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= 2. (Quartal U
(Nachdruck Verboten.)
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Unter-
sich
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Der Angeschrime lies sich nicht abteängen.
und daß er fürs Vaterland geblutet hat. Vater, das ist die Klarheit und Wahrheit, mit der Kraft gefunden hab', sie auch Dir über zu vertreten."
laben wir zum Bezug unserer Zeitung höflichst ein.
So, die ich gegen-
neu verrieten den Sturm in seiner Brust.
Als der Heimgekehrte schwieg, wandte Sven herrisch an feine Tochter.
„Geh' hinaus!" forderte er brüsk.
Sie ging nicht gleich.
„Laß mich dableiben, Vater," bat sie.
Vater."
„Ah! — Ah! — Tue ich?" ' „Ich werde Dir «licht helfen." „Lausbub, Dich brauch ich nicht{
Er schleuderte ihr einen Wntblick zu und stieß mit dem Fuße auf, daß der Boden dröhnte. Die Lihpen zuckten ihm, und eine wiederholte Aufforderung, zu gehen, klang schneidend.
In die blauen Augen des Mädchens kam ein merkwürdiger Stahlglanz, ein zweifelndes Fragen maß den Erregten, und der seine Kopf fenkte sich nicht, als sie hinausMg.
Großgermanische Annäherung. :
Erst seit wenigen Jahren werden hier und da Stimmen laut, die eine Verständigung aller germanischen Stämme Europas fordern. Diese Forderung, hervorgegangen aus der, allen germanischen Staaten drohenden Gefahr, von den slawi- schei« Völkern erdrückt zu werden, wird zwar von den twisten unserer heritigen Politiker noch als phantastisch angesehen. Die immer mehr anwachsende Sammlung der Slawen unter der Flagge des Panslawismus wird aber auch sie zwingen, der in allen deutschverwandten Länderm oinsetzen- den großgermanischen Bewegung Beachtung zu schenken. Fürchten auch bisher noch einige nieder- deutsche Völker, wie Holländer und Schweizer, von Deutschland eingesackt zu werden, so mehren sich doch erfreulicherweise die Stimmei« in den skandinavischen Ländern, die sich für ein freundschaftliches Zusammengehen aussprechen. Bjönt- son's Ausführungen über den germanischen Bund sind ja in letzter Zeit wieder durch die Presse gegangen. Jüngst aber brachte ein Schwede in der Stockholmer Gesellschaft „Concordia" einen Trink- spruch auS, aus dem Folgendes hier wiedergegeben sei. Kapitän Oswald Kuylenstjerna sagte in deutscher Sprache:
„In diesen Zeiten, wo der Geist der Zwietracht über die nordischen Völker dahingegangen ist, richten wir Schweden unsere Blicke gegen Süden, nach Deutschland. Gegen unsere Stam- mesgenossen, die Norweger und die Dänen haben wir ost gekämpft, mit ihnen gemeinsam eigentlich nie. Anders ist das Verhältnis zu Deutschland. Mit diesem Lairde haben wir unsere größten Er-
Vierteljährlich-r Bezugspreise btt oti Expedition 2 $L‘V bei allen Postämtern 2,25 M. ^excl. Bestellgeld).
Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.
Neclamen: die Zeile 25 Vte
Umschau.
Offener Brief.
Vom Eisenbahndirektor de Terra, dem bekannten Vorkämpfer für Erhöhung der Verkehrssicherheit durch möglichst weitgehende Ausschaltung des Alkoholgenusses beim Eisenbahnpersonal, geht uns nachstehendes Schreiben mit der Bitte um Veröffentlichung zu:
Offener Brief
an Herrn Ministerialdirektor Wehrman» im Ministerium der öffentlichen Arbeiten,
Berlin.
Sehr geehrter Herr Ministerialdirektor! Be« der Beratung des Eifenbahnetats im Abgeordnetenhause am 10. d. M. haben Euer Hochwohlgeboren die Gründe dargelegt, die den preußischen Herrn Eisenbahnminister bestimmen, dem Deutschen Verein enthaltsamer Eisenbahner bi» ihm von sämtlichen übrigen deutschen Staatsbahn. Verwaltungen und einer großen Zahl von Privat« bahnverwaltungen gewährte Unterstützung zu versagen: Hauptsächlich, um dem Mißtmuen zu begegnen, als ob noch über die unbedingt notwendige Beschränkung der persönlichen Freiheit des Personals durch das bekannte Alkoholverbot hinausgegangen werden solle. Das Verbot sei durch die Feststellung veranlaßt worden, „daß jeder Alkoholgenuß eine Einschränkung in der Sicherheit der Wahrnehmung und in der Entschlußfähigkeit mit sich bringt." Gegenüber dieser «vertvollen und zutreffenden Erkenntnis sowie im Hinblick auf die erwiesenermaßen geraume Zeit anhaltenden lähmenden Wirkungen reichlicheren Alkoholgmusses wird die auch vom Deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke erhobene Forderung: Alkoholenthaltung im Dienst und acht Stunden vorher, schwerlich als übertrieben bezeichnet werden können. Die beklagens- toerten Unfälle bei Spremberg, Tilsit und Czernitz reden in dieser Beziehung eine deutliche und ein- dringliche Sprache. Euer Hochwohlgeboren selbst haben dieForderung „außerordentlich weitgehend" genannt. Weiterhin haben Euer Hochwohlgeboren
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Truck und Verlag- Iah. Slug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei 41. Jtthrg.
Marburg, Markt 21."— Telephon 65.
Marburg
Sonntag. 1. April 1906.
Tic Obcrhessische Zeitung V? stets Wachstuben Auflagehöhe das größte, mriftgrlrteuile und angrschruste Blatt in Marburg und den angrenzenden Kreisen. Sie eilt als das Organ der Gebildeten aller Stände.
Der politische Teil Führer auf dem Gebiete der inneren und answärtißen Politik, deren Fragen von einem streng nationalen, im besten Sinne konservativen, aber wo er angebracht ist auch freimütigen Standpunkte behandelt werden.
land richtet, das Ziel ist das gleiche: Die Verdrängung der germanischen Rasse. "Und die Gs- fabr ist größer als es scheint. England unterstützt jede Bewegung, die Deutschland schwächt. So wäre ihm ein Polen-Aufstand ganz willkommen. Wie die Tschechen von Frankreich umschmei- djett werden, ist bekannt und namentlich Blätter wie „L'Eclair", „L'Humanitch „La Räpubliguä", stoßen obne weiteres in das Horn, mit welchem die „Nowoje Wremja" ihre Hetzen gegen Schweden und Finland und Deutschland anstimmt. So läßt sich z. V. jetzt das allpolnische Blatt „Slawo Polski,, aus Paris melden, daß Deutschland beabsichtige das Königreich Polen bis zur „Knese- beckschen Grenze" d. h. bis zur Weichsel und dem Narew, von Rußland zu kaufen! Ein z. Zt. in Petersburg weilender Herr Mendelsohn führe die Unterhandlung. Der Schwindel ist offensichtlich, findet aber doch bereitwillig Verbreitung. Deutschland und Schweden, die beiden mächtig-
Der Inhalt der Zeitung infa£T reichhaltig und trägt den Lesebedürfnissen und Interessen aller Dolkö- • schichten Rechnung. Ser besseren und vielseitigen Ausgestaltung wird fortgesetzt die größte Ausmerlsamkeit gewidmet.
Der wirksame Erfolg aller An- ist in der .Oberhkss. Ztg" ge. fichxrt durch deren Verdreh tttttg in Stadt und Land und durch §ediegene, kunstvolle Ausstattung des nseratenteils.
Der 's,jährliche Bezugspreis K .Oberhessische Zeitung" mit dem bedienen» den amtlichen KreiSdlatt, dem Jllustc. SonutagSdlatt und der Landwirtschaftlichen Beilage beträgt nur 2 Mk. bei der Erpedilion, 2.25 Mk. bei den Postanstalten.
Der Male und provinzielle Teil enthält die neuesten Ereignisse in der Stadt, aus der Umgeb»»«. der Provinz und den angrcnzendcn Gebieten, Ber- sammlungö» und Vercinöbertchte, Interessante Nachrichten aus allen Ge- Bitten des öffenU chen Lebens, besonders Zett» und Streitfragen ans der Kommnnalpolitik.
An der d'lmschkN Kreuze.
Roman von Dietrich Theben.
(Fortsetzung.)
„Nicht einen roten Dreier hätt's gegeben, wenn ich geahnt hätte! Du Heuchler, Du!"
„Dadurch hatte ich es besser, als manche entern. Und das vergeß ich nicht."
„Geht von selbst! Läßt sich von selbst arretieren! Komödiant!" höhnte Sven lärmen!). „Bist Wohl auch gar noch avanciert, hä? Gefreiter geworden, hä?"
„Unteroffizier, Vater!"
„Ah, große Ehre! Oberknecht! Hahaha. Hat die armen Sklaven auch mit anbrüllen können. Haja, haja! Aber auf dem Stürhof gibt's nichts zu kommaiidieren, da besorge ich das! Und Du hast Dich zu ducken. Verstehst Du, Herr Unteroffizier?"
„Ich stehe grate, Vater."
„Haja, ich will Dir schon — ich will ihm schon!" Er bekam einen neuen Zornanfall. „Raus mit den Dingern!"
Ockos Wangen färbten sich höher; aber er hielt doch an sich.
„Nachher, Vater. Und dann bewahr' ich sie auf, mit der Uniform, die ich mitbringc ■—"
„In tausend Stücke reiß ich Dir die Lumpen, verbrennen werd' ich sie!"
„Das wirst Du nicht tun. Aber ich bin noch nicht zu Ende. Du schürst die Zwietracht,
„Ich habe Deine Gesinnung nicht begreifen können, Vater, als ich nicht mehr durch Deine Brille sah und nicht mehr bloß aus ter Ferne urteilte, sondern im Waffenrock mitten unter den Verlästerten lebte und sie kennen und verstehen lernte. All' die Schlagworte: „die Barbaren, die Säntergierigen, die Thronräuber, die Unersälr- lichen,, — sie alle sind mir verflogen. Mann- Hastigkeit, Tüchfigkeit, festen Kern und Gehalt hab' ich an ihnen gesehen und würdigen gelernt. Und hab' es als einen Stolz empfunden — doch, ja! — daß ich mich zu ihnen rechnen durste, Vater. Jawohl, zu ihnen. Denn deutsch ist auch unsere Stanimesart, deutsch war der Herzog und deutsch ist unser König. Und ja, Vater, auch das noch: deutsch waren bis auf Dich die Stür- hofer — und es hat mich gehoben, daß der, dessen Namen ich trag', mit dabei gewesen ist bei Bau,
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Zllustrirtes Sonntaasblatt.
Der Bauer hatte ihn zuletzt ohne brechung angehört, und nur feine zuckenden Mie-
Der Nachrichtendienst Zeitung" ist ein ausgedehnter. Telegraphilch« und telr- phouifche Bedienung von Frankfurt und Berlin durch das Wolff'sche Tel.-Burcau. Eigene Parkamentsbrrich-e aus dem Reichstage und dem preußischen Land- tage. Außerdem besitzt die Zeitung zahlreiche Korrespondenten u. Mitarbeiter.
Sven Stur ging um den Tisch in der Mitte der Zimmers — einmal — dreimal. Er trat hart und stampfend auf, und in feinen Menen flammte ein Wetterleuchten, das auch Ocko fein Ringen sehen ließ. Gebeugt stand et endlich vor dem Sohne still und suchte nach Fassung.
„So — so — also so stehen wir," rang es sich ihm über die hageren Lippen. „Das ist die — Wahrheit. Deine Wahrheit . . . Deine. Ich — hab' auch eine." Er hob den Blick der grauen, bart filierenden Augen. „Ich hab' auch Kraft und Klarheit. Die Klarheit, was ich will, und die Kraft, auch Dir's begreiflich zu machen. Und wahr, lvie Du zu mir, so bin ich's zu Dir. Und das ist es, was ich Dir zu sagen habe: Tu, was Du willst, wenn ich tot bin. Aber so lange ich lebe, so lange halt' ich mir die Treue. Mein S8H<f ist — über die Grenze nach Norden gerichtet, nicht nach dem Süden. Das war e.nmal. Und damals! Was, bin ich zu verkaufen? Wird mit Kronen und Ländern gehantelt? Mußt' ich den nehmen Zum Herrscher, dessen Macht die größere war? Nicht den, zu dem mich's hinzog? Nein! Und wenn er mich streichelt — ich will'» nicht! Und wenn er mir mit ter Knute tommf: ich will erst recht nicht. Ich will den, dem lch mich frei unterstelle —nicht den, ter mich zwingen, der sich mir aufbrängen will. Ich will ben Dänen, meinetwegen einen — anderen — für den Preußen hab' ich — die Erbitterung, den Hatzl Ein freier Mann bin ich geboren, ein Freier — will ich in die Erde. Und das änderst Du nicht! Mich nicht! Und wenn ich Dir nicht passe, wie ich bin — wenn Du den alten Schädel umformen willst — wenn Du Dich nicht richten willst nach mir, wenn Du nichts mit bring ft aus der Fremde als den Unfrieden--Deine Wahrheit — bann
--jch halt' Dich nicht —■ geh' weiter — geh ein Kans weiter . . (Fortsetzung folgt.) ,
Der allgemeine u. unterhaltende bringtipannendeRomaue,kleinere Feuilletons. Theater- u Musik» ur.b Kunstbesprechnnge«, HoMschul» Nachrichten, ferner in zwanglmer Reihen- folge ertcheinerde Rnudichanarlikel populär-wissmsckaitlichen Inhalts, mevt- ziuische, juristische usm. Rundsckau. Aus Schule nnv Kirche, Seer uaö Flotte, Aus der Frauenwelt und für die Frone«, die vielen Anklang gesunden haben.
halb zu Deutschland und sagen: „Hab Tank für
ften germanischen Reiche, sind zuerst dem komme» den flawischen Ansstirm ausgesetzt. Unterlieg« sie, sie muß die germanische Welt in Trumm« fallen. Geben sie aber den schwächeren Staaten durch ein Zusammengehen ein Beispiel, wird be» „Brudervolks Wohlfahrt" als Schlachtruf von der Adria bis zum Meer der tausend Sem, von ben Fjorden bis nach Siebenbürgen, schallm. Gegen olch ein Germanenreich wird auch bas gesamt« Allslawentum machtlos sein.
Willi Buch.
das, was du uns bist, für das, was du uns gegeben hast." Auch wir stehm Vox einer nationalen Wiedergeburt. Und wer weiß, was daraus er- wachsen kann. Vielleicht können wir Deutschland einmal etwas zurückgeben, — neue reformatorische Gedanken oder treue Schwerter. Wir fühlen uns als ein geringerer Bruder, aber doch ein Bruder der großen germanischm Weltmacht. Wir wissm, daß wir auch in diesen Tagen das Volk Gustav Adolfs sind. Drei Jahrhunderte sind keine lange Zeit im Leben eines Volkes. Ein Volkscharakter ändert sich nicht so schwoll. In Gustav Adolfs Namen begrüßen wir das neue Deutschland, dessen jetziger Kaiser einmal zu fei-, nem Volke gesagt hat: „Ich führe Euch herrlichen Dingen entgegen. Germania nova, das wirkliche Reich der Mitte, das Land, über dem in diesem Augenblicke die Sonne am höchstm steht." —
Ans diesen Worten spricht warme Begeiste- rung, spricht echtes Verstehen und Zutrauen, wie es nut ein Brudervolk darbringt. Der einst so nützliche Dreibund hat sich überlebt. Das romanische Italien ist uns nicht gewogen, und Oesterreich muß an der Slawen-Krankheit zu Grünte gehen. Dmtschland selbst ist schon stark slawisch durchsetzt. Immer größer wird die Gefahr, die uns von Polen int Osten und in Westfalen droht. „Dresden wird tschechisch" hören wir's neuerdings ertönen. —
Da ist es denn freudig zu bagrüßm, toenn uns der Norden die Bruderhand bietet. Denn nicht allein das ist gefährlich, daß das Slawentum schrittweise vordringt, sondern das es nach einheit. lichen Gesichtspunkten, unter ter Flagge des Panslawismus marschiert. Ob diese Bewegung inerungen gemeinsam. Wir haben auf deutscher I von Rußland über die Ostsee-Provinden und Fin- Erde für die deutsche Freiheit gekämpft. Es ge- I land sich nach Skandinavien, ober von den Polen schah in der weltgeschichtlichen Zeit Schwedens | und beit österreichischen Slawen gegen Deufich- imter Gustav Adolf II. Wir haben aus Deutschland befreiende Gedanken empfangen, ater wir haben dafür die beste Gabe gegeben, welche die Dankbarkeit geben kann, befreiendo Gedankm, umgewantelt in befreiende Schwerter. Zwei durch solche Erinnerungen verbundene Völker müssen zu einander stehen. Vieles haben wir Schweden von Deutschland in vier Jahrhunderten gelernt, aber niemals haben wir von dort so viel zu lernen, wie gerate setzt. Das deutsche „Volk in Waffen" ist unser Vorbildnis, und von dem Deutschland der Wissenschaft, des Handels und der Industrie haben wir stets bedeutungsvolle Lehren anzuneh- inen. Mit Freuten haben wir gesehen, wie den grosten Siegen auf den Schlachtfeldern andere friedliche, aber nicht weniger bedeutungsvolle auf den Gebieten des Handels und der Industrie folgten. Deutschlands Siege sind Siege für die germanische Welt: Wir Schweden wenden uns des-
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