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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhaiv. *

Sonntagsbeilage: Allrrstrirtes Sonntagsblatt. - - - -

M 55

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Marburg

Mittwoch, 7. Mörz 1906.

Erscheint wöchentlich sieben maL

Druck und Verlag- Joh. Kug. Koch, UniversttätSMuchdruckerei 41. Iabra.

Marburg, Markt 21. - Telephon 55. W

NmeSe Telegramme.

- Berlin, 5. März. DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Die kommissarischen Verhandlungen »er preußischen Ressorts über den bom Reichskanzler »Lngebrachten Gesetzentwurf wegen Anwesen­heitsgelder für die Mitglieder deS Deutschen Reichstages sind, wie wir hören, dem Abschlüsse nahe, so daß, in nächster Zett eine definitive Beschlußfassung deS Staats. Ministeriums über diesen Gesetzentwurf zu ev> warten sein dürfte.

Berlin, 5. März. Das Museum für Meeres­kunde an der hiesigen Umberfitat wurde heute Mittag feierlich eröffnet. Der Feier wohnten hei der Kaiser mit dem Fürsten von Monaco, die Münster Studt und von Tirpitz, Vertreter der gelehrten Welt und der Marine, die höchsten Beamten des Kultusministeriums, sowie Ver­treter zahlreicher Städte und der Finanzwett. Prof. Dr. E. b. DrygalSki hielt eine Ansprache, in der er dis Aufgaben des MuseumS und te» Jnsnttitts für Meereskunde darlegte und auf die geplanten öffentlichen Vorträge hinwieS, die der breitesten Allgemeinheit nützen würden.

Pasewalk, 5. März. Zur Teilnahme an der Feier des hundertjährigen Bestehens des Küvas- fierregimentsKönigin" (pommersches) Nr. 2 traf der Kronprinz heute Mittag 11% Uhr hier ein und wurde auf dem Bahnhose von dem Kou> tnandeur des Rogimentes, Oberstleutnant bon "Hevtebreck empfangen. Der .Kronprinz ritt an der Spitze der Ehreneskadron in die Stadt, von der zahlreichen Menge lebhaft begrüßt.

Petersburg, 5. März. Durch einen kaiserlichen ftkas werden die Wahlen zur Reichsduma in den 28 Gouvernements des inneren Rußland auf den 8. April, für 17 andere Gouvernements auf den 27. April und für 2 an de« Gouvernements aus den 2. Mai festgesetzt.

Tientsin, 3. März. An maßgebenden Stellen erwartet man Unruhen, doch mehr lokaler als allgemeiner Art. Die Regierung in Peking will das Beste. In Tschili herrscht Ruhe und auch in Tientsin ist die Sttmnrung eine ruhige.

Tientsin, 5. März. Die Kaiserin-Witwe ist völlig gesund und sie wird die Diplomoten-Da- wen am 22. März empfangen. Peking ist durchaus ruhig, doch erbaten die höchsten Be- Cm feit für ihre Wohnungen Polizeischutz.

Ungarn.

In weiten Kreisen deS Deutschen Reiche» hält man das kleine und für da» Deutschtum doch so bedeutsame Volk der Siebenbürger Deutschen fürSachsen", einfach deshalb, weil sie so heißen. Aber unsere Siebenbürger Volksgenossen find keine Sachsen, weder tm politischen, noch im ethnographischen Sinne. Sie heißen nur Sachsen, wie alle im 10., 11., 12. Jahrhundert aus dem Norden nach Ungarn einwandernden Deutschen von den Madjaren

74 tNachdruck verboten.)

Die Brücke.

Roman von Willtz Scharia«.

(Fortsetzung.)

Bis jetzt hattest Du keine Heimlichkeiten vor mir", fuhr er sie an,aber jetzt führst Du mich hinter das Licht. Das ist wohl bei allen Weibern fo. Ich hätte von Dir so etwas nicht geglaubt."

Er gab ihr das Zeftungsblatt mit der Notiz über das Stück. Sie blickte ihn Verständnis, los an.

Was tat ich?" fragte sie.

Da lies!" lautete die kurze, schroffe Antwort. »Du wirst dann schon verstehen, da!"

Marga las und schüttelte den Kopf.

Das nutzt nichts", rief er heftig.Du hast bas gewußt und Dich zur Mitschuldige ihres ganzen Tuns und Treibens gemacht."

Ich habe nichts davon gewußt", erklärte sie ruhig.

,Lüge nicht!" fuhr er auf.

Marga wurde flammend rot und trat einen Schritt zurück. Sie war empört über diese Rück- sichtslosigkeit und rief mit heftiger Stimme:

Ich habe wissentlich nie gelogen, Hans, und Du erlaubst Dir? Pfui, das ist schlecht!" i »Na, na!" beschwichtigte er,das fuhr mir nur so heraus. Du warst doch aber die ganze Zeit in Wilhelmsburg, hast Du denn nichts be* merkt?"

»Ich spionierte nicht, eine Frau, die man fe »leb hat, wie ich Hanns lieb habe, überwacht man nicht, denn sie tut kein Unrecht."

»Du hast einmal Roden dort gesehen?"

T^a, wir hatten zuvor von feiner Steife nach Helgoland gesprochen, und er gemeint, er würde gern über Wilhelmsburg fahren und dort einen 8ug überschlagen. Dann kam er und*

Sie steckten die ganze Zeit zusammen Wiel ......

genannt wurden, die mit den Sachsen unter Heinrich 1 und Otto L in sv unliebsame Be­rührung gekommen waren. Die Siebenbürger Deutschen sind Franken und zwar Westfranken, Rheinfranken, speziell Moselfranken.

Woher wissen wir das? Geschichtliche Denk­mäler sind nicht vorhanden. Die Ungunst der Zeiten hat sie vernichtet. Eine einzige, gegen­wärtig in der Pariser Nationalbibliothek auf­bewahrte Chronik aus dem Luxemburger Kloster Echternach ist über den Mongoleneinfall vom Jahre 1241 nach Siebenbürgen, speziell die von Deutschen bewohnten Gegenden so genau unter­richtet, daß man annehmen muß, das Ereignis sei den Luxemburgern in der alten Heimat von ihren nach Siebenbürgen gewanderten Lands­leuten berichtet worden. Aber bewiesen wird die Herkunft der Siebenbürger au» den Mosel­landen nur durch die fast unglaubliche Ueber- einstimmung der Sprache, die so weit geht, daß sich Siebenbürger und luxemburgische Mosel- franken heut» noch in ihrer eigentümlichen Mundart ohne irgendwelche Schwierigkeit ver­ständigen können. Diese Erkenntnis ist ganz jungen Datum» und wird, wa» wir mit be­sonderer Freude verzeichnen, siebenbürgisch- deutschen Forschern verdankt. Hervorragende Verdienste hat sich in dieser Beziehung der Bistritzer Ehmnasialprofesior Dr. Gustav Kisch erworben. Er war der erste, der die Be­hauptung von der moselfränkischen Herkunft derSachsen" aufstellte (1893) und er hat den Beweis für diese inzwischen bereits allgemein anerkannte Behauptung noch jüngst wieder durch ein vom Vereine für sicbenbürgifche Landeskunde herauSgegebene»Vergleichendes Wörterbuch der Rösner (siebenbürgischen) und moselfränkisch-luxemburgischen Mundart" (Her­mannstadt, Leipzig, G. Fock 1906) über jeden Zweifel gestellt.

Gewiß ein merkwürdige» Phänomen! Mehr al» sieben Jahrhunderte haben eS nicht ver­mocht, die Abkömmlinge der gleichen Heimat sprachlich merklich zu differenzieren, obwohl doch die Sprache selbst hüben und drüben inzwischen nicht stillgestanden ist, sondern eine Entwicklung durchgemacht hat. Noch heute, wie gesagt, spricht der Bauer bei Bistritz im Nordosten Siebenbürgen» so, daß er sich ohne weitere» mit den Leuten bei Echternach verständigen könnte. Die Kleingläubigen unter uns, die immer gleich am Ende ihre» nationalen Witze« sind und un» täglich mit Schreckbildern ängstigen, können sich hier Mut und Hoffnungsfreudigkeit holen. Haben unsere siebenbürgischen Volks- genoffen sich solange in nationaler und sprach­licher Reinheit erhalten, so ist uns um ihre Zukunft nicht bange. Gerade diese Deutschen Siebenbürgen», die Jahrhunderte hindurch

Aber Hans," rief Marga und sah den Bruder mißbilligend an.Was füllt Dir eigentlich ein? Das klingt ja gerade wie ein Verhör. Aber um Dich zu beruhigen, sie stockten nicht dft ganze Zeit beisammen. Nach dem Früh, stück verhandelten sie in Hanns Arbeitszimmer, und nachdem ist Roden sehr bald abgereift, sogar ohne mir Adieu zu sagen. Jedenfalls hatte er es sehr eilig, denn er führte seine ursprüngliche Absicht, zu bleiben, nicht aus."

So!"

Er stieß das eine Wort heftig heraus und wendete dann der Schwester den Rücken. Als sie aber hinausgehen wollte, hielt er sie fest und sagte:

«Sie muß doch Briese von Theatern er­halten haben."

Weiß ich nicht. Ihre Briefe werden auf ihr Zimmer gelegt. Ich fand meine auf dem kleinen Tisch neben der großen Uhr auf der Diele."

Davon, daß sie verreist war, hast Du mir auch nichts gesagt "

Aber Hanns, nun wird mir die Geschichte zu bunt," rief die kleine Dame halb beluftigt.Wie soll ich denn etwas sagen, was gar nickst geschah. Du bist ja entsetzlich neugierig, ober eifer« süchtig."

Lächerlich."

Fahre doch nach Mlhelmsburg und über, zeuge Dich Fabre doch hm. Du bist ja der Mann. Fahre doch hin und hole sie. Uebrigend kannst Du zum Frühstück kommen."

Sie ging in das Eßzimmer voraus, der Bruder folgte langsam. Ihre Opposition machte ihn stutzig, denn bis jetzt war so etwas noch nie geschehen. Was er sagte, war für Marga Ja und Amen.

Weißt Du, daß ich müh für HannS freue," sagte sie, als sie bat Kafeae bereitete,ich freue mich sogar ganz furchtbar für sie. Ein Hof« tbcater.*

türkische Grenzwacht gehalten, haben schon ganz andere Zeiten durchgemacht. Sie werden auch die heutigen überdauern.

Die Konferenz in Algeciras.

AuS London wird derKöln. Ztg." gemeldet: Die Nachricht von der Uebcrstimmung Deutsch« lands in der letzten Sitzung der Marokkokonferenz wird von den englischen Berichterstattern zumeist als beultdje Niederlage und als Beweis dafür anfgettscht, daß die übertoältigenbe Mehrheit der Konferenz überhaupt auf feiten Frankreichs stehe. Die .Tatsache, daß es sich lediglich um eine Frage der Geschäftsordnung handelte, wird dabei au» Oberftchlichkeit ober aus dem Eifer, nur ja dem französttchen Nachbar gefällig zu sein, einfach! überstten

Pari», 5. März. In Algeciras scheint das Gerücht zu gehen, die deutschen Delegierten mür­ben heute erklären, das gestrige Votum, das fei. nen offiziellen Charakter gehabt habe, nickst an­nehmen zu können, und würden eine neue Ab­stimmung verlangen. In diesem Falle dürsten mehrere Mächte sich der Abstimmung enthalten. Aber das erneute Votum könnte auch leicht zum Abbruch der Verhandlungen führen.

Paris, 5. März. Die gestrigen Morgenblätter besprechen die vorgestrige Abstimmung auf der Konferenz in Algeciras und stellen mit Befrie­digung fest, daß der Dreibund als aufgelöst be­trachtet werden föne, da Italien sich infolge der Abstimmung vcm demselben zurückgezogen habe. Die Absttmmung wird als ein Sieg der ftanzösi. schen Politik bezeichnet.

Algeciras, 5. März. Die Konferenz verhan­delte heute als Komitee. Von rufsischer Seife wurde ein Projett entwickelt, das d« Ueber- tragung der Polizei cm Frankreich und Spanien vorsieht. Sodann wurde die Sitzung vertagt. ES soll über die Polizei frage am Donnerstag und über die Bankfrag« am Mittwoch weiter verhan­delt werden.

Madrid, 5. März. Der franiSm*» Botschaf­ter hatte gestern eine abermalige Ian nerv Be­sprechung mit dem Ministerpräsidenten. Das Er- gebnis der heutigen Sitzung der Konferenz wird hier mit großer Spannung erwartet, ba man angesichts der Haltung der englischen Vertreter allgemein dem Abbruch der Verhandlungen ent- gegensieht.

Deutsches Reich.

Berlin, 6. März.

Seine Majestät der Kaiser unternahm am gestrigen Montag Vormittag einen Spaziergang, hatte eine Konferenz mit dem Reichskanzler, hörte den Vorttag des Chefs des Zivilkabinetts und be­gab sich dann zur Eröffnung des Museums für Meereskunde (bgl. Neueste Tcklegr.) mit dem Fürsten von Monaco, der morgens ein getroffen war und im Schlosse Wohnung genommen hatte.

Das ist heutzutage mehr als ein Beweis für den Min verwert eines Stückes, als für bas Gegenteil."

Du ich wollte. Du dächtest nicht so wie im Augenblick."

Was soll das heißen?"

Du beneidest Deine Frau."

Du!"

Sein Ton war drohend, aber sie winkte ganz ruhig mit der Hand.

Du wirst es nicht zugeben, Dir selbst auch nistst. Aber deshalb ist es doch so gut, tut auch meiner Freude keinen Abbruch. Gleich nachher gratuliere ich ihr."

Plötzlich lief sie um den Tisch herum zu dem Bruder, dessen Kopf sie in beide Hände nahm, und bat leise:

Du Hans zur Ausführung am Sieben­ten fahren wir nach Weimar, nicht wahr? Bitte, bitte!"

Nein," sagte er kurz.

Marga wußte zu gut, Zureden wurde ihn im Widerspruch nur bestärken. So fagte sie nichts von ihrem sehnlichen Wunsch, aber sie sprach von Hanns und dem Stück und von ihrer festen Er. Wartung, daß es Erfolg haben werde.

Das war ja völlig klar, denn Hanns war viel zu klug, viel zu wenig eingebildet und eingenom­men von sich und dem, was sie toar und tat, legte auch einen viel zu scharfen Maßstab an sich selbst an, als daß sie Zweifelhaftes hemusgebracht ha­ben würde.

Oertel schwieg. Er wollte und konnte nicht dagegen reden, mochte aber auch nicht zustimmen.

Nach Weimar aber würde er nicht fahren, er­klärte er. Er hätte keine Stift einen Kvetten derartigen Traueiffall in der Familie zu erleben. Die Zeitungen, Utopien an ter Spitze, würden rasch genug berichten, welcher Art das Begräbnis war.

Er tat überhaupt so, als ginge ihn die Ge­schichte nichts an. Je naher aber ter ftetente

Ueter die Begegnung zwische« Kaiser Wilhelm und Könrg Eduar« schreibt jetzt dieKöln. Ztg." anscheinend offiziös! Die durch das Reutersche Bureau verbreitete Nachricht von einer zu einem nahen Zeitpunkt zu erwartenden Begegnung zwischen Kaiser Wih Helm und König Eduard bedarf jedenfalls noch der Bestätigung. Bisher ist über die Reisepläntz Kaiser Wilhelms nut soviÄ bekannt geworden^ daß er wahrscheinlich in der zweiten Hälfte bei April dem König Alfons von Spanien feine« Gegenbesuch machen wird. König Eduard bleibt wie bereit» gemeldet wird, bi» Dienstag auf bei Durchreise infognifo in Paris und begibt sich als­dann zu längerem Aufenthalte nach Biarritz, Nach dem, was bisher darüber verlautet, erscheint eine baldige Begegnung ter beiten Monarchen insbesondere auf offener See ober ht einem H» fen, kaum wahrscheinlich."

Prinz und Prinzessin Eite! Friedrich unternehmen täglich in den weite« Jagdgründen ter Schorfheite Ausfahrten. Am Sonntag besuchte das prinzliche Paar den Gottes­dienst in dem nahegelegenen Joachimstal. Di» Fahrt dorthin erfolgte im Automobil. Die Hen> schäften unterhalten einen regen Verkehr mit ihren Kaiserlichen Eltern im Berliner Schloß, und zwar per Telephon. Diese telephonische Ver­bindung des Schlosse» .^ubertusstock mit dem Berliner Schloß ist einer finnigen Aufmerksamkeit der Kaiserin zu verdanken, mit ter sie vor meh­reren Jahren ihren kaiserlichen Gemahl an ja* nem Geburtstage überrascht hat. Sobald dal fleine Jagdschloß an dem von Sage und Dichtung umwobenen Werbellinsee von Mitgliedern bet kaiserlichen Familie besucht ist, wird das Tele- Phon vielfach in Anspruch genommen. Das junge prinzliche Paar wird, sobald sich die Wegevev- hältnisse in ter Gegend etwas gebessert haben« auch Ausflüge in die benachbarten Ortschaften des Werbellinsees unternehmen. Stu* steht ei« kleiner Dampfer für Fahrten auf dem reizende« See zur Verfügung.

Eine beherzigenswerte Mahnung -a« die ost märkischen Deutschen, zur Lö­sung der nationalen Schwierigkeiten im Ost« auch ihrerseits nach Kräften beizutragen, enthält eine Rede, die Finanzminister Frhr. v. Rhein­baben jüngst im preußischen Landtag hielt. Frhr. v. Rheinbaben wies zunächst auf die staaflich» Fürsorge für die kleinen und mittleren Städte ter Ostmark, die bekanntlich durch bie Pol« stark bedroht sind, hin und schloß dann mit fol­genden Worten, die wert sind feftgehalten! z« werden:Ich erkenne es als Pflicht ter Staats­regierung an, ter schwierigen Situation ter klo­nen und mittleren Städte nach Möglichkeit ge­recht zu werten. Wir allein aber können es nicht machen, sondern die Deutschen müssen sich in erster Linie ter Schwierigkeit ihrer Situation be­wußt fein und dazu beitragen, daß das Niveau des deutschen Bürgertums auf der alten Höh« erhalten werte. Aber soweit ter, Staat helfend eingreifen kann, wird es auch in Zukunft ge*

Dezenwer kam, umso unruhiger tourte er. Di« Sache schien ihm doch mehr anzugehen, als er zu­geben wollte. Als dann der Tag selbst tarn, sand er sich plötzlich in ter Vorhalle des Anhalte« Bahnhofs, die Fahrpläne zu studieren, oh eg SBeimar noch rechtzeitig erreichen könnte.

Es toar zu spät.

Er wäre gefahren, über es war ihm lieber.

Er kam sich zu Hein vor. , , ,

Margas Aufregung toar nicht geringer. Briests an die Schwägerin waren freundlich dankend«! aber nicht übersckwentt'ck beantwortet. Sann», kämpfte für sich allein, sie wollte allein fertig wer­den. So schrieb sie nicht von ihrer Angst und Sorge, von dem nieterdrückenten Gefichl, welche», sie beschlich, als anfangs die Schauspieler ihr g<uc nicht genügten. , ,

Sie schrieb aber nichts davon, daß in Weinmtz. von Tag zu Tag ihr Mut wuchs.

Sie erklärte genau, was sie beabsichtigte, tüt begabte Schauspielerin verstand, fühlte heraus, diese Frau hatte sich selbst geschrieben, und spielt, Hanna von Singen, sic in Haltung, Bewegung,, sogar in ter Sprache kopierend. ,

Im letzten Bries schrieb Marga von des Bru­ders fieberhafter Aufregung, daß sie ihn nicht bs- toegen konnte, hinzufahren. Hanns möchte ihtz den Gefallen tun, Drahtnachrichten zu senden, womöglich noch an demselben Abend. I

Als Oertel um ein Uhr nach Hause Tand wunderte er sich, noch Lickt zu sehen. Da» Wohl« zimmer toar erleuchtet, und als er eintrat, kam ihm Marga mit glücksttahlentem Gesicht entgegen Sie hielt ein Telegramm hin. 1

Erfolg. Ich bin glücklich und danktet« Hanns." \

Er gab es zurück mit ter Mene eine» STOetu schen, tem nichts gleichgültiger toar als dieS Stüß Papier. *

________Bortfetning folgt.)'