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7. Oberst a. D. Rittergutsbesitzer von Maffow, 8. Amtsgerichtsrat Schwarze. Ebenso sind viele jmtschlossen, im Juli nach Ostasien mitzureisen, dämlich die Herren: 1. Landrat Dr. Barwinkel, i. Dr. med. Becker (Hessen), 3. Rittergutsbesitzer don Vöhlendorff-Kölpin, 4. Liebermann von Sonnenberg, 5. Amtsrichter Dr. Lucas, 6. Kam- inerherr von Riepenhausen-Crangen, 7. Kreis­arzt Dr. Wallau, 8. Iustizrat Dietrich.

bot des Schleppentragens, das bisher nur für unsere Promenaden bestand, hat man so gute Erfahrungen gemacht, daß die städtische Gesundheitskommission beschlossen hat, das Ver­bot auf das ganze Stadtgebiet auszudehnen. Ferner kam sie überein, die Strafen für die

wählt hat, die ihre Studien in Europa, und zwar zunächst in Deutschland, beenden sollen. Wie es scheint, beabsichtigt die marokkanische Re­gierung, aus den verschiedenen Stämmen des Landes Intelligenzen herauszusuchen, die mit Vorteil die europäische Kultur an der Quelle zu studieren im stände find. Welcher Art die ge­planten Studien find, ist zwar bisher nicht be­kannt. Immerhin wird das ganze Unternehmen in de» Kreisen der Eingeborenen lebhaft er­örtert. Diese sind der Meinung, der Sultan wolle sich auf diesem Wege einheimische Ver­waltungsbeamte erziehen, um sich dann in fünf Jahren von der fremden Polizei befreien zu können.

China. Die chinesische Regierung gab be­kannt, daß sie die Häfen der Mandschurei und die Städte im Innern erst öffnen werde, nach­dem die Bestimmungen für die Verwaltung der fremdländischen Kolonien, die dort gegründet werden sollten, getroffen sein würden. Die Be­kanntmachung wird so verstanden, daß sie be­deute, die Oeffnung werde davon abhängig sein, daß die Ausländer ihre Zustimmung dazu ge­ben, daß sie Land in Pacht erhalten. Die pri­vaten Meldungen hinsichtlich des gegen ameri­kanische Waren gerichteten Boykotts lauten er­mutigend. Es wird vorausgesagt, daß das Schlimmste noch kommen werde wegen der An­häufung gewaltiger amerikanischer Warenvor­räte in den Einfuhrhäfen. Die volle Wirkung des Boykotts werde sich nicht vor dem Herbst fühlbar machen.

wurden 3 Askaris verwundet, einige Hilfskrie­ger fiel«, Major Johannes begann eine kon­zentrische Operation gegen Upangwa und llkinga. Der Sultan von Merere stellte zahl­reiche Hilfskrieger.

| Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

! G Hanau, 6. Mai. Die Feier des Jahres- festes der evangelischen Kirchen­gesangvereine des Konsistorialbe- zirks Cassel wurde heute durch einen Fest- gottesdienst in der Johanniskirche eröffnet, bei dem der Johanniskirchenchor (Dirigent: Lehrer Breidenbach) mitwirkte und Pfarrer Möller aus Cassel die Festpredigt hielt. Nachmittags fand in der Marienkirche ein reich ausgestatteter liturgischer Gottesdienst unter Mitwirkung des Marienkirchenchores statt. Abends wurde ein Familienabcnd im Deutschen Hause abgehaltcn, bei dem kurze Ansprachen über das evangelische Kirchenlied (Lehrer Wagner, Hanau), das geist­liche Lied (Organist Funk, Marburg) und das Volkslied (Rektor Dieterich, Hanau) mit Vorträgen hiesiger und auswärtiger Kirchen- gesangvcreine wechselten.

Bad Orb, 5. Mai. Der Bischof von Fulda, Dr. Endert, ist hier zum Kurgebrauche einge- troffcn.

Wiesbaden, 5. Mai. Der König von Schwe­den ist heute Vormittag hier eingetroffen und hat zu einem längeren Kurgebrauch im Hotel Nassauer Hof" Wohnung genommen. Auf'dem Bahnhofe waren zum Empfang anwesend bet Reffe des Königs Graf Merenberg und der Po­lizeipräsident v. Schenck. Ferner hatten sich auf dem Bahnhofe zahlreiche hier zur Kur weilende Schweden und Schwedinnen, sowie die hiesige schwedische Kolonie eingefunden. Die Damen überreichten dem König prachtvolle Blumen­arrangements.

Frankfurt, 5. Mai. Wegen schwerer Urkun­denfälschung, Hypothekenschwindel und Unter­schlagung wurden der Bauunternehmer Adolf Grimm und die Witwe Marie Roeßler verhaftet, i Es handelt sich um sehr hohe Beträge.

Ausland,

Rußland. DerRegierungsbote" meldet die auf sein Ansuchen erfolgte Enthebung des Gra­fen Witte von dem Posten des Präsidenten deq Ministerrates, unter Belastung des Sitzes im Reichsrate, unter Belastung der Würde eines Staatssekretärs und unter Verleihung des Alexander Rewsky-Ordens mit Brillantem DerRegierungsbote" meldet ferner die Ent­hebung Durnowos von dem Posten des Mi­nisters des Innern unter Ernennung zum Staatssekretär und unter Belassung der Würde eines Senators. Gleichzeitig wird die Er­nennung Goremykins zum Präsidenten des Mi­nisterrates gemeldet. Wie diePetersb. Tel.- Ag." meldet, wird gegen Maxim Gorki ein neuer Prozeß eingelettet «erden, unter der Be­schuldigung, daß er im Auslande die revolu­tionäre Bewegung gegen Rußland geschürt habe.

Marokko. Aus Tanger wird derDeutschen Orient - Korrespondenz" berichtet, daß der Maghzen Wei junge Studenten aus Tetuan er-

I Marburg und Ilmgegend.

I (Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des I Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe I .Oberheff. Mg." gestattet)

I Marburg, 7. Mai.

I 8 Besuch. Heute früh um 111/2 Uhr traf Re- I gierungspräsident Graf v. Bernstorff hier ein I und nahm im Hotel Pfeiffer Wohnung. Wie ver- I lautet, wird der Präsident heute verschiedene I Institute und Anstalten besichtigen.

I 8 Eia herrlicher Maiensonntag war der I gestrige. Wer es einigermaßen machen konnte, I zog deshalb auch hinaus in den frischgrünen I Wald. Die abends aus dem Hinterlande und I dem Ebsdorfer Grund kommenden Eisenbahn- I Züge waren von zurückkehrenden Ausflügler» I geradezu überfüllt.

| § Aus CLdwestafrika. Die Besatzung am

I Kub in Südwestafrika sandte eine Postkarte mit I herzlichem Dank für die Marburger Liebesgaben I ab, welche heute hier eintraf. Die Karte mit der I Ansicht von Marburg, welche sich bei den Liebes- I gaben befunden hatte, trug die Unterschriften I einer Anzahl deutscher Soldaten.

I * Die nächsten Feldposten nach Afrika gehen I von Berlin wieder am 11. Mai ab. Für die I Feldbriefpost wird der am folgenden Tage von I Southampton in See gehende englische Dampfer I nach Kronstadt benutzt. Dieser ist am Kap der I fluten Hoffnung am 29. Mai. Am 1. Juni findet I er Gelegenheit zur Beförderung nach Swakop- I mund mit dem rückkehrenden Reichspostdampfer. I Dort trifft der deutsche Dampfer und damit die I Feldpost am 3. Juni ein. Für Feldpost-Pakete I wird in der Hauptsache gleichzeitig der Reichs- I Postdampfer benutzt, der ebenfalls am 12. Mai I von Hamburg nach Swakopmund in See geht. I Der Reichspostdampfer ist am 5. Juni in Swa- I kopmund. Lüder itzbucht erreicht diese Feldpost I um 8. Juni, ebenfalls mit dem rückkehrenden I Reichspostdampfer. Schlußzeit für Feldpostbriefe I und Feldpostkarten ist in Berlin am 11. Mai, I vormittags %12 auf der Stadtbahn. Feldpost- I sendungen, die portofrei durch das Marinepost- I bureau in Berlin befördert werden sollen, müffen I also in Berlin spätestens am 10. Mai, in ent- I sernteren Orten am Tage vorher zur Post ge- I I geben werden. Ebenso müffen Feldpostpakete I spätestens am 10. aufgegeben werden, wenn sie mit. bem Neichspostdampfer von Hamburg nach

I Afrika abgehen sollen.

§ Der Naturheilverein beging gestern im Luft- und Lichtbad die Einweihung des neuen Brunnens durch ein Preiskegeln und sonstige Unterhaltung. In den nächsten Tagen wird auch I ein Brausebad dort eingerichtet. I

* Aus dem Reichsgericht schreibt uns unser I Leipziger Gerichtskorrespondent: Wegen Dieb- I stahls ist am 22. August v. I. vom Landgerichte I der Arbeiter W. Maurer aus Frankenberg zu I einem Jahr einer Woche Gefängnis verurteilt I | worden. Seine Revision wurde heute vom I Reichsgerichte als unbegründet verworfen. I

* Freibank. Im preußischen Landwirtschafts- I Ministerium sind nach derN. P. K." Vorarbei- I ten im Gange für eine einheitliche Einrichtung I und Regelung des Betriebes von Freibänken in I den öffentlichen Schlachthäusern behufs Ver- I wertung des nicht ganz einwandsfreien Fleisches. I Schon in nächster Zeit dürfte ein Erlaß des Mi- I nisters zu erwarten fein. I

* Hebungen der Freiwilligen Feuerwehr I Marburg im Jahre 1906. (Die llhrzett bezieht I sich auf nachmittags.) 2. Löschzug: 7. Mai 634 | Uhr, 11. Juni 6% Uhr, 25. Juni 7 Uhr, 23. | Juli 6¥2 Uhr, 20. August 6 Uhr, 17. September 6 Uhr, 15. Oktober 5 Uhr. 3. Löschzug: 14. I Mai 634 Uhr, 11. Juni 6Z4 Uhr, 2. Juli 6 Uhr, 30. Juli 6y2 Uhr, 27. August 6 Uhr, 24. Sep- I tember 6 Uhr, 15. Oktober 5 Uhr. 4. Löschzug: I 21. Mai 6% Uhr, 11. Juni 6% Uhr, 2. Juli 6 Uhr, 6. August 6(4 Uhr, 3. September 6 Uhr, I 1. Oktober 6 Uhr, 15. Oktober 5 Uhr. Die I ordentliche Generalversammlung findet am 11. I Juni nach der Uebung statt. Die Mannschaften I haben zu allen Hebungen und Bränden in I vollständiger Ausrüstung zu erscheinen: begrün- I bete Entschuldigungen wegen Fehlens sind in- I nerhalb 24 Stunden an die Zugführer schriftlich I abzugeben. Geschäftliche Entschuldigungen wer- | den nicht berücksichtigt. " I

MaMmchk.

Berlin, 6. Mai. Aus dem Dorfe Hohen» lehne bei Königswusterhausen kommt die kaum glaubliche Nachricht, daß ein sechsjähriges Mäd­chen einen Selbstmordversuch begangen hat. Mehrere Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren hatten ein auf der Dahme lose am Ufer liegendes Boot bestiegen, das plötzlich abgetrie­ben wurde. Ein Schiffer brachte die gefährdeten Kinder wieder an das Ufer. Ein Zusckauet äußerte zu der sechsjährigen Tochter des Arbei­ters Haugwitz, daß sie jedenfalls von ihren El­tern bestraft werden würde, weil sie das Boot be­stiegen habe. Die Kleine ging nun nach bem; Bahndamm der Königswusterhausen-Treskower Nebenbahn, stellte sich in der Absicht, sich über-! fahren zu lasten, zwischen die Schienen und war­tete die Ankunft eines Zuges ab. Der Lokomo­tivführer bemerkte jedoch glücklicherweise recht­zeitig das auf dem Bahnkörper stehende Mädchen und brachte den Zug etwa auf drei Meter vor dem Kinde zum Stehen. Die Kleine hatte ein»' mal gehört, wie Bekannte ihren Eltern von einem vierzehnjährigen Knaben erzählten, der, um sich einer ihm drohenden Strafe zu entziehen, sich von einem Eifenbahnzuge hatte überfahren lasten.

Berlin, 7. Mai. Dem ersten Berliner Vorort, welcher die Wertzuwachs st euer beschloß, Weißensee, ist sie jetzt von der Aufsichts­behörde genehmigt worden. Dieser Entschluß des Kreisausschusses ist von allgemeiner Bedeu­tung. Eine Reihe anderer wird jetzt dem Bei­spiel folgen und die Einführung der Wertzu-- wachssteuer beschließen. .

Nordhausen, 4. Mai. Mit dem V er -

I Lehrer Schmidt, ver nach Ellnhausen Lei Mar» I bürg versetzt ist, unseren Ort verkästen. Di,' I ganze Gemeinde, nicht zuletzt feine zahlreiches | Schüler und Schülerinnen, bedauern aufrichtig I das Scheiden des verehrten Mannes. Der Gvf I fangverein, besten Dirigent Herr Schmibt war; I brachte in hübscher Weise die Wettschätzung, bi< I er seinem Dirigenten zollte, zum Ausdruck. * )<Riederweimar, 7 Mai. Gestern hielt hier I der Geflügelzucht-Verein Kreis Marburg eint1 I gut besuchte Versammlung bei Mitglied Kühl' I ab. Es wurde zunächst die Ausstellung in Kirch» I Hain besprochen, die vom 9.11. Juni stattfindet.' I Programme find von Herrn Sommermann, I Marburg, zu beziehen. Der Anmeldeschluß I wurde auf den 25. Mai festgesetzt. Da sich des I Kaninchenzucht-Verein dem Geflügelzucht-Verein I angeschlossen hat, wurden einige Aenderungen I und Nachträge der Satzungen genehmigt. Der! I Verein wird jetzt den Namen Geflügel- und' I Kaninchenzucht - Verein Kreis Marburg führen) I Es wurde allgemein freudig begrüßt, daß sich auch die Kaninchenzüchter mehr und mehr zusam-' menfchließen, um durch die Zucht dieses sehr an» spruchslosen Tieres das allgemeine Volkswohl zu' fördern. Der 3. Punkt der Tagesordnung betraf den Bezug der Clubringe. Es sollen jetzt mög» lichst alle Tiere damit versehen sein und es wer» den nur solche zu den Verbandsausstellungen zu-, gekästen. Für die ersten Ringe muß die Bestell­ung bis zum 15. Mai bei Herrn L. Mengssl in! Marburg erfolgt sein. Der Betrag muß bei der Bestellung bezahlt werden. Sodann wurden noch vier Mitglieder in den Verein ausgenommen.

I § Cölbe, 6. Mai. Heute fand hier eine Ge­sangsprobe für das diesjährige Bundesfest des' Oberhestischen Sängerbundes, welches in Wehrs-' Hausen abgehalten wird, statt. Am Samstag' | wurde im Orthweinschen Lokal ein Turnverein gegründet, dem sofort etwa 30 junge Leute als Mitglieder beitraten. j

" »<tter, 6. Mai. Am 15. Juni begeht der hiesige Männergesangverein im Gasthaus juti fiinbe sein biesmaligcs Stiftungsfest. Das' Nähere hierüber wird noch im Inseratenteil be»! tonnt gegeben. |

V Warzenbach, 6. Mai. Ein schweres Ee» Witter mit wolkenbruchartigem Regen zog am' Freitag über unsere Gegend. Die Wassermassen risten an vielen Stellen tiefe Gräben in die Felder.

§§ Buchenau, 6. Mai. Unsere im frischen MaiengrLn prangenden Hinterländer Berge bilden gegenwärtig einen Hauptanzi ehun gs» punkt für die Ausflügler. Heute z. V. war der Verkehr nach dem Rimberg, den Wichtelhäusern usw. ein äußerst lebhafter. ,

§§ Dautphe, 5. Mai. Während des gestrigen heftigen Gewitters wurden hier zwei Häuser durch sog. Kaltschläge schwer beschädigt.

(*) Wolfgruben, 6. Mai. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz hier in das Schncl» lersche Haus, welches total niederbrannte. I 0 Bottenhorn, 6. Mai. Vom Blitz betäubt wurden gestern hier zwei Frauen. Zwei Aerzten, die zufällig in unserem Ort waren, ge­lang es, sie wieder zum Bewußtsein zu bringen. Weitere gesundheitliche Nachteile dürften wahr­scheinlich nicht entstehen. ]

Friedensdorf, 6. Mai. Im nahen Allen» darf wurde heute nachmittag die 13jährige Schülerin Mesterschmidt zu Grabe getragen. Das Mädchen, welches zu Pfingsten konfirmiert werden sollte, war, wie schon kurz gemeldet, am Freitag im Walde zwischen Caldern und Elms­hausen vom Blitz erschlagen worden. Eine Frau und ein älteres Mädchen, die ebenfalls da­bei waren, kamen mit Verletzungen davon. t Zella, 4. Mai. Der seit einer langen Reihe von Jahren an der hiesigen Station angestellte Bahnbeamte Mihm wurde heute Mittag zwi­schen 12 und 1 Uhr von der Feldabahn über­fahren und sofort getötet. 1

I Frankfurt, 6. Mai. Wie in Offenbach, so ist I auch hier in der Metallindustrie zwischen Fabri- I kanten und Arbeitern eine Einigung erzielt I st""den, nachdem die Arbeiter die Punkte 1 und I 3 lhrer Forderungen Minimallöhne und 9^ I "sp. 9stündige Arbeitszeit zurückgezogen ha- I den. Die vor acht Tagen erfolgten Kündig- I ungen sind damit hinfällig geworden.

I Eichen, 7. Mai. Mit Rücksicht auf die fort- I währende Zunahme bei Arbeiten bei ben hessi- I scheu Staatsanwaltschaften hat das Großh. Mi- I msterium beschlossen, den Staatsanwaltschaften I der drei Provinzen zur Unterstützung ihrer- I tigfeit eine entsprechende Anzahl von Kttminal- I beamten neu beizugeben.

I Offenbach, 5. Mai. Zwischen den streikende» I Formern und den Eichereibesitzern ist heute I Vormittag die Einigung perfett geworden. Die I Arbeit wird mit Ausnahme bei der Firma Loof, die keine befliegenden Zugeständniffe machte, am Montag wieder ausgenommen. Damit ist auch die angedrohte Aussperrung für Frankfurt und Umgegend hinfällig geworden.

Darmstadt, 7. Mai. Der hessische Richterver- l etn hält die diesjährige Hauptversammlung am

Abgeordnetenbau«.

* Berlin, 5. Mai.

Das Abgeordnetenhalis erledigte am Sonn- arenb zunächst den Antrag Schifter (nl.) auf Abänderung der das Unterrichtswesen berühren- den Artikel der Verfassung. Die Kommission hatte den Antrag angenommen und ihm lebig» «ch eine knappere Fassung gegeben. Abg. Schifter 1"/-) betonte, auch bic Fassung bet Kommissions- oeschlüsse kaffe erkennen, daß eine Regelung des Anterrichtswesens auch durch Teilgesetze möglich lei. Einziger Gegner des Antrages war Äbg. Dr. v. Jazdzewstt (Pole), der von dem Antrag jieue, den Polen ungünstige Verordnungen be­fürchtete. Abg. Pallaske (konf.) hielt eine Ver­fassungsänderung zwar nicht für notwendig, Jttmtnte dem Anträge aber in der Voraussetzung au, daß er lediglich eine authentische Interpre­tation der bisher in Kraft gewesenen Beftimm- üngen bringe. Abg. Cassel (frs. Vp.) knüpfte ferne Zustimmung an den Vorbehalt, daß et­waige Verordnungen stets auf verfaffunqs- maßigem Rechte beruhen. Mit dem konserva­tiven Redner hielt Minister Sttrdt eine Ver­fassungsänderung nicht für notwendig. Er kün­digte die Zustimmung bei Staatsregieiung an in der Erwartung, daß der Antrag Schiffer keine Beschränkung der Befugnisse der Unterrichts­verwaltung bringe. Der Antrag wurde schließ- ttch in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen bei Polen angenommen. Darauf fetzte das Haus die erste Lesung der Cekundär- bahnvoilage fort, wobei eine große Reihe von Rednern lokale Wünsche vortrugen. Obwohl ""ch 5 Uhr ausgedehnt wurde, »»lßte die Beratung schließlich doch vertagt wer-

.. Maatlig 11 Uhr: Fortsetzung, Jnitiattv- .antrage, Petitionen. Schluß 514 Uhr.

Parlamentarisches.

Deutscher Reichstag.

* Berlin, 5. Mai.

Der Reichstag setzte am Sonnabend die Ein­zelberatung der Zigarettensteuervorlage sott. Bei § 5, der den Verpackungszwang betrifft, be­mängelte Abg. Geyer (Soz.) dem Bundesrat feien hier zu viele Befugnisse zugestanden. Ihm erwiderte Staatssekretär Frhr. v. Stengel, der Bundesrat werde zu einer Einschränkung oder zu einem Verbot des Einzelverkaufs nur schreiten, wenn er zwingende Gründe dazu habe. Abg. Dr. Wiemer (frs. Vp.) befürchtete, durch die Ver- »ackung in Verbindung mit der Banderole werde die unsolide Konkurrenz gefördert. Die Abgg. Jäger (Ctr.) und Held (nl.) traten diesem Be­denken entgegen. Abg. Böckler (d. Rfp.) hielt die ganze Vorlage für ein gefährliches Experi­ment. Staatssekretär Frhr. v. Stengel suchte nachzuweisen, daß die meisten Bedenken der Vorredner auf eine mangelhafte Lektüre des Gesetzes znrügehen. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Dr. Müller - Saga» (frs. Vp.) und Geyer (Soz.) wurde bei Paragraph nach den Kommissionsbeschlüffen angenommen. Zu § 7, der die Vorschriften über die Betriebe und die Anmeldung des Betriebs und der Räume ent­hält, lag vor ein sozialdemokratischer Antrag, der jede Art bet Tabakbearbeitung bet Heim­arbeit entziehen wollte. Abg. v. Elm (Soz.) begründete diesen Antrag. Bei den Heimarbei­tern werde dem Fabrikanten Lohnherabsehung am ehesten gelingen. Darum empfehle sich hier, die Heimarbeit grundsätzlich auszuschließen. Abg. Erzberger (Ctr.) bezeichnete das Verlangen nach völliger Beseitigung der Heimarbeit als ein sozialpolitisches Rezept" ä la Dr. Eisenbart. Eestern habe die Sozialdemokratie übrigens pro­phezeit, die Heimarbeit werde durch den Maschi­nenbetrieb abgelöst, und heute verkünde sie, die Heimarbeit werde gewaltig zunehmen. Staats- sekretär Frhr. v. Stengel bedauerte die Verquick­ung der Heimarbeit mit der Vorlage; man mache fetzt doch keine Novelle zur Gewerbeordnung. Auf eine Anfrage des Abg. Merken (frs. Vp.) erwiderte er, der Raum in dem jemand seine Zigaretten regelmäßig für den persönlichen Be­darf herstelle, falle nicht unter das Gesetz. Die Vorlage betreffe nur das gewerbsmäßige Her­stellen von Zigaretten. Schließlich wurde auch dieser Paragraph in der Fassung der Kom- nnsfionsbeschlüffe unter Ablehnung des sozial­demokratischen Antrags angenommen. Darauf trat Vertagung ein. Montag 1 Uhr: Fortsetzung.

X Ockershansen, 6. Mai. Der hiesigen Krie­gerkameradschaft wurde vom Kaiser die Geneh­migung zur Führung einer Fahne verliehen.

. * 5" . ®et »East. Allg. 3 I Frevlerinnen, bic mit ihrer Schleppe den Stra-

mrd aus Wakkrode geschrieben: Gestern hat E ßenstaub zum Schaben der ^öffentlichen. Eesund<

N. ds. in Franksutt ä. M. ab. Auf der Tages- edmung steht u. a. das Verhältnis des Vereins zur Versorgung hessischer Beamtenvereine, die Mitgliedschaft der Gerichtsaffefforen, Befold- ungsvordienstzeit, Dienstwohnung und Miet- entschädigung.

Lrainz, 5. Mai. Das gestern Nachmittag über eine Anzahl Nachbarorte hereingebrochene Unwetter hat größeren Schaden verursacht. Vor dem Wolkenbruch ging auch noch ein starker Hagelschlag ntebet, der die Blüten der Obst- bäume vernichtete. Der Schaden ist sehr groß. Das Wasser drang vielfach in die Wohnungen ein, sodaß die Bewohner in die oberen Stockwerke flüchten mußten.

Wormv, 4. Mai. Ein warnendes Beispiel für Reservisten gibt nachstehendes kttegsgettcht- liche Urteil. Infolge von Ausschreitungen bei einer Kontrollversammluna verurteilte das Kttegsgericht der hesi. Division den Reservisten Rheinhard zu sieben Jahren Gefängnis.

Dorsten i. Wests., 5. Mai. Bei Abteufungs­arbeiten auf bet Zeche Baldur schlug bet Fördet- 1 korb um. Dreizehn Bergleute würben erheblich : verletzt. Sie würben in das Krankenhaus ge­bracht.

Barme», 5. Mai. Durch die Schleppe ums Leben gekommen ist ein Landwirt von Rade­vormwald. Auf dem hiesigen Bahnhof stürzte er, als er auf ein langwallendes Damenkleid trat, zur Erde. An den Folgen der erlittenen Gehirn­erschütterung ist er gestorben.

Tentsche Kolom'erl, k vftafrika. Heber die int März und April iattgehabten Gefechte in Deutsch-Ostafrika inb noch folgende weitere Meldungen des Gou- wrnements auf telegraphischem Wege eingegan- sen: Die vereinigten Detachements v. Wangen- Keim und v. Haffe! durchstreiften in der zweiten Halste des März ben südlichen Teil des Ma- Dle Gegner hatten in mehreren Gefechten einen Verlust von etwa 2 00 loten. Fastel wurde am 21. März von zahlreichen Wa- indos am Lukuba angegriffen, schlug aber den feind, der 66 Tote hatte, und von dessen Leuten iele im Luwagu ertranken, zurück. Haffel hatte lut geringe Verluste. Die Operation wurde , urch Hochwasser und Nahrungsmangel er- ; Hwert. Die Abteilung Seyboltstorff traf, von Kilwa kommend, am 11. April in Mahenge ein, Die Kompagnie Schönberg operierte mit Erfolg 3? beT Umgegend von Benbatu. Im Norden des Songea-Vezirkes hatte die Kompagnie Kleist Vehrere siegreiche Gefechte, wobei der Gegner M) Tote hatte 110 Gefangene, sowie 650 Stück ffic> verlor, Auf Seiten der Kompagnie Kleist