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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: MustrirLes Sonntaasbkatt.

M 69

Vierteljährlicher Bezugspreis, bei ver Exktdition btt allen Postämtern 2,25 M. ^c$cl Bestellgeld).

Znserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Neclamen: die Zeile 25 Pm.

Marburg

^r-ltag 23 März 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, llmversttätr-Duchdruckerei 41. Jllhrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Neueste Telegramme.

Berlin, 21. März. Der Reichstagsab- geordneteLenzmannvonder freisinnigen Volkspartei, der gestern noch an den Arbeiten des Reichstags teilgenommen hat, ist an den Folgen eines Herzschlages, den er gestern im Neichstagsgebäude erlitt, gestorben.

Berlin, 22, März. Die Budgetkommission des Reichstages Trat den Posten eines Staatssekretärs für das Kolonialamt und damit also die Schaf­fung des geplanten selbständigen Reichsamts für'die Kolonien mst 17 gegen 11 Stimmen abgelehnt und hat nur einen Untorstaatssekretär, der auch neu gefordert trar, bewilligt.

Hechingen, 21. März. Bei der gestrigen Reichs- tagsersatzwahl erhielten nach vorläufiger Fest- f! llung Belzer (Zent.) 7091, Reck (lib.) 1908, Rill (Soz.) 322 Stimmen. Zersplittert sind ÜS3 Stimmen.

Petersburg, 21. März. DerRegierungsbote" derösfentlicht ein an den Kriegsminister gerichtetes Reskript des Kaisers, das die Dauer des aktiven Militärdienstes im Landheer für die Infanterie Mitb Artillerie auf drei Jahre, für die anderen Waffen auf vier Jahre festsetzt und die Reser­ven in zwft Klassen teilt, deren eine zur Kom­plettierung der Fronttruppen und deren andere zur Komvelettierung der Truppen der 2. Linie dienen soll.

Rcwyork, 21. März. Der Senat lehnte die Küstenbefestigungen der Philippinen ab.

Ncwhors, 21. März. Aus Washington wird gemeldet, Admiral Dewey habe zur Begründung der Schiffsforderungen vor der Marinekommission des Kongresses ausgeführt, die Union müsse stets auf den Krieg mit Deutschland oder Japan vor­bereitet sein.

Tientsin, 21. März. Wie derFrkf. Ztg." ge- kabelt wird, ist Peking voll von Revolutionären. Die Polizei befahl alle wie fremd aussehendenPer. sonen zu verhaften.

Vom Deutschtum in Rumänien

Aus Rumänien kommen in letzter Zeit leider nicht immer erfreuliche Nachrichten. In den füh­renden Kreisen Rumäniens freilich ist der Einfluß der deutschen Kultur zweifellos in kräftigem Wachsen und die alte Anlehnung des Rumänen- Iums an Paris geht sichtlich zurück. Die Zahl der rumänischen Studenten in Deutschland mehrt sich von Jahr zu Jahr und besonders in Leipzig, tvo ein von der rumänischen Regierung unter- stiitztes Institut für rumänische Sprache besteht, schließen zahlreiche junge Rumänen ihre Studien durch deutsche Promotionsschriften ab. Anderer-

seits hat auch die Bukarester Iluiversität seit dem vorigen Jahre einen eigenen Lehrstuhl fr deut­sche Sprache und Literatur und unter den Privat» docenten der Universität befindet sich auch ein Reichsdeutscher, Dr. Konrad Richter. Unter den erfreulichen Fortschritten des Deutschtums tväre schließlich auch noch der Bau eines deutschen Schul- Hauses in der namhaften Stadt Plojesti zu nennen, der mit Unterstützung der Königin Elisabeth eben jetzt in Angriff genommen wird.

Leider steht dem allen aber auch manche trübe Erscheinung gegenüber. Die deutsche Kolonie in Bukarest, die etwa 11 000 Köpfe zählt und über zwei Tageszeitungen verfügt, dasBukarester Tag, blasi" und denRumänisck>cn Lloyd", leidet seit Jahren an dem inneren Gegensatz zwischen Reichs- deutschen und Donauländischen Deutschen. Erst jüngst wieder hat diese Differenz in einer heftigen Preßfehde zwischen dem reick-s deutschen Privat- docenten Dr. Richter und einem aus Kronstadt gebürtigen Deutschen Dr. Fischer imBukarester Tagblatt" einen unerfreulichen Ausdruck gefun­den. Dieser Zwist im eigenen Lager wirkt um so peinlicher, als die rumänischen Deutschen eigentlich alle Kraft dazu verwenden müßten, ihre Volks­genossen vor der Romanisierung zu bewahren. Wie kläglich es in dieser Beziehung in Rumänien sieht, erwies erst vor wenigen Tagen ein Artikel überEntnationalisierung" imBukarester Tag- blatt", dem wir folgende Sätze entnehmen:Nickst ohne Bitterkeit muß man feststellen, daß nur all- zuviele der in Rumänien lebenden Deutschen über­aus leichten Herzens sich ihrer Nationalität ent- ledigen und nicht bloß ihre deutsche Staatsange­hörigkeit, sondern auch ihr deutsches Stammes- gefühl und ihre deutsche Muttersprache wie un­nützen Ballast von sich werfen. Sie romanisieren sich, daß heißt, sie hören auf Deutsche zu sein, ohne wirkliche Rumänen zu werden. Einig« die besonders gründlich vorgehen wollen, vertau­schen auch ihre deutschen Namen mit rumänischen Namen. Das heutige Amtsblatt veröffentlicht zwei derartige Kundmachungen, die eine eines Architekten, der seinen ehrlichen deutschen Namen Martin Wilhelm in Romascu abändert, und die andere, die aus einem deutschenStein" einen rumänisch klingenden Stainesm macht."

Es ist beschämend, daß allem Anschein nach auch hier die Gebildeten zuerst ihr Volkstum ver­leugnen. Und dies noch obendrein in nächster Nachbarschaft der Siebenbürger Sachsen, die in der tapferen Behauptung deutscher Sprache und Kul. tur inmitten des Rumänentums ihnen doch das trefflichste Vorbild bieten.

Die Konferenz in Alaeciros.

Während die amerikanischen Vertreter auf der Konferenz von Algeciras über keine Frage ab»

sti. -.men, die mi der europäischen Politik zu­sammenhängt, ist die Regierung der Vereinigten Staaten jedem Schritt abgeneigt, der die marokka. irischen Polizeiangelegenheiten verwickeln könnte. Unter der Voraussetzung, daß der internationale Charakter der Einrichtung gewahrt bleibt, ist sie damit einverstanden, die Polizei den französischen und spanischen Offizieren anzuvertrauen, die dem diplomatischen Korps in Tanger für die wirk­same Wahrung der Jntenessen aller Nationen verantwortlich sein sollen. Es wird aus maß­gebender Quelle versichert, daß Deutschland schließ, sich bereit sein werde, eine Aendenmg des öster­reichischen Vorschlags anzugeben.

Tanger, 21. März. Dr. Rosen, der neue deutsche Gesandte für Marokko, wird sich nach Be­endigung der Konferenz sofort nach Fez begeben, um dem Sultan sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen.

Rom, 21. März. Das BlattVita" bringt eine Reihe angeblicher Enthüllungen über die deutsche Propaganda in Tripolis, deren Seele ein gewisser deutscher Agent, Baron Oppenheim in Kairo sei. Leider sei der muselmännische Ver. trauensmann des deutschen Aksionskomitees mit dem Gelde durchgebrannt. Das Blatt verweist auf die deutsche Expansionspolitik in Thasos, auf die Einführung der deutschen drahtlosen Tele­graphie zwischen Konstantinopel, Rhodos und Tri­polis und endlich auf die Entsendung einer deut, scheu Mission nach Tripolis im Einverständnis mit. dem Sultan. Alles dieses beweise Deutsch­lands ' ptematisches Vorbringen in Afrika, wäh­rend das schwächliche Italien immer mehr zurück- gedrängt werde. (Wieder einmal einer jener ordinären Hetzstückchen gegen Deutschland, zu denen sich leider auch italieusche Blätter hergeben. Der saubere Erfinder verfolgt neben der Absicht, die Italiener gegen Deutschland aufzureizen, offenbar das Bestreben, die Aufmerksamkeit von dem Techtelmechtel zwischen Franzosen und dem marokkanische:' Prätendenten abzulenken.)

Algeciras, 21. März. In der heute Vormtt- tag abgehaltenen Kommissionssitzung fand eine eingehende Besprechung verschiedener von Ver­tretern des Sultans gegen gewisse Beschlüsse der Konferenz vorgebrachter Bedenken statt, die dar- r, f Hinausliesen, daß die endgiltige Regelung einer ^roßen Zahl einzelner Materien d- diplo. malischen Korps überlassen werde. Es gelang, dse Vertreter des Sultans zu überzeuge:-, daß cs sich hier einesteils um Fragen handle, zu deren Ordnung der Konferenz nicht das erforber- sichc Material vorliege, anderenteils um sol^e. deren Lötung noch von zukünftigen Vorausse' F - gen abhänge. Hierauf erklärte der franzö'^e Vertreter Rernault, das von ihm am 11. März vorgelegte Schriftstück betreffend die Organisation der Polizei, in welchem die grundsätzlich bereits

g'-tgeheißene Einrichtung des Jnspetteurpostens unerwähnt geblieben ist, habe nicht die Bedeu­tung eines neuen Entwurfs gehabt, sondern nur bet Versuch einer Redaktion der vorliegenden Entwürfe dargestellt. Tas Inspektorat fei für Frankreich annehmbar. Nachdem hierdurch der Weg zur weiteren Besprechung der Polizeifrage eröffnet war, erfolgte ein Gedankenaustausch über eine Reihe prinzipieller Punkte, wobei boa deutscher Seite Anlaß genommen wurde, zu be­tonen, daß es sich nicht um Erteilung eines Man­dates der Polizei an Frankreich oder an Spanien bandle, sondern nur darum, ob die Konferenz dem Sultan empfehlen solle, die Jnstrukteuer aus be­stimmten Nationen zu wählen. Auch die Vertei­lung der Instrukteure werde deutscherseits unter dem Gesichtspunkt betrachtet gegenüber der fran» zösischen Auffassung, nach welcher die Verteilung a isschließlich Frankreich bezw. Spanien und dem Sultan zu überlassen sei.

Algeciras, 21. März. Die heutige Konferenz- sitzung täuschte die Erwartung, da sie ohne greif­bares Ergebnis verlief. Indessen hat man sich doch wieder an das Problem getraut. Die Fran- zoftn ergriffen die Initiative zur Aufnahme der zum Stillstände gekommenen Verhandlungen über die Polizeifrage. Andererseits zeigten sie Neigung, den ihnen von der Konferenz einge­räumten Sonderrechten eine extensivere Jnterpre- trtinr zu geben, sodaß man es auf deutscher Seite für zeitgemäß hielt, sehr entschieden darauf hin- ;rweisen, daß die Konfernz nicht gewillt oder be­lügt ist, Frankreich ober Spanien ein Manbat zur Organisation der Polizei zu erteilen, sondern nur dem Sultan gewisse Vorschläge zu machen habe.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. März.

Seine Majestät der Kaiser machte gestern mit der Kaiserin den gewohnten Spaziergang im Tiergarten. Der Kaiser hatte eine Konferenz mit dem Reichskanzler und hörte im König!. Schlöffe den Vortrag des Chefs des ZwilkabinettS. Im Weißen Saale des königlichen Schlaffes fand abends Hofkon- zcrt beim Kaiserpaare statt. Eingeladen waren u. a. verschiedene Fürstlichkeiten, dos diplomatische Korps, Fürst und Fürstin Bülow, Staatssekretär v. Tschirschky und Boegendorff, Minister, Generale, hohe Beamte und Militärs, Geistliche, Gelehrte und Künstler. ES konzertierten die königliche Kapelle, die Mitglieder des Opernhauses und der königliche Domchor. In der Pause zog der Kaiser den Fürsten Bülow, die Bot­schafter und die Damen der Botschafter ins Gespräch.

Die bereits gemeldete Ablehnung der Schaffung eines Reichskolonialamte» durch die Budgetkommission, wobei das Zentrum in erster Linie ausschlaggebend war, hat demL.-A." Veranlaffung gegeben zu einer sichtlich von hoher Re­gierungsstelle inspirierten Auslaffung, die um man­cherlei Anspielungen willen wörtlich wicdergegeben z« werden verdient:

(Nachdruck verboten.)

An der dänischen Grenze.

Roman von Dietrich Theben.

(Fortsetzung.)

Wahrhaftig, es ist doch ber Bauer," rief er bem zurückgebliebenen Mädchen zu.Hat all die Lichter angesteckt, wenn's auch noch so gegangen ivär. Jetzt ist er dicht bei dem Jebsen ferner Wirtschaft. Ob er halten wirb? Nunee dorbei ist er! Na, toenn er den ganzen Weg so hat laufen lassen, da werben die Braunen toieber schön bampfen. . . Noch mal still, Du. . . Aber Singerr ist bas auch wieder. Ich glaub', die kom­men grab mit ihm zusammen an . . . Wenn sie nicht noch so weit sind. Na, denn man zu. Nu aber Licht machen!"

Er riß, während die Wirtschafterin ins Haus eilte, die Hofpforte nach innen zu weit auf, ent- öündete auf der Diele eine Stalllaterne und stand, als ber Wagen in schlankem Trabe auf den Hof bog, dienstbereit.

'n Abend, Christian," grüßte ber elastisch vom Wagen springenbe Bauer.

n Abend, Bauer."

Christian Hagen klopfte bett Gäulen den schlanken Hals.

;Wieder schön naß!" knurrte er.

Sa& sein, alter Brummer," rief der Bauer in sichtlich guter Stimmung und half beim Ab. schirren, bis die Tiere, in Decken gehüllt, vor d^ gefüllten Krippe standen.

. Auf der Diele tvies der Bauer auf die seit- lich gelegenen Leutekammern.

«Unser Volk schon zurück, Krischan?"

Noch nicht," lautete die Antwort.

Na, es ist nur einmal Sonntag in der Woche."

Der Bauer half den Wagen auf der Diele ziehen, nahm ein Paket heraus und warf es Chri. stian Hagen zu.

Da, was für die Pfeife. Dein unumgäng­licher Porioriko."

Danke auch, Bauer."

Auch für die Wirtschafterin hafte er eine Kleinigkeit mitgebracht.

Aber einen Hunger habe ich, Mamsell! Der Doktor wurde zu einem Patienten gerufen und mußte mich mit leerem Magen ziehen lassen. Noch ein bischen was Warmes da? Na, da tischen Sie auf."

Im Vorzimmer verbreitete die Hängelampe ein behagliches, wenn auch dürftiges Licht: das weiße Tischtuch mitten unter dem Lichtquell leuch­tete schneeig, und die Metallbeschläge an den Mö­beln gaben ein mattes Blinken dazu.

Tie Einrichtung des Zimmers war nicht die auf den reichen Bauernhöfen ber Gegend übliche und meist von den Vorfahren überkommene; aber sie paßte in den großen Raum und stand an Wert und Gediegenheit hinter den sorglich gehüteten Erbstücken der eingesessenen Bauern nicht zurück.

Ich will um mich haben, was mir behagt," hatte der junge Bauer Martin Behrend gesagt, als der Hoyerhof durch Kauf in seinen Besitz über- gegcmacn war und er damit auch vor die Wahl der Ausstattung gestellt gewesen war. Und er hafte für den Wohnraum die schweren Eichenstücke mtt den modernen Formen, ber grauen Mobe- w.rbe und den künstlerisch wirkungsvollen Bronze- beichlägen gewählt und ihnen die Bezüge der Sitz, möbel und die schlichten Dekorationen an den Fenstern angepaßt. Da fehlle die Vergangenheit; aber er hatte ja auch keine. Das Familienerbe der Behrend war an den. älteren Bruder gefallen; er selbst aber hatte sich von dem alten Boden log-

gelöst und auf den fremden übergepflanzt, und nicht auf dem, was gewesen war, sondern auf ber lebendigen Gegenwart wollte er seine Zukunft aufbauen, ein moderner Mensch in einer modernen Seit.Mit dem Hause fang' ich an, und mit ben Menschen um mich will ich auch schon fertig werden."

Martin Bohrend machte es sich an dem für das Mahl hergerichteten Tische bequem, und das Lam- ponlicht fiel auf sein Gesicht mit lebhaften, intel- Renten, männlich kraftvollen Zügen, die Sftrn hoch und klar, die leicht gebogene Nase scharf modelliert und um den Mund ein Gemisch von Kraftbewußlsein und sorglosem Lebensmut.

Eine am Nachmittage gefallene Aeußerung des Doktors Christensen in Tondern entlockte ihm noch nachträglich ein Lächeln.

»Sie mit Ihren reichen Mitteln, lieber Beh- renb," hatte ber Arzt, der auch von Geburt ein Holsteiner war, gesagt,hätten sich auch lieber überall anders niederlassen sollen, als gerade zwi­schen den nordfriesischen Dickkövfen, die in Ihnen immer bloß ben Eindringling und den Preu, ßen sehen und darauf bedacht sein werden, Ihnen das Leben nach Möglichkeit sauer zu machen."

Lieber Doktor, die sollen sich nicht verrech­nen," hafte er erwidert.Gerade ber Kampf, ber reizt mich, und ich nehme es auf mit Ihnen."

Er trommelte mit den Fingerspitzen auf ben Tisch und lächelte weiter. A bah, ein freund­liches Willkommen hafte er weder erwartet noch gefunden; aber seine Stellung in ber ©emeinbe würde er sich selbst schaffen, nicht sich von ihnen anweisen lassen.

Das ist recht, Mamsell," lobte er, als ihm die Wirtschafterin gerade sein Leibgericht, ein Schwarzsauer, auftrug.Dafür laß ich den Doktor seine Delikatessen mit Vergnügen allein verzehren."

Und er langte zu und schenkte sich am Schlüsse auch die Flasche Mer, die ihm das Mäd­chen hingestellt hatte, ein.

Als er eben trinken wollte, erscholl von außen her gedämpftes Lachen und Johlen, das von der Landstraße oder vom Hose her zu kommen schien und ihn unwillkürlich aufhorchen ließ. Er öffnete, um sich zu vergewissern, ein Fenster nach dem Garten zu, an dem ber Weg vorüberführte, ber. nahm den Lärm aber nickt deutlicher. Darauf trat er in die Stubentür und hörte die Sftmmen über die dunkle Diele herüberschallen.

Ein dänisches oder friesisches Lied beide Sprachen verstand er nicht wurde von vielleicht einem halben Dutzend männlicher und weiblicher Stimmen mehr gesckrioen als gelungen, und da­zwischen hörte er eine Auslese plattdeutscher Kern, rufe, mit denen ber Vorknecht Christian Hagen zur Ruhe zu mahnen schien.

Ack vxft," sckrie ein alkoholheiserer Baß, morgen is be ierste, un bar stifteten toi em ben Kram vor be Fmtt!"

Und der Chor brüllte einen plattdeutschen Vers: De Preuß, be Preuß, be Preuß is ba, Hurra, hurra, hurra k

Nu smiet em rut.

Denn is he rut.

Denn treckt he na Verlink

Wie aber toi, tot aroer toi,

Di fräten Hus un Bull un Stoien

Un schrieg'n babi, un schrieg'n babi:

Hurra, be Preuß is ni nftehr da,

Hurra, hurra, hurra k"

Danach wieder ein Zornruf Hagens:I, Swienkierls jik"

Und ber alte Baß:Du Ap Du! Du mit be scheewe Been, Du fast ok noch loben! Du Dul"

(Fortsetzung folgt.)