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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Zllustrirtes Sonntaasblatt.

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Vierteljährlicher BezugSpreir^ bet bet EAchition 2 ML, bet allen Postämtem 2,25 M. kC$ci. Bestellgeld).

ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder Deren Raum 10 Pfg, Reelamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag. 8. April 19(16.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Jsh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

41. Jahrg.

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Drittes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Der Allgemeine deutsche Schulverein.

Am 13. Juni 1906 wird der Allgemeine deutsche Schulverein zur Erhaltung des Deutsch­tums im Auslande (E. V) das Fest seines 25jäh. Bestehens feiern. Ein Vierteljahrhundert hin­durch hat er in geräuschloser Tätigkeit, aber mit Umsicht und Ausdauer, ohne Rücksicht auf Parteirichtung oder Bekenntnis, an der Erhal­tung des Deutschtums 'im Auslande gearbeitet und allmählich eine Organisation geschaffen, die sich über alle Erdteile erstreckt. Durch mah­nendes Wort und helfende Tat, insbesondere durch Unterstützung deutscher Auslandsschulen und Büchereien, durch Entsendung von Lehr­kräften, durch Zuweisung von Lehrmitteln und Schülerstipendien, hat er mitgewirkt, um sowohl in den Ländern der habsburgischen Krone die deutsche Sprachgrenze gegen den Ansturm frem­der Nationalitäten zu verteidigen als auch über See dem Nachwuchs unserer Auswanderer das kostbare Erbe deutscher Sprache und Bildung zu sichern. Manches ist erreicht, mehr bleibt zu tun. Auf allen seinen Arbeitsgebieten sieht sich der Verein heute vor neue und schwere Aufgaben gestellt. Noch ist der Streit um die nationalen Güter, die er verteidigt, überall unentschieden, die Zahl und Macht der Gegner vielfach, im Steigen begriffen. In Mähren und Südtirol sollen neue Hochschulen fremder Zunge als Herde des Kampfes gegen unser Volkstum erstehn. Wohl geht über See, wie sich kürzlich in den Schillerfeiern gezeigt hat, ein frischer Zug durch die deutschen Gemüter und drängt zur Gründung neuer Schulen und Lehrern.'reine. Aber auch hier, und gerade in der ersten Entwicklungszeit am dringendsten, wird eine Nachhülfe aus der Heimat begehrt. Der Allgemeine dutsche Schul- rerein hat in den 25 Jahren seines Bestehens bei unentgeltlicher Verwaltung etwa 2 Millionen Mark seinen Zwecken zuführen können. Aber wie verschwindend klein ist die Summe gegen­über den wachsenden Bedürfnisien, wie gering die Zahl seiner Mitglieder im Vergleich zu der Größe der Aufgaben, die es zu erfüllen gilt! Eine Anzahl von hervorragenden Männern aus ollen Berufen ist daher zusammengetreten, um dem Verein aus Anlaß feines bevorstehenden Jubiläums durch eine Sammlung eine größere Spende zur Verfügung zu stellen; sie richten an die deutschgestnnten Kreise die herzliche und dringende Bitte, sie in diesem Vorhaben durch reichliche Beiträge unterstützen zu wollen. Sie rechnen dabei auf alle, die mit uns in dem deut­schen Volk eine durch Abstammung, Sprache und Sitte begründete Kulturgemeinschaft erhlicken, welche die über den Erdball zerstreuten Deut­schen umfaßt und eint; auf alle, die es als eine nationale Pflicht erkennen, den im schweren

Heer irb Flotte.

s Der neue französische Linienschiffstyp weist folgende Maße und Eigenschaften auf: Deplace­ment 18 000 Tonen, Länge 145 Meter, Breite 25,65 Meter, Tiefgang 8,44 Meter. Die Ma­schinen indizieren 22 500 Pferdekräfte und er­zielen eine durchschnittliche Fahrtleistung von 19 Knoten in der Stunde. Der Aktionsradius bei einer Geschwindigkeit von 10 Knoten und normalen Kohlenvorräte beträgt 4000 See­meilen, er kann aber bei Anwendung der Höchst­geschwindigkeit und entsprechend größerem Koh­lenverbrauch, auf 8500 Seemeilen gesteigert wer­den. Die Artillerie besteht aus vier 30,5 Zenti­meter-, zwölf 24 Zentimeter-, sechszehn 7,5 Zenti­meter- und acht 4,7 Zentimeter-Geschützen. Die Besatzung beträgt 31 Offiziere und 690 Mann. Frankreich hat also, wie diese Angaben erkennen lassen, sowohl im Tonnengehalt wie in der artilleristischen Ausrüstung seinen neuesten Linienschiffstyp dem englischen Vorbilde ange­paßt, das in der am 10. Februar vom Stapel gelaufenenDreadnought" das erste englische Schlachtschiff mit einheitlich schwerer Armierung darstellt. Dagegen [rfjeint sich die französische Admiralität zur Ausnahme des Turbinen-Ma- schinensystems, wie dies in England geschehen ist, nicht entschlossen zu haben. Jndesien ist es nicht unmöglich, daß von den 6 Linienfchiffen, die in den erwähnten Maßen erbaut werden sollen, Vines oder das andere mit einer Turbinenanlage »ersehen wird, wenn die in der englischen Ma­rine gemachten Erfahrungen noch mehr als bis­her die Vorzüge dieses Systems bestätigen sollten. Am 26. d, Mts. hält der oberste Marrnekriegs- ?at eine Sitzung ab. Neben verschiedenen fach- echnischen Angelegenheiten wird er sich mit der

Erhaltungskampfe gegen Vergewaltigung durch fremdsprachliche Volksstämme begriffenen Stam- mesgenossen das Rückgrat zu stärken. Sie rech­nen insbesondere auf diejenigen, welche die Ueberzeugung haben, daß die Erhaltung und Förderung des Deutschtums im Auslande nicht nur von idealer, sondern, wie die Handelskam­mer von Hamburg es kürzlich ausgesprochen hat, gleichzeitig von größter wirtschaftlicher Bedeu­tung ist, indem der Nutzen, den die deutschen Auslandschulen in nationaler und kultureller Beziehung bewirken, auch dem deutschen Handel mit zugute kommt. Wenn wir sehen, wie das minder zahlreiche Volk der Franzosen die Alliance Francaise, das ärmere Volk der Ita­liener die Lega Nazionale und den Kampfverein Dante Alighieri für ähnliche Zwecke mit fast unbegrenzten Mitteln unterstützt, werden wir nicht kleinmütig und gleichgültig die Hände in den Schoß legen wollen, auf die Ge­fahr hin, in dem großen Wettstreit der Natio­nalitäten rühmlos zu unterliegen. Möchte die Welt erfahren, daß heute ein Deutsches Reich vorhanden ist, ein nicht nur staatlich, sondern geistig, seelisch, innerlich geschloffenes, deffen Arm die Spannkraft besitzt, sich über Meere zu er­strecken, und deffen Herz die Mutterpflicht ge­lernt hat, ein Kind nicht darum verloren gehen zu laffen, weil es außerhalb der Grenzpfähle seiner Heimat wohnt. Zur Entgegennahme von Beiträgen für dieJubelspende des Allgemei­nen deutschen Schulvereins" ist der erste Schatz­meister des Allgemeinen deutschen Schulvereins, Vankherr H. Sauvage, Berlin W., Taubenstraße 15, bereit. Jede, auch die kleinste Gabe ist will­kommen.

Tie Elk cmkunls des Reichskanzle's

Berlin, 6. April. Fürst Bülow befindet sich nach einer sehr gut verbrachten Nacht frisch und bei vollstem Bewußtsein. Die ihn behandelnden Aerzte sind mit seinem Zustande durchaus zu­frieden.

Berlin, 6. April. DieNordd. Allg. Ztg." berichtet: Irgendwelche Erscheinungen krank­hafter Art sind bei dem Fürsten Bülow nicht mehr aufgetreten. Für den heutigen Tag wird der Fürst vermutlich das Schlafzimmer noch nicht verlaffen können. Im übrigen hat die Erholung so gute Fortschritte gemacht, daß der Reichskanz­ler bereits Lektüre verlangt hat.

London, 6. April. DerDaily Telegraph" schreibt: Der beunruhigende Zwischenfall int Deutschen Reichstage hat Kaiser Wilhelm Ge­legenheit gegeben, dem Fürsten Bülow seine Wertschätzung zu bekunden In der Marokko­frage hatte der Reichskanzler den Erfolg, einer Weiterentwickelung der marokkanischen Fragen auf der Linie des englisch-französischen und des französisch-spanischen Abkommens Einhalt zu tun. Freilich sei die Zukunft Marokkos noch nicht endqiltig festgelegt. DerStandard" schreibt: Wir hoffen aufrichtig, daß Fürst Bülow dem Amte, dem er zur Zierde gereicht, bald wie­dergegeben wird. Kein einziges Wort seiner gestrigen Rede hat die Eigenliebe der Franzo-

Frage der Einführung der zweijährigen Dienst­zeit in der Marine und mit dem gegenwärtigen Stand der Verteilung der französischen Flotten­geschwader zu beschäftigen haben. Das Ergeb­nis dieser Beratungen wird, wenn auch nicht unmittelbar, voraussichtlich fein, daß auch Frank­reich, wie es England bereits 1904 getan hat, den Schwerpunkt seiner Seegewalt vom Mittel- tneer in den Kanal verlegt.

Der kommandierende General des XIV. französischen Armeekorps, General Lacroix, hat an die ihm unterstellten Truppen ein Rund­schreiben erlassen, worin er die von ihm be­merkten Fehler im Anmarsch der Infanterie zum Gefecht und im Angriff hervorhebt. Seine Be.wrkungen verdienen Beachtung, weil sie seine Aufsaffung vom modernen Jnfanteriege- fecht oucdrücken. Sie beziehen sich auf mangel­hafte Sichet ung der Eros beim Anmarsch sowohl in der Bewegung als im Halten. Die Eros glaubten sich immer durch die Avantgarde ge­nügend gesichert. Das fei eine Torheit, i»r die Sicherung ihrer Flanken und ihres Rücken- »-ien sie selbst verantwortlich und hätten dazu Pa­trouillen abzuzweigen Ferner wird die ver­frühte Besetzung von Stellungen getadelt, bevor die Anmarschrichtung des Gegners sicher festge­stellt ist, wodurch, namentlich in großen Verbän­den, sich Schwierigkeiten ergeben, einem anders als erwartet erfolgenden Angriff s^ ' "maß entgegenzutreten. So lange die Anmc Ach­tung des Gegners noch nicht feststehe, genüge der Führer allein in der Stellung zum Sehen und Erkundigen, die Truppe in Bereitschaft gedeckt hinter dieser, so daß sie stets bewegungsfähig bleibe. Geringe Sorgfalt in Bezug auf Deckung in der Feuerlinie hat der General bemerkt. Man versäume oft, die Schützen sich hinter vorhan­

sen oder ihre Empfindlichkeit verletzen oder den Argwohn Großbritanniens erwecken können. DieTimes" schreiben zu der Erkrankung des Reichskanzlers: Wir können nur hoffen, daß das Nachlaffen der allgemeinen politischen Spann­ung infolge des befriedigenden Ausganges der Konferenz von Algeciras zur Genesung des Reichskanzlers und zur baldigen Wiederauf­nahme seiner Amtsgeschäfte beiträgt. Die Morning Post" widmet dem Reichskanzlers Worte der Sympathie und erklärt, die Rede des Fürsten Bülow zeige, daß die deutsche Ma­rokkopolitik nur ein großes Ziel hatte, nämlich die Aufrechterhaltung des Ansehens Deutsch­lands.

Die Konferenz in Algeciras.

Wie ein Telegramm derFrkf. Ztg." aus Algeciras von gestern, 6. April, berichtet, läßt sich über den Eindruck, den das Ergebnis der Konferenz in Marokko gemacht hat, auf Grund von dieser Tage an Ort und Stelle eingezogenen Erkundigungen folgendes sagen: Manche dort lebenden Deutschen sind nicht befriedigt. Fragt man aber, was sie eigentlich gewollt haben, so bleiben sie die Antwort schuldig. Die Englän­der und Spanier in Marokko, die bekanntlich die Haltung ihrer Regierung auf der Konferenz nicht billigen, erklären allgemein, Deutschland habe fein Programm int Jntereffe aller ge­wahrt. Von der Bank und dem neuen Ver­fahren bei der Vergebung von öffentlichen Ar­beiten und Konzessionen verspricht man sich gute Erfolge für den aufblühenden Handel und das Gewerbe. Die gebildeten Marokkaner erkennen Deutschlands Eintreten für Marokko gegen die französischen Machtgelüste an. Sie erklären, es sei viel gewonnen dadurch, daß die politische Selbständigkeit des Landes gewahrt und feine wirtschaftliche Monopolisierung durch eine ein­zelne Macht verhindert wurde.

Eourrieres.

Lens, 6. April. Heute Nacht kam es in Villy- Montigny wiederum zu einem heftigen Kra­wall, da ein Angestellter der Kompagnie die Heberrefte von drei Opfern fortbringen laffen wollte, ohne die Agnoszierung durch die Ver­wandten abzuwarten. Der Staatsanwalt Va- raton von Arras, der das gegen die Ingenieure von Courrieres eingeleitete Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet, stieg gestern mit den Ingenieuren Leon und Weiß in Schacht 2 ab und drang bis zum ursprünglichen, jetzt erloschenen Brandherd auf Grube 3 vor, wo durch Lampenversuche das Vorhandensein von Kohlenoxyd festaestellt wurde. Wegen des Aus­standes findet heute in Lens ein neuer Dele­giertenkongreß der Bergarbeitersyndikate statt, um über die neuen. Konzessionen der Kompag­nie zu beraten. Man erwartet nach dem mit Genugtuung aufgenommenen Beschluß derKam- met gegen die Kompagnie, und nachdem nun­mehr das Rechtsverfahren gegen die Schuldigen an der Katastrophe eröffnet ist, die baldige Bei­legung des Streiks.

denen Erdwallen decken zu laffen, die Leute so zu schulen, daß sie liegend nicht mehr zeigen, als durchaus nötig fei, sich nur so lange mit Kopf und Schulter vom Boden zu erheben, als es das Abfeuern der befohlenen Patronenzahl verlange, sie anzuweifen, die Tornister als Deckung vor sich zu legen. Das noch immer erfolgende Drük- ken von Vorgesetzten auf dichte, ununterbrochene und starre Schützenlinien wird getadelt, die Feuerlinie müsse Gruppen von Kämpfern mit wechselnden, zumeist Durch Eeländedeckung be­stimmten Zwischenräumen aufweisen, die gegen­seitig ihre Sprünge vorwärts (oder rückwärts) durch Feuer unterstützen könnten. Das sei bei einer ununterbrochenen Schützenlinie nicht mög­lich, da die springenden Teile zumeist die liegen bleibenden maskierten. Häufig versäumen die Zugführer, ihren Leuten vorauseilend, ihnen den Weg in die nächste Feuerstellung zu zeigen, wohin sie dann in Sprüngen zu fchwärmen oder Mann für Mann, je nach den Deckungsverhält- niffen, auf einen Wink nachzueilen hätten. Zu langsam entschließe man sich, die durcheinander gekommenen Verbände in Deckungen neu zu ordnen, verfügbar gewordene Abteilungen (z. B.) Flankendeckungen) zu ordnen und zurecht zu schieben für neue Verwendung. General Lacroix verkennt nicht, daß diese Fehler zum Teil ihren Grund haben in dem raschen Durch treiben von Gefechten bei Manövern und Earnisoniibungen, bei denen Gefechte an einem Tage erledigt wer­den, die sonst mehrere Tage dauern würden, verlangt aber, daß bei den Hebungen der Kom­pagnien und Bataillone, wo die nötige Zeit fei, und in der Einzelausbildung diese Fehler aus der Truppe herausgebracht werden.

Erfreulicherweise werden die meisten Schlachtschiffe nicht durch den blutigen Ernst

Lens, 6. April. Der Ausstand ist in alle« Gruben vollständig durchgeführt, ausgenommen in den Gruben von Vruay, wo die Arbeit fort» gefetzt wird. Die Nacht ist ruhig verlaufen.

Lens, 6. April. Der heute Morgen unter Vorsitz Baslys zusammengetretene Kongreß der Delegierten der Bergarbeiter in den Kohlen­becken Anzin, Nord und Pas-de-Calais beschloß, an den Forderungen der Bergarbeiter festzu- halten.

Paris, 6 .April. Im Publikum herrscht all» mein Empörung über den Unfug, der mit den geretteten Bergleuten Nemy und Pruvost ge­trieben wird. Die ärmsten sind einigen erbar­mungslosen Wichtigtuern in die Hände gefal­len und werden hier in der Großstadt den nie fehlenden Maulaffen als Wundertiers vorge­führt. Gestern führte man sie zum Präsidenten Fallidres, auf die Redaktion desMatin", in Eafös, zum Rennplatz, in Singspielhallen, hielt ihnen Reden und setzte ihnen Sekt vor, bett sie doch nicht trinken dürfen, und hat sonst noch tausend Narrheiten mit ihnen getrieben. Dabei sehen die Bergleute so jämerlich und so müde aus, daß sie sich vermutlich lieber schlafen legen würden.

Paris, 7. April. Den Ingenieuren von Cour­rieres ist ein Entlastungszeuge in der Person des geretteten Bergmannss Nemy entstanden. Nemy erklärt es für eine Fabel, daß nach bet Explosion noch Hunderte von Arbeitern in den Gruben am Leben gewesen wären; er und seine 12 Kameraden hätten zwanzig Tage lang die Grube nach allen Richtungen durchstreift und kein lebendes Wesen gesehen. Niemand habe ihre Rufe beantwortet.

Saarbrücken. Die auf den königlichen Saar­gruben beschäftigten Bergarbeiter hatten für die Hinterbliebenen der Opfer von Courrieres 5000 M zusammengelegt. Der Vorsitzende bet königlichen Vergwerksdirektion, Krümmer, er­hielt nun von bet deutschen Botschaft in Paris ein Dankschreiben, nach welchem die französische Regierung die Gabe und das Mitgefühl bet deutschen Bergleute hoch anerkennt und den Gebern ihren aufrichtigen Dank sagen läßt.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. April.

Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern den gewohnten Spaziergang und folgte mittags einer Einladung des Fürsten Henckel von Donnersmarck zur Tafel.

Das Befinden bet Prinzessin Eitel Friedrich hat sich in den letzten Tagen so gebes­sert,-daß die Prinzessin gestern zum erstenmal» das Zimmer verlaffen konnte.

Die neue preußische Eisenbahnvorlag, sieht 1. für Herstellung von Eisenbahnen und Beschaffung der erforderlichen Betriebsmittel 89 850 000 X, 2. zur Anlage zweiter Gleise und Gleisveränderungen auf den Vabnhöfen 68 504 000 M, 3. zu Bauausführungen 7 793 000 Mark, 4. zur Beschaffung von Betriebsmitteln für die bereits bestehenden Staatsbahnen 100 Millionen, 5. zur Förderung des Baues von Kleinbahnen 5 Mill. Mark vor.

des Kriegs, sondern durch die Schwächen des zu­nehmenden Alters, durch die fortfrbreitenbe Ent­wertung ihrer technischen und taktischen Eigen­schaftenaußer Gefahr gesetzt" unb zur Vernich­tung gebracht. So steht die aktive italienische Schlachtflotte, wie sich ben in bet Kammer kürz­lich erfolgten amtlichen Erklärungen entnehmen läßt, mit einem Bauwert von runb 570 Mill. cW zu Buche. Ihr tatsächlicher Wert gegenwär­tig wurde von dem Chef der Marineverwaltung mit 390 Mill, «M. annegeben. Die eigentlichen Kampfschiffe haben 290,4 Mill. M gekostet, ge­genwärtig kann ihr maierillet Wert nur noch auf 185 Mill. <M veranschlagt werden. In ver­hältnismäßig kurzer Zeit ist also der Wert bet Schlachtschiffe nahezu auf bte Hälfte bes An­schaffungswertes zurückgegangen. Je alter bas Schiff wirb, besto schneller geht sein Wert zurück. Die 1880 unb 1883 mit einem Kostenoufwande von je 24,5 Mill, «,4t erbauten Schlachtsan ff« Italia" unbLepanto" sind heute sebr stark entwertet; ihr Buchwert beträgt nur noch 9 Mill. M. Kein Jahr geht an ben Schiffen in dieser Hinsicht spurlos vorüber. An demBene­detta Vrin", der im Jahre 1905 vom Stapel lief und mit nahezu 26,5 Millionen M das kostbarst« Fahrzeug der italienischen Kriegsflotte dar« stellte, ist bereits eine Abschreibung in Höhe von fast y2 Mill. M vorgenommen. Dasselbe ist bei derRegina Marguerita" geschehen. Aber wenn auch das einzelne Schiff zu Grunde geht, bi« Flotte bleibt, unb bie bafür aufgewendeten Aus­gaben, so hoch sie sein mögen, sind geringfügig im Vergleich zu den unschätzbaren Diensten, bi« sie einer auf den See- und Welthandel ange­wiesenen Nation leistet.