Einzelbild herunterladen
 
  

eW genug, in wahrhaft hochherziger, «nfcre Er. teert ungen weit übertreffenderSBtifc sind aus die- |em Anlasse von Provinzen, Kreisen, Gemeinden, Der ein en und Korporationen wie von begüterten Privatpersonen wohltätige, gemeinmihrgg Gtif- tun gen errichtet, wodurch unser Festtag airch zu einem Segcustage für die von Krankheit und Not bedrückten Landeskinder geworden ist. Gott der Herr kaffe alle diese Werke barmherziger Nächsten, liebe wohl gelingen, zu Nutz und Frommen der Menschheit und als Wahrzeichen des innigen, feften Bandes, welches das deutsche Volk und sein Kaiserhaus umschlingt. Mögen alle, welche uns in so erhebender Weise! beglück- len und durch treues Gedenken er­freuten, unseres wärmsten herzlich, sten Dankes versichert sein, den Jedem einzelnen zum Ausdruck zu ringen leider nicht möglich ist.

' Weber die diesjährige Mittel mecr- fahrt des Kaisers wird auS Cuxhaven folgendes gemeldet: Der Schnelldampfer .Ham­burg" der Haurburg-Amerika-Linie, der fite die diesjährigen Seereisen des Kaisers an ©teile der einer umfangreichen Reparatur unterzogenen !.^:serjachtHohenzollern" gechartert worden ist, fahrt gegenwärtig auf der Route Hamburg- Genna, kehrt aber demnächst von Hamburg nach dort zurück. Der Kommandant derHohen- zollern", Kapitän z. S. Jngenohl, macht diese Fahrt nach Hamburg bereits mit, vtn das Schiff eingehend kennen jit lernen. Von Hamburg wird dieHamburg" nach erfolgter Abrüstung fiir di« Hau burg-Amerika-Linie nach Kiel übÄgesührt, wo sie auf der Kaiserlichen Werft fiir die Kaisev- fahrcen entspreckend hergerichtet werden wird. Die gesamte Besatzung derHohenzollern" geht an Bord derHamburg" über, von deren Be­mannung nur der Kapitän und der erste Inge­nieur an Bord verbleiben. Die Abfahrt ist für den 21. April vorgesehen und erfolgt wieder tote im vorigen Jahre bon dem AnlegeplatzeNeue Liebe" in Cuxhaven aus. Damals erfolgte die Ausreise mit der ständigen Besatzung derHam­burg", da der Kaiser den Dampfer nur bis Neapel benutzte und dann für die weitere Mittekmser- fabrt dort auf dieHohenzollern" überging. Der DampferHanchurg" ist 1889 auf der Vulkan­werft in Stettin gebaut, hat eine Läng« von 152,17 m, eine Breite von 18,34 m und einen Tiefgang von 10,57 m.

ParlamerltarisÄes.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 2. Mär».

Der Reichstag nahm am Freitag zunächst den Entwurf über die Ueberleitung von Hypotheken deS früheren Rechts nach kurzen Bemerkung«! der Nbgg. Tr. Porzig (kons.) und LukaS (nl.) in erster und zweiter Lesung an und setzte dann die zweite Lesung «S Justizetats fort. Abg. Kotten (3entr.) wandte sich gegen die Donnerstag Rede des Abg. Heine und stellte fest, daß er neulich nicht eine neue lex Heinze, fvndern die Bekämpfung des Schmutzes auf Grund der bestehenden Gesetzgebung verlangt habe. Im Jnterefle deS Ansehens der deutschen Sitte sei zu be­dauern, daß der Simplizissimus hier daS geistreichste Blatt genannt worden sei. Abg. Dr. Wallau (nL) trat für Gewährung von Diäten an Schöffen und Geschworene ein, sowie für Schaffung von Gerichten für jugendliche Verbrecher. Staatssekretär Dr. Stiebet« ding erwiderte, auch die Frag« der Jugendgerichte muffe bis zur großen Strafprozeßreform verschoben werden. Abg. Böckler sdtsche Resormp.) wandte sich mit schweren Angriffen gegen die Siaatsanwälte. Wegen der Äußerung, .wenn eS sich nicht um einen Antisemiten, sondern um einen reichen Juden ge­handelt hätte, würde der Staatsanwalt in Stargard vorsichtiger borgegangen fein' wurde Redner vom Präsidenten Grafen Ballestrem zur Ordnung gerufen. Abg. Dr. Müller-Meiningen (fr. BP.) bemerkte gegen­über dem Abg. Heine, nie laste sich ein Richter bei der Urteilsfällung von politischer Leidenschaft leiten. Die leiden Volkeparteien halten an den Schwurge­richten fest. Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Spahn (Zentr.) über die Wirkung des Gesetzes zur Entlastung des Reichsgerichts bestritt Abg. Thiele (Soz.), daß sein Fraküonsgenoste Heine sich der Verallge- meinerung einzelner Fälle schuldig gemacht habe. Abg. Lenzmann !frs. Vp> bekannte sich als Gegner der Schwurgerichte. Nach weiterer Debatte wurde die Weiterberatuug auf Sonnabend 1 Uhr vertagt

Musik.

* Viertes Abonnementskonzert. Kurz vor Torschluß last not least veranstaltete die rührige Firma W. Brann noch einen prächtigen Konzertabend. Irma Saenger-Sethe und Moritz Meyer-Mahr boten uns in harmonischem Zu­sammenwirken einen seltenen und ungetrübten musikalischen Genuß. Der köstliche Inhalt eines reichen und bedeutsamen Programms einte sich mit der edlen Form einer musterhaften Darstel­lung. Irma Saenger-Sethe, die wir schon einmal Ende 1904 hier hörten, bewies heute wiederum, daß sie ein volles, ehrliches Anrecht auf den Titel einet erstklassigen Geigerin besitzt, der man wohl keine ihrer Kunstgenossinnen und nur ganz wenige fl)rer männlichen Kollegen an die Seite stellen darf. Ihre Technik sicht auf der absoluten Höhe. Die schwierigsten Passagen, Doppelgriffe, Okta­vengänge, Glissanbis und Harpeggios gelingen ihr in tadelloser Reinheit und Einheit. Die Bogenftchrung, unterstützt durch ein geschmeidiges tuid schnellkrästiges Handgelenk, ist in ihrer Groß­zügigkeit und ihrem Schwung einfach mnstcrgiltig, die Tonbildung entzückt durch Fülle, Schmelz und Kmft, die gauzeTechnik ist einfach Phänomenal. Und was noch mehr sagen will, hinter dieser zau. berhaften Fertigkeit steht eine echt künstlerische Persönlichkeit von Intelligenz und hinreißendem Temperament. Was sie spielt, kommt aus dem Herzen und ist durö^lüht von dem Fewechauche einer eigenartig starken, stellenweise geradezu heroischen Auffassung. Solche Vorzüge kommen be- sonders im ersten Teil des Programms, in dem berühmten großen Violinkonzert von Mendels- -tehn-Bartholdy voll zur Geltung. Das Allegro Mit seinem Brillantfeuerwerk von leuchtenden .Tönen und der großen Eadenz, das gemüttiote, innige Andante mit den pastosen, tiefen Tönen auf der 6-Saste und besonders das Allegro molto Vivace, bas ihr wohl wenige so nachspielen, waren Bfanaftüde und Prüfsteine einer souveränen Lech.

Preußisch» Sewbtct- -

DaS Abgeordnetenhaus nahm am Freitag zu- nächst den Entwurf über die Erhebung bon Abgaben für kirchliche Bedürfniste der Diözesen der katholischen Kirche In Preußen in dritter Beratung ohne Erör­terung an und erledigte dann noch in längerer Er­örterung die außerordentlichen und einmaligen AuS- gaben des Etats der Bauverwaltung. Darauf wurde die Einzelberatung des KultusetatS beim Kapitel Elementarschulwesen fortgesetzt. Abg. Cassel ffrs. Bp.) führte Beschwerde über Beeinträchtigung der Selbstverwaltung der Stadt Berlin durch die Schul» aussichtsbehärde. Ministerialdirektor Dr» Schwartz- k o P f f sagte Untersuchung der einzelnen Fälle zu. Abg. Frhr. v. Zedlitz (Ikons.) hielt organisatorische Aendcrunz zur Bekämpfung des Bürokratismus in der Schulverwaltung für notwendig. Abg. Hecken- r o i h (tonf.) trat der Behauptung des Abg. Kopsch lsrs. BP.) entgegen, als wirke die geistliche Ortsschul« inspektion drückend auf die Lehren Zwischen vielen Pfarr- und Schulhäusern bestehen herzliche Beziehungen nicht trotz, sondern infolge der geistlichen Ortsschul- inspektion. Diesen Bemerkungen traten Abg. Dittrich (Ztr.) und Minister S t u d t bei. Beim Titel .Höhere Mädchenschulen' betonte aus eine Anfrage des Abg. Dr. Krüger (tonf.) Kultusminister Studt, bei der B" "|t vorbereiteten Reform der höheren Mädchenschulen

di- Werechtigungssrage und die Zulastung zum UniverfitätSstudium noch nicht entschieden. Abg. Dr. Hackenberg (nL) glaubte, die geplante Reform to-rbe gerade der Erziehung der Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen zugute kommen.

Ausland.

Frankreich. Die Nachrichten, die aus den Departements Haute-Loire, Lodzöre und Ardeche über die Inventaraufnahme einlausen, find noch immer sehr beunruhigend. Zahlreiche Kirchen wurden von den Dorfbewohnern, die mit Heugabeln und Hacken bewaffnet find, festungsartig verbarrikadiert und be­wacht. ES heißt, daß die Gendarmen und Sol­daten die Weisung erhalten haben, erforderlichen Falls die Kirchentüren mit Dynamit zu sprengen. DieAufregung der Bevölkerung sei außerordentlich und man befürchte weitere ernsteVorkommniffe. Das Nationalkonzil der französischen Bischöfe, daS zwischen dem 10. und dem 20. März in Paris stattfinden soll, dürfte nur einen, höchstens zwei Tage dauern. Der Zweck des Konzils, dem ein bon einem vorbereitenden Ausschuß ausgearbeiteter Entwurf zur Beschlußfassung vorgelegt werden soll, ist der, der Kirche Frank­reichs eine neue Konstitution zu geben. Der vorbereitende Ausschuß, der aus den Erzbischöfen von Paris, Lyon, Bordeaux, Rennes, Besan-on, und Toulouse, sowie zwei Bischöfen besteht, wird in seiner Arbeit von fünf hervorragenden katholischen Juristen, darunter Senator de Mar­köre und Deputierter Grouffeau, unterstützt.

Marburg unb Umgegend.

(Nachdruck aller Ortginalartikel ist gemäß § 18 6e9 Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberhrss. Ztg." gestaltet.»

Marbnrg, 8. Mürz.

* Obentalschvlk. Von den 13 Abiturienten find, wie schon gemeldet, 6 von der mündlichen Prüfung entbunden worden. Die übrigen sieben Oberprimaner Coburg, Haffenpflug, Maus, Sardemann, Schneider, Vollrath und Weuringh haben das Examen bestanden und find entlassen worden.

* Der Vortrag im Flattenderrk», der heute abend 81/« Uhr im großen Museumsfaale von Di1. Gerhard gehalten wird, ist öffentlich, worauf an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht sei. Da die Beziehungen zwischen Deutschland, England und den Vereinigten Staaten zu den wichtigsten Fragen der Gegen­wartspolitik gehören, ist der Besuch der Ver­sammlung wohl als ebenso interessant wie lehr­reich zu empfehlen.

* GrrichtsPrrsooalitN. Versetzt wurde der Amtsgerichtsrat Bücking in Hess. Lichtenau nach Cassel. Zum Gerichtsasseffor ist ernannt worden der Referendar Dörnberg im Bezirke des Ober- ^andesgerichts Cassel.

nik im Bunde mit seelenvoller und doch so ener­gischer Auffassung und brachten ihr rauschenden Beifall ein. Nach den Leistungen des ersten Teils, die an die gesamte künstlerische Persönlichkeit höchste Anforderungen stellten, bot sie im zweiten Telle, gleichsam als Nachtisch ältere französische, italienische und deutsche Kompositionen aus der klassischen Zeit, die zierliche Gavotte von Rameau, den eleganten Bovelet flottant von Couperin, eine Gavotte von Padre Martini und zuletzt das prickelnde, lebensprühende Rondo von Mozart. Ter anhaltende Beifall und mehrfache Vorruf ver­anlaßten die Künstlerin zu einer Zugabe, der Träumerei" von Schumann, die sie auf gedämpf­ter Geige mit entzückender Innigkeit spielte. Einen würdigen Partner hatte Fr. Saenger- Sethe an dem Pianisten dees Abends. Herr Mayer-Mahr leistete als Begleiter Hervorragen- des. Die oft sehr schwierige Klavierpartie spielte er technisch vollkommen, mit künstlerischer Fein­heit und Diskretion. Auch als selbständiger Solist zeigte er bedeutende Vorzüge. So war das Scherzo E-molI von Mendelssohn ein Kabinettstück von Fertigkeit und Delikatesse. Auch die Polonaise 6-dur von Liszt spielte er mit starken: Tempera­ment und ausreichender Kraft; doch schien uns diese Leistung gegen Ende bin ein wenig brüchig zu fein; hier den rechten Zusammenhang herzu- stellen, ist wegen der ganzen Art der Komposition sehr schkviertg. Als eigene Komposition spielte er seineAbendstimnumg". Das Haupithema baut sich auf einem dunkeln Orgrtprodukt auf, der wie Abendglockenton klingt. Es ist gut verarbeitet und kehrt mehrmals wieder. Weniger gelungen schien uns der kadenzenmäßige Zwischensatz. Doch alles in allem, das Konzert war bedeutend und hätte ernen nach viel größeren Zuspruch verdient. Ueberhaupt sst zu wünschen, daß die Veranstal­tungen dieser Art, die qualitativ ihre Berechtigung zioeisellos erwiesen haben, durch rege Jnansprnch- mchme auch für die Zukunft gesichert werden.

' H. W.

8 Parslmaßk bei günstiger Witterung von 121 Uhr auf der Keherbach. Programm: 1. Hohenzollern - Festmarsch, v. M. Raebel. 2. Die Ouvertüre v. Lortziug. S. Die dunkeln Linden, Lied v. Gumbert. 4. Les fleurs, Walzer v. E. Waldteufel. 5. Waldmanns-Lieblings- lieder, Potpourri v. Loßner. 6. Dorfschwalben, Marsch nach Strauß'schen Motiven v. H. I. Wagner.

* Deutsche Kolonialgesrllschaft. Bei irtnt ge­strigen von der hiesigen Abteilung veranstalteten Herrenabend hielt Oberleutnant Becker vour hie­sigen Jägerbataillon vor einer zahlreichen Zu­hörerschaft einen Vortrag über die Kämpfe am Waterberg in Südwestafrika. An der .Hand von fünf großen, sehr übersichtlichen und schmt gezeichneten Karten, die der Vortragende selbst entworfen hat, gab Oberleutnant Becker eilte genaue und klare, auf fleißigent Studium des Generalstobswerkes beruhende Darstellung der militärischen Lage im Schutzgebiete. Voraus ging eine Schilderung des Landes, des Klimas, der SiedelungsverlMtnisse und der einzelnen Haupt- ftänune, Hareros, Bastards, Ovambos, Hottentot­ten ustv., welche die eingeborene Bevölkerung bilden. Ausführlich verbreitete der Vortragende sich über den Beginn des Ausstandes, den Sieges­zug des Hauptmanns Franke, die Eisssetzung der verschiedenen Stationen, und ging dann zu einer detaillierten, namentlich für Militärs sehr intcr- essanten Schilderung der Dispositionen des Ge- uerals voit Trotha ein, die dieser behuss konzen- trtscheit Vorgehens auf die Verschanzungen am Waterberg getroffen hatte. Einen breiten Raum nahm die Darstellung der Kämpfe der einzelnen Abteilungen, Estorfs, Mühlenfrts, v. d. Heyden usw., ein. ein tu Marburg wohnender Mit- k ä m P s e r am Waterberg, Sergeant Pressß von der Fuickentelegraphie, besprach die ungeheu- ren Strapazen, welche die Truppen zu erdulden hatten. Auch den soldatischen Eigenschaften der Feinde, ihrer Ausdauer und Geschicklichkeit ließ der Vortragende Gerechssgkeit zu teil werden. Die Nersaminlltng stattete für den interessanten Vor­trag durch lebhaften Beifall chren Dank ab, dem EMllenz v. Bartenwerffer noch mündlich Aus­druck gab.

8 Ehrung. Dem Maurerpolier Mox Barle von hier, früher Obermatrose auf dem Schul­schiff Charlotte, wurde vom Sultan Abdul Hamid für bei einem Großfeuer in Konstanti­nopel im Dezember 1901 bewiesene Hilfeleistung die türkische Rettungsmedaille nebst Ehrendiplom verliehen und heute auf dem Bezirkskommando hier ausgehändrgt. Der Genannte ist übrigens im Besitze noch mehrerer ähnlicher Auszeichnungen und Ordensdekorationen.

8 Bolksksnzert. Wie schon im Juserätenteil bekannt gegeben, veranstaltet morgen Sonntag abend der wegen seiner guten gesanglichen Darbietungen bekannte GesangvereinLieder­tafel" im Museum ein Volkskonzert mit einem sehr gewählten und entsprechenden Programm. Wir können jedem Freund der Gesangskunst den Besuch des Konzerts nur empfehlen.

* Casseler HandWrrkßkamNer. Die bereits er­wähnte Vollversammlung der Casseler Hand­werkskammer ist auf Montag den 12. März, vormittags 10 y2 Uhr, in bett kleinen Saal der Stadt Stockholm" in der Mittelmasse in Cassel einberufen. Tie Verhandlungen leitet Bäcker- Obermeister Simmen; er wird auch den Jahres­bericht erstatten. Ferner wird der Geschäftsbe­richt für das abgelaufene Jahr erstattet, auch der neue Haushaltsplan für das Jahr 1906 vor­gelegt, beraten und genehmigt werden müssen. Sodann soll ein Beschluß über die Einbeziehung der weiblichen Lehrlinge in die Handwerks-Organi- fation herbeigeführt werden.

Falsih« Banknoten. Nach einer Mitteilung des Kaiserlich Teutschc« Generalkonsuls zu Antwerpen sind seit einiger Zeit gefälschte 100 Francs-Noten der Bang ne Nationale in Brüssel im Umlauf. Die belgische Rationalbank hat deshalb beschlossen, neue 1Q0 Francs-Noten auSzugebcn, die mit den ge­fälschten nicht verwechselt werden können. Bis zur Fertigstellung der neuen Noten soll eine provisorische

Heer unb Flotte.

Auch in Frankreich haben die iccmännifcben und die artilleristischen Eigenschaften des neuesten englischen LinienschiffesDreadnought" lebhaftes Aussehen erregt. Unb das um so mehr, als die französische Admiralität gegenwärtig vor der Entscheidung steht, ob der in den letzten Jahren befolgte Grundsatz, als einen wichtigen Faktor der maritimen Wehrkraft die sog. Klein- schisfflotte auszubilden, bcizubehaltcn ober statt dessen das Hauptgewicht, wie es in England, Deutschland, Japan unb den Ver. Staaten ge­schieht, aus den Linienschiffstyp zu legen sein wird. Unter diesen Umständen hat ein Vergleich des von dem Marine-Berichterstatter Charles Bos vorge- schlagenen Kampsschiffes, das bekanntlich eine Kombinanon von Linienschiff und Panzer bar» stellen soll, mit der in Portsmouth soeben vom Stapel gelaufenenDreadnought" besonderes Interesse. Ein solcher Vergleich fallt durchweg zu Gunsten des englischen Schiffes aus. Nur in der Deplacementsgröße, die je 18 000 Tonnen be­trägt, einander gleich, soll die mit Turbinen- maschinen miSgcftatteteDreadnought" eine um fast 1 Knoten größere Fahrtleistung entwickeln als der französische Einheitstyp. , Jene erhält zehn 30,5 Zentimenter Geschütze, dieser sechszehn 27,4 Zentimenter-Gcschütze, das Geschoßgewicht beträgt dort 386 Kilogramm, hier nur 216 Kilo­gramm. Trotz der erheblich größeren Zahl seiner Geschütze würde also das französische Schiff in der Feuerwirkung erheblich zurückstehen; in jeder Minute kann dieDreadnought" volle 400 Kilo­gramm Geschoßgewicht mehr herausbringen. Die Ungunst dieses Verhältnisses wird dadurch noch verschlimmert, daß die Tragiveite und Treffsicher- heit der 30,5 Zentimeter-Geschütze erheblich grö­ßer ist als die des kleineren Kalibers. Auch ist selbstverständlich die zerstörende Wirkung des schwereren Geschosses größer als die eines Pro- jektils, das um volle 170 Kilogramm leichter ist.

Ausgabe in 9?rüffel und in der Provinz in Zirku- Litton gesetzt werden, die folgende Kennzeichen trägt: Auf der Vorderseite ist die blaue Vignette geblieben, dagegen ist der Garantie-IliUergrund von dem deA jetzigen Billets ganz verschieden, nämlich von gelber unb nicht mehr von rotbrauner Farbe unb tritt auf allen vier Seiten auf den Rahmen ber blauen Vig-> nette über. Die Aufschriften haben keine Aenderung erfahren, jeboch finb bie Zahl100" unb biecent francs" in rotbraun anstatt wie bisher in schwarz gebrückt. Diese provisorischen Noten sMcn bei Aus­gabe ber in Aussicht genommenen vierfarbigen Bittet» nebst allen früher ausgcgebencn 100 Francs-Noten eingezogen werben. In Belgien Reisenden zur Be-« achtung empfohlen.

* Postverkehr nach dem Auslände. Infolge de» Gesetzes wegen Abänderung des Gesetzes, betreffend die Statistik beS Warenverkehrs des deutschen Zoll-«! gebiets mit dem Auslande vom 7. Februar 1908 (Ncichs-Gesetzbl. S. 104), unb bet Ausführungöbe- stimm ungen vom 9. Februar 1906 treten für beit Postverkehr vom 1. März ab folgcnbe Acndcrungeni ein: 1. ES werden neue Formulare zu Zollinhalts­erklärungen eingeführt, unb zwar: a) Formulare zu Zollinhaltserklärungen für bas AnÄand auf gewöhn-,- lichem (weißem ober gelblichem) Papier, b) Formu­lare zu Zollinhaltserklärungen fiir Zwecke ber Waren­verkehrsstatistik auf grünem Papier. Die Herstellung, unb ber Vertrieb der neuen Formulare bleibt be«: Privatindustrie überlassen. Es empsiehlt sich, baß Firmen, bie sich mit ber Herstellung von Formularen zu Zollinhaltserklärungen befassen, biese in Ileberein» sttmmung mit den amtlich hergestellten Muster» brücken lassen; solche Muster werben von ben Kaiser­lichen Oberpostbirektionen auf Ersuchen abgegeben.' Die bisherigen Formulare zu Zollinhaltserklärungen^ können einstiveilen weiterverwanbt werben. 2. Zu de», ben Paketen unb Wertkästchen nach dem Auslanbe bei- i zugebenben Zollinhaltserklärungen finb im allge», meinen Formulare auf gewöhnlichem Papier zu ver­wenden ; jedoch kann ein Exemplar der Zollinhaltser­klärungen (das für Zwecke ber WarenverkehvZstatistrf bestimmte Doppel) auf einem grünen Formular' au^1; gefertigt werden. Bei Paketen mit Wertangabe; imtr bei Wertkästchen muß vom 1. Januar 1907 ab ei« Exemplar auf einem Formular von grünet Farbe ausgestellt fein. 3. In ben Zollinhaltserklärungen, gleichviel auf welchem Formular sie ausgestellt finb, genügen im allgemeinen folgende Angaben: Zahl, Art der Verpackung und Bezeichnung der Sendungen; allgemeine Angabe der Gattung der Waren; Rohge­wicht unb Gesamtwert. Weitcrgehendc Angaben (ge­naue Bezeichnung bes Inhalts, Reingewicht der gan­zen Sendung oder jeder Warengaitung, Wert jeder Warengattung usw. find nur in ben Zollinhalts» erklärungen auf Formularen von gewöhnlichem Pa­pier, unb in biesen nur bann erforderlich, wenn unb soweit bie Zollvorschriften bes BestinunungSlanbeS solche Angaben verschreiben.

* Zehn Feldposten im Marz. Nicht weniger als zehn Feldposten sind für den Monat März nach Südwestafrika vorgesehen. Tie beiden ersten, gehen am 2. von Berlin ab, die eine für Briefsendungen über England, die andere für Feldpofipakete ab Hamburg. Der englische Dampfer verläßt Southampton am 3. März und ist am 20. in Capstadt. Die weitere Ber-' bindung an der Küste nach dem Schutzgebiet steht noch nicht fest. An demselben Tage geht von Hamburg der (üüermann - Dampfer Luifr in See, der etwa am 29. Mürz im Schutzgebiet eintrifft. Am 9. folgt wieder eine Feldöriefpust über England, ab Southampton den 10. März, an Capstadt den 27. März. Die Gelegenheit zur Weiterbeförderung dieser Feldpost ist hier ebenfalls noch nicht bekannt. Die folgende Ge­legenheit für eine Feldpost bieten wiederum zwei Woerrnann-Dampfsr, die Alexandra Woermann und die Therese Horn, die im Fahrplan der Swakopmund-Hauptlinie am 15. März in Ses gehen. Ihre Ankunft in Swakopmund ist am 8. April zu erwarten. Die Schlußzeit erfolgt in Berlin am 14. März. Der nächste Dampfer ist wieder ein Engländer, ab Southampton ben 17., an Capstadt den 3. April. Die Weiterbe- sörderung übernimmt der rückkehren de Neichs- poftdampfer, der am 6. April von Capstadt ab» geht und am 8. in Swakopmund eintrifft. Der Reichspostdampfer nimmt auch die folgende Feldpost von Hamburg am 17. mit, aus Berlin am 16. Der Dampfer trifft am 10. April in Swakopmund ein. Ihm wird am 20. März eine Feldbriefpost nach Antwerpen nachgeschickt, die d.r Dampfer am 21. dort übernimmt Am 23.

- ! TT----------

Nur der eine Umstand, daß bei den schwcreren Ge. schützen die Bedienung schwieriger und infolge­dessen die Feuerabgabe langsamer ist, fönnze zil Gunsten der artilleristischen Leistungen des fran­zösischen Tnps sprechen. Aber die englische Ad­miralität hat gerade in ben letzten Jahren, ge­warnt durch eine Reihe übler Erfahrungen, die vor einigen Jahren mit Geschütz- und Bodie- niings-Mannschaflen des MittelmeergesHvaderK gemacht wurden, die artilleristische Ausbildung besonders gepflegt; unb sie scheint damit ein glänzendes Ergebnis gehabt zu hoben, denn noch der Veröfsentlichung über die Ergebnisse des Konkurrenzschießens, das alljährlich stattfindet unb durch Aussetzung von Preisen und Anszeich- nungen besonders bedeutungsvoll gestaltet wird, ist sowohl die Feuerleistung wie auch die Trefs- sicherheit ganz mißerordentlich gestiegen. An­nähernd dieselbe Bederüung für den Ernstfall wie die Artillerie darf der Schiffspanzer beanfprnchen. Auch in dieser Hinsicht fällt der Vergleich zu Gunsten des englischen Schiffes aus. Tie Dreadnought" erhält einen Panzergürtel von 30,5 Zentimeter Stärke, die bon EharlcS Bos empfohlene Panzerung soll dagegen nur eine Stärke von 22 Zentimetern erhalten. Somit kann das gefechtsmäßige Stärkeverhältnis beider Typs dahin zusammengefaßt werden, daß die Dreadnought" einen französischen Gegner von der gedachten Stärke wirksam unter Feuer neh­men unb kampfunfähig machen könnte, ehe dieser imstande wäre, mit seinen weniger weittragenden und weniger leistungsfähigen Geschützen dem besser gepanzerten englischen Schiffe Schaden zu­zufügen. Die öffentliche Meinung Frankreickss fordert daher dringend, über das bisher für die Neubauten der Marine als ausreichend erachtete Maß hinauszugehen und einen Typ anzunchmen, der dem neuesten englischen Schlachtschiffe an Wderstandssähigkeit und Kampftüchtigkeit voll­kommen ebenbürtig tfL