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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Sonnlaa. 8. April 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Sttlog* Jo-. Stug. Koch, UmversttütS-Buchdrnckerei 4L Jahrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon o5.
Erstes Blatt.
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für das zweite Quartal 19 0 6 auf die
„OSerhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegengenommen.
KriminalstaMik 1904
Nach einer vorläufigen Zusammenstellung wurden im Jahre 1904 wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Strafgesetzbuch verurteilt 479 605 Personen, gegen andere Reichsgesetze 87 362 Personen, zusammen 516 917 Personen. Bemerkenswert ist, daß das Verhältnis der beiden Kategorien sich fortwährend dahin verschiebt, daß die Zahl der wegen Zuwiderhandlungen gegen andere Reichsgesetze stark wächst. Von 4,7 Proz. i. I. 1899 ist sie auf 7,2 Prozent i. I. 1904 angestiegen. Auch absolut betrachtet, ist deren Zunahme gross, sie stieg in der gleichen Zeit von 22 542 Fällen auf 37 362. Unter den neu hinzugekommenen reichsgesetzlichen Bestimmungen hatte das Verbot der Kinderarbeit eine große Zahl von Verurteilungen im Gefolge,1867, so daß dadurch die Summe der Zuwiderhandlungen gegen die Gewerbeordnung t. I. 1904 auf 29 851 — */s der ganzen Zahl ansteigt. Die anderen Zuwiderhandlungen dieser Klasse weisen durchweg geringere Zahlen auf. Die zweithöchste Zahl ergeben die verschiedenen Vergehen im Verkehr mit Nahrungsmitteln mit zusammen 3928 — 10,5 Proz. gegen die Konkursordnung 870—2,3 Proz. usw. Die Zahl der verurteilten Jugendlichen mit 522 = 1,4 Proz. ist bei dieser Kategorie von Verbrechen und Vergehen, die mehr im eigentlichen Erwerbsleben wurzelt, natürlicherweise gering. Die Höchstziffern mit 195 und 111 beziehen sich auf die Sonntagsruhe und die in der Eewerbe- «rdnung vorgeschriebenen Arbeiterschutzmatzregeln; größere Zahlen weisen noch der Nahrungsmittelverkehr, der Bruch des Heuerveriratzes und der Ladenschluß auf. Beachtenswert ist übrigens noch, daß 2 Jugendliche wegen Vergehen gegen das Pretzgesetz, einer sogar wegen unbefugter Annahme des Titels eines Patentanwaltes, bestraft wurden I Die Zahl im ganzen zeigt, trotz eines ab und zu wahrzunehmenden Schwankens eine Neigung zur Zunahme, die
17 (Nachdruck verboten.)
An der dänischen Grenze.
Roman von Dietrich Theben.
(Fortsetzung.)
Behrend gesellte sich wieder zu ihnen. Seine Mienen waren angespannt, seine Augen blitzten. Aber auch in der offenbaren Erregung blieb er Herr über sich.
„Adieu, kleine Wiebke," sagte er liebenswürdig. „Und bringe den Bruder Jens mit — und nicht zu spät kommen! — Lieber Herr Stür, das Nachmittagsschläfchen könnten Sie sich heut wohl schenken — und sich recht früh auf dem Hoyer- hof einstellen? Sind die anderen noch nicht da, zeige ich Ihnen die Wirtschaft. Also?"
„So um drei?" fragte Ocko.
„Oder um zwei — einverstanden."
Behrend trennte sich mit festem Händedruck, und Wiebke und Ocko gingen noch ein Stück auf dem Deiche zusammen, bis auch das Mädchen abbiegen mutzte.
Und dann stand Ocko allein auf der Deichhöhe und schaute der Gefährtin nach, wie sie leichtfüßig die schräge Binnendeichseite hinabsprang und elastisch auf dem Fußpfade dem brüderlichen Gehöft zueilte. Der Seewind blies kalt, bauschte ihm den offenen Ueberrock und zerrte an der Kopfbedeckung — der junge Mensch mit einem plötzlichen Lenzsturm im Herzen merkte es nicht. Er harrte auf der Stelle, so lange die schmiegsame Mädchengestalt zu sehen war, und schwenkte freudig die Mütze, als sie sich noch einmal flüchtig umschaute.
An der Mittagstafel konnte er kaum ein paar Viffen zu sich nehmen. Karen beobachtete ihn forschend, er merkte es nicht; Sven Stür fing ein paarmal ein Gespräch an, er faßte nur knapp den Sinn und erwiderte oberflächlich. Dabei fuhren ihm allerlei Nichtigkeiten durch den
indes nur unbedeutend über die Bevölkerungsvermehrung hinausgeht (8,1 Proz. gegen eine Vevölkerungsvermehrung von 7,8 Proz. für 1895 bis 1900). Auf die Verbrechen und Vergehen gegen das Strafgesetzbuch entfällt übrigens nur eine Vermehrung von 5,3 Proz., so daß diese also nicht unerheblich hinter der Bevölkerungszunahme zurückbleibt. Da diese Zuwiderhandlungen doch wohl wichtig für die Beurteilung der Kriminalverhältniffe sind, so kann man im allgemeinen mit der Entwicklung der Dinge zufriedener sein, als es beim ersten Blick auf die Gesamtzahlen scheinen könnte. Das Verhältnis der einzelnen Zuwiderhandlungen (die zu statistischen Zwecken in solche 1. gegen den Staat die öffentliche Ordnung und Religion, 2. gegen die Person, 3. gegen das Vermögen, und 4. im Amte eingeteilt werden) zu der Gesamtzahl ist in den Jahren seit 1899 im wesentlichen das gleiche geblieben. In den Jahren 1899, 1900, 1901, 1902, 1903 und 1904 betrugen die Verbrechen und Vergehen gegen den Staat usw. 17,0, 16,5, 16,7, 16,8, 17,1 und 18,6 Proz. der Gesamtzahl, die Verbrechen gegen die Person usw. 43.3, 43,2, 42,9, 42,1 und 42,6 Proz., die Verbrechen gegen das Vermögen 39,0, 40,0, 40,1, 40,8, 40,5 und 39,2 Proz., sowie endlich die Verbrechen im Amte 0,3, 0,3 0,3 0,3, 0,2 und 0.2 Proz. der Gesamtzahl. Einzeln betrachtet nimmt die erste Stelle — sowohl der Zahl nach mit 98 948 als dem Verhältnis nach, 20,6 Proz. — unter den Vergehen und Verbrechen gegen das Strafgesetzbuch die gefährliche Körpervev letzung ein. Deren Zunahme bleibt allerdings hinter dem Durchschnitt und bedeutend hinter derjenigen der Bevölkerung zurück. Fast gleich hoch steht die Zahl der Diebstahlsvergehen 98 875, auch über y3 der sämtlichen. Deren Zunahme entspricht dem Durchschnit und bleibt somit auch etwas hinter der Bevölkerungszunahme zurück. Ihnen folgen mit langem Abstand die verschre- denen Beleidigungsvergehen mit 60 915. Deren Zunahme beträgt 9,7 Proz., übersteigt also die Bevölkerungszunahme. Wieder mit langem Abstand folgen Betrug mit 25 788 und Unterschlagung mit 22 504, deren Vermehrung 6,3 und 11,4 Proz. betrug. Die Sachbeschädigungen mit 19 492 zeigen nur eine Zunahme von 3 Proz. Die höchste Zunahme zeigen die Sittlichkeilsvergehen (12 948) mit 22 Proz. und die Vergehen gegen das keimende Leben (634) mit gar 60,5 Proz.
llmfrhan.
Von der Lüderitzbucht-Eikenbahn in Deutsch-Südwestafrika.
Nachdem Mitte Dezember v. I. die Genehmigung des Bahnbaus durch den Reichstag erfolgt war, konnte nach der Ankunft einer genügenden Zahl von Arbeitern am 27. Dezember mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Bedarf an Arbeitern wird tunlichst durch die
Kopf, die sich auf Wiebke bezogen. Das Mädchen hatte — wohl aus der Anregung, die das Behrendsche Beispiel gegeben — Gummischuhe getragen. Die wollte er — in Tondern waren sie ja wohl zu haben — sich auch besorgen. Und für Karen mit. Er brauchte ja nur einen ihrer Schuhe heimlich mitzunehmen und konnte sie dann mit seiner praktischen Gabe noch freundlich überraschen. Auch eine Brosche Wiebkes war ihm aufgefallen; sie schien vonSilber zu sein und hatte die moderne Form, wie er sie in den Schaufenstern der Friedrichstraße in Berlin kennen gelernt hatte. Und die anderen nichtigen Wichtigkeiten: die mausgrauen wollenen Handschuhe, ein Haarpfeil mit blauem Stein, die Perlmutterknöpfe an dem enganliegenden Jacket, der Pelzbesatz des kleinen, runden, kleidsamen Hutes . . .
Er war der erste auf dem Hoyerhose und folgte Behrend mit Interesse durch die Wirtschaft, die überall von einer mustergültigen Ordnung war.
Wiebke kam als zweite.
„Wie — ohne Jens?" fragte Behrend. Sie hatte blühende Wangen und lachte.
„Der war noch nicht fertig — und ich hatte keine Geduld mehr."
Ein schamig-freudiger Blick traf Ocko und ließ auch ihn erglühen. Er haschte, während Martin Behrend als Führer voranging, nach ihrer Hand und fühlte sie weich und magnetisierend, warm und ein wenig bebend in der seinen. Die Pulse flogen ihm plötzlich, und er glaubte, das eigene Herz klopfen zu hören.
Nur mit Mühe vermochte er seine wallenden Empfindungen zu verbergen, und erst als die kleine Gesellschaft ziemlich vollzählig geworden war und Ablenkung bot, kam es wie eine selige, tiefe Ruhe über ihn. Wiebke saß ihm gegenüber, und die innigen Augen der beiden Jungen sag-
Eestellung von Eingeborenen gedeckt, doch werden außerdem für besondere Arbeiten auch Weiße herangezogen. Die Trassterarbeiten begannen mit dem schwersten Teil der Aufgabe: der Durchquerung des Dünengürtels. Die Arbeiten sind um so mühsamer, als in diesen Monaten oft nur einige Morgenstunden für 4>te Messungen windfrei genug sind. Am 31. Januar d. I. waren die Trassterarbeiten auf den ersten 28 Kilometern so weit gefördert, daß die Arbeiten am Unterbau auf der Anfangsstrecke begonnen werden konnten.
Die Matrikul arbeitrage der
Bundesstaaten
für 1906 betragen nach einer Berechnung des Reichsschatzamtes für:
Mark
Preußen 186 684 032 Bayern 23 513865 Sachsen 16 655 285
Vi ürtlemberg 8 341 018 Boden 7 4'6350 Hellen 4 440393 Mecklenburg-Schwerin . . 2 409 819 Sachsen-Weimar ... 1438798 Mecklevburg-Strelih. . . 406 818 Oldenburg....... 1582756
Blanillchweig 1811088 Sacksm-Müiningen . . . 994 152
Sachsen-Altenburg. . . . 772836
Sachsen Koburg-Gotha . . 910 169
Anhalt . ... 1253283
Schwar^b.-Sondershausen 820 762 schwarzb.-Rubolstadt . . 368 980
Waldeck 229646
Reuß alt Linie 271192
Reuß j. Lime 551970
Schaumburg Lippe . . . . 171018
Lippe 55 946
tiuuect 383 714
Bren en . " 891 662 Hamburg 3046516 Eliob Lo'hringen . 6 81'' 84
gegen 1905 ■'»ott (- 27091945 (— 4668 358 (— 33025 7 (- 1804 729 (- 1468143 (— 880123
(— 477644
(- 285182
(— 80 636
(- 313 714
(— 864 918
(- 197 050
(— 151183
(- 180 405
(— 248409
(- 63 578
(- 73136
(— 45 518
(— 53 753
(— 109 405
(- 33897
(— 101 206
(— 76056
(- 176 732
(- 603 845
t- 1 252 33->
Im ganzen haben die Bundesstaaten 222 253 462 Mark aufzubringen gegen 1905: 45 122 111 Mark weniger.
Die Anteile an dem Fehlbeträge des Rechnungsjahres 1904 betragen insgesamt 8 229 939 Mark, davon trägt Preußen für sich 4 640 726 Mark, Bayern 1 461 214 Mark, Sachsen 565 710 Mark, Württemberg 304 021 Mark.
Hamburgs Seeschiffahrt im ersten Vierteljahr 1906.
Nach den Ergebnissen des soeben beendeten ersten Vierteljahrs verspricht das laufende Jahr für den Seeschiffverkehr Hamburgs ein Jahr kräftig fortschreitender Entwicklung zu werden. 7269 Schiffe mit nahezu 5V> Millionen Nettoregistertons gingen im Hamburger Hafen während der verflossenen drei Monate aus und ein, das bedeutet den Resultaten des gleichen Zeit-
ten einander, was die Lippen vor sich selbst und der Umgebung noch zaghaft verschwiegen.
Erst am Abend fiel es auf, daß Jens Feder- tksen doch nicht nachgekommen war. Es beruhigte indes nicht, weil Jens Verliebtheit in seine Frau bekannt und es auch nicht das erste Mal war, daß er eine Zusage etwas eigenmächtig stillschweigend rückgängig zu machen beliebte.
Wiebkes Schwester war das knospende Seelenneigen der beiden Jungen nicht entgangen, und die Schelmenlust aller glücklichen Frauen kam über sie. da ein wenig mit die gütige Vorsehung zu spielen.
„Fa, wer bringt da Wiebke nach Hause — Du Ocko?" fragte sie mit einem kleinen aufmunternden Augenzwinkern.
Natürlich —"
„Ja, willst Du den Umweg machen?"
Ocko stand sogleich auf.
„Nein, so war das nicht gemeint," wandle Frau Tofohr lachend ein, „daß das nun gleich sein mutz!"
Wiebke saß unruhig.
„Aber bald — mö-6te ich doch —"
„Ach, es ist just eben erst acht —"
«Das wohl. Aber es ist sehr dunkel —"
„Du haft ja Deine Laterne, Kleine," foppte die Schwester.
„Und so stürmisch und natz —“
„I, feit wann ficht das Dich an?“
„Und Jens hat auch gesagt: nicht so spat —“ „Was? Ich denke, der wollte nachkommen?" „Ja, — ja — aber wenn er doch nicht tarne." Wiebke fühlte mehr als einen Schalksblick auf sich gerichtet uni) glühte verlegen.
Ihr Verbündeter suchte ihr zu Hülfe zu kommen.
„Ich — soll morgen nach Tondern — da heitzts auch früh ausstehen —" warf er mit ein.
raums im Jahre 1905 gegenüber ein Plus von 946 Schffen mit 444 000 Nettoregistertons. Der Schiffszahl nach hat also eine Steigerung von 15%, der Tonnage nach eine solche von 9y2% ftäftgefunben. Der transatlantische Verkehr" ist um 116 Schiffe, der Verkehr mit den europäischen Häsen um 830 Schiffe gewachsen.
Ausland.
Italien. Der römische Berichterstatter der „Etoile Belge" berichtet seinem Blatte: „Hier besteht ein aus hervorragenden Rechtsgelehrten zusammengesetzter Ausschuh, der die Güter der totenHand verwaltet und sie gegen die Anschläge des „Beraubungsstaates" (d. h. Frankreich) zn verteidigen hat. Diese Juristen haben neulich an den hl. Stuhl und an die zahlreichen rel' giösen Orden Italiens ein interessantes Runl schreiben gerichtet, in dem sie in Hinblit auf die Anschläge der französischen Reglern» gegen die Güter der Kirche und der toten Han die Befürchtung ausdrücken, die italienische R» gierung könnte dieses verdammungswürdig Beispiel wohl nachahmen. Die Orden werde» daher aufgefordett, nur im Noffall weitere liegende Güter in Italien anzukaufen und sie mit Hypotheken zu belasten, um ihren Wert zu vermindern. Die Kapitalien sollen in Deutschland angelegt werd en, da dieses Land wegen der Allmacht des katholischen Zentrums gegenwärtig die größten Bürgschaften gegen die Verfolgung und gegen die Be-""bung bietet. So sind bedeutende Kapitalien der katholischen Partei inPosenfürdieErwerb- u n g von E fitem vorgestreckt worden, um die Einsickerung der pro test an- tischen Deutschen in die polnische« Provinzen zu verhindein.“ Ein Kommentar zu dieser Meldung ist überflüssig?
Rutzland. Das von Rußland den Mächten unterbreitete Programm für eine zweite Friedenskonferenz schließt, einer Reutermeldunq zufolge, alle politischen Fragen aus und nimmt zunächst eine Verbesserung der Bestimmungen des Abkommen- betreffend Beilegung internationaler sStreit- fragen, soweit der Schiedsgerichtshof in Betracht kommt, in Aussicht. Unter den vorgefchlogenen Zusätzen zu diesem Abkommen befinden sich Bestimmungen, die die Gebräuche der Kriegführ- ung zu Lande, die Eröffnung der Feindseligkeiten und die Rechte der Neutralen regeln. Da, Programm sieht ferner zur Vervollständigung des Abkommens Bestimmungen vor über die Gebräuche bei der Kriegführung zur See, über das Seebombardement von Forts, das Lege« von Minen, die Umwandlung von Kauffahrtei, schiffen in Kriegsschiffe, das Privateigentum der Kriegführenden zur See, die Gewährung der Erlaubnis, an Kauffahrteischiffe, nach Beginn der Feindseligkeiten die Häfen zu verlassen, die Rechte der Neutralen auf See, die Frage der
„Ach so! Ja, wenn Ihr beide keine Zeit habt —!" deckte Frau Tofohr. „Da werden wir uns ja bequemen müssen .. Dann grüß zu Haus, Deem, und komm bald mal rüber zu uns .... Wenns aber Behrend übel nimmt, Mädel —"
Martin Behrend vrotestierte.
„Wiebke wird überzeugt fein, daß ich stets auf ihrer Seite stehe. Aber ehe Sie uns das Sonnenkind entführen, lieber Stür: kann ich alfo so im Laufe der Woche mal abends bei Ihnen anklopfen?"
Ocko bejahte lebhaft.
„Jeden Tag — welchen Sie wollen!"
„Also abgemacht."
Wiebke wurde von der Schwester sorglich eingehüllt, und fröhliche Rufe schwirrten hinter dem jungen Paare her.
Die Zurfickoebli ebenen schauten sich lachend und verständnisvoll an.
„Hm. Das scheint ja fast, als obs da auf beiden Seiten wie so'n Blitz eingeschlagen hätte," scherzte Tofohr.
Seine Frau neigte zum Ernst.
„Ocko gefällt mir —“ meinte sie sinnend. „Er wäre ein Mann für Wiebke. Aber das — müssen doch die beiden — mit sich ausmachen."
Sie sah auf Behrend. Früher hatte sie sich ihren Liebling ror,f>T auf dem o-Sorf-t,
und sie suchte in Behrends Zügen zu entziffern, wie er von der anscheinenden Wendung berührt war. Aber sein freundlich-heiteres Lächeln beruhigte sie. Er war Wiebke zugetan, darüber hegte sie keinen Zweifel, wohlwollend, freundschaftlich, gütig. Aber der kleine Gott mit dem Pfeil hatte da wohl nicht die Hände im Spiel, das sagte ihr seine Gleichmütigkeit, und das bestätigten ihr seine herzlichen Worte mit denen er ihr stummes Fragen beantwortete:
„Den beide« wolle« wir Gutes wünschen .
v . (Fortsetzung folgt.)