und Kirchhain.
mit
105
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Marburg
Somtag, 6. Mai 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Iah. Äug. Koch, UmverfitLtS-Buchdruckerei 41. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Drittes Blatt.
M a x E y t h
zum 70. Geburtstag. • - -
Von Otwint.
Der wackre Schwabe forcht sich nit, ) Ging seines Weges Schritt vor Schritt.
. Das gilt auch vom Schwaben Max Eyth, der fein Vorkämpfer unserer Zeit war. Nicht mit derben Hieben wie der Ritter in llhlands ^Schwäbische Kunde", mit Geisteskraft und Willensstärke hat er sich seinen Weg gebahnt. In Men Ländern der Welt hat Eyth mit schwä- ibischer Zähigkeit den Fortschritten europäischer Technik den Eingang erzwungen, und seinem ^weiteren schwäbischen Erbteil, seiner Dichtersnatur verdanken wir in seiner Selbstbiographie !,,Jm Strom unserer Zeit" ein Werk, dem wir ?aum ein anderes von so mannigfaltigen Vorzügen an die Seite zu stellen wüßten.
। Sein Vater war ein bekannter Philologe, seine Mutter eine bedeutende Frau. Ihr Buch ^Bilder ohne Rahmen" hat viele Auflagen ergebt. ist ein wertvolles Dokument aus dem -Innenleben einer edlen deutschen Frau. Am ■6. Mai 1836 wurde Max Eyth geboren. In einer Zeit des Tiefstandes der Technik, wo alles in seiner Umgebung ihn auf die väterliche Laufbahn hinzuweisen schien, hat das Tack Tack eines ^Stahlhammers den in ihm schlummernden !Drang geweckt und ihn mit unwiderstehlichem Zwang zum technischen Beruf gedrängt, dem er sein Leben lang mit Liebe angehangen hat, und dessen Härten er mit feinem Humor für sich und 'andere zu verklären verstand. Eyth ist ein ebenso süchtiger Ingenieur, wie Künstler und Dichter. Seine Dampfpflüge und Ketteni-bleppschiffe werden in der Geschichte der Technik weiterleben, seine Bücher haben ihm die Herzen aller gewon- «ten, die sie gelesen haben. Sein dreibändiges Werk „Im Strom unserer Zeit" wird immer das weste Kulturbild aus der Jugendzeit des tech- mischen Zeitalters bleiben. Das ist sein wissenschaftlicher Wert, aber viel köstlicher ist der Schatz, den der Leser aus der an Gemüt, Humor «nd Lebensweisheit so reichen Erzählung schöpft. jJeder Deutsche sollte diese Bücher lesen.
i Rach langen Wanderjahren kehrte Eyth in ibie Heimat zurück.*,,) Er hatte die Welt mit I *) In sein Tagebuch schrieb er den folgenden I Frachtbrief.
Mit einem Köfferlein, ’’'
Niedlich und klein, - -r--
Zog ich einst frisch in die Welt hinein. 41 Mit Kisten und Kasten, An die zwanzig Lasten,
Komm' ich heut wieder, vielleicht für immer zu > ' rasten.
All das in kurzer Frist;
Nun es gewogen ist, iWeiß ich, wie leicht mir war, und wie schwer i mir ist.
Medizinische Rundschau.
Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit. -Der Vaterländische Frauenverein, Zweigverein Berlin, wird auf Anregung der Kaiserin Säug- jlingspslegeschulen im Anschluß an die bestehenden Koch- und Haushaltungsschulen errichten, feie vom Berliner Polizeipräsidium amtlich an- jgestellten Damen der Haltekinderfürsorge werden der neuen Organisation zur Verfügung gestellt. — Die Patriotische Gesellschaft in Hamburg hat am 1. Februar eine neue Säuglings- sttilchküche errichtet, so daß sie nunmehr drei solcher „Küchen" besitzt, von denen jede täglich hegen 200 Liter Milch verarbeitet und zum Selbstkostenpreise oder unentgeltlich zur Verteilung bringt. Außerdem gibt es noch zwei Eäuolingsmilchküchen in Hamburg, eine in der St. Gertrudgemeindepflege und eine im Elisen- heim. Rach dem Bericht des Physikus Dr. Sieveking ist die Wirkung der Milchküchen gegen die Säuglingssterblichkeit eine unzweifelhaft günstige; die in Rothenburgsort, Reginenstraße ,40, befindliche kann als Hamburger Modellküche betrachtet werden. — Die Stadtverordneten in Bonn beschlossen die Errichtung einer Säuglingsmilchküche im städtischen Schlachthofe mit einem Kostenaufwands von 20 000 Mark.
Die Genickstarre iit Preußen hat seit Entstehen der Epidemie (16. Nov. 1904) bis zum Bl. Dezember 1905 insgesamt 3541 Erkrankungen dnd 1967 Todesfälle zur Folge gehabt, davon entfallen 3144 (1776) Erkrankungen (Todesfälle) allein auf den Regierungsbezirk Oppeln. Die Epidemie, welche im Dezember soweit zurück- aegangen war, daß z. B. in der Woche vom 4. pis 10. Dezember soweit nur 4 (4) Fälle im Be- »irk Oppeln zur Anmeldung kamen, hat.inzwi- chen mit jeder Woche wieder, weiter Am sich ge-
offenen Augen hin und her durchquert, seine Dampfpfüge hatten ihn in enge Beziehung zur Landwirtschaft gebracht, und namentlich die segensreichen Veranstaltungen der Kgl. engl. Landwirtschaftlichen Gesellschaft, die er aussen jährlich wiederkehrenden Ausstellungen gründlich kennen zu lernen Gelegenheit hatte, hatten seit langem den Wunsch in ihm geweckt, den Landwirten seines deutschen Vaterlandes eine ähnliche Organisation zu schaffen. Es ward ihm zum festen Entschluß, als er im Jahre 1882 seine Stellung bei Fowler in Leeds aufgab und nach Deutschland zurückkehrte. Von da ab hat er unermüdlich an der Verwirklichung seiner Idee gearbeitet. Er lehrte die Landleute in einer Zeit, wo alle die Hülfe vom Staate erwarteten, sich selbst zu helfen und den Staat zu stützen. Wie das Werk trotz der sich ihm entgegenstellenden Schwierigkeiten gelang, so daß heute die D. L.-G. in eigenem Hause mit 12 000 Mitgliedern und großem Vermögen als festgefügter Bau zum Vesten der Landwirtschaft dasteht, das hat Eyth selbst im 3. Bande seines „Im Strom unserer Zeit" meisterlich geschildert. Zehn Jahre lang hat er an der Spitze der Gesellschaft gestanden, dann legte er die Leitung in andere Hände und zog sich in die Stille seiner schwäbischen Heimat zurück.
Dort entstand sein erster größerer Roman „Der Kampf um die Cheopspyramide", der, wie ein Kritiker schrieb, der liebenswürdigste, fesselndste und tiefgreifendste Roman der letzten Zeit genannt zu werden verdient. „Der Kampf um die Cheopspyramide" ist der Kampf zweier Weltanschauungen, der Kampf zweier Seelen, welche in Eyths eigner Brust wohnen, der technisch-realen und der klassisch-romantischen, ein Werk voll moderner Probleme des Lebens mit dem grandiosen Hintergrund des vieltausend- jährigen Pharaonenlandes und dem erstaunlichen Pyramidenrätsel. Und wie alles, was Eyth geschrieben hat, ist auch dieses Buch voll tiefen Gemüts und köstlichsten Humors, die den Leser herausheben aus dem Getriebe seines Alltags und ihn hinaufführen ins Land der Dichtung und Wahrheit.
In ungeschwächter Geistes- und Körperkraft weilt der 70jährige noch unter uns. Aus allen deutschen Gauen eilen die Grüße für seinen Ehrentag zu ihm. Wir wünschen, daß seine Feder uns noch manche Frucht seiner reisen und doch jugendfrischen Muse schenken werde. Die Stunden, welche man in der geistigen Gesellschaft Eyths verlebt, sind Feierstunden. So möge zum Schluß aus seinem so betitelten Werk eine poetische Selbstskizze mitgeteilt werden:
Mein Leben.
Ich habe durchfurcht manch nasse Bahn Im Drachenschiff, dem stahlgerippten; Ich war ein Pilger in Kanaan Und habe gepflügt das Land Aegypten. Im Sonnenbrände, heiß und hell, Bin ich durch Syriens Berge geritten Und spürte nach tiefverborgenem Quell Bei Drusen und bei Maroniten.
Dem Mississippi jagt ich zu
griffen, und so schließt die letzte Märzwoche 1906 mit 48 (15) Fällen ab. Insgesamt betrugen für Preußen diese Ziffern 83 (34), davon entfielen auf den Bezirk Düsseldorf noch 9 (4), Köln 1 (1). Im Bezirk Oppeln haben sich innerhalb des 1. Vierteljahres 1906 schon wieder 468 Erkrank- ungs- und 222 Todesfälle ereignet, Ziffern, die beweisen, daß die Seuche nichts weniger wie erloschen ist.
Auch die Berufsgenossenschaften bemühen sich, dem Alkoholmißbrauch entgegenzutreten. Erfahrungsmätzig beeinflußt der Alkoholmißbrauch die llnfallhäufigkeit in ungünstiger Weise. Die Unfallfolgen heilen bei den durch Alkoholmißbrauch in ihrer Widerstandsfähigkeit geschwächten und bei den an den körperlich u. geistig schädigenden Wirkungen des Alkohols erkrankten Personen schwerer und entwickeln sich' ungünstiger als bei Gesunden. Die Träger der Un- verstcherung haben daher unter dem Gesichtspunkte der Unfallverhütung allen Anlaß, die Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs in den Bereich ihrer Unfallverhütungsvorschriften zu ziehen. Im letztverflossenen Jahre haben denn auch wieder verschiedene Berufsgenossenschaften entsprechende Vorschriften erlassen. So find im Jahre 1905 auf den Alkoholgenuß bezügliche Unfall- verhütungsvorschristen der Papiermacher-, der Hannoverschen Baugewerks- und der Lagerei- Berufsgenossenschaften sowie von 14 land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften vom Reichs-Versicherungsamte neu genehmigt worden. Die Anregung bei der Brauerei- und Mälzerei- Verufsgenossenschaft, auf die Freibiergewährung in Brauereibetrieben beschränkend einzuwirken, hat zu einem Erfolge noch nicht geführt; dagegen ist von dieser Berufsgenossenschaft der Branntweingenuß bei der Arbeit in einem Nachtrags zu ihren Unfallverhütungsvorschriften verboten worden, und dieser Nachtrag hat die Ee«
Vom gelben Saume der Sahara;
Mein Schlepper dampfte ohne Ruh
Am Kataratt des Niagara. 7
Gold sucht' ich im arab'schem Sand ‘ Wie in Kentuckys Kohlenschichte; {
Im lieben deutschen Vaterland Da schrieb ich Bücher und Gedichte.
Vermischtes.
Ratibor, 4. Mai. Das Schwurgericht verurteilte den früheren Förster Czeneskowski, der am 4. Januar in Schonwitzerwalde den Förster Wanjek erschoß, von dem er beim Wildern betroffen wurde, zu lebenslänglichem Zuchthaus.
Zourn.-Nr III 989/4. Wir lesen in der „Franks. Ztg.": Djx Gewissenhaftigkeit der preußischen Bureaukratie in formalibus ist, wie bekannt, über allen Zweifel erhaben. Ein neues Beispiel dafür, das uns aus einer norddeutschen Provinzialhauptstadt mitgeteilt wird, dokumentiert gleichzeitig, mit wie zärtlicher Sorgfalt der ahnungslos dahinlebende Staatsbürger von dem Auge einer treusorgenden Polizei schon in seinen frühesten' Jahren beobachtet wird. Ein junger Mann bewarb sich in M. um eine neue Anstellung. Nachdem die verschiedenen Formalitäten auf beiden Seiten erfüllt waren, wurde dem Stellenbewerber noch aufgegeben, sich behördlich bestätigen zu lassen, daß gegen ihn auch als preußischer Staatsbürger nichts vorläge. Er wandte sich darum an seine Heimatsbehörde Stettin mit der Bitte um Ausstellung des üblichen polizeilichen Akten auszuges. Nach etwa 14 Tagen ging ihm hierauf unter Nachnahme folgendes Aktenstück zu (bei dem hier nur Namen und Ortsangabe weggelassen sind):
„Der Königliche Polizei-Präsident.
Journ.-Nr. III 989/4.
Stettin, den 18. April 1906.
Dem Kaufmann....... am 31. März 1878
zu Stettin geboren, wird zwecks Erlangung einer Stellung beim .........in......
hierdurch bescheinigt, daß in polizeilicher Hinsicht während seines hiesigen Aufenthaltes von derEeburtbisl. April 1881 nichts Nachteiliges über denselben bekannt geworden ist.
(Polizeisiegel.) Im Auftrage
(Namensunterschrift.) “
Diese amtliche Bescheinigung eines tadellosen Lebenswandels in den ersten drei Jahren seiner irdischen Laufbahn erregte natürlich sowohl bei dem Antragsteller, wie auch bei der Firma, für die er das Attest zu beschaffen hatte, die höchste Befriedigung.
Der Philosoph in der Menageriebude. „Kann das Tier auch Kunststücke machen?" „Gewiß! Es persifliert sogar uns Menschen! (Wirft ihm Futter zu): Sehen Sie, was es für eine Verbeugung macht!" „Mumpitz! Das Vieh bückt sich ja doch nur wegen des bischen Futters!" „Nun, und die Menschen?"---
nehmigung des Reichs-Versicherungsamtes erhalten.
Auf dem Gebiete der Invalidenversicherung ist das Reichs - Verstcherungsamt dem Alkohol« mißbrauch int Rahmen seiner Zuständigkeit entgegengetreten. So haben die Kapitalanlagen von Bersicherungsanstalten zum Zwecke der Errichtung von Trinkerheilstatten die Billigung der Aufsichtsinstanz gefunden. Ferner sind die Nachgeordneten Dienststellen der Invalidenversicherung auf die Bedeutung einer Schrift des Landes- verstcherungsrats Hansen „Landesverstcherungs- anstalt und Alkoholbekämpfung" besonders hingewiesen worden.
Für die Hebung der Stellen der Aerzte an Krankenhäusern macht sich in der deutschen Aertteschaft eine lebhafte Bewegung geltend. In der neuesten Nummer der „Aerztl. Mitteil.", des Organs des Leipziger Verbandes der Aerzte Deutschlands, stellt Dr. Berndt, leitender Arzt des städtischen Krankenhauses in Stralsund, folgende Forderungen auf:
1. Das Wichtigste für die leitenden Aerzte an Krankenhäusern ist nicht die Verbesserung des Gehalts, sondern die Stellung. Es muß in erster Linie gefordert werden, daß die einheitliche Leitung des Krankenhauses in den Händen des oder der dirigierenden Aerzte liegt, wie das übrigens auch von dem preußischen Kultusminister in seinem Rundschreiben von 1902 als erster Grundsatz ausgesprochen wird, bisher mit ganz ungenügendem Erfolg. Einige Städte und Gemeinschaften find diesem Wunsche des Ministers nachgekommen, die Mehrzahl nicht. Die meisten dirigierenden Aerzte unterstehen immer noch einer aus Laien zusammengesetzten „Kranken- hausdirettion" mit Juristen oder Pastoren an der Spitze. Das ist ein Zustand, der nicht nur sinn- und zwecklos ist, sondern dirett schädlich. 2. Der dirigierende Arzt muß ferner Vorgesetzter
Verzeichnis
der für das Sommersemester 1906 an hiesiger Universität neuimmatrikulierten resp. inskri- bierten Studierenden.
Dem Wunsche entsprechend, daß das Verzeichnis der neuimmatrikulierten Studierende r auch den Geburtsort enthalten möge, veröffentlichen wir nochmals die verbesserte Liste, soweit sie schon in unserer Zeitung enthalten war. In der gleichen vollständigen Weise wird auch die Fortsetzung erfolgen.
Ahrendts, Friedrich, jur., Arnstadt, Grün 19 Albrecht, Helmuth, chem., Gladbeck, Roter Er. 26 Ax, Herrn., Siegen, phil., Schulstr. 8
Alexeef, Michael, Moskau, med., Bismarckstr. 7 Appel, Hans, Cassel, phil., Universitätsstr. 2 Altvater, Theodor, Marköbel, jur., Wörthstr. 12 Becker, Joh., Kl.-Werther, med., Wörthstr. 2 Both, Christian, Wickenrode, med., Zwischenh. 23 Beutler, Robert, Iserlohn, med.. Grün 27 Boesensell, Bernhard, Vreden, med., Deutschh. 34 Bemmer, Gustav, Hanau, med., Grün 27 Baethke, Herm., Lübeck, jur., Weidenhausen 88 Benjamin, Rudolf, Hohenlimburg, jur., Wil- helmstr. 16
Bauer, Theodor, Frankfurt a. M., jur., llni- versttätsstr. 14
Bauer, Otto, Neu-Ruppin, jur., Grün 33
Balfanz, Ulrich, Kolberg, jur., Barfützerstr. 54 Balzer, Wilhelm, Ems, jur., Renthofstr. 3 von Boxberger, Georg, Kirchhain, jur., Afföller- straße.3
Bernsau, Erich, Vohwinkel, jur., Rotergraben 4 Bölling, Paul, Lüdenscheid, jur., Wettergasse 7 Skier, Carl, Marburg, phil., Bahnhofstr. 28 Böhme, Richard, Stendal, vhil., Nikolaistr. 7 Berneburg, Ernst, Osnabrück, phil., Wörthstr. 29 Beydemüller, Jakob, Frankfurt a. M., phil., Hofstadt 18
Bensieg, Max, Berlinchen, phil., Nikolaistr. 1 Brandt, Rudolf, Berlin, phil., Nikolaistr. 1 Bumüller, Kasimir, Hechingen, math., Rotergr. 4 Becker, Richard, Hamburg, rer. nat., Roserstr. 6 Bender, Otto, Bockenheim, chem., Wilhelmstr. 23 Blomberg, Walter, Dortmund, med. dent., Renthofstr. 4
Bischof, Carl, Oldenburg, phil., Wilhelmstr. 16 Brandau, Ludwig, Frankfurt a. M., phil., Augustinergasse 2
Bonte, Otto, Wiesbaden, theol., Neustadt 11
Baer, Carl, Wädenswil, theol., Elisabethstr. 10 Dr. Bykowski, Ludwik, Zagwozdz, zool., Hess Hof Bäumer, Waldemar, Dillhütten, med., Ketzerb. 31 Bartels, Rudolf, Blankenrath, med., Wilhelm- ftraße 16
Becker, Willy, Steinfeld, med., Barfüßerstr. 4 Baer, Max, Butzbach, med., Reitgasse 11 Baldus, Adolf, Höchst a. M., med.. Grün 26 Bindseil, Blankenburg, med., Haspelstr. 15 Bruhn, Hans, phil., Wilhelmstr. 14 Boese, Richard, Albrechtsbruch, phil.. Grün 42 Becher, Paul, Dillenburg, phil., Grün 27 Bausch, Gustav, Inden, phil., Steinweg 14 Bick, Wilhelm, Magdeburg, theol., Metzgerg. 4a Bohr, Hermann, Oberlahnstein, jur. et cam., Kasernenstr. 23
des gesamten Personals sein. Das erscheint auch selbstverständlich, ist es aber nicht. Die Schwestern an unserem Krankenhause unterstehen z. B. nicht den dirigierenden Aerzten, sondern der aus Laien bestehenden Krankenhausdirektion, ebenso wie die Aerzte selbst. Sie sind allerdings verpflichtet, die ärztlichen Anordnungen auszu- führen, was sie aber unter „ärztlichen Anordnungen" verstehen, bleibt ihrem Ermessen überlassen. 3. Die Anstellung der dirigierenden Aerzte muß entweder auf Lebenszeit oder auf einen größeren Zeitraum (6—12) Jahre erfolgen. Wird in letzterem Falle der betreffende Arzt nach Ablauf dieser Zeit nicht wieder gewählt, so bezieht er eine Pension, bis er eine neue Stelle gefunden hat. 4. Das Erundgebalt eines dirigierenden Arztes — an einem Kranken- haufe von circa 100 Betten — darf nicht unter 3000 Mark betragen, muß penssonsfähig und nach dem Dienstalter steigend sein. Die Pen- fionsfähigkeit ist besonders zu betonen. Das Gehalt bezieht der dirigierende Arzt für die Arbeit, die er an den Kranken der ITT. Klasse leistet. Außerdem muß der dirigierende Arzt berechtigt sein, von den Patienten der I. und II. Klasse ein Honorar zu fordern. Das müßte aber auch an allen llniverfitätskliniken stattfinden, da dies sonst den übrigen Instituten eine ungewöhn- lich schwere Konkurrenz machen. 5. Das An- sanosoehalt für Assistenten wäre, bei freier Station, auf 1000 Mark festzusetzen steigend alle Jahre um 200 Mark, bis zum Höchstgehalte von 2000 Mark.
Dr. Berndt hat vornehmlich die Verhältnisse der Mittelstädte int Auge. Damit hangt wohl seine zu allgemein gehaltene Verurteilung der Krankenhaus-Kuratorien zusammen. Es muß eiugewandt werden, daß sich in diesen tüchtig« Verwaltungsbeamre und erfahrene Kaufleute und Industrielle aufs Beste bewährt haben,