mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilager Allustrirtes Sonntagsblatt.
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Artikel 23 betreffend die Zusammeneinbringung der Teile des Kapitals der Bank ist für die Be
Erscheint wöchentlich siebe» mal.
Druck imb Verlag- Joh. Aug. Koch, UmvcrfitätS-vuchdruckerei 41. Jllhlg.
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Marburg
Sonnabend. 10. März 1906.
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Erstes Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 8. März. Die Steuerkommisfion des Reichstages setzte die Beratung der Erb" fchaftssteuer fort und nahm mit 13 gegen 12 Stimmen den § 50 nach dem Antrag Am Zehn- hoff an, wonach die Steuer, falls ihre sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für die Steuerpflichtigen verbunden war, gestundet, oder die Entrichtung in Teilbeträgen gestattet werden muß, wenn der Nachlaß im Grundvermögen besteht, der Verpflichtete solches beantragt und ausreichende Sicherheit leistet. Staatssekretär Frhr. von Stengel führte auS, der Beschluß werde in zweiter Lesung nicht aufrecht erhalten werden können. Auf eine Anregung des Finanzministers Frhr. v. Rheinhaben beantragte Am Zchnhoff, daß über die Frage, ob Stundung geschehen soll, die Steuerbehörde endgiltig zu entscheiden habe. Der Antrag wurde genehmigt. Die folgenden Paragraphen, betreffend den Rechtsweg, Strafen, Gebühren, Verjährung, werden mit unerheblichen Aenderungen nach der Regierungsvorlage angenommen. Zu § 61 wurde auf Antrag Am Zehnhoff beschlossen, daß Schenkungen beweglicher Gegenstände bis zum Werte von 3000 Mk. an Verwandte zu deren gewöhnlichem Gebrauch von der Steuer befreit bleiben. Damit ist die erste Lesung erledigt.
Kaiserslautern, 8. März. In der gemeinsamen Beratung der Delegierten der Ausschüsse der Deutschen Volkspartei, der Nationalliberalen und der Freisinnigen wurde für die Neichßtagsersatzwahl im Wahlkreis Kaiserslautern - Kirchheimbolanden der dem linken Flügel der Nationalliberalen angehörende Bürgermeister Karl August Schmidt in Obernheim als Kandidat der vereinigten liberalen Parteien gegen Dr. Rösicke (Bund d. Landw.) aufgestellt.
Wie», 8. März. Wie verlautet, wird König Eduard nach seinem Aufenthalt in Ra- gusa vom 3. bis 5. April in Abbazia weilen und dort den Besuch Kaiser Franz Josephs empfangen.
Paris, 9. März. Die gemäßigten und konservativen Blätter sag«», daS Trennungsgesetz, welches den Keim eines Bürgerkrieges in sich trage, habe das erste Kabinett getötet, eS werde auch noch manches andere von ihm zu Boden geworfen werden urd auch schließlich die Republick zu Falle bringen.
Paris, 8. März. Das Blatt „ßanterne* bestätigt, daß die Regierung versuchte, in Unterhandlungen mit dem Papste zu treten, damit dieser eine Erklärung ab gebe, durch welche der Widerstand gegen die Inventaraufnahme ge- brechen werde. Auch das Blatt „SiScte" hat
76 lNachdruck verboten.).
Die Brücke.
Roman von Willy Scharla«.
(Sortierung.)
Jubeln- aber flog sie ihm an den Hals, als er sie eine Woche später fragte, ob sie am nächsten Tage mitkommen wollte nach Weimar.
Man gab Hanna von Lingens Stück.
Während der Aufführung fprach er kein Wort.
Als die Darstellerin der Frauenrolle zuerst auf der Bühne erschien, zuckte er zusammen. Tie da tour Hanns in jeder Bewegung, in ihrer Art ruhig und dann wieder ftidenschaftlich erregt zu sprechen. Die Schauspielerin hatte die Verfasserin belauscht, ihr so manchen kleinen Zug abgesehen. Sie interpretierte die Rolle ganz genau nach dem Willen derjenigen, welche sie schuf.
Scharf und hart prallten die Charaktere gegen einander in den beiden ersten Akten; ruhig unsicher toar die Heldin im dritten, von bewußtem und klugem Handeln, — ganz Hingabe uni) Liebe zum Schluß.
Während Derlei das Stück las, glaubte er, die Rolle der Frau sei auf Kosten beS Mannes geschrieben. Jetzt gewann er die Ueberzeugung, daß dem nicht so sei. Beide Menschen waren gleich wert, beide hatten ihre guten und schlechten «Leiten, Licht und Schatten waren gleich verteilt. Biel und deshalb auch um so tiefere Schatten. ; Als die Geschwister das Theater verließen, hatte der Bruder nur das eine Wort:
1 „Ein gutes Stück, ein sehr gutes Stück, — in musterhafter Darstellung."
Das toar alles. Wie es ihn aber gepackt und «rschüttert, bis in die tiefften Tiefen seiner Seele tsusgerüttelt, das sagte er nicht.
Kenntnis von einer ähnlichen Absicht der Regierung. ES verlautet, daß die Abgeordneten Cochin und Caraman bereits nach Rom gereist seien mit dem Auftrage, beim Papste unverzüglich Schritte zu unternehmen.
Der Kampf zwischen Kirche und Staat in Frankreich.
Wie aus Paris gemeldet wird, zirkuliert in Regierungskreisen das Gerücht, daß man ernstlich an die Einberufung des Senats als Staatsgs- richtshof denke. Diefer hätte das „klerikal- royalisüjche Komplott" ab;uurteilen, das gegenwärtig den Widerstand gegen die Kir^ minven. turen organisiere. Es ist zwar erwiesen, daß auch christliche Republikaner gegen die Besitzergreifung des Kircheneigentums demonstrieren, aber um die Bewegung mit einem Schlage zu vernichten, spricht man in der ministeriellen Partei schon von einer „Verschwörung" gegen die Republik, wogegen mit den schärfften Mitteln voxzngeben sei. Im letzten Ministerrate stellt bereits der Rtt- nister des Innern, Dubief, an den Justizminister Chamnis das Verlangen, eine Untersuchung über die gesamten Kirck>enmanifeftationen zu veranlassen, um zu ergründen, ob zwischen ihnen nicht ein ^"ßmtmenhang bestehe. Ergäbe sich dies durch eine Enquete, so hätte man das gesuchte Material zu einem Verschwörer-Prozesse vor dem Staatsgerichtshof. Einzelne HauptversckKvörer herauszugreifen, wäre dann eine Kleinigkeit. Herr Chauiniä foll dem Minister des Innern geantwortet haben, daß er alle Schuldigen zur Verantwortung zu ziehe wissen werde. Tatsächlich hHben sich sämtliche Staatsanwaltschaften gegen die Verteidiger der Kirche in Bewegung gesetzt. Das Gerücht von einer Einberufung des Staats- gerichtshofes dürste aber nur in der Absicht aus- geftreut worden fein, um die Provinz, hauptsächlich Mittel, und Südfrankreich, einzuschüchtern, wo die Inventaraufnahme auf schier unüberwindliche Hindernisse stößt.
Von den 65 000 Kirchen Frankreichs haben die staaüichen Finanzbeamten Frankreichs noch in zirka 44 000 ihres Amtes zu walten. Wenn die Inventuren in dem bisherigen Tempo fortgesetzt werden, so können sie unmöglich bis zum 24. April, dem ersten Tage der Deputiertenwahlen, eine vollzogene Tatsache sein.
Der heftige Widerstand der Bauern in den Gebirgsdepartements Hcmte-Loire und Ardeche hat die Gegner der Kirche in, Bestürzung und Ratlosigkeit versetzt. Was die in ihrem religiösen Empfinden beleidigten Gebirgsbewohner zur Verteidigung ihrer Gotteshäuser erfun- den hoben, grenzt an das Unglaubliche. Die Leute in den abgelegenen Ortschaften bilden sich ein, daß sie vor einer Wiederholung dessen stehen, was ihnen von ihren Vorfahren erzählt worden ist. Sie glauben nämlich an eine Einziehung der Kirchengüter ä, la 1793, und da sie wissen, daß der ganze Religionskampf von den roten Sozialisten inszeniert worden ist, so fiirchten sie auch für ihr Eigentum. Daher ihre Entschlossenheit, die Besuche der Jnventuraufnehmer selbst mtt
Diese Frau, wie liebte er sie, wie sehnte er sich nach ihr, tote wünschte er den Augenblick herbei, wo er ihr alles das sagen konnte, Uxis er auf dem Herzen hatte.
Am Abend war er entschlossen, zu ihr zu fahren. Er wollte ihr sagen, ja, Du bist mehr als andere, kannst mehr als andere; Du hast den Beweis geliefert, daß Du nicht nur kritisieren kannst. Du bist produktiv und schaffensfreudig. Dir bist mir ja nicht bloß gleich, Du bist mir in diesem Punkte überlegen.
Am Morgen kamen Zweifel. Zweifel an ihrem guten Willen, Zweifel überhaupt an der Dauer eines guten, richtigen Verhältnisses.
Marga litt darunter fast so sehr wie der Bruder selbst.
Lombard schrieb, er wollte zum Weihnachtsfest kommen, bei dem Bruder endgiltig um die Schwester zu werben. Aber die ganze große Freude über das näher kommende Glück wurde ihr vergäst dadurch, daß der Bruder sich zu fei- nein festen Entschluß aufzuraffen vermochte.
Sie schrieb einen langen Brief an Hanns, von ihrem kommenden Glück, von dem jetzigen trostlosen Leben. Sie schrieb schlicht und einfach, ohne einen Wunsch oder eine Mite auszusprechen.
Aber sie erzählte von dem Besuch in Weimar, und wie ihr Stück ben Bruder gepackt und er- schüttert hätte, was er gesagt. Und wie er seit dem Tage im Kampfe gegen sich selbst sei. Noch sei der Sieg nicht errungen, er litte schwer, aber sie wüßte, er würde kommen, er mußte kommen.
Das toar vier Tage vor Weihnachten.
Eine Antwort bekam Marga nicht.
24. K a p i t e I.
Heiligenabend.
Erst zwei Uhr nachmittags, und schon wurde es dunkel. Es war kein Weihnachtswetter: Regen
eigener Lebensgefahr zu verhindern. , So sind z ,B. die Dörfer Saint-Prejet und Croisanfes von den Bauern in veritable Festungen umgewandelt worden. Sie haben den einzigen zum Dorfe führenden Gebirgsweg,zunächst mtt Barrikade n versehen. Dor diesen haben sie bie Straße mtt Minen geschützt und Wolfsgruben gegraben. Kein Fremder darf das Dorf betreten, vor dessen Eingang die Bauern einen Wachtdienst organisiert haben. In mehreren Orten hat man die vom Friedhof umgebene Kirche in eine Feste umgewandelt. Auf dem Kirchturm hat man Oefen installiert, um f iedendes Pech und kochendes Wasser auf die eventuellen Angreifer schütten zu können. Die Friedhofmauer wurde mit Balken erhöht und im Innern ein Run-gang für die Verteidiger geschaffen. Der ganze Kanton Sangues im Departement Haute- Loire ist in Aufruhr. Berittene Bauern zirkulieren zwischen den einzelnen Ortschaften, um die Losungsworte auszuteilen, denn ein Dorf soll dem anderen zu Hilfe eilen.
Und was die aufgebrachten Leute, leisten können, zeigt der Vorfall vom 3. März im Dorfe Moutregard, Kanton Montsancon. Hier erschien der Finanzbeamte in Begleitung von fünf Gendarmen. Sie wurden von den Bauern mißhandelt und mußten sich in die Maire flüchten. „ Jetzt belagerte man das Gemeindehaus. Der Bürger- meister hatte indessen telegraphisch um Hilfe in Montsancon angesucht. Als nun berittene Gendarmen ins Dorf sprengten, unternahmen die eingeschlossenen Gesetzeshüter einen, Ausfall. Sie mußten sich aber flüchten, wobei einem Gendarmen die Nase abgschnitten wurde. Auf ihrer Flucht schossen sie gegen ihre Verfolger, töteten einen Bauern und verwundeten fünf. Erst vor den berittenen Gendarmen wichen die Dorfbewohner zurück. Schließlich gingen in das aufständische Dorf mittelst Eilzuges zwei Kompag- rrien Infanterie ab. Ueberall haben die Dauern ihre attmodischen, aber gefährlichen Hiebwaffen hervorgeholt, nämlich die geraden,, haarscharfen Sensen. Es gibt Gemeinden, die vermöge ihrer Lage in den Bergen nur mit Hilfe einer förmlichen militärischen Expedition „genommen" werden könnten und da wäre noch ein großes Blutvergießen zu erwarten. Angesichts dieses Umstandes hat bte Regierung den Befehl gegeben, in den Dörfern, wo den Regierungsbeamten der Eintritt verwehrt wird, von einer Jnventuraufnahme abzusehen. Man wird bann über den Widerstand der Gemeinde nur ein Protokoll äufnet) men. *
Die Konferenz in Akaeciras.
Algeciras, 8. März. Nach dem über bie heutige Sitzung der Konferenz ausgegebenen amtlichen Komrnunigu6 setzte die Konferenz in offizieller Sitzung die Prüfung der zurückgestellten Punkte der Vankfrage fort. Die marokkanischen Delegierten unterbreiteten zu diesen Punkten wie auch zu einigen anderen Artikeln des Entwurfes Bemerkungen und Abänderungsvorschläge, die nach ihrer Prüfung durch die Konferenz dem mtt der Feststellung des enbgiltigen Textes betrauten Redaktions-Ausschüsse überwiesen wurden. Der
und Nebel herrschten draußen, und die Menschen eilten unter Regenschirmen dahin, froh, wenn sie das heimische Dach wieder erreichten.
Marga sah nach der Uhr und toar erstaunt, daß es noch so früh toar. Um sechs Uhr wollte Lombard kommen, also noch vier Stunden bis dahin, vier Stunden, welche lang wie die Ewigkeit zu werden drohten.
Die kleinen Vorbereitungen für den Abend toaren getroffen, der Cbristbaum geschmückt, die Tafel mit den kleinen Geschenken gerüstet.
Als Marga das Paket mit ihren Gaben für Hanns zu recht machte, traten ihr die Tränen in die Augen — sie sandte es nicht ab. Morgen fuhr Lombard wieder ab, dann reifte sie selbst sofort nach Wilhelmsburg, denn hier hielt sie es nicht länger aus.
Seit einer halben Stunde toar sie mtt allem fertig und saß still in einer Sofaecke, in Gedanken versunken.
Da klingelte Jemand.
Gleich darauf hörte sie bie Schritte des Bruders auf dem Korridor, vernahm, wie er sich seiner Ueberfleiber entledigte, und bann in sein Zimmer ging.
Sonst pflegte er sie zu Tische zu holen, heute geschah das nicht, er blieb drüben in seinem Zimmer.
Schließlich ging sie leise an seine Türe unlauschte.
Völlige Stille schien zu herrschen — aber bann ein Geräusch.
Das klang tote verhaltenes Schluchzen.
Leise legte sie bte Hand auf die Klinke und öffnete die Tür.
Oeriel saß an feinem Schreibtisch und hielt in feinen beiden Händen das Blld seiner Frau; dasselbe Stilb, welches Hanns einst vor zwei Jahren ihr, bem unbekannten Mädchen fdjenfteu
ratung der nächsten Sitzung zurückgestellt worden.
Algeciras, 8. März. Die französische Abordnung bereitet einen Entwurf betreffend die Polizei vor, der heute Abend zur Verteilung kommt. Dieser Entwurf enthält fünf Paragraphen, deren wesentlicher Inhalt folgender ist: Um dem Wunsch des Sultans zu entsprechen und bie Sicherheit in den acht dem Handel geöffneten Häfen herzustellen, wird eine Polizeitruppe geschaffen werden, die aus Marokkanern, U"ftr 8eu tung von französischen und spanischen Instruktoren, welche sich mit der Ausbildung der Truppe zu beschäftigen haben werden, bestehen wird. Die hierfür nötige Summe wird von der Staatsbank vorgestreckt. Die Zahl dieser Mannschaften wird nicht mehr als 2500 und nicht weniger alS 2000 betragen. Die Verteilung in den Häfen wird derartig vorgenommen werden, daß man je 200 bis 500 Mann dorthin legen wird. Dec französische Polizeienttourf sicht nur eine dreijährige Dauer vor. Die Höchstzahl der französt- schen und fpanifchen Offiziere wird 16 betragen, diejenige der Unteroffiziere 32. Män hält es für wahrscheinlich, daß auch die Oesterreicher unb die Marokkaner je einen Polizeientwurf vorlegen werden.
Algeciras, 8. März. Der von Oesterreich-. Ungarn in der Polizeifrage gemachte Vorschlag, der acht Artikch enthält, hat folgenden Wortlaut!
Artikel 1. Der Sultan soll den Oberbefehl über die Polizeitruppe haben.
Artikel 2. Der Sultan wird die fran "v scheu Offiziere mtt der Organisation der Poli,.itrup- pen in Tanger, Saffi, Rabat und Tettian beauftragen.
Artikel 3. Mit der Organisation der Polizeitruppen in Mogador, Laroche und Mazagan totrb der Sultan die spanischen Offiziere beauftragen,
Artikel 4. Außerdem wird der Sultan einen Offizier, der einen höheren Rang einnimmt, ernennen, dem die Organisation in Casablanca übertragen werden wird, und der gleichzeitig bie Funktion als Generalinipektor über alle Polizeitruppen übernehmen soll. Der Sultan wird bissen nach eigenem Ermessen von benjenigen Offizieren auswählen, die ihm in einer Anzahl von drei Offizieren mit Zustimmung der Signatarmächte von der schweizerischen Regierung ober der Regierung ber Niederlande bezeichnet werden sollen.
Artikel 5. Die Ccidres der Polizeitruppe sollen aus Marokkanern bestehen.
Artikel 6. Die Verwaltung ber Geschäfte und besonders die Besoldung der Truppen soll besorgt werden von einem europäischen Angestellten aus Fonds, die ihm durch die Staatsbank zur Verfügung gestellt werden.
Artikel 7. Der Generalinspektor soll von feiner amtlichen Tätigkeit dem diplomatischen KorvS Rechenschaft ablegen, das die Ausführung der Polizeioraanisation zu kontrollieren haben wirb,
Artikel 8. Diese Organisation soll versuchsweise für die Dauer von fünf Jahren getroffen werden.
Algeciras, 8. März. In hiesigen diplomatischen Kreisen herrscht eine gewiss" ^^Urwinng - - i________- -----s
Er hörte nicht, daß die Tür sich öffnete unb schloß, hörte nicht da? leise Rauschen von Margas Kleid, als sie in fliegender Hast zu ihm eilte, neben ihm kniete und seine Hände faßte, welch; das Bild hielten.
Er fuhr zusammen, als würde er auf einem Verbrechen ertappt.
„Hans, lieber guter Hans," stotterte sie, „höre auf mich. Heute ist ber heilige Abend, daS große Fest der Freude. Denke daran, daß heute vor zwei Jahren das Telegramm kam mit bem Worte „Ja". Hans, denkst Du daran?"
Ein dumpfes Stöhnen antwortete ihr.
„Damals toar es auch ein Festtag, dex traurig begann und freudig endete, laß den heutigen für uns zu eben solchem Freudentage werden."
^Zu spät," murmelte er.
„Das ist nicht wahr. Damals kam sie zu Dir. Heute gebe zu ihr. Nicht schreiben, nicht telegraphieren — fahre hin. Um acht kommt ber Zug in Wilhelmsburg an, wir sind beide schon mit ihm gefahren. Benutze ihn, efle zu ihr. Ein schöneres, herrlicheres Weibnachtsaeschenk kannst Du ihr nicht, uns allen nicht machen."
Ein Wagen rollte die Straße entlang und hieÜ am Haus. Sie achteten beide des Geräusche- nicht.
Oertek zog bie Schwester hoch und sagte:
„Du bist ein gutes Kind, Marga. Du weißt, daß ich heute noch andere Pflichten habe als gegen mich. Um sechs Uhr will Lombard komm'». WaL würde er sagen, wenn er mich nicht fände."
„Nicht an mich denken!" rief sie. „Du kommst morgen mit Hans zurück — ist denn nicht morgen auch nicht noch ein Tag?" f
Sie sah ihn flehend cm. f
(Schluß folgt)! I
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