und Kirchhain.
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Vierteljährlicher
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Dienstaü 10. April 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck nttb Verlag' Joh. Aug. Koch, llmversitätS-Buchdrucker« 41.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Erstes Blatt.
Neueste Telenramme.
Berlin, 8. April. Professor Robert Koch hat heute seine Studienreise nach Afrika zur Erforschung der Schlafkrankheit angetreten.
Kiel, 7. April. In letzter Zeit wurden Meldungen verbreitet, die dahin gehen, datz an der Nordspitze der Insel Sylt ein kleiner Kriegshafen erbaut werden soll. An amtlicher Stelle ist über den Bau eines solchen Hafens im Nord- ostseegsbiet nichts bekannt.
Wien, 8. April. Der Kaiser genehmigte die gemeldete ungarische Ministerliste. Die Wahlen zum Reichstage sind für die ersten Tage des Mai anberaumt. Der Reichstag soll auf den 19. Mai einberufen werden. Die erste Sitzung findet am 21. Mai statt.
Rom, 8. April. Der Minister für Post und Telegraphen, Baccelli, gab zu Ehren der Delegierten auf dem Weltpostkongreß ein Festmahl, zu welchem auch die Minister und das diplomatische Korps geladen waren. Baccelli brachte einen Trinkspruch auf die Einigkeit, die Eintracht und den Frieden unter den Völkern aus.
Algeciras, 7. April. Die Sitzung zur Unterzeichnung des Protokolls begann heute um 11 Uhr vormittags. Ein kalligraphisch geschriebenes Exemplar, von sämtlichen Delegierten unterzeichnet, wird im Archiv von Madrid hinterlegt. Ein anderes, gedrucktes Exemplar, das als über- einstimniend beglaubigt wird, wird jeder Delegation überreicht und wird die Unterschrift des Herzogs von Almodovar tragen. Die Damen der Delegierten wohnten der Sitzung bei.
Algeciras, 7. April. Botschafter von Rado- Witz empfing ein Telegramm des Kaisers, in dem ihm unter anerkennenden Worten.mitgeteilt wird, daß er ihm den Orden vom Schwarzen Adler, ferner dem Grafen Tattenbach die Brillanten zum Roten Adlerorden 1. Klasse und dem Geh. Lcgationsrat Klehmet die Krone zum Roten Adlerorden 2. Klasse verliehen habe.
Reval, 7. April. In einer großen, hier ab- tzehaltenen esthnischen Wahlversammlung stellten die Redner die heilsame Tragweite der durch die Russen in Esthland durchgeführten Reformen fest sowie die Notwendigkeit, im Einvernehmen mit den Russen zu handeln, während sie anderseits ausführten, zwischen den Deutschen und den Esthen bestehe vollständige Unvereinbarkeit der Interessen.
Tokio, 7. April. Von zuständiger Seite wird gemeldet, daß Marschall Oyama auf eigenen Wunsch aus dem Dienst scheidet und an seiner Stelle Kodaumi Ehef des Eeneralstabs werden
ig (Nachdruck verboten.)
An der dänischen Grenze.
Roman von Dietrich Theben.
(Fortsetzung.)
Der Wellengang der See mußte stark erregt sein, denn das Rollen der Wasserberge drang hohl und stoßend durch die Nacht. Das junge Paar hatte kein Gehör dafür und fühlte auch nicht den feinen, kalten, stechenden Regen, der wieder niederging. Ocko leuchtete mit der kleinen Handlaterne seines Schützlings den naß glänzenden Weg vorauf, und Wiebke hängte sich zutraulich in seinen Arm, als ob nicht Jahre sie getrennt, sondern innig verbunden hätten.
Wiebkes warmes Herz pochte beengend, und in der Scheu, von sich selbst zu reden, suchte sie das Gespräch in minder verfängliche Gleise abzulenken.
„Weißt, Ocko, was ich denk?" fragte sie mit angehaltenem Atem. „Ich denk, Deine Schwester Karen mag mich gar nicht."
Dem konnte er mit gutem Cewiffen entgegentreten und tat es auch.
„Nein, da irrst Du, Wiebke. Weißt', was sie zu mir gesagt hat — grad von Dir? „Wiebke ist sehr lieb geworden.""
„Ja? Wirklich, Ocko? Ganz gewiß?" fragte sie erfreut.
„Ganz gewiß," bestätigte er.
„Aber Du, Martin Behrend — gegen den hat sie gewiß was!"
„Das kann schon stimmen —“
„Ja? Siehst Du, das meinst Du auch? Und das ist doch Unrecht, nicht? Ist er nicht gut?"
„I—a— so viel — ich ihn kenn—"
Sie wurde eifrig.
„Nein, das mußt Du gar nicht einschränken. Jens sagt auch, der Behrend ist ihm lieber als ^zweimal zehn andere —“
wird. Der Nachfolger des letzteren als Gouverneur von Formosa soll Sakumni werden.. Die amtliche Ernennung dürfte in ein oder zwei Tagen zu erwarten sein.
Deutschland und die neue russische Anleihe.
Das Gerücht, daß die deutsche Regierung wegen einer weiteren Beteiligung des deutschen Geldmarktes an einer neuen russischen Anleihe Widerspruch erhoben habe, beschäftigt aufs regste alle Börsenkreise. Der Berliner Korrespondent der „M. N. N." nahm Veranlaffung, leitende Persönlichkeiten unserer Großbanken zu befragen. Ueber den Abschluß einer neuen russischen Milliardenanleihe war man nicht informiert, obgleich man in Paris die neue Anleihe bereits mit 3y2 Prozent handelt und Pariser Bankierdepeschen die Emisiion schon für Mitte dieses Monats ansagen. Daß die deutsche Regierung sich offiziell gegen eine neue rusiische Emission ausgesprochen habe, erscheint unwahrscheinlich, doch dürfte als sicher anzusehen sein, daß vertrauliche, dahingehende Wünsche geäußert wurden. Dafür spricht auch die Tatsache, daß der Version kein offizielles oder offiziöses Dementi entgegengestellt wurde. Ob lediglich finanzpolitische Erwägungen für solche vertrauliche Wünsche maßgebend gewesen sind, ist eine Frage; nicht unwahrscheinlich ist es aber auch, daß die deutsche Regierung sich für die eigenartige Haltung Rußlands auf der Marokko- Konferenz revanchieren will. Es soll auch schon von Petersburg aus an den Pariser Gesandten ein Verweis ergangen sein, und es sollen beruhigende Schritte beim deutschen Auswärtigen Amt getan worden sein, so daß noch unentschieden ist, ob Deutschland seine Bedenken gegen eine neue rusiische Anleihe aufrecht erhalten wird, wenn die Zaren Regierung gewisie diplomatische Konzesiionen macht. Was aber auch geschehen wird, eine Ermattung der alten russi- schen Renten wird, falls die Anleihe überhaupt zum Abschluß gelangt, vorübergehend die natürliche Folge sein, denn kaum wird ein Kapitalist sich die Chancen eines bproz. Papiers, das zu 88 bis 89 Prozent emittiert werden soll, entgehen lasien. Die Beteiligung Englands ist aus diesem Gesichtspunkt als sicher anzusehen, wenn man auch in Petersburg auf keine besonders großen Beteiligungen rechnet. Sicher ist, daß bei einer solchen Beteiligung nur die Londoner Firma Baring Brothers und nicht Rothschild in Betracht kommt. Man nimmt an, datz auch für England politisches Jnteresie eine Beteiligung wünschenwert erscheinen läßt.
Das stieg ihm zu Kopf.
„Dir auch?" forschte er.
„Meinst, mir nicht?" fragte sie harmlos dagegen. „Doch, ich hab ihn sehr gern. Sehr, Ocko. Und meine Schwester und 5ins, die auch. Die sind ja fast immer zusammen. Jeden Sonntag. Und oft noch in der Woche. Und treu und grade ist er — meinst nicht auch?"
„Ich — glaub," gab er zögernd zu.
„Ja, und daß das Karen nicht sieht — grad Karen, die viel klüger ist als ich —“
Das wollte er nicht anerkennen.
„Doch, doch!" beharrte sie bescheiden. „Und ich mein, daß das blos ihr Stolz ist. Denn gut ist sie doch, nicht? — viel bester als ich. Und die beiden — meinst nicht, daß er auch stolz ist?"
Daß sie Karen und Behrend in Verbindung brachte und so sich selbst ausschaltete, besänftigte ihn.
„Stolz — das sind sie wohl beide, Wiebke. Ich mein, zwei harte Steine, und wenn die Zusammentreffen, dann gibts Funken."
„Funken? Und dann brennen sie beide?" fragte sie schelmisch.
Er hielt pedantisch an seinem Vergleiche fest.
„Na, brennende Steine —"
„Aber er ist doch nicht so hart, Ocko?"
Daß sie ihn wieder in Schutz nahm, bedrückte ihn. Er ließ den Schein der Laterne dicht vor sich auf die. schwarz glitzernde Wasterfläche des Grabens fallen, der wie üblich neben dem Fußpfad hinlief.
„Wir müsten uns in acht nehmen," mahnte er, „sonst plumpsen wir hinein."
Eie erinnerte sich, daß sie das bereits einmal erlebt hatte, und plauderte davon.
„Aber es war Sommer damals ... Nur mein weißes Kleid das war greulich schwarz geworden."
„Wann war denn das?" fragte er, um nur etwas zu sagen.
Courrieres.
Lens, 7. April. Bei der gestrigen Agnos- zierung der Toten in Sallaumines wurden aufs neue heftige Drohungen gegen die Kompagnie und ihre Ingenieure laut. Eine gewaltige Erregung entstand, als in der aus den Gruben 2, 3, 4 heraus geschafften Erde ein Kopf und Leichenteile entdeckt wurden. Man warf der Kompagnie Schändung der durch sie getöteten Arbeiter und Gefährdung der Gesundheit der Be- | völkerung vor. Die Minendelegierten sind zum Zweck gerichtlicher Feststellungen beauftragt alle Leichen, die nach ihrer Ansicht noch nach dem 10. März gelebt haben, zu bezeichnen, damit sie ärztlich autopsiert werden. Die Autopsie nimmt Dr. Henseval und Dr. Zangger vor. Man hat jetzt Beweise, daß zahlreiche Arbeiter noch mehrere Tage die Katastrophe überlebt haben, da die bei diesen Leichen vorgefundenen Brotbeutel und Kaffeeflaschen leer waren. Auch waren die Toten ganz angezogen, also auf der Flucht. Eine Galerie war mit Jacken notdürftig verhängt, um den giftigen Gasen den Durchpaß zu wehren.
Paris, 8. April. „Petit Republique" meldet aus Lens: Die Bevölkerung glaubt, datz wenigstens 600 der Opfer von Courrieres mit Hacken gegeneinander gewütet haben, sei es, um ihren Leiden ein rasches Ende zu machen, oder um im Verzweiflungskampfe einen Ausgang zu erreichen. Angeblich wurden Vermutungen wie diese durch die jüngsten Leichenfunde bestätigt.
Lens, 7. April. (W. BZ Der Kampf gegen das Feuer in den Gruben wird unter günstigen Umständen fortgesetzt: 11 Leichen wurden in der letzten Nacht aus Schacht 4 in Salaumines zu Tage gefördert; 7 Tote wurden von den Angehörigen erkannt, wobei sich erschütternde Szenen ereigneten. Wegen des Leichengerucbes macht es Schwierigkeiten, die Leute zu finden, die es unternehmen, in den Gruben nachts Tote zu suchen.
Lens, 7.April. (W. B.) Heute früh war Feuer im Schacht II wieder stärker bemerkbar: Der Rauch dringt in die Schächte 3 und 4 ein. Eine heute früh eingefahrene Rettungsabteilung entdeckte zwischen dem Schacht 3 und 4 ein lebendes Pferd. Die Streiklage verschlimmert sich. Der Kohlenmangel wird stark empfunden. Die Kleinbahn Lens-Frevent hat den Verkehr eingeschränkt. Man befürchtet, er werde zwangsweise eingestellt werden müssen. Die Ausständigen sind sehr erregt. Die Erbitterung der Bevölkerung gegen die Ingenieure hält an.
Lens, 8. April. (Amtlich.) Die Kommission zur Untersuchung des Grubenunglücks von Courrieres nahm eine Zeugenvernehmung vor. Von gerichtlicher Seite wird gegen die Ingenieure das Verfahren erst eingeleitet werden, wenn die Schlußfolgerungen des Berichtes der Untersuchungskommisston Anlaß zur Erhebung einer Anklage geben.
„Das? Den Sommer nach meiner Konfirmation. Grad um die Zeit gingst Du weg —“
„Ja, weil Vater es wollte. Also, das weißt Du noch?"
„O natürlich —"
„Und wie ich dann zum „Besuch" kam und sie mich „holten"?"
„Das war häßlich, Ocko," sagte sie mitfühlend.
Er gab ihr die gleiche Aufilärung wie vor Wochen dem Vater.
Wiebke staunte.
„O, das war gar nicht wahr? Ganz von selbst bist Du--? O, wie mich das freut!
Und gar nicht schlecht hast Dus gehabt bei den Soldaten, wie Jens immer meinte?"
„I bewahre! Gut, Wiebke! Sehr —
„Du, das will ich Jens sagen. Das wird den aber auch freuen. Und Jürns, und Martin Behrend —“
„Die wissen schon."
„Ach? Und bloß wir nicht? Du, Ocko, damals hab ich mich gar nicht gekümmert um Dich, und das ist nett von Dir, daß Du mir das nicht nachträgst."
„Du warst ja auch noch ein Kind und ich ein dummer Bengel, Wiebke."
„Nein, das darfst Du nicht sagen — von Dir, mein ich —"
„’s war aber so, Wiebke, 'n ganz dummer Bengel. Ganz am Gängelband. Und bis ich die Dummheit los wurde — ich hab tüchtig schütteln mästen. Eescheidt bin ich ja noch nicht und werde es wohl auch nicht —*
„Ach, Du!"
„So wie Jürs, oder so rote Behrend, so gerade und klug und ruhig. Aber leidlich, mein ich, so zum Auskommen."
„Ach, Du willst Dich ja bloß klein machen —*
„Nein, nein! Das ist eben ein Hauptteil von meiner Verständigkeit, daß ich sehen kann,
Deutsches Reich.
Berlin. 9. April.
— Seine Majestät der Kaiser unternahm am vorgestrigen Samstag Vormittag den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, hatte ein« Besprechung mit dem Staatssekretär v. Tschirschky und hörte im Königlichen Schloß den Vortrag des Chefs des Marine-Kabinetts General-Ak^ jutanten Frhr. v. Senden-Bibran.
Der Kaiser und die Kaiserin folgten am Abend einer Einladung des österreichisch-ungarischen Botschafters und der Frau Szögyeny« Marich zum Diner. Am gestrigen Sonntag Mittag empfing der Kaiser in Gegenwart des Staatssekretärs von Tschirschky den chinesischen Gesandten Jintschang, welcher sein Abberufungsschreiben überreichte. Der Gesandte war zur Frühstückstafel bei den Majestäten geladen.
— Prinzregent Luitpold von Bayern hat, wie aus München telegraphiert wird, an de« Kaiser die Einladung gerichtet, im kommenden Herbst der Eröffnung des deutschen Museums in den hierfür provisorisch überlastenen Räumen des alten bayerischen Nationalmuseums und der Grundsteinlegung für das neue M> seumsgebäude beizuwohnen. In der nunmehr eingetroffenen Antwort hat der Kaiser dies« Einladung mit dem größten Dank begrüßt und der bestimmten Hoffnung Ausdruck gegeben, datz es ihm möglich sein werde, an der geplanten Feier teilzunehmen.
— Der Reichskanzler Fürst Bülow ist wieder auf der Vesterung. Der behandelnde Arzt ist lehr zufrieden. Ein gutes Zeichen scheint zu sein, daß der Fürst seiner näheren Umgebung wieder ganz als der alte erscheint; er fand, datz von der ganzen Sache zu viel Aufhebens gemacht sei, und' verlangte am Freitag, man solle ihm ein Kräftigungsmittel reichen, damit er in den Reichstag gehen könne. Als ihm mttgeteilt wurde, der Reichstag fei bereits in die Ferien gegangen, gab er sich zufrieden. Am Samstag sprach im Namen des Kaiservaares Flügel- adjutant von Friedeburg vor und überrerchte einen herrlichen Blumenstrauß. Bulletins sollen nicht mehr ausgegeben werden.
Marburg und Umgts.rnd.
(Nachdruck aller Origmalartikel ist gemäß § 18 be« Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Obcrhesi. Ltg." gestattet)
ytrtrburfl, 9. April.
§ Gewerbliche Fortbildungsschule. Di« Zeichnungen und schriftlichen Arbeiten der Schü- ler der gewerblichen Fortbildungsschule, welch« gestern mehrere Stunden im Schulsaal 15 der Knabenschule offen lagen, hatten zahlreiche Besucher herbeigelockt. Man hatte hier Gelegen- heil, sich hinreichend davon zu überzeugen, mit welchem Fleiß Lehrer und Schüler tätig sind.
wie andere mehr wert sind wie ich — ja, und daß ich das ertragen kann. Sie wie Jürs, s» möcht ich werden. Ja, und — so 'ne Frau — — ich glaub, die bekomme ich nie — die verdien ich gar nicht —"
Wiebke trippelte befangen neben ihm und wagte nicht zu sprechen, weil sie fürchtete, das Pochen ihres Herzens könnte in der Stimme nachbeben.
„Manchmal ists nicht mal gut," fuhr Ocka unsicher fort, „wenn die Binde, die jeder mit sich herumträgt, zu weit weggezogen wird. Er sieht dann leicht zu hell, ja, und das viele Licht, das blendet ihn. Und dann wird er still und klein. Ich kann das nicht so ausdrücken, wie ich« fühle. Und 's ist mir auch nicht immer so. Nicht bei allen gleich. Karen, nein, die ist für mich nicht so was Helles und Blendendes, und die fühle ich nicht über mir stehen. Ach nein, bet bin ich schon gewachsen; und wenn ich mich auch nicht immer bei ihr auskenn, zum Beispiel, wie sie zu Behrend ist, da ist mirs doch immer, als wenn ich ihr sagen könnt: weißt, Karen, das, was ich nicht verstehe an Dir, das ist auch nicht echt an Dir, und bloß darum ist's mir fremd — und nur so weit Du bist wie ich, so weit ists auch echt und natürlich. Also die kann mir keine« Sand in die Augen streuen, auch nicht mit ihrem Stolz. Meinst', sie ist das? Ich glaub, die wird auch noch mal klein und winzig und demütig. Da ist 'ne Borke herum, so 'ne dickt, die erst weg muß. Aber bei Deiner Schwester — ach, da ist alles Kern und Gesundheit und Natur. Und alles klar und rein und wahr. Die liebt den Jürs mti allem, was sie tut un> sagt, mit Hand und Mund und Äug'. Und di« darf stolz sein, weil sie's nicht ist, sondern bloß einfach und glücklich und tüchtig —*
(Fortsetzung folgt.)