mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Donnerstag, 19. April 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Zoh.Aug.Koch, UniverfitätsMuchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
41. Jahrff.
* Erstes Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 18. April. Der Kaiser ernannte zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika den bisherigen Generalkonsul in Warschau Freiherrn von Rechenberg.
Berlin, 17. April. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wie verlautet, wurde der Botschaftsrat in London, Graf v. Bernstorfs, zum Generalkonsul für Egypten ernannt. Er wird durch den Madrider Botschaftsrat von Stumm ersetzt, dieser durch den zweiten Sekretär der Botschaft in Rom, Legationsrat Frhr. v. d. Lancken, dieser durch den Legationssekretär bet dem Generalkonsulat in Kairo, Legationsrat Graf Wedel.
Berlin, 15. April. Die charakterisierten Majore Frhr. v. Schleinitz, der mit der Wahrnehmung des Geschäfts als Stabsoffizier beauftragt ist, und Johannes, beide in der Schutztruppe von Ostafrika, wurden zu überzähligen Majoren, ferner Oberleutnant Albinus in derselben Schutziruppe zum überzähligen Hauptmann befördert. Aus der Schutztruppe von Südwsstafrika sind ebenfalls einige Personalveränderungen zu verzeichnen. Es wurden befördert Oberstleutnant van Semmern zum Obersten, Major v. Kamptz, Bataillonskommandeur im 2. Feldregiment, v. Estorfs, Kommandeur dieses Regiments, und v. Redern, aggre- fiieit dem Eeneralstabe, zu Oberstleutnants, enter der Assistenzarzt Dr. Frick zum Oberarzt. Oberleutnant Leisner scheidet am 30. April aus der Trupps aus und tritt wieder in das bayerische Heer zurück.
Eisenach, 17. April. Etwa 600 Oberlehrer sind heute zum zweiten Verbandstag des Vereinsverbandes akademisch gebildeter Lehrer Deutschlands hier eingetroffen. Mit dem Oberlehrertag ist eine Lehr- und Lernmittel-Ausstellung für höhere Lehranstalten verbunden. Im „Fürstenhof" . findet heute Abend ein Ve- grügungskommers statt; morgen beginnen die Beratungen.
Turban, 17. April. Zwei Zuluhäuptlinge haben sich geweigert, bei einem Versuch, den aufständischen Häuptling Bambaata gefangen zu nehmen, mitzuwirkcn. Man ist dabei, Verstärkung zu entsenden. Die Sage erregt Besorgnis.
Konstantinopel, 17. April. Am Ostersonntag fand bei Vlachkarissi im Sandschak Serres ein Kampf türkischer Truppen mit einer 46köpfigen Vulgarenbande unter dem Vandenführer Vakal- manoff statt. 31 Komitadschi sind gefallen, die übrigen sind in dem Hause, in welchem sie sich verteidigten und welches durch ihre eigenen Bomben Feuer fing, verbrannt. Auf Seiten der Türken gab es vier Tote und fünf Verwundete.
23 (Nachdruck verboten.),
An der dänischen Grenze.
Roman von Dietrich T h e d e
• - ■ (Fortsetzung.)
„Setzen wir uns," entschied Sven Stür. „Wenn sie was wollen, werden sie sich ja melden. Was, wüßte ich nicht." *
Die Plätze wurden wohl wieder eingenommen, aber die Spannung wich nicht.
Nach ein paar Minuten klingelte die Flurtür. —
Karen ging hinaus und kam bald zurück.
„Vater, Fürs Tofohr will zu Dir."
Sven schritt in das Wohnzimmer, in das Tofohr und sein Begleiter schon von Karen gewiesen worden waren.
Die kleine Gesellschaft drängte nach.
„Ehre, Tofohr," sagte der Stürhofer kalt. .'„Was soll das heißen?"
„Entschuldige die Störung, Stür," entgegnete Fürs, dem die ungewöhnliche Situation >etwas von Deiner sonstigen Ruhe und Sicherheit nahm. ,,^ch komme leider als Gemeindevorsteher." Er holte ein Papier hervor und reichte es dem Stürhofer. „Bitte lies."
• Sven starrte auf die fettgedruckte Ueber- schrift: „Haftbefehl." Und ein paar Zeilen tiefer las er den deutlich geschriebenen Namen: „Jan Steven Kammerich."
i „Den wollen Sie — wegholen?" fragte er .den Gendarm.
Der wies auf den Befehl.
„Ja, weshalb denn?" schrie Stür aufge- »racht.
Tofohr gab eine kurze Erläuterung des Pa- Prers, das zu lesen Sven in der Ueberraschung «chwer wurde.
v „Du erinnerst Dich wohl, Stür, was auf dem Doyerhofe vorgefallen ist —“
Die neue Z^proz. Reichsanleihe und preußische Konsols.
Angesichts des dringenden russischen Geldbedarfs sind die Börsen durch die Tatsache überrascht worden, daß die Finanzverwaltung des Reiches und Preußen beschlosien haben, neue 3y2= prozeutige Anleihen im Betrage von 260 bezw. 300 Millionen Mark an das sogenannte Preußen-Konsortium zu begeben, um diese in beschleunigterem Tempo zur Zeichnung stellen zu lasten. Dieser Beschluß war namentlich insofern überraschend, als man vordem mit einer Realisierung des heimischen Geldbedarfs erst für den Monat Mai gerechnet hatte, nun aber vor der sofortigen Ausführung stand, die anscheinend deshalb erfolgte, um der Abwicklung des großen russischfranzösischen Anleihcgeschäfts, an dem diesmal vornehmlich Frankreich und England beteiligt sein werden, keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten. Im Zusammenhang hiermit wurde die seitens der Bank von England angeordnete Diskontherabsetzung günstig beurteilt, und da man auch bei der Reichsbank für die nächsten Tage einen starken Rückfluß erwarten wollte, so konnte mit einer merklichen Erleichterung des internationalen Geldmarktes wohl gerechnet werden, um so mehr, als die Marokkopolitik nicht mehr in Frage kommt und der Reichskanzler sich im Reichstage in politischer Beziehung in beruhigendem Sinne ausgesprochen hat. Die starke Anspannung des Geldmarktes und der Vorliebe des Privatpublikums für montanindustrielle Dividendenpapiere hat dahin geführt, daß die.erstklassigen deutschen Staatsfonds jahrelang vernachlässigt wurden und zur Zeit relativ niedrig notieren. Wie bekannt, hat das Reich int vorigen Jahre zum ersten Make feit langer Zeit wieder Ol^proz. Stücke ausgegeben, während Preußen 1905 keinen Geldbedarf hatte, den es seit 1900 auf Miquels Initiative regelmäßig zum 3proz. Zinsfüße befriedigte.
In ihrer Sicherheit sind die Anleihen des Deutschen Reiches und Preußens zweifellos von erster Qualität. Trotzdem erscheint es begreiflich, daß in der Preisbemessung die 3proz. französische Rente 10 Proz., die 2j/Zproz. englischen Konsols 2 Proz. höher bezahlt werden wie 3proz. Reichsanleihe und 3proz. Preußen. Noch vor drei Jahrzehnten warfen deutsche Staatspapiere nahezu 5 Prozent ab, ihr jetziger Zinsertrag von 3% Prozent oder etwas weniger ergibt eine starke Höherbewertung; und doch ist das moderne Deutschland noch jung, sein Reichtum an Kapital kann nicht entfernt sich mesten mit dem von Frankreich und England, wo die Anhäufung von Ueberschüsten weit früher begann, während zugleich bei uns die Industrie gerade erst in den letzten Jahrzehnten zu rascher Entwicklung kam, die sehr viel Kapital festlegte.
„Ja — aber — damit hat — der Kammerich zu tun?"
„Es sind gute Gründe vorhanden, die das schließen lasten. Ist der Kammerich noch zu Hause?"
„Das--glaub ich nicht!"
Der Stürhofer wehrte sich gegen die dämmernde Erkenntnis, daß er der Gemeinde mit der Aufnahme des Störenfrieds einen schlechten Dienst erwiesen habe.
„Das glaub.ich nicht!" wiederholte er überlaut. „Wer ist es, der das behauptet?"
Tofohr handelte besonnen.
„Wenn Du mir erlauben willst, Dir das nachher zu erzählen — ich will's gern tun. Ich hab auch noch ein Weiteres für Dich. Und für Dich auch, Jens —"
„Was — für mich?"
„Ja, nachher . . . Also nochmals: Ist Kammerich schon ausgeflogen oder noch im Hause? Du gestattest, Sven, daß ich mich überzeuge. Willst Du vorangehen?"
,Rein, ich rühre keinen Fuß!"
„Ocko, magst Du so freundlich sein?" bat Tofohr.
Ocko schritt voran, riß die Kammertür auf und wies auf das Bett, auf dem Kammerich an- gekleidet schlief.
Der Gendarm tat seine Pflicht.
„Aufstehen!" rief er den Schläfer an und rüttelte ihn derb.
Steven Kammerich reckte sich und blinzelte verschlafen. Langsam richtete er sich auf und starrte auf den Beamten.
„Hi — ji —stotterte er. „Wat — wat — will de?" •-
Der Gemeindevorsteher zeigte ihm den Befehl und las laut vor.
„Sie sind verhaftet," schloß er. „Und ich rate «zhnen: folgen Sie gutwillig." .... -j s_____
Darum werden in England und Frankreich die heimischen Staatsfonds weit mehr als bei uns durch große Einzelvermögen aufgesaugt, sowie durch die weit größeren Summen der mittleren und kleineren Spargelder, in beiden Ländern unterstützt durch staatliche Sparkasten. Dazu kommt, daß in England sehr lange Gewöhnung und billiges Geld die Anlage des Konsols unterstützen, auch in Frankreich die ererbte Bevorzugung der Staatsrente, wobei zugleich die übergroße Einengung des Pariser Marktes wenig anderes Material zur Auswahl läßt. Desten ungeachtet mutz die Haltung des Marktes für die deutschen Staatsanleihen unbefriedigend genannt werden. Es gilt das insbesondere für die 3prozentigen Anleihen. Seit Jahren sind das Reich und Preußen fast regelmäßig an den An- lehensmarkt herangetreten. Immer wieder waren 3proz. Stücke emittiert worden, für die kein rechter Begehr vorhanden war. was dann eine völlige Uebeisältigung des Anlagemarktes mit derartigen Papieren zur Folge hatte, veranlaßt zum Teil durch die Hypothekenbanken, die stets 3y2- und 4prozentige Pfandbriefe zur Zeichnung stellten, für deren Kursregulierung sorgten und im Verein mit den 4proz. Stadtanleihen und 4j/>proz. Jndustrieobligationen dem Staatsfonds eine empfindliche Konkurrenz bereiteten. Noch am 17. April 1903 wurden 290 Millionen Mark 3proz. Reichsanleihe zu 92 Prozent aufgelegt und 471/2fad) gezeichnet, die offizielle Zuteilung konnte nur etwa 2 Prozent betragen und trotzdem kam sehr bald der Marktpreis von damals, 92,50 Prozent, ins Wanken, um seither allmählich mehr als 3 Prozent einzubützen. Daraus folgt für die Käufer wie für das Reich, daß der Begebungspreis von 92 Prozent zu teuer war; er hatte nicht genügend berücksichtigt, daß damals schon die englischen Konsols, wenngleich aus besonderen Gründen, in finkender Tendenz waren, und daß bei uns der Leihwert des Geldes nach seinem Rückschlag wieder eine auffällige Steigerung zeigte, die seither sich fortgesetzt hat. Ueberdies bot sich für die Bank- und Finanzwelt in der Kursbewertung eine zu geringe Marge, wobei noch die hohen Umsatzsteuern inbetracht kamen, die auf diesem Eeschäftsgebiete den Arbitrageverkehr vollständig unterbunden haben.
Neuerdings herrschen in dieser Beziehung in Regierungskreisen andere Ansichten, die zur Einbringung der Stempclsteuernovelle geführt haben, auch fällt ins Gewicht, daß die letzte Kapitalsvermehrung der Seehandlung zum Teil mit der erforderlichen Stützung des Anleihemarktes begründet wurde. Daß unsere Kapitalisten die deutschen Staatsfonds zu Anlagekäufen nicht in dem Maße benutzen, wie es im Interesse der deutschen Staatsanleihen zu wünschen wäre, dürfte darauf zurückzuführen sein, daß in den breiten Schichten des Publikums die erstklastige Qualität der heimischen Anleihen nicht genügend
„Ver--wat?" stammelte er. Er wurde
plötzlich kreideweiß.
Der Gendarm machte kurzen Prozeß, fesselte ihm die Hände auf dem Rücken, stülpte ihm eine über einen Bettpfosten hängende Mütze auf den Kopf und schob ihn vor sich her.
Die übrigen Knechte und Mägde des Stiir- hofs wollten sich nun rasch zum Sonntagsausgang fertig machen und die Kunde kolportieren; noch ehe sie indes ihr Vorhaben ausführen konnten, wurde ihnen von dem Jungbauern die strikte Order überbracht, daß sie alle ohne Ausnahme auf dem Hofe zu bleiben hätten.
Das erbitterte, ohne zum Ungehorsam zu verleiten. Nur zwei der Knechte hetzten, daß man sich das nicht gefallen zu lasten brauche. Es fei Sonntag, und da könnten sie machen, was sie wollten. Sie seien doch keine Sklaven und der Bauer kein Herrgott, und einfach aussperren, das gäbe es nicht. Aber sie blieben doch auch. —
. Jürs Tofohr saß seit Jahren zum ersten Mal wieder auf dem Stürhof. Nur mit Unlust mochte Sven ihn zum Bleiben aufgefordert haben; aber er hatte sich doch bis zu einer mürrischen Einladung an den noch gedeckten Kaffeetisch überwunden, und stumm schänkte Karen auch dem neuen Cast ein.
Dann erzählte Jürs; und auch Sven und die bleiche Karen folgten ihm mit gespannter Aufmerksamkeit — Karen selbstvergesten in sich versunken, aber die dunklen Augen kaum von ihm abwendend.
„Ich sagte schon, daß mich noch ein Zweites herführt," begann Tofohr. „Aber davon nach, her, wenn ich soweit bin, daß das zu verstehen
„3>a, einen Augenblick," unterbrach Jens vorzertig, — „hängt denn das auch mit— na, wie soll ich mich ausdrücken — mit — mit dem Fall zusammen?"
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gewürdigt wird. Durch die geplante Finanz- reform wird eine Bestergestaltung der deutsche« Finanzen unter Schaffung erhöhter Einnahme- quellen behufs Deckung des Defizits und möglichster Aufnahme der Schuldentilgung ange« strebt, was für die Anleihe des Reichs eine noch erhöhte Sicherung bedeuten wird.
Courrieres.
Lens, 17. April. Diese Nacht verlief im Kohlengebiet ziemlich erregt. Verschiedene Personen, die die Freiheit der Arbeit verhindern wollten, wurden verhaftet. Zahlreiche Posten von Gendarmen und Soldaten bewachen die Einfahrten der Schächte. Aus Maries wird gemeldet, daß dort die Arbeit in sehr starkem Matze wieder ausgenommen worden ist.
Lens, 17. April. An der Kirche von Mon- tigny en Echelle explodierte eine Dynamitpatrone, die in dasselbe Loch hineingelegt worden war, wo kürzlich bei der ersten Explosion die Patrone lag. Sie hat auch diesmal nur Materialschaden angerichtet.
Lens, 17. April. Rogier, der Syndikatssekretär der Sektion Avion, wurde in Noeux les Mines verhaftet, weil er zu Gewalttätigkeiten aufreizte. Sechs andere Verhaftungen wurden in Lens und Lievin wegen tätlicher Beleidigung der Gendarmerie vorgenommen. — Heute Vormittag wurden in Billy-Montigny sechs Leichen geborgen, von denen zwei rekognosziert wurden. Das Rekognoszieren ist jedoch sehr schwierig, da die Gesichter von Mäusen zernagt waren, die in den Gruben die Leichen völlig bedeckten. Zwanzig Leichen, die fast völlig unkenntlich waren, wurden heute früh in Sallaumines geborgen.
Lievin bei Courrieres, 17. April. Heute Vormittag und Nachmittag kam es zu Zusammenstößen zwischen den Ausständigen und dem Militär. Die Ausständigen schleuderten Steine und Glasscherben gegen die Dragoner und Gendarmen, die Verhaftungen vorgenommen hatten. Ein Offizier wurde am Kopf von einem Stein getroffen und bewußtlos vom Platze getragen. Zwei Soldaten wurden erheblich und mehrere andere leicht verletzt.
Deutsches Reich.
Berlin, 18. April.
— Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern Dienstag Morgen mit der Kaiserin und den Prinzen Oskar und Joachim einen Spazierritt im Tiergarten. Später empfing der Kaiser in Gegenwart des Chefs des Zivilkabinetts und des Geh. Oberbaurats v. Ihne im Sternsaal des Schlostes mehrere Bildhauer und hierauf den niederländischen Gesandten Baron von Cevers. Hierauf hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Storni«
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„Davon später," wiederholte Tofohr. „Dah eine Verbindung da ist, das kann ich ja verraten das Wie--na, später. Also Behrend
hatte schon damals seinen Argwohn nach einer gewisten Richtung. Er behielt ihn aber für sich und machte sich erst daran, vorsichtig Stein um Stein zu einem Veweisbau, wenn ich so sagen darf, zusammenzutragen. Das glückte ihm. Er ist ja belesener als wir und hat einen Bücherschatz. Darin schlug er nach und fand bei dem Giftzeug — den Namen hab ich nicht behalte« — auch angegeben, wozu und von wem das verwendet wird. Der, den er im Verdacht hatte, hätte es selbst in keiner Apotheke oder sonstwo erhalten; er tonte dazu nur auf Umwegen gekommen fein. Und da gab das Buch einen Fingerzeig. Vergolder und Versilberer brauchten es danach, und Photographen, Chemiker, Aerzte. Vielleicht auch noch andere. Nun sah sich Behrend die Verwandtschaft von dem Gewisten an — na, umständlich mags gewesen sein, aber ich kanns für uns wohl auslasten. Genug, es ging so. Er entdeckte einen Bruder des Verdächtigen; der wohnte int Lügumkloster und war — ein Photograph. Keiner — wie zum Beispiel die in Tondern oder Flensburg — sondern so'« kleiner, der mit seiner Bude zu den Jahrmärkten im Echleswigschen herumzog. Der brauchte das Zeug auch, zum Fixieren seiner Blechplatten, und grade der mehr als sonst ein richtiger Photograph. Und nun reihte sich ei« Glied der Kette rasch ans andere. Der Verdächtige war in Lügumkloster bekannt, und i« einer Wirtschaft hatte er unter Gesinnungsgenossen schon öfter auf den Bauern vom Hoyer- Hof geschimpft und allerlei Drohungen gegen ihn ausgestoßen. Und grad an dem Abend, an dem das auf dem Hoyerhof passierte, war er auch dagewesen, hatte feinen Bruder erwartet, und war dann mit ihm fortgegangen —*
(Fortsetzung folgt.}