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bedauern, wenn bei der Wahl am kommenden

(Nachdruck verboten.)

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Arbeiterinnen schrie, alles in Enquetten erstickt werde I Daß die spruchreifen Maßnahmen bald kämen. Das Elend schreit zum HimmÄ. Und dort droben ist Einer, zu dem auch die ärmste Heimarbeiterin nicht ungehört ruft!

neue aber auch amb Ein-

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laden wir zum Bezug unserer Zeitung höflichst ein.

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Nahrung zugeführt werden sollte. Das würde wohl unausbleiblich fein; denn wenn flegen die persönliche Ehrenhaftigkeit und Tüchtigkeit Sven Stürs don keiner Seite

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck unb Verlag' Iah. Aug. Koch, UmverfüatS-Buchdruckerei 41.

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

An der dänischen Kreuze.

Roman von Dietrich Theben.

(Fortsetzung.)

Der Bauer hatte das gedämpft geführte

32.

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sprach nicht vernehmen können. Aber seine Auf- merksamkeit war auch nach anderer Richtung hin in Anspruch genommen. Eine Korrespondenz des Tondernschen Blattes erregte sein Interesse. Sie war aus Deesbüll datiert, bezog sich aber nicht auf dieses, sondern auf die Gemeinde Hege, büll, zu der auch der Behrendsche Hof gehörte.

Martin Behrend überflog den Drucksatz noch einmal.

»Die Erntezeft steht vor der Tür," las er da. Aber bevor noch die Schnitter den goldenen Segen in Schwaden niederlegen werden, ist in der kleinen, nur an vierhundert Köpfen zählenden Gemeinde Hegebüll noch ein Kampf auszutragen, der die Gemüter dort nun schon seit Wochen er­hitzt hat. An Stelle des jüngst verstorbenen Ge- meindevorstehers ist ein neuer zu wählen, und der rückständig dänisch gesinnte Teil, namentlich der Bauernschaft, scheint gewillt zu sein, alle Kräfte für die Wahl des poliftsch zu ihr gehörenden Groß, bauern Sven Stur einzusetzen, für den auch eine Mehrheft der selbständigen Kleinleute gewonnen sein soll. Findet diese Behauptung ihre Bestäti­gung, so dürste die Wahl zu ungunsien der be- sonnenen, deutsch gesinnten Einwohnerschaft leider nahezu sicher fein, zumal diese einen Kandidaten ausgestellt hat, der seiner Jugend wegen auch manchen der ihm sonst politisch Nahestehenden nicht genehm ist. Der verstorbene Vorsteher To- fahr der jetzige deutsche Kandidat ist sein

hat sein Amt in versöhnlichem Sinne zu führen verstanden; u*t so mehr wäre eS zu

Ausland.

Großbritannien. In sozialdemokratischen Blätter« wird den Mehrforderungen für die deutsche Marine die Ermäßigung des englischen Flottenbudgets gegen* übergestellt, offenbar in der Absicht, die Behauptung, daß die deutsche Marineverwaltung noch militaristi­scher sei als die englische und daß Deutschland mit sei­ner Kriegsflotte aggressive Ziele verfolge, beredjtigt erscheinen zu lassen. .Demgegenüber muh doch daraus hingewiesen werden, daß England seine Ausgaben für die Flotte seit 1897, also seit einer Zeit, wo von einer ernsteren Verstimmung zwischen Deutschland und England noch nicht bte Rede war, fortgesetzt und zwar in außerordentlicher Meise gesteigert hat. Die Aus­gabe für die englische Flotte betrug in dem Etatstahr 1897/98: 20,8 Mill. Lstr., 1898/99: 23,9 MiD, 1899/1900: 25,7 Mill.. 1900/01: 30 Mill., 1901/02: 30,9 Mill., 1902/03: 31 Mill., 1903/04: 35,7 MilU 1904/05: 36,9 Mill Lstr. Wenn im lausenden Jahre die Ausgabe auf 33,4 Mill. Lstr. und für das Jahr 1906/07 auf 31,9 Mill. Lstr. zurückgegangen ist, so erklärt sich das einfach daraus, daß die Kosten für die Jndiensthaltung der Schiffe durch die Entschließung der Admiralität, alle nicht kampffähigen Schiffe zu beseitigen, beträchtlich vermindert sind. Ebenso falsch ist es, die Verminderung des Flottenetats für 1906/07 auf Rechnung der liberalen Regierung zu setzen und daran gewisse Folgerungen und Wünsche für deutsche Verhältnisse zu knüpfen. Das Kabinett Camvbell- Bannermann hat den fertigen Marineetat von der unionistischen Regierung übernommen, und außerdem hat Herr Robertson, der Parlamentssekretär der Ad­miralität, im Unterhause kürzlich erklärt, daß die Ver­minderung des Flottenetats nur vorübergehend fei, daß dagegen schon in den nächsten Jahren die Aus­gaben wieder auf 34,5 bis 35,5 Mill. Lstr. steigen, also die Höhe des Jahres 1903/04 wieder erreichen werden.

Wie dem aber auch sei; die Tatsache ist nicht aus der Welt zu schaffen, daß seit 1897 in England die Ausgaben für die Flotte um die Hälfte gestiegen sind: sie betrugen 1897, wie angegeben, 20,8 Mill. Lstr. un­betragen für 1906/07 immer noch 31,8 Mill. Lstr. Unter diesen Umständen bleibt es verlorene Mühe, von einer Einschränkung der englischen Flottenrüstung zu sprechen. Schließlich darf aber auch bei einem Vergleich der Flottenausgaben in Deutschland und England das Moment nicht außer acht bleiben, daß England eine fertige und vollständige, Deutschland aber eine werdende Flotte hat, und ferner, daß in England die ganze Nation einmütig und geschlossen hinter der Flotte sieht, während m Deutschland noch immer weite Volkskreise diesen Faktor der deutschen Wehrmacht nicht genügend würdigen oder absichtlich in eine Stimmung gegen die Flotte hinein gehetzt werden.

des Blattes behauptete, war doch wohl kaum etwas zu merken gewesen. Und so weit gingen die Ansichten über den jungen Tosohr wohl auch nicht auseinander, daß sie die politische Einigung seiner Anhänger ernstlich stören sollten. Die Klein­leute gewonnen zu haben, wurde aber mit mehr oder minder Recht von beiden Parteien gleich behauptet, und wie von dieser Seite die Würfel fallen würden, konnte wohl erst der Tag der Ent- scheidung selbst ausweisen. Freilich, wenn der Stürhofer den Sieg erringen sollte so würde das Wohl nicht den Frieden bedeuten, nicht ein- mal den Frieden für kurze Zeit, da ja voraus­zusehen war, daß gerade ihm von der Regierung schwerlich die Bestätigung erteilt werden würde. Und dann lohte der Parteihader natürlich von neuem tmb wahrscheinlich Heller aus als bisher.

Marftn Behrend sah nach der Uhr. Bald Mitternacht. Er wollte sich die Nachtruhe nicht stören lassen; denn wie auch die Entscheidung aus­fallen mochte: die Phantasiegebilde, denen die Tänenpartei nachjagte, waren ja doch nickt in Wirklickkeit umzusetzen, sondern mußten mit der Zeit wie alle Hirngespinste mehr und mehr ab­bröckeln und endlich ganz in sich ztisammenfallen.

Er überflog noch einmal den Passus des Be­richtes, der sich auf die Kinder des Stürhosers bezog. Merkwürdig, dachte er; so einen Kauz, der sein eigen Fleisch und Blut nicht in der vev- haßten Uniform sehen wollte, hatte es auch ein­mal im Holsteinischen gegeben, der hartköpfig« Friefe war also nickt einmal mehr Original.

Und die Tochter in Kopenhagen erzogen? Dem jungen, schönen Kopfe mit der hohen Stirn dir Vorurteile systematisch eingezwängt? Das ut> teilslose, nur gläubig aufnehmende Kind mit ein- fettigen Lehren irregeleitet, die es immer nur in den Kampf ziehen, aber schwerlich glücklich machen konnten? Armes Mädchen! (Forts, folgt.)

bewirkt hat. Heute wird tagtäglich auf Grund der drei Versicherungsgesctze eine Million an die Arbciterbevölkerung ausgezahlt, und nicht als Ar­menpflege, sondern auf Grund eines Rechtsan­spruches. Aber wir wollen nicht vergessen, daß der wichtigste Teil der kaiserlichen Botschaft noch vollkommen unerfüllt ist:Der engere Anschluß an die realen Kräfte dieses Volkslebens und das Zusammenfassen der letzteren in der Form korpo- rativer Genossenschaften unter staatlichem Schutz und staatlicher Fördenmg werden, wie wir hoffen, die Lösung auch von Aufgaben möglich machen, denen die Staatsgewalt allein im gleichen Um­fang nicht gewachsen sein würde." Hier klingt der Gedanke von Viktor Aime Huber und Johann Heinrich Wichern, den Stöcker und Lohmann da­mals mit Kraft vertraten, durch: Fort von der liberalen Atomisierung der Gesellschaft! Schaf­fung neuer lebenskräftiger Organisatton im An­schluß an die realen Kräfte des Volkslebens: an Familien, und Berufsgemeinschast, an christlichen Gimwinschastsgeist.

Was ist geschehen? Nur auf einem Gebiete können wir von einem großen organisatorischen Werk unter staatlicher Förderung reden: Es sind die Raisseisenschen Genossenschaften. Welcher Segen sind sie für den Bauernstand! Was sich aber in der Arbeiterwelt an zufammenhaltenden, bauenden Kräften fand, hat bisher die barte Ar- beitohne Förderung des Staates tun müssen. Wir freuen uns der Anzeichen der Besserung. Es soll dem gegenwärtigen Staatssekretär des Innern, dem Grafen Posadowsky, nie vergessen werden, daß er vor versammeltem Reichstag für das gute Recht der christlichen Arbeiterbewegung eingetreten ist. Und je mehr der Unverstand gegen ihn Pfeile schleudert, je mehr müssen sich die bauenden, sozial- gesinnten Volkskreise um den Staatssekretär des Innern scharen. Er hat noch für diese Reichs- tagssession einen Gesetzentwurf auf Rechtsfähig­keit der Berufsvereine zugesagt. Das ist der erste Schritt zur Erfüllung dieses wichtigsten Teiles der kaiserlichen Botschaft. Gewiß wollen wir uns des Erreichten freuen. Aber wir müssen des Wortes gedenken, daß das Wenige, was ge­schehen, leicht dem Blick verschwindet, der vorwärts schaut, wie viel zu tun noch übrig bleibt.

Welch Elend aber in der nun geschlossenen Heimarbeitausstellung vereinigt! Der Kaiser be­rief einen Kronenrat, mit seinen Räten über Ab­stellung des Elends zu beraten. Unser Programm ist: Ausdehnung der Versichernngspflicht auf die Hausgewerbetreibenden, Registrierung derselben. Unterstellung unter die Gewerbeinspektion, gesund beitliche Mindestvorschriften für die Wohnung. Kinderschuh, verbindliche Mindeststücklöhne. O daß doch nicht wieder wie 1896, als auch alle Welt über das offenbare Elend der Berliner Hcim-

Christliche Arbeiterbewegung.

Von lic. theol. Reinhard Mumm.

Tie christliche Arbeiterbewegung ist zu einer Macht geworden, an der niemand vorübergehen kann, der die treibenden Kräfte unseres Volks­lebens beobachtet. Ihr wichtigster Zweig ist zur Zeit die christliche Gewerkschaftsbewegung. Wir wollen ein sehr nüchternes Mittel angeben, an der man ihre Bedeutung erkennen kann: Es sind die Ziffern ter aufgebrachten Beiträge. Im Jahre 1903 brachten die christlichen Gelverkschaften 800 000 Mk., im Jahre 1904 900 000 Mk. an Beiträgen auf; hn Jahre 1905 waren daraus 2 Millionen Mark geworden, und für das Jahr 1906 wird, aus Berechnung der gegenwärtigen Mitgliederzahl und der jetzigen Beitragssätze, eine Gesamteinnahme von 3 Millionen Mark veran­schlagt. Es ist dabei zu beachten, daß die Ein­nahmen der christlichen Gewerksckwften ausschließ. lich durch Eintrittsgelder und Beiträge aus den Arbeiterkreisen zusammenkommen. Andere Stände tun nichts dazu, ja oft genug hindern sie und nörgeln sie, wo man dankbar das Wirken des Gottesgeistes in neuen Formen ansehen sollte.

Denn man bedenke wohl, was die Folge für Deutschland wäre, wenn die sozialdemokratische Bewegung allherrschend in der Arbeiterbewegung würde. Die Ereignisse in Rußland erhellen die Lage blitzhell. Gewiß mag es auch unter den Revolutionären in Rußland Idealisten geben, io gut es solche unter den deutschen Sozialdemokra­ten gibt. Aber wie hat die Revolution in Ruß- land die Wahrheit des Schillerwortes bewiesen: Wo sich die Völker selbst befrein, da kann die Wohlfahrt nicht gedeibn". Rußland ist durch die Verderbnis der herrschenden Klassen und durck den revolutionären Sinn des Proletariats an den Rand des wirtsckaftlichen Bankerotts geführt Greneltaten der Masten, besonders in den deut schon Oftseevrovinzen, werden beantwortet mit Greneltaten der Herrschenden. Auf der einen Seite hetzt derJüdische Arbeiterbund" und der feige ftidifche Vorkämpfer des Proletariats, der Pope Gapon, auf der anderen Seite Hetzen die Kosaken mit ihren Nagaiken. Vergeston ist. was ein Volk allein stark macken kann: ein lebendiger, das Volksleben durchflutender Glaube, der die sozialen Gegensätze erträglich macht, weil er die Seele in ihrer Gegenwart und in ihrer Zukunft höher stellt, als die äußerlichen Unterschiede des Besitzes.

Revolutionärer und reaktionärer Sinn haben aleickmäßig in Rußland Sckisfbntch erlitten. Die Mahnung heißt für Deutschland: Unentwegt vor- anschreiten auf dem Wege, den uns die kaiserliche Boffchaft vom 17. November 1881 gewiesen hat Wir feiern in diesem Jahre ihr 25jähriges Jubi­läum. Wir wollen stolz fein auf das, was sie

Montage der Stürhofer zu seinem Nachfolger er- sehen und dadurch der Politischen Fehde aufs

wände erhoben werden dürften: seine Politisch« Einseitigkeit wird wohl schon allein dadurch be- leuchtet, daß sein einziger, zurzeit zum Militär­dienst eingezogener Sohn in dembunten Nocke" nidjt einmal auf Urlaub kommen darf, und daß er feine Tochter in einem Kopenhagener Pen- fionat hat erziehen lasten. Der Sieg des Dänen- Parteilers ist indessen noch nicht gewiß, wenn die Gegner im letzten entscheidenden Augenblick die bisherigen Differenzen außer acht lassen und nicht bloß geschlossen für den von ihnen aufgestellten Kandidaten eintreten, sondern auch einige noch schwankende Stimmen mit Erfolg auf ihre Seite 5U ziehen suchen. Es heißt und es wär nicht ft unbegreiflich, daß auch die Regierung in Schleswig den Vorgängen in der kleinen Ge- meinde mit Aufmerksamkeit folgt."

Sebrenb stand auf und durchmaß das Zimmer. Der Bericht war im großen Ganzen nicht unzu­treffend; aber der Schlußsatz mit dem Hinweis auf die Regierung wollte ihm nickt recht behagen. Er kannte den Unabhängigkeitssinn der Nord- triefen, und die Befürchtung kam über ihn, daß dieser sich gegen eine auch nur angedeutete vielleicht gar zu unrecht angebeutete Bevor- nrunbung durch die Regierung auflehnen und aus einer Regung des Trotzes nun gerade und mit Absicht den falschen Weg einschlagen würde. Oder sah er gar zu schwarz? Diese gegnerischen Par- feien hatten in den letzten Wochen wohl beide für ihre Interessen agitiert, aber von einerEr­hitzung" der Gemüter, wie sie der Berichterstatter

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