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Von den Fluten

Vor ihnen das

Deiche.

Karen Stür!

Fortgespült! Veru nglückt I ins Nordseegrab hinabgezogen!

Und wen die Füße noch tragen konnten, der stürmte auf die Deichkappe nach und winkte und jubelte den Geborgenen, schon verloren Ge­glaubten entgegen.

Alle Sechs waren wieder da, und die Fünf, denen das Rettungswerk gegolten, mit ihnen!

Ocko Stür eilte den anderen voran.

..Wiebke! Wo ist Wiebke?« '

Der Toleranzantrag im Neickstage. 1 Die zweite Beratung des vom Zentrum ein- tzebrachten sogen. Toleranzantrages (Eesetzent- ,tourf betreffend die Freiheit der Religions- Dbung) fand gestern im Reichstag statt. Erfreu- ilicherweise ist an der Ablehnung des Antrages, der durchaus unzeitgemäß ist und der katholi­schen Kirche einseitig Vorteil bringen würde, 'nicht zu zweifeln.

Vom Abg. Stöcker (Wirtsch. Vgg.) und Gen. war folgende Resolution eingegangen:

Den Reichskanzler zu ersuchen, bei den ver­bündeten Regierungen darauf hinzuwirken, daß die in einzelnen Bundesstaaten noch bestehenden Beschränkungen der Freiheit des religiösen Be- kenntnisses, der Vereinigung zu Religionsge­meinschaften und der gemeinsamen Religions- Lbung baldigst im Wege der Landesgesetzgebung beseitigt werden".

Die Beratung setzt ein bei § 1.

Abg. Gröber (Zentr.): Die religiösen Be- dürfnisse einer Religionsgemeinschaft sollte nicht der Staat bestimmen. Das muh die Elau- bensfreudigkeit mindern. Man stellt zwar das Glaubensbekenntnis frei, aber die Ausübung desselben macht man von der staatlichen Geneh­migung abhängig. Diesen Widerspruch will unser Antrag beseitigen, und zwar nicht bloß im Jntereffe der Katholiken, sondern auch im Interesse aller Konfessionen. Diese Regelung ist nicht aus Gnade vorzunehmen, sondern wir haben ein Recht, die Freiheit der Religions­übung zu verlangen. (Sehr richtig im Zentrum). Eine solche Regelung muß reichsgesetzlich vorge­nommen werden, denn einzelne Bundesstaaten sind sehr langsam tätig in dieser Beziehung. Wer diese Materie den Bundesstaaten überladen will, der will eben die Sache nicht fördern. Wir wollen die Freiheit der Religionsübung auch für die Evangelischen und wir würden uns freuen, wenn viele Evangelische mit uns hier arbeiten wollten. (Beifall im Zentrum).

Abg. Dr. David (Soz.): Die Gegner des To­leranzantrages sehen in den Konsequenzen des Antrages weiter als das Zentrum, das aller­dings die letzten Ziele des Antrages wohl ver­schweigt. Wir stimmen nicht in das Angstge­schrei vor dem Anträge ein. Im Gegensatz zu den Katholiken zeigen die Evangelischen nicht das Selbstvertrauen zu der inneren Kraft ihrer Religion. Es ist bedenklich, daß das Zentrum solchen Wert auf die Freiheit des religiösen Be- kenntniffes legt. Die Konsequenz des Antrages ist die Trennung von Staat und Kirche. Davon wollen Sie (nach rechts) aber nichts wissen. Darin liegt die Inkonsequenz des Zentrums. Solange die Kirche in finanzieller Abhängigkeit des Staates ist, wird der Staat sich das Recht nicht nehmen lassen, in Kirchensachen mitzu­reden. Wir sind gegen jede Beschränkung geisti­ger Strömungen. (Beifall links).

Abg. Henning (kons.): Wir stehen nach wie vor auf dem ablehnenden Standpunkt zu dem Anträge. Einmal wollen wir nicht, daß immer mehr von der Landesgesetzgebung an die Reichs­gesetzgebung abgeht. Wir wollen dem Zentrum keine Hintergedanken unterlegen. Aber durch das hartnäckige Einbringen des Antrages wird in den Kreisen, die gegen den Antrag sind, der Eindruck hervorgerufen, als wolle man einen neuen Kulturkampf allerdings in umgekehrter

Form als früher. Der Zweck des Antrages kann unserer Meinung auf dem Wege der Landesge­setzgebung wohl erreicht werden. Wir haben alle Ursache, die evangelische Bevölkerung, die zwei Drittel der Bevölkerung ausmacht, vor der Uebermacht des Zentrums zu schützen. Durch diesen Antrag würde nicht nur ein Stein aus dem Gebäude der preußischen Verfassung ge­nommen werden, sondern geradezu ein Eckstein, der das ganze Gebäude stark erschüttern würde, und dem müssen wir entschieden Widerstand ent­gegensetzen. Wir lehnen deshalb den Antrag unbedingt ab. (Beifall rechts).

Abg. Dr. Müller-Meiningen (frf. Vp.): Wir lehnen den zweiten Teil des Antrages alimine ab, erkennen aber den ersten Teil für brauchbar, um darauf gesunde Bestimmungen aufzubauen. Der religiöse Partikularismus findet leider in den Bundesstaaten Helfershelfer. Ich bin der Meinung, daß die Anhänger der Substanzenent­wickelung vollkommen gleich behandelt werden müssen. Diese Anerkennung ist für uns keines­wegs belanglos. Wir legen ferner Wert darauf, daß im Gesetz nicht nur die Pflichten, sondern auch die Rechte in konfessioneller Beziehung un­ter allen Umständen festgelegt werden. Wir ha­ben meinen Ausführungen entsprechende An­träge Ihnen unterbreitet und im Interesse des kirchlichen Lebens bitte ich diese ^.nzunehmen. (Beifall bei den Freis.)

Abg. Dr. Hieber (nl.): Wir lehnen den An­trag in allen Teilen und Paragraphen und auch alle freisinnigen Anträge ab. Wir tun es nicht, weil wir glauben, die protestantische Kirche habe nicht genügende innere Kraft, sondern weil wir die Ausdehnung der Reichsgesetzgebung auf das Landeskirchenrecht nicht wollen. Einzelne Miß­bräuche können sehr gut beseitigt werden auf dem Wege der Landesgesetzgebung. Weil durch den Toleranzantraa unheilvolle Streitigkeiten zwischen Reich und Bundesstaaten entstehen kön­nen, lehnen wir ihn ab. (Beifall).

Abg. Schrader (fr. Vgg.): Unier Standpunkt ist bekannt. Wir nehmen den ersten Teil an, lehnen aber den zweiten Teil, der den Gesell­schaften völlige Freiheit sichern soll, ab. Die Abänderungsvorschläge des Antrages Dr. Mül­ler-Meiningen finden unsere Zustimmung.

Abg. Eamp (Rp.): Es bestehen ideelle Mei­nungsverschiedenheiten, die uns zur Ablehnung des Antrages veranlassen. Ich sehe nicht ein, weshalb nicht eine Resolution hier genügen sollte und warum das Zentrum eine Gesetzesvor­lage eingebracht hat. Ich meine, es genüge voll­kommen, wenn der Reichskanzler aus eigener Initiative an die Bundesregierungen das Er­suchen richtete, die Beschwerden, soweit sie be­rechtigt sind, im Wege der Landesgesetzgebung abzustellen. Einige Bundesstaaten haben doch schon Mißstände auf diesem Gebiete beseitigt und die anderen werden auch nachfolgen. Wenn von der linken Seite hervorgehoben ist, die evange-

hing frei in der Luft, und der Sturm riß an ihr, daß sie zu sckaukeln begann.

Und dann plötzlich ein dumpfer Glockenlaut mitten in das Wetterrasen.

Bumm!

Bumbumbum!

Der Herrgott läutete selbst die Sturmglocke, und ein Schauer überrieselte die Menschen.

Fort aus der Nähe des Turmes! Der Balken ist nicht stark genug! Halt, halt! Nicht in die Kirche!"

Der Pastor selbst drängte die Frauen, die be­sinnungslos in das Gotteshaus flüchten wollten, von der Statte der nächsten Gefahr fort.

Karen Stür! Wo ist Karen Stür?" rief er auf die Verängstigten ein.

Sie war nicht unter der Schar, und sie hatte auch nicht mehr ihren Platz hoch oben auf dem

lische Kirche fürchte den Kampf mit der katholi­schen Kirche, so setze ich dem entgegen: ich wünsche überhaupt keinen Kampf der Konfessionen im Interesse des Vaterlandes, sondern daß wir uns alle als ein Teil eines Ganzen ansehen und daß wir die Gegensätze, die uns trennen und die im wesentlichen auf dogmatischem Gebiet liegen, so wenig wie möglich bewähren. Bemühen wir uns die Gegensätze nicht zu schüren, sondern sie zu verringern. Es tut mir leid, bei dem guten persönlichen Verhältnis zu den Herren, den An­trag ablehnen zu müssen. Prinzipielle Mei­nungsverschiedenheiten müssen aber dazu führen. (Beifall rechts).

Abg. Stöcker (Wirtsch. Vgg.)Unsere Gruppe steht auf ablehnendem Standpunkte, nicht als ob wir gegen den Grundgedanken des Antrages etwas einzuwenden hätten. Wir stehen auf dem Standpunkte religiöser Freiheit. Aber wir müssen doch die Frage aufwerfen, ob der Weg gangbar und erfolgreich ist und ob er jetzt be­schritten werden muß. Ist stehe auf dem Stand­punkte der absoluten Freiheit des religiösen Le­bens. Sie wird hoffentlich auch einst kommen. Wir fürchten auch die katholische Kirche nicht. Wir müssen die Herren auf den Weg der Lan- desgesetzgebung verweisen. Mögen Sie (zum Zentrum) erst einmal in Bayern beginnen. (Sehr richtig!) Sie verfechten Dinge, die nicht sowohl katholisch sind, sondern auf anderem Bo­den aufgewachsen sind. Von geistlichen Dingen kann man nicht sagen: sie sind so oder so! Da herrschen Anschauungen, Meinungen, Gewohn­heiten. Zur Zeit können wir dem Anträge nicht zustimmen, unser Antrag ist das einzig Gang­bare (Beifall rechts).

Nach einer weiteren Rede des Abg. Frhrn. v. Hertling (Zentr.) schließt die Erörterung.

§ 1 wird nach dem Anträge Dr. Müller-Mei­ningen gegen die Sttmmen der Nationallibera­len und der Rechten angenommen. Damit ist § 1 des Zentrumsantrages erledigt.

Es folgt 8 la des Antrages Dr. Müller-Mei­ningen, welcher lautet:Niemand ist verpflich­tet, seine oder seiner Angehörigen Claubens- meinung oder Zugehörigkeit zu einer Glaubens­gemeinschaft zu offenbaren. Staatliche oder kommunale Behörden dürfen keine regelmäßigen Befragungen oder Aufzeichnungen über Elau- bensmeinungen oder Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft vornehmen, außer soweit das Bestehen öffentlich rechtlicher Pflichten oder Rechte abhängig ist von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glaubensgemeinschaft. Unbe­rührt 6H6en abweichende reichsgesetzliche Vor- schriften."

Rach kurzer Erörterung wird der Antrag zurückgezogen.

Im weiteren Verlaufe der Debatte beklagt Abg. Hoffmann-Berlin (Soz.) unter großer Hei- terkeit des Hauses den Vorwurf des Abg. Stöcker er spreche ein schlechtes Deutsch; er habe sein

Marburg

Freitag, 4. Mai 1906.

verwandeln begann, mit Erde gefüllt und zur Verstopfung der Bruchstellen verwendet werden sollten. Ein Teil der fremden Mannschaften hatte sich entkräftet zum Schlafe hingelegt, aber die Mehrzahl, mit dem Kapitän an der Spitze, hielt wacker bis zum Mo -n mit durch.

Und mit dem sieaenden Tageslichte kehrte der Friede wieder. Das Meer c-'te zurück, die Sonne teilte die Wolken und lachte auf das Strandvolk nieder, als habe sie für feine Angst nachttäg­lich nur noch einen kleinen, frohen Spott.

'r'ie flache Außenböschung des Deiches zeigte nur an ein paar Stellen unbedeutende Schäden, deren Ausbesserung noch im Laufe des Vormit­tags durchgefühtt wurde; die Verheerungen des Sturmes im Binnenlande waren aber zum Teil erheblich. Fast auf allen Höfen waren Lücken in ine Dächer gerissen, Scheunentore eingedruckt oder Fenster zertrümmert. Das vernachlässigte Schulhaus war halb abgedeckt, und der Dachstuhl des Kirchturms stand kahl und windschief.

Hätte man hören wollen der Schaden wäre geringer gewesen," sagte der Pastor zu Jürs Tofohr und Behrend, als die notwendigste Arbeit am Deiche getan war und die Bauern nun nach allen Seiten ihren eigenen Schollen zuströmten.Aber nun muß auch der Stuhl ab­getragen und erneuert werden, und bte Nach­klugen, die sich da erst durch den Schaden haben belehren lassen müssen, werden schwerlich von ihrer Weisheit erbaut sein."

Nachsorgen nützt nichts," versetzte Behrend ruhig.Die Hauptsache ist, daß nun Hand ange­legt werden muß und wird."

Die Gegner des Hoyerhofes grollten, daß et sich ihnen an Einsicht und mannhafter Tatkraft überlegen erwiesen hatte. Die pekuniären Opfer wurden, nachdem sie einmal unumgänglich ge­worden waren, als das kleinere Uebel em­pfunden. - (Fortsetzung folgt.)

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmhcrfitätS-Buchdruckerei 41.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilaaer Illuttrirtes SonntaasLIatt.

Neueste Telegramme.

Posen, 3. Mai. Der Weihbischof Likowski als Vertreter des Erzbischofs v. Stablewski, be- jfahl allen Geistlichen beider Diözesen, schleunigst fcus dem polnischen Ostmarkenverein Straz aus­zutreten. Der Beitritt zu diesem Verein ist den Geistlichen künftig strengstens untersagt. (Hof­fentlich ist diese plötzliche Entschließung des Erz­bischofs durch eine im Stillen erfolgte nachdrück­liche Intervention der Regierung zu erklären.)

Rom, 2. Mai. Der deutsche Botschafter Graf Monts besuchte heute Morgen die interkonfessto- jtieUe deutsche Schule und begrüßte sodann die hier tagende Versammlung der deutsch-evangeli­schen Geistlichen Italiens. Später begab sich der ^Botschafter in die deutsche Elementarschule, wo zu seiner Begrüßung etwa zwanzig Vertreter der deutschen Kolonie sich eingefunden hatten. Mailand, 2. Mai. Dem deutschen Botschafter .werden hier besondere Aufmerksamkeiten er­wiesen. Dies entspricht der hervorragenden Be­teiligung Deutschlands an der Ausstellung und .dem breiten Raum, den der deutsche Handel und -die deutsche Kolonie in Mailand einnehmen. Der König beglückwünschte die deutschen Offiziere zu 'ihrer vollkommenen Organisation. Die Menge !klaschte enthusiastisch Beifall, als sich der jDrachenballon erhob. Die deutschen Soldaten brachten auf den König ein dreifaches Hurra aus.

Paris, 2. Mai. König Eduard ist heute hier eingetroffen und hat in der englischen Botschaft Wohnung genommen.

Petersburg, 3. Mai. Daß Graf Witte demis­sioniert hat, ist nicht mehr zu bezweifeln. Er reichte vorgestern dem Zaren sein Abschiedsge­such ein, auf das bis zur Stunde noch keine Ant­wort erfolgt ist. Die Demission ist veranlaßt durch den Gegensatz der Politik des Ministers des Innern Durnowo zu derjenigen des Grafen Witte. Der Zar wird sich nun entscheiden müssen, ob er für Witte ober für Durnowo ist. Auf bet Börse wirkt die Nachricht von der Demission Wittes höchst nachteilig.

London, 3. Mai. DenTimes" wird aus Peking gemeldet, China widersetze sich der Oesi- nung bet mandschurischen Häfen zur gegenwärti­gen Zeit, da die Verhältnisse nach dem Kriege noch nicht völlig geregelt seien.

Stür, wo kommt Ihr her?"

Wir wurden verschlagen! Wo ist Wiebke?" Unten! Bei dem Vater!"

Er ließ sich nickt aufbalten.

Kaptein! Sttirmann!"

Die fremden Maniffchaiten empfingen ihre Führet und Kameraden mit Riffen und Hände­schütteln. ,.Nu sünd wi all wedder tosamen nu lat brusen!" ickrie c^er der ran*"n See­bären.

De lingst Tid haitt buurt," tief der Ka­pitän den Heimischen zu.Awer 'n paar gaud Sttinn möten wi noch uppassen. Wit wart ju helpen."

Karen hielt sich beseligt an Behrends Seite, der sie schützend mit dem Arm umschlungen hatte. Er zeigte keine Müdigkeit; et hielt sich straff und stark gegen Sturm und Wogenschlag. Und wie er, so die Tatgenossen. Ihre Kleidet waten zersetzt, die Kopfbedeckungen ihnen fortgerissen an der Manneskraft waren die rasenden Ele­mente abgeprallt.

Wat is bat? fragte der Kapitän, als das Glockenläuten zu ihnen herüberdrang.Storm- lüden? Dat klingt gaud!"

Ja, gaud!"

Für den Seelenjubel der Menschen hatte das dumpfe Hallen plötzlich nichts Erschreckendes mehr; es klang wie hohe Friedensbotschaft in den Aufruhr der Natur wie ein Dank am glücklichen Ende all des Todesdrohens . . .

13, Kapitel.

Die Männer von Hegebüll hatten noch die ganze Nacht durch auf dem bedrohten Deiche aus­halten müssen, und auf das energische SBetreifcen Behrends waren nicht nur zahlreiche Wacht­posten bis über die Grenze der Gemeinde ausge­stellt, sondern vorsorgend von allen Gehöften auch Stöße von Säcken herbeigeschafst worden, die. wenn iraendwo das Drohen sich in Ernst zu

B6 (Nachdruck verboten.)

An der dänischen Grenze.

Roman von Dietrich Theben.

(Fortsetzung.)

' Mit einem Male kam ein neuer Ton in das .Cturmheulen. Ein Knattern, Brechen, Krachen ein schrilles Pfeifen und dumpfes Poltern.

> Alle die Männer und Frauen neben der Kirche wurden von einem Beben ergriffen.

Um Eotteswillen! Der Deich bricht!"

>Der Deich! Wir sind verloren!"

Ein angstvolles Durcheinander, ein untres, irres Schreien.

Vom Turme sauste ein großes Stück des Schindeldaches nieder, traf den Pastor und warf ihn zu Boden.

_Was--was ist das?" hieß es schreiend.

! »Der Turm! Der Turm stürzt ein!"

Sven Stür und ein paar andere achteten mcht auf die niederfliegenden Stücke und Split- «-«Ja arbeiteten an dem Holzwerk, das den Geistlichen getroffen hatte, und suchten dem Be­grabenen Befreiung zu bringen.

;Hierher! Angefaßt!» kommandierte Stür

f Das Dachstück wurde gehoben, und bet Pastor hatte selbst so viel Kraft, hervorzukriechen.

[Gottlob! Gottlob!"

I Der Befreite blutete'an der Stirn, aber et stand bald aufrecht.

!Sind die zurück?" war seine erste Frage. \Rein, noch nicht! Aber Sie verwundet! 'Kommen Sie ins Haus!"

!Mir fehlt nichts. Ein Fleischriß, Leute. ,Eott hat mich geschützt! Und er wird die andern >Nicht verlassen."

Er wischte sich das Blut mit dem Taschen- ffUche fort und sah aus den Turm, der fast bis Aus das Balkengerüst entkleidet war. Gie Glocke

Nicht einer dachte anders.

Der Pastor und ein paar Männer eilten stolpernd die Böschung hinan. Vor ihnen das Brüllen des Meeres, in. Rücken das Sturm­läuten des Herrgotts aber seitwärts auf der Deichkrone, im Bade der Sturzwellen, im weißen Gischt Karen Stür und elf dunkle Mannes­gestalten! Ein Jubelbtaufen aus den rauhen Kehlen, ein Rufen:Sie kommen! Sie kom­men!"

Vierteljährlicher Bezugspreis!, bet der Expstütion 2 Mk H'» 4A9 bet allen Postämtern 2,25 M. <e$cL Bestellgeld).

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