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mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.

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Marburg

Mittwoch 25. April 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerel 41. Jabrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Neueste Telegramme.

Berlin, 24. April. Das Befinden des Reichs­kanzlers wird von dem behandelnden Arzte Pro­fessor Dr. v. Renvers als dauernd günstig be­zeichnet.

Berlin, 23. April. Nach derPost" soll der italienische Botschafter Eras Lanza nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Als sein Nach­folger wird der ehemalige Minister des Aeutzern im Kabinett Fortis, Marquis di Can Ciuliano, genannt. Der Rücktritt des Botschafters hängt jedoch keineswegs irgendwie mit der Marokko­konferenz zusammen, denn Graf Lanza wollte schon wiederholt in den letzten drei Jahren mit Rücksicht auf sein hohes Alter in den Ruhestand treten.

Paris, 24. April. DemPetit Parisien" zu­folge ist der frühere Minister Tittoni, gegen­wärtig italienischer Botschafter in London, dort eifrigst am Werke, die mannigfachen Hinder- nisse zu beseitigen, welche bisher vorzugsweise durch die angeblich allzudeutschfreundliche Hal­tung seines Vorgängers Pansa einer resoluten italienisch - englisch - französischen Afrikapolitik entgegenstanden. Man werde bald vernehmen, daß bezüglich Abessiniens dieser neue Afrika- Dreibund für seine Wünsche in Addis-Abeba volles Verständnis gefunden habe.

Stockholm, 23. April. Prinzessin Gustav Adolf von Schweden ist gestern abend von einem Sohne entbunden worden. (Prinz Gustav Adolf, ein Sohn des schwedischen Kronprinzen Gustav und seiner Gemahlin Viktoria, Prin­zessin von Baden, ist mit einer Nichte des Kö­nigs von England, Margareta, Tochter des Her­zogs von Connaught, vermählt. Der König von Schweden und der Grossherzog von Baden sind hiermit Urgrossväter geworden. D. Red.)

Petersburg, 23. April. Unter dem Vorsitz des Zaren, sowie unter Teilnahme Wittes und sämtlicher Minister fand in Zarskoje-Selo eine Beratung darüber statt, ob die Regierung genü­gend für die Reichsduma vorbereitet sei. Da die Meinungen auseinandergangen, wurden keine definitiven Beschlüsse gefasst.

Zweck nnh Ziele der konserMiven Politik.

In Cassel sand in der vorigen Woche eine gut besuchte Versammlung des konservati- venVereinsfürHessenundWaldeck statt, in der Landtagsabgeordnetcr Pfarrer Meyenschein von Altenhasslau laut Bericht desLass. Tagebl." einen Vortrag über konser­vative Politik hielt, aus dem wir im folgenden den Hauptinhalt wiedergeben.

Einleitend beschäftigte sich der Redner mit der Frage, ob die Bewohner Hessens konservativ

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(Nachdruck verboten.)

An der dänischen Grenze.

Roman von Dietrich Theben.

(Fortsetzung.)

.»Die war noch wie ich die war noch Mein!" Das klang wie der Aufschrei eines Er- trinrenden, echt aus zerrissener, verzweifelnd gegen den Strom schwimmender Seele, und kei­ner der erschütternden Zeugen konnte sich eines Frostes erwehren. Aber die schneidende Härte

Entscheidung verwischte das keimende Mitgefühl mit dem schwer getroffenen Alten und wandte alle Sympathien warm und strö- mend wieder dem Kinde zu.Sie ist es nicht mehr! schrie Stur ohne Halt.Wiebke Stür, 7- die ist meine Tochter! Eine andere will ich nicht mehr! Und wenn sie mir auf den Hof will die Türen sind zu! Und wenn sie zu dem will der sich den Hof von uns genommen hat ich hab kein Ja, ich hab kein Nein. Aber eine Betteldirn ist sie--den Mammon

*nn Pf mir nicht auch noch nehmen, den halt ich 1" '

will.ich nicht!" lief Behrend hell unb die Herzen zwingend dagegen. ,Die Bettel- dirns, Srurhofer, die allein macht mich reich!" Stur lauscyte dem Hellen, Freudigen sekun­denlang. Er wollte noch schreien und konnte es nicht. In der Kehle war ein Würgen, das ibn nach Lust ringen ließ. 1

}Stür!"

[ Der Pastor stellte sich wieder vor ihn.

FDas war mein Wort!" keuchte der Alte. Das gilt!"

. Stür drängte den Geistlichen rücksichtslos zur Seite, und die Bauern und Frauen wichen vor »hm zurück. Mit starkem Arm riß er einen der Torflügel auf, nahm den Weg zwischen den auf dem Hofe zur Abfahrt bereit geschobenen Wagen

sind und glaubte dieses auf Grund der Ergebnisse der Landtags- und Reichstagswahlen mit einem rundenJa" beantworten zu können. Wenn auch nicht immer, so sei doch in vielen Fällen das Ergebnis der Wahlen zum Abgeordnetenhause als Maßstab für die politische Gesinnung der Bevölkerung anzusehen. Ohne Schweiß kein Preis, das gelte allerdings auch hierbei im poli­tischen Leben. Von den 14 Landtagsabgeordne­ten Hessens seien nun 5 konservativ, 2 freikon­servativ, 3 nationalliberal, 2 antisemitisch und 2 klerikal gesinnt. Zu den obigen 7 Konservati­ven komme nun, daß einer von den Nationallibe­ralen, der Vertreter des Kreises Melsungen, durchaus konservativ gesonnen sei, und von dem Vertreter des Wahlkreises Cassel-Witzenhausen sei das Wort in parlamentarischen Kreisen ge­prägt worden,der ist noch konservativer als konservativ"; ferner sei der Abgeordnete für Hersfeld zweifellos agrarisch gesinnt, ob auch konservativ, das wolle er dahingestellt sein las­sen Es blieben also von den 14 Abgeordneten Hessens nur 4 übrig, die eventuell die konser­vative Politik unterstützten. Aber auch wenn man als Maßstab das Ergebnis der Reichstags­wahlen zu Grunde lege, komme man zu einem befriedigenden Resultat in Hessen, denn man habe keinen Sozialdemokraten, nur einen Na­tionalliberalen und einen Zentrumsmann. Der Nationalliberale aber, betonte Herr Meyen­schein, ist ebenso konservativ als ich, obschon er liberal heißt. Die Antisemiten seien aber doch wohl ohne weiteres zu den Konservativen zu rechnen und somit bleibe nur das politische Wunderkind, welches den oberhessischen Wahl­kreis vertrete, Herr von Eerlach, aus der Metro­pole hessischer Intelligenz, doch den könne er ruhig außer Rechnung lassen. Nach einem kurzen Streiflicht über das Ergebnis dieser Wahl kommt der Redner zu der Bemerkung: Hat doch auch der göttliche Homer geschlafen, warum soll­ten Marburger Professoren nicht auch einmal schlafen? Früher habe man in Hessen eine starke liberale Wählerschaft gehabt, in den 50er, 60er, ja bis in die 80er Jahre hinein sogar eine teilweise stark linksliberale Wählerschaft, des­halb erweckten die Fragen, warum sind wir in Hessen konservativ geworden, warum wählt das früher so durchaus liberale Land jetzt so kon­servativ? ein großes geschichtliches Interesse. Diese Fragen könne er jedoch im Rahmen eines kurzen Vortrages nicht erschöpfend beantworten, deshalb wolle er sich nur mit der FrageWarum sind wir konservativ?" beschäftigen. Zunächst er­örterte nun der Redner die Begriffe konservativ und liberal, ihre Entstehung und allmähliche Entwicklung und meinte, es sei durchaus unrich­tig, anzunehmen, daß ohne weiteres die alten Hessen, die feudalen Adeligen, Großgrundbesitzer, Beamten rc. konservativ und die Kaufleute, Bür­ger, Handwerker rc. liberal seien. Ebensowenig als er ein Freund der aus Ostpreußen nach Hes­sen importiertenÄ-Bäh-Leute sei, ebensowenig sei es richtig, anzunehmen, daß die Konservati­ven als unselbständige Leute mit der Regie­rung stets durch Dick und Dünn gingen und die Liberalen andererseits Gottesleugner, oppositio-

durch und schritt allein, barhäuptig und wie trunken schwankend den mondbeschienenen Steig nach dem schwarz ragenden Deiche zu.

Ocko folgte ihm, holte ihn ein.

Vater!"

Kehr um! Hole Dein Weib!" herrschte der Stürhofer.

Jens Frederiksen kam mit Hut und Mantel.

Sven Du kannst Dir den Tod holen die Nacht ist kalt

Der Unbesänftigte nahm den Hut und warf ihn zur Seite aufs Feld. Der Mantel flatterte in den breiten, blinkenden Wassergraben.

Der Freudentag des Hochzeitspaares schloß mit schriller Dissonanz.

10. Kapitel.

Karen wagte es nicht, dem jungen Ehepaar in das väterliche Heim zu folgen.

Er macht seine Drohung wahr," sagte ihr Jürs Tofohr.Komm zu uns. Wir nehmen Dich mit Herzen auf!"

Und wir Dich als unser eigen!" rief der alte Hetlefsen mit Wärme.

Jens Frederiksen lehnte für Karen ab.

Sie gehört zu uns," erklärte er schlicht. Wiebke ist an ihre Stelle getreten Karen, ich halte Dich in meinem brüderlichen Schutz."

Das Mädchen nahm seine Hand.

Ja, bis ich fortziehe."

Sie war nicht gebeugt. Ein Leuchten strahlte aus ihrem Augenpaar. Ihr war der Tag kein verlorener, sie hatte sich selbst überwunden ihr wars ein hoher Tag des Sieges.

Und sie blieb, wo sie den Kampf ausgetra­gen hatte, und Wiebkes Stübchen wurde das ihre. Und wo vorher ein junges Herz in Seligkeit ge­schlagen hatte, da pochte stark und hoffnungs­freudig das zweite, in dem die Liebe das Leid und das Leid die Liebe erklärte.

Ocko kam am folgenden Tage herüber und fand die Schwester mutig und vertrauend. Und

nelle Revolutionäre rc. seien. Die Bezeichnung konservativ und liberal besage nut zwei ver­schiedene Auffassungen über den Weg, auf wel­chem das Wohl des Volkes und des Vaterlandes zu erreichen ist. Der Liberalismus stellt gewisse Prinzipien auf und will nach diesen die Welt regiert sehen, deshalb gehören dieser Partei auch so viele Gelehrte, Professoren, Theoretiker rc. an, denn die Klarheit, Folgerichtigkeit der liberalen Prinzipien ist für Denker sehr einleuchtend und erklärlich, sie sagt der Eelehrten-Natur durchaus zu. Daraus entsteht aber auch leicht eine über­triebene fanatische Meinung von der eigenen Politik, wo der Liberalismus herrscht; denn et glaubt, wer ihm widerspricht, sei entweder ein Dummkopf oder ein boshafter Mensch. Je mehr man nach links gehe, desto mehr treffe man Theoretiker an, desto mehr herrsche aber auch die Phrase rc. Im Gegensatz zu den Liberalen sind die Konservativen diejenigen Leute, welche mit den vorhandenen tatsächlichen Verhältnissen rechnen; sie sind die Realpolitiker gegenüber den Theoretikern. In der Jugendzeit, bemerkt Herr Meyenschein, ist man den liberalen Ideen zuge­neigter ; sie sind ja auch int Kopfe schön erdacht, aber passen sehr häufig nicht für die raube Wirk­lichkeit. Den konservativen Mann beseele der Respekt vor dem Gewordenen, vor der Arbeit der Vorfahren, denn (so habe ihm einmal ein alter Bauer gesagt):Die Alten waren auch keine Schafsköppe." Demgegenüber wollten die Liberalen vielfach alles verekeln, alles Gewor­dene und Bestehende über den Haufen werfen und vor Niemandem Halt machen als vor dem Parteigötzen, diesem wollten sie alles in den Rachen werfen. Seitdem allerdings die liberalen Massen, die früher die Fabne hochhielten, zu den Sozialdemokraten abgeflaut sind, da feien doch manchem liberalen Mann die Augen aufge­gangen. Mancher sei, wie er, zu der Auffassung gelangt, im Hinblick auf die Zukunft sei es rich­tiger konservativ zu sein, zu konservieren, zu erhalten, was zu erhalten sei. Wenn er sage, betont Redner, es sei nicht mehr an der Zeit, liberal zu sein, so sei das durchaus nicht charak­terlos, denn die Politik sei etwas zeitlich wech­selndes, nichts ewiges, unwandelbares, wie z. B. der Standpunkt des Christentums. Die ver­schiedenen Zeiten machen in der Politik ver­schiedene Anforderungen geltend. Die heutige Zeit verlange aber gebieterisch, daß mit uns der christlichen Lebensauffassung gebieterisch zu- neigen, die Liebe und Treue zu Kaiser und Reich, Gehorsam und Achtung vor Eltern, Brot­herren und jeglicher Autorität pflegen und för­dern und Schutz aller ehrlichen nationalen Ar­beit, insbesondere in Landwirtschaft und In­dustrie mit allen Kräften anstreben. Darum, weil es die Zeit gebieterisch fordert, deswegen sind wir konservativ. Aber auch Viele, meint Herr Meyenschein, die sich heute zwar liberal noch nennen, sind längst schon konservativ. Der Redner kommt dann noch auf den Liberalismus der 70er Jahre, die Gründung des Kaiserreichs zu sprechen und erörtert des Näheren, daß die liberalen Ideen, die Leute und die Dinge gehen zu lassen, wie sie gehen rc., vielen Schaden ange-

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Behrend kam und sah die Braut voll sieghaften Jubels.

Der Pastor kam am zweiten Tage.

Wir wollen ein paar Wochen vergehen lassen, sagte er freundlich," dann will ich eine Vermittelung versuchen. Und wenn er sein Wort aufrecht erhalten will, meine liebe Seern ich werde ihn erinnern, daß es auch fein Ja einge­schlossen hat. Und dann werde ich den Segen sür Euch bitten, daß Euer Festtag doch ein be­gnadeter ist. Also schau aufwärts, Katen; des Schöpfers Milde versagt nicht."

Auch zu Behrend ging der geistliche Berater.

Auch ich habe mein Weib nicht leicht er­rungen," verriet er vertraulich.Sie war die Tochter eines adelsstolzen, alten Ehrenmannes, und auf die Bitte des schlichten Theologen wat sein erstes Wort auch kein Ja. Aber die Liebe trägt und duldet unb überroinbet alles."

In der dritten Woche versuchte der Pastor sein Heil auf dem Deichhofe.

Die Achtung vor dem Seelsorger gebot Sven Stür, den Besuch anzunehmen. Aber et zeigte sich ibm finster und unzugänglich.

Sven, in Ihren Mienen steht nichts Gutes zu lesen," sagte bet Gast mit freundlichem Vor­wurf.Ich hoffe, daß wir uns trotzdem aus­sprechen werden unb vielleicht auch verstän- bigen."

Ich soll nachgeben? Sie irren sich!" hielt ihm Stür kalt entgegen.

Zunächst will ich nichts weiter, als daß Sie mir Rede stehen, Stür," betonte bet Geistliche mit ruhigem Ernst.

Der Bauer schwieg störrisch.

Schon kraft meines Staubes kann ich das verlangen," fuhrt der Pastor fort.Und dann bin ich Ihnen unb Ihren Kinbetn doch auch in Freundschaft vereint, die sind es, die mich zu Ihnen hergetrieben haben. Die haben mich um Sie und Ihr Kind bleiben Sie ruhig! be­

richtet, viel Elend gebracht haben. Doch wolle er keineswegs leugnen, daß es liberale Männer gebe, die für ihre Ideen in Not und Tod gehen. Der Redner kommt dann weiter auf den polt» tischen Liberalismus, insbesondere die Man­chestertheorie zu sprechen und führt aus, daß man bei dieser schrankenlosen Freiheit (laissei aller, laissez faire) an den Rat Goethes er­innert werde, den dieser seinem Gärtner gab, als et sich über das lleberhandnehmen der Sper­linge, Wanzen und Erdflöhe beklagte, nämlich: Laß sie nur gehen, sie werden sich schon gegen­seitig auffressen." Durch diesen Liberalismus seien die wirtschaftlich Schwachen, der Bauer, Handwerker rc. geschlagen, er sei nur dem wuchernden Kapitalismus, den Banken rc zugute gekommen, während Landleute, Arbeiter, Kauf­leute rc. fast schutzlos geworden seien. Mit dem in Frankfurt gegenüber wucherischer Ausbeutung geprägten AussprucheWarum seid Ihr sa dumm, Euch betrügen zu lassen", werde eine höchst bedenkliche liberale Anschauung gekenn­zeichnet. Wenn man sage, Angebot und Nach­frage regele die Preise, so sei das so richtig, daß es eine blinde Frau mit dem Stock fühlen könne, aber es komme dabei darauf an, wie Angebot und Nachfrage gemacht, wie häufig künstlich be­einflußt werden. Die Konservativen wollte« ferner, führt der Redner aus, daß alle wirtschaft­lich Schwachen, insbesondere auch neben Land­wirtschaft und Industrie die kleinen Kaufleute, wie alle bezahlten Arbeiter den nötigen Schutz des Staates genießen, denn der Staat sei dazu da, seine Bürger zu schützen und zu stützen. Der Deutsche solle noch aufstehen, der keine Staate» Hilfe brauche. Auch der Handel und seine An­hänger genossen Staatshilfe, denn warum hab« man die Expedition nach China gemacht, wem zu Liebe habe man die Marokkofrage aufgerollt? Was aber Handel und Industrie brauchen, gön­nen wir ihnen, das Vaterland ist für uns alle da, es soll keiner dem andern vorwerfen, daß et mehr Staatshilfe brauche und erhalte.

Zum Schluß führte der Redner dann noch aus: Auch die Konservativen wollen nicht alle» erhalten wissen, sondern sind für eine zweck­mäßige Fortentwickelung, wir wollen das Ee» bäude nicht einreißen, aber wo es nötig ist, aus­bessern und ausbauen, wir handeln nach dem Grundsätzebesser scheel wie blind". Nach kon­servativen Grundsätzen wollen wir die Sozial­demokratie bekämpfen. Vor allen Dingen treten wir ein für König- und Cbristentum, für Zucht, Sitte und Ordnung in Staat, Gemeinde unk Familie, für wirksamen Schutz aller ehrlichen Arbeit. Unter diesen Umständen können wir auch einmal gegen die Regierung vorgehen, aber immer mit der gegenseitigen Ächtung, wie fi« Regierung und Volksvertretung sich schuldig sind. Wenn wir Opposition machen, dann ge­schieht es nicht aus Rücksicht auf die Partei, son­dern nur auf das Vaterland nach dem Grundsätze das Vaterland stebt über der Partei". Da, sind die Gründe, warum wir konservativ sink und damit deckt sich auch das gegebene Thema Zweck und Ziele der konservativen Politik".

sorgt gemacht, und wenn Sie mir das Freundes­recht nicht abschlagen wollen, bann bin ich nicht ohne die Hoffnung, daß Sie mein gutes Wort nicht bloß hören, nein, Sven Stür, daß Sie auch danach handeln werden."

Hören handeln," wiederholte der Stür­hofer verhalten.Machen Sies kurz : was ver­langen Sie von mir?"

Beantworten Sie mir ein paar Fragen Wenns nicht zu umgehen ist!

Aber vergessen Sie nicht, Stür, daß Sie den Freund vor sich haben, unb baß mein toter Vater Ihnen noch mehr, daß er ein Bruder zu Ihnen gewesen ist."

Der Gemahnte biß an seine Pfeifenspitze unk hockte in Unruhe.

Sven, Sie find aus einem alten, guten Ge­schlecht," setzte der Pastor wieder ein.Die Stür die da vor Ihnen hausten, die waren tüchtige und kernhaste Männer gleich Ihnen. Das ist doch auch Ihre Anschauung?! Und da sagen Sie mir: wäre es nicht für die eine Beleidigung ge­wesen, wenn da ein Sohn zur Brautwerbung ausgezogen wäre, und er ein Stür wäre abgewiesen worden? Sie schweigen? Die Ant­wort kommt Ihnen nicht? Dann will ich fie Ihnen geben, unb ich weiß: fie liegt Ihnen fe nahe, baß Sie sie als selbstverständlich betrachten, unb darum nicht nötig zu haben glauben, sie auch noch in Worte zu kleiden. Natürlich wäre das eine Beleidigung gewesen. Sven Stür, unk welchen Vater und welchen Sohn das auch be­troffen hätte, sie hätten sich mit Recht sage« dürfen: in gesundere Verhältnisse hätte ein Weib nicht kommen können. Wenn Sie Sven Stür, mit dem Herzen, nicht um Gold gefreit hätten: das Nein hätte auch Sie verwundet. Ein Nein von dem Bruder des geliebten und des wieder liebenden Mädchens hatte auch Ihren SohW glücklos gemacht! i

- v '(Fortsetzung folgt.} .