen, tritt sie ein.
' In dem geräumigen, mit gediegener Eleganz tzusgestatteten Herrenzimmer befinden sich zwei fitere Männer.
. Sie scheinen eine ziemlich erregte Unterhalts geführt zu haben. Der eine steht mit rotem
Kopf am Fenster und trommelt ungeduldig auf die Scheiben, während der andere auffallend bleich ist und bei Jolandas Eintritt wie erschrocken in seinem unruhigen Auf- und Abgehen innehält.
„Mein lieber Vater!" ruft Jolanda zärtlich, indem sie den Arm um den Nacken des älteren Mannes schlingt. „Du siehst bleich aus und nervös. Ist Dir nicht wohl?"
„Doch, doch, mein Kind. Ganz wohl. Ich hatte nur eine kleine Unterredung mit dem Onkel Bernardo —"
Er deutet auf feinen Bruder am Fenster, dessen scharfe Züge schon wieder den gewohnten gleichgültigen Ausdruck tragen.
„Nichts von Bedeutung, liebe Nichte," beantwortet dieser jovial Jolandas fragenden Blick. „Geschäftliche Sachen, wovon ein junges Mädchen wie du nichts versteht. Auch hab ich jetzt was Besseres zu tun, als über Eeldgeschich- ten und dergleichen faden Kram zu reden. Komm mal her, Mädel! Wie schön du geworden bist! Hatte heut früh bei meiner Ankunft gar keine Zeit, dich genauer anzuschauen. Potz Blitz — wirklich, Umberto, du kannst stolz sein auf deine Tochter!"
In den noch immer schönen dunklen Augen des alten Mannes leuchtet es auf. Voll unendlicher Liebe ruht sein für gewöhnlich etwas müder Blick auf dem frischen, jungen Mädchen.
Die Aehnlichkeit zwischen Vater und Tochter ist frappant. Dieselbe hohe, elegante Gestalt. Dieselben edlen, echt römischen Züge. Dasselbe warme Leuchten von Herzensgüte in den dunklen Augen.
Nur daß die blühenden Lippen des jungen Madlhens ein Zug von Charakterstärke umgibt, wahrend die etwas herabgezogenen Mundwinkel lyres Vaters Mangel an Kraft und Energie ausdrücken.
Auch jetzt wieder zittern feine von einem langen weißen Bari beschatteten Lippen nervös
Vierteljährlicher Bezugspreis: der der Expedition 2 Mk„ j niw bei allen Postämtern 2,25 Ml. vqxl. Bestellgeld).
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Reclamen: die Zeile 25 Pfg.