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Marburg
Dienstag, 6. März 1906.
und Kirchhain.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Avg. Koch, UntversttätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
41. Jahrg.
Erstes Blatt.
Neueste Telegramme.
, Berlin, 8. März. Der Kaiser richtete, wie nachträglich bericlsiet wird, am 27. Februar an Major Langer, den Führer des am 28. Februar dem Hamburg aus gereisten TraiOPortes Z. 6 folgendes Telegramm: „Am heutigen Tage ge- idenke ich dankbar meiner braven Truppen in 'Südwestafrika, wünsche dem morgen ausreisenden Ergänzungstransport glückliche Fahrt und beauf- jtrage Sie, der tleberbringer meines kaiserlichen Grußes an die vor dem Feinde stehenden Offiziere und Soldaten zu sein."
Berlin, 3. März. Wie ein Telegramm des .Gouverneurs v. Lindeguist au§ Windhuk meldet, lerichtet der Bezirksamtmann in Keet- mannshoop folgendes: Cornelius von Hauptmann Volkmann hartnäckig verfolgt, hat sich ihm mit allen seinen Leuten ergeben. Waffen und Pferde sind abgenommen.
. Rom, 4. März. Der Direktor der Jesuiten- zeitschrift „Civilta Cattolica" beklagt in einem Aufrufe den Rückgang des Peterspfennigs und die Armut des Papstes, die ihn zur größten Sparsamkeit zwinge, und erklärt, er werde eine permanente Subskription eröffnen. Die „Italic" nagelt dies als Eingeständnis feit, daß der Svendeeiftr der Gläubigen erlahme, und sieht Voraus, daß der Papst schließlich doch die italienische Staatsdotation annehmen müsse. । Christiania, 3. März. Die Regierung ließ dem Storthing eine Vorlage zugehen, in der o 884 000- Kronen für das Heer und 1 739 000 Kronen für die Marine zur Deckung der Ausgaben der vorjährigen außerordentlichen Verteidigungsmaßnahmen, ferner 1 076 000 Kronen Zur Deckung der Ausgaben für die Wiederauf. Stellung der von der neutralen Zone entfernten G-sckütze gefordert werden.
Konstantinopel, 3. März. Die albanesische Bewegung in Ipek, die auf die Entfernung des dortigen Mufti abzielte, hat in dm letzten Tagen ernste Dimensionen angenommen. Der Misti wurde zur Aufklärung nach Uesküb berufen.' Albanesiiche Demonstranten haben dessen Haus angezündet und auf die einschreitenden Truppm -geschossen. Diese crwidertm das Feuer. Auf hoidm Leiten gab cs Tote und Verwundete. Die telegraphischen Verbindungen wurden gestört. ES Mußten acht Bataillone mit zwei Gebirgsbatterien heran gezogen werden, dmm es nunmehr gelang, Ipek vollständig zu besehen. Die Unruhm hatten drei Tage gedauert.
Tokio, 3. März. DaS Ministerium hat be- -schlossen, einen Gesetzentwurf einzubringen, der den Ankauf der im Privatbesih befindlichen Eisen, chahnen innerhalb von fünf Jahren vorsieht, und 'zwar sollen für die jetzigen Eisenbahnanteilscheine Regierungsbons in Austausch gegeben werden. Die Kosten, die durch die Durchführung des Ge. setzentwurfes entstehen, sind auf 40 Mill. Lstrl. veranschlagt.
l Nachdruck verboten.)
Die Brücke.
Roman von Willy Scharia«.
tftorttetzung.t
' „Bei sehr kostbaren Rahmm aber meint die käse Welt leicht, das Bild wäre nicht viÄ wert. Doppelt entzückt ist man freilich, wenn Mld und Rahmen so vortrefflich zusammmpassm, wie hier."
„Weshalb nennen Sie sich denn ein Gemälde, Beate?" fragte Rodm. „Davon weiß ich ja noch gar nichts."
„Sie sind ein Ekel", meinte die Dame halb lachend, halb entrüstet. „Sie können übrigens gehen. Ich wette, Herr Oertel wird mich dm Rest dieses angebrochenen Vormittags besser zu unterhalten wissen, als Sie dazu imstande sind." . Sie wendete sich ostentativ nach links, verwickelte ihren neuen Bekannten in ein prickelndes Gespräch und machte ihm die denkbar dmtlichsten Avancen. Oertel ging lachend darauf ein; ihm log daran, die Zeit bis zum Abgang des letzten Zuges, genannt Lumpensammler, so angenehm o.s möglich hinzubringen.
Roden aber amüsierte sich. Die Beate hat ihn schon fest am Hakm, — er ist naiv wie alle Ehe- männer, die keine Frau habm. Mr kann das Bur recht sein, dachte er.
Er iah nach der Uhr.
-Heiliger Bramah!" rief er scheinbar er» schrecken, „ich muß nach Haus. Ganze Stöße kompromittierender Papiere müssen versteckt wer-
^aue Arm der Gerechstgkeit sich viel- leicht schon un ©rauen des jungen Morgens nach mir ausstreckt., Sie dürfen mir nicht zürnen, Querste, daß ich mich so polizeiwidrig früh per» Mvschiede.
„Jeder Mensch ist ersetzlich", erwiderte Frau- Imermt, ^.weshalb nicht auch solch ein An«
Die Konferenz in Algeciras.
Algeciras, 3. März. Die offizielle Mitteilung über die heutige Sitzung der Konferenz lautet: Die Vollversammlung der Konferenz hat die Artikel des Bankprojektes, wie fie von der Redaktionskommission vorbereitet worden sind, angenommen. Jedoch hat betreffs der Sanierung des Münzwesens die Frage be§ Umlaufs und des vollgültigen ZahlungSwertes der spanischen Münze in Marokko der deutschen Delegation Anlaß zu einem Abänderungsantrag gegeben, der darauf abzielt, den Zahlungswert dieser Münze nur insoweit anzuerkennen, als dieser Wert durch Verträge festgesetzt ist. Die spanische Delegation ist für die Fassung des Entwurfes der RedaktionSkommifion eingetreten, indem sie darauf aufmerksam machte, man müsse nicht nur die Zahlungskraft, sondern auch das Umlaufsprinzip, als notwendige Bedingung der Zahlungskraft zugestehen und zugeben, daß die beiden Prinzipien eine allgemeine Tragweite haben, die gegründet ist nicht nur auf Verträge, sondern auch auf scherifische Entscheidungen, auf mehrere Akte deS diplomatischen Korps in Tanger und auf die traditionellen Gebräuche. Die Konferenz hat die von der Redaktionskommission zurückgestellten Fragen einer erneuten Prüfung Vorbehalten und beschlossen, Montag Nachmittag wiederum zusammenzutreten.
Einen genaueren Bericht über die letzte Sitzung am Samstag gibt der Korrespondent der „Frkf. Ztg." in Algeciras, der schreckt: Wie vorauszufehen war, hat die heutige Ptenar» sitzung trotz der zweieinhalbstündigen Dauer und den achttägigen Vorarbeiten da8 Bankprojekt nur in den Punkten gefördert, in denen schon innerhalb der Kommission Einigkeit bestund. Die beiden Steine des Anstoßes: Kapitalbeteiligung und Ueberwachung blieben unberührt. Die Währungsfrage bleibt noch offen, ebenso die Frage der Gerichtsbarkeit der Bank. Doch ist in letzterem Punkte eine weitere Annäherung gelungen. Um der allgemeinen Ungeduld Rechnung zu tragen, sollte die nächste Sitzung auf Montag angesetzt werden, wogegen Bisconti-Venosta einwarf, der einzig dazwischen liegende Sonntag könne die Frage kaum hinreichend fördern, um die Weiterberatung de8 Bankprojektes zu ermöglichen. Hierauf erklärte Nicolson, eine weitere Verzögerung sei nicht angängig, und schlug vor, am Montag die Polizeifrage vor da? Plenum zu bringen. Dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit gutgeheißen. Der Umstand, daß die deutschen Delgierten aus rein sachlich - technischen Gründen eine Vermengung der Polizei- und Banksrage befürchten und deshalb die vorherige Beendigung der letzten Frage vorziehen, hat zur Bildung der Legende Anlaß gegeben, Deutschland wünsche eine Entscheidung und damit die endlicke Niederlage so lange tote
Wärter auf eine Zelle in Plötzensee wie Sie. Ro- ntone sind mir überhaupt lieber als Ihre Artikel. Da kriegen sie sich doch."
Man lachte. Roden zahlte und zog den Paletot an. Plötzlich faßte er in die Brusttasche desselben, zog die Abendnummer des Tageblatts hervor und fragte Oertel:
„Schon gelesen?"
„Morgens beim Frühstück", meinte er abwehrend.
„Ist für Dich jedenfalls interessant", erklärte Rodett, indem er die zweite Beilage aufschlug. „Da, hier! Aber Du weißt ja natürlich!"
Er hielt Oertel das Blatt hin und wies mit dem Finger, aus einen Absatz. Mit einem Um- weg kam die Notiz aus dem Redakstonszimmer der Utopien in die Spalten des Tageblatts. Das wußte Roden nur zu gut, wenn er auch nickt davon sprach. Dies Exemplar aber wollte er Oertel Mchicken; nun traf er ihn persönlich und konnte die Wirkung, statt mir zu ahnen, selbst becck- achteu.
Oertel las:
„Das Hoftheater in Weimar hat eine Novität angenommen, ein vieraktiges Schauspiel von Hanna von Lingen, welches den Titel führt: „Die Brücke." Man verspricht sich von dem Sttick einen bedeutenden Erfolg. Tie Direktoren meh- rerör Theater, darunter der des deuffchen, beab- sichttgen, der am 7. Dezember stattfindenden Erstaufführung beizuwohnen. Die Buchausgabe wird an demselben Tage in den Buchhandlungen erscheinen."
Oertel wurde sehr rot.
Hanna von Lingen, also feine Frau, hatte ein Stück geschrieben und ließ es aufführen.
„Das wußtest Du natürlich," meinte Roden, obgleich er auf dem Gesicht des andern das @fc*genteu geschrieben sah. „Gib nut her."
„Einen Augenblick noch", sagte Oertel rasch, «ich bin noch nicht fertta." :
möglich hinauszuschieben. Dieser Ansicht dürste auch die plötzliche Initiative NicolsonS zuzuschreiben sein. Daß tatsächlich Deutschland bei einem Scheitern der Konferenz weniger verliert wie Frankreich, weil e8 weniger von ihr verlangt, dieser einfache Schluß ist noch immer nicht Gemeingut geworden. Montag nachmittag wird also, wenn nicht alles trügt, die Polizeifrage aus dem Dunkel der vertraulichen Besprechung an das Tageslicht der Konferenz kommen, und dann zunächst wieder im Halbdunkel der Redaktionskommission verschwinden.
Paris, 3. März. DaS „Echo de Paris' meldet auS Rom: Die italienischen Delegierten in Algeciras sind entschlossen, strikteste Neutralität an den Tag zu legen, falls die Vertreter der Mächte sich über die Bankfrage zu äußern haben, ohne daß vorher eine Verständigung zwischen den hauptbeteiligten Staaten Deutschland und Frankreich erzielt wäre. Außer Italien sollen auch andere Mächte entschlossen fein, sich in dieser Weise zu verhalten.
Rom, 4. März. Der „Avvenire d'Jtalia" in Bologna will wissen, daß der Botschafter in Paris ancetoiefen wurde, Rouvier um Erklärungen über die italienfeindlichen Artikel des „TempS" zu ersuchen. Graf Tornielli sollte ferner erklären, daß Italien durch keine Verträge gebunden sei, alle französischen Ansprüche auf der Konferenz zu verteidigen. Für den Fall eines deutsch französischen Konflikts wegen Marokkos erblicke Italien darin keinen Casus foederis, ober auch feinen Grund, sich auf die Seite Frankreichs zu stellen. Das Blatt paraphrasiert Italiens Stellung also dahin, daß ihm Marokko nicht die Knochen eines italienischen Bersagliere wert ist.
Paris, 3. März. In sämtlichen Telegrammen der hiesigen SensationSpreffe heißt eS, die Delegierten der Frankreich freundlich gesinnten Staaten in Algeciras bereiten sich jetzt schon darauf vor, daß die Konferenz ihre Arbeiten im Laufe der nächsten Woche ergebnislos ein» stellen wird.
Zur Lage in Rußland.
Ans den Ostseeprovinzen.
Die in den baltischen Provinzen tätige Strafexpedition ist auf der Suche nach den Teilnehmern am Tukkumer Ausstande und der furchtbaren Niedermetzelung der dortigen Dragoner bis Kemmern, nahe bei Riga, vorgedrungen. Hier sagten, wie der „L.»A." berichtet, die Bewohner auS, daß die revolutionären Anführer bei jener Niedermetzelung deS Militärs in Tukkum auS Kemmern stammten, die unter Drohungen, jeden Ungehorsamen zu erschlagen, schließlich Helfershelfer gefunden hätten. Ec-
Bis hierher war die Notiz nrntinaßlich von der Theaterintendanz in die Zeitungen gebracht. Darunter aber befand sich noch eine Redakttons- bemerkung.
Hanna von Lingen, — Hoftheater, das läßt ttef blicken. An diesen erblicken ja häufig die merkwürdigsten Erzeugnisse kleiner Talentchen das Licht der Lampen, und nun gar erst das einer schriftstellernden Dame der vornehmen Gesellschaft. Ein Schauspielhaus ist doch keine Gartenlaube.
.Vor zwei Jahren promovierte übrigens! in Leipzig Doktor der Philosophie Hanna von Lingen. Dieselbe Dame? Hat sie der Philosophie den Rücken gewendet? Dann kann sich diese gratulieren, Thalia aber verhüllt ihr Antlitz.
„Unverschämte Gem!einheit!" rief Oertel. „Wie kann man etwas herunterreißen, das man gar nicht kennt."
Das saß, und gründlich. Mit Vergnügen bemerkte der Redakteur, wie jener den Teil der Zeitung, auf welchem die Notiz stand, abriß und sinsteckte. Nun konnte er das weitere ruhig Fräulein Beate überlassen.
Mit der Ermahung, nicht allzu lange mehr die Nacht zum Tage machen zu wollen, ging er.
Oertels gute Stimmung aber war mit einem Schlage auf den Gefrierpunkt gesunken, alles rings um ihn erschien ihm fade und abgeschmackt, ihn ekelte vor der ganzen Gesellschaft.
Genau wie damals, als sie ihren Brandartsikl in Utopien erscheinen ließ, — allein, — ohne ihn zu fragen.
Roden, ja, — natürlich, der muffte es wissen, auch wie damals. Ein Zufall war es sicher nicht, daß er die Notiz früher zu Gesicht bekam als der eigen« Gatte. Aber, tote konnte er auch nur einen Augenblick im ZweifÄ sein. Der Mensch machte im Sommer in Wilhelmsburg einen mehrstündigen Besuch, und damals wurde die ganze Sache abgekartet, Und Marga? Nun, mit dem
gelang jetzt, einen Teil der Schuldigen zu vev haften, bet denen Dragoner-Gewehre, Säbel usw. gefunden wurden. Die Dorfbewohner fürchte« die Rache der Revolutionäre, weshalb nur mangelhafte Aussagen von ihnen zu erziele» sind. In Riga find auS Pleskau zwei Militärzüge mit zehn Offiziers und 225 Artilleriste» von der 37. Artillerie-Brigade eingetrofien. I» Stigo und Umgegend wird die ganze 37. Artillerie- Brigade temporär stationiert, und zwar acht Batterien mit je sechs Schnellfeuergeschützen. Die in Riga befindliche 76. Artillerie - Brigadt wird nach Saratow zurückbefördert. Auf eine» vom Kriegsminister beim Reichsrat gestellte« Antrag erhalten die Kosaken, die zur Niederwerfung der revolutionären Bewegung eingezogen wurden, im ganzen 113000 SRann, zum Unterhalt ihrer verlassenen Wirtschaften eine Extravergütung von 5 Millionen Rubel. —» Auf dem Bahnhof von Zarskoje Sselo, wo der Hof residiert, wurden zwei junge Leute durch die Geheimpolizei verhaftet, die verdächttg erschienen. Beide Arretierten trugen Bomben bei sich; fie gehören der anarchistischen Partei an.
Brrschirdene Melsungen.
Petersburg, 3.März. (PeterSb.Tel.-Ag.) Der Kaiser empfing heute eine Abordnung der autokratisch-monarchistischen Partei auS Jtoa- nowo-WoSnessenSk, die dem Kaiser die Gefühle der Einwohner und Eisenbahnarbeiter von Iwanowo WoSnessenSk übermittelte. Der Kaiser richtete folgende Ansprache an die Deputation; Ich kenne und schätze Ihre Gefühle, für die ich Ihnen sowie der gesamten autokratischen Partei von Herzen danke. Sagt denen, die Euch zn mir sandten, daß die durch daS Manifest vom 30. Oktober angekündigten Reformen unentwegt zur Durchführung gelangen, und daß gleichfalls die durch mich dem ganzen Volke gewährten Rechte unverändert bleiben werden, meine, autokratische Macht aber wird so bleiben, wie sie eS immer gewesen ist.
Petersburg, 3. März. (PeterSb. Tel.- Agent.) DaS Kriegsgericht in Otschakoto verurteilte den Leutnant Schmidt zum Tode durch den Strang, drei Matrosen zum Tode durch Erschießen und verschiedene andere zu Zwangsarbeit. Zehn Angeklagte wurden sreigesprochen.
Deutsches Reich.
B e r l i n, 5. März.
— Seine Majestät der Kaiser hatte am Samstag vormittag eine Konferenz mit dem Reichskanzler und hörte im König!. Schloß die Vorträge des Generals der Kavallerie Prinzen zu Salm - Horstmar. deS Staatssekretärs des Reichs- Marineamts und deS Chef» des Marine - Kabinetts. Am gestrigen Sonntag vormittag besuchten der Kaiser und die Kaiserin nach Teitnahme am Gottesdienst die von 2000 Schulkindern aus den Berliner Gemeindeschulen veranstalteten Ge> jangaufführungen im Zirkus Busch.
Mädchen wollte er denn doch ein ernstes Work sprechen.
Und er selbst saß jetzt neben dieser Dame, bet! — nun, der besseren Halbwelt, in einer Gesell, schäft, die — ihm nicht mehr hehagte.
Fräulein Beate gähnte, ohne sich erst die Hand vor den Mund zu tun.
„Sie werden langweilig, mein Lieber", sagtet sie. „Wenn Sie mich weiter nicht unterhalten können, als dadurch, daß Sie auf Ihr Gtas stieren --oder etwa?--Ich nehme nichts
übel."
Oertel schwieg, er dachte wahrlich anders.
„Nun, dann also nach Hause. Charlottenstraße 85. Ich denke. Sie werden die Güte haben, mich bis dorthin zu bringen, denn allein kann ich unmöglich jetzt über die Straße gehen.*
Er sah nach der Uhr.
Nun es war auch zum letzten Zuge zu spät. Aber das schadete nichts, er würde gehen, und die lange Promenade würde seinen aufgeregten Nerven wohl tun.
Fräulein Beate stieg in die Droschke und setzte sich auf die entgegengesetzte Seite des Sitzes, Oertel aber gab dem Kutscher das Fahrgeld, nannte Straße und Hausnunnner, lüftete bat Hut, und zu Fräulein Amerinis Erstaunen fiel der Schlag zu. Der Taxameter rollte davon. J
OertÄ aber ging die Linden entlang i>ea( Brandenburger Tor zu, um quer durch öen Tiergarten seinen Weg zu nefjmen.
Während der Rocht schlief er so gut tote gai nicht. Groll und Bitterkeit Fämften in ihm m» der Sehnsucht nach der geliebten Frau. Und g» toaltsam fast drängte er letztere zurück, damit fit nicht die Oberhand güvanne. 1
Als er Marga am Morgen sah, wendete fick fein Groll gegen diese. d
5^, -___ (Fortsetzung jolgt.)'^
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