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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Illuftrirtes Sonntagsblatt.

Vierteljährlicher Bezugspreis, btt oer 6j}:ÄttiMt 2, Erscheint wöchentlich sieben mal.

TMl ßQ bet allm Postämtern 2^25 M. .excl. Bestellgeld). K B Druck und »erlag- Joh. A«g. Koch, UmberfitätS-vnchdruckerei 41. Jührg.

Jnsertronsgebüti^ge)MmeZcä^o^r^eren Raum 10 Pfg. 15. MülZ 1906. Marburg, Markt 21. Telephon 55. H

Zweites Blatt.

Zur Herabsetzung des Weltportos.

Im Juki vorigen Jahres richteten die Aette- sten der Kaufmannschaft von Berlin eine Eingabe an den Staatssekretär des Reichspostamts, in der sie baten, zur Ermäßigung des Welt-Briefportos etwa bis auf die inländischen Portosätze vorbe- reitende Schritte für den bevorstehenden Welt­postkongreß in Rom (im April 1906) tun zu wollen. Gleichzeitig empfahlen sie, unabhängig hiervon zunächst Sonderabkommen mit unseren Rachbarländern und den wichtigsten HandclS- staaten zur Verwirklichung des gleichen Zweckes abzuschließen. Da eine Rückäußerung des Staatssekretärs auf diese Eingabe bisher nicht erfolgt ist, so hat genannte Korporation jetzt eine Denkschrift zu dieser Frage veröffentlicht. In derselben wird die Lösung dieses sicherlich immer dringlicher und daher auch immer populärer werdenden Problems eingehend erörtert. Die Einwände, die gegen die gefordert« Ermäßigung des Weltportos erhoben werden können und auch tatsächlich erhoben werden, sind, im Grunde ge­nommen, wie auch die postoffiziöseDeutsche Ver­kehrs-Zeitung" zugiebt, rein finanzieller Natur. Diese Bedenken sind aber hinfällig, schon deshalb, weil bei den großen Vorteilen, die eine solche Verbilligung fiir das ganze deutsche Handeis­leben haben würde, die Hälfte des herausgerech- neten Portoaussalles (für das Reichspostgebiet rund 9 Millionen Mark) nur von verhältnis- mäßig untergeordneter Bedeutung ist. Hat die Post doch nicht den Zweck, vorzugslveise ein Fi- nanzinsfitut zu sein und auf hohe Ueberfchüsse hinzuarbeften. Durch Verbilligung und somit Er­leichterung des Nachrichtendienstes im Handel und Verkehr kann sie der Staatskasse mittelbar vxit höhere Einnahmen schaffen, wenn sich auch hierdurch der Ueberschuß des Postetats um einige Millionen niedriger stellt. Außerdem ist es mehr wie ztveifelhaft, daß der herausgerechnete Aus­fall an Portoeinnahmen auch wirklich in der gan­zen Höhe Eintritt. Es ist eine bekannte Tatsache, die durch unzählig« Beispiele belegt werden kann, daß bei Verkehrserleichterungen und Verlnlligun- gen durch die sofort einsetzen e Steigerung der Benutzung der betreffenden Verkchrsanstalt daS . berechnete Defizit niemals eintritt, daß sich da­gegen sehr bald viel höhere Reingewinne ein­stellen. Einige Schwierigkeiten würden aller­dings der Weltportoermäßigung die Tmnsitab- gaben für durchgehende fremd« Briefe bieten. Aber viele Länder erheben bereits gar keine Tranfitabgaben mehr, andere würden schließlich wenigstens in eine Herabsetzung willigen müssen. So erhebt z. B. Belgien, ein Hauptdurchgangs­land, 1,70 Franken für 1 Kilogramm Briefe oder Postkarten, während ^fligertoeife nur die­selbe Taxe wie für Postpackete, also 50 Eenti- mes für 5 Kilogramm erhoben werden darf. Je- denfalls dürften diese Dinge kein ernstliches Hin­dernis der so äußerst wichfigen Weltpostporto- Reform fein. Für Deutschland würde es außer­dem auch noch eine nationale Bedeutung haben, wenn den 3^ Millionen Reichsangehörigen und den anderen vielen Millionen (in den Vereinig­ten Staaten 1900 allein 7,83 Millionen) Men- schen deutscher Herkunft im Auslande durch wohl­feileres Weltvorto der Zusammenhang mit der Heimat erleichtert würde. Großbritannien hat im Verkehr mit seinen Kolonien aus dem ganzen Erdball das Pennyporto eingeführt. Seit dem Avril 1905 kostet auch ein Brief nach Australien, das noch eine Ausnahme mochte, nickt mehr 2V>, sondern nur noch 1 Penny. Vom 15. Dezember 1905 ab ist im Verkehr zwischen England und ^ypten der billige Penny-Tarif ebenfalls in Kmft getreten (einschließlich deS Sudans), ein Zeichen, welchen Wert das brifische Weltreich mit seinem Welthandelsumsatz« von 16 Mlliar- d«n Mark erleichterten Postbeziehungen für In- dustrre und Handel beimißt. Auch Deutschland hat seit 1899 im Verkehr mit seinen Schutzgebie­ten das billige inländische Porto angesetzt. Ist eS nicht ent _ seltsamer Widerspruch, wenn man für einen Brief nach Rotterdam oder Southamp­ton 20 Pfg., noch Kamerun oder Deutsch-Süd- toeftafrifti aber nur 10 Pfg. erhebt.

Hesicn-Naj, und Nachbargebiete.

Ziezenhai«, 13. März. Kreisassistenzart Dr. Stöitzing aus Homberg ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des KreiS- arztsbezirks Kreis Ziegenhain beauftragt worden.

Ziegenhain, 12. März. In den nächsten Ta- gen werden sich, lautZiegenh. Ztg." in dem Be­stände der Straf-Anstalt größere Veränderungen vollziehen; nicht weniger tote 11 Aufseher werden zum 21. d. M. an die Strafanstalt in Lüttring­hausen, Rheinprovinz, versetzt. Auch Straf- anstaltssekretär Czudnochowski ist zum 15. d. M. gleichfalls nach Lüttringhausen versetzt worden.

Strafanstältslehrer Dreyer ist zum 1. Apnl in gleicher Eigenschaft an die Strafanstalt in Gorlttz versetzt. Außerdem werden 50 Gefangene m eine andere Anstalt, welche, ist zur Zett noch nicht bekannt, überführt werden.

Wißmar (Kr. Wetzlar), 10. März. , Der Schreckensruf Feuer hat auch hier wieder einmal die Gemüter aufs tiefst« erregt, indem heuw Nacht zwischen 24 Uhr die Scheunen von 2 Gehöften vollständig niederbrannten. Der Herr­schern de Sturmwind begünstigte den Brand sehr und nur dem tatkräfttgen Eingreifen der hiesigen und benachbarten LarmKbacher Feuerwehr ist, es zu verdanken, daß sich dos Feuer, nicht, Wetter ausbreitete. Leider sind aber 3 Ziegen in dem Flammenmeer umgekommen. Ein junger Mensch, den man als Brandsttfter vermutet, wurde heute verhaftet und in das Gefängnis nach Wetzlar ein» geliefert. .

Vom Westerwald, 13. März. In Unnau bet Marienberg wurde dem zweiten Lehrer auf Ver- anlassung des Bürgermeisters durch den ersten Lehrer das Mitbrennen desSchulholzes," plötz­lich untersagt, während der erste Lehrer, ein Spe- zialfreund des Dorfoberhauptes, im Genuß die­ser Vergünstigung blieb. Die Sympathien der Dorfbewohner waren aber auf der anderen Seite, und so erschien It.Frkf. Ztg." eines Abends ein Menschenzug mit großen Körben voll Holz beim zwetten Lehrer und luden in dessen Wohn­stube ab (!( ab, da ihm ein anderer Raum zur Unterbringung des Holzes überhaupt nicht zur Verfügung steht. Wegen Raummangel mußte ein großer Teil der eigenartigen Demonstranten mit ihrerLiebesgabe" sogar unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Hochschulnachrichten.

Berlin. Der Profeflor am Luisengymnastum Dr. Karl Strecker wurde zum außerordentlichen Pro­fessor in der philosophischen Fakultät der Universität ernannt.

Breslau. Der außerordentliche Profeflor Dr. Richard Schott zu Jena wurde zum ordentlichen Pro­fessor in der juristischen Fakultät der hiesigen Univer­sität ernannt.

Göttingen. Die Göttinger Finkenschaft lehnte den Eintritt in den Ausschuß des Studenten- Verbandes ab.

Im Dezember 1906 schloffen sich bekanntlich fast alle 80 nicht-konfessionellen Verbindungen der Berliner Universität zu dem Studentenverband zu­sammen. Wiewohl diese <rf8 Verband genehmigten Korporationen nach den Universität? - Statuten nicht der Genehmigung der Universitätsbehörde bedurften, reichte der Vorstand dennoch die Satzungen den Be­hörden ein. Da überraschenderweise die UniversitätS- bchörde den Verband der 80 Korporationen zu einer studentischen Verbindung stempeln wollte, so ver­zichtete der Verband auf behördliche Genehmigung. Die Antwort auf diese Stellungnahme war eine Droh­ung mit Disziplinarstrafen, falls der Studenten­verband sich überhaupt an die Oessentlichkeit wage. Der Studentenverband richtete darauf an den aka­demischen Senat als die nächsthöhere Instanz eine Eingabe, in der sowohl über die getroffene Entschei­dung, wie über die persönliche Behandlung der Ver­treter Beschwerde geführt wurde. Die Antwort war folgendes Schreiben:Ihre Eingabe . . . habe ich in dem Senat . . . vorgelegt. DerSenat hat sich dahin ausgesprochen, daß er in dieser Angelegenheit nicht zu­ständig sei, hat aber bei dieser Gelegenheit die von mir in Sachen der sogenannten Studentenverbindungen getroffenen Entscheidungen grundsätzlich durchaus ge­billigt. Der Rektor, (gez.) Diels. An die Herren Studierenden Beßling u Genoffen." Der Studen­tenverband hat, solange das Verfahren schwebte, von jedem öffentlichen Auftreten Abstand genommen. Jetzt sieht er keine andere Möglichkeit mehr, als die Flucht in die Oeftenttichkeit, um fein Recht durchzu­sehen.

Bermij'chtes.

Dortmund, 12. März. In einem An­fall von Wahnsinn warf Sonntag Nacht die Mtwe Knetsch ihre achtjährige Tochter aus dem vierten Stockwerke. Das Kind war sofort tot. Mt Mühe wurde der Wahnsinnigen ein zweites Kind, das sie auch töten wollte, entrissen.

Aachen, 10. März. Einen schönen Beweis ihrer patriotischen Gesinnung hat die Stadt Aachen gegeben. Der Ertrag einer Wohltätigkeits­vorstellung, die int Januar dieses Jahres im Aachener Stadttheoter von Offizieren unter Mt. Wirkung von Damen der Stadt zugunsten unserer Soldaten in Afrika und chrer Hinterbliebenen stattfand, hat sich auf mehr als 20 000 Mark be­laufen, die dem Generalkommando des 7. Armee, korps in Koblenz übermittelt werden konnten.

Zittau, 12. März. Infolge des GenusieS von Quarkkuchen erkrankten im benachbarten Oberwittig 50 Personen bedenklich. Ein acht­jähriger Knabe ist bereits gestorben. Die Leiche wurde bescklnanahmt.

Ha n-' 12. März. In der letzten Nacht

ist auf uiffee zwischen Bahrenfeld und

Großflotbeck u.. junges Mädchen das Opfer eines Lustmordes geworden.

Saarbrücken, 10. März. DaS Hütten- werk der Firma Gebr. Stumm in NNmkirchen be­geht am 24. März die Feier seines hundert­jährigen Bestehens.

Colmar, 12. März. Wie gemÄdet, ist ht der vierten Kompagnie des in Colmar gami- sonierenden Jägerbataillons Nr. 14 die Genick­starre ausgebrochen. Nach einer amtlichen Mit­teilung sind im ganzen sieben Erkrankungen vor- gekommen, drei davon mit tötlichem Ausgang.

Stockholm, 10. März. Die Regierung brachte beim Reichstag den Vorfcklag ein, die Punschsteuer von 60 auf 90 Oere pro Ltter zu erhöhen. Die Einnahmen aus dieser Steuer wer. den auf 1 800 000 Kronen veranschlagt. Ferner wird vorgeschlagen, Arac und Rum im Klein­verkauf mit einer Steuer von 90 Oe« pro Ltter zu belegen.

London, 10. März. Im fernen Abessinien in Gambela, entern Städtchen am Buroflusse, ist Sir William Gatarre dem schlimmen Fieber und einem Sonnenstich zum Opfer gefallen. General Gatacre ist bekannt ans dem Burenkrieg.

Petroleum zum Feueranwachr». In Hülz­weiler verbrannte ein 10 jührtoeS Mädchen, daS Petroleum in den Ofen geschüttet hatte.

MaMmchte.

Frankfurt, 12. März. (@elretbemartt) Am heutigen Wochenmarkt war Landweizen aus­reichend angeboten und der Preis bei geringfügiaem Geschäft unve>ändert. Landroggen ohne Umsatz. Aus- ländiiche Brotsrüchte ohne Belebung bei unveränderten Preisen. Gerste nachgebend. Hafer bei normalem Bedarf gut behauptet. Mais ruhig ohne wesentliche Preisveränderung Es notieren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mark 18,6018,70, norddeutscher Mark 00,0000,00, russischer Mark 18,7520,25, Redwinter Mark 00,00-00,00. Kansas Mark 00,00-00,00, La Plata Mark 18,50-20,00, Rumänischer Mark 18.50-19,50, »en, hiesiger Mark (0,0000 00, bayer. Mark

-00,00, russischer M. 17,50-17,75, amerikanischer Mark 00,00-00,00, Gerste, hiesige Mark 16,75-17.00. Pfälzer M. 16,7517,25, fränkische M. 17.15-17,35, Riedgerste M. 17,25-17,50, ungarische M. 00,00-00,00, Hafer, hiesiaer Mk 16,7517,75. 'Human. Ml 16,Oo bis 17,50, vayr. OG,CO-« ,00, Rufs Mk. 16,20-17,75, Amerikan Mk. 16,0016,60. Mais, Mied M. 12.50 bis 1280, Odessa 00,00-00,00, Laplata Ml. 18.75-14.60 Alles v. 100 Kilo netto effektiv loco hier. 'Mehl unv Es notieren: Weizenmehl, hies. Rr. 0 M. 27,0028,00, feinere Marken M. 28,50-29,50. Rr. 1 M. 25,00-26.00, feinere Marken Mk. 25,75-26,75, Nr. 2 Mt. 24,00 bi« ' 5.00, feinere Marken Mk. 25,00-26,00, Nr. 3 Mk 22,50-23,00, feinere Marken Mk. 23,00-23,50, Nr. Mk. 20,00-21,00, feinere Marken Mk. 21.00-21,50. Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 24,75-25,75. Nr. Mk. 22.25-23,25, Nr. 2 Mk. 17,50-18,50. Alles pe 100 Kilo inkl. Sack. Futterartikel gesucht u fest Es notieren: Weizenschalen Ml. 4,95-510, Weizenkleie Mk. 5,00-5,15, Roggenkleir Mk. 5,60 dis 5,75, Futtermehl Mk. 6,508,00, Biertreber, getrocknet Mk. 5,605,75 je nach DualitätiOpa ner 50 Kilo netto effektiv loco hier

Frankfurt. 12.911013. u h 1.1 Zum

Verkauf standen: 419 Ockfen, 59 Bullen, 901 Kühe Rinder und Stiere, 376 Kälber, 854 Schafe und Hamme! und 1456 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 77-79 Mk., 2. Oual. 71-73 Mt., 3. Oual. 65-68 Mk., 4. Oual. 0000 Vtk Dullen 1. Oual. 64-66 Mk.. 2. Oual. 60-62 Ml.. 3. Oual. 0000 Mk., Kühe. Rinder und Stiere 1. Oual. 6971 Mk., 2. Oual. 63-65 Mk., 3. Oual 4546 Mk, 4. Oual. 4243 Mk.. 5. Oual. 0000 Mk. Bezahl', wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Oual. 89-93 Pfg., 2. Oual. 80-85 Pfg., 3. Oual. 61-65 Pfg-. 4. Oual 0000 Pfg., Schafe und Hämmel 1. Oual. r8-80 Pfg., 2. Oual. 70-72 Pfg.. 3. Oual. 5254 Pw.. Schweine 1. Oual 8081 Pfg., 2. Oual. 78-79 Pfg.. 3. OuaL 72-74 Pfg., 4. Oual. OO-OC Plg Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht Kalber 1. Oual. 54-57 Pfg.. 2. Oual. 47 -50 Pfg Schweine 1. Oual. 62'/,-63 Pfg.. 2. Oual. 62 Pfp. Geschäft in Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand mäßig, in Kleinvieh gut, v arkl geräumt 'Aus Defterreitti ftanben 78 Ochsen, 1 Bulle und l Kuh. aus Dänemark 4 Ochsen und 32 Rinder zum Verkauf.

, Cassel, 13. März. iVichmarktsdericht) Schlacht- *wh Es kosten die 50 k- Schlachtgewicht von Ochsen 1. Qualität 76-78 Mk., I. Qualität 78-75 Mt in. Qualität 7072 Mk., Bullen 1. Qualität 70 bis 72 Mk., 11. Qualität 65-69 Mk., Kühe 1. Qualität 68 - 70 Mk.. IL Qualität 65-67 Ml., III. Qualität 6364 Mk , Schweine 1. Oual. 7880 Mk., 1L Oual. 7677 Mk., 3. Qualität 7875 Mk., Kälber das fc ks- Lebendgewicht 4045 Ps Hämmel 7075 Pf. Auftrieb: 29 Ochsen, 18 Bullen, 70 Kühe. 9 Rinder, 114 Schweine, 26 Kälber und Hämmel.

Getreide - Wochrrchrriqt

der Preisberichtstelle beS Deutschen Landwirt» schuftSrats vorn 6. bis 12. März 1906.

Der internationale Getreidemarkt steht unter dem Eindruck befriedigender landwirtschaftlicher Verhältnisse in Nordamerika und Europa, wäh­rend Nachrichten aus Indien das Vorhandensein eines größeren Exportüberschusses in Aussicht stellen. In Nordamerika wirken mangelnde Ex- portftage und schwacher Lebensbedarf, sowie die ansehnlichen Weizen-Reserven der Farmer nach­haltig auf Tendenz und Preise. Die fehlende Kauskonkurrenz Deutschlands veranlaßt das Aus­land zu um so größerer Zurückhaltung, je um­fangreichere Mengen Argentinien und die übrigen Exportländer zum Versand bringen. Auf den deutschen Getreidemärkten leidet der Verkehr unter der starken Voruersorauno. Da» Inland

hält mtt dem Angebot seiner meist minderwerti­gen Qualitäten nicht zurück, zumal das Ausland durch Ermäßigung seiner Forderungen für Wei­zen der geänderten Zollsituation einigermaßen Rechnung getragen hat. Der wegen seiner un­angenehmen Eigenschaften wenig beliebte Kanfas- Weizen wurde auf 131 Mark cif. Hamburg herabgesetzt, La Plata-Weizen zu 135 Mark meist vergeblich offeriert. Dagegen fehlt es bei Roa- gen an passenden Offerten von Rußland, wo- cher für die Notstands-Distrikte lohnende Verwen­dung findet. Im Inland« ist gute trocken« Ware selten anzutreffen, trotzdem mußte sich das Angebot Rückgänge von 13 Mark gefallen lassen. Auch den Haferpreisen hat die allgemein« Geschäftsunluft kleine Opfer abgerungen, ferne Qualitäten erfreuen sich jedoch andauernd der Beachtung des Konsums. Die starken Maiszu. fuhren haben ohne wesentliche Wertveränderung schlanke Aufnahme gefunden.

68 stellten sich heute die Getreidepreise in Mark pro 1000 Kilogr. an den nachgenannten Orten, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger () gegenüber der Vor­woche in Klammern () beigefügt ist, wie folgt:

Hafer

Roggen

168*/,(-/,) 1774 (-)

Frankfurta.M. 186*/, (/,

172

173

176

172

189

167

164

168

160

171

185 (-)

162 (4-2)

162 (-/,)

H (-1) 1-8) (+) (-8)

Weizen 173 s-2)

1-2) (-1) (-) (-1)

Berlin Leipzig Hamburg Hannover Köln Mannheim

161*/,(1*/,) 167 (-1 *W 173 (-)

Eingegangene Sücher und Schriften. (Eine eventuelle eingehendere Besprechung bleibt Vorbehalten. Rücksendung unverlangter Ein- gänge findet nicht statt.)

Von der in Lieferungen erscheinenden Illu­strierten Volksausgabe von Schiller« Werken (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) sind soeben weitere sieben Lieferungen (2632) ausgegeben worden, womit jetzt die beiden erste« Bände vollständig vorliegen. Den Inhalt der neue» Lieferungen bilden die letzten Szenen vonWallen­steins Tod" und die nach diesem Drama entstandeneA TrauerspieleMaria Stuart",Die Jungfrau von Orleans" undDie Braut von Messina", endlich die ersten vier ©jenen des den dritten Band eröffnenden SchauspielsWilhelm Tell". Das reiche, von bett ersten deutschen Künstlern herrührende Bildermate­rial, von den die klassischen Schöpfungen des Dichter! in der vorliegenden Ausgabe begleitet sind, macht diese zu einer der schönsten und wertvollsten, die wir haben.

Soeben erschien im Verlage von Albert Koenig in Guben: Koenig's Srädte-Lexikon bei Deutschen Reichs mit Einwohnerzahl nach bet Volkszählung von 1905. 6. Ausl. Preis 50 Pfg. El ist bas erste Buch, welches über die Ergebnisse bet vorjährigen Volkszählung nähere Auskunft gibt. El sind nicht nut sämtliche Städte, sondern auch länd­liche Ortschaften mit über 3000 Einwohnern ausge­nommen, so daß von über 3300 Wohnplätzen del Reiches die Lage nach Ländern, Provinzen, Bezirke» und Kreisen nachgewicsen wird. Aus der weiter an« gefügten, nach der Einwohnerzahl geordneten Zu­sammenstellung ist zu ersehen, daß Marburg die 220. Stelle unter den Städten einnimmt.

Eine liederliche Hausfrau ist ein Un» fegen für die Familie, denn wenn du sparst in der Zeit, so hast du in der Not. Jetzt ist für die sparsame Hausfrau gerade die richtige Zeit, um die im ver­gangenen Winter verbrauchte Wäsche zu erneuern. Selbstanfertigung derselben lehrt und über Neuheiten informiert am gründlichsten und besten die im Ver­lage von John Henry Schwerin, Berlin W. 35, er­scheinende illustrierte MonatsschriftI l l u st r i e r t e Wäsche-Zeitung", bereit reichillustrierte März­nummer soeben zur Ausgabe gelangt ist. Gratis- Probcnummern durch erstere und den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, Steglitzerstraße 11.

** 55 der bekanntesten Tänze und Märsche be­liebter Komponisten für eine Violine (I.III. Lage) enthält das soeben zur Ausgabe gelangte 27. Bänd­chen der im Verlage von P. I. Tonger in Köln erschei­nenden Taschenalbums in Querformat (Preis, schön und stark kart. Mk. 1.).

Quaker Oats ist nur echt in geschlossenen, mit der Quaker Schutzmarke versehenen Facketen. A ausgewogene Ist Nachahm­ung.

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J. Schuh,

verantwortlich für die Redaktion: 3

Dr. DoerkeS-Lotzpard in Marburg.