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mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.

SormtagsVeilager - Allustrirtes Sonntagsblatt.

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a/lx Uv JnserttonSgebühr: die gespaltene Zell« oder sercn Raum 10 Psg.

Reclamcn: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag. 18. MSrz 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck Md Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Duchdruckerei 41. Jahrg.

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

Drittes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Etwas vom Reisen.

Wenn einer eine Reise tut, so kann er etwas erzählen." Diese Erfahrung dürfte heutzutage schon ein Jeder gemacht haben, denn derjenige Mensch des 20. Jahrhunderts, der noch nie Eisen- * bahn gefahren ist, gehört schon ins Panoptikum. Wer trotzdem gibt cs noch immer viele, sehr viele Leute, die nicht wissen, welche Rechte sie als Reifende der Eifenbahnverwaltung gegen­über haben.Ich verlange, daß Sie mich be­fördern, hier ist meine Fahrkarte!"Wie! Ich soll mit meiner Kartezweiter" Klasse hierdrit- töc" fahren?!" Solche und ähnliche Aufrufe hört man oft genug auf den Bahnhöfen, besonders an Sonn- und Feiertagen oder wenn aus irgend einent anderen Anlaß der Reiseverkehr sehr stark ist. Und nicht selten kommt es vor, daß der Zug schon längst abgedampst ist, bis der in seinem guten Recht sich wähnende Reiselustige von dem herbeigerufenen Bahnhofsvorstehen endlich eines Besseren belehrt und beruhigt worden ist. Ins­besondere herrscht über die Frage, ob der Reisende der Eisenbahn gegenüber ein Recht auf Beförde­rung hat, noch viel Unklarheit. Ein solches Recht besteht in der Tat, jedoch kann es nur insoweit geltend gemacht werden, als Betriebsmittel vor­handen sind und durch das Anhängen weiterer Wagen die vorgeschriebene Länge des Zuges nicht überschritten und die geordnete Betriebs- solge nicht unterbrochen wird. Auf Durchgangs- Kationen kann der Reisende überhaupt nur auf Beförderung rechnen, soweit noch Plätze im an­kommenden Zuge vorhanden sind. Ebenso hört die Verpflichtung der Bahn zur Beförderung des Reisenden auf, wenn ihr die Beförderungs­möglichkeit durch höhere Gewalt genommen ist, also zrnn Beispiel bei großen Schnee­fällen u. s. w. In allen diesen Fällen hat der Reisende, der im Besitze einer Fahrkarte ist, nur dasRecht auf Zurückerstattung des Fahr- Preises", wenn er nicht befördert wird. Auch ein Recht auf Beförderung in einer bestimmten Wagenklasse gibt es nicht. Wer unter Umständen nicht in einem Viehwagen Platz nehmen will, der muß bleiben, wo er ist, und kann sich nur sein Fahrgeld zurückerstatten lassen. Wer sich aber mit einer Fahrkarte, die zur Beförderung in einer höheren Wagenklasse berichtigt, in einer niedri­geren befördern läßt, der hat einen Anspruch auf Herauszahlung der Differenz. Kein Reisender hat das Recht, eigenmächtig, und wenn der An­drang auch noch so groß ist, eine höhere Wagen- klasse zu benutzen,' man kann dadurch in große Unannehmlichkeiten geraten und ivarte deshalb immer solange, bis einem von einem Beamten die Benutzung der höheren Wagenklasse gestattet wird. Die Beförderung in überfüllten Wagen­abteilen hat der Reisende als ordnungsmäßige Leistung seitens der Bahnverwaltung anzusehen, ein Anspruch auf Rückzahlung des Fahrpreises er­wächst ihm dadurch nicht, wie seinerzeit durch eine Entscheidung des Landgerichts Berlin I fest- gestellt worden ist. Schließlich hat der Reisende auch nur ein Beförderungsrecht von Ort zu Ort, nicht aber daraus, daß die Bahn die im Fahrplan Vorgesehene Zeit innehält; sie garantiert ihm also auch nicht für die Erreichung etwaiger An­schlüsse. Wir haben hier nur eine kleine Aus­lese der Rechte oder vielmehrNichtrechte" der Reisenden gebracht, glauben aber, .daß auch diese schon hinreicht, das stolze Selbst- und Nechtsbcwußtsein manches Reisenden, der der Eisenbahnetwas zu verdienen gibt", erheb- lich abzuschwächen.

Ausland.

Japan. Die Not in Japan ist nach detaillier- ie nBerichten englischer Korrespondenten größer als, bisher bekannt wurde. In der Provinz Mi- jagi ergab die Reiserte eine Einnahme, die um 18 Millionen Jett geringer war, als in Durch- schnittsjahren. D. h., daß die Provinz einen Verlust von 20 Jen pro Kopf der Bevölkerung zu verzeichnen hatte. Die ganze Bevölkerung muß bis zum Sommer ernährt werden. Ein Kor- respondent derDaily News" konstatierte, daß die Leute in dieser Provinz, um ihren Hunger zu stillen, Blätter, Pflanzenwurzeln, Eicheln und ge- kochtes Stroh dem Reis beimischen. Tie Speise soll dem Geschmack und dem Gerüche nach ab'sto- ßnd sein. In dem Hungersnotgebiete sind ein- seine Distrikte wieder härter getroffen als andere.

dem Dorfe Kawasaki herscheit die schlimmsten Anstände . Der Distrikt hat eine Bevölkerung von 5000 Köpfen. Diese bebaute 685 Morgen Reis-

selber und erzielte daraus im Jahre 1904 eine Ernte von 30 500 Bushels. Die Ernte des letz- ten Jahres betrug jedoch nicht mehr als Bushels, d. h. sie war noch nicht genügend, um die Bevölkerung auch nur für einen Tag zu er­nähren. Das schlimmste war, daß sich die Miß­ernte absolut nicht voraussehen ließ. Die Felder schienen in gesunder Verfassung zu fein, und man machte erst bei der Ernte die Entdeckung, daß die Aehren keine Körner enthielten und ver- trocknt waren. Die Erzählungen der Missionare in den Hungersnotdistrikten sind herzzerreißend. Die Missionare tun ihr Bestes, um die Not zu mildern. Alle Ausländer in Japan beteiligen sich in freigebigster Weise an dem Hilfsfonds. Das japanische Kaiserpaar hat 55 000 Jen bei­gesteuert. Dies scheint aber bisher auf die wohl­habenden Japaner keinen besonderen Eindruck gemacht zu haben, denn der Korrespondent der Daily News" bezeichnet es als auffällig undd un- erklärlich, daß die Reichen in Kobe bisher keinen großen Unterstützungseifer an den Tag legten.

Hessen-Nassau und Nüchbargebiete.

'+ Treysa, 16. März. Im Jahre 1005 wurden in hiesiger Stadt folgende Tiere geschlachtet: 7 Ochsen (1904: 24), 4 Bullen (1), 107 Kühe (74), 257 Jungrinder (231), 350 Kälber (318), 1424 Schweine (1486), 383 Schafe (160), 47 Ziegen (11). Dieser Tage ist dahier mit dem Bau eines neuen Postgebäudes begonnen worden.

G. Hanau, 16. März. Die Stadtverordneten- Versammlmtg hielt in dieser Woche zwei Sitzungen ab. Gteftern wurde eingehend über die vorgeschlagene Erhöhung des jetzt 24 Mark betragenden Mittelschul­gelbes debattiert, mit dem Resultate, daß die auf Erhöhung dieses Schulgeldes lautenden Anträge ab­gelehnt wurden. Heute wurde beschlossen, zur Deck­ung der Kosten der neu eingerichteten Entwässerungs­anlage der Stadt Hanau Kanalkosten-Beiträge von den Grundstücksbesitzern zu erheben, ferner eine Ka­nalbenutzungsgebühr nach dem Miet- oder Nutzungs­werte der an den Kanal angeschlossenen Wohnungen usw. einzuführen. Befreit von der Kanalbenuhungs- gebühr bleiben Wohnungen bis zu einem Mietwerte von 240 Mark.

Vermischtes.

Eni Phantasiepoller Betrüger. Bei einem Pariser Gastwirt sprach dieser Tage ein anstän­dig gekleideter, vertrauenswürdig missehender Mmn vor, um ein größeres Geschäft mit ihm ab- zuschließen. Er behauptete, Unternehmer von Straßenarkeiten zu sein und die Verlegung der Kanäle in der Rue RSaumur in Auftrag bekom­men zu haben. Er würde durch längere Zeit vierzig Arbeiter beschäftigen, die er bei dem Gast­wirte beköstigen wollte. Dieser witterte ein gu­tes Geschäft und ging auf alle Bedingungen des Unternehmers ein. Unter anderem ersuchte ihn dieser, in feinem Geldschrank Dokumente und Wertpapiere aufbewahren zu dürfen, da sein Bureau von dem Arbeitsplätze zu entfernt wäre. Er ließ auch gleich fünf Anteilscheine einer Aktien­gesellschaft zurück und entfernte sich. Am nächsten Morgen erschien er in Begleitung von vier Ar- beitern, die sofort die Sttaße aufzureißen be­gannen. Der Unternehmer wollte r"' zur Bahn begeben, um die übrigen Arbeiter, die eben ans der Provinz ankommen sollten, zu empfangen. Unterwegs wollte er eine Zahlung von 1500 Fr. erledigen. Unglücklicherweise hatte er feine Brief­tasche vergessen.Können Sie mir nicht diesen kleinen Betrag inzwischen, auf die bei Ihnen er­regten Wertpapiere vorschießen?" fragte er den Gastwirt, der berefts 40 Gedecke aufgestellt.Mit Vergnügen!" antwortete der gefällige Wirt. Wollen Sie es in Gold oder in Banknoten?" Halb und Halb!" entschied der Unternehmer. Mit der Summe in der Tasche verschwand er, um nie wiederzukommen. Die Arbeiter setzten inzwischen ihr Werk gewissenhaft fort. Als sie eine Oeffnung von 15 Meter Länge und 3 Meter Brette gegraben, erfchien endlich ein Polizeikom­missar, der den Schwindel aufdeckte. Die Straße mußte auf Kosten der Behörden zugeschüttet und neu gepflastert werben.

TasGänschen". In bayerischen Telepho­nistinnenkreisen erzählt man eine hübsche Be­schwerdegeschichte, die einen unerttxirteten, ge­radezu romanhaften Ausgang nahm. Ein be­häbiger, etwas griesgrämiger Brauereibesitzer hatte vor längerer Zett am Telephon eine recht lebhafte Auseinandersetzung gehabt, die in die wenig galanten Worte:Sie Gänschen!" aus­klang. Darauf Beschwerde ihrerseits. Normaler Verlauf: Klagestellung Sühuetermin. Hier hatteEr" Gelegenheit, der Schwergekränkten vorgestellt zu werden. Wie hübsch sie nur war! Jung, blond und diese Augen! Wie zürnend und schmollend sie ihn nur anguckten! Unter lebhaftem Bedauern Zurücknahme der schweren Beleidigung, reicher Obulus in die Armenkasse. Zu Haufe angekommen, liegt ihmGänschen" im Magen (?) o nein, im Herzen. Kinder­loser Witwer, erst vierzig hinter sich, ganz pas­sable Erscheinung das sagt er .sich oft, vor den großen Spiegel seines Schlafzimmers bintretend.

Ob sie wohlnein" sagen würde? Das fragte er sich immer und immer wieder. Im Karneval aber fragte er sie selber und sie war wirklich kein Gänschen", denn sie sagte nichtnein"!

Das Frauenturnen, obwohl es sich von Jahr zu Jahr einer größeren Verbreitung und Beliebt- heit erfreut, findet im Mittelrheinkreis noch nicht die Pflege, die ihm in gesundheitlicher Beziehung gebührt, denn von den 944 Frauenabteilungen, die innerhalb der Deutschen Turnerschaft bestehen (65 mehr als im vorhergehenden Jahre), ent­fallen auf ihn nur 38. Im Vergleich zu seiner Größe aber müßten es dreimal so viel sein. Der turnerisch leistungsfähigste Kreis, das Königreich Sachsen, hat mit 349 Abteilungen sogar im Ver­hältnis beinahe 7 mal so viel, als der unserige, und in bedeutend kleineren Kreisen, wie Thürin­gen, Brandenburg, dem Norden u. a., findet das Frauenturnen eine viel intensivere Pflege als bei uns. Während nämlich die- Zahl der Turnerin- nen in Sachsen 9718, Thüringen 2892, Branden­burg 2888, Norden 2080, Schlesien 1905. Bayern 1714 beträgt, weist der Mittelrheinkreis nur 1233 auf. Hierin einen Wandel zum Besse­ren zu schaffen, einem immer größeren Kreis von Mädchen und Frauen die Wohltaten geregelter Körperübungen zugänglich zu machen, ist eine Aufgabe, von deren Wichtigkeit auch die Leiter des Mttelrheinkreises überzeugt sind, und der in Zukunft Veranstaltungen verschiedener Art, wie Ausbildung von Turnlehrerinnen, Zusammen- fünfte der Leiter und Leiterinnen von Frauen- abteflungen u. a. mehr gewidmet sein sollen.

Buschbrände in Australien. Eine ungeheure Feuersbrunst sucht in den letzten Monaten weite Gebiete von Australien heim. Vor einigen Wo­chen schon ist ein Gebiet von Über 1 Million Acres zwischen dem Lachlan- und dem Mttrrumbidgi- Fluß in Neu-Südwales völlig verheert worden und feit einigen Tagen steht das Givvsland in Victoria ganz in Flammen. Viele Menschenleben sind schon verschlungen und Hunderte von Häu- fern und Scheunen völlig zerstört worden. Es wird von heroischen Taten erzählt, die bei diesem furchtbaren Unglück vollbracht wurden. Ein Lehrer rettete mit feinem eigenen Leben das seiner Schulkinder: zwei Farmer trugen einen fiebernden Kameraden viele Meilen weit durch Feuer unb Rauch: ein anderer Farmer bahnte sich, seiner Frau und feinen Kindern mit einem Dreschflegel den Weg durch den brennenden Busch. Da der Brand noch in voller Stärke an­dauert, läßt sich der ganze Schaden noch nicht übersehen.

Die mörderische Nation. Andrew D. White, ehe­maliger Präsident der Cornell-Universität und frühe­rer amerikanischer Botschafter in Rußland und Deutschland, hat in einem Vorträge vor den Stu­denten der Cornell-Universität die Vereinigten Staa­ten als diemörderischste" Nation der Welt bezeichnet. Er führte aus, daß die Vereinigten Staaten unter allen zivilisierten Nationen dasjenige Land seien, in welchem Mordtaten am häufigsten verübt und am seltensten bestraft werden. Die Zahl gewaltsamer Todesfälle hier nehme riesig zu und sie seien jetzt schon viel zahlreicher als in einem anderen Lande. Die Anzahl der durch Lynchjustiz bestraften Mordfälle übersteigen die Mordfällc, welche auf dem gehörigen Rechtswege bestraft werden. Es mag viel zu Gunsten der Theorie sprechen, daß es Gemeinden gäbe, in wel­chen das Lynchwesen besser als irgend ein anderes Nechtsverfahren sei.

Das Stelldichein. Eine liebevolle Mutter für feine. Kinder suchte in Berlin durch Heirats­anzeigen ein Mann, der sich bald Herzog oder Hagen, bald Bauer oder Brauer usw. nannte. Junge Mädchen und Witwen, di. bereit waren, diesen Posten zu bekleiden, fand er auf jede An- jetge in Hülle und Fülle. Wenn er eine engere Wahl getroffen und die Auserkorenen näher ken­nen gelernt hatte, so brachte er zum Stelldichein hin und wieder auch eins seiner Kinder mit, um ihnen die neue Mutter zu zeigen. Die Mädchen oder Witwen gaben gern einen Teil ihrer Er­sparnisse her. Sobald aber der Freier, der sich Postassistent titulieren ließ, das Geld hatte, war es mit der Liebe aus. Er ließ sich nicht mehr sehen. , Dieser Tage folgte eine Geprellte, die durch ihren Schaden noch nicht klug geworden war, wieder einer Aufforderung zum Stelldichein und traf zum zweiten Male ihrenAssistenten". Das Mädchen ließ den Schwindler verhaften. Er wurde als ein 28 Jahre alter Hermann Reschke au§ Rixdorf festgestellt. Der Verhaftete ist ver­heiratet und Vater mehrerer Kinder.

Unlauterer Wettbewerb führte zwei Berliner Kaufleute auf die Anklagebank. Sie verkauften seidene,Blusen zunächst für 20 Mark, gingen aber um einem anderen Geschäfte Konkurrenz zu machen, mit dem Preise nach und nach auf 6,50 Mark herunter. Als jedoch dafür Blusen verlangt wurden, machten sie allerlei Ausflüchte oder sie boten minderwertige Ware an. Das Gericht ver­urteilte die beidentüchtigen" Geschäftsleute zu 50 und 60 Mark Geldstrafe.

Der größte Soldat. Der Flügelmann der Garde du Korps in Potsdam stammt aus Rusten- selbe im Kreise Heiligenstadt. Der junge Vater- landsverteibiger heißt Wehr und mißt 2,4 Meter.

Eine klangreiche Legitimation. Vor einigen Tagen präsentierte der berühmte italienische Tenor Signor Caruso bei der Fisth Avenue Bank in Ncwyork eine Geldanweisung, deren Auszahlung aber der Kassierer verweigerte, da ihm Herr Caruso nicht bekannt war. Dieser versuchte den Kassierer zu überreden, daß er wirklich der berühmte Tenor fei; der Kassierer aber, der in der Oper gewesen Ivar, bezweifelte dies und erklärte, Herr Caruso sei nicht so groß. Dem Sänger da ein glückliche: Gedanke; er errinnerte sich eines ähnlichen Falles, der Madame Patti betroffen, und ohne ein Wort weiter zu sagen, sang er die reizende Romanze aus La Tosca,Rccondite Armonie". Er war damit noch nicht zu Ende, als der entzückte Kas­sierer schon das Geld zu zählen begann und als Ca­ruso geendet hatte, da waren alle 300 Clerks der Bank zusammengeströmt und brachen in ein enthu­siastisches Hurra aus. Caruso steckte ruhig das Geld ein, verneigte sich und verlieh triniphierend die Bank Es ist übrigens historisch, daß sich Jenny Lind bei dei Bank von England in gleicher Weise die Auszahlunx eines Checks erwirkte.

Briefmarkensammler möchten wir auf die int 13. Jahrgange erscheinendePost, Universalanzeiger für Briefmarkensammler" aufmerksam machen. Es isi dies eine Zeitschrift, welche sich nicht allein durch ihre Billigkeit (Preis nur M 1.50 pro Jahr) auszeichnct, sondern auch vor allem wirklich gut redigiert ist. Diese Briefmarkenzeitung ist derart gehalten, daß sie sowohl den Ansprüchen des fortgeschrittenen Sammlers ge­nügt, als auch diejenigen, welche erst als Anfänger sich mit dem Sammeln befassen wollen, in gleicher Weise berücksichtigt. DiePost" bringt eingehende Besprechungen aller neuen Marken in Wort und Bild, interessante Fachartikel usw. Für alle Sammler dürfte der reich illustrierte Katalog der Fantasi« mid Schwindelmarken von Dr. O. Rommel von ganz be* sonderem Interesse fein, der jedem neu eintretenden Abonnenten soweit als er erschienen im Laufe des Jahres kostenlos nachgeliefert wird. Auch der umfangreiche Inseratenteil bietet dem Sammler Ge« legenheit, Tauschverbindungen in allen Ländern der Erde anzuknüpfen und somit seine Sammlung auf billigstem Wege zu berreichern. Außerdem bringt jede Nummer derPost dem Abonnenten eine wert­volle Gratismarke, durch welche der NbonnementspreiS faktisch ausgewogen wird. Alle Buchhandlungen und Postanstalten und jeder Briefträger nehmen Bestell« ungen entgegen. Probe-Nummern versendet gegen Doppelkarte franko der Verlag des Universal-Brief« marken-Album F. Reinboth, Leipzig.

Kohlenoxydgas im Schulzimmer. In einer Genfer Volksschule ereignete sich ein bedauerlicher Vorfall. Während der Unterrichtsstunden fielen der Lehrer sowie sämtliche Schulkinder, 48 an der Zahl, in Ohnmacht. Zufällig kam der Lehrer einer anderen Klasse inß Zimmer und schlug Alarm. Lehrer unb Kinder waren durch GaS das dem Ofen entfkömte, vergiftet worden. Mar mußte alle ins Krankenhaus transportiere u, ton viele noch immer in Lebensgefahr schweben.

Angenehme Aussicht, (stubent (zu seinem Barbier):Ich wollte, ich könnte für un­seren Maskenball etwas ganz befonberS Ent­stellen des finden, damit mich niemand erkennt." Barbier:Vielleicht lassen Sie sich mal Yon meinem neuen Lehrling rasieren!"

FürWiedenMilfiler,(xaMwirfe n. Höfels Cigaretten per 1000 St. von Mk 6. bis Mk. 35. Cigarren 1000 25. 65. Straub, Ci ff - rrenvars -ui >' M vburg, Engros-Abteilung Wettergasse 12.

Dir Hnngerkünstler Saeco

hat jetzt in Hcnglers Circus in London ein 45tägiges absolutes Fasten beendet und damit einen Weltrecord geschaffen. Nur Wasscrtrinken war ihm gestattet. An Gewicht verlor er während dieser Zeit 55 Pfund. Seine erstmalige Nah­rung nach Verlassen des Glaskastens bestand aus einer Tasse Cacao und einem Gläschen Dr. Hommel's Haematogen. Den zahlreichen Be­suchern, Aerzten und Laien erklärte er, daß nach seinen bisherigen Erfahrungen (die Fasten­zeit des Jahres 1905 betrug 244 Tage) er sicher erwarte, durch geeignete Diät verbunden mit dem Gebrauche von Dr. Hommel's Haematogen schon nach wenig Wochen wieder so erstarkt zu sein, um gegen Mrtte April ein neues Fasten beginnen zu können.

Ceikstäftliftle MMeilvnaen.

Panhas, 3 Maggi's Bouillonkapseln löst man in 1 Liter kochendem Wasser auf. gibt Vi Pfund durch die Fleischmaschine getriebenes Rind- oder Schweine­fleisch, 60 Gramm fein würfelig geschnittenen Speck, Salz, Pfeffer, 1 geriebene kleine Zwiebel und ein wenig Majoran sowie % Pfd. Buchweizenmehl unb rührt diese Masse solange über schwachem Feuer, bis sie sich vom Topfe löst. Dann nimmt man vom Feuer, gibt 15 Tropfen Maggi's Würze darunter und füllt sie in eine irdene oder Porzellanschüffel zum erkalten. Der Panhas wird gewürzt und zum Gebrauch immer nur soviel Scheiben abgeschmtten, als nötig sind.Die- selben werden in heißer Butter aufgebraten zu Tisch gegeben.

Verantwortlich für die Redaktion:

Dr. DoerkeS-Bovvard in Marburg.