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mit dem Kreisdlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Illustrirtes Sonntagsblatt.

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Birrteljährlichcr Bezugspreis: bet der ErlÄüion 2 Mk, OUdtBütd Erscheint wöchentlich sieben mal.

Ho 53 bet oBen Postämtern 2,25 M. <e$cl. Bestellgeld). * ö Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmverfitLts-Vuchdruckerei 41. Jllhra.

/I« 90 Inserttonsgebühr^d^gespatteneZe-^o^^der-nRaum 10Pfg. S0NNtÜg. 4. März 1906. Mackurg, Markt 21. - Telephon 55. U

Erstes Blatt.

Ein Franzose über England und Deutschland

Das Verhältnis der Ofei Mächte Deutschland, England und Frankreich 'fs'r't gegenwärtig beit Wichtigsten. Punkt in der ..' gemeinen Weltlage. Dabei ist es interessant, die Stimme eines Fran- tzosen zu vernehmen, der in objektiver und un- parteiischer Weise englische und deutsche 23er» ihältnisse vergleicht. Der bekannte Schriftsteller Diklor Bärard tut das in einem Werk, das den britischen Imperialismus und seine Folgert für Mn Handel zum Ausgangspunkt seiner Betrack- jungen nimmt und sich in scharfer Weise gegen die Anschauungen Chamberlains und seiner An- Hänger tvende.t. B/-rard geht von der Annahme aus, daß der britische .Handel in einem Stadium raschm Niederganges ist, aber er findet die not­wendigen Mittel, um dem Einhalt zu tun, nicht £n den Zielen der imperialistischen Bewegung. Nach seiner Ansicht ist es viel mehr für England vonnöten, bei Deutschland in die Lehre zu gehen-, beffcit Erfolge in Handel und Industrie in der ganzen Welt durch die praktischen Erfahrungen 'und das beständige Studium der BerhiNlnisse erreicht worden sind.Deutschland hat seine Sölme nach den Anfordentngen der Gegenwart 'gebildet und umgeformt: es macht nickst länger aus ihnen Karikaturen, die noch das Wesen längst vergangener Jahrhunderte an sich tragen. -In jeder Stadt und in jedem Bezirk werden die Mitgliederd der aufwachsenden Generation auf allen Gebieten der Industrie, mag es nun in .Handel, Ackerbau, Chemie oder iroend welchem Eriverbszweige sein, über die wissenschaftlichen Grundlagen und den inneren Sinn ihres Berufes Unverrichtet. Von früher Kindheit an lernen die Zukünftigen Kaufteute in jeder deutschen Stadt vder jedem deutschen Staat alle die Sprachen ihrer Kunden: Franzisinch Englisch, Russisch, Spanisch usw." Die Erziehung und Ausbildung des durchschnittlichen Engländers dagegen schil­dert der Franzose in viel ungünstigerem Lichte: Englische Erziehung und englisches Leben gehen nicht darauf aus, etwas Besseres hervorzubringen älS wundervolle animalische Wesen, die an jede Eorm des Luxus gewohnt sind und jeden Vorteil t sozialen Lage ausnuhen, bei deneir eine kräf­tige Entwickelung der Muskeln und große Kör­perstärke' unleugbar sind, aber deren innerlicher Wert in keinem rechtlichen Verhältnis zu den Kosten ihrer Unterhaltung steht.Wie viele junge Enaländor," fragt Berard,können wohl, tvenn sie die Schule verlassen und in ein großes, über die ganze Welt sich ausdehnendes .Handels­geschäft eintreten, irgend eine Sprache außer ihrer eigenen nicht etwa ftießend, sondern mir erträglich sprechen? Sie können ein wenig Latein und haben eine kleine Ahnung vom Griechischen: doch diese Sprachen nutzen nur dem Geistlichen und dem Mann der Wissenschaft etwas, aber sie

T2 t Nachdruck verboten.)

Die Brücke.

Roman von Willy Scharia«.

lFortieKuna.t

, Hanns stand aus. Sie haschte nach Worten, .die sie im Augenblick nicht sinden konnte. Roden aber trat zu ihr heran und sprach mit fliegender Hast auf sie ein:

-Jetzt sind Sie verheiratet und doch nicht. Sie habett alle Nachteile der geschiedenen Frau und teilten Vorteil. Tun Sie den unseligen Schritt -Ihrer Ehe zurück und lassen Sie dieselbe lösen. Sie sind doch nicht besftmmt, allein durch das Lebett zu gehen. Glücklich dann der, tvelchem Sie Ihre Hand reichen, der Ihren Wert voll er- keimt. Frau Hanns, wollen Sie den und sich dauernd zur Einsamkeit verurteilen? Man kann begangene Fehler wieder gut machen, man muß es."

Er faßte ihre schlaff herabhängende Hand.

Als ob diese Berührung der jungen Frau alle Kraft und Selbstbeherrschung Wiedergabe, richtete sie sich straff in die Höhe. Sie entzog ihm mit entern Ruck ihre Hand.

Ich hielt Sie für -Oerteils Freund, nicht sei­nen Feind, Herr Roden", sagte sie.Aber nur em Feind kann solchen Rat erteilen. Ich liebe meinen Dftmn und hoffe, in kurzer Zeft wieder mit ihm zusammen zu sein. Ihr Rat war nicht fein. Für das, was Sie mir vorhin sagten, auf­richtigen Dank."

Roden tvollte sich nicht geschlagen geben, er versuchte sein Glück noch einmal. Frau Hanns aber jchmtt ihm mit einer deutlichen Handbe- wegung das Wort ab und er schwieg.

- Er erklärte bald darauf, nicht zu Tische blei- 2®n 3U, können, da eine Verabredung ihn für den Nachmittag nach Hamburg riefe. Der Zug ginge bald, und was dergleichen mchr.

vermögen nicht den englischen Kaufleuten Frank­reich, Deutschland oder Spanien zu erschließen." John Bull ist ein Mensch, der sich lieber in der freien Luft aufhält, als im Studierzimmer hockt, und er hat für ernsthaften Unterricht wenig übrig. . .Mit Ausnahme der Bibel und ein­zelner biblischer Fragen interessieren den Englän­der nur halbwissenfchastliche Spielereien und Ver­mutungen über die hohe Politik. Aber die Haupt­anziehungskraft hat für ihn der Sport. Er kann sich viele Stunden hindurch über den wechselnden Verlauf eines Fußball- oder Cricket-Wettspiels unterhalten und es an der Hand der Berichte in seiner Zeitung krisisieren." Bärard gibt einige Beispiele fiir die Findigkeit und den praktischen Sinn der deutschen Kaufleute, die darin den Eng­ländern weit überleget! sind.Deutsche Kauf­leute liefern nach Portugal nur Vorhänge, die noch nicht mit Dorten besetzt sind, und zahlen da­für nur 6 Mark Zoll: die englischen Kaufleute lassen sie vorher besetzen und müssen dann 1516 Mark Zoll bezahlen. Ebenso wird deutsches Por- zellanj das auf den italienischen Markt kommt, ohne Stroh- oder Holzverpackung in besonders ein­gerichteten Waggons transportiert, da der ita- lienischs Zoll nach der Größe des Gewichts be­rechnet wird; englisches Porzellan, das sehr schwer verpackt und mit Schichten von Papier und Stroh umhüllt ist, muß doppelt so hoch versteuert wer­den." Der Franzose schreibt diesen Aufschwung des deutschen Handels nicht etwa dem Schutzzoll zu, den Bismarck aus anderen Gründen einge­führt habe. Er mißbilligt daher auch auf das schärfst. die ähnliche Politik, die Chamberlain in England verfolgt. Vielmehr liege der Niedergang des engTifdjen Handels darin begründet, daß der englische Kaufmann selbst nicht fortschreite und dadurch gegen die Konkurrenz toeniger wider­standsfähig sei. Tatsache sei es, daß die bedin- gungslose Vorherrschaft des englischen .Handels längst erschüttert, ja bereits vernichtet sei.Bis 1880," bemerkt Berard,waren die Berichte der englischen Konsulate voller Hoffnung und Stolz auf unbedingte Macht und Herrschaft. Zwischen 1880 und 1890 beginnt ein gewisses ängstliches und unsicheres Gefühl sich in ihren Berichten be- merkbar zu machen. Seit 1890 sind die englischen Konsulate gezwungen, die Bedeutsamkeit des deutschen Wettbewerbes einzugestehen und den ge- walsigen Erfolg dieser Konkurrenten znzugban." Es ist zu begreifen, daß die englische Presse, so weit sie den Anschaimngen Chamberlains nahe­steht, gegen diesen Teil der Ausführungen ihres französischen Kritikers lebhaft polemisiert.

Umschau.

ReicheProletarierführer."

Es ist eine eigentümliche Erscheinung,, daß in allen, Ländern an der Spitze derProletarier­partei" reiche Leute stehen, die ihr Wohlleben ge­nießen, aber dabei donnernde Reden gegen die Kmnlalisten halten. Aus Amsterdam wird bei­spielsweise derGermania" geschrieben:

Die niederländischen Sozialisten üben ganz genau wie ibre 23arteigenossen in anderen Län-

Er verabschiedete sich kurz und höflich.

Seine Absicht aber gab er deshalb nicht auf. Der gerade Weg war ihm scheinbar gesperrt, nun Umwege führen auch zum Ziel. So oder so.

Er wollte sie heiraten, unter allen Umstän­den mußte er diese Frau haben. Er fühlte nur zu genau, daß er in Gemeinschaft mit ihr noch unendlich mehr und besseres leisten würde als bis­her. Er hate sie nötig, lind nahm sie ihn nickt ans Liebe, nun, es gab noch andere Beweggründe. Streben, zerstörte Hoffnungen, verletzte Melkest, das Bewußtsein, er sei unbedingt nötig, damit sie ihre hochfliegenden Pläne misführen könnte. Alsa nicht aus Liebe.

22. Kapitel.

Es war nicht mehr früh am Tage oder besser gesagt, es war noch früh am neuen Tage, als Derlei das Caf6 betrat. Vor der Türe des Lo­kals sah er nach der Uhr, ob er noch Zeit hätte, bis zur letzten von der Linkstraße nach Friedenau führenden Straßenbahn, entdeckte aber, daß diese schon abgefahren. Bis zum letzten Zug der Wannseebahn aber mußte noch längere Zeit ver­streichen.

Schwerer Zigarren- und Zigarettenrauch er­füllte den großen Raum, der trotz der Reihen von Bogenlampen nur matt ersuchtet schien. Tie Augen des Ankömmlings flogen prüfend über das Chaos von Köpfen und Hüten, er vermochte anfangs keine Einzelheiten zu entdecken. Ein un­entwirrbares Geräusch von (Stimmen, Rufen, Klappern von Gläsern und Tassen, von Lacken, hin- und hergeworfenen guten und schlechten Witzen erfüllte den Raum, allmählich erst' ver­mochte Derlei aus dem Brausen heraus die ein­zelnen Stimmen dieses Orchesters zu unter­scheiden.

Mühsam wand er sich zwischen den kleinen: Marmorttschen und den unzähligen Sttchlen hin-.

dern eine Praxis, die mit ihren Theorien im vollsten Widerspruch stehl. Neulich wurde berich­tet, der Sozialdemokrat Hugenholtz lasse die Blitz- züge AmsterdamParis in seinem Wohnort Hal- ten, um nicht wie das vulgum Pecus oder daS Stimmvieh mit einem fahrplanmäßigen Zug zu reifen. Der Abgeordnete van Kol, der sich wei­gerte, in offiziellen Zeremonien im Frack zu er­scheinen, ließ sich in einer goldbespickten Uniform photographieren, um einem indischen Prinzen zu imponieren. Jetzt macht inan sich über den Volks- freund Polack luftig. Er läßt sich in dem sashio- nablett Hilversum eine Villa bauen, deren Plan von einem der ersten Baumeister gemacht wurde. Pölack behauptet zwar, es handle sich nur um ein 1landhulsje". Angesichts der herrlichen Vläne glaubt ihm das selbstverständlich niemand. Sonderbarerweise gestattet dieser nämliche Polack denr seine Villa boitettben Unternehmer, die Mindestlöhne nicht innezuhalten und auch die Ar­beiter über die Zeit hinaus arbeiten zu lassen. Wie reimt das mit den Brandreden Polacks, wenn er die nämlichen Forderunaen für die Dia­mantarbeiter stellt? Theoretisch donnern die Herren von der roten Flagge stets gegen den Kapitalismus, in der Praxis aber finden sie sich als infames bourgeois recht wohl."

Bei uns in Deutschland ist es bekanntlich ebenso. Die reichenProletarier" Bebel, Singer, v. Vollmar, Südekum, Arons, Göhre und wie die zahlreichen Großkapilalisten unter den Sozialdemokralenhäuptlingen alle heißen schimpfen auf den Reichtum der anderen und Hetzen aus diese anderen das- fanattsche Proleta­riat. Wie wäre es denn, wenn die reichen Pro- letcrierführer cimnal ihren gewaltigen Mammon ,fiuiimentvürfen und unter den Armen und Elenden verteilten. Das wäre doch noch einmal prinzipientreu und ehrlich. Es würde auch eine sehr erkleckliche Milliardensumme zusammenkom- men, wenn alle die reichen international verbün­detenGenossen", die nickt zu den Besitzlosen ge­hören, ihre Kapitalien auf solche Weiseprole- tari-irrten".

Deutsche Monien.

Neuguinea. In Deutsch-Neuguinea beobachtet die Neuendettelsauer Mission feit einigen Mona­ten eine immer noch zunehmende Bewegung zum Christentum. Die Bewegung scheint von der Station Saltelberg ausgegangen zu sein, wo Missionar Keyßer jetzt 68 Leute, darutster viele Frauen, und Missionar Schnabel 6 Leute im Tauftmterricht und dazu etwa 100 im Vornnter- richt hat. In Tami sind es 30 Katechumenen (10 Frauen), auch in Wareo haben sich Frauen gemeldet. Auch in Simbang beginnen die Mel­dungen, das Dorf Bogeseng z. B. ist mit allen Bewohnern (23 Erwack'enen ungerechnet die Kinder) in den Unterricht eingetreten, und im Dorfe Kanengkä zeigte die Sicherheit, mit der die Heiden sich gelegentlich eines Gottesdienstes am Gesang beteiligen, daß dort regelmäßig Abend­andacht gehalten wird. Das sind für Neuguinea erstaunliche Zahlen! Die rheinische Mission konnte ihre Arbeilerschar dort um 2 Arbeiter,

durch, langsam kam er auf die andere Seite des Saales. Er suchte Gesellschaft. Den ganzen Abend schon verbrachte er allein, nachdem er zwei gleichgillige Menschen schon früh im Stiche ge­lassen hatte.

Tag, Derlei!" hörte er aus einer Ecke sich anrufen.

Er erkannte Roden, welcher mit der Dame zusammensaß, deren auffallender Hut von Hefi­gen Dimensionen den Neid und die Bewunderung sämtlicher anderen Damen von mti)r oder weniger unzweideutigem Ruf erregte.

Der Redakteur der Utopien winkte ihm zu und rief:

»Für bescheidene Leute ist hier noch ein Plätzchen."

Derlei behagte Rodens Gesellschaft nicht, denn seine Abneigung gegen den witzigen und, wie er genau wußte, skrupellosen Kollegen war mit je­dem neuen Zusammensein gewachsen, ober er suchte Gesellschaft, wollte nicht mehr allein sein, und außer diesem schien niemand im Cas6 zu fein, den: er sich anschließen könnte.

So schlängelte er sich an Roden heran rmd begrüßte ihn, der seinersefts die kurze Zwischen­zeit benutzte, seiner nicht mehr jungen, aber hüb­schen und pikanten Nachbarin zuzuflüstern:

Schriftsteller, wenig Erfahrung, lebt von feiner Frau getrennt, Eroberungsobjekt."

Sie lachte; dann stellte Roden vor:

Herr Derlei, Roman, Novelle, Feuilleton, ein Mann, dem man gut fein muß. Fräulein Beate Amerini, erste Liebhaberin vom Theater, ja, Beate, von welchem denn? Richtig, zur Zeit ohne Engagement. Eine Dame, der man auch gut sein muß. Rücken Sie ein bischen. Ver­ehrte, dann findet er noch auf Ihrer Herzensseite Platz."

Guten Morgen", sagte Fräulein Amerini.

Gelesen habe ich schon einmal etwas von Ihnen, ich weiß rmr nicht was. Ich habe ein

Missionar Schütz und Handwerker Schamann ver­stärken, die übrigens zum ersten Mal den neuen Seeweg über Hongkong benutzten.

Ausland.

Italien. Schon seit Beginn jener Verssim mung zwischen Frankreich und dem Vatikan, die in bet Verabschiedung des Gesetzes über die Tren­nung von Staat und Kirche in Frankreich ihren schärfsten Ausdruck erfahren hat, blühen öffent­liche Erörterungen, ob und in welchem Umfange daS französische Protektorat über die Christen und namentlich die Missionen i m europäischen und asiatischen Orient in andere Hände übergehen werde. Das vor für, zem erfolgte Ersuchen mehrerer Mssionsgesell- schäften in Palässina und Syrien um den Schutz der ftalienischen Regierung hat diese Erörterun­gen in zumeist phantastische Bahnen gelenkt und unter anderem nicht wenige Meldungen über an- gebliche Konkurrenz und ein ans ihr entsprun­genes unfreundliches Verhältnis zwischen Italien und Frankreich gezeftigt. Mt Rücksicht aus einige solche Meldungen neuesten Datums bringt Sie Tribuna" einen allgemeinen interessanten Be­richt über ein zwischen der italienischen und ixt französischen Regierung vor einigen Monaten ge­troffenes Abkommen. In diesem Abkommen ist folgendes beftinmit: Alle religiösen Institute bet Salesianer in Palässina, mit Ausnahme von Na­zareth, sowie die Institute der Franziskaner von Konstantinopel gehen vom französischen zum ila- lienischen Protektorat über; Frankreich erkennt überdies das Recht Italiens an, seinen Schutz allen denjenigen italienischen religiösen Anstalten angedeihen zu lassen, die ihn nacksuö^n. Es wer­den die Modalitäten der Verwirklichung dieser Bo- ftimmnngen festgestellt, um Reibungen auszu­schließen sowohl zwischen Frankreich und Italien, wie zwischen Italien und der Türkei, die ja ftn Jahre 1901 nach der französischen Flottendemon­stration von Mytilene die Existenz des französi­schen Protektorats über jene religiösen Anstalten hatte anerkennen müssen.

Grostbritanien. Die dem Marine-Budget beigegebene Denkschrift zeigt, daß in der Zeit vom 1. April 1905 bis zum 31. März 1906 fertiggestellt sein werden: Linienschiffe, 8 Panzer­kreuzer, 1 Kreuzer 2. Kl., 8 Ausklärungsschiffe, 16 Torpedojäger, 13 Unterseeboote und 1 schwimmendes Kvhlen-Depot; am 1. April 1906 werden sich im Bau befinden: 6 Linienschiffe, 10 Panzerkreuzer, 12 Küften-Torpedojäger, 5 Hochsee-Torpedojäger, 1 sehr schneller Hochsee- Torpedojäger, 1 königliche Jacht, 15 Untersee­boote und 1 Reparaturschiff. Zu diesen Schiffen kommen noch die bereits im Budget gemeldeten Neubauten. Alle in diesem Jahr zu bauenden Schiffe sollen mit Turbinenmaschinen ausge« stattet werden. In der Vormeldung über daS Budget für 1906/07 ist statt 5 Hochsee» Torpedoboote und 12 Küsten-Torpedoboote zu lesen: 5 Hochsee-Torpedojäaer und 12 Küsten» Torpedojäger.

ganz merkwürdig schlechtes Gedächtnis für Ro­mane, gelesene und erlebte. Der Punsch ist übrigens ausgezeichnet hier, ich denke, bei dem naßkalten Wetter kann ich ihn gut vertrage». Winken Sie einmal."

Als der Punsch kam und die Zigaretten dampf, ten, war trotz Oertels Abneigung gegen den ehe­maligen Freund sehr bald ein animiertes Gespräch im Gange.

Gut, daß Sie famen", meinte Fräulein Beate.Roden ist heute von einem derartigen Mangel an Witz und Unterhaltungsgabe, daß ich schon das Mitleid der Umsitzenden zu erregen be­gann."

Ich habe mehr zu tun, Teuerste, ich zittere."

Wovor? Dor mir? Oder für mich?"

Ni ni. Die letzte Nummer von Utopien wird zurzeit von drei Staatsanwälten unter btt Lupe genommen, und sie finden immer mehr heraus, als darin steht. Wollen Sie meine nächste Swinemünder Badereise mit mir teilen?"

Nich for 'ne Villa!" erklärte die Schauspie­lerin lachend.Mehr als Punsch und Zigarret- ten Würben Sie mir nicht bieten können, und ich bin ein Genußmensch. Also, entschuldigen Sie, wenn ich Sie von jetzt ab rechts liegen, mich selbst aber vom Linken umgarnen laste. Machen Sie mir ein Kompliment. Herr Derlei, aber eia ordentliches. Ich habe sehr gute Nerven."

Ich möchte Ihnen raten, mein Fräulein, diesen freilich bildschönen Hut nicht mehr zu tra­gen. Alle Blicke würden mit noch größerer Be­wunderung an Ihnen hasten. Sie haben keine Folie nötig."

Nicht schlecht!" Sie lachte ihn an und zeigte dabei zwei Reihen schöner, weißer Zähne.Aber auch ein hübsches Bild bedarf eines Rahmens.*

. < (Fortsetzung folgt.)