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Erstes Blatt

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(Nachdruck verboten.),

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Umschau.

Auf dem Weltpostkongresse

wird zunächst die Frage der Briefposttranfitent­schädigung zur Beratung kommen, die der Neu­ordnung dringend bedarf. Die alten Bestim­mungen sind bei dem enorm angewachsenen Ver­kehr der Vriefpost nicht allein hindernd für den schnellen internationalen Durchgangsverkehr, sondern auch die Entschädigungen der beteiligten Staaten erscheinen zu hoch. Mit der Tranfit­frage kommt die Posttariffrage zur Beratung. Ob aber die schon beim vorigen Kongreh ge­machten Vorschläge, den Briefgewichtssatz im in­ternationalen Postverkehr von 15 auf 20 Gramm zu erhöhen, durchdringen werden, erscheint noch zweifelhaft, obgleich England und Japan in den Tarifen sogar noch weiter hcruntergehen wollen. Das Beschreiben der Ansichtskarten auf der Vor­derseite soll für alle Vereinsländer zugelafien werden. Anwortkarten ins Ausland find zu­lässig ; angeregt wird auch die Vorausfrankierung von Antwortsbriefen. Ferner ist eine Verbillig­ung der Postpakettaxen geplant, ebenso der See­transitgebühren für diese Sendungen. Das Höchstgewicht der Postpakete soll ferner auf 10 Kilo erhöht werden, trotzdem man schon zufrie­den wäre, wenn verschiedene Staaten, die für Postpakete nur 3 Kilo zulasten, dasselbe auf 5 Kilo erhöhten, wie z. B. Amerika. Die Gebühr für Postanweisungen soll auf Vs v. H. herabae- sctzt werden, die Versicherungsgebühren für SBettürtefe undd Wertkäsichen soll nach Sätzen von 500 zu 500 Francs steigen, nicht wie bisher von 300 zu 300 Francs. Immerhin find bei allen diesen geplanten Verbesterungen noch viele Schwierigkeiten zu beseitigen, die durch andere Zwischenabkommen bedingt sind.

Genesungsheime.

So segensreich und musiergiltig sich bisher auch die deutsche soziale FLfforgeaesetzgebung entwickelt hat, so kann doch nicht in Abrede ge­stellt werden, dah sie nock immer zahlreiche Lücken aufweist, die zu berücksichtigen dem Staat sowohl als auch den Kommunen bei der derzei­tigen Umgrenzung der Gesetzgebung vorerst un­möglich ist. Und hier, wo die öffentliche Für­sorge noch versagt, ist es die Pflicht der privaten Fürsorge, helfend einzugreifen. Da ist zunächst einmal die Fürsorge für Genesende, die als Fortsetzung und Ergänzung unserer Kranken­versicherung besondere Achtung und Pflege ver­dient. Kehrt heute der Patient als Rekonvales­zent in die oft zulängliche Pflege seiner Familie, soweit er überhaupt eine solche besitzt, zurück, so nutzt ihm unter Umständen auch die beste Kran­kenversicherungseinrichtung nichts mehr. Und ganz abgesehen von der Verpflegung, fehlt es ihm, besonders in den größeren Städten, meist auch an der nötigen Ruhe und frischen Luft. Wie soll und kann man hier die wünschenswerte Ab­hilfe bringen? Zwei Wege gibt es: entweder man verabreicht dem Genesenden aus privaten Mitteln eine Eeldunterstützung, kräftige Nahr-

der Sieg oder das Verhüten einer vernichten­den Umklammerung durch den Feind wieder­holt dem stürmenden Vorgehen mit dem Bajo­nett zu verdanken ist. Die starken Verluste an Toten so beim Gefecht von Okaharui am 3. April, wo ein Offizier und 31 Mann fielen

Marburg

Sonntag 22. April 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversitStS-Vuchdruckerei 4L JahlS.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Der preußische Generalstab über den Herero-Aufstand.

Dir 1. Fortsetzung der von der Kriegsge- sschichtlichen Abteilung I des Großen General- stabes bearbeiteten amtlichen Berichte über ^.Die Kämpfe der deutschen Truppen in Süd- ^vestafrika" ist soeben im 2. derMerteljahrs- sheste für Truppenführung und Heereskunde" bon 1906 (3. Jahrgang) erschienen. Zeitlich find die Ereignisse im Schutzgebiet vom Anfang Februar 1904 bis zur Uebernahme des Ober­kommandos durch den Generalleutnant von Trotha, also bis zum Juni 1904, behandelt. An Gefechten find beschrieben: Owikokorero, am 13. März, Otjihinamparero, wo am 25. März Ma­jor von Estorfs siegte, dar Gefecht von Klein- Barmen am 4. März, das Gefecht von Oganjira

Ein langer, weicher Blick traf fie und Netz fie all ihren irren Stolz auftarfen, um ihn noch einmal zu treffen, mcchlo

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

* S onttta-sbrilage: Allustrirles

. _ Kriegsführung eben nie zu vermei­den." Hochinteressant ist es, fast bei jedem Ge­fecht von neuem zu sehen, wie der letzte Erfolg

werden dadurch erklärt, daßdie Hereros ein­zelne seitwärts im Busch liegengebliebene Ver­wundete mit ihren Keulen totschlugen." Auch kleine nette Episoden find in die Schilderung eingestreut. So heißt es über die Tätigkeit der Kompagnie Epp am Oganjira-Berg:Beim ersten wie beim zweiten Ansturm war, ehe der Gegner aus dem dichten Dornbusch auftauchte, stets ein kleiner, laut bellender Teckel vor dem Busch erschienen. Einer der Bedienungsmannschaften der Geschütze for­derte beim zweiten Angriff des Feindes einen anderen Kanonier auf, das Tierchen mit dem Karabiner niederzuschietzen. Doch Leutnant Wag­ner von der 1. Feldbatterie rief dazwischen:Um Himmelswillen, den Hund nicht totschießen! Der meldet uns ja immer, wenn die schwarzen Kerle kommen." Und richtig, kaum war eine halbe Stunde vergangen, da erschien als Vorläufer laut kläffend vor dem Busch dasbrave Dackerl", den Deutschen die nahe Gefahr ankündigend. Alles machte sich bereit, und wenige Augenblicke darauf brachen die Hereros zu einem dritten, mit verzweifelter Heftigkeit geführten Angriff vor." Ein besonderes Denkmal setzte die amtliche Be­richterstattung einem französischen Kriegsfrei­willigen namens Huet, der am 24. Mai 1904 bei Otjomaso bei der 1. Kompagnie der Abteilung Estorfs fiel. Von ihm wird geschrieben:Huet hatte acht Jahre bei den Kürassieren in Lune- ville gedient, an der MadagaskarExpedition teil­genommen und war hier verwundet und deko­riert worden. Auch in Südwest-Afrika, in deut­schen Diensten, hatte er sich nach dem Urteil sei­ner Vorgesetzten als einäußerst brauchbarer Soldat" bewährt." Die Darstellung resümiert dahin, daßes vor allem die anfänglich irrige Bewertung der feindlichen Widerstandskraft war die verhängnisvoll wurde und bewirkte, daß die Zeit dieser Kämpfe eine Periode der Kriegs­führung mit unzulänglichen Mitteln wurde. Daß aber in dem an sich stumpfen und phlegmatischen Herero die Erkenntnis von der Notwendigkeit eines Kampfes auf Tod und Leben ein so hohes Maß kriegerischer Tüchtigkeit und zäher Willens­kraft auslösen würde, konnte wohl niemand, selbst nicht der beste Kenner dieses Volkes, weder in dem Schutzgebiet noch in der Heimat voraus­sehen, zumal die ersten Gefechte keineswegs eine solche Entschlossenheit erkennen ließen." Die etwa 80 Druckseiten lange Schilderung enthält einige Abbildungen im Text und gewinnt da­durch, ebenso wie durch die beigegebenen Ee- fechtsskizzen an Anschaulichkeit. Die Sprache ist bei aller militärischer Sachlichkeit durchaus volkstümlich und für jedermann verständlich. Das Heft ist durch die Königl. Hofbuchhandlung von E. S. Mittler u. Sohn, Berlin erhältlich und kostet 4 Mark.

ung u. dergl. m., oder aber man ermöglicht ihm den Aufenthalt in einer gesunden Gegend, falls man es nicht vorziehen sollte, zu diesem Zwecke besondere Genesungsheime zu errichten. Wir möchten uns aus mannigfachen Gründen für di« letztere Art der Fürsorge aussprechen, nicht zum wenigsten deshalb, weil so einzig und allein der Unvernunft und dem Unverstände, die sich in den unteren Volksschichten in Krankheits- und Eenes- ungsfragen nur zu ost finden, sowohl auf feiten der Angehörigen wie auf feiten des Rekonvales. zenten selber, auf das sicherste vorgebeugt werden kann. Ließen sich alle die Aufwendungen, die heute von privater Seite zur Unterstützung be­dürftiger Rekonvaleszenten gemacht werden, an einem bestimmten Sammelpunkt vereinigen, st dürften die zum Bau und zur Unterhaltung sol- cher Genesungsheime erforderlichen Mittel ball beisammen sein.

tödlich. Die Kräfte kehrten ihr wieder, die Muskeln spannten sich, das Hirn suchte nach pein­voll marternden Worten.

Als ob er von ihrem Antlitz läse, was in ihr häßlich Vorgenommenes verflog, die junge Brust wurde von einem wilden Beben erschüttert, eine Tränenflut überströmte Wangen und Hände...

Sie wußte nicht, wie lange sie allein geseffen hatte, und fie wußte auch nicht, wie fie unbe- mertt aus dem Hause gekommen war. Aber fie stand dann draußen gegen die Wand gelehnt, drückte die schmerzende Stirn gegen die kalten Steine und wehrte sich nicht mehr gegen das Herzenssagen, daß nicht der Haß sie von dem einzigen Manne trennte, daß die Liebe sie über­gewaltig zu ihm hinzog. All das Irren ihrer Seele wurde ihr klar, als das Voreingenommene, Kleine, Häßliche und Harte, das fie künstlerisch trennend zwischen ihn und sich gestellt, mit dem sie ihn und sich gequält hatte ja,und das nun vielleicht wirklich trennend dastand und ihn auch ohne ihr Zutun von ihr fernhielt. Ein aus den verborgensten Tiefen quellender Jammer ließ ihr plötzlich alle Lehren und Anschauungen, die sie krankhaft eingeengt hatten, als nichtig und zum Beschämen klein und töricht erscheinen, und durch all ihr Elend zuckte das betäubende Emp­finden, daß Leben und Zukunft ihr nichts mehr waren, wenn sie verwirkt hatte, an seiner Seite zu leben wenn fie nicht gutmachen, mit lebens­langer Liebe sühnen konnte . . .

Behrend tanzte nicht mehr. Er saß mit Tofohr und anderen abseits, und blieb auch sitzen, wenn die wechselnden Gesellschafter sich ötebet im Takte wiegten oder zu anderen Grup- ?en fottzogen. Er hatte keine Freude mehr an em Gewühl, fühlte etwas in seiner Brust zer- ^rungen und seynte sich fort, nach Hause, nach "während einer Polka drückte sich Jens Fre- deriksrn an den Tannenwald entlang, kam ge-

An der dänischen Grenze. Z

C" Roman von Dietrich Theben.

** (Fortsetzung.)

Ganz besondere Aufmerksamkeit erregte auch eine Vase aus Meißener Porzellan, deren Blumengewinde und Amoretten dem derben Landvolke nur fast allzu zatt und zerbrechlich erschienen. Auch der alte Stürhofer blieb da­vor stehen und fand Gefallen daran, bis er be­merkte, daß das übliche Namentäfelchen an dem Geschenke fehlte und sein Mißtrauen ihm eingab, daß es möglicherweise von demvom Hoyer- Hof" herstammen könnte. Daß er damit das Richtige getroffen, blieb ihm freilich verborgen, da'sowohl Jens wie das Brautpaar und die an­deren, die es wiffen konnten, sich darüber in Schweigen hüllten.Ja, wer das gewesen ist, das hält' ich selbst gern heraus," sagte Jens ge­flissentlich, und wies auf noch ein paar andere Stücke, von denen, um irre zu führen, auch die Namen absichtlich entfernt worden waren.

Sven knurrte Unverständliches, vermied es Uber, noch weiter bei dem auffälligen Staats­stücke zu verweilen.

Als die Tische von der groben Diele entfernt waren und eine lustige Walzerweise einsetzte entstand in den Zimmern ein lebhaftes Durch­einander, und unter Rufen und Lachen wurde das junge Paar hinausgedrängt, um als erstes Ken Tanz zu eröffnen.

Der einfache Lehmboden an Stelle des Par­ketts störte nicht. Der Dust des frischen Tannen- fchmucks würzte die Luft, der weiße Brautschleier wehte in Tanzwirbeln auf, die Jugendlust blitzte aus vielen lachenden Augen. Die ersten Run­den tanzte das junge Paar allein; als es aus­setzte, kamen die Paare von allen Seiten.

Karen tanzte mit ihrem Brautführer. Sie Kielt den Kops gesenkt und hörte nach wenigen

Die Goldproduktion von Transvaal hat zum ersten Male den Ertrag der Goldgru­ben in Australien und den Vereinigten Staaten übertroffen; der ehemalige Buren-Freistaat ifl damit das erste Eoldland der Erde geworden Wie aus dem diesjährigen Geschäftsbericht bei Standard Bank of South Africa hervorgeht, be­lief sich im letzten Jahre die Ausbeute in den Minen von Transvaal auf nahezu 4,9 Mill, Unzen, was einem Werte von rund 20,8 Mill. Lstr. oder 416 Mill. Mk. entspricht. Bis zum Jahre 1904 standen in der Reihe der golderzeu­genden Länder der australische Staatenbund und die nordamerikanische Union vor Transvaal. Infolge der außerordentlichen Vermehrung der Arbeitskräfte am 31. Dezember 1905 waren außer einer 80 000 Köpfe zählenden eingeborenen Arbeiterschaft über 47 000 chinesische Kulis in den Minen beschäftigt hat Transvaal die beiden bisher ergiebigsten Eoldländer geschla­gen und ist mit einem Vorsprunge von 60 Mill. Mk. gegenüber jedem der beiden anderen Staa­ten an die Spitze derEoldländer" getreten. Von der Gesamtausbeute der Transvaal-Minen fällt weitaus der größte Teil, dem Werte nach nämlich 400 Millionen von insgesamt 416 Mill Mk., auf die Gruben im Witwatersrand-Distrikt. Gegenüber dem Vorjahre wurde ein Mehrertrag von rund 95 Mill. Mk. erzielt. Von den 76 an der Goldgewinnung beteiligten Gesellschaften haben 43 im letzten Halbjahr 1905 eine Divi­dende im Betrage von 5 468 000 Lstr. verteilt.

Auch die Eoldproduktion in Rhodefia ist in rascher Entwicklung begriffen. Der Wert bet Ausbeute, bei 1904 nur 975 000 Lstr. betragen hatte, belief sich im letzten Jahre auf nahezu 1 5 Mill. Lstr. Auch bte Diamantengewinnung ist im Steigen begriffen, trotzbem konnte die Nachfrage nicht beftiedigt werden. Verschwindend nimmt sich neben dem Wert der Eoldproduktion der finanzielle Ertrag der Kohlengruben von Transvaal aus. Er betrug 2,6 Mill. Tonnen im Werte von rund 17 Mill. Mark; 25 Gesell- schäften waren daran beteiligt. Die Produk­tionsmenge war größer als rm Zahre 1904,

rädeUtf ihn zu und zog einen Stuhl dicht an seine Seite.

Er flüsterte nur. n

Hast Du Karen gesehen? ^ch vermiße sie. Behrend horchte.

Fräulein Stür? Nein." Er blieb bei der Wahrheit.Vorhin war sie im Zimmer.

Wann war das?"

Ja, das konnte er ungefähr angeben. War sie allein?" forschte Jens.

Ja."

''Sag mal, Martin, habt Ihr was vorge­

habt?"

Nein, nicht doch."

Frederiksen ließ noch nicht, nach.

Ich weiß ja, wie sie zu Dir ist. Seid Ihr in Wortwechsel geraten?"

Das konnte Behrend verneinen.

Es ist ja möglich, sie ist schon still nach Hmas gegangen," meinte Frederiksen weiter.Hast Du sie tanken sehen? Ich nur einmal. Und so un­froh, wie sie nun schon lange ist. Was mit der vorgegangen ist--ich steh da ganz betreten.

Ra wir wollen uns nicht stören laßen, Zsts mit Deinem Tanzen auch schon aus? Sich Dich doch um; es gibt ja so viel hübsche Partnerinnen. Auch meine kleine Schwägerin, die Hilge. Ra, auf nachher!" , .

Es litt Behrend nicht mehr unter den Ver- gnügten. Der Lärm, der Harzduft war ihm lästig. Er glitt durch das Hoftor und sah die Landschaft in sternenklarer Nacht. Ern ftlberfahler, glei­ßender Mondschein zeichnete scharf abgerifienk Winkel um die nahen Scheunen des Frederitsen- schen Hofes und hüllte in der Entfernung links die Kirche und die Nachbargebäude, geravsaus den Deich und nach rechts hin den Stürhof tu nachtdunkle, mit der Ebene verschwimmende Schatten. Nur auf der Spitze des Turmes unt auf der First des alten Deichbof^ lag ein weiß- liches Mondlicht. Fortsetzung folgt.)

Runden auf. Ihr Partner neckte sie und for­derte sie zur Fortsetzung auf, aber sie fühlte sich kraftlos müde und lehnte ab. Durch ein schleiern- des Flimmern gewahrte fie einmal undeutlich Behrend in dem Getümmel, und als müße sie flüchten, so scheu zog sie sich zurück. Es war ihr, als wäre sie plötzlich krank geworden, so schwer trugen sie ihre Füße.

?m Geschenkzimmer fand sie sich allein. Sie auf einen Stuhl und starrte zu der Vase hinüber, deren Herkunft ihr Ocko unvorsichtig verraten hatte. Aber wenn et auch nichts ge­sagt hätte, ihr Ahnen hätte sie nicht betrogen. Sie hätte es untrüglich herausgefunden. Die anderen waren bei dem geblieben, was unter wohlhabenden Heimischen herkömmlich war. Das Fremde war von dem, der selbst ein Frem­der war das Eigenartige von dem, der selbst ein Besonderer, Eigener war.

Ein toller Gedanke wirbelte ihr in dem schmerzenden Hirne auf. Wie, wenn sie ihren Haß in die Tat umsetzte ein paar Schritte zum Tisch ein Zugreifen und Fortschleudern ein klirrendes Zertrümmern! Sie sah sich um, fie war allein. Von der Diele klang die Tanz­musik, tönte Stampfen, Lachen. Ein Griff ein Scherbensplittern es würde kaum ver­nommen werden. Und wenn es geschehen war und bemertt wurde zu spät!Zu spät!" wollte sie hauchen, und brachte die aufeinonbetgepiek reu Lippen nicht los. Sie wollte aufstehen und vorftürzen und vermochte es nicht. Wie eine Lähmung lag es auf Körper und Geist.

Plötzlich schrak sie zusammen. Marfin Beh- rend war unvermutet ins Zimmer getreten, stand dicht vor ihr. ihr mit dem Rücken zuae- kehrt. Ein zitterndes Atemholen ließ ihn sich umwenden. " * 1

qm 9. April (am Oganjiraberge), das Gefecht von Owiumbo am 13. April, wo Oberst Leut­wein nach hartem und verlustreichem Kampfe 3 k denfolgenschweren" Rückzug antrat u. a. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Beschreibung die besondere Tüchtigkeit der alten Schutztruppe Und ihrer beiden glänzendsten Führer, des Ma- fc... jors von Estorff und des Hauptmanns Franke.

In der Darstellung des Gefechtes von Owikoko- rcro, in dem bei einer Stärke von 11 Offi­zieren und 38 Reitern 7 Offiziere und 19 Mann gefallen, 3 Offiziere und 2 Mann ver­wundet wurden, wird nochmals der vielfach er­hobene Vorwurf zurückgewiesen, die schweren -Verluste seien durch mangelhafte Sicherung des - Marsches hervorgerufen worden. Man erkaufte dort vielmehr eine Lehre, die zwar blutig war, aber für die Zukunft die richtige Einsicht krachte. Das Eeneralstabswerk sagt hierüber: Es erscheint in jedem Falle ungerecht, gegen | die braven Offiziere wegen ihrer Kühnheit und ihres echt kriegerischen Dranges, an den Feind j | zu kommen, auch nur einen leisen Vorwurf er- | Bk heben zu wollen. Der Kühnheit werden im £ Kriege, selbst wenn sie vielleicht blutige Opfer fordert, stets schönere und höhere Erfolge be-

Vierteljährlichcr Bezugspreise der der ExpLition 2 Mk, trz» nn bei allen Postämtern 2,25 M. <C£CL Bestellgeld).

ZnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Psa.

schieden sein, als allzu großer Vorsicht und Se< f vachtsamkeit. Schwere Verluste sind bei tat- MW kräftiger K:.....