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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SonntagsbeUaaer SonitfiMSWiitt.

Jto 87

BierteljLhrlicher Bezugspreis, bei oer ExpLitiou 2 3RL, bei allen Postämtern 2,25 Mc. kqci. Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespatteneZelle ober ocren Raum 10Pfg.

Neclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Freitag 13. April 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmvrrsMS-Buchdruckerä 41. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Zweites Blatt.

Neueste Telegramme.

Berlin, 11. April. Bei der Mittagstafel auf Schloß Bellevue, zu der Staatssekretär von Lfchirfchky und Gemahlin geladen waren, über­reichte der Kaiser dem Staatssekretär den Kro- nonorden 1. Klasse.

Posen, 11. April. Der bekannte polnische Eüteragent Martin Biedermann zeigt in Dziennik Poznamski" an, er habe bis jetzt 100 000 Morgen aus deutschen Händen ange­kauft und keinen Morgen Land an Deutschs wieder verkauft, nur an Polen. (Für die An­siedelungskommission ist diese Prahlerei beson­ders unerfreulich.)

Paris, 11. April. Die Briefträger des Post­amts für Drucksachen sind in den Ausstand ge­treten. 650 von 800 verließen heute morgen plötzlich das Postamt in der Rue du Louvre und stellten Forderungen auf Erhöhung der Bezüge.

Bordeaux, 10. April. Der Anatomen-Kon- greß wurde heute geschlossen. Bei dem heute abend stattgehabten Bankett brachte Professor Waldeyer (Berlin) einen Trinkspruch aus, in welchem er für den herzlichen Empfang in Bor­deaux dankte. Für die durch das Grubenunglück in Courrieres Betroffenen wurde ein Samm­lung veranstaltet.

Petersburg, 11. April. Rach Mitteilungen aus amtlicher Quelle entbehren alle Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt des Grafen Witte jeder Begründung.

Kairo, 11. April. Zwischen den Regierungen des Sudan und des unabhängigen Kongostaates wurde soeben ein vorläufiges Uebereinkommen abgeschlossen. Rach dem Uebereinkommen ver­steht sich der Kongostaat zur Räumung der süd­lich vom 5. Er. n. Br. und nördlich von der Wasserscheide der Wasserbecken des Kongo und Nil gelegenen Punkte, die er seit dem Abschluß des von dem belgischen Major Lemaire, als Vertreter der Kongoregierung, und vom Gou­verneur von Bahr- el-Ehazal, Major Boulnois, als Vertreter Englands im März 1905 herbei- tzeführten Modus vivendi innehat. Das lleber- einkommen besagt, daß die streitigen Gebiete vorläufig durch sudanesische Beamte verwaltet werden sollen. Andererseits werden die seit Mehreren Monaten bestehenden Beschränkun,"« der Nilschiffahrt, nach denen es den Dampfern Nicht gestattet war, an den belgischen Stationen dnzulegen, abgeschafft und die Verbindung mit den am Laufe des Nil gelegenen belgischen Sta­tionen wiederhergestellt.

Tientsin, 11. April. Die Japaner ziehen sich nicht zurück, sondern lösen in Tschili die Be­satzung am 16. April in gleicher Stärke ab. Der Stab bleibt.

(Nachdruck verboten.);

Der Frühling siegt.

Ostergeschichte von Marie Stahl.

Was tut ein Mensch, der sich unsterblich ^kompromittiert hat?"

j Die Schreiberin dieser Frage machte hier eine Pause in dem Brief an die beste und ein­zigste Herzensfreundin und knabberte eine Weile am Halter. Dann schrieb sie mit fliegender Feder weiter.

Ich muß Dir ein Bekenntnis machen, denn ich kann die Last meines Geheimnisses nicht allein tragen. Ich bin in einer entsetzlichen Lags.

Am ersten Ostertag zum Diner erwarten wir Rombachs mit ihrem einzigen Filius Otto, Erbe der berühmten Firma Rombach und Hege- mayer, Fabrik für ätherische Oele und Essenzen. Der alte Rombach ist ein Jugendfreund von Papa und Otto ist kürzlich von längerem Aus- 'enthalt im Auslande heimgekehrt. Natürlich steckt ein Komplott dahinter. Die Eltern tun Harmlos, behandeln den Besuch ganz en baga- telle, was niemals der Fall sein würde, wenn fle sich nicht absichtlich verstellten. Ich ahne ein geheimes Einverständnis zwischen dem Millio­när Rombach und meinem Herrn Papa, der nicht Allzu reich gesegnet ist mit Schätzen, die Rost und Motten fressen. In beliebter und oft geübter Meise wollen sie alten Adel und moderne Ka­pitalien vereinigen.

J Offen will ich Dir bekennen, daß ich bis vor .kurzem, bis gestern Nachmittag, nichts gegen dieses Komplott der Jugendfreunde einzuwen­den hatte, und mit Fassung dem Antrsidn dieses

Japans wirtschaftliche Entwick ung.

Mit aller Kraft arbeitet Japan an der Ent­wicklung seiner überseeischen Bczichnngen. Nach Mitteilungen, die der amerikanische General­konsul Miller in Pokohama nach Washington hat gelangen lassen, beabsichtigt die japanische Schiffahrts-Vereinigung in allernächster Zeit, den Verkehr auf mehreren, für den japanischen Außenverkehr besonders wichtigen Handels­straßen zu eröffnen. Die Vereinigung verfügt über 132 Segelschiffe mit 284000 Tonnen Raum­gehalt und rund 40 Millionen Mark Kapital. Ein regelmäßiger Dampferdienst soll zunächst für Verbindungen zwischen Japan, Korea, China und Wladiwostok in Aussicht genommen sein. Späterhin sollen acht Dampfer auf der Route Pokohama-Manila (Philippinen) und ebenfalls acht Dampfer auf einer neu zu begrün­denden Japan-China-Jndien-Route eingestellt werden. Vielleicht entbehrt das letztere Pro­jekt nicht des politischen Hintergrundes. Japan hat sich noch vor dem Friedensfchluß von Ports­mouth zu einer Erneuerung und Erweiterung des Bündnisses mit England bereit finden lassen und hat seinerseits gewisse weitgehende Garantien für die Unantastbarkeit der Stellung Englands in Indien und Zentralasien über­nommen. In den kommerziellen Kreisen des Landes scheint man der Ansicht zu sein, daß die übernommenen Verpflichtungen vorteilhaft mit den wirtschaftlichen Interessen des japanischen Volkes in Verbindung gebracht werden können. Für die großen britischen Exportfirmen dürfte es nicht besonders gerade angenehm sein, die javanischen Konkurrenten in den indischen Häfen erscheinen zu sehen. Aber auch Deutsch­land, dessen Handel mit Indien in den letzten Jahren sich in glücklichster Weise entwickelt hat, wird von der Verwirklichung der erwähnten Pläne gewiß nicht unberührt bleiben.

Auch auf europäische Länder erstrecken sich die wirtschaftlichen Absichten und Hoffnungen der asiatischen Großmacht. Es kann nicht ausblei­ben, daß die enge politische Gemeinschaft zwi­schen den beiden ersten Seemächten in der Zahl und Bedeutung der wechselseitigen Handelsbe­ziehungen immer mehr zum Ausdruck kommt. Und Rußland, das jetzt von England umworben wird, während es selbst die japanische Freund­schaft sucht, sieht sich durch seine natürlichen In­teressen im fernen Osten auf den Handelsver­kehr mit Japan angewiesen. Dazu ist neuer­dings als Dritter im Bunde Belgien getreten, das an Eisenbahn- und Bergwerksunterneh­mungen in China stark interessiert ist. Am 14. Februar d. Js. hat sich unter dem Ramen bel­gisch-japanische Studiengesellschaft in Brüssel eine Vereinigung gebildet, die sich die Aufgabe stellt, auf eine möglichst schnelle und vollkom­mene Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehun­gen zwischen Belgien und Japan hinzuarbeiten. Das Ehrenpräsidium dieser Gesellschaft hat der japanische Minister Kato übernommen. In der Eröffnungssitzung erklärte, was besonders be­merkt zu werden verdient, der in Vertretung des Ministers der Auswärtigen Angelegenhei­

unbekannten, industriellen Oel- und Essenzen- Otto entgegensah.

Que voulez-vous? Ich bin zwanzig Jahre alt und kenne die Welt, unsere Welt. Don mei­nen Tänzern auf unseren Kasinobällen heiratet mich keiner, obgleich sie mir alle der Reihe nach den Hof gemacht haben. Trotzdem ich nun schon zwei Winter Ballkönigin war und meinen Stammbaum auf die Ritter der Kreuzzüge zu- rückdatiere, blieb ich sitzen und mußte mit an­sehen, wie die dicke Ella Müller den Leutnant von Helmer und die sommersproßige Inga Hochheim den Assessor Freiherrn von Büler heiratete. Ich glaube, auf fünf Hochzeiten habe ich getanzt, ohne mit meinen Brautführern über konventionelle Courmacherei hinwegzukom­men. Da kam ich mir nachgerade wie eine Kost­barkeit in einem Glaskasten vor, die zur all­gemeinen Bewunderung ausgestellt wird, aber sonst unnütz ist. Hälft du das etwa für ein Vergnügen?

Ach Trude, gestern habe ich zum ersten Mal die Wände meines Glaskastens zerschlagen? Und Ostern kommt Otto Rombach! Höre nur?

Mama schickte mich in die Stadt, um Ein­käufe zum Fest zu machen. Die arme Mama hatte Migräne, so fuhr ich allein. Beim Kon­ditor kaufte ich Ostereier für meine Geschwister, natürlich billige Zucker- und Schokoladeneier. Dort saß ein Herr bei einer Tasse Kaffee und las die Zeitung.

Eine Zeit lang saß ich ihm bei einer Tasse Schokolade gegenüber.

Merkwürdig! Ich erschrak, als ich ihn sah. Und geistreicher Weise dachte ich: das ist ja ein solcher Man«, wie es eigentlich g« keinen gibt.

ten Favereau erschienene Generaldirektor der Konsulate, Capelle, daß die belgische Regierung die Studicngesellschaft als Bundesgenossen bei ihren Bemühungen um wertvolle kommerzielle Beziehungen zu Belgien willkommen heiße und daß die Studiengesellschaft ihrerseits auf die dauernde Hilfe und Unterstützung seitens des Ministeriums für das Auswärtige Amt rechnen dürfe. Den Vorsitz in der Gesellschaft hat Baron Moreau d'Andoy, früher Minister der auswär­tigen Angelegenheiten, gegenwärtig Direktor der Nationalbank, übernommen. Vizepräsi­denten sind die Herren Braffort und Dejardin, die leitende Stellen in den Ministerien für Landwirtschaft und für Gewerbe und Arbeit bekleiden. So geleitet und so unterstützt wird die belgisch-japanische Studiengesellschaft ohne Zweifel dem Außenhandel beider Länder wert­volle Dienste leisten können.

Deutsch:? Reich.

Berlin, 12. April.

Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern vormittag zusammen mit der Kaiserin einen Spaziergang im Tiergarten, hörte sodann im Schloß den Vortrag des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts und begab sich um liy3 Uhr in Begleitung der Kaiserin nach der Technischen Hochschule in Charlottenburg, um hier den Vortrag des Professors Slaby zu hören.

Dem Reichskanzler Fürsten Bülow, dessen Kräftigung so weit vorgeschritten ist, daß er die Dienstgeschäfte übernehmen möchte, ist vom Ge­heimrat von Renvers noch Bettruhe verordnet. Obwohl der behandlende Arzt erklärt, der Kanzler könne, ohne Schaden an seiner Gesund­heit zu nehmen, aufstehen und bei dem präch­tigen Wetter kurze Spaziergänge im Park un­ternehmen, bleibt er dennoch bei seiner Verord­nung, weil er mit Recht befürchtet, der Fürst werde sofort viele Dienstangelegenheiten, die ihn beschäftigen, erledigen. Von den hiermit verbundenen Anstrengungen wünscht Geheimrat von Renvers den Kanzler noch einige Tage zu­rückzuhalten.

Die diesjährigen Kaisermanöver werden sich, wie aus wohlunterrichteten militärischen Kreisen berichtet wird, in der Hauptsache im südliche^ Teile des Regierungsbezirks Liegnitz abspiclen. Es gilt jetzt als sicher, daß Prinz Leopold von Bayern, der Inspekteur der 4. Ar­mee-Inspektion, die Nordarmee übernehmen wird, die sich aus dem 3., 5. Korps und ein­zelnen Truppenteilen der Garde zusammensetzen soll. Gleichzeitig wird für diese Armee ein be­sonderer Stab mit einem Oberquartiermeister an der Spitze gebildet werden. Die Einteilung dieser Armee erfolgt in zwei Korps zu zwei kriegsstarken Divisionen, während die aus dem 6. Korps und sächsischen Truppen gebildete Süd­armee im ganzen drei Divisionen unter General

Ein Mann, bei dem man vergißt, was und wer er ist und selbst nicht ein Mal danach fragen würde, ob er wenigstens Reserveleutnant ist. Es ist alles völlig gleichgiltig, jeder Zoll an ihm ist Mann.

Er sah mich auch so an, so komisch! Aber nicht wie eine Kostbarkeit in einem Glaskasten und wenn ich auch selbstverständlich tat, als ob er Luft sei, wußte ich dock, daß er über seine Zeitung weg zu mir hinüberschielte.

Als ich dann die Eier kaufte, zeigte mir Vindewald, der Konditor ein großes, pracht­volles Osterei, das ich sehr bewunderte. Es war mit entzückenden Frühlingsblumen bemalt und mit den feinsten Konfitüren gefüllt, aber es war mir viel zu teuer. Ich lehnte es mit Be­dauern ab, was mir recht schwer wurde.

Und nun kommt das Wunderbare? Ich ging durch die Anlagen und war mit meinen Ge­danken ganz wo anders als bei meinen Ein­käufen.

Es war ein erster schöner Frühlingstag und ich saß eine Zeit lang auf einer Bank in einer seltsamen, wcltentrüÄen Stimmung. Es liegt etwas Melancholisches in unseren ersten Früh­lingstagen mit der kalten, blauen Luft und dem spitzen, scharfen Sonnenwind, in dem die jungen Triebe und Blüten lebensbang er­schauern. Und dazu die ersten Vogellaute. Das klingt wie angstvolle Fragen: kommt nicht der Sommer bald? Wer wälzt den Stein von der Erde Pforten, daß das siegende Leben auf- er stehe?

Träumend ging ich weiter.

Und Plötzlich neben mir eine Stimme:Ver­zeihung, gnädiges Fräulein, haben dieses Paket auf der Bank liegen lassen.*'

ö. Woyrsch aufweisen soll. Man will bei de« Manövern die Drei- und Zweiteilung eines Ar­meekorps praktisch veranschaulichen, da bekannt­lich die Meinungen über die Zweckmäßigkeit der Armeekorpseinteilung für den Kriegsfall unter den militärischen Autoritäten geteilt sind. Ferner wird man die Bestimmungen des neuen Reglements für die Infanterie, die Angriffs­taktik derselben und die taktische Verwendung der Artillerie erproben können. An Spezial­truppen werden wie bei früheren Manöver« wieder je eine Luftschifferabteilung den Armeen zugeteilt werden. Besondere Aufmerksamkeit wird man auch den kriegsmäßigen Hebungen der Proviantkolonnen zuwenden.

Die Nachricht, daß sich in Swinemünd« ein Verband christlich-nationaler Hafenarbeiter gebildet habe, ist in nationalen Kreisen mit Genugtuung ausgenommen worden. Verschieden« Blätter, die treu zu Kaiser und Reich stehen, erkennen das Verdienst an, daß sich der Krieger­verband dadurch erworben hat, daß er zahlreich« königstreue und vaterlandsliebende Männer, die die Sozialdemokratie in ihren Netzen zu haben glaubte, dieser entrissen hat. Nur ein Blatt ist unzufrieden; es meint, es handle sich um eine Gründung zum Schutze des Unter­nehmertums. Hierzu schreibt die Kyffhäuser- Korrespondenz:

Daß der neue Verband in Swinemünd« nicht zum Schutze des Unternehmertums ge- fchafefn worden ist, beweist schon die Tatsache, daß die Arbeitgeber ohne weiteres freiwillig dieselben Löhne bewilligt haben, die der Ham­burger 5>afenarbeiterverband gefordert hatte. Die Arbeite haben also nicht den geringsten Schaden erlitten, als sie aus dem Hamburger Verbände austraten; sie haben im Gegenteil in­sofern Vorteil davon gehabt, als sie die hohen Beiträge nicht mehr zu zahlen brauchen, die die Sozialdemokratie von den Genossen erhebt, nicht um wie jedermann weiß die 9cge der Ar­beiter zu verbessern, sondern um i' ? politischen, auf den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Ordnung in Staat und Kirche gerichteten Ziele zu verfolgen. Jedenfalls haben die Swine­münder Kriegervereine durch ihr Vorgehen dem sozialen Frieden gedient, denn dieser wird nicht dadurch gewährleistet, daß man die Eegensä"er zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer be­tont, sondern indem man sie auszugleichen ver­tont, sondern indem man sie auszugleichen sucht."

Der Ausbruch des Vesuvs.

Neapel, 10. April. Aus den Trümmern der Kirche in San Giuseppe wurden jetzt im ganze« 105 Leichen hervorgeholt. Bei den eingestürzte« Häusern werden die Bergungsarbeiten fort­gesetzt.

Neapel, 11. April. DerMattino" berichtet: In Somma sind 50 Häuser völlig und 5 Kirchen teilweise cingestürzt. Das Rathaus ist mit

Es war der Fremde aus dem Cafe und er überreichte mir mein Paket Ostereier. Ich glaube, ich wäre sonst ohne die Eier nach Haus« gekommen.

Ich dankte ihm lebhaft und höre und staune? wir gingen zusammen tiefer in dir Anlagen hinein. Es machte sich so selbstver­ständlich.

Niemand wird es glauben, der es nicht ge­sehen ich, das Muster der Woblerwgenheit und Korrektheit, der noch kein Mensch eine« Verstoß gegen Takt und Sitte nacksagcn kann ich ging mit einem Herrn, der mir nicht oot» gestellt war, allein in den Park hinein, vergaß Zeit und Ort und verspätete mich um mehr als eine Stunde!

Und es war so wunderschön, daß ich dies« Stunde nicht hergebcn möchte und wenn ich le- benslänglich dafür büßen sollte!

Wir plauderten ja, wenn ich Dir sage« sollte, was, käme ich in Verlegenheit. Mir war dabei zum ersten Male in meinem Leben zu Mut, als könne ich einem Mann gegenüber offen und frei reden wie mirs ums Herz ist, ohne di« konventionelle Verlogenheit. Er machte mir keine Liebeserklärung, aber doch kam ein Mo­ment, wo uns beiden die Worte versagten, und wir in dem geheimnisvollen Rapport der See­len voneinander wußten, wie es um uns stand.

Plötzlich hatte er meine Hand in der seinen, hielt sie lange fest, küßte sie und sagte einfach und herzlich:auf Wiedersehen!" Dann ging er und ich fiel aus dem Himmel wieder auf die Erde zurück.

(Schluß folgt).