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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonntaasblatt.

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41. Jahrg.

Drittes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Die Konferenz in Algeciras.

Algeciras, 30. März. (W. B.) In der ge­strigen Plenarsitzung legte der deutsche Delegierte einen Entwurf über die Vergebung der öffent­lichen Arbeiten vor. Hinsichtlich der Staatsdienst- ztveigc soll die marokkanische Regierung verpflich­tet werden, keinen Teil dieser öffentlichen Anbei- ten zum Nutzen besonderer Interessen zu vor- äußern. Hinsichtlich der öffentlichen Arbeiten stellt der Entwurf das Prinzip der öffentlichen Dergebun^püne Ansehen der Nationalität auf. Ein österreichisch-ungarischer Zusatzvorschlag stellt folgende Regelung auf: Wenn öffentliche Arbei­ten geplant sind, soll das diplomatische Korps, um die fremden Staatsangehörigen rechtzeitig auf­merksam machen zu können, sofort davon unter­richtet werde». Es soll eine hinreichende Frist be. stimmt werden, damit die Angrhorigen aller Na- tionen in die Lage versetzt werden, sich wirksam am Wettbewerbe zu beteilige». Beide Vorschläge wurden der Redaktionskommission überwiesen. Der Nicholsonsche Vorschlag über di« Zollab- schätzungs-Kommission und das Zollkomitee wur­den in seinem ersten Teile von den deutschen Tele. gierten als diskutabel bezeichnet, dagegen wurde gegen die offizielle Vertretung des französischen Anleihekonsortiunis in dem als amttick-es Organ gedachten Zollkomitee starkes Bedenken erhoben. Der Nicholsonsche Vorschlag ging mit dein deut­schen die gleich^ Materie betreffenden Vorschläge gleichfalls in die Redaktionskommission.

Berlin, 31. März. Nach dem gegenwärtigen Stande der Konferenzarbeiten in Algeciras läßt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob heute oder erst nächsten Montag diejenige Sitzung stattfinden wird, in der die materielle Einigung über das gesamte Programm sich voll- zieht. Man hofft aber, noch Ende der näch- st en,Woche die Konferenz abschlie- st e n 31t können.

DerTemps" schreibt über das Ergebnis der Konferenz in Algeciras:Weder Sieger noch Besiegte", so sagt Fürst Bülow.Weder Sieger noch Besiegte", so antwortet Rouvier. Das ist die Formel, mit welcher man die gegenwärtige Ver­einbarung kennzeichnen kann. Man hätte, wenn Deutschland die besonderen Rechte Frankreichs hätte rascher anerkennen »vollen, schon vor sielen Monaten zu diesem Resultat kommen können.

Heer uvd Flotte.

Auch die französische Heeres­verwaltung ist zu der Ansicht gekommen, das; die metallenen Säbelscheiden der Offiziere und Vortepe-Unterofsiziere der Infan­terie, weil ihr glänzendes Aenßere auf weite Entfernungen sichtbar bleibt, im Kriege eine ernste Gefahr für die Truppe bedeuten. Der Kriegs- unnister hat deshalb verfügt, daß versuchsweise ein dunkler Uebcrzug für Säbelscheiden einzufüh- rcn ist, der groß genug ist, auch den Säbclkorb einzuhüllen, und bei dem Außendienst ,bei Feld­übungen und Manövern zu trage» ist. Das Mo- dell dieses Neberzuges ist für Offiziere fakultativ, für Portepee-Unteroffiziere soll es von den kom­mandierenden Generalen vorgeschrieben tvorden. Am 1. November d. Js. haben die Chefs und Armeekorps zu berichten, wie sich dieser Versuch bewährt hat und welche Art des Ueberzuges hin- sichtlich der Kosten, der Brauchbarkeit und Solidi, töt sich am meisten empfiehlt. Voraussichtlich wird dieses Verfahren, das das beim Helm ange­wandte Shsteni auf den Säbel überträgt, bessere Ergebnisse liefern, als das Brünieren der Säbel- stlreide, das in der deutschen Armee nicht voll befriedigt hat.

V D i e dänische Kavallerie erhält demnächst eine ntitc Uniformierung und zwar kommen die bisherigen speziellen Auszeichnungen der Husaren-, Dragoner- usw. Uniformen in Wegfall, um einer einheitlichen, bequemen und praktischen Ausrüstung Platz zu machen. Tie Uniform wird künftig bestehen aus einer Schirm- feldmütze, Uniformjacke, engen Bcinkleidern, Mantel und langen Stiefeln mit festen Sporen. Sämtliche Bekleidungsstücke. sind von hellblauer Farbe. An A::Sr-"''tzmgsst"ck?n erhält der Reiter. einen Oeibrrem-'n. an dem der Karabiner und

Das Grubenunglück in Courrieres.

Lens, 30. März. Infolge der Rettung von 14 Ueberlebtnden des Grubenunglücks herrscht 14 Ueberlkbrndrn des Grubenunglücks herrscht Verwandte und Freunde von Vermißten treffen in Massen ein. Ein besonderer Sicherheitsdienst mußte eingerichtet werden, um zu verhindern, daß di? Leute in den Schacht von Billy-Montigny ein. dringen. Die Namen der Geretteten gehen von Mlind zu Mund, jeder will sie sehen, * in der Hoffnung, von ihnen zu hören, daß sich noch viele andere Bergleute lebend in der Tiefe befinden. Gerüchtweise verlautet, man habe Rufe von ande­ren Ueberlebende» gehört, die bald gerettet sein würden.

Lens, 30. März. Die Auffindung der 14 Bergleute gelang den mit den deutschen Appa. raten ausgerüsteten Rettern. Die Stelle, wo die vierzehn gefunden wurden, befand sich jenseits des eingedammten Feuerherdes. Die Ange- hörigen hatten schon Trauer angelegt. Die Auf- regung ist unbeschreiblich. Der ehemalige Depu­tierte Laur war der einzige Ingenieur, der den Glaubest aufrecht erhielt, daß noch Labende vor­handen seien. Die Geretteten, mit Ausnahme eines einzigen Verwundeten, sind wohlbehalten. Purvost Vater und Sohn ermutigten während der 20 furchtbaren Tage die Kameraden. Pnwost Sohn fand ein gefallenes Pferd, dessen Fleisch auf­geteilt wurde. Am Rande der Grube 2 spielten sich furchtbare Szenen ab. Frauen verlangten so. fertige erneute Nachforschungen. Der erste, der diesen Morgen ein Geräusch wahrnahm, war der Arbeiter Dufvcsne. Auf den ZurufKame­raden" erhielt er die Antworthierher".

Paris, 31. März. Nach den bisher vorliegen­den Mitteilungen vollzog sich die Rettung der seit dem 10. März vergrabenen dreizehn Bergarbeiter in Courrieres auf folgende Weise: Um %8 Uhr heute Morgen wollte eine mit der Löscharbeit in der Grube 2 beschäftigte Abteilung von Arbeitern zu Tage steigen, als sie in einem Querschacht eine andere Gruppe von Arbeitern bemerkte, die sich ihr mühsam entgegenschleppte. Diese Gruppe bestand aus dreizehn meist noch jungen Mämtern unter der Führung eines Obmannes, des 38jäh- rigen Nemtz. Sie sahen alle furchtbar abgemagert und verwildert aus . Nemv antwortete auf die Anfragen und es stellte sich heraus, daß die drei­zehn Arbeiter aus der Grube 3 kamen, wo sie seit drei Wochen von den Eßvorräten gelebt haben, welche die verunglückten Bergarbeiter hinterlassen hatten, sowie von den: für die Pferde bestimmten Hafer. Sie sind sehr schwach und erschöpft, jedoch ist nur ein einziger wirklich krank. Im Bezirk von Courrieres lmt die Nachricht von der Rettung große Aufregung hervorgerufen, obwohl die Na- men der Geretteten sofort bekannt gegeben worden

zwei Patrontaschen angebracht sind. Die Bewaff- nung besteht aus Säbel und Karabiner. Bei diesen Anordnungen toar der leitende Gedanke, die Bekleidung des Reiters hinsichtlich des Schnitt.s möglichst mit derjenigen des Infanteristen in Einklang zu bringen, sowie die Ausrüstung so leicht und bequem wie möglich zu machen.

V Der Chef-Konstrukteur der a m e r i k a n i - scheu Marine hat dem Marineministerium einen eingehend begründeten Bericht vorgelegt, in dem er beantragt, daß in Zukunft nur noch 20 000-Tonnenfchiffe gebaut werden sollen, toetl die Schiffe von 18 000 t nicht die genügende Ge­fechtseigenschaften erhalten könnten. Bekanntlich sind in Amerika 2 Linienschiffe von je 18 000 t bereits bewilligt bezw. im Bau. In der ameri­kanischen Marine ist ein neuer Turbinentorpedo eingeführt worden, der bis 3200 Meter mit 36 Seemeilen Geschwindigkeit laufen soll. Das Ka­liber beträgt 53 cm. Die Turbine macht 10 000 Umdrehungen in der Minute, während die Schraulwmnndrehungen auf 900 pro Minute re­duziert sind.

VDas Gewicht der Kopfbedeckungen der verschiedenen europäischen Heere beträgt nach derOesterreichischen Mil.-Ztg." beim englischen Helm 550 Gramm, beim preußischen 390, beim italienischen Käppi 300, beim englischen Kasket 230, beim französischen Käppi 185, beim russischen Kasket 154, beim japanischen KaSket 110. Das Muster des neuen österreichischen Käppis soll nur 138 Gramm wiegen. -

V Herr v. Einem hat heute in der Budget­kommission nach einem genaueren Bericht des Tag" sich folgendermaßen über unser Rohr- r ü ck la u f g e schü tz ausgesprochen: So ein, gehend sei kam» je ein anderes Geschütz geprüft worben. Erst nach jahrelang-» Erprobungen bei

sind. Das Gerücht hat sich nämlich verbreitet, daß noch weitere Lebende in den Gruben eingeschlossen seien, doch bleibt abzuwarten, ob sich das bestäti­gen wird.

Paris, 31. März. In den Minen von Cour- rieres wurden nachmittags tatsächlich noch vier weitere die Katastrophe über« le bende Arbeiter gerettet, die sich in einen Pferdestall geflüchtet hatten. Unter den 13 ersten Geretteten befindet sich ein junger Mann mit einer eiternden Stirnwunde, alle übrigen sind äußerlich unverletzt, befinden sich jedoch in einem Zustand jämmerlicher Erschöpfung, so daß jede Prognose über ihren physiologischen und seelischen Zustand gewagt erscheint.

Paris, 30. März. Die Gesamtsumme der Spenden für die Hinterbliebenen der in Cour­rieres umgekommenen Bergleute beläuft sich auf zwei Millionen.

Paris, 31. März. Die von den Abendblättern giemelbete Rettung von weiteren vier Bergleuten in Courriers bestätigt sich nicht.

Lens, 30. März. Der Führer der 13 Man«, die heute gerettet worden sind, Remy, erzählt heute nach einem ergreifenden Wiedersehen mit seinem Vater folgendes: Durch die Erplosion auf das stärkste erregt, suchte ich mich in Sicherheit zu bringen. Ich fiel dabei über etwa 50 am Boden liegende Leichen. Später gelang es mir, nach einer noch höher gelegenen Förderstelle durchzudringen, wo ich mit meinen 12 Kameraden, die sich in einen geschützten Winkel hatten flüch­ten können, zusammentraf. Diese hielten mich zuerst für einen Retter und waren schmerzlich berührt, als sie hörten, daß ich gleich ihnen ein lebendig Begrabener sei. Ich sprach ihnen Mut ein und sie blieben dann acht Tage an jener Stelle. Ich wußte stets, wie weit wir cm der Zett waren, da ich nie vergaß, meine Uhr aufzuziehen. Da es uns an Lebensmitteln fehlte, aßen wir Rinde von den Balken, wo wir sie nur fanden. Vergebens suchten wir in dem Dunkel durch Trümmer und über Leichen aus der Sackgasse, in der wir eingeschlossen waren, herauszukommm. Eines Abend? kamen wir an einen Stall. Dort fanden wir Hafer und von diesem lebten wir Zwei Tage. Dann aßen toir bon einem toten $ferbe. Zu Irin- fen hatten wir nur den £tnMf Feld­flaschen. Während der letzten Tag? sncksten wir in drei Gruppen getrennt na cheinem Ausgang. Ge. stern Abend fühlten wir frische Luft einbringen. Wir folgten der Richtung und gelangten an eine durch die Ervlosion eingestüzte Steide in der Räbe des Fahrstuhls.

Die Bergwerksdirektion in Billy wurde tele­phonisch von der Rettung verständigt. Als dir Bergarbeiter, die man mit großer Sorgfalt auf Stroh gebettet hatte, ans Tageslicht kamen, fHe­

ber Artillerie-Prüfungskommission, auf den Schießplätzen und bei der Truppe wobei ja natürlich wesentlich höhere Anforderungen an die Haltbarkeit des Materials herantreten als bei den Prüfungsbehörden sei man zur endgültigen Annahme des Geschützes gelangt, nachdem sich nirgends Anstände gezeigt hätten. Im Gegenteil hätte jede Truppe das neue Geschütz als einen wesentliche» Fortschritt bezeichnet. Insonderheit aber müsse die Heeresverwaltung als ihr vor­nehmstes Recht für sich in Anspruch nehmen, daß sie in weitgehendster Weste für die Sicherheit der Bediemingsleute sorge. Daß in dieser Beziehung die Bedenken d-es Abg. Huä völlig unzutreffend seien, gehe unzweifelhaft daraus hervor, daß bei den ganzen Versuchen nicht ein einziger Unglücks- fall vorgekommen sei. Die Heeresverwaltung könne auf das Bestimmteste versichern, daß das Feldgeschütz 96 u. a. in jeder Beziehung auf der Höhe der Zeit stände, und daß Bedenken irgend, welcher Art gegen es von keiner sachverständigen Seite geltend gemacht seien.

V Höhere Anforderungen an die Reserveoffiziere sollen, wie eine Sorte« fpondenz berichtet, in Zukunft gehellt werden. Es heißt da: Tie Erfahrungen bei den in den letzten Jahren zu Uebungszwecken aufgestellten Reserve- Infanterie-Regimentern haben ergeben, daß eine bester? Ausbildung der ObeAeutnants und Haupt­leute des Beurlaubtenstandes dringend erforderlich ist. Bei de» Uebungen dieser Regimenter entstan. de» oft Situationen, die manches Kopfschütteln verursachten. Im Ernstfälle würden die schlimm, sten Konsequenzen, manchmal ein völliges Stuf- reiben der Truppen, eingetreten sein. Künftig soll ein sehr strenges Auge auf die Offiziere ge­worfen werden, die eine BefördTrrmgsüb'.mg cb» sowie:?!?. Zur Befähwwiw" zum Kompagnie­

gen sie mühsam, aber ohne Beihülfe aus. Von dem Licht geblendet, hielten sie die Hand vor Augen« Direktor Lavout und seine Mitarbeiter waren auf das tiefste bewegt, weinten und entblößten beim Anblick der Geretteten ihr Haupt. In dem Schacht Sallaumines wurde ein lebendes Pferd aufgefunden. Am Mittag wurden mehrere Leichname heraufbefördert, welche ganz mumifi­ziert aussahen. Ein Arzt behauptete, daß der Tod bei diesen erst nach zirka 20 Stunden ein- getreten sein dürfte. Der Bergingenieur Michck Levy erklärte einem Berichterstatter, seines Er­innerns stehe dieser Fall in der Bergbaugeschichte einzig da. Er grenze fast ans Wunderbare, daß die Bergarbeiter so lange von Rüben und Hafer ihr Leben gefristet hätten. Die braven Leute hätten Glück gehabt, Wasser zu finden. Das habe gewiß dazu beigetragen, ihr Leben zu erhalten.

Deutsches Reich.

Berlin, 31. März.

Seine Majestät der Kaiser hörte gestern Frei­tag morgen um 8V- Uhr den Vortrag des Geheime« Oberbaurats Schmechten im Beisein de» Staatssekre­tärs Krätke. Um 916 Uhr begab sich der Monarch z« den Schlußbesichtigungen der Osfizierreitstunden bei den Berliner Kavallerie-Regimentern (Garde-Küras. fiere, 1. und 2. Garde-Dragoner und 2. Garde-Ula­nen). Beim Offizierkorps des 2. Garde-Ulanen-Re- gimentS nahm der Kaiser daS Frühstück ein. Der Kai­ser dinierte bei dem Justizmmister Beseler. Heute Samstag Mittag reist der Kaiser von Potsdam nach Wernigerode.

Halbamtlich wird geschrieben:Die vom Reichs­kanzler cingebrachte Vorlage wegen Gewährung einet Entschädigung an die Reichstagsmitglieder ist im preußischen Staatsministerium in kommissarischen Ver­handlungen eingehend beraten worden. Diese Ver­handlungen sind nunmehr abgeschlossen. Die Vorlage ist im Entwurf festgestcllt. Am Sonnabend dieser Woche wird sie dem StaatSministerium zur endgiltigen Beschlußfassung vorgelcgt werden; eS steht zu erwar­ten, daß nach Zustimmung des Bundesrates eine ent­sprechende Vorlage in kürzester Frist an den Reichstag gelangt." Rach derGermania" sollen die Abgeord­neten für die lausende Session nur etwa halbe Diäten nachbekommen.

Zur Weingesetz, und Weinsteuerfrage äußert sich der soeben erschienene Jahresbericht der pfälzische» Handelskamer in bemerkenswerter, weil charaktcristt- scher Weise. ES heißt do nach einer pessimistische« Schilderung der Lage der Produzenten und Händler folgendermaßen:Wir halten eine gleichmäßige Durch, führung der Kellerkontrolle in ganz Deutschland für dringend erforderlich. Was die Frage der Einführ­ung der Buchkontrolle anlangt, wie sie zur Zeit viel- fach erörtert wird, so steht ein großer Teil unserer Jntereffenten dieser durchaus ablehnend gegenüber, da sie als starke Belästigung empfunden iverden müsse; andere wieder glauben von der Einführung dieser Kontrolle eine Gesundung der Verhältnisse er­matten zu dürfen." Auf diesen letzteren Standpunkt stellt sich auch daS Bezirksgremium Edenkoben, dessen

sührer soll auch künftig tadellose Reitfähigkeit ver. langt werden, da sich auch hier ein bedauerlicher Mangel gezeigt hat. Auch betreffs der Mann­schaften soll dafür gesorgt werden, daß jeder Re- servist mindestens zweimal 14 Tage im Reserve- Verhältnis und 14 Tage im Landwchrverhättnis übt, um die Mannschaften kriegstüchtig zu erhal­ten. Die Leistungen der Offiziere des Beuc» kcmbtenstandes der Infanterie. Jäger undSchi'men solle» den erhöhten Anforderungen an die Ge­fechtsbildung der Truppen mehr angepaßt wer­den. Die aktive» Kommandeure und Kompagnie, chefs können bei den tiiclfeitgen Anforderungen, die die Ausbildung der Mannschaften bei der zwei, jährigen Dienstzeit an sie stellt, nicht in dem er­forderlichen Maße der Ausbildung dieser Offi­ziere bei der Trnpve widmen. Abhilfe soll nun­mehr dadurch geschaffen werden, daß ein Teil der 1. Hebung in der Reserve und der Besörderungs. Übung zum Hauptmann unter besonders geeig­netem Lehrpersonale des aktiven DienststandeS auf Truppenübungsplätzen abgeleistet wird. Ein gleiches Verfahren hat bei den Reserveoffizieraspi- ranten bereits gute Erfolge gezeitigt.

VNeueRegimenter. Zum 1. Oktober 1906 werden folgende Regimenter neugebildet werden: ein Kavallerie-Regiment zu zwei Eska- drons unter Berufung von zwei vorhandenen Es. kadrons, zwei Infanterie-Bataillone (Goldap, Allenstein), ein Fußartillerie-Bataillon als drittes Bataillon des Fußartillerie-Regiments 8 unter Anrechnung der bei den Fußartilleric-Regimentern 8 und 9 vorhandenen 9. und 10. Kompagnie, ein Fußartillerie-Bataillon als drittes Bataillon des Fußartillerie-Regiments 13 unter Anrechnung der bei diesem Regiment vorhandenen 9. und 10. Kompagnie, zwei Lespanmmg< Abieiliwgkn jür F-.itzartrllcric Regimenter.