für die Kreise Marburg mrd Kirchhain.
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85
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Marburg
Mittwoch 11. April W.
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Erstes Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 10. April. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine königliche Verordnung, nach welcher für die Herstellung des Schiffahrtskanals vom Rhein zur Weser zwei besondere Baubehörden unter der Bezeichnung „Königliche Kanalbaudirektion" errichtet werden, von denen die eine dem Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, die andere dem Oberpräsidenten der Provinz Hannover untergeordnet wird. Für bie^ Herstellung des Großschiffahrtsweges Berlin-Stettin wird eine dem Regierungspräsidenten von Potsdam untergeordnete besondere Baubehörde unter der Bezeichnung „Königliches Hauptbauamt" errichtet.
Dresden, 10. April. Rach den „Reuest. Nachrichten" verlobt sich bet Bruder des Königs, Johann Georg, im nächsten Monat mit der österreichischen Erzherzogin Maria Annunziata, t , Wien, 9. April. Nach der Eidesleistung richtete der neue ungarische Ministerpräsident Weckerle eine Ansprache an den Monarchen, in welcher er im Namen des Kabinetts für dis Ernennung und für das dem Kabinett entgegengebrachte Vertrauen dankte. Der König zeichnete hierauf sämtliche Minister durch Ansprachen aus. Darauf traten die Minister zu einem Ministerrat zusammen und arbeiteten die auf die Durchführung der Wahlen bezüglichen Vorschläge aus, die bereits die Genehmigung des Monarchen erhielten. Darnach sollen die Wahlen vom 29. April bis zum 8. Mai stattfinden. Der Reichstag soll am 19. Mai zusammentreten.
London, 9. April. Aus Alicante wird hierher telegraphisch gemeldet: Den dortigen Deutschen wurde zu verstehen gegeben, daß Kaiser Wilhelm am 14. Mai in Alicante landen werde,' es heißt, der Kaiser werde mit König Alfons Zusammentreffen und danach seine Kreuzfahrt im Mittelmeer forisetzen.
Rewyork, 9. April. Die Regierung der Anion hat Rußland durch ihren Botschafter zur Erwägung anheimgegeöen, daß der Zeitpunkt für die Haager Friedenskonferenz ungünstig gewählt ist wegen des panamerikanischen Kongresses. Da indessen wohl trotzdem die südamerikanischen Staaten europäische Vertreter für hcn Haag übrig haben werden, ist der Erklärung nur die Tatsache zu entnehmen, daß die Union sich mit den südamerikanischen Staaten vor dem Haager Kongreß derart einigen will, daß künftig Streitfragen zwischen Südamerika Und Europa keinem Schiedsgericht vorgelegt werden dürfen, an welchem europäische Staaten beteiligt sind.
■'*. '' St- .....1
19 (Nachdruck verboten.)
Au der dänischen Grenze.
Roman von Dietrich Theben.
(Fortsetzung.)
„Ach, wenn sie das hören könnte!" hauchte das Mädchen glücklich.
„Nein, das könnt ich ihr nicht sagen, Wiebke Das wäre schlecht —"
; „Doch nicht schlecht —"
„Doch, doch! Ich sags ja auch bloß zu Dir. Und auch bloß, damit Du sehen kannst: ich kenne sie. Ich kenn sie jetzt. Früher — ach früher. Da hätt ich das doch nicht verstanden, da wär ich stumpf und blöd gewesen. Da hab ich doch auch Dich — hab' ich Dich gekannt? Wiebke" — i Er atmete tief und zitternd.
„Wiebke, in der Kirche — heute früh — da warst nur Du. Und bei Lehrend — Du, Du! Und Du wie Deine Schwester! Wiebke, ich hab kein schlechtes Herz — ach wenns Dir — gut genug sein könnt — wenn ich Dich da einschlie- tzen und drin behalten dürft' — immer — immer —“
r • E* kühlte das Mädchen plötzlich schwer an fernem Arm und horte ein heftiges Schluchzen.
„Wrev—ke! stammelte er erschrocken
"Wieble, bist Du mir - nicht gut-?
„O Du? O — Ocko!"
Ihr ganzer schlanker Körper flog, aber die Arme legten sich weich um seinen Hals, und der blonde Kopf lehnte an seiner Brust.
Eine berauschende Seligkeit durchströmte
L „Wrebke!" rief er trunken in die Nacht und Ihr Vraujen hinaus, und voll Zärtlichkeit und und leise: „Wiebke? Lieb! Lieb!"
, Er hielt sie umschlungen und suchte ihren Mund zum ersten bebenden Kuß.
! „Wiebke! O, nun ist mir nicht bange, daß ich nicht werde wie die andern, die Glücklichen 'und Tüchtigen! Du, Du hebst mich hoch, so hoch
Postetat und Postafsistenten.
Man schreibt uns:
Bei der zweiten Lesung des Postetals wurde vom Staatssekretär des Reichs-Postamts auf die Reden der Reichstagsabgeordneten Gröber, Kopsch, Patzig, Hug, Singer u. a. ausgeführt, daß „gerade für die Assistentenklasse in Betreff ihrer Zukunft am meisten geschehen sei. Während früher die Assistenten nur ein Gehalt bis 3000 Mark erreichen konnten, seien ihnen jetzt Stellen eröffnet worden bis zum Gehaltssätze von 6000 Mark. Diese theoretische Tatsache sieht in der Praxis folgendermaßen aus: Für etwa 85 Prozent der Assistenten ist außer der Verleihung des Titels „Sekretär" nach etwa 30 Dienstjahren — ohne jede Gehaltserhöhung — nichts geschehen. Die übrigen 15 Prozent kommen nach abgelegtem Sekretärexamen bis zu einem Höchstgehalt von 3500 Mark und rücken zum Teil mit der Zeit in Obersekretär-, Postmeister-, Buchhalter- und Kassiererstellen ein mit einem Höchstgehalt von 4200 Mark. An Stellen aber mit einem Gehalte bis 6000 Mark sind im ganzen Reichspostgebiet nur 124 — also etwa 0,3 Prozent der 36 000 Köpfe starken Assistentenklasse — vorhanden. Es werden aber noch Jahrzehnte vorübergehen müssen, bis diese 124 Stellen in Wirklichkeit mit Beamten aus der Assistentenklasse besetzt werden, denn vorläufig werden sie noch von Beamten aus dem Elevenstande verwaltet und an solchen leidet die Reichspostverwaltung auf Jahre hinaus keinen Mangel. Wie dem aber auch sei, so kann von einer Besserung ihrer Lage keine Rede sein, wenn von 36 000 Beamten nur etwa 4500 an den besseren Stellen teilnehmen können und für die besten Stellen die Aussichten gleich Null sind. Man könnte nun einwenden, daß doch alle Assistenten das Sekretärexamen ablegen können. Das wäre wohl recht schön, aber die Reichspostverwaltung hat gar nicht die Absicht, sämtliche Assistenten in Sekretärstellen gelangen zu lassen, was schon daraus hervorgeht, daß die geprüften Sekretäre nicht wie früher überall, sondern nur in wichtigeren und verantwortungsvolleren Stellen beschäftigt werden sollen. Es sind dies Stellen, die seither schon zum großen Teil mit älteren Assistenten besetzt gewesen sind. Nicht nur gelangen also etwa 85 Prozent der Assistenten in keine höhere Gehaltsstufe, sondern die älteren Oberassistenten verlieren auch noch die seither gewiß zur Zufriedenheit verwalteten „wichtigeren und verantwortungsvolleren", auf gut deutsch übersetzt: „ruhigeren und bequemeren" Bureaustellen und müssen sich in ihren alten Tagen wieder mit Nacht-, Spät- und Frühdienst plagen. Das alles brachte die so viel gepriesene Personalreform vom Jahre 1900. Wohl herrschte damals große Freude unter den Assistenten. Daß die Reform nur ein Tropfen Wasser auf glühendes Eisen sein würde, glaubte im ersten Jubel niemand. Nach kaum fünfjährigem Bestehen läßt sie sich aber schon in ihrer ganzen Tragweite beurteilen und man
— o, wie dank ich Dir! Und morgen, gleich morgen sag ich es Vater — und komm ich zu Dir, zu Jens--und dann bist Du meine
Braut — ach, und durch ganz Hegebüll will ich es jubeln, daß doch keiner so glücklich und reich ist wie ich! Lieb! Lieb! Ist das nicht ein Wunder? Ein heilges Wunder? So im Sturm? So von einem Morgen bis zum Abend? Im Sturm! Lieb, horch auf die See. So stürmt es in meiner Brust! Aber selig, selig . . ."
„Ocko!"
Ihr Elücksrausch war nicht minder beschwingend, aber wortärmer: nur in den einen Liebesruf legte sie all ihren Herzensjubel und fühlte sich an seiner Brust geborgen inmitten Sturm und schwarzer eiskalter Winternacht.
6. Kapitel.
Als Ocko Stür spät am Morgen aufwachte, fand er den Vater an seinem Lager stehen und hörte sich von ihm unwirsch zugerufen, daß die Pferde bereits angeschirrt seien und er sich gefälligst beeilen möge, wenn er es nicht etwa auf einen „blauen Montag" abgesehen b"be.
Eiligst fuhr er in die Kleider, nahm im Fluge sein Frühstück ein und lenkte bald in dem leichten Korbwagen vom Hofe. Gegen sein Erwarten war der Morgen trocken und klar, der Himmel fast wolkenfrei und heiter, die Erde mit einer dünnen Frostschicht überzogen, die jedoch stark genug war, die flink ausgreifenden Tiere und den Wagen zu tragen. Die Gräben waren über Nacht mit einer blanken Eisdecke überzogen, und das Glatteis des Weges hätte den Tieren gefährlich werden können, wenn nicht Sven Stür vorgesorgt und sie mit sichernden Nägeln beschlagen hätte.
Der Lufzua war schneidend und kalt und über den Fußsack breitete der Wagenlenker auch noch die beiden Pferdedecken. Dann saß er warm, hörte auf das Pusten der ausgeruhten Pferde und das Schrillen der Räder und glaubte ein Singen rund um sich zu vernehmen. Herz
kann es den Assistenten nicht verdenken, wenn sie diese wenig beglückende Reform durch eine andere ersetzt haben wollen. Ein Aufrücken der Postassistenten, ähnlich wie bei der preußischen und badischen Eisenbahn, würde sicherlich Anklang finden. Dort gelangen alle Assistenten ohne besonderes Examen nach wenigen Jahren in Sekretärstellen und haben nicht zu befürchten, daß sie in ihren älteren Jahren die ihnen mehr zusagenden „wichtigeren" Bureaustellen jüngeren Kollegen abtreten und sich schließlich von diesen Befehle erteilen lassen müssen. Die Härte der Personalreform tritt schon zutage in der sehr kurz bemessenen Frist, innerhalb welcher die älteren Assistenten das Sekretäreramen ablegen konnten, eine Bestimmung, die bei keiner anderen Veamtenklasse u. W. besteht. Es kam daher nicht selten vor, daß Assistenten infolge Krankheit oder anderer Familienunfälle den Examenstermin verstreichen lassen mußten. Neben der Regelung ihrer Nangverhältnisse wollen die Postasststenten in Anbetracht der in letzter Zeit ganz rapid gestiegenen Lebensmittelpreise und der schon längst nicht mehr ausreichenden Wohnungsgeldsätze eine Aufbesserung ihrer Gehälter, ferner die Revision des Pen- sions-, Witwen- und Waisengeldgesetzes, wie in Baden bereits geschehen ist. Es ist ganz natürlich, daß eine Aufbesserung für ein Beamtenheer, wie dasjenige bei Reichspostverwaltung. Millionen kostet bei Beträgen von nur 50, 100 oder 200 Mark für den einzelnen. Was heißen aber 10 Millionen Mehrausgaben gegenüber von über 60 Millionen Ueberschuß, den ein solches Beamtenheer zum größten Teile auch erschafft? Dann aber kommt weiter in Betracht, daß bei keiner anderen Verwaltung — die Eisenbabnverwaltung vielleicht ausgenommen — den Beamten jede Gelegenheit zu Nebenverdiensten genommen ist, wie bei der N-llchs- postverwaltung. Schon längst haben sie sich damit abgefunden, daß sie sich kein Vermögen erwerben können, sie sind zufrieden, wenn sie mit ihrem Gehalt bei bescheidener Lebensweise aus- kommen. Das bißchen Vermögen, daß sie vielleicht erheiraten oder erben, opfern sie gerne, um ihren Kindern möglichst eine gute Erziehung angedeihen und sie etwas lernen zu lassen. Der deutsche Beamte stellt seine ganze Kraft dem Reiche zur Verfügung und verpflichtet sich ihm in unwandelbarer Treu und Pflichterfüllung. Dem Reich aber erwächst dafür die Pflicht, seine Diener wirtschaftlich so zu stellen, daß ihnen und ihren Familien eine bescheidene, aber auskömmliche Lebensführung jederzeit ermöglicht ist. Eine als notwendig erkannte Gehaltsaufbesserung abzulehnen mit dem Hinweis auf einzelne Bundesstaaten, deren Beamten noch weniger gut gestellt seien, ist nicht angebracht. Es ist allerdings zu wünschen, daß Reich wie Bundesstaaten miteinander Hand in Hand gehen und ihre in Vorbildung und Leistungen einander gleichstehenden Beamten auch im Gehalt gleichstellen. Dann müssen aber auch alle sonstigen Ungleichheiten in zugestandenen Por-
und Sinne waren ihm weit offen, laut und freudig grüßte er die ihm Begegnenden, und hellen Auges schaute er vorauf und über die kristallenen glitzernden Aecker.
In Tondern erledigte er die Aufträge des Vaters, besorgte das Eummifußzeug für sich und Karen und kaufte für Wiebke ein goldenes Medaillon, in das er ein mitgebrachtes kleines Bild aus seiner Militärzeit einrabmen ließ.
Schon am frühen Nachmittag war er zurück, freute sich an Karens Ueberraschung und bat alsdann den Vater um eine Unterredung.
Eie standen auf der großen Diele.
„Aber nicht hier, Vater. Magst Du mit in die Stube kommen?"
Sven ftrierte ihn mißtrauisch.
Stube? — Hm. Aber — komm mir nicht mit Faseleien — und halt Dich an unsere Abrede."
„Das tu ich, Vater."
Der Alte ging voran, nahm in seinem Lehnstuhl Platz und blickte mürrisch.
„Na, was ist?" knurrte er.
Ocko ging gerade aufs Ziel.
„Vater, hast Du was dagegen, wenn ich — heirate?" fragte er unvermittelt.
Sven zog die Brauen zusammen.
„Das — nenn ich eine Neuigkeit! Hm . .. dazu gehören — zwei."
„Ja. Wiebke Frederiksen und ich," sagte Ocko mit schlichter Offenheit.
Der Alte stierte auf den Boden.
„Du — hast es eilig," murmelte er. „Wiebke — hm--also die —“
„Vater, gib uns Dein Ja," drängte Ocko bittend. „Wiebke ist so gut und brav wie ihre Schwester."
Sven nickte.
„Ja, wie die. Die Tofohr . .
Ocko fürchtete, daß die Erinnerung an den Sieg Jürs Tofohrs den Alten noch nachträglich verbittern und zur Auflehnung gegen feinen Herzenswunsch reizen könnte. Aber in den ver
vor-
Aus-
betr.
Biel
kichere.
— Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei wird am 6. Mai zu einer Sitzung in Der- lin zusammentreten. Auf der Tagesordnung
teilen, wie Nebenverdienste, Remunerationen, Freikahrten ufw. schwinden. Das System der Stellenzulagen und der Dienstwohnungen mutz einheitlicher und gerechter geregelt werden. Es sind das alles Dinge, die eine Menge Unzufriedenheit unter die Beamten bringen, so lang« sie bestehen. Dem Staat muß aber daran liegen, zufriedene Beamte zu haben.
„Ich - Glück!"
Er stand frohlockend, stehen?
Der Alte blieben eine
verdutzt. Das klang ja hell, fast Wie war denn das wieder zu ver
zog sich zurück und die Geschwister Weile allein.
(Fortsetzung folM
— Das Befinden des Fürsten Bülow ist andauernd in Anbetra 'ft der Umstände das denk- bar beste. Vorläufig bält ihn Pro^or v. Ren- vers freilich noch im Bett fest, um die durch da» Uebermaß von Arbeiten und den Anfall geschwächte Konstitution des Fürsten zunächst durch absolute Ruhe zu kräftigen. Wann der Reichskanzler seinen Erholungsurlaub antritt, steht noch nicht fest. Prof. v. Renvers hat sich behalten, den Termin selbst zu bestimmen.
witterten Zügen des Alten lag doch nichts von Abweisung und Härte. Auch nichts von Genugtuung oder Freude. Rur ein Zucken riß darin
„Gut — sagst Du — und brav —murmelte Sven abgerissen. „Ja — das — ist die. Und Wiebke — schlägt ihr nach — denkst Du. Denk — iS auch. Und — ausgesprochen — habt Ihr Euch?»
„Wir beide — ja, Vater."
„Hm."
Sven stand schwerfällig auf.
„Zch _ werde mich — rasieren — und dann — geh ich mit Dir hin . .
„Vater!" jubelte Ocko und griff stürmisch nach den alten, arbeitsharten Händen, die ihm der Vater mürrisch, aber ohne Unfreundlichkeit Cnt das," wehrte er nur ab, öffnete bi« StubentLr und rief nach Karen. .
Wir haben — einen Gang vor, erklär« Stür der Tochter. ,Sol mir meinen Sonntagsrock." , „ .
Karen sah rasch auf ihren Bruder.
„Was heißt das, Ocko?" fragte sie leise.
„Ach, Deern, Vater sagt Ja?
„Wozu?" stieß sie hervor.
„Karen, ich bin glücklich. Bin Bräutigam!
In dem Blau ihres Augenpaares vlinr« ein milder Schimmer.
„Wiebke? —?"
— Die vom Bundesrat jetzt an die fchüsse verwiesene Diätenvorlage besteht nach der „F. Z." aus zwei Vorlagen, nämlich bett, die Abänderung der Artikel 28 und 32 der Reichsverfassung und betr. die Gewährung einer Entschädigung an die Mitglieder des Reichstags. Aus dem gewählten Ausdrucke Entschädigung ist die Bestätigung zu entnehmen, daß es sich um ein Pauschquantum handelt. Der Artikel 32 bestimmt, daß die Mitglieder des Reichstags als solche keine Besoldung oder Entschädigung beziehen dürfen. Dieser Artikel muß also ge» ändert werden. Der Artikel 28 bestimmt, daß der Reichstag nach absoluter Stimmenmehrheit beschließt und zur Eültiakeit der Beschlußfassung die Anwesenheit der Mehrheit der gesetzlichen Anzahl der Mitglieder erforderlich ist. Soll dieser Artikel geändert werden, so kann nur zweierlei in Frage kommen: entweder wird die Beschlußfähigkeitsziffer herabgesetzt oder da» Erfordernis der Anwesenheit von mindestens 199 Mitgliedern wird auf gewisse Beschlüsse beschränkt und int übrigen die relative Mehrheit zuqelassen. Das letztere ist das wahrschein
Ocko nickte.
wünsch Dir Glück, Ocko!
Deutsch:- Rerch.
Berlin, 10. April
— Seine Majestät der Kaiser machte gestern Montag Vormittag zusammen mit der Kaiserin den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, sprach dann bei dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Tschirschky vor und hört« später im Königlichen Schloß die Vorträge de» Hausministers v. Wedel und des Chefs des Zivilkabinetts Wirkt .Geh. Rats Dr. v. Lukanus.
— Die kaiserlichen Prinzen Oskar und Joachim sind, von Plön kommend, in Berlin eingetroffen, um im Elternhause das Osterfest zu verleben. Die Rückkehr der Prinzen von Berlin nach Mön zur Fortsetzung ihrer Stuuien wird am 18. d. M. erfolgen.