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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: MustrirteS SonntaaSblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis, btt oti ExpLition 2 Mk, bet allm PostLmlem 2,25 M. <ejcU Bestellgeld).

JnsrrttonSgcbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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Marburg

Dienstag 27. Marz 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Iah. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei 41. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon x>.

ixisilt.

Manila, 24. März. Das LinienschiffWie tousin" HS vom Admiral Train den dringlichen befehl erhalten, um Mitternacht in See zu gehen sind sich dem amerikanischen Geschwader vor Schanghai anzuschließen.

Bukarest, 25. März. König Karl von Rumänien toirfr Bukarest verlassen und in Begleitung seiner Gemahlin eine Auslandsreise antreten. Das- stigspaar begibt sich zunächst mittels Son Verzuges «rach Wien, wo eine Unterbrechung der Reise er­folgt. Am 27. d. M. soll dann die Fahrt nach Zürich fortgsetzt werden, von wo aus der König dnd die Königin nach Lugano weiter zu reisen beabsichtigen. Dort ist ein längerer Erholungs- »ufenthalt in Aussicht genommen.

Konstantinopel, 24. März. Hilmi Pascha md. bet, daß ffWei bulgarische Banden gänzlich Vernich- let worden sind. In Kamne Kaza bei Dermir- bissar, Sandschak Serres, wurde eine sieben Mann starke Bande unter Anführung eines ge­wissen Paul in einem Hause eingeschlossen. Wäh- feeud des heftigen Kampfes, bei dem auch ein Ko- tnitatschi eine Bombe warf, geriet das Haus in Brand, und die Bande fand ihren Untergang in feen Flammen. Am 18. d. M. stieß eine Trup- shenabteilung in Kaza Dibre, Wilajet Monastir, euf eineneun Mann starke Bande, die in neun­stündigem Kampf vernichtet wurde. Auf feiten «er Truppen würge ein Mann getötet und vier Mann verwundet.

Wladiwostok, 24. März. Gestern wurden in feinem hiesigen Fort zwei Matrosen der japani- ^andelsmarine verhaftet und bei ihnen Pläne Des Forts und Notizen darüber gefunden.

Neuere Xeim anme.

Berlin, 25. März. Wie zuverlässig verlautet, »ird der Reichskanzler, um allen Kombinationen L Spitze zu brechen, die Forderung des Reichs- plonialamts in der nächsten Woche im Plenum persönlich vertreten.

Berlin, 25. März. Dem Vize-Präsidenten es evmrgelischen Oberkirchenrvts Freiherrn von er Goltz wurde der Charakter als Wirklicher Ge- eimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen.

Sigmaringen, 24. März. Bei der Reichs- togsersatzwahl au- März wurden insgesamt |670 Stimmen abgegeben. Es erhielten: Amts- »erichtsrat Dr. Belzer-Sigmaringen (Z.) 7287, dandgerichts präsident Reck - Hechingen (Reichsp.) i886 und Schreinermeister Nill-Bodoelhausen sSvz.) 344 Stimmen. Ersterer ist somit ge-

Die Konferenz in Algeciras.

Algeciras, 24. März. Die Plenarsitzung hat auch heute noch nicht staftsinden können. Die Perzögerung hat wieder ihren Grund in der noch sticht überwundenen Schwierigkeit, die Vermitte- F ~

(Nachdruck verboten.)

An der dänischen Grenze.

Roman von Dietrich Theben.

(Fortsetzung.)

Also daher ihre herbe Haltung dem Manne gegenüber, den sie nicht einmal kannte und den sic nur aus dem künstlich aufgeimpsten Stammes- hasse beurteilte. Er konnte ihr nicht zürnen; er konnte nicht einmal den Wunsch unterdrücken, daß sie nicht zu schwer zu tragen haben möchte, was durch andere an ihrer Seele verschuldet wor. den war.

Er suchte das Lager auf, und noch im Traume erschien ihm die schlanke, biegsame Gestalt des Mädchens mit dem Hellen Goldhaar um das trotzig liebliche Antsitz.

2. Kapitel.

Am frühen Morgen war Christian Hagem !nach seiner Pflicht der erste, der auf dem Posten war. Er weckte die Satte durch Klopsen an ihre ikammertüren, und ging nicht eher von der Stelle, ittlS bis er von drinnen her eine deutliche Ant- Wort erhalten batte. Zu seiner Verwunderung blieb diese aus dem Zimmer der Mamsell aus, And als er die Tür aufklinkte, bemerkte er, daß feer Raum bereits leer war. Er ging schräg über feie Diele und spähte in die Küche. Da brannte schon das Feuer unter einem Kessel, und neben dem Herde stand die Mamsell und hausierte mit Kellern und Tassen.

Er schüttelte den Kopf und ging in seine Kam- stcr zurück, um sich erst vollständig anzukleiden, was toaren nun ungefähr sieben Monate, daß sie feie neue mit der alten Heimat vertauscht hatten; »der daß die Mamsell ungeweckt sich aus den Fe-

lungsvorschläge nach beiden Seiten aimehmbar zu formulieren und in dem Wunsche der nut der Ausarbeitung dieser Vorschläge beschäftigten De­legierten, nur mit einem Erfolg versprechenden Antrag vor die Konferenz zu treten. Es besteht die Hoffnung, aber noch keine Sicherheit, Mon­tag im Plenum verhandeln zu können. Die spa­nischen Delegierten benutzen die Zwischenzeit, um ihren König in Cadix zu begrüßen. Die Redak- sionskommission, die heute zusammentrat, hat die umstrittenen Fragen auch noch nicht erörtern können. Sie fuhr lediglich fort, die Fassung der­jenigen Abschnttte des Polizeiprogramms festzu- stellen, in denen Meinungsverschiedenheiten nicht mehr bestehen. In der Bankfrage bestehen die deutschen Delegierten nach wie vor auf der Ab­lehnung des französischen Anspruchs auf vier Anteile am Bankkapitale.

Petersburg, 24. März. Die Petersburger Telegraphenagentur ist ermächsigt zu bestäsigen, daß in dem Artikel desTemps" vom 21. März der Text des Zirkularschreibens des Grafen Lamsdorff bezüglich der Konferenz unrichsig wie­dergegeben worden ist. Das Zirkularschretben Lamsdorffs hatte den Zweck, das Gerücht zu de­mentieren, daß Rußland entgegen dem französi- schon Standpunkte sich zu Gunsten der Errichtung einer besonderen Polizei in Casablanca aus­sprechen werde. Der Erlaß des Zirkularschrei­bens war durch die Notwendigkett begründet, alle Mißverständnisse auf der Konferenz zu vermeiden, sowie zu bekräftigen, daß Rußlands Bestrebungen darauf gerichtet r'-' eine beider Parteien wür- dige Lösung zu den.

Berlin, 24. März. DieNorddeusiche Allge- meine Zeitung" schreibt: Wenn derTemps" noch einmal auf seine tendenziöse Veröffentlichung der Zirkulardepesche Lamsdorffs zurückkommen wollte, so wäre das nächstliegende gewesen, sich wegen der Entstellung zu entschuldigen, Me er an der Zirkulardepesche vorgenommen hat. Statt desien beruft er sich in der heute hier vorliegenden Nummer darauf, daß man in Deutschland durch diplomatische Zirkulare eine Legende von der Iso. lierung Frankreichs in Umlauf gesetzt habe. DaS tft eif' "te Unwahrheit. Es gibt keine Akten- stück deutschen Diplomatie, die durch einen Hinweg auf Frankreichs Isolierung oder auf einen Frontwechsd Rußlands der russischen Re­gierung Anlaß zu der mehrfach erwähnten Der- Wahrung bieten konnten.

DieKöln. Ztg." berichtet aus Berlin: Wie wir erfahren, stehen die Erklärungen, die von deusicher Seite in Algeciras etwa in der nächsten Vollsitzung abgegeben werden, inhaltlich schon feit mehreren Tagen fest und unterliegen keiner Abänderung mehr. Deutschland muß auf einer wirksamen Kontrolle der spanischen und französi­schen Polizeioffiziere durch einen Generalinspek- teur bestehen. Es kann nicht zulasten, daß die Amtsführung der ftanzösischen und spanischen

dem erhoben hatte, das war in dieser langen Zeit nicht vorgekommen, und auchzu Haufe" nicht, wie er sich zu entsinnen glaubte. Was hatte das zu bedeuten? Der Unmut stieg wieder in ihm auf, und wenn er auch von dem Bauern fest glaubte, daß dessen Blicke nicht auf das Mädchen gerichtet waren, ihr fchob er bei dem ungewöhn­lichen Vorfall doch eine Absichtlichkeit unter, die gerade dem Bauem gegolten hatte.

Er mochte sich kaum die Zeit nehmen, das widerstrebende, borstige Kopfhaar glatt zu fämmen. so zog ihn die Ungeduld nach der Küche. Aber dann kam er doch nicht dazu, seinem Groll an die richtige Adreste Ausdmck zu geben, weil auch der Bauer schon im Hause unterwegs war und ihm gerade auf der Diele entgegentrat.

Behrend traf die Arbeitsanordnung für den Tag und sagte am Schluste gelosten:Ja, und der Kammerich ist er auf?

Geweckt hab' ich ihn.

Schön. Er soll zu mir kommen.

Das lenkte Hagen ab.

Er kraulte sich hinter den Ohren.Nu kann's Gewitter losgeh'n, brummelte er und hegte die heimliche Erwartung, daß es auch einschlagen und den lästigen Störenfried glücklich vom Hause schaffen möge.

,Du sollst zum Bauem kommen," richtete er mit Genugtuung an Kammerich aus.

So?" fragte der gedehnt.Ist der all auf? Was ist denn?"

Weiß ich nicht!" entgegnete Hagen knurrig. Gleich?" fragte Kammerich betreten.

Meinst übers Jahr?" fuhr ihn Hagen an. Der Knecht ging zögernd.

Morgen," sagte der Bauer, der im Wohn­zimmer an einem Fenster stand- Ausgeschlafen?

Offiziere sich auch auf deutsche Reichsangehörige erstreckt, ohne daß im Notfälle ein korrigierendes Eingreifen einer internationalen höheren In­stanz jederzeit gesichert ist.

Petersburg, 25. März.Nowoje Wremja" ist mit dem gestrigen Kommunique der Peters­burger Telegraphen-Agentur in Sachen der In­struktion an den Grasen Cassini unzufrieden. Das Blatt führt aus, diese scharfe Widerlegung desTemps" werde in Paris einen sehr unange­nehmen Eindruck machen und als ein Buhlen um die Gunst Berlins aufgefaßt werden.

Madrid, 24. März. Sogar der franzosen- freundliche Berichterstatter desJmparcial" in Algeciras telegraphiert, daß die Hartnäckigkeit Frankreichs in der Bankfrage Grenzen erreiche, die Ueberraschung und Mißssimmung hervorrufm, so daß es nicht wunderbar fein würde, wenn der deutschen ^Regierung schließlich die Geduld aus­ginge.

London, 24. März. Aus Washington wird ge- meldet, der französische Bosichafter Jnsserand und Staatssekretär Root hielten gestern abend eine Besprechung mit dem Präsidenten Roosevelt ab, bei welcher die Konferenz in Algeciras den Hauptgegenstand bildete.

Das Grubenunglück in Courridres.

Lens, 24 .März. Seit gestern ist es gelun­gen, das Feuer von zwei Seiten zu bekämpfen und festzustellen, daß es auf die Ostseite be­schränkt ist. Wenn es auf die alten Galerien auf der Westseite übergesprungen märe, so hätte man feiner nicht Herr werden können. In der Nacht gegen 2 Uhr erlitten in Grube 2 ein Pariser Feuerwehrmann und ein Ingenieur in­folge Mangels an Luft leichte Ohnmachtsanfälle. Es drohte eine Panik zu entstehen. Die durch den Ventilator hineingelastene Luft soll in mäßi­ger Weise vermehrt werden weil eine zu große Menge Luft den Brand wieder mehr anfadicn würde. Man prüft verschiedene Mittel, um den Brand zu löschen, namentlich durch das Feuer erssickmde Gase. Einige ausländische Ingenieure, namentlich deutsche, kommen täglich nach Billy- Montigny, um den Ursachen der in der Minen­geschichte einzigen Katastrophe nachzuforschen. So stt heute vormittag der deutsche Ingenieur Stern in Schacht 2 eingefahren.

Brüssel, 24 März. Eine Kundgebung des Syndikates der Grubenarbeiter des Lütticher Beckens fordert die Bergarbeiter auf, angesichts der Preissteigerung der Kohlen um 3 bis 4 3rau­fen für die Tonne, eine 20prozentige Lohner­höhung zu verlangen und sich auf die Beschlüsse des Landes-Dergarbeiter-Kongresfes bezüglich eines allgemeinen Ausstandes vorzubereiten. Auch in den Becken von Mons und Charleroi ist eine Ausstandsbewegung im Gange. In Borinage

Das klang so ruhig und fast freundlich, daß der Knecht Hoffnung auf einen friedlichen Ausgang schöpfte.

Ick toier duhn gistern Awend," sagte er entschuldigend.

Ja* Behrend nickte.Deshalb habe ich auch die Hand in der Tasche gehalten. Aber auf dem Hoyerhof hat es Ihnen wohl immer nicht gefallen, Kammerich, und deshalb habe ich nichts dagegen, wenn Sie gehen wollen. Sie wollten das doch, nicht wahr? Ich habe Ihre gesungene Kün- digung gestern abend so verstanden. Bitte, da auf dem Tische liegt Ihr Lohn. Lassen Sie es sich in Ihrer Heimat gut gehen."

Bur" stotterte der Entlassene.

Martin Behrend toinfte ab.

Ter ist ein Hundsfott, Kammerich," sagte er ruhig, aber entschieden,der nicht auf feine Heimat hält. Sie stammen aus Aarhus oder doch aus der Umgegend, nicht wahr, sind also ein Däne, und Sie sind stolz darauf. Das ist Ihr Recht. Sie sind in die deutsche Fremde gekommen, um dort Ihr Brot zu suchen, und das ist auch Ihr Recht. Die Arbeit können Sie nehmen, wo Sie wollen, Kammerich; denn die ehrt überall. Aber was Sie in der Fremde, die Sie aufgenommen hat, nicht tun dürfen: hetzen dürfen Sie nicht. Ihren Brot, gebet und dessen Heimat beschimpfen dürfen Sie nicht. Denn sonst wäre der ein Hundsfott, wenn der sich das gefallen ließe. Verstehen Sie? Ich bin jedenfalls keiner, und deshalb sage ich Ihnen, daß Sie den Boden und das Haus, die Sie ent­ehren wollten, zu verlassen haben. Die Mamsell wird Ihnen Ihr Morgenbrot geben; aber eine Stunde danach will ich Sie auf dem Hofe nicht mehr sehen. Und wer von den anderen mit ZHnen gehe» will, feer soll fein Bündel schnüren

haben sich bereits einzelne Gruben den Forderun­gen der Arbeiter entgegenkommend gezeigt.

Essen, 24. März. Bezirksdirektor Meyer ist von Courrieres hierher zurückgekehrt. Zur Wei. teren Leitung und Beaufsichtigung der Rettungs- gruppe ist Bergassessor Sternberg von der Hiber- nia entsandt worden. In seiner Begleitung be­findet sich der Vorsteher des bakteriologischen Jn- ssituts in Gelsenkirchen, Dr. Bruns.

L en S, 25. März. Der Kongreß der Berg­arbeiter beschloß ein Referendum wegen der Wiederaufnahme der Arbeit oder des Ssieiks mit 159 gegen 20 Stimmen.

Lens, 25. März. Der Deputierte Basly hielt gestern Abend vor etwa dreitausend Zu­hören eine Rede, in der er erklärte, wenn die Ge­sellschaften ihre Zusage betreffend die Löhne für die Bergarbeiter hielten, würde diese es ihnen lohnen. Die Anwesenden nahmen eine Tagesord- nung an, in der sie sich gegen die Agitatoren "s- sprechen und auf das Syndikat, dessen Präsident Basly ist, zählen, um die Krise zu lösen. Die Arbeiten zur Eindämmung des Feuers werden fortgesetzt; am Nachmittag mürben wieder zwei Leichen zutage gefördert.

Deutsche Reich.

Berlin, 26. März.

Seine Majestät der Kaiser unternahm am Sonn­abend Morgen mit der Kaiserin den gewohnten Spa­ziergang im Tiergarten. Er konferierte sodann mit dem Reichskanzler und hörte im Königlichen Schloß die Vorträge des Chefs des Marinekabinctts und bei Staatssekretärs des Reichs-Marineamts. Um 12Z- Uhr fand feierlicher Empfang der chinesischen Sonder­mission mit nachfolgender Frühstückstafel statt. Der Kaiser hat, wie schon gemeldet, Freitag Abend be­kanntlich neben etwa 25 anderen Gästen dem Diner beimGrafen Ballestrem bcigewohnt. Die Teilnehmer des Mahles versichern, daß der Monarch außerordent­lich aufgeräumt gewesen sei. Die Unterhaltung nach Tisch hat sich houpstächlich um die Finanzreform ge­dreht. Man nimmt an, daß sie auf Kotten der Fahr­kartensteuer zustande kommt.

Die Prinzessin Eitel Friedrich hat sich am Ein­zugstage in Potsdam eine Erkältung zugczogen. Wenn diese auch nicht bedenklich ist, so muß die Prin­zessin doch auf Anordnung ihres Arztes einstweilen das Bett hüten.

Die Herzogin Wilhelmine von Mecklenburg, geb. Prinzessin Alexandrine von Preußen, ist gestern um 12 Uhr 35 Mm. nachts auf Schloß Marly bei Pots­dam gestorben.

Was die Geschäfte des Abgeordnetenhauses an­langt, so sollen die ersten beiden Tage dieser Woche für Kommissionsberatungen frcigegeben werden, und am Mittwoch soll dann der Bericht der Ansiedlungs- kommission für Westpreußen und Posen auf die Tages, ordnung gesetzt werden. Bei diesem Bericht soll die Frage der Landpolitik der Staatsregicrung in den zweisprachigen Landesteilen eingehend erörtert wer­den. Bei der Einfachheit der beiden Wahlrcchtsvor- lagen wird erwartet, daß in den beiden Tagen deren kommiffarische Vorberatung zum Abschluß gelangt.

und mit Ihnen zusammen den Staub des Hoyer- Hofes von feinen Füßen schütteln. Guten Morgen!"

Steven Kammerich strich den Lohn ein, schielte noch einmal nach der Richtung, in der der Bauer stand, und stolperte hinaus. Eine ohnmächtige Tücke blickte unter den gesenkten Lidern, als er draußen an dem Vorknecht vorüberkam. und flu- chend wies er das Mädchen, das ihm im Auftrage her Mamsell den Morgenimbiß bringen sollte, von der Schwelle der Kammer zurück.

Frät bat allem, ji ji--*

Eine Flut unflätiger Schimpfausdrücke erstickte hinter der Tür, die das Mädchen rasch zugestoßen hatte.

Als er nach einer halben Stunde die Kammer verließ, schien er sich gefaßt zu haben. Ein großes Bündel in rotem Tuche hing ihm über die linke Schulter, in der rechten Hand hielt er einen derben Eichenstock.

Meent ji, ji toart mi los?" rif et Hagen im Abgehen höhnisch zu.De lusicie Hoyerhofs achachat giwwt noch annere. Un ick lueet, wo ick hingah ick toeet bat!" schloß er triumphie­rend, und stampfte durch den Torweg in deut Hellen Morgenschein, der glitzernd über der tau- frischen Landschaft lag und lachend auf das rote runde Bündel fiel. V

Auf dem Landwege setzte Kammerich eine kurze- Pfeife in Brand, passte den dünnen, hellblauen Rauch in die Lust und schritt fürbaß, indes nitfil nach Deezbüll zu, wie Hagen angenommen batte, sondern nach bet entgegengesetzten Seite, weiter st» die Gemeinde Hegebüll hinein.

Aha, sagte sich der ihm nachschauende Haas in Gedanken, der will erst noch einkehren, bei bei Jebsen, und die Neuigkeit unter die Leute bringe»

(Fortsetzung folgt.)