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Sontttagsbeilager Jlluttrirtes SonntaaSblatt.
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Reclamen.' die lltile 25 Bla.
Marburg
Freitag 80. März 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck tmb Verlag- Joh. Ang. Koch, tlmverfttäts-Buchdruckerü 41. Jahrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon a5.
Neueste Telegramme
Berlin, 29. März. Dem Reichstag ist der letzt angekündigte Gesetzentwurf zugegangen, der Li- Einführung von Reichskassenscheinen von 5 tmb 10 Mark an Stelle der bisherigen von 5, 20 tmb 50 Mark Vorsicht unb dem Bundesräte das Recht gibt, die Ansfiihrungsbestimmnngen hierzu 0it erlassen.
Hamburg, 28. März. Der heute Mittag von Swakopmund eingetroffene Postdampfer „Erna Woerniann" brachte auch fünf Offiziere und höhere Militärbeamte, 50 Unteroffiziere und MannsckMften und die Leichen des Leutnants Vandermann und des Pioniers Schulz mit.
München, 28. März. Am Samstag, den 6. Oktober, wird die feierliche Eröffnung des pro- disorischen deutschen - Museums im alten Gebäude des National-Museums in Verbindung mit der feierlichen Grundsteinlegung für den Neubau des deutschen Museums stattfinden. Den beiden Feierlichkeiten wird der Prinzregent und dec gfr- jom ic Hof beiwohnen.
Paris, 28. März. In Valence (Dep. Rhone) konnte der Finanzinspektor trotz Gendarmcriebei- standes das Kircheninventar nicht ausnehmen. Die ziemlich zahlreiche protestantische Bevölkerung unterstützte die Katholiken im Widerstande.
London, 28. März. Wie die „Morning Post" aus Schanghai meldet, hat die französische Regierung wegen der in Nanchang vorgekommenen Ausschreitungen an die chinesische Negierung die Forderung gestellt, zu erklären, das; kein chinesischer Beamter ermordet worden sei, sowie wegen der Ermordung des Priesters G Chinesen Hinsichten zu lassen, 60 000 Täcks Sühnegeld und für die Zerstörung der Schulen 90 000 Taels Eutschädigung zu zahlen.
Besse a llilN'7 der Unteroffiziere
In dem Haushaltsentwurf für 1906 hat die Militärverwaltung eine erhebliche und sehr notwendige Besserstellung der Unteroffiziere in Angriff genommen. Di- „Zeitung des Bundes deutscher Militäranwärter" äußert sich dazu wie folgt:
.„Gewiß ist der Unteroffizier der für manchen oft beängstigenden Sorge um das tägliche Brot entrückt. Aber der heutige Mensch verlangt nun einmal vom Leben noch etwas mehr, und cs kann keinem Zweifel unterliegen, daß sich unsere Unteroffiziere nach mancher Richtung hin nicht das ha- ben leisten können, was anderen altherkömmlicher und selbstverständlicher Genus; ist. Nicht verkannt sei auch, daß die Anforderungen, denen
8 (Nachdruck verboten.)
Arr der d-inischen Grenze.
Roman von Dietrich Theben.
(Fortsetzung.)
„^törrkopf? Das war er wohl nicht: eher ein willenloser Schwärmer, dem vielleicht der Dienst vollends das Rückgrat bricht. Ich wenigstens habe so meine Bedenken. Und was dann? Dann sind zwei weltfremde Menschenkinder auf dem alten Hofe."
Behrend neigte sich zu anderer Ansicht.
„Für den Jungen fürchte ich nicht," entgegnete er. „Freilich ,toenn man ihn zu den „Unsicheren" gerechnet hat, da wird er sich haben in acht nehmen müssen — ---- Die Tochter---"
Er svrach nicht aus.
, Die?" nahm Tofohr das Wort auf. „Die muf, ihren Meister finden, sonst ift's schade nm sie."
Die junge Hausfrau, eine frische, fast noch mädchenhafte Erscheinung, trat mit ihrem zweijährigen Sprossen ins Zimmer und schloß mit ihrer Dazwischenkunft die Unterhaltung der Man- ncr ab. Aber Bohrend blieb noch und freute fid) über den festen kleinen Bengel, der ungeniert auch dem Gaste auf die Kniec kletterte, ihn mit den großen Blanaugen zutraulich anguckte und die Eltern und den Fremden mit seinen drolligen Kindcnvcsen ergötzte.
Dann — es tvar bald Mittag geworden — brach derBe facher endlich auf, um nun als Wähler seine Pflicht zu tun.
Tofohr zweifelte selbst, ob er als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen würde.
„Aber wenn es doch sein sollte," schloß er, „so stehen Sie mir als FriedenShelfec zur Seite."
Das versprach der Hoyerhofcr. Aber nicht diese Zusage b-eschäftigte ihn dann unterwegs,' sondern die merkwürdig bündige Aenßerung Tosohrs: „Die muß ihren Meister finden ..
unsere Unteroffiziere zu genügen haben, seit der Einführung der zweijährigen Dienstzeit nicht unerheblich gestiegen sind. Die Leistungen werden größer, ohne daß ihnen eine entsprechende Steige- rung oder Gegenleistung zur Seite stand. Man darf hoffen, daß der Reichstag den guten Absichten der verbündeten Regierungen im Interesse der Unteroffiziere und des gesamten Heeres das wünschenswerte Verständnis entgegenbringen wird.
Unter den von den verbündeten Regierungen in Aussicht genommenen Maßnahmen betrachtet die „Parole" als wichtigste die Aenderung der Soldatenverhältnisse. Mehrausgaben nach dieser Richtung hin können der Zustimmung dec er- drückenden Mehrheit des deutschen Volkes sicher sein. Auch damit kann man fi* m'MW "inv erst enden erklären, daß sämtliche Unteroffiziere nach neunjähriger Dienstzeit ohne weiteres in den Genuß der Bezüge des Vizefeldwebels gelangen, und daß ihnen ausnahmslos schon nach 5% Jahren das Diensteinkommen der Sergeanten zugewendet wird. Auf diesem Wege wird Zweifel- los erreicht werden, daß mancher tüchtige Unteroffizier länger im Dienste bleibt, als dies heute der Fall ist.
Auch die beabsichtigten Verbesserungen hinsichtlich dcr Wohnverhältnisse sind von nicht zu untersckmtzender Bedeutung. Es wird erstrebt, sämtliche Unteroffiziere in besonderen Stuben un. terzubringen, sowie die Unterosfizierspciseanstalten und Unterhaltungsräume nicht unerheblich zu vergrößern. Je behaglicher sich der Unteroffizier nach seinem schweren Dienste in seinem Zimmer ober in dem gemeinsamen Unterhaltungsraume fühlt, um so freudiger wird er am kommenden Tage seinen Dienst tun. Wenn aber andererseits Unteroffiziere und Mannschaften getrennt von- einander wohnen, wird manchem häßlichen Streit von vornherein der Boden entzogen, und vielleicht ist diese Maßnahme auch geeignet, die stahl der Soldatenmißhandlungen, ' die zur Zeit nicht selten auf das Bewohnen desselben Zimmers zurückgehen, noch toeiter zu beschränken."
Das Grubenunglück in Gournöres.
Die deutsche Ncttungsexpedition.
Dep „Gil-Blas" bespricht eingehend die verschiedenen Vorschläge für Auszeichnungen der deutschen Retter und schreibt dabei: „Man spricht von einer Denkmünze. Eine solche könnte doch aber nur auf Kosten dec Gesel!sck>aft ausgeprägt werden. Das wäre eine blutige Ironie. Wir besitzen in Frankreich drei Auszeichnungen, die mit mathematischer Genauigkeit für Taten und Opfer-
Traf er ins Schwarze damit? War der Trotz, geist deS Alten ein Hauptzug auch ihres Charakters? War das lieblich Frauenhafte des schönen Weibes trügerisch? .
Er hatte sie nur ein paarmal und immer nur flüchtig gesehen. Aber die Energie der hohen Stirn, die stolze, aufrechte Haltung und der eigen- artig feste, rasche, federnde Gang waren ihm ausgefallen. Es lag etwas Bestimmtes und Entschie- denes in die'em Aeußerlichen, das, vereint mit ihrer reinen, jugendfrischen Schönheit, ihr etwas apart Anziehendes verlieh.
„Sonst ist's schade um sie. . ."
Ja, das wär's, dachte auch der Grübelnde, ohne sich über ein unklares Gefühl des Bedauerns, das ihn beschlich, weiter Rechenschaft zu legen.
Als er vor dem Jebsenschcn Kruge anlangte, erkannte er schon an den vielen Springstangen, die rund ums HauS gegen das niedrige Dach gelehnt ivaren, daß die auf den Mittag angesetzte Gemeindeverfammstmg gut besucht sein mußte. Unb zwei befreundete Bauern mußten sein Kommen auch schon beobachtet haben, denn'sie traten ihm bereits entgegen, als er kaum den Eingang erreicht hatte.
Sie schienen beide erregt zu fein.
„Einen Augenblick!" hörte Bohrend sich gedämpft angesprochen. „Haben Sie den Steven Kammerich entlassen?"
..Weshalb?"
Behrend gab kurze Antwort, und die beiden Bauern sahen sich an. ■
„Aha, wie ich's gesagt habe!" rief der Wort- führet. „Und das geht denn doch über die Bäumei Wissen Sie. wo der Kerl geblieben ist, Behrend?"
„Ich habe keine Ahnung." :• *•
„Auf dem Stürhof ist er! Sven Stür hat den Braven freundlich aufgenommen!"
Auch Bchrend fühlte den Unwillen in sich auf. steigen.
freubigfeit dieser Art abgemessen sind: Das Kronz der Ehrenlegion, die goldene und die sllberne Ret- tungsmedaille. Warum sollte man nun diesen Deutschen nicht die Ehrenlegion geben, da sie sie doch wirklich reichlich verdient haben? Sie wären ja nicht die ersten Deutschen, die sie seit dem Kriege verdient und erhalten haben. Wir erinnern uns ja, daß ein deutscher Marinearzt sie erhalten hat. Man gebe ihnen also die Ehrenlegion ahne Furcht. Unter den Rettern finden sich vielleicht Veteranen des Krieges.. Das wäre eine sehr ergreifende Synthese und ein packender Kontrast, diese Nachbarschaft des eisernen Kreuzes und der Ehrenlegion auf der breiten Brust, beides Abzeichen der erfüllten Pflicht. Unb ich bin über, zeugt, daß diese Belohnung jenseits der Vogesen eine sehr heilsame Wirkung in dieser Zeit der diplomatischen Zänkereien ausüberr würde.
Die Regierung hat sich, wie bereits mitgeteilt, für die Erteilung der Ehrenlegion entschlossen.
Wie schon gemeldet mürbe, hat der sächsische Lanbttag eine Ehrenspende für das deutsche Hilks- korps gesammelt. Van befreundeter Seite wird uns der Wortlaut der Telegramme zur Verfügung gestellt, die aus diesem Anlaß zwischen den beiden Präsidenten der Kammern und dem Bergbaulichen Vereiir gewechselt wurden:
An den bergbaulichen Verein, Essen-Ruhr.
Die Mitglieder beider Kammern der Königlich Sächsischen Ständeversammlung haben in Bewunderung und Airerkennung der seitens deuficher Bergarbeiter bei dem Unglück in Courrieres geleisteten aufopfernden Hilfe den Grundstock zu einer Ehrengabe für die bei der Hilfsaktion beteiligt getoefenert Bergleute in Höhe tion rund 3600 Mark unter sich gesanrmelt. Wir bitten um Mitteilung, ob der geehrte bergbauliche Verein die gesammelten Gelder zu zweckentsprechender Verwendung zu übernehmen bereit ist.
Die Präsidenten beider Kammern der Stände- versammlung.
gez.: Graf Vitzthum. Dr. Mehnert.
1. Graf Vitzthum von Eckstädt, Oberhofmar- schall, Dresden,
2. Geheimer Hofrat Tr. Mehnert, Dresden.
Euer Hochwohlgeboren bitten wir, den Mit- gliedeni der Ersten (bezw. Zweiten) Kammer der Königlich Sächsischen Ständeverfammlung den ergebensten Ausdruck unseres herzlichen Dankes für die den Rettungsmannsckzaften gezollten Worte dcr Anerkennung sowie für die hochherzige Spende zu übermitteln.
Wir sind gern bereit, den Betrag Ihrem Wunsche entsprechend zu verwenden. Abschrift des ehrenden Telegramms ist der Gelsenkirchener BergwerkZ-Akfiengesellschaft und der Bergwerks-
„Steht das fest?" fragte er.
„Ohne Zweifel. Aber diesmal hat er sich verrechnet, diesmal hat er unklug gebandelt! Das kostet ihm drei Stimmen, und die fehlen uns. Hurra! Kommen Sie."
Tie beiden Parteien waren schon dadurch kenntlich, daß sie sich in verschiedenen Zimmern versammelt hatten. Den Dänenfreundlichen batte Jobsen sein großes Wohnzimmer eingeräumt, während die Gegenpartei auf das weniger behagliche Gastzimmer angewiesen war.
Der Bauer, der Behrend auf dem Flur befragt hatte, teilte im Zimmer die Auskunft den anderen mit, und wandte sich besonders an eine kleine Gruppe, die, wie Bohrend bald mutmaßte, von den noch Schwankenden gebildet wurde.
„Der hat nicht gekündigt," rief er mit Nachdruck, „und ist nicht freiwillig gegangen — an die Luft gesetzt ist er. Unb da sollen wir noch unsere Leute im Zügel halten können, wenn der vom Stürhof die Rabiaten lieb wieder aufnimmt, daß sie sich in die Faust lachen unb uns die Zunge herausstecken! Das hat uns gefehlt, und das könnte gut werden, wenn der auch noch Vorsteher werden sollte! Weiß jetzt noch jemand nicht, wie er sich zu verhalten hat? Gibt's einen unter uns, der sich so feine Autorität untergraben lassen will? Noch einen, der dabei bleibt: „der Siür kann ja doch nicht viel machen," oder: „der Stür ist doch zu grab, als daß er uns sollte schaden wollen?" Ich denk' das hat den Ausschlag gegeben. Nun handeln wir!"
Er hatte den letzten Augenblick für feine Aus. spräche gefaßt, denn kaum war er zu Ende, so kamen vom anderen Raum auch die Gegner herein, und die Wahl begann.
Ein würdiger alter Bauer der Dänenpartei führte die Liste der Stimmberechtigten. Er schickte ein paar schlichte Worte voraus und ersuchte, bei jedem Aufruf einfach den Namen desjenigen anzugeben, für den gestimmt wurde.
gesellschaft Hibernia, welche die Rettungskolonnen entsandt haben, zugegangen.
Verein für die bergbaulichen Interessen, gez.: Kleine, von Loewenstein.
Essen, 29. März. Der Kaiser forderte dl- morgen aus Courrieres zurückkehrenden deutschen Rettungsmannschaften auf, sich ihm bei fernem Besuch in Krefeld am Montag vorzustellen.
Lens, 27. März. Die gerichtliche Untersuchung zur Feststellung der Ursachen des Gruben» Unglücks von Courrieres nimmt ihren Fortgang. Nach den Aussagen eines im untersten Teil des Schachtes 3 bcfdjäftigten Arbeiters ist das Feuer nicht, wie man bisher gesagt hat, in einem Kohlenhaufen entstanden, sondern in einem noch nicht ausgebeuteten Stollen, in dem man außer Gebrauch befindliche Holzteile gelagert hatte, anstatt diese herauszuschaffen. Der Arbeiter ber- sichert, daß zur Zeft des Ausbruchs des Feuers etwa 80 Ster Holz sich in dem Stollen befunden hätten. Der Brand soll, wie der Arbeiter behauptet, auf die Unvorsichtigkeit eines Schleppers, der dort beschäftigt war, zurückzuführen sein.
Lens, 28. März. Heute Nacht wurden bei Schacht 3, als Gendarmen und Dragoner Ansammlungen von Ausständigen zerstreuten, Revolverschüsse abgegeben. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden.
Deutsches Reich.
Berlin, 29. März.
— Seine Majestät der Kaiser begab sich gestern Mittwoch Morgen nach Potsdam zur Besichtigung der Offizierreitstunde des 1. Garde-Ulanenregiments. Von dort begab sich der Monarch nach der Kaserne des 3. Garde-Ulanenregiments, hierauf zu den Leib- Gardehusarcn und dann znm Regiment Gardedu- korps, wo er ebenfalls die Osfizierreitstunde besichtigte. Später nahm er im Ofsizierkasino der Gardedukorps am Frühstück teil, ber welchem u. a. auch der Kronprinz, Prinz Anton von Hohenzollern, Prinz Albert von Schleswig-Holstein und Prinz Friedrich Leopold anwesend waren. — Die Leiche dcr Herzogin Wilhelm von Mecklenburg wurde abends von der Fricdenskirche unter Beteiligung der nächsten Verwandten durch den Park von Sanssouci nach der Wildparkstation geleitet, von wo die Ucberführung nach Schwerin stattfand.
— Der Beginn der gemeinsamen Uebnngen der aktiven Schlachtflotte ist, wie schon kurz gemeldet, auf Montag, 14. Mai, festgesetzt; sämtliche Schiffe werden sich spätestens tags vorher auf der Reede von Helgoland versammelt haben. Die erste Periode der Sommerübungcn dauert bis zum 9. Juni; dabei werden sich die Schiffe und Torpedoboote nur in der Nordsee und in ihren Flußmündungen aufhalten. Zuerst wird die Besichtigung der Geschwader und Auf- klärungsverbände durch den Flottenchef statrfinden; daran schließen sich Gefechtsübungen bei Tag und bei
Behrend hielt nach dem Stürhofer Umschau.
„Wen suchen Sie?" fragte ihn ein Nachbar. „Sven? Der ist imNebenfin-mer zurückgeblieben."
Die Verlesung der Namen erfolgte monoton; aber die Parteien suchten doch durch Striche die Cbancen ihrer Kandidaten für jede., Augenblick sestzustellen.
Sven Stür war eine Zeitlang im Vorteil. Dann hieß es wieder überwiegend: „Tofohr. Jürs Tofohr."
Die Abstimmung geschah ru'! *. Alle Leidenschaften der Gegner schienen zu schlafen.
„Sierfe Pogge?" las der Wahlleiter.
„Tofohr."
„Sören Stoenfen ?"
„Niels Hibbensen?"
„Tofohr."
Das waren die drei Unsicheren gewesen.
„Was — was?" murmelte ein Stür-Par- teiler.
Aber die Wahl ging ungestört weiter.
Als der letzte Wähler aufgerufen toar, befand sich Jürs Tofohr mit zwei Stimmen in der Mehrheit.
Die Stür-Anhänger zogen sich stumm zurück, unb auch die Sieger schwiegen achtungsvoll, bis der letzte Gegner den Raum verlassen hatte.
Dann brach ber Jubel los.
„Jürs Tofohr hoch!" schrie ein Triumphierender.
„Sroenfen, Pogge, Hibbensen — hoch!" tief in den Tumult ein Dankbarer.
„Sven Stür — holla hoch!" gröhlte ein Humoristischer.
Unb auf dem Wege, den ber Hoyerhoser übet die Felder zurückgelegt hatte, eilte ein Bote zu dem gewählten neuen Gemeinbeoberhaupt — die Reihe der Springstangen draußen am Hause lichtete sich, unb bald war die frohe ober üble Kunde in der ganzen kleinen Gemeinbe verbreitet.
^Fortsetzung folgt.)