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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain,

Sonntaasbeilag-: Alluttrirtes Sonntaasblatt.

Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der ExpLition 2 Mk, bet allen Postämtern 2,25 Mk. <ejcl. Bestellgeld), Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Neclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 21. April 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal«

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerel

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Mrg.

Neueste Telegramme.

Berlin, 19. April. Unter zahlreicher Teil­nahme von Delegierten aller Landesvereine fand heute in Gegenwart seiner Protektorin, der Kaiserin, im Sitzungssaals des Abgeord­netenhauses unter Vorsitz der Gräfin Jtzenplitz die Delegiertenversammlung des Vaterländi­schen Frauenvereins statt. Die Kaiserin ließ sich die Delegierten der einzelnen Landesvereine vorstellen. Nach der Begrüßungsansprache des Ministers Schönstedt und der Ankündigung der Aussetzung eines Preises von 1000. Mark für eine Propagandaschrift folgten Vorträge.

Berlin, 19. April. Mitteilung des Kriegs­ministeriums über die Fahrt der Truppentrans- portjchiffe: Die ostasiatische Vesatzungsbrigade hat bis auf das in der Provinz Tschili zurück­bleibende Detachement am 19. April von Tsing­tau aus die Heimreise auf dem Dampfer Neckar" angetreten. Führer des Transports ist Oberst Freiherr von Ompteda vom 2. ost­asiatischen Infanterieregiment. Der Transport ist 9 Offiziere und 1756 Mann stark.

München, 20. April. Der kommandierende General des 1. Armeekorps, Generaloberst Prinz Arnulf von Bayern, hat infolge andauernden Magenleidens heute den Prinzregenten um Enthebung von seiner Stelle gebeten. Dem Ge­suche ist, wie verlautet, willfahren worden.

Straßburg, 20. April. In militärischen Krei­sen verlautet demElsässer" zufolge, daß zum Nachfolger des verstorbenen Generals Stötzer als Kommandierender des 16. Armeekorps der derzeitige Gouverneur von Metz, Generalleut­nant v. Arnim, ernannt werde. Wie der ver­storbene Genera! Stötzer hat auch der Ge­neralleutnant v. Arnim durch seine Frau, eine geborene von Türckheim - Truttenhausen, ver­wandtschaftliche Beziehungen zum Elsaß.

Nom, 30. April. Es verlautet, der Papst sei herzleidend und hüte seit zwei Tagen das Bett. - Paris, 19. April. DerCroix" zufolge ist die Vollversammlung der französischen Bischöfe in Betreff der Haltung gegenüber dem Tren­nungsgesetze für den 30. Mai einberufen wor­den. Die Versammlung dürfte nur zwei Tage dauern, da die Beratungsgegenstände in sehr genauer Weise festgestellt wurden. Die Be­schlüsse der Vischofsversammlung würden dem Papst unterbreitet werden, von dem die end- giltige Entscheidung abhänge.

Paris, 20. April. Der Physiker Professor Kurie, der Erfinder des Radiums, ist gestern Nachmittag das Opfer eines Unfalls geworden. Er ging die enge Rue Dauphine entlang und glitt auf dem Trottoir aus. Er fiel zu Boden und geriet unter einen schweren Lastwagen, der ihn überfuhr und tötete.

Das Erdbeben in Kalifornien.

Die allgemeine Lage.

Newyork, 19. April. In San Franscisco waren um Mitternacht alle großen Theater ein­schließlich des Majestie-Orpheums und der Grand Opera zerstört. 15 Blocks an der Was­serfront brennen und bedrohen die Stadtviertel, wo die elegantesten Wohnungen sind. Das elf- stöckige Union-Trust-Eebäude wurde mittelst Dynamit zerstört, um dem weiteren Vordringen der Flammen Einhalt zu tun. Auch die Münz- gebäude brennen. 30 000 Häuser, von denen die meisten Fachwerkbauten sind wurden vernichtet. 150 000 Menschen sind obdachlos. Vier Diebe wurden standrechtlich erschossen. Fast alle KLsten- städte find vom Erdbeben betroffen. In San Jose gab es 200 Tote und Verletzte. In Stan­ford mutzte die Universität, deren Mauern ge­borsten sind, geräumt werden. Die Universität in Berkeley brennt. In Salinas stürzten alle großen Gebäude ein und in Agnew das Jrren- asyl, wobei mehrere Insassen getötet, viele an­dere befreit wurden.

Newyork, 19. April. Das ärmere Stadtvier­tel in San Francisco, das sich vom Seeufer bis zur zehnten Straße erstreckt und siebzehn Stra- tzenzüge zählt, liegt völlig in Ruinen. Dort wohnten 150 000 Menschen, die meistens Hab und Gut verloren, da sie im ersten Schrecken des Erdbebens mit notdürftiger Kleidung auf die Straßen eilten und dann, als sie zurückkehren wollten, größtenteils die kleinen zweistöckigen Häuser ganz unsicher oder in Flammen fanden. Diese Menschen sitzen jetzt auf den öffentlichen Plätzen, im Freien kampierend und in bitterer Not. Das reichere Wohnungsviertel litt weniger.

Zeitungsberichterstatter, welche in der letz­ten Nacht in Oakland (einem Vorort von San Francisco) ankamen, telegraphieren folgendes: Um 10 Uhr abends nahmen die Brände weitere Ausdehnung. Tausende von Menschen fliehen auf die Hügel der Nachbarschaft, während an­dere an den Fahrboot-Ladungsstellen auf die Abfahrt der Schiffe harren und miteinander um die Plätze auf solchen kämpfen. Lange Reihen von Toten liegen in den Straßen und den pro­visorischen Morgues. Der Himmel ist feuerrot. In kurzen Zwischenräumen scheint die Erde noch zu erzittern. Dazu kommen die Detonationen des Dynamits, das benutzt wird, Häuser nieder­zulegen. Die Straßenlaternen sind ausgelöscht, da die elektrischen Kraftstationen nicht im Be­trieb und die Gaswerke explodiert sind. Jnfolge- desien wird die Nacht taghell durch die brennen­den Gebäude erleuchtet. Häufig trifft man Kin­der auf den Straßen, die nach ihren Eltern schreien, dazwischen hört man das Stöhnen Ver­wundeter, die noch unter den Trümmern liegen und nicht gerettet werden können. Viele Ver­letzte liegen in den Parks auf Feldbetten, ihr

Durst ist schrecklich. Trinkwasier ist infolge des Bruches der Leitungsröhren fast unerlangbar. Viele Straßen wurden von den Soldaten ge­schloffen, da immerfort Gebäude einstürzen. Die Aufrechterhaltung der Ordnung ist sehr schwer, da die Bevölkerung wie wahnsinnig durch Me Straßen rennt und tatsächlich Leute plötzlich irr­sinnig geworden sind. Zweifellos sind viele Menschen noch jetzt in den brennenden Trüm­mern und werden langsam zu Tode geröstet, wie imTerminal-Hotel", das einstürzte und 20 Menschen in seinen Ruinen begrub. Letztere ge­rieten sofort in Brand. Die Stadtbehörden ver­boten den Eintritt in die Stadt, außer für Mannschaften der Hilfsaktion.

Die Wirkungen des Erdbebens.

Major Dutton von der Bundesarmee, wel­cher als Autorität in Erdbebenfragen gilt, er­klärte, die Katastrophe hänge nicht mit dem Ve- suvausbruch zusammen. Sie sei ein sogenanntes tektonisches Erdbeben und sei Nr. 8 in Rossi- Froels Skala zu bezeichnen. Er hat die An­sicht, daß nunmehr, nach dem schwächeren Beben, die Gefahr vorüber sei. Dr. Holland dagegen, der Leiter des Carnegie-Instituts, erklärte, die ganze Westküste Nord- und Südamerikas sei in beständiger Unruhe, da sie eine neuere geolo­gische Formation und noch immer umfangreichen Lageveränderungen unterworfen sei. Nicht aus­geschloffen sei, daß die ganze Küste versänke. Auch dieser Gelehrte meint, das Beben habe nichts mit dem Vesuv zu tun; indessen sei die neuere Tätigkeit des Mount Rainier (imStaats Washington) bemerkenswert.

DasNew. York Journal" erhielt aus dem Bureau desSan Francisco Examiner" folgen­des: Zwischen dem Bauschutt, der von den Tele­graphisten aufgehäuft ist, schreibe ich dies. Es war genau 5,15 Uhr heute früh, (18. April), als die Stadt nmhergestoßen wurde wie eine Feder im Winde. Die Erde schien einen Augen­blick zu sinken. Die Gebäude stiegen dann in die Luft wie Ballons. Drei Minuten nachher war die Stadt ein Trümmerhaufen. Eine Masse Brände brach aus. Gleichzeitig verbreite­ten sie sich an der Seefront wie über den süd­lichen Tejl und zerstörten Wohn- und Geschäfts­häuser. Die Katastrophe kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der Dienstag war ein idealer kalifornischer Tag mit frischen Brisen und einem glühenden Sonnenuntergang. Der Abend war ruhig und in hunderten von Drosch­ken und Automobilen eilten die Leute zum Opernhause, umCarmen" zu hören. Der ganze Reichtum des goldenen Westens war im Theater. Nachher waren die Hotels und Restaurationen voll fröhlicher Gesellschaften.

Newyork, 19. April. Das Irrenhaus in Agnews hatte 700 Insassen. 150 Leichen wurden gefunden, während ebensoviele noch in den Ruinen liegen. Die übrigen Irren sind freige­kommen und terrorisieren die Nachbarschaft.

Gegenwärtig laufen Nachrichten von kleinere« Küstenorten ein, die zeigen, daß es dort große Menschenverluste gab. Ein Berg bei Salinas stürzte auf die Fabrikanlagen und begrub die Arbeiter. Spreckels Zuckerraffinerie, ein Rie- senetabliffement, ist zerstört.

Paris» 20. April. Bei der Katastrophe in San Francisco wurde das französische Konsulat zerstört, das ganze Personal des Konsulats wurde jedoch gerettet.

DieTimes" erhielten aus Newyork «om 19. 5 Uhr abends die Nachricht, dieWesteri» Union Telegraph Company" habe noch einmal eine Verbindung mit San Francisco hergesteüi. Ein Telegraphist meldete, die ganze Stadt K* eine Masse von Flammen. Jedes Gebäude if der Stadt sei mehr oder weniger durch das Gebt beben beschädigt. Eine etwas spätere Meldung derWestern Union" besagt, das Feuer breite sich noch immer mehr aus. Fast das ganz« Erotzhandelsviertel sei zerstört, die Ignatius» Kathedrale brenne. Die Newyorker Direktion derSouthern Pacific-Eisenbahn" erfuhr, San Francisco sei anscheinend verloren. Die Flam« men seien ganz unmöglich zu bekämpfen.

Der Brand in San Francisco.

Newyork, 19. April. (Mittags.) In Can Fran, Cisco brannte es noch früh morgens an Dutzenden Stellen. Auch in North-Beach, einem Wohnungs­distrikt, wütet das Feuer. Die Flammen ver­wüsteten den Bezirk südlich von Market Street vollständig. Große Lagerhäuser, Fabriken und sonstige gewerbliche Etabliffements wurden ver­nichtet. Die Berkeley-Universität ist entgegen den ersten Berichten ziemlich unbeschädigt. Amt­lich wird gemeldet, daß das Pacific-Geschwader in Sicherheit sei. Es wird jetzt nur noch Dyna­mit angewandt, um Lücken in dichtgebauts Häuserreihen zu sprengen. Indessen hat dieses Mittel häufig auch wenig Erfolg. Heute Morgen wurde auch Nob Hill, das feinste Wohnungs­viertel, teilweise von den Flammen ergriffen.

Newyork, 19. April. (Nachmittags.) Der Brand wütet noch in San Francisco, und es be­steht anscheinend keine Aussicht, daß er gelöscht werde, bis er sich aus Mangel an Material er­schöpft hat. Die Dynamitsprengungen scheinen auch keine Wirkung mehr zu haben. Außerdem ist fast alles Sprengmaterial verbraucht und selbst das Pulver in den Regierungsmagazinen vollständig erschöpft. Die letzte Meldung aus Oakland besagt, daß San Francisco unbedingt verloren sei, wenn nicht ganz bedeutende Regen­güße kämen, zu denen anscheinend keine Aussicht vorhanden ist. Sämtliche Geschäftsgebäude und die Hälfte der Wohnungsviertel find nunmehr

Newyork, 19. April. Die Mannschaften, welche die Brände in San Francisco bekämpfen, er­matteten und stehen von der Arbeit ab. Trotz vierundzwanzigstündigem Ringen mit den Flam, men sind jetzt 12 bis 15 große Brandherde tn der Stadt, von denen der hauptsächlichste jetzt am Hügel von Calister bis zur Battery und von der Main Street bis zur 16. Straße ist. Wasser ist

25 <Nachdruck verboten.)

An der dänischen Grenze.

Roman von Dietrich Theben.

< Fortsetzung.)

, Sein Glückwunsch nach der Trauung klang erfroren. Seine kalten Hände berührten die glühenden Wiebkes wie Eis. Sein Blick war ihr leer und teilnahmslos.

Der Pastor sprach mit ihm. Er hörte mit halben Ohren.

Der Himmel meinte es mit einem lachend hellen Sonnentage gut. Sven blieb stumpf gegen Lenzeswahn, Licht und Wärme.

An der Festtafel hatte er den Ehrenplatz neben der jungen Frau, und Wiebke fühlte den Herzensdrang, ihn aufzuheitern.

Nun habe ich wieder einen Vater," sagte sie zu ihm.Einen lieben, guten, nicht?" fragte sie schüchtern werbend.

Er sah den weißen Brautschleier neben sich Und fühlte eine warme Hand sich weich auf die seinige schieben.

Ich wills versuchen, Deern," entgegnete er mit heraufgezwungener Freundlichkeit.Und mußt nicht gleich klein werden, wenn ich mich mal vergeß

Ach, das wirst Du gar nicht," plauderte sie mit befangener, sich selbst beredender Zuversicht. »Ach nein. Und wenn ich immer gut zu Dir bin? Ich macht so recht viel Liebes zu Dir tun Vater!"

Das waren ungewohnte Laute, die nicht an ihm vorbeigingen.

,i Er drehte sich ihr zu und nickte.

Du bist ehrlich. Ja, Deern. Ich Dill es auch zu Dir sein. Willst meine Hand darauf?"

, Fa, Vaterk Gib!" bat Wiebke freudig.

Er hielt ihre Rechte eine Weile fest und fühlte an ihrem Finger den Eoldring.

Ehrlich Herz, Deern," sagte er bewegt, "ja, das hält fester als das Gold am Finger. Du hasts. Behalts. Da kanns nicht fehlen zwi­schen uns."

Ocko zog die Aufmerksamkeit der Braut wie­der auf sich, und Sven hielt Umschau Über die Tafel und die Umgebung.

Zwei lange Tischreihen waren mit blendend weißen Leinen gedeckt, und die reichen Tischge­räte zeugten von der Ordnung und dem Wohl­stände des Hauses. Der Blumenschrank der Tafel war nicht allzu reich, aber die Wände waren mit Tannenreisern, Euirlanden und farbenbunten Fähnchen ganz bedeckt, und die Ausschmückung machte auch die große, sollst kahle und nüchterne Arbeitsdiele wohnlich und festlich.

In den Wohnräumen wäre für die kopfreiche Gesellschaft nicht annähernd Platz gewesen, und nur nach der Tafel sollten auch sie hinzugenom- men werden, als gastliche Nebenräume, wenn die Diele für die Tanzlustigen hergerichtet war.

Es war ein Glück, daß die Luft von der frühen Frühlingssonne durchglüht und warm hereingeströmt war, sonst wäre die Temperatur in dem großen, nicht zu heizenden Raume wohl weniger angenehm gewesen, und die Musikanten ein halbes Dutzend an der Zahl hätten vielleicht ihre Instrumente mit steifgefrorenen Fingern gestimmt. So aber spielten sie ihre Weilen mit Behagen, und die fröhlichen Klange rißen auch Sven Stür mit sich.

Das reiche Mahl hatte fast Aehnlichkeit mit den üppigen Diners der städtischen Hotels, wenn au chdie Fineffen fehlten. Der Braten war schmackhafter und kräftiger als bei man­chem vornehmen Ctadtmahl und die Bedienung durch dis Hausmägde und die Beihilfen aus der Freundschaft ließen nichts zu wünschen übrig.

Nach dem zweiten Gange erhob sich der Stür- bofer angeregt zum ersten Toaste, der nach dem Branche dem Pastor zugekommen wäre, den er sich aber ausbedungen hatte.

Hochzeitskeut!" lautete feine schlichte An­rede.Ich mach nicht viel Worte. Der Land­mann, der da aussät, soll von Frost und Ueber- schwemmung verschont bleiben und Glück haben. Mein Sobn solls haben! Die Deern, die da auszieht, Glück und Freude zu bringen, die solls dahin tragen, wo es zum Gleichen kommt. Das soll meine Tochter tun! Und die, die beiden Gutes wünschen, die sollen es erfüllt sehen. Das sei mein und das sei aller Gebet! Hoch­zeitsleute, das Paar: hoch!

Er hatte sich die paar Worte zurechtgelegt und war sich nicht bewußt, wie sie in ihrer fast kargen und doch zum Herzen sprechenden Fas­sung wirkten. Der Pastor sprach länger, ge­wandter, mit gleich ehrlicher Anhänglichkeit; aber sein Hoch wirkte nicht zündender.

Als dritter sprach Jürs Tofohr, seine Rede­weise ähnelte der des Stürhofers.

Hochzeitsgäste!" rief er mit seinem klang­vollen Organ.Zwei unserer besten Marschhöfe sind durch einen Herzensbund neu mit einander verknüpft worden. In einer einzigen Sturm­nacht haben die Jungen freudigen Herzens den Lebensbund geschloffen, und die ihr Ja zu sagen hatten, die haben es mit froher Zuversicht getan. Und die haben mehr und größeres getan: die haben den starken Grund gelegt zu einer glück­lichen und blühenden Vereinigung! Die haben zwei Menschenkinder gezogen, die als vornehm­stes Erbteil Redlichkeit und Gutwollen, Gesund­heit und freudige Anerkennung einander zu- bringen! Verwandte, Freunde, Gäste: Hochzeits­vater und Brautbruder, Sven Stür und Jens Frederikien hoch!..!"

Zum ersten Male traf Sen Stürs Blick aus den Hoyerhoser, der gleich den anderen Gasten um den Tisch kam. Aber Behrend ging um de« Alten herum, ließ sein Glas gegen das Frederrk- Jens klingen und kehrte an seinen Platz zuruck.

Wie war das gewesen, überlegte Stür..., Ach so, die Tischwanderung war die erste. Zn Ehren des jungen Paares hatte man sich er­hoben, ohne die feierliche Ordnung zu durchbre-

^Eine Verstimmung kam wieder in ihm auf, und mit finsterem Spähen suchte er sich uner den Platz des Verhaßten zu orientieren Der aber mußte wohl mit gutem Vorbedachte seitlich von ihm gewählt sein, da er il)n

zu machen vermochte, obgleich fern forschender Blick Kopf für Kopf über die Reihen ging.

Er ist nicht da, für mich nicht, versichert, er fick zu seiner eigenen Beruhigung, und horchte auf Jens Frederiksen, der als letzter Sprecher sich mit ein paar Worten an die Gäste wandte und diesen sein Glas weihte.

Die Tafel wurde aufgehoben und die Gesell­schaft strömte in die Wohnräume, in denen T« und Kaffeepunsch, Wein und Bier serviert und die Geschenke aufgestellt waren.

Die Angebinde für das Paar nahmen meh­rere Tische ein, und das Silber in schweren, gw diegenen Prunkstücken und praktischen Hau« Haltungsgegenständen überwog. Sven Stu« selbst hatte den alten Silberschatz seines Hofe- durch ein reiches Arrangement von Tee- unfc Eßlöffeln ergänzt, vom Bruder der Braut stammten die dazu paffenden Gabel- und Meffer- bestecke, und die reichen Deezbüller HetleffeN hatten, da sie in Tonbern bas Gewünschte nicht fanden, eine Reise nach Flensburg gemacht, uj ein Paar Armleuchter von künstlerischem Wert^ auszuwählen. ,, , v

- x_, '(Fortsetzung folgt.).