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Erstes Blatt

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(Nachdruck verboten.)

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Pfennig gezahlt werden muh. Es wäre zweck­mäßig, auch noch eine weitere Aenderung zur Vermehrung der Einnahmen der Post zu treffen, und zwar eine Vermehrung der Einnahmen aus dem Post-Zeitungs-Tarif. Die heutige Gebühr beträgt laut Gesetz vom 20. Dezember 1899: a) für jeden Monat Bezugszeit 2 Pfennige, gleich­mäßig bei jeder Zeitung; b) für jede Erschei­nung in der Woche 15 Pfennige jährlich; c) für jedes Kilogramm des Jahresgewichtes 10 Pfen­nige jährlich, wobei für jede wöchentliche Er­scheinung ein Kilogramm Freigewicht gewährt wird.

Diese Bestimmungen entsprechen nicht dem Grundsätze, den die Postverwaltung in der Be­gründung des bezüglichen Gesetzentwurfs im Jahre 1899 aufgestellt hat, daß nämlich die wirk­lichen Leistungen der Post bezahlt werden müs­sen. Befolgt wurde dieser Grundsatz insofern, als die bisherige Bestimmung, die Zeitungsge- buhr nur nach dem Abonnementspreise zu be­messen, fallen gelassen wurde; das Abonnement steht nämlich in keinem Zusammenhang mit den Leistungen der Post. Dieser Grundsatz wurde aber nicht befolgt insofern, als bei der Zeitungs- geüühr nicht die Entfernung, auf welche hin die Zeitungen befördert werden, in Betracht ge­zogen wurde; das Zentrum hatte einen Zonen­tarif vorgeschlagen, mit dem auch die Konser­vativen sympathisierten und der Beförderungs-

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»befördert werden, nicht zu einer entsprechenden 'Gebühr herangezogen.

| Als der Abgeordnete Dr. Marcour bei der diesjährigen zweiten Beratung des Postetats littt Reichstage vortrug, daß eine Reihe von Kla­

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gen von kleineren Verlegern auf dem Lande und in kleinen Städten ihm zu Ohren gekommen seien über die ungerechte Belastung der kleine­ren Blätter, antwortete der Staatssekretär des Reichspostamts, ihm seien keine Klagen zu Ohren gekommen; eine Annahme des von Dr. Marcour vorgeschlagenen Zonentarifs würde große Umstände machen; denn es wäre dann noch zu fragen, wie schwer sind die Zeitungs­pakete, wieviele Zeitungen schickt jeder Verleger, und auf welche Entfernung, und eine Zeitung, die von Köln nach Cassel geschickt würde, müße anders zu belasten sein, als wenn dieselbe Zei­tung nach Berlin gehe.

Diese Bedenken sind insofern unbegründet, als diese erwähnte Belästigung eine minimale ist. Die Zahl der nach den einzelnen Orten gehenden Zeitungen steht, wenn die Zahl der Bestellungen abgeschloffen ist, für das ganze Vierteljahr fest, und der zeitungbefördernde Be­amte hat sich unterwegs gar nicht um den Satz zu kümmern, der für das betreffende Zeitungs­paket bezahlt werden muß, sondern nur der Be­amte, der am Verlagsorte die Bestellungen aus dem ganzen Deutschen Reiche aufnimmt. Die Schwierigkeiten sind also unerheblich. Dafür würde aber die Einführung des Zonentarifs einen nennenswerten Mehrertrag für die Reichskaffe erzielen und nebenbei für die kleine­ren Zeitungen die Gebühr für die Beförderung ermäßigen. Beides wäre aber sehr zweckmäßig.

Man sollte die jetzige Gelegenheit benutzen, um eine Aenderung der Zeitungsgebühr durch­zusetzen.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der ExPÄütion 2 Mk., -jy» ja« bet allen Postämtern 2,25 M. <e$cL Bestellgeld).

J12. Ivv ZnserttonSgebührrdie gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Heile 25 Pfg.

Zur Steuerreform.

Die Steuerkommiffion hat eine Resolution heschloffen, in welcher die Po st Verwaltung aufgefordert wird, eine Erhöhung der Einnahmen zu suchen durch Beseitigung der Ausnahme für die Postkarten des Ortsverkehrs, welche jetzt nur 2 Pfg. kosten, und durch Erhöh­ung der Gebühren für Beförderung außerge­wöhnlicher Zeitungsbeilagen, bei denen bis zum Gewichte von 25 Gramm eine Gebühr von y4

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Zoh. Aug. Koch, UniversttätS-Buchdruckerü 41. Jllhlg Marburg, Markt 21. — Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 6. Mai 1906.

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(3999 r An- Resnl- prüche eöolf

ung Kaiser Wilhelms II. die Minister bequemet als früher, dagegen ist ihre ganze Stellung längst nicht mit der zu vergleichen, welche früher ein preußischer Staatsminister einnahm."

An der dänischen Grenze.

Roman von Dietrich Theben.

(Schluß.)

i Ocko hatte wieder anschirren laffen und fuhr als erster vom Hofe. Ihm folgte Jens Frederik- fen und in kurzem Abstand als letzter der duftig geschmückte Brautwagen.

( Und vom Stürhof her starrte ein finsterer Blick über die sommergrünen Aecker, umfaßte die Heiden ersten Wagen und hing an dem letzten, Io lange er sichtbar war. Sven Stür war es, der In der guten Stube sich am Fenster hielt und er« (Mattet, mit einem Beben in den Knieen auf einen Stuhl sank, als der festliche Zug seinem .Gesichtsfelde entzogen war.

! Er saß gebeugt, mit fest aufeinander gepreß­ten Lippen, und der Atem ging ihm kurz und raffelnd. Es war ihm, als fei er übernächtig oder krank, so zerschlagen und kraftlos kam er sich vor. Die Pfeife, die er sonst kaum ausgehen ließ, hatte er nur ein paar Mal angerührt, aber mißmutig immer wieder fortgestellt. Er langte Mechanisch abermals danach, zog ebenso mechanisch auf halbem Wege die Hand zurück und versank wiederum in peinigendes Grübeln.

> . Die Gedanken schwammen ihm oft wirr durch- rtnander aber die lange künstlich zurückge- orangte >-ehn,ucht nach seinem Kinde drang mit Tnit dem Ungestüm und der im Grunde kraft­vollen Ehrlichkeit seines Temperaments doch im­mer wieder durch und zwang sich ihm so beherr­schend auf, daß er zum ersten Mal fröstelnd die ganze, kahle Ideenwelt wanken sah, in die er sich cingegaukelt hatte all die vielen Jahre durch. .Wie weise und stark hatte er sich, geglaubt, als .er das kleine, blonde Mädchen in die fremde Welt geschickt hatte, um sie mit Geist von seinem Geist Mappnen zu laffen gegen die eigene Heimat und und wie schmählich war das verfehlte Okulieren gescheitert. Und wie bei dem Mäd­chen, so bei dem Jungen, bei dem das Ange- sformte und Aufgepfropfte schon nicht einmal mehr wirksam gewesen war, als er selbst noch blind daran geglaubt und darauf gebaut hatte, pfte sehr hatte der geistliche Mahner recht ge-

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MechM Mung

mit von Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SonutagsheUager Alluktrirtes Gorrntaasblatt.

Hennig haben das „große Publikum" viel mehr interessiert als die ganze Konferenz von Alge­ciras und alle Ministerentlaffungen und Mini- sterernennungen feit 1890. Ich habe schon ost gesehen, daß Leute — auch gebildete Leute — ein Extrablatt, das ihnen eine Veränderung im Staatsministerium oder dergleichen meldet, un­mutig wegwarfen und dabei ausriefen: „Weiter nichts?" Neulich habe ich gehört, daß in einer größeren Gesellschaft, die man gerade nicht als vornehm ansprechen könnte, wo aber die Herren akademischen Berufen angehörten, kein Mensch imstande gewesen sei, die Namen aller preu­ßischen Staatsminister, die jetzt in Astivität find, zu nennen. Das ist ein Zeichen, wie wenig man im allgemeinen von den höchsten Beamten im Staate weiß. Woher kommt das mangelnde Jntereffe? Weil man der Meinung ist, daß ein Minister, wie es im Volksmunde heißt, nicht viel „zu sagen" hat. In parlamentarisch regier­ten Staaten haben die Minister ja wirklich eine selbständige Stellung, bei uns ist das an­ders. In Preußen „dient" der Minister seinem königlichen Herrn und erfährt ost erst wie ein anderer Sterblicher aus den Zeitungen, was dieser zu tun und anzuordnen für gut befunden und was für ein Programm in dieser oder jener Frage er öffentlich verkündet hat. So etwas kann für einen Minister manchmal sogar sehr unangenehm werden. Gesetzt den Fall, er hat am Abend vorher in der Soiree bei dem Grafen v. X. eine Ansicht ausgesprochen, die, ohne daß er selbst eine Ahnung davon hatte, der des Mo­narchen ganz entgegengesetzt war. Die Gesell­schaft hörte ihn mit Ehrerbietung an, denn sie glaubte das Bild von Sais enthüllt zu sehen und einen Blick hinter die Kuliffen der deutschen Politik zu tun. Nun ersieht man aus dem Mm- genblatt, daß dem Herrn Minister die Mysterien unserer Politik selbst ein Buch mit sieben Siegeln waren, oder aber Exzellenz ist — was noch schlimmer gedeutet wird — ein „Frondeur" und macht zwischen Birne und Käse den Plänen seines allerhöchsten Herrn Opposition. In bei­den Fällen können die Folgen manchmal recht unerfreulich sein. Bei der großen Maffe des Publikums gibt immer das den Ausschlag, was stark in die Sinne fällt. Die preußischen Mini­ster treten heuzutage so wenig hervor, daß sie in den Augen der breiten Volksschichten mehr ein Veilchendasein fristen. Selbst wenn sie kommen und gehen, so geschieht das mit viel zu wenig Apparat, um auf die große Oeffentlichkeit einen nachhaltigen Eindruck zu machen. Der Kaiser dagegen zeigt sich viel mehr der Oeffentlichkeit, seine Reden durchfliegen auf dem elektrischen Draht die ganze Welt, und überall spricht man von ihnen. So sind in den Augen des Volkes die Minister nichts, der Kaiser ist alles. In man­cher Beziehung haben es also unter der Regier-

UmftfiaiL

Die Stellung der preußischen Minister

ist das Thema einer Zuschrift aus Berlin in der „Köln. Volksztg.", die folgende nicht uninter­essante Betrachtungen anstellt: „Einige Zeitungs­korrespondenten verstehen es meisterhaft, dem Leser das Bild einer in Berlin angeblich herr­schenden „Aufregung" zu malen, von der nur ganz vereinzelte Berliner etwas merken. Da gilt es z. B. die Besetzung eines hohen Postens im Reichs- oder Staatsdienste, z. B. der Stelle, welche bisher Exzellenz Holstein inne hatte. Wenn man liest, was darüber geschrieben wird, kommt man zu der Ueberzeugung, daß ganz Ber­lin vor Spannung zittere, wer sein Nachfolger würde. Höchstens könnte man von ,tout Berlin’ sprechen, nämlich von den „obersten Vierhun­dert"; die übrigen drei Millionen kümmern sich gar nicht darum. Die Taten des Raubmörders

die Kraft von seiner Kraft war und frei und kühn dem Sturm- und Wogenrasen die hohe, reine Stirn bot.....

Der Grübler rang nach Lust, stieß hastig ein Fenster auf und schrak zusammen, als Glocken­läuten an sein Ohr getragen wurde — feier­lich, dumpf, abgerissen — wie das Sturmläuten in der Schreckensstunde, da die Not am höchsten und der Tod der wagemuttgen Braven fast schon gewiß gewesen war.

Und als folge er einem unwiderstehlichen Rufe, so holte er seinen Sonntagsanzug und kleidete sich um, hastend, ungeduldig — und schlich sich über die Diele und den Hofraum und stieg keuchend den Deich hinan.

Er schritt wankend wie ein Schlaftrunkener, er merkte nicht, wie ein Sonnenlachen ihn um­spielte, und fah weder den Himmel noch das filberschimmernde Meer. Erst, als er dicht bei der Kirche angelangt war, stockte er, machte eine halbe Wendung, als ob er umkehren wollte, und stieg dann eilig die Stufen hinab, als wollte er sich selbst die Möglichkeit nehmen, sich noch ein­mal vor die Versuchung gestellt zu sehen, doch noch wieder zu zagen.

Er hielt sich scheu dicht an der Kirche, trat entblößten Hauptes in die offene Tür und schob sich zitternd auf einen nahen Stuhl hinter den langen Sitzreihen, den irgend ein Zufall dort hingestellt haben mochte. Nicht einer drehte sich nach ihm um, und vielleicht hatte auch niemand sein Kommen wahrgenommen.

Die Predigt mußte schon vorüber sein. Das junge Paar kniete vor dem Altar und empfing den Segen des Geistlichen. Und als fie sich von den Kmeen erhoben, da setzte die Orgel ein und die Gemeinde sang gedämpft. Und dann trat der Pastor auf die Vermählten zu und schüttelte ihnen glvckwünschend die Hände.

Und wieder ergreifendes, feierliches Elocken- hallen gerade über dem grauhaarigen Alten....

Das Paar verließ den Altar, und die Ge- meindemitglieder in den Sitzreihen standen auf und wandten die Blicke nach dem Mittelgange, in dem sich die Brautjungfern und ihre Führet den eben Getrauten entschlossen,

Die gegenwärttg in Preußen geplanten Ka­nalbauten, die das umfangreichste Bauunterneh­men darstellen dürften, welches die gegenwär- tige Generation erlebt, haben dem Verbände Deutscher Arbeitsnachweise Veranlaffung ge­geben, die Frage einer Regelung der Arbeiter­beschaffung für dieses Unternehmen in Anreg­ung zu bringen. Der Vorsitzende des Verbandes, Magistratsrat Dr. Freund (Berlin) hat an den Minister der öffentlichen Arbeiten ein Schreiben gerichtet, worin die Einrichtung eines „Kanal- Arbettsvermitlungsamts" unter Mitwirkung der dem Verbände angeschloffenen öffentlichen Arbeitsnachweise empfohlen wird. Das Kanal- Arbeitsvermittlungsamt würde nach dem Vor­schläge des Verbandes in dem Gebäude des Zen­tralvereins für Arbeitsnachweis in Berlin ein­zurichten sein. Die Unternehmer sollen ver­pflichtet werden, die Arbeiter durch das Kanal- Arbeitsvermittlungsamt zu beziehen. Durch öffentliche Bekanntmachungen und auf sonst ge­eignete Weise sollen die Arbeiter aufgefordert werden, sich bei dem ihrem Wohnort nächsten öffentlichen Arbeitsnachweis zu melden, mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß direkt an der Arbeitsstelle Arbeiter nicht eingestellt weiden Die Verbandsarbeitsnachweise geben die als ge> eignet befundenen Meldungen von Arbeiter« an das Kanal-Arbeitsvermittlungsamt weiter, welches über die Einberufung der Arbeiter nach einer bestimmten Arbeitsstelle im Einverneh­men mit dem Unternehmer Entscheidung trifft. Die Arbeiter erhalten frei Fahrt bis zur Ar­beitsstelle und einen geringen baren Betrag als Zehrkosten, welcher von dem Arbeitsnachweis verauslagt und alsdann beim Kanal-Arbeits« Vermittlungsamt liquidiert wird. Die nichtein­gestellten Arbeiter sollen ebenfalls freie Rück­fahrt nach dem Herkunftsort erhalten. Der Mi­nister der öffentlichen Arbeiten hat unter dem 10. April dem Verbände gegenüber zwar das Bedenken geäußert, ob der Plan sich in dieser Weise werde durchführen laffen, da den Unter­nehmern nach den bestehenden Gepflogenheiten die selbständige Annahme von Arbeitern ohne Inanspruchnahme der Nachweis-Organisation nicht werde verwehrt werden können. Jedenfalls aber werde die Mitwirkung der Arbeitsnach. weise eine sehr schätzenswerte Hilfe bei der Her-

Auch Sven Stür erhob sich unwillkürlich und blickte mit geweiteten Augen dem Paare ent- gegen.

Die Braut hatte den feinen Kopf gesenkt, als sei der Ehrenschmuck ihr zu schwer, und sie hatte den unerwarteten East wohl ebenso toentg ge» Sehen wie Behrend, wenn nicht ein herserer iniq ie aufmerksam gemacht hätte.

„De — De — Deern —!“ v ,, .

Sie fuhr heftig zusammen und wurde blaß wie der Tod. .

„Vater!" schrie sie auf und stürzte bebend gegen den gebeugten Alten vor. „Vater! O Du, Du! O Du!" r v

Sie hing an seinem Halse und weinte seng. „O Du! O Du!" wiederholte fie stammelnd. Alle Gäste wandten sich um.

„Der Stürhofer! — Sven Stür!" hreß es murmelnd. ...

„Wer?" frug der Pastor, der nrcht recht ge hort zu haben glaubte, zweifelnd.

„Stür! Sven Stür ist da!"

Der Geistliche eilte den Gang entlang und. streckte, als die Tochter nach der ersten Erschutter. ung ein Helles, tiefinneres Jubeln fand, der. Alten beide Hände hin.

Lieber Stür, Gott segne Sre! Nun rst ^hi Kind ganz glücklich."

Ja Vater! O Du — o Du, nun brn ich« ganz!"'

„Und ich, Vater!" schloß sich Martin Behren» mit werbender Herzlichkeit an.

Stür bot stumm die Rechte, und Behrend um schloß sie mit festem Drucke.

„Vater!" , _

„Ja — ich--Hoy--ho--F

Die Stimme versagte ihm sekundenlang.

Geht — geht —" drängte er das Paar mit rauhen Bittlauten. Der Pastor bot ihm b«| Arm und führte ihn.

Dor dem Kirchlein aber vergaßen die Par leien bett Streit, umbrängten bett Stürhofei uttb bas glückliche Paar unb jubelten laut uirt befreit bett Wagen nach ...

Ein neuer Morgen war für bte kleine Ee meinde am Stranbe bet Mordsee angebrochen.

habt, daß er selbst nur hatte Taubsaat streuen und in den Kampf drängen, nicht aber die Na­tur auf den Kopf stellen können. Wie ein häß­licher Fleck auf seiner Ehre erschien es ihm in dem plötzlichen Eramgange seiner Seele, daß et sich nicht gescheut hatte, sogar einem Unwürdigen, einem Verbrecher, auf seiner Scholle willig eine Stätte einzuräumen, während et die anderen, die Ganzen und Tüchtigen, kalt und verbittert von sich abgestoßen hatte..... An Wiebkes

Hochzeit dachte er und sah sich dastehen in sinn­loser Wut und sich auflehnen gegen den Ver­haßten, gegen sein schuldloses, nach langem Irren tapfer sich bekennendes Kind unb am meisten gegen sich selbst, gegen bett jähen Zusammen­bruch auch seiner letzten Illusionen. Und sah sich davon rennen, ein kopflos Fluchender, ein mit sich unb der Welt Zerfallener, ein verlorener, blöder Mensch, dem sein Luftschloß zerstört und der für lange Zeit unfähig war, sich aus seiner zertrümmerten Scheinwelt in das Wirklichkeits­leben zurückzufinden. Der sich lange wehrte selbst gegen das sonnige Menschenkind, das in Ockos Frau auf den umdüsterten Hof gekommen war, der nur langsam dem Zauber ihres warmen Herzens erlag und auch dann noch hart ab­weisend den Arm gegen die anderen erhob, die von sich loszulösen trotz eisernen Vorsatzes doch nicht in seiner Gewalt stand, die immer wieder in seine Gedanken, in sein Haffen und verborge­nes Sehnen traten. Und das Sturmbrausen und Meerestosen aus den schweren Stunden der Ge­fahr hallte in ihm nach, und er sah hoch oben auf der Deichkrönung den hochgewachsenen Mann an der Seite seiner Tochter, der in all dem Aufruhr tatkräftig und besonnen blieb, der mit abgepaß­tem, sicherem Wurfe das Rettungsseil schleuderte und der als Erster und stillschweigend erkannter Führer in das Bot stieg zu der schweren Fahrt auf Leben und Tod. Und er fühlte noch, wie das heiße Wünschen in ihm aufgeftiegen war, jung und kraftvoll zu sein gleich den Tapferen, und mit ihnen hinauszusteuern in den ungeheuer­lichen Kampf und mit teilzunehmen an ihrem Ueberwinden der gierigen Mordsee — und wie er sich alt und wrack und zu nichts mehr nütze vorgekommen war, ein Usberflüsfiger, ein Ueber- lebter — und wie « die Tochter beneidete.

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weg bei Festsetzung der Gebühr ebenfalls in Be- R'rechnung gezogen werden sollte. Durch die im »Gesetz festgesetzte Gebühr werden die kleinen Zei­tungen übermäßig belastet, aber die großen Zei­tungen, welche durch das ganze deutsche Gebiet