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Der Generasstaatsanwalt in heute die gerichtliche Enter« Ingenieure, welche di« Ret» Tourrieres unternommen

k», um ihn gegen Sonnenlicht zu schütze«. So wurde er in das besondere Lazarett gebracht. Die Nachricht verbreitete sich rasch. Eine große Menge ging zu dem Eingang des Schachtes. Dragoner magren zum Schutze herangezogen werden. Zwei Beizte wurden telephonisch her­beigerufen, die Seiten, der nicht sehr gelitten zu haben schien, die erste Pfleg« angedeihen ließen. Verton fand bei den Toten ausreichend« Nah­rungsmittel. Nach den ersten Erklärungen Ver- tons, der versichert, er sei der einzig lleoer­leb ende des Schachtes, hegt man keine Hoffnung mehr, andere Opfer bergen zu können.

Lens, 4. April. Die Beine Bertons sind mit zahlreichen, jedoch wenig tiefen Wunden bedeckt. Verton glaubte, daß er acht Tage in der Grube gewesen sei; während dieser Zeit trank er Kaffee und Branntwein, den er in den Feldflaschen der Toten fand. Als er endlich glaubte, nicht mehr auf Rettung rechnen zu können, suchte er nach einer Axt, um sich die Hand abzuhacken und so den Tod schneller herbeizu führen. Rach seiner Rettung wollte Betton, der mit einer dichten Kohlenschicht bedeckt war, sich selbst mit Hilfe seiner Frau, die ihn weinend umarmte, waschen. Berten erzählt, daß er am Tage der Explosion bei dem Versuche, sich zu retten, hinfiel, und dann einschlief. Als er erwachte, war er allein und in vollständiger Dunkelheit. Er wurde von Er­brechen befallen und schlief darauf in einem Förderwagen. Nachdem er geschlafen hatte, fuhr er fort, in den Galetten umherzuirren. Er schnitt sich mit der Axt einige Stücke Fleisch von einem getöteten Pferde ab, konnte sie aber nicht genießen. Die Erinnerung war ihm verloren gegangen. Nachdem er nochmals geschlafen hatte, nahm er von neuem seine Wanderung auf und stieg in den Josephinenschacht hrnab, wo er Vor­räte fand; dort nahm er auch Kleider und Echuh- geug von Toten, um sich gegen Kälte zu schützen.

Lens, 4. April. Bei den Minen von Sallau- mines sind große Menschenmasien versammelt. Busschreitungen waren bis gestern Abend nicht vorgekommen. Der Minister der Oeffentlichen Arbeiten und der Präfekt haben dem heute ge­retteten Bergmann Betton ihre Glückwünsche übermittelt.

Bon den dreizehn am 30. April Geretteten wurde zwölf gestattet, sich nach Haufe zu be­geben. Nur einet wurde wegen heftigen Fie­bers im Lazarett behatten.

Pari», 4. April. Im Laufe des heutigen vormittags fand im Justizministerium eine Un­terredung zwischen dem Ministerpräsidenten und btm Minister bet öffentlichen Arbeiten statt, in- folgt deren die Staatsanwaltschaft in Douai er­sucht wurde, sofott eine neue Untersuchung ein« gleiten, um diejenigen zu ermitteln, die für den Verlauf der in den Bergwerken von Tourrieres vorgenommenen Rettungsarbeiten verantwort­

lich sind.

Leu», 4. April. Douai eröffnete luchung gegen die tungsarbeiten in haben, f.

Deutsche- Reich.

I Berlin, 8. April.

i -Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern Mittwoch vormittag einen Spaziergang, hatte eine Besprechung mit dem Staatssekretär v. Tschirschky und Bögendorft, hörte im Königl. Schlosse die Vorttäge des Staatssekretärs Krätte und des Ehefs des Zivilkabinetts Dr. v. Luca- vus, und empfing um 12 Uhr General v. Rabe, Frhrn. x Brandenstein und Dr. jur. Lewin« Stölptng. Zur Frühstückstafel waren geladen Fürst Salm-Horstmar und Gesandter Prinz Max Ratibor. Abends folgte der Kaiser einer Einladung des amettkanischen Botschafters Eharlemagne Tower zum Diner. Das Kaiser- vaar wird in der zweiten Hälfte des Monats Mai zu längerem Aufenthalt in Schloß Urvill« bei Metz erwartet.

Das fürstliche Haus Schaumburg-Lipp« hat zu gleicher Zeit zwei Todesfälle zu beklagen. Wie aus Rachod in Böhmen gemeldet wird, ist hott gestern Pttnz Wilhelm von Schaumburg- Lippe früh 4 Uhr plötzlich am Herzschlag ver­schieden und um 9 Uhr starb Prinzessin Friedrich in Schaumburg-Lippe. (Dieser Zweig des Hau­ses Schaumburg-Lippe ist seit einigen Jahrzehn­ten in Oesterreich seßhaft. Prinz Wilhelm war «in Onkel des regierenden Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe. Er war Besitzer der Herr­schaft Rachod in Böhmen, österreichischer Gene­ral und Herrenhausmitglied. Bon seinen sieben Kindern ist das älteste die Königin Charlotte von Württemberg. Sein ältester Cohn, Pttnz Fttedttch, war mit Prinzessin Luise von Däne­mark, der ältesten Tochter des regierenden Kö­nigs, verheiratet. Diese Dame ist es, die gestern gleichfalls starb. Cie war 31, ihr Schwieger­vater 71 Jahre alt).

Zur Eisenbahn - Tarifreform macht die ^iordd. Allgem. Zeitung" folgende Mitteilung: ,8m 2. und 3. April haben in Berlin Käufer en- Et der Vertreter der deutschen Regierungen er die Ausführung der bisher zu der geplanten Reforrn der Personen- und Gepäcktattfe gefaßten Beschlüsse stattgefunden. Wenn auch einige Re- ßerringen sich ihre endgülttgen Entschließungen 8 zur Erörterung in den gesetzgebenden Kör- verschaften Vorbehalten mutzten, so haben die Beratungen doch das erfreulich« Ergebnis ge­habt datz jetzt ohne Verzug an di« Ausführungs­arbeiten herangetreten werden kann. Einige »och nicht völlig geklärte Fragen werde« durch Ausschüsse durchgearbeitet werden. Zur voll­ständigen Umarbeitung der Tarif- und Abfer- rigungsvorschttsten, zum Druck der neuen Fahr­ratten und sonstigen Matettalien und zur Aus­stattung der Dienststellen mit diesem Matettal stnd indesien noch sehr zeitraubende Arbeiten «forderlich, so daß bis zur Einführung der neuen Personen- und Gepäcktarife noch eine geraume ßett vergehen wird." Dafür hätte es keiner

Eisenbahn

MarhurgDreihaufe«RScke ober MarburgDreihaufe«Loudsrf.

Bei dem großen Jnteresie, welches der Frage der Fottführung unserer Kreisbahn nach einer Anschlußstrecke entgegengebracht wird, bringen wir hiermit in Ergänzung unserer bereits ge­brachten Mitteilung über den durch Regierungs­baumeister Sardemann im letzten Kreistag er­statteten Bericht diesen ausführlich zur Kennt­nis unserer Leser. Der Referent führte folgen­des aus:

Die Bahnlinie Dreihaufen-Mücke berühtt die Orte bezw. zieht in ihren Kreis: Roßberg, Wermertshausen (preutzisch), Höingen, Schaden« bach, Rüddingshausen, Appenborn, Weiters« Hain, Bernsfeld, Atzenhain, Merlau, Mücke (hessisch).

Bon Mücke, Station bei Strecke Eießen- Fulda, 29 Kilometer von Gießen, geht bie 25 Kilometer lange Staatsbahn über Lauterbach nach Hungen. Station bet Strecke Gießen-Eeln- hausen (22 Kilometer von Gießen). Von Hun­gen geht bie Bahn weiter nach Friedberg (24 Kilometer).

Es existiett ein Komitee zur Errichtung einer Bahnlinie von Mucke nach Ulrichstein, bem Herzen des Vogelsberg, welches in bei Luftlinie etwa 13 Kilometet von Mücke liegt.

Die Ctiecke Dteihausen-Wetmettshausen- Mäcke ist 19,6 Kilometer lang, von beiten etwa 6 Kilometer in unserem Kreise liegen. Di« Linie ist leicht zu bauen, große Echwiettgkeiten macht aber bie Einführung in ben Staatsbahn­hof von Mücke. Für bie Einführung ist auf bie Strecke Mücke-Ulrichstein Rücksicht genommen. Kommt bas Projett so zur Ausführung, so kön­nen Güter von Ulrichstein direkt bis Marburg gehen, ohne bie Ctaatsbahn zu berühren. In Hessen-Darmstadt besteht auch bas Kleinbahn- Gesetz nicht; ein Verfrachter an ben Linien Gießen-Fulba ober Eießen-Gelnhausen kann also ben Weg Mücke-Marburg verschreiben, währenb also in Preußen umgekehrt bie Staats­bahn den Durchgangsverkehr untersagt.

Die 19,6 Kilometer kosten nach bem

generellen Bauprojekt Eiunder- werb Tit. 1 270000 Jt

Tit. 2, 15 Bar n- Betriebsmittel 1846000 <M

blonderen Versicherung bedurft, denn das bis­herige Tempo in der Erledigung der Tarif­reform ist so langweilig, daß man nachgerade bie Geduld verloren hat, ein positives Ergebnis ja ermatten.

Der Ausschuß bet Preußischen Letzte- fanmern hat am 3. April im Sitzungssaal bes Medizinalministettums zu Berlin getagt Zum Vorsitzenden wurde Lent (Rheinprovinz), zu« Stellvertreter Lsbker (Westfalen) gewählt, zu Mitgliedern des Ebrengettchtshofes Lent, Löb- ker, Körner und 5>attrnann. Hinsichtlich der Bahnarztverträge soll eine Denkschrift bem Kul- tusminister übersandt werben mit bei Bitte, sie bem Eisenbahnminister weiterzugeben unb bei diesem eine Audienz zu erwirken. Hartmann wurde beauftragt eine weitere Denkschrift aus« zuabeiten, durch welche sämtliche Kammern zu einer einheitlichen Organilatton bei Bertrag- kommissionen veranlaßt werden sollen. Zu dem Anttage der Kammei Beilin-Brandenbuig über Vorschläge für b^e Revision bes deutschen Straf­gesetzbuches (ärztliche Schweigepflicht) wurde be­schlossen, bie Kammern aufzufordern, sämtlich ans den Gegenstand gründlich einzugehen. Ab- gekehnt wurde ein Antrag ber Aerztekammer Leipzig über bie Herausgabe einer Reichs-Hand- verkaufstaxe. Hinsichtlich bes Antrages der rhei- nischen Aerztekammer betreffend Verschmelzung der drei fojialen Gesetze ist dasDotum des Kam­merausschusses dem Medizinalminister zur Kenntnis gebracht worden. Der Minister hat «rwidett, daß er das Votum dem Reichskanzler befürwortend weitergegeben hat.

MrlamentarMss.

Deutscher Reichstag.

4- Berlin, 4. April.

Der Reichstag fetzte am Mittwoch bie zweite Lesung des Etats beim Etat bei Zölle unb Bet» btauchssteuetn fort. Abg. Dove (ft. Vgg.) be- jeichnete die Sätze für die Berechnung der Tara eis zu hoch unb bat, bie Interessenten für bie Grundsätze bei Zollbehöiden zu netftänbigen. Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel tünbigte «in Nachrichtenblatt Über biefe Grundsätze an. Beim TitelZuckersteuer" gelangten zwei Reso- luHonen zur Annahme, nach denen noch in der gegenwattigen Session die Zuckersteuer von 14 aus höchstens 10 Mark pro Doppelzentner herab­gesetzt werden unb bei ben Hanbelsvertragsver- ianblungen mit ben Vereinigten Staaten da­für gesorgt werden soll, baß bei deutsche Zucker dem kubanischen auf bem amerikanischen Markte gleichgestellt wirb. Der beim Etat für Deutsch- Ostafrika znrückgestellte Titel .Ikegierungs- fchuken" mürbe nach längerer Erörterung in bei Fassung bei Regierungsvoilage angenommen. Ein Bntiag bet Abgg. Giaf Schwerin (kons.) unb Dr. Bachem (Zent ), hier bie konfessionelle Schule festzulegen, würbe abgelehnt. Der Ent­wurf auf Erhöhung bes Wohnungsgeld Zuschusses für Unterbeamte und bei Entwurf des Servis­entwurfs und bie Klasseneinteilung bet Otte rouibe in zweiter Lesung nach unerheblicher Er­örterung angenommen; dabei betonten mehrere Redner, die nächste Neuordnung des Wohnrrngs- aeldzufchusses im Jahr« 1908 möge eine Er­höhung des Zuschusses auch für mittlere Beamte bringen. Schließlich wurde noch bie Novelle zum Gesetz über Naturalleistungen für bie be- berooffnete Macht im Frieden nach kurzen zu­stimmenden Bemerttmgen der Abgg. Bachem (Zent.), Schöpflin (Soz.), Graf Ottola (nl.) unb v. Siern (kons.) gleichfalls in zweiter Le- jung angenommen. Damit war bie Tagesord­nung erschöpft. Donnerstag 11 Uhr: Reichs­kanzlei, Etat des auswärtigen Amtes.

Summa 2116000 Jt

Der Kilometer Erunderwerb kostet darnach rund 13 800 JA, der Kilometer Bau einschließlich Betriebsmittel 94 208 Jt, während unseteKreis- baJjn Marburg-Dreihausen, welche 16,75 Kilo­meter lang ist, für ben Erunderwerb vorsah 240 000 Jt oder per Kilometer 14 300 Jt und für ben Bau einschließlich Betriebsmittel runb 88 000 Jt für ben Kilometer. Die Mehrkosten entstehen durch die recht schwierige Einführung der Bahnlinie in Bahnhof Mücke.

Was die Beteiligung hes Kreises anbelangt, so soll nur die Beteiligung am Bau von Drei- Hausen bis zur Lanbesgrenze in Betracht ge­zogen werden. Die Strecke ist 6 Kilometer lang.

E8 find runb 620 ar 62 000 qm Gelände za erwerben, abgerundet auf 70 000 qm, welche durchschnittlich mit 60 Pfg. in Rechnung gestellt werden können, b. s. 70 000 v 0,62 42 000 Mk. 6 Kilometer zu bauen mit Betriebs­

mittel t 90000 5400005RL

Unter Annahme einer Beteiligung

beS Staates mit 1/1 unb der Bei­hilfe der Provinz durch Herleihen des Geldes zu 2 e/o find jährlich aufzubringen an Z men: 42000 Mk. 4 3/t % = 1575 180 000 , 4 3S/* , = 6750 180 000 . 4 2 . 3600

Sa. 11 2512000 Mk.

Wie weit unb ob bie Vergrößerung ber Strecke unb bie Möglichkeit bes Durchgangsver­kehrs biefen Mehraufwand durch Vermehrung bet Betriebseinnahmen für unseren Kreis aus­gleicht, bedarf noch einer näheren Untersuchung

Es war der Kreisbaukommisfion möglich, durch rechtzeitige Aufstellung des Bauprojekt Dreihausen-Mücke zu erreichen, daß bei der Ver­koppelung von Weitershain die neue Bahnlinie berücksichtigt wurde. Mit dem Komitee für die Linie Mücke-Ulrichstein ist die Kommission eben­falls in Verbindung getreten.

Es wurde nun weiter durch Herrn Bau- infpettor Plagge und Ingenieur Sternsdorff die Linie Drrihausen-Wermettshausen-Norbeck- Londotf bearbeitet.

Die Strecke ist 13 Kilometer lang; hiervon fallen 10 Kilometer in preußisches und 3 Kilo­meter in hessisches Gebiet.

Der Grunderwerb beträgt für rund

19 Hektar 7200 JA 137 000 Jt

Die Kosten für Bau und Betriebs­

materialien 1383 000 JA

Summa 1520 000 JA.

Die Baukosten ohne Erunderwerb runb 105 000 Jt

Denkt man bie Linie Wermertshausen-Lon­dorf als Abzweigung bet Strecke Dreihausen- Mücke, so würde ber Grunderwerb voraussicht­lich ganz fortfallen. Es würden ferner 5 Kilo­meter Baulinie Dreihausen-Wermettshaufen fortfallen und die Baukosten voraussichtlich be- tragen 8 . 105 000 840 000 Jt

Hierzu würde bet Staat Hessen voraussichtlich einen Zuschuß ge­ben von 3 . 30 000 = 90000 Jt, welche von bieserSumme abgehen 90 000 Jt

750000 Jt

Beteiligt sich der preußische Staat mit Vs. so hat der Kreis aufzubttngen 250 000 Jt ju 3% Prozent = 9275 Jt

Die Provinz beteiligt sich mit bem

Anteil für 5 Kilometer mit Vs

525 000 = 175 000 Jt, welche sie

zu 2 Prozent hergibt. Daher

für ben Kreis noch 250 000 .

175 000=75 000 Jt zu 2% Proz. 2812 Jt

und 175 000 Jt ju 2 Prozent 3500 Jt

Summa 15587 Jt

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe «Oberheff. Zig." gestattet)

Warbura, 5. April.

t Gymnasium Philippinum. Dem Jahres­berichte 1905-06 entnehmen wir, daß die Anstalt am 1. Februar 1906 von insgesamt 279 Schülern besucht war, darunter 225 Einheimische, 57 Aus­wärtige unb 3 Ausländer. Der Konfession nach entfetten auf Evangelische unb Katholiken 226 bezw. 21; ferner waten 5 Dissidenten unb 27 Israeliten. Die Aufnahme einer Schülerin war grundsätzlich abgelehnt worden. Mit dem Zeug­nis der Reise wurden 22 Oberprimaner ent­lassen. Der Schulschluß findet übermorgen Samstag, 7. April, statt. Die Osterferien dauern bis zum 24. April, die Pfingstferien vom 1.12. Juni, die Sommerserien vom 13. Juli bis 14. August, bie Herbstferien vom 29. Sept, bis 12. Oktober, bie Weihnachtsfetten vom 22. Der. 1906 bis 8. Jauar 1907 unb bie Osterferien 1907 vom 23. März bis 9. April. Außer den üblichen Schulnachlichten enthält der Jahresbericht einen Nachtrag zum Album bes akademischen Paeda- gogiums (16541779) von Oberlehrer Emil Becker.

§ Bon der Handwerkskammer. DasAmts­blatt" bringt heute ein Verzeichnis der Mit­glieder der Casseler Handwerkskammer.

G. Turnerisches. Am Sonntag, 22. April, findet in Eießen bie Eauvotturnerstunde bes Gaues Hessen statt.

* Feldposten nach Afrika gehen im Laufe bes Monats April im ganzen 9, nachbem bie Wör­mann-Linie eine regelmäßige 14tägige Verbind­ung zwischen Kapstadt und Swakopmund in unmittelbarem Anschluß an die englischen Dampfer zwischen Southampton und Kapstadt hergestellt hat. Dazu kommt der Sonder- dampjerAdelheid", der als erster im Monat am 6. April von Hamburg in unmittelbarer Fahtt nach Swakopmund in See geht. Er wird nur ffir Feldpoftpakete benutzt. Die erste Feld- btiespost geht am 6. April von Berlin, am 7,

von Southampton und ist am 24. in Kapstadt, am 29. in Lüderitzbucht und am 2. Mai in Swakopmund. Auch die nächste Feldpost geht Über England, ab Berlin ben 13., ab Southam» ton den 14., an Kapstadt den 1. Mai, ab Kap­stadt mit rückkehrendem Reichspostdampfer den 4. Mai, an Swakopmund den 6. Mai. Für Feld­postbrief« kaum in Frage kommt ber Reichspost- bampfer, ab Hamburg den 14. April, an Swa­kopmund ben 8. Mai. Diesem Dampfer wird am 18. in Antwerpen eine Feldbriefpost zuge­führt. Der Dampfer erhält Anschluß ab Swakop« mund ben 9. Mai, an Lüderitzbucht den 11. Mai. Die folgende Feldpost mit derErna Wörmann" geht nach neuerer Bestimmung erst am 19. April von Hamburg ab. Sie ist planmäßig am 7. Mai in Swakopmund. Nach Lüderitzbucht dient der­selbe Anschluß wie für den vorhergehenden Reichspostdampfer, an daselbst den 11. Mai. Die beiden folgenden Feldposten gehen wieder über Southampton. Die eine ab Berlin ben 20. April, ab Southampton 21., an Kapstadt den 8. Mai, gebt von dort weiter am 9., und ist am 13. in Lüderitzbucht unb am 16. in Swakopmund, Di« andere Feldpost geht von Berlin am 27., von Southampton am 28. April unb ist am 5. Mai in Kapstadt. Die Weiterbeförderung steht noch nicht fest. Am 30. April geht bie letzte Feldpost sowohl für Briefe wie für Pakete von Hamburg mit einem Dampfer ber Wörmann- Linie II. Der Dampfer ist planmäßig am 26. Mai in Swakopmund. Er befördert sowohl Briese wie Feldpoftpakete, während über Eng­land unb Antwerpen nur Feldpostbriefe, Feld­postkarten unb Postanweisungen befördert werden.

Sie christliche Kellnerbewegung. Man schreibt uns: Immer mehr ist die Rotwendigkeit einer besonders gearteten Arbeit unter ben Kellnern erkannt und erwiesen worben. Zwar haben sich in überaus treuer Weise die Jung« lingsvereine ihrer anzunehmen versucht, aber die Veffuche konnten wegen der Eigenart der Berufsverhältnisse im Eaftwittsgewerbe keine» dauernden Erfolg haben. Auch bie Bemühungen, für bie Kellner besondere Versammlungen, Bibelstunden unb dergl. zu halten, hatten unter bet Besonderheit jener Verhältnisse zu leiben. Trotz bieser Schwierigkeiten hat sich eine christ­liche Kellnerbewegung herausgebbildet, in der z. Zt. schon 13 Berufsatten tätig sind und welche bie weitesten Kreise des Kellnerstandes berührt und einer nicht geringen Zahl zu einer ent­schieden christlichen Stellungnahme verholsen hat. Die Mittel, deren sie sich bedient, find in erster Linie das WochenblattDer Kettneibund" und das chttstliche Kellnerbeim. Der Kellnerfreunitz dessen Geschäftsstelle sich in Frankfutt a. M. Langestraße 16, befindet, hat seit kurzem eine, Auflage von über 5000 Exemplaren erreicht. Kettnerheime gibt es in London, Frankfurt a. M., Cannes, Genf, Breslau, Düsseldorf, Berlin und Paris. Diese Kettnerheime haben sich im­mer mehr als notwendig unb segensreich erwie­sen, benn bei Kellnerberuf bringt für bie aller­meisten Kellner im Verlaufe eines jeben Jahres eine ober mehrere Vakanzzeiten mit sich, und wenn bann an ben Zentren, wo die stellenlosen Kellner zusammenftrömen, christliche Kellner­heime vorhanden find, so dienen sie den Heimat­losen als Heimat während der Vakanz und sor­gen durch ihre Stellenvermittlung zugleich für das äußere Fortkommen ber Kellner. Das Kell­nerheim will ein Hotel für Gasthausangestettte sein. Es rechnet nicht etwa auf schiffbrüchige Existenzen, sondern auf Leute, bie auf eigene Kosten anständige Beherbergung suchen. Seinen Gästen sucht es in liebevollem Ernst ohne jede Aufdttnglichkeit in Hausandacht unb Bibel­stunde Gottes Wort nahe zu bringen unb durch edle Unterhaltung, Votträge, Musik, Gelegen­heit zu harmlosem Spiel unb bergt bie Muße­stunden auszufüllen. Der Mission unter ben Kellnern nimmt sich seit langem P. Teudt- Frankfurt a. M. an; seit kurzem hat er sein Hauptamt aufgegeben, um sich ganz bei Sache zu widmen und im Auftrage des Zentralausschusses für Innere Mission bas Interesse für biefe wich­tige Arbeit in immer weitere Kreise hineinzu- tiagen.

B. Im Panorama wirb in dieser Woche eine fesselnde Bilderserie gezeigt. Es ist die Schweiz mit ihren vielen Naturschönheiten, ihrer groß­artig erhabenen Alpsnwelt. Wir sehen Schaff­hausen und den Rheinfall, Basel, Ragatz, Inter­laken, Luzern, Bern, Lausanne »sw. Zum Auf­stieg in die höheren Regionen benutzen wir die Zahnradbahn zum Pilatusgipfel und sehen in ber Runde die mit ewigem Schnee bedeckten Bergttesen, interessante Eletscherpattien und Felsenformationen. Wir kommen auf unterer weiteren Wanderung zum Vierwaldstättersee, sehen uns dann Bern und Montreux noch näher an und fahren über ben Genfer See nach Genf. Diese Reise burch die Schweiz ist unvergleichlich schön und bei Besuch in biefei Woche nut zu empfehlen.

* lieber die Anberaumung und Abhaltung der gerichtlichen Termine hat ber Justizminister Dr. Beseler, wie schon kurz gemeldet wurde, eine allgemeine Verfügung erlassen, in der es heißt: In neuerer Zeit mehren sich wiederum bie Klagen darüber, daß vor Gericht geladene Per­sonen auf die Erledigung der Termine über­mäßig lange zu warten genötigt find. Da regelmäßig aus einen Tag eine größer« Anzahl von Terminen anberaumt werben muß, und bie Dauer ber einzelnen nicht immer mit Sicherheit im voraus zu übersehen ist, läßt sich ein genaues Jnnehalien bet Terminszeit nicht in allen Fällen erreichen. Es ist aber eine selbstverständliche Pflicht aller Justizbehörben, bei ber Anberaumung unb Abhaltung bei gettchtlichen Teimin« auf bie Interessen der gelabenen Per­sonen bie gebührenbe Rücksicht zu nehmen unb in umsichtiger Weise darauf be­dacht zu sein, daß die mit dem Erscheinen vor Gettcht stets verbundenen Störungen ringe» beschränkt werden. In ben Allgemeinen Ver­fügungen vom 14. Oktober 1884 und vom 5, April 1898 ist eine Reihe von Gesichtspunkten hingewiesen, beren Beachtung geeignet ist, eine fadjgemäfje Anberaumung und Erledigung bet. Termine zu erleichtern. Indem ich diese Der-^