mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Zllnstrirtes Sonntaasblatt.
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Marburg
Freitag. 6. April 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, llnwersttätS-Buchdruckrrei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
41. Jahrff.
Crites Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 4. April. Im Reichstagswahlkreise Hagen ist jetzt die Kandidatenliste für die Ersatzwahl geschlossen. Auf der sozialdemokratischen Parteikonferenz von Hagen-Schwelm wurde der Arbeitersekretär König in Dortmund als Kandidat ausgestellt. Die Vertrauensmänner des Zentrums stellten den Arbeitersekretär Becker aus Hagen als Kandidaten auf. Um die Nachfolge für Eugen Richter bewirbt sich ferner bekanntlich für die freisinnige Volkspartei Dr. Kollmann, für die Nationalliberalen Profeffor Dr. Moldenhauer.
Berlin, 5. April. Gouverneur Graf Götzen, der in diesem Monat einen längeren Heimaturlaub antritt, wird wahrscheinlich anderweitig Verwendung im Reichsdienste finden, also auf seinen Posten nach Deutsch-Ostafrika nicht mehr zurückkehren.
Berlin, 5. April. Nach einer Meldung der „Täglichen Rundschau" ist als Nachfolger des Grafen Götzen der Generalkonsul in Moskau, Frhr. v. Rechenberg, zum Gouverneur von Ost- «frika in Aussicht genommen.
Vern, 4. April. Gestern und heute tagte hier die internationale Simplon-Delegation. Sie prüfte die Fahrpläne und Tarife und stellte die vollständige Uebereinstimmung der Ansichten beider Verwaltungen fest.
Paris, 4. April. Der Kaiser übersandte dem Botschafter Fürsten Radolin als Geburtstagsgeschenk eine prachtvolle Standuhr.
Petersburg, 4. April. Telegramme aus verschiedenen Orten melden, daß die Wahlen zur Duma in friedlicher Weise verlaufen sind. Die Wahlen in Petersburg vollziehen sich in vollkommener Ordnung. Siegreich in den Städten ist die konstitutionell-demokratische Partei, und in den Dörfern die Partei der Konservativen, bisweilen auch der äußersten Rechten.
Peking, 4. April. Der Angriff auf das Missionsgebäude hatte den Tod eines chinesischen Beamten in Nanchang zur Folge und ruft nach wie vor unter der Bevölkerung Nordchinas eine erbitterte Haltung den Missionaren gegenüber hervor. An vielen Orten werden Truppen in die Nähe der Missionen beordert.
Die Wohmnnsf ane.
Kürzlich tagten in Frankfurt a. M. auf Einladung des Deutschen Vereins für Wohnungsreform die Vertreter der hauptsächlichsten Zen-
15 (Nachdruck verboten.)
An der dänischen Grenze.
Roman von Dietrich Theden.
(Fortsetzung.)
Es war schon spät, als die Gäste Tofohrs sich auf den Heimweg machten, und die Nacht mit dem dichtverhängten Himmel wäre stockfinster gewesen, wenn nicht der Schnee von unten herauf etwas Helligkeit verbreitet hätte.
Wehrend mußte an der Weggabelung bei Jeüsen links nach dem Hoyerhofe abbiegen. Ocko Ctür ging in gerader Richtung auf den Deich zu, hörte aus der Ferne ein dumpfes Wagenrollen und weilte in seinem Sinnen bei den freien Menschen, unter denen er sich wohl gefühlt hatte. Auf den Weg brauchte er kaum zu achten; ein breiter, tiesschwarzer Wasierstrich, der links daneben hinlies, markierte den Fußpfad noch ge- wiffer als der Schnee.
Rurik, der Kettenhund des Stürhofes, schlug an, als er sich dem Gehöfte näherte; aber er beruhigte sich bald wieder, und nur noch das gedämpfte Nachtlied der See belebte die Stille.
Auf dem Hofe war alles längst zur Ruhe gegangen, und nur Ocko lag noch eine Weile träumend wach. Er hatte sich in der langen Soldatenzeit an das Bier gewöhnt, und der Kaffee mit Rum, der die Abendmahlzeit bei Tofohr nach dem Landesbrauche abgeschlossen hatte, wirkte noch etwas störend nach.
Fürs Frau hatte ihn mit ihrer Natürlichkeit lebhaft angezogen. Es fehlte ihr nicht an hausfraulichem Selbstbewußtsein; aber auch das stand ihr nur gut, gab ihr Würde, ohne ihre Ungezwungenheit zu beeinträchtigen.
Sie hatte noch eine Schwester, wie er sich erinnerte, die jünger war, Wiebke. Ob die sich ihr ähnlich entwickelt hatte? Als er weggezogen war von der Heimat, war sie noch ein Kind ge-
tralverbände und -vereine Deutschlands, deren Tätigkeit in größerem Umfange der Wohnungs- reform gewidmet ist. Vor allem handelt es sich bei der Tagung um Festsetzung eines gemeinsam en Aktionsprogramms in der Wohnungsfrage, um dem fühlbaren Mangel an Uebereinstimmung und Einheitlichkeit unter den Wohnungsreformern selber nach Möglichkeit abzuhelfen. Man gelangte dann auch zur Festsetzung eines solchen Programms, das am Schlüsse in der Eesamtabstimmung einstimmig angenommen wurde. Wenn man erwägt, wie stark noch auf dem Ersten deutschen Wohnungskongresse vor anderthalb Jahren die Ansichten der Wohnungsreformer auseinandergingen, so wird man die hier vollzogene Einigung als einen wesentlichen Fortschritt einschätzen dürfen. Indes soll es mit dieser Programmfestsetzung selbstverständlich nicht sein Bewenden haben. Der einladende Verein, der Deutsche Verein für Wohnungsreform, bereitet für den Herbst und Winter eine größere Agitation zur Unterstützung des von der Konferenz angenommenen Programms vor, und er darf dabei auf die Mithilfe zahlreicher Vereine im Lande rechnen. Auch an parlamentarische und dergleichen Aktionen ist gedacht und endlich nicht zuletzt an die Ausnutzung der geplanten Agitation zur Einleitung direkter praktischer örtlicher Arbeit.
Die einleitenden Sätze des Aktionsprogramms lauten:
Die Wohnungsfürsorge als ein Zweig der Volkswohlfahrtspflege erfordert das Zusammenwirken von Reich, Einzelstaaten, Gemeinden und Kommunalverbänden, sowie der genossenschaftlichen, gemeinnützigen und privaten Tätigkeit. Für die weitere Entwickelung der Wohnungsfrage ist es von entscheidender Bedeutung, vor allem dem Gedanken zur Anerkennung zu verhelfen, daß die Wohnungsfürsorge — unter weitreichender Mitwirkung und Beteiligung von Reich und Staat — in erster Reihe Gemeindesache ist. Zunächst ist erforderlich, durch Offenlegung der vorhandenen Mißstände in Wohnungswesen die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Reform zu erwecken und zu stärken.
An diese Sätze schließt sich sodann in Gruppen geordnet eine Aufzählung der einzelnen Forderungen. Als erste Forderung erscheint die Wohnungsaufsicht, für deren Einrichtung eine Anzahl Grundlagen angegeben werden Die zweite Hauptforderung lautet: Reform der Wohnungsprduktion und Baukapitalbeschaffung. Hier wird im einzelnen vor allem verlangt: Energische Tätigkeit der Gemeinden und Kommunalverbände zur Unterstützung d er gesunden privaten und gemeinnützigen Bautätigkeit wie auch — unter besonderen Umständen — mittels Eigenbaues von Wohnungen f ür die minderbemittelten Einwohner, namentlich auch in Form von Eigen
wesen. Oder doch konfirmiert? Ja, das wohl eben. Ein langaufgeschossener Backfisch mit den blauen Augen, dem zarten Teint und dem Hellen Eoldhaar der Friesinnen wie Karen. Nur etwas verträumter, verschüchterter, weil der Vater Frederiksen so seine Schrullen gehabt und mitunter auch an den Kindern ausgelassen hatte. Aber der war ja gerade damals, eben nach Tofohrs Hochzeit, auf den kleinen Friedhof an der Kirche hinausgetragen worden, und Jens Frederiksen der Jüngere mochte an der Schwester gut gemacht haben, was der Alte ohne Vorsatz vielleicht gefehlt hatte.
Wiebke Frederiksen .... Es wunderte ihn, daß sie nicht mit bei dem Schwager gewesen war. Ob der Hoverhofer sie auch kannte? Ein prächtiger Mensch. Ob nicht vielleicht gerade Wiebke ihn anzog? Oder ob er sich für Karen interessierte? Es hatte ihm fast so scheinen wollen am Nachmittag.
Er schlief erst spät unruhig ein.
5. Kapitel.
Die Woche bis zum nächsten Sonntag kam Ocko Stür merkwürdig lang vor, um so mehr, als er sich einsamer fühlte denn je. Ein schüchterner Versuch, mit dem Vater über den Sonntag be- ^ofohr zu plaudern, wurde von dem Alte- ’ abgelehnt.
„ Du die Quittung?" fragte Sven. „Schön. Das übrige schließe bei Dir ein."
Auch Karen zeigte sich wenig zugänglich. Sie wich ihm in den ersten Tagen aus und trug dann bei einer abendlichen Zwiesprache eine Abweisung zur Schau, die ihn erbitterte.
„Setze ein Gesicht auf, wie Du willst," sagte er gereizt. „Aber grade sollst Du es hören, daß der vom Hoyerhof ein Mann ist, der was wert ist. A bah! Dein wegwerfendes Naserümpfen! Ach, das imponiert mir gar nicht. Der ist nicht so voll Ungerechtigkeit wie Du, der ist besser als
Häusern mit starken Eigentumsbeschränkungen; kommunale Ledigenheime; Entwicklung und Förderung der genossenschaftlichen und gemeinnützigen Bautätigkeit; möglichste Nutzbarmachung der Geldmittel der Landesversicherungsanstalten, der Sparkassen usw. und ergänzende Heranziehung des Reichs- und Staatskredits: endlich Ausbildung der Landesverstcherungs- anstalten zu Wohnungsfürsorgestellen ihrer Bezirke oder Gründung provinzieller Baubanken.
Als dritte Hauptforderung wird aufgestellt: Boden- und Ansiedlungspolitik durch Reich, Staat, Gemeinden und andere öffentlich-rechtliche Körperschaften, sowie auch von genossenschaftlicher, gemeinnütziger und privater Seite. Als erster Hauptgesichtspunkt ist hierbei angegeben Niedrighaltung der Bodenpreife, als zweiter Erleichterunen auf dem Gebiete der Steuern und Gebühren, sowie möglichste Anteilnahme der Gemeinden und sonstiaer öffentlich- rechtlicher Körperschaften an der Wertsteigerung des Bodens, als dritter Sicherung einer hygienischen und in engerem Zusammenhänge mit der Natur stehenden Art und Weise der Ansiedlung und Bebauung für die städtische und gewerbliche Bevölkerung.
Für jeden dieser Gesichtspunkte werden zur Erreichung eine Anzahl Maßregeln im einzelnen angeführt. Zwecks Niedrighaltung der Bodenpreise wird hingewiesen auf reichlichere Versor- ung des Baustellenmarktes mit fertigen Baustellen. sowie auf die Heranziehung des noch billigen Bodens in der Umgebung der Städte und anwachsenden Orte und endlich auf stärkere Behandlung der Stadterweiterung als öffentlich- recktlickes Geschäft. Im einzelnen sei hierzu erwähnt, daß u. a. gefordert wird Erweiterung und erweiternde Anwendung des Enteignungsrechtes für Ansiedlungszwecke und allgemeine Einführung eines rationellen Umlegunsverfah- rens für Baugelände, ferner Befreiung der privaten Aufschließnngstätigkeit von unnötigen in der Verwaltungspraris und Gesetzgebung liegenden Hindernissen und endlich möglichste Entwicklung und Ausbildung des Lokal- und Vorortverkehrs, jedoch erst nachdem in der betreffenden Gegend gewisse Maßregeln, wie scharfe Bauordnungen, öffentlicher Grunderwerb usw. getroffen sind, die zur Sicherung einer befriedigenden Ansiedlungsweise dienen sollen.
Unter dem oben schon erwähnten weiteren Hauptgesichtspunkte einer hygienischen und mehr naturgemäßen Ansiedlungsweise ist bei den Einzelmaßregeln insbesondere hingewiesen auf die rechtzeitige Reform der Bauordnungen und Bebauungspläne gerade auch für die weitere Umgebung der großen Städte und Jndustrieorte und auf die Schaffung von dauernden Freiflächen für landwirtschaftliche und gärtnerische Nutzung durch die städtische und gewerbliche Bevölkerung, sowie für Volksparks. Bemerkenswert ist bei dieser ganzen Abteilung auch noch, daß zur Betreibung der Boden- und Ansiedlungs-
Du. Was ist überhaupt aus Dir geworden! Bist Du denn noch dieselben Karen, die Du mal warst, als Du noch nicht so groß, aber so viel lieber warst? Ja, zum Donner, woher nimmst Du denn bloß all das Gift gerade gegen den, der Dir doch am wenigsten nahe getreten ist? Hast Du denn keine Augen mehr im Kopf, daß Du dem nicht den Wert ansehen kannst?"
„Ich bedanke mich vor dem —" warf sie hitzig hin.
„Ja, wird er aber ebenso machen, was Dich angeht. Meinst, der findet nicht hundert andere? Meinst, die sind alle so blind wie Du? Bilde Dir blos keine Schwachheit ein, Schwester Karen Stur, der läuft Dir nicht nach."
Sie fuhr heftig auf.
„Verlange ich das? Will ich das? Der mich freien? Du bist wohl nicht--! Ich selbst
wähle mir meinen Mann — aber den ganz gewiß nicht!"
„Bravo!" lobte er ironisch. „Aber was wahr ist, hat der ein Glück! Ist geborgen vor Dir. Kann sich eine Liebere suchen. Hat der ein Glück! Da ist die kleine, feine Wiebke Frederiksen —“
Er stutzte und wußte selbst nicht, wie er gerade auf den Namen gekommen war.
„War die auch da?" kam es fragend über Karens Lippen.
Sein eigener Gedanke bereitete ihm Unbehagen, und er suchte rasch darüber hinwegzugleiten.
„Nein. Aber die Schwester, ist die eine Frau geworden .... Ah, wer so eine finden könnte. Du magst natürlich die auch nicht — Dir bist nur Du selber gut, Du bist eine — eine Ausgesuchte. Ja, ja, so bleibe nur bei."
Sie schaute nicht zu ihm auf, sondern bückte sich tiefer auf ihre Handarbeit.
Ocko wunderte sich, daß sie auf die Altersge- nossin zurückkam und daß so ein Nebenton in ihrer Frage mitklang, den er sich nicht erklären
Politik vorgesehen wird nicht nur Tätigkeit de» öffentlich-rechtlichen Stellen, sondern auch organisierende und unternehmende Tätigkeit von genossenschaftlicher, gemeinnütziger und privater Seite. Es ist da an die Möglichkeit von gemeinnützigen Terratngesellschaften, von Siedlungsge- nossenschasten u. dgl. gedacht.
Als vierte und letzte Hauptforderung endlich wird die Schaffung besonderer Organe zur Betreibung der Wohnungsreform angegeben, näm- lich die Gründung provinzieller und öttlicher Vereine für diesen Zweck und die Einsetzung einer Reichskommission zur näheren Bestimm- ung der Aufgaben des Reiches unter Zuziehun der Sachverständigen im Lande entsprechend bei wiederholten Antrages des Reichstages.
Courrieres.
Lens, 4. April. Wie berichtet wird, ist aus der Grube 4 in Sallaumines heute noch einer der am 10. März verunglückten Bergleute lebend aufgefunden worden. Man hält es für möglich, daß sich noch sieben andere Lebende in der nämlichen Grube befinden. (Wiederholt, da gestern nur in einem Teile der Auflage mitgeteilt).
Lens, 4. April. Der heute Vormittag aus Schacht 4 lebend geborgene Bergmann heißt Verton. Er ist 32 Jahre alt und erklärte, et fei der einzig Ueberlebende aus dem Schachte. Sein Zustand ist befriedigend. Nach seinen ersten Erzählungen hatte er in seiner langen Abgeschlossenheit weniger zu leiden, als es bei den dreizehn Ueberlebenden in Billy-Montignq der Fall gewesen ist. Er hat sich von dem Proviant der rings um ihnh er zu Grunde gegangenen Kameraden genährt. Das Gerücht, daß noch andere Bergleute gerettet worden seien, bewahrheitet sich nicht. Die Nachricht verbreitete sich mit gro- ßer Schnelligkeit in der ganzen Gegend und rief außerordentliche Erregung gegen die Ingenieure hervor. Als der Staatsingenieur Leon, der die Arbeiten leitete, von Billy-Montigny herankam, ergriff die Menge Partei gegen ihn; er wurde von einer Frau geschlagen.
Lens, 4. April. Die ersten Nachrichten übet die näheren Umstände, unter denen sich die Rettung Settons vollzog, lauten folgendermaßen: Eine Abteilung arbeitete morgens in der Grub, 4 auf der 331- Meter-Sohle. Gegen 8 Uhr fühlt« einer der Arbeitet, daß ihn jemand an die Schultet klopfte und vernahm eine Stimme, die ausrief: „Ich bin gerettet!“ Die beiden Ingenieure, ein Aufseher und ein Meister eilten zu dem hin der so dem Leben zutückqeaeben wurde, und führten ihn zu der Förderschale, die sogleich auffuhr. Der Kranke wurde auf eine Tragbahre gebettet und mit Decken zugedeckt, die sein Gesicht verhüll, konnte, aber doch bestimmt vernommen zu habe» glaubte.
„Hast Du Wiebke gesehen?" fragte sie.
„Warum?" forschte er. „Interessiert Dich wenigstens das? Nein, ich bin ihr noch nicht begegnet. Aber wenn sie wie die Schwester ist — --ist sie das vielleicht?"
„Ich _ weiß nicht. Du kannst ja hinüber- gehen —“
„Kommt sie nach der Kirche?"
„Ja; einmal sie, einmal ihre Schwägerin."
„Also ist ihr Bruder Jens verheiratet? Schon lange?"
„Ein gutes Jahr. Er hat eine von den Setlessen aus Deezbiill."
„So, von den. Was sich doch alles verändert hat" in den paar Jahren. Selbstverständlich, schreiben konntest Du mir das nicht — find fe nicht von Deiner Sette, die Hetlessen erst gar nicht. Was ich überhaupt schon von Dir erfah- ren habe in der Zeit — wie ein Fremder komm« ich mir vor. Na, ist gut... . Aber Sonnta, gehe ich auch hin."
„Wohin?"
„Zur Kirche."
„Um —?“
Sie brach ab.
„Paßt Dirs nicht?" fragte et scharf.
„Willst Du Wiebke sehen?" preßte sie hervor.
„Kann fein. Geht es Dich was an?" „Ocko, fei nicht häßlich zu mir," bat sie vev, ändert. „Wiebke — ist sehr lieb geworden."
„So, so! Ra, wenn Du das zugibst —" „Gute Nacht, Ocko."
Er sah ihr verwundert nach.
„Daraus werde nun einer klug," murmelte er kopfschüttelnd. „Mal so, mal anders. Set* rückt, einfach verrückt."
. ■ (Fortsetzung folgt.).