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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Ang. Koch, UmversitätS-BuchDruckerei 41. ^afira.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55. M
Marburg
Mittwoch 18. April 1906.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Allustrirtes SonniaaSblatt.
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Neueste Telegramme.
Berlin, 15. April. Die „Kreuzztg." dementiert die Meldung des „Daily Telegraph", daß der hiesige russische Botschafter Graf Osten- Sacken durch den russischen Gesandten in Kopenhagen v. Iswolsky in Bälde ersetzt werde. Von einem nahen Rücktritt des Grafen Osten-Sacken ei auf der hiesigen Botschaft nichts bekannt, ge- chweige denn von der Ernennung eines Nach- olgers.
Wien, 15. April. Kaiser Wilhelm hat an den Minister des Aeußeren Grafen Eoluchowski folgendes Telegramm gerichtet:
„In dem Augenblicke, da ich mit Genehmigung Ihres allergnädigsten Herrn dem Grafen Welferheimb das Erotzkreuz des Roten Adlerordens übersende zum Danke für seine erfolgreichen Bemühungen in Algeciras, drängt es mich, Ihnen von Herzen aufrichtigen Dank zu sagen für Ihre unerschütterliche Unterstützung meines Vertreters; eine schöne Tat des treuen Bundesgenossen. Sie haben sich als brillanter Sekundant auf der Mensur erwiesen und können gleichen Dienstes im gleichen Falle auch von mir gewiß sein.
Wilhelm I. R."
Haag, 15. April. Nunmehr ist sicher, daß die turnte Friedens-Konferenz nicht im nächsten Sommer zusammentritt.
Paris, 15. April. Nach Meldungen hiesiger Blätter soll König Eduard von England beabsichtigen, nach dem Zusammentritt der Duma, etwa im Juni, dem Zaren einen offiziellen Besuch abzustatten.
Belgrad, 15. April. Wie das „Amtsblatt" meldet, ist General Atanatzkowitsch auf sein eigenes Ansuchen pensioniert worden. Man erblickt in der Pensionierung den Anfang für die glückliche Lösung der Verschwörerfrage.
Christiania, 15. April. Der deutsche Kaiser ernannte den früheren Kolonialdirektor Dr. Stübel zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Christiania.
London, 15. April. Die „Tribüne" meldet aus Peking vom 13. d. M.: Der Befehlshaber der britischen Truppen, General Ventris, und der älteste Ingenieur, Blair, begaben sich nach Weihaiwei, angeblich um das dortige Chinesenregiment aufzulösen, in Wirklichkeit aber, wie angenommen werden darf, um den Hafen an China zurückzugeben.
London, 15. April. Hier wird behauptet, daß der zeitweilige Rücktritt Castros auf Betreiben Roosevelts erfolgt sei. Dieser habe damit ein gewaltsames Vorgehen Frankreichs gegen Venezuela verhindern wollen. Der Vizepräsident Gomez gilt als ein maßvoller Politiker und soll einem Vergleiche nicht abgeneigt sein.
22 (Nachdruck verboten.)
An der dänischen Grenze.
Roman von Dietrich Theben.
(Fortsetzung.)
Er siebte das Futter mit den Fingern, fand aber in der ersten nichts Verdächtiges. In der zweiten ein paar Stücke Brot.
„Aha!"
Der Tierarzt begab sich in den Lichtkreis des Fensters der Futterkammer und prüfte den Fund genau. Das Stück war mit einem scharfen Messer geschnitten und von den Pferden, wie die unverletzten Kanten bewiesen, nicht berührt worden. Bei genauerer Prüfung stellte sich heraus, daß es aus zwei Schnitten zusammengesetzt war, deren Flächen durch eine klebrige Masse verbunden waren. Der Tierarzt roch daran, bat sich einen Holzspan aus, suchte eine Stelle von der süßlichen Klebmasse freizulegen und forschte abermals.
„Geben Sie mir ein Glas, Behrend," forderte er.
Er legte, als das Gewünschte zur Stelle war, das Brot hinein und durchsuchte nochmals die Krippen. Dabei entdeckte er noch ein zweites Stück an dem sich rund herum Hafer und Häcksel festgesetzt hatten. Er legte es gleichfalls auseinander und fand den Klebstoff wie bei dem ersten. Auch das neue Stück wanderte, wieder aufeinander gepreßt, in den gläsernen Behälter.
Weiteres Suchen blieh umsonst.
„Lassen Sie die Tiere bis morgen liegen," ersuchte er den Bauern. „Ich komme — so gegen Zehn — herüber. Tcha, und was meine Weisheit ist, was ich mir so zusammenreime? Tcha, da hat eilt Musjöh seins Hand im Spiele gehabt, der recht genau wußte, was er vorhatte. Der fein Mittel — hm — und auch die Pferde kannte. Das Mite! — ich schließe auf Kaliumcyanid, nach dem leichten Bittermandelgeruch, der noch vorhanden ist —“
Die „schwarze Gefahr*.
Das schwarze Gespenst hat in den letzten Wochen an Englands Tore geklopft und deutlich gezeigt, daß die Weißen den Farbigen gegenüber Zusammenhalten sollten. Wie wir Deutsche in Südwestafrika einen Eingeborenenaufstand haben, so drohte ein solcher auch in Englisch- Südafrika. In letzter Stunde noch gelang es, den glimmenden Funken auszutreten und die 12 schwarzenRädelsführer unschädlich zu machen. Schon längst gärt es im ganzen südlichen Afrika gegen die Weißen, die in verschwindender Minderheit sind und beim Mangel an Vorsicht und Handinhandgehen eines Tages sicherlich von einer großen „äthiopischen Bewegung" hinweggefegt werden. Die jetzigen Vorgänge in Natal interessieren darum alle kolonisierenden Staaten. Denn es handelt sich um einen kommenden Rassepkampf, der mit äußerster Erbitterung geführt werden wird, weil die Unterschiede zwischen Weißen und Schwarzen nie ausgeglichen werden können und weil letztere die erdrückende Mehrheit haben. Bis jetzt haben die englischen Behörden in Südafrika die Eingeborenen in strenger Abhängigkeit gehalten, was um so notwendiger ist, als die Europäer ja gleichsam nur den dünnen Kulturfirnis bilden, der über die Masse der Schwarzen gezogen ist und sie zu durchdringen sich bemüht. 580 000 Weißen stehen zum Beispiel in der Kapkolonie 1825 000 Farbige gegenüber und in Transval finden wir dasselbe Verhältnis von 1:3 (300 000 gegen 1030 000). In Natal bilden die Weißen nur eine verschwindende Minderheit: 48 000 gegen gegen 543 000. Nun hat die frühere englische Tory-Neqierung den schweren Fehler begangen, als sie der Buren nicht Herr werden konnte, die Eingeborenen aufzurufen und ihnen für ihre Hilfe politische und wirtschaftliche Versprechungen zu machen. Seit jener Zeit sieht der Neger in dem Weißen nicht mehr den Herrn, sondern einen Mann, der seiner bedarf und ihm gleich steht. Solange die Eingeborenen ihr neugewonnenes Selbstgefühl nur gegen die Buren betätigten, war man in London hiermit einverstanden, als jedoch in Natal die Flamme des Aufruhrs emporloderte und die gefürchteten Zuluneger mit Empörung drohten, erkannte man, daß man auf dem betretenen Wege um- kehren müsse.
Courrtsres.
Lens, 15. April. Diejenigen Bergarbeiterdelegierten und Mitglieder der Untersuchungskommission, die sich geweigert hatten, den im Namen der Kommission von Adolph Carnot überreichten Bericht über die Ursachen des Grubenunglückes von Courrieres zu unterzeichnen, verfaßten einen Eegenbericht, der heute von dem Blatte „Reveil du Nord" veröffentlicht wird und dem Minister Barthon unterbreitet werden
„Wie?" fiel Behrend ein, „und den hätten die Pferde nicht herausgeschnüffelt?"
Der Dicke lächelte.
„Hätten sie wohl — aber haben sie nicht, weil der zweibeinige Täter eben klüger war als seine vierbeinigen Opfer. Die feine Nase der Gäule war ihm nichts neues, und weil er fürchten mutzte, daß sie nicht bloß den bitteren Nuh- geruch, sondern auch die frische Zitronensäure wittern würden, in der er sein Mittelchen löste — ja, da hat er eine gute Schicht Honig darüber gestrichen, na, und das Verdächtige damit gewissermaßen „gebunden". Der Honiggeruch ist ja auch ziemlich ausgeprägt und hat wohl überwogen, dann aber nicht bloß gestört, sondern gerade überwogen. Nach allem Süßen sind die dummen Vieher ja verrückt. Hatten sie aber die Brocken erst einmal eingeschluckt, da war der beabsichtigte Zweck auch in einigen Minuten erreicht, wahrscheinlich sogar momentan. Jede Hilfe war ausgeschlossen, und der Täter hat vermutlich den Erfolg ohne Aufenthalt beobachten können. . . . So, lieber Behrend, und nun lassen Sie mein Tagewerk für heute zu Ende sein. „Es gibt nur einen Strumpf, und das ist der Fußlappen"; es gibt nur einen Ruhetag für gewöhnliche Menschenkinder, ist meine Redensart, und das ist der Sonntag . . .“
9. Kapitel.
Auf dem Stürhofe war wieder der feierliche Sonntagsbesuch, aber diesmal Jens Frederiksen zunächst allein.
Es war Mittag vorüber und Wiebke wollte mit^der Schwägerin später nachkommen.
Jens saß dem Bräutigam und dem alten Stur am großen, runden Tische gegenüber und hatte gleich Ocko einen Bogen weißen Papiers vor sich liegen. Sie berieten die Hochzeit.
„Also über den Tag wären wir einig. Sonntag, den sechszehnten März," sagte Jens Fre- berufen. „Ich werde den Hof hochzeitlich her- xtchten, daß Du zufrieden bist, Sven, Unh ig
soll. In dem Gegenbericht wird Beschwerde darüber geführt, daß man an dem auf die Katastrophe folgenden Tage nicht die Delegierten der Bergarbeiter zugezogen und nicht gemäß dem Vorschläge des Präsidenten der Abordnung der Grubenbesitzer Reumeaux die den Schacht 3 absperrenden Holzverkleidungen niedergerissen hat, was die Grube schädigen konnte. Der Eegenbericht erklärt schließlich, daß die Erubengesell- schaft in Courrieres sich die ernsteste Verantwortung aufgeladen hat dadurch, daß sie Schacht 3 versperren ließ und daß sie ferner vorzeitig die Nettungsarbeiten aufgab und die Lüftung unterließ. Die Furcht, das Leben der Rettungsmannschaften auf das Spiel zu setzen, sei keine genügende Entschuldigung mit Rücksicht auf die Vollkommenheit der Rettungsapparate.
Lens, 15. April. Aus den Grubenbezirken von Drocourt und Lens werden verschiedene Dynamitanschläge gemeldet, die aber nur Materialschaden verursacht haben. Weitere Truppenverstärkungen sind eingetroffen.
DerMrS Reich.
Berlin, 17. April.
— Seine Majestät der Kaiser besuchte am Ostersonntag den Gottesdienst in der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche, ritt im Tiergarten spazieren und hörte später die Vorträge des Stellvertreters des Chefs des Marine-Kabinetts und des Chefs der Armee.
— Dem Reichskanzler geht es nach wie vor recht gut; weder subjektive noch objektive Krank- heitserscheinungen sind bemerkbar. Die Schonung, die er sich noch auferlegen mutz, ist lediglich eine Vorsichtsmaßregel.
— Parlamentarische Studienreisen nach den Kolonien werden in diesem Jahre nicht weniger als drei unternommen, und zwar beteiligen sich jetzt auch die Herren vom Zentrum daran. Die Reise nach Kiautschou mit einem Abstecher nach Japan machen 10 Abgeordnete mit, darunter 4 nationalliberale (Dr. Värwinkel, Dr. Becker, Dr. Lucas und Dr. Wallau). Nach Ostafrika fahren 12 Abgeordnete und für Eüd- westafrika haben sich 16 Abgeordnete gemeldet. Für nächstes Jahr ist eine Reise nach Neu- Guinea geplant.
— Einem Berliner Blatte gehen „aus einer (tuten Quelle, die augenscheinlich über die Verhältnisse orientiert ist", Mitteilungen zu, die sich auf eine angebliche Wiedervermählung des Königs Friedrich August von Sachsen beziehen. Der König strebe mit aller Macht beim Vatikan die kirchliche Auflösung seiner Ehe mit der Gräfin Montignoso an, um eine neue Ehe schließen zu können. Der angebliche Stand der Dinge ist der, daß die Propaganda die Ungiltigkeitser- klärung der Ehe beim Papst empfohlen haben würde, wenn die Gräfin Montignoso zu einer geeigneten Erklärung zu bewegen wäre, daß die Angaben wahr feien, die sie nach ihrer Flucht
Keller und Küche ist Vorrat genug. Schlag die Brautführer vor, Ocko."
Der junge Stür nannte die übrigens schon vorher besprochenen Namen, und die Liste fand Annahme.
Unter den Brautführern befand sich natürlich Karen.
Wer soll ihr Partner fein?"
„Behrend," hätte Ocko rufen mögen. Sven Stür schlug einen der jungen Jebsen vor und stieß auf keinen Widerspruch.
Ocko ging hinaus und fragte die Schwester. Sie sagte nur: „Ja, Ocko."
Dann kamen die Gäste an die Reihe. Die Verwandschaft bildete eine lange Liste.
„Weiter?" fragte Jens und nickte Ocko heimlich zu.
„Martin Behrend," schlug der Bräutigam vor.
Sven Stür fuhr auf und sah die beiden Jüngeren groß an.
„Muß das sein?" stieß er aus.
„Ich bitte Dich darum, Vater."
Der Alre atmete schwer.
»Das ist eine — Zumutung--! Aeh —
wohin man tritt, da — steht der . . . Aber Du rüstest her, Jens, und auf Deinem Hof — habe ich nichts zu befehlen. Du — bist wohl für ihn?"
Jens stand dem zukünftigen Schwager bei.
„Du tust uns einen Gefallen, Sven," erklärt er einfach. „Tofohr, meinen Verwandten, mit — denn wir sehen ihn gern."
»Ich nicht," betonte Sven Stür schroff.
«Das brauchst Du nicht," redete Frederiksen zu. „Behrend wird sich von Dir fernhalten, und ich werde auch seinen Platz an der Tafel so aussuchen, daß Du ihn nicht weiter zu bemerken brauchst."
In dem Alten gährte es noch heftig.
„Das sage ich Dir im voraus," sprudelte er, „kommt er mir zu nahe — versucht er es — ich hab dann — ich bin dann überflüsfiigl Kein
aus Dresden mündlich vor Zeugen und schliff lich in zwei Briefen gemacht haben soll, nämlich, daß sie seinerzeit unter Drohung ihrer Eltern zur Ehe mit dem damaligen Kronprinzen von Sachsen gezwungen worden sei, und daß sie sich damals in einer Art „traumhaften Zustandes" befunden habe und freiwillig nicht die Ehe eingegangen fei. Zu einer solchen Erklärung aber sei die Gräfin nicht zu bewegen. Sie soll sich direkt und durch Vermittlung geistlicher Würdenträger an den Papst gewandt habe«, daß er nicht die kirchliche Lösung ihrer Ehe aussprechen möge. Demselben Blatte zufolge soll man im Vatikan den „Wünschen des Königs nicht mehr so schroff gegenüberstehen als früher." Gräfin Montignoso zeigt sich natürlich aus reiner Schikane den Wünschen des Königs nicht entgegenkommend. Sie hat ja ohnedies nichts mehr zu verlieren.
Der Ausbruch des Vesuvs.
Neapel, 14. April. Die letzte Nacht ist ohne besondere Erscheinung verlaufen. Der Aschenregen hat hier und in den Nachbargemeinden aufgehört. Die Stadt nimmt wieder ihr normales Aussehen an. Heute Nachmittag soll der Betrieb der Vesuvringbahn bei Ottajano wieder aufgenommen werden.
Torre Annunciata, 14. April. Am Vormittag ging ein großer Aschenregen über San Giuseppe und Ottajano nieder, der vier Zentimeter Höhe erreichte.
Neapel, 14. April. Der König und die K» nigtn sind, von der Bevölkerung lebhaft begrüßt heute Vormittag nach Rom zurückgereist.
Rom, 14. April. Der russische Ministerpräsident Graf Witte übermittelte dem italienischen Ministerpräsidenten Sonnino telegraphisch die aufrichtige Teilnahme der russischen Regierung wegen der durch die Ausbrüche des Vesuvs her- beigeführten Katastrophen.
Straßburg, 14. April. Im Auftrage der Direktion der kaiserlichen Hauptstation für Erdbebenforschung in Straßburg begibt sich Professor Rudolph nach Neapel, um die vulkanischen Vorgänge am Vesuv und die Beziehungen zwischen dem Vulkanismus und den Erdbeben zu studieren. Professor Rudolph wird mit einem hochempfindlichen, optisch registrierenden Horizontalpendel, das die Firma I. u. A. Bosch in Straßburg zur Verfügung gestellt hat, beobachten. Das Auswärtige Amt hat das Generalkonsulat in Neapel amtlich von dem Professor Rudolph erteilten Auftrage benachrichtigt und ihm die Förderung seiner Bestrebungen anempfohlen. Die italienischen Vulkanologen Morcalli und Mat- teucci und der Direktor der geodynamischen Zentralanstalt in Rom, Prof. Palazzo, haben ihre Unterstützung zugcsagt.
Wort will ich von ihm — und keinen Gruß. Er ist Luft für mich. Also. . Weiter . . ."
Die Liste wuchs noch an. Der Stürhofer gab seine Zustimmung in verbissenem Schweigen.
Wie ein Sonnenschein kam Wiebke in di« Stube, mit Licht und Freude. Ihre Herzenswärme taute auch den Alten auf. verwischte di« Furchen des Grolles auf seiner Stirn und lockt« eine Milde um den harten Mund.
Karen deckte den Kaffeetisch in der guten Stube und rief die Gäste herein. Sie flüsterte ein paar Augenblicke abseits mit der rosig blühenden Braut, fühlte sich schwesterlich angezogen von dem reinen, jungen Wesen und bediente am Tische dann doch wieder eigen still und wunschlos.
Mitten in der Unterhaltung stand Sven Stür auf, trat ans Fenster und spähte hinaus. Ein Rus entfuhr ihm und ließ auch die anderen aufmerksam werden.
Frederiksen trat neben ihn und gewahrte gleichfalls überrascht, auf dem schneebedeckten Fußwege zwei männliche Gestalten, die ein« Abzweigung des Weges schon einige hundert Schritte hinter sich und darum offenbar de« Stürhof zum Ziele hatten. Die eine der Personen trug Zivil, die andere Uniform. Ei« Blitzen ging von den Knöpfen und der Pickelhaube aus.
,Aer Gendarm?" warf Frederitsen halb fragend hin. „Ja, kann der zu Dir wollen, Sven? Und ausgesucht am Sonntag? Und der Zweit« — wer ist denn bet?"
Auch Ocko und die anderen kamen hinzu.
Die Gestalt des Zivilisten schien ihm be. kannt.
„Ist das nicht--aber ja doch: das ist
Jürs Tofohr!" rief er aus.
„Tofohr? Mit dem da? Ja, kommen den« die etwa beide nach Abrede? Vielleicht gar — amtlich?" fragte Jens in die allgemein Neugier.
'(Fortsetzung folgt.).