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Erscheint wöchentlich sieben null.

Druck Md Verlag' Joh. Ang. Koch, llmversitätS-Buchdrnckerei 41. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Marburg

SonntaR. 8. April 1906.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SonniagsbeUaaer Allustrirtes Sonntaasblntt.

Vierteljährlicher Bezugspreis, bet oer ExpLition 2 Mk., Äo &ct allen Postämtern 2,25 Mk. .exct. Bestellgeld).

*'* OO Jnsertlonsgebühr: die gespaltene Zelle over ocren Raum 10 Pfg.

Neclamcn: die Zeile 25 Pla.

Zweites Blatt.

Marburger Altertümer-Sammlung.

2. Bericht.

Den Freunden der Marburger Altertllmer- Sammlung können wir die höchst erfreuliche Mitteilung machen, daß der Magistrat un­serer Stadt in voller Würdigung unserer Be­strebungen uns unterm 15. März nicht nur ge­stattet hat, die bisher von uns im Rathause be­nutzten Räume auch fernerhin in widerruflicher Weise für unsere Zwecke zu verwenden, sondern daß er uns auch eine Anzahl von Gegenständen als Leihgabe unter Eigentumsvorbehalt über­wiesen hat, um die wir gebeten hatten, weil sie !»ns kulturgeschichtlich oder künstlerisch wertvoll schienen. Es sind dies 25 Stück Waffen, Uni­formen und Musikinstrumente der Vürgergarde, 12 Geräte und Uniformstücke der städtischen Feuerwehr, 4 Stück Nachtwächtergeräte, 8 Fah­nen verschiedener Herkunft, 10 Stempel und Petschafte, 2 Photographien des Postdampfers Marburg", eine Tafel mit dem Namen der Marburger Vaterlandsverteidiger von 1814, 3 hessische Pergamenturkunden, 3 Folianten, dar­unter zwei Geschenke des Gottfried Engelmann (1678) an den Rat, eine Denkmünze, Dank­diplom der Stadt Hamburg (1842), zwei ältere Tische aus dem Arbeitshause, ein Kronleuchter aus geschliffenem Glas der Stadtkasse und Spar­kasse mit Kunstschlössern, verschiedene Bauteile und Modelle, darunter vom Rathause die Son­nenuhr, eine Ofenplatte, der Turmknauf vom südlichen Eckturm, der eiserne Hahn vom Uhr­turm und die Wetterfahne vom Dachreiter, fer­ner als Erinnerung an. festliche Gelegenheiten der letzten Jahre ein Transparentbild der Ger­mania, Philipp der Großmütige und Wil­helm I., gemalt vom Geh. Regierungsrat Ferd. Justi für die Triumphpforte beim Üniversitäts- jubiläum 1877, Lutherbüste vom Lutherfest 1883 und der Schlüssel zum Vismarckturm. Der Ma­gistrat ist bei diesen Zuweisungen von der rich­tigen Voraussetzung ausgegangen, daß es uns nicht um törichte Konkurrenzmacherei mit an­deren Sammlungsbestrebungen in unserer Stadt zu tun ist. Denn wir möchten lieber heute als morgen alle jene Sammlungsgegenstände, die bereits in Marburg zusammengetragen sind oder noch erreicht werden können, zu einem der Vergangenheit Marburgs würdigen kunst- und kulturgeschichtlichen Museum vereinigt und auf­gestellt sehen. Und wir müssen nur deshalb in unserer Weise selbständig vorgehen, weil Ge­fahr besteht, dass die Marburger Bürgerschaft nach den Enttäuschungen der letzten Jahre schließlich alle Lust an einer solchen Sammlung verliert. So dankbar wir nun auch dem Magi­strat für dieses sein Vertrauen und seine Bereit­willigkeit sind, so können wir doch nicht umhin, heute schon zu erklären, daß wir so unbescheiden sein müssen, das Empfangene nur als eine erst»

"us Sckule und Kirche

4- Was hat die kurhessische Gruppe der freien kirchlich-sozialen Konferenz bis jetzt geleistet. Angesichts der kurz nach Ostern in Cassel tagenden deutschen Hauptversammlung der freien kirchlich - sozialen Konferenz, für welche jetzt die Vorbereitungen im vollen Gange sind, taucht wohl in manchen Kreisen die Frage auf' Was will eigentlich die kirchlich-sozialeKonferenz und was hat die kurhessische Gruppe bis jetzt geleistet? Die Antwort auf die erste Frage lautet: Die freie kirchlich-soziale Konferenz will die Kräfte der evangelischen Christenheit mobil machen zur Beseitigung der sozialen Schäden unserer Zeit. In Verfolgung dieser Aufgabe hat sich die kurhessische Gruppe besonders zwei Ziele gesteckt, nämlich erstlich, ihre Mitglieder in die sozialen Fragen unserer Zeit einzuführen und zweitens, die christlich-nationale Arbeiter­bewegung zu unterstützen und zu fordern. Zur Erreichung des ersten Zieles hat sie sozial-poli­tische Erörterungsabende eingerichtet, in welcher die schwebenden sozialen Fragen besprochen wurden, so z. B. die Tarifverträge, Kartelle und Trusts, die Wohnungsfrage, das Koalitions­recht der Arbeiter, die christlichen Gewerkschaften u. a. Ferner hat sie zwei soziale Ausbildungs­kurse für Arbeiter veranstaltet, in welchen diese in die Alters-, Kranken- und Unfallversicherung, in die Bedeutung des Arbeitsvertrages und in die deutsche Reichsverfassung eingeführt wurden. Außerdem sind in dem Organe der kurhessischen Gruppe der kirchlich-sozialen Konferenz, im Evangelischen Vereinsboten" die verschieden­artigsten Probleme unserer Tage zurErörterung i gekommen.

Abschlagszahlung anzusehen. Unser Samm­lungsraum im Rathause ist bereits gedrückt voll. Und soll das Ganze nicht zur unübersichtlichen Masse werden und damit ganz seinen Zweck ver­fehlen, so müssen wir in absehbarer Zeit min­destens drei bis vier geräumige und dem Pu­blikum bequem zugängliche Zimmer für unsere Sammlung haben. Wir hegen die begründete Hoffnung, daß die Magistrat sich dieser Not­wendigkeit nicht verschließen, sondern sein In­teresse an unserm Unternehmen durch Ueberwei- sung weiterer Räumlichkeiten in einem städti­schen Gebäude betätigen wird.

Zu dieser dringenden Bitte zwingt uns das rasche Wachstum unserer Sammlung, die in den beiden Monaten Februar und März, abgesehen von den Leihgaben des Magistrats, die bereits früher gebucht wurden, sich durch Geschenke, Leihgaben und Käufe um 201 Nummern ver­mehrt hat. Wir verdanken diesen überraschen­den Erfolg dem fröhlichen Wetteifer unserer alten und neuen Freunde. So hat Herr Landes­rentmeister Stroinsky in seinem Bureau eine Sammelfiliale angelegt, von deren statt­lichen Ergebnissen wir das nächste Mal zu be­richten gedenken, wenn die erste Serie von Ge­genständen uns zur Verfügung gestellt sein wird. Frau Lipphardt, geb. Falck, hat in sehr dankenswerter Weise den Grund zu einer Sammlung städtischer Kostüme gelegt. Fräulein Hermine Klingelhöfer bat uns in Erinnerung an ihren verstorbenen Bruder, den Kunstmaler Klingelhöfer aus dessen Nachlaß u. a. eine Reihe von Ofenkacheln, gute Renaissancearbeiten des 17. Jahrhunderts übergeben und uns eine grö­ßere Masse von Eisenarbeiten zu mäßigem Preise überlassen. Wenn gerade diese Schmiede­arbeiten zurzeit die beste Abteilung der ganzen Sammlung bilden, so verdanken wir dies der rastlosen Tätigkeit unseres verehrten Vorstands­mitgliedes, des Herrn Kunstschlossermeister E. L a u b s ch e e r, der überall mit Glück nach älteren Eisenarbeiten sucht und sie in geschickter Weise herrichtet. Wie sehr das Interesse an unserem Unternehmen gewachsen ist und sich ver­allgemeinert hat, mag die folgende Liste be­weisen, durch die wir mit herzlichem Danke für die uns überwiesenen Geschenke und Leihgaben quittieren.

1. Hessische Ansichten. 4 Skizzen der Marburger Stadttore (Rentner L. Müller). Marburg und Auaustenruhe aus 1839 (Schorn­steinfegermeister Jahn). Fritzlar nach Bruin und Hogenberg (Rentner Mar Seippel). Karte der Landarafschaft Hessen-Kassel 1760-61 (Kauf­mann C. Schneider).

2. Hessische Persönlichkeiten. Prinzessin Luise und die Prinzessin Philipp und Georg, Kinder Landgraf Wilhelms VI.; Kur­fürst Friedrich Wilbelm I.; Adolf von Knigge; Otto Vilmar; die Professoren Sengler, L. von Rettbera (Prof. Wiegand).

3. -Marburger Drucke und Mar­burg Betreffendes. Joh. Arnds Para­diesgärtlein, I. G. Stock 1712 (Friseur Metzler).

Ihr zweites Ziel: die Unterstützung der christlich-nationalen Arbeiterbewegung hat bte kurhessische Gruppe zu erreichen gesucht, indem sie die Sache der evangelischen Arbeitervereine und der christlichen Gewerkschaften in Hessen nach Möglichkeit gefördert und auf die Gründung neuer Vereine gewirkt hat. Sie hat die Heran­bildung von Ärbeitersekretären unterstützt, in­dem sie zur Beschickung der großen sozialen Aus­bildungskurse in Berlin, Frankfurt und Dres­den durch einen hessischen Vertreter einen Teil der Kosten übernahm. Ferner hat sie zur Grün­dung der Casseler Rechtsberatungsstelle für Minderbemittelte die Anregung gegeben und bei ihrer Einrichtung in hervorragendem Maße sich beteiligt.

So sind es zwar keine großen Taten, welche die kurhessische Gruppe bis jetzt vollbracht hat- aber immerhin ist sie wie aus obigen Aus­führungen zu ersehen nicht müßig gewesen, sondern hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens zu leisten versucht, was sie bei der beschränkten Zahl ihrer Mitglieder und nach dem Maße ihrer Mittel leisten konnte. Größeres wird sie nur leisten können, wenn weitere Kreise sich an ihrer Arbeit beteiligen, und es ist wohl zu erwarten, daß die große deutsche Hauptversammlung in der zweiten Woche nach Ostern dazu beitragen wird, die Zahl ihrer Mitglieder und Freunde bedeutend zu vermehren.

+ Das Züchtigungsrecht der Lehrer. Der Vorstand des Preußischen Lehrervereins hat den Kultusminister peleten, beim Kaiserlichen Reichsjustizamte bewirken zu wollen, daß in der Novelle zur Strafprozeßordnung eine Bestim­mung ausgenommen werde, durch welche die

Predigten von Justus Feuerborn, Nik. Hampel 1960 (Bureaugehülfe Battenfeld). Dingel­stedts Gedicht an Sylvester Jordan (Eerichts- sekretär Wessel in Neustadt), Scheffersche Frie­denspredigt 1871, Krautzsche Friedensfestrede 1871, letzte Nummer desBoten von der Lahn" 1854, Festschrift des Verschönerungsvereins 1893, Abschiedsgedicht auf Professor Luthardt 1856 (Kaufmann C. Schneider). Beilagen zum Oberhessischen Provinzial-Wochenblatt 1844-47, Totenkränzchen für die von der Eymnasial- mauer erschlagenen Kinder 1846, Klein- schmidtsche Antrittspredigt 1838 und Jubelpre­digt 1863, Weintrauts Gedicht auf die Schlacht bei Leipzig 1863, Weintrauts Eedenkbüchlein zum Sängerfest 1845 (Herr E. H. Weintraut). Der Wahlkampf",Der Prozeß Colonus", F;st- schrift des Realprogymnasiums 1892 (Frau Lipphardt). Festgedicht auf Professor K. W. Justi 1840 (Prof. Wiegand).

4. Sonstige Drucksachen. Philipp Ni­colais Freudenspiegel 1617 (Friseur Metzler). Amtlicher Kalender für Kurhessen 1847 (Herr E. H. Weintraut). Hartmanns Unterricht von Verbesserung aller Uhren 1756 (Kaufmann C. Schneider). Konrad Ewangelienpredigten 1752, Unglückstage im Jahre 1838. Cansteinsche Bibel 1782 (Frau Lipphardt). Zollikofers Anreden und Gebete 1777 (Buchhalter Friedrich Rumpf). Heinrich Bündlings Buch über die ganze Heilige Schrift 1754 (Bildhauer Jos. Paffrath). Far­bige Karrikatur aus 1870 (Beigeordneter Schimpfs, Leihgabe).

5. Urkunden. 20 Urkunden und Urkun­dengruppen aus dem vernichteten Wildunger Stadtarchiv aus den Jahren 1588 bis 1805, z. T. militärischen Inhaltes, darunter auch ein Mar­burger Brief von 1662 (Rentner Max Seippel). Hypothekenbrief, Kirchenbuchauszug, kurhessi­scher Kriegsministerialbescheid, Regiments-Ab­schied (Rentner L. Müller). 2. Impfscheine, Pfandbrief, Zuschlagbescheid, Bürgerbrief (Frau Lipphardt). Regimentsabschied, Bürgerbrief, 2 Einquartierungsbillets (Dachdeckermeister Dau- ber). Aktenmappe der mecklenburgischen Bun­destagsgesandtschaft (Buchhalter Friedrich Rumpf).

6. Bauteile. Ofenkacheln mit dem Evan­gelisten Matthäus (Töpfermeister Keppler). 4. Tonfliesen und ein profilierter Sandstein mit der Jahreszahl 1651 aus dem Morschen Hause, Steinweg 40 (Maurermstr. Groth). 15 Kacheln und Kachelstücken, Renaissance, u. a. mit dem hessischen Wappen, dem reitenden Kurfürsten von Mainz, dem Doppeladler (Fräulein Klin­gelhöfer).

7. Eisenarbeiten. Vorhängeschloß. (Kaufmann C. Schneider). Türschloß und Kastenschloß (Töpfermeister C. Schneider). 5 ziselierte Kantenbeschläge von Truhen (Fräu­lein Klingelhöfer).

8. Hausgeräte. Kleiner Steingutkrug (Schlossermeister G. Laubscheer). Sog. Holländer Schnupftabaksdose (Rentner Max Seippel). 2 Goldwagen (Herr E. H. Weintraut, Rentner

Staatsanwaltschaft verpflichtet wird, eine Strafverfolgung wegen Überschreitung des Züchtigungsrechts durch Lehrer abzulehnen, wenn nicht durch einen beamteten Arzt (Kreis­arzt) bescheinigt wird, daß durch die Züchtigung eine Schädigung der Gesundheit erfolgt ist. Diese Bitte wird eingehend begründet. Inson­derheit wird auf die Allerhöchste Kabinettsorder vom 14. Mai 1825 hingewiesen, die bestimmt:

Wird das Maß der Züchtigung ohne wirk­liche Verletzung des Kindes überschritten, so soll dieses von der dem Schulwesen vorgesetzten Pro­vinzialbehörde durch angemessene Disziplinar­strafen an dem Lehrer geahndet werden. Wenn dagegen dem Kinde durch den Mißbrauch des Züchtigungsrechtes eine wirkliche Verletzung zu- gefügt wird, so soll der Lehrer nach den bestehen­den Gesetzen im gerichtlichen Wege bestraft werden."

Es wird nun gebeten, zu der Rechtsauffas­sung dieser Kabinettsorder zurückzukehren. Sie macht den Lehrer in vielen solcher Fälle, wie sie seit 1883 gerichtlich geahndet worden find, auch nicht straffrei, fordert ihn aber doch nicht auf die Anklagebank, wenn dem gezüchtigten Kinde kein Schaden geschehen ist, sondern weist diese Fälle der disziplinären Bestrafung zu. Man kann dieser Bitte nur dringend Erfolg wünschen.

+ Auf Veranlassung des Braunschweiger Magistrats ist in den Braunschweiger Bürger­schulen (Elementarschulen) eine Enquete über den Alkoholgenuß der Schulkinder veranstaltet worden. Danach trinken von 17 358 Kindern gelegentlich 5771 oder 33,2 pCt. Wein, 11497

Max Seippel). Nähschräubchen, kleine Mappe von 1836, Pantoffel als Häkelmuster, altes Pa­radehandtuch, Elaspokal mit eingeschliffenem Jagdstück, Henkelglas, 2 Tassen, Flasche für Baumöhl", 2 Blumenvasen (Frau Lipphardt). 4 Bilder verschiedenen Inhalts von Friseur Metzler, Rentner Adolf Metzler und Althändler Bamberger (2). 3 Gerahmte Silhuetten von Frau Lipphardt (2) und Rentner Adolf Metz­ler. 3 Spinnrockenbänder etwa aus den 30er Jahren (1 aus Allendorf bei Dautphe von Schreinermeister Friedrich Richter, 2 von Frau Lipphardt). Kästchen aus Strohmosaik und Schreibzeugkasten aus dem 18. Jahrhundert (Leihgaben der Frau Oberstleutnant Schimpfs in Darmstadt). Eetreidemaß mit dem Marbur­ger Eichstempel 1826 (Handelsmann Meyer Baum). Lichtputzschere mit Tablet (Bibliotheks­gehilfe Klingelhöfer). 10 Nippesfiguren und geschliffene Achatkugel (Frau Lipphardt). Del« gemälde, vermutlich König Friedrich I. von Preußen (Kunstmaler Giebel). Feuerzange (Installateur Scheidemann). Kinderspielzeug. Hahn aus Ton mit Papierschwanz (Beigeord­neter Schimpfs). Jagdbesteck in rotem Etui und Strohgeflechtetui mit Landschaften (Fräulr « Klingelhöfer).

9. Handwerksgeräte. Geschnitzter Hebel (Rentner L. Müller).

10. Kleidung und Schmuck. Drei wildlederne Knabenhosen von 1786, 1825 und ohne Jahr, letztere aus Kernbach bei Buchenau (Schornsteinfegermeister Buchenthal, Frl. Klin­gelhöfer und Metropolitan Klein), 3 Stülpchen aus Dreihausen (Schornsteinfegermeister Jahn), Sonntagsanzug der Frau Margarete Brög 1812 bis 1817, aus Rock und Mieder bestehend, Kat- tunschürze, Spitzenkragen, gehäkelte Haube, ge­stickter Kragen, Kragen mit doppeltem Spitzen­besatz, 3 Gürtelschnallen, Tragkissenbezug, 9 Kin­derhäubchen, Kinderjäckchen und Kinderunter­jäckchen (Frau Lipphardt). Zwei Bouquett- halter (Rentner Max Seippel, Frau Lipp­hardt). Ring aus rotem Achat und 6 ältere Seidenbänder (Frau Lipphardt). Spazierstock mit silberverziertem Horngriff (Bildhauer Jos. Paffrath).

11. Waffen. Pfeilspitze aus Soest (Rent­ner Max Seippel), Lanze der Vauerngarde aus Kappel (Konrad Preiß aus Kappel). Flinten­kugel im Eichenpfosten eines Hauses am Erü» gefunden (Bildhauer Jos. Paffrath), Kanonen» vollkuael, hinter der Rosensirosie gefunden1 (Feldhüter Müller), Jnfcmteriefäbek der Mar burger Bürgergarde (Beigeordneter Schimpfs), Schlepvsäbel mit Lederscheide, 3 Schrapnellzün- der, Schlagröhre, 3 halbe Patronenhülsen, 2 Pa­tronenrahmen, 4 Eewehrgeschosse für Zünd­nadel, Chassepot, Minis und Pistole, Kartät- schenkugel, Partonentasche der Bürgergarde (Beigeordneter Schimpfs, Leihgaben).

12. Münzen und Stempel. 9. Silber­heller von Landgraf Heinrich III. von Oberhes­sen um 1475 (Eerichtssekretär Wessel in Neu­stadt), 19 neuzeitliche Kupfer- und kleinere Sil-

(66,2 pCt.) Bier, 2019 (11,6 pCt.) Branntwein, 4707 (27,1 pCt.) Arrak, Kognak. Rum u. bergt Täglich trinken 140 (0,8 pCt.) Wein, 1517 (8,7 pCt.) Bier, 70 (0,4 pCt.) Branntwein, 191 (1,1 pCt.) Arrak, Rum, Kognak u. bergt Vor Be­ginn des Unterrichts genießen 78 (0,4 pCt.) Kinder alkoholische Getränke. Auf die Frage, wer Alkohol gern trinke, meldeten sich 6294 (36,3 pCt.) Kinder. In zahlreichen Fällen ist mitgeteilt worden, daß Eltern mit den Kindern bis Mitternacht, hier und da bis 4, 5, ja 6 Uhr morgens an Lustbarkeiten in Gasthäusern teik- genommen haben.

4- Die Gleichberechtigung der Mittelschulen. Im Braunschweigischen Landtage erklärte der Leiter des braunschweigischen Unterrichtsmini­steriums Geh. Rat Triebs: Es schweben wegen der Berechtigung der Oberrealschulen zum Stu­dium der Medizin Verhandlungen beim Bun­desrate, der ja hierüber das entscheidende Wort zu sprechen hat, und ich kann erklären, daß die braunschweigischen Stimmen in dieser Bezie­hung zugunsten der Oberrealschulen abgegeben werden, wenn auch die Auffassung der Kammer der Aerzte und Apotheker, sowie des Landes- 9J?ebi41,''f*nnpr>v<<; eine aeoen^eili"<* fsi. Da­gegen müsse die Regierung auf dem Standpunkte beharren, daß für das Studium der Theologie, Jurisprudenz und klassischec Philologie unbe­dingt die humanistische Eymnasialbildung er­forderlich sei; im übrigen verkenne fie die Be­deutung der übrigen Schulgattungen durchaus nicht. _____