NIeister Kirschner trat heran, um seine Ansprache zu halten. Er sagte:
Durchlauchtigste Hoheit! Gnädigste Herzogin! Eure Hoheit wollen beim Einzuge in die königliche Haupt- und Residenzstadt Berlin den ehrfurchtvollsten Willkommengruh der städtischen Behörden und der gesamten Bürgerschaft entgegennehmen. Wir begrüßen in Eurer Hoheit keine Fremde. Diese Stadt war die Heimat Eurer Hoheit hochseligen Frau Mutter und das Andenken an deren Ahnen, vornehmlich an die erhabene Heldengestalt des ewig unvergeßlichen Prinzen Friedrich Karl lebt in der Seele der dankbaren Einwohner fort. Die huldvollen Worte, mit denen Euere Hoheit unseren Glückwunsch zur Verlobung zu erwidern die Gnade hatten, sind uns dafür Gewähr, daß sich Euere Hoheit in der neuen Heimat wohl fühlen und ihr allezeit ein gnädiges Wohlwollen cntgegcnbringen werden. Mögen alle die Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche, mit denen Eure Hoheit freudig be- loegt dem in inniger Liebe gewonnenen Fürstensohne entgegenziehen, herrlich in Erfüllung gehen. Der heutige Tag sei für Eure HotzA und den durchlauchtigsten Bräutigam der Beginseiner langen Reihe reich beglückter gottbegnadeter Jahre! Wir bitten Euere Hoheit, einen Blumenstrauß als äußeres Zeichen der Liebe und Verehrung gnädigst anzunehmcn. Ihre Hoheit die Herzogin Sophie Charlotte hoch, hoch, hoch!
Tausendstimmig pflanzte sich das Hoch über dem Pariser Platz und Unter den Linden fort. Fräulein Hirsekorn überreichte nun der Braut, die ein Rosa- Kleid mit Mimosenstickerei und einen weißen Crepe de Chine-Mantel trug, ein Bouquet aus dunkelroten Rosen mit hellblauer Schleife. Die Herzogin dankte der Ehrenjungfrau und richtete an den Oberbürgermeister folgende Worte:
Tief gerührt von Ihrem freundlichen Empfang und dem der Stadt Berlin, sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank. Es freut mich, in die Heimat meiner Mutter einziehen zu können, wiewohl eS mir schwer wurde, die alte liebe Heimat zu ver- laffen. Ich glaube aber, daß ich mich hier in der neuen Heimat, der Heimat meiner Mutter, heimisch fühle und hoffe, ein treues Mitglied der kaiserlichen Familie zu werben.
Dann wurde von einer Ehrenjungfrau ein Strauß überreicht, und der Zug setzte sich wieder in Bewegung. Im Schloß wurde die Ankunft der Herzogin von der versammelten kaiserlichen Familie erwartet.
Zur Lage in Rußland.
Petersburg, 26. Febr. Die Petersburger Telegr.-Agentur kann mitteilen, daß bis zu dem durch den Ukas festgesetzten Termin für den Zusammentritt der ReichSduma die Wahlen in den meisten Provinzen beendet sein werden, und die Duma mit mehr als 350 Mitgliedern eröffnet wird.
Petersburg, 26. Febr. (Petersb. Tel.- Ag.) Die Wählerlisten aus 22 Provinzen werden am 28. d. M. veröffentlicht werden, die von 10 anderen Provinzen am 7. März. Diese Provinzen umfassen mehr als die Hälfte des europäischen Rußland.
Tiflis, 26. Febr. (Petersb. Tel.-Ag.) Heute schoffen vier Personen auf den Wagen des Rechtsanwalts hehdsmann, der von der Staatsbank zurückkehrte, wo er 15.000 Rubel erhoben hatte. Die Schüffe verwundeten den Diener. Die Angreifer bemächtigten sich des Geldes und ergriffen die Flucht.
Werchne Udinsk (Transbeikalien), 26. Febr. DaS Kriegsgericht urteilte über 30 Eisenbahnangestellte ab. Vier wurden zu Zwangsarbeit verurteilt, 9 zum Tode. General Neunenkampf begnadigte vier zum Tode Verurteilte zu Zwangsarbeit. Die fünf anderen werden hingerichtet.
HelsingforS, 25. Febr. Mehrere Personen, die vermutlich aus den baltischen Provinzen stammen, drangen heute in das Gebäude der russischen Staatsbank ein, töteten den Wächter, verwundeten einen anderen Angestellten der Bank durch Revolverschüffe und raubten 75 000 Rubel. Es gelang den Räubern dann, zu fliehen.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Februar.
— Seine Majestät der Kaiser unternahm aestern Morgen eine Ausfahrt und besuchte dann den Reichskanzler, mit dem er die übliche Besprechung batte Dann begab sich Seine Majestät nach dem Marstall und besichtigte mehrere dort ausgestellte Geschenke.
— Die Stiftungen für die silberne Hochzeit deSKaiserpaareS ergaben bisher insgesamt einen Betrag von über acht Millionen Mark.
— Aus gut unterrichteten Hoskreisen wird mitgeteilt, daß die vielfachen Meldungen über die angeblich im Frühjahr geplante Reise des Kaisers nach dem Mittelmeer zunächst nur als Kombinationen anzusehen sind. In der italienschen Presse wird neuerdings sogar ein Besuch des Papste-, den der Kaiser noch nicht persönlich kennt, und ein Zu« sanimentreffen mit dem König Viftor Emanuel bestimmt in Aussicht gestellt anläßlich der Mittelmcerfahrt. Gleichzeitig wird der Besuch des Monarchen im Battkan wieder mtt der Uebernahme des Protek
torats über die Katholiken im Orient durch Deutschland in Verbindung gebracht. Daß speziell hiervon gax keine Rede sein kann, braucht nicht besonders betont zu werden. Gegenüber diesen Vermutungen sei zunächst festgestellt, daß bis jetzt nur etwas von einer beabsichtigten Erwiderung des Besuches des KöniA Alfons in Berlin bekannt ist. Wahrscheinlich Wirtz Kaiser Wilhelm im April diese Reise unternehmet und einen spanischen Hafen anlaufen, lieber die Wahl des Dampfers, auf dem der Monarch die Fahrt unternehmen will, ist noch keine Bestimmung getroffen. Es ist nur bekannt, daß die „Hohenzollern* reparaturbedürftig ist und als Kaiserschiff nicht irt Betracht kommen kann. Im allgemeinen ist die Annahme berechtigt, daß bei den zutreffenden Dispositionen des Herrschers die politischen Verhältnisse nach Beendigung der Marokkokonserenz berücksichtigt werden, und daß der Plan einer Nordlandreise des Kaisers mehr Aussicht auf Verwirklichung hat als eins ausgedehnte Reise im Mittelmeer.
— Gestern wurde von den deutschen und de« schwedischen Unterhändlern der Entwurf deS deutsch- schwedischen Handelsvertrages unter Vorbehalt einiger noch unerledigter Punkte paragraphiert.
— Ter Zugang von Militäranwärtern zum Unterbeamtendien st in der Post- un# Telegraphen Verwaltung ist, wie in be# bereits erwähnten, dem Reichstage zugegan^ene« Denkschrift festgestellt wird, nur gering. Der überwiegende Teil der Unterbeamtenschaft geht auS bat Zivilanwärtern hervor. Es befindet sich zur Zeit unter den Schaffnern bei den Oberpostdirektione« und Oberpostkaffen 48 Proz. Militäranwärter imli 62 Proz. Zivilanwärter, unter den Unterbeamte» im Betriebsdienste 10,9 Proz. Militäranwärter und 89,1 Proz. Zivilanwärter, und unter den Unterbeamten der Landbriesträgerklaffe 2,8 Proz. Militäranwärter und 97,2 Proz. Zivilanwärter.
BarlarnentarMe-r. Preußischer Landtag.
Berlin, 26. Februar.
Das Abgeordnetenhaus setzte am Montag die zweite Lesung des Kultusetats fort. Beim Kapitel evangelischer Oberkirchenrat behandelte Abg. Eickhoff (fr. Vp.) die Nichtbestätigung des Sic. Römer zum Pfarrer in Remscheid durch das Konsistorium ht Koblenz; diese Entscheidung habe im Rheinland und Westfalen große Erregung Herborgerufen. Die Glaubens- und Gewiffensfreiheit der evangelischen Kirche dürfe nicht angetastet werden. Abg. Hackenberg (nl.) suchte die Entscheidung des Konsistoriums zu rechtferttgen. Von einem lehrprozessualen Verfahren könne nicht die Rede fein. Auch in der evangelischen Kirche müsse es Normen für die Verkündung bei Glaubens geben. Die Kirche dürfe nicht zum Diskutiersaale gemacht werden. Abg. I r m e r (kons.) vertrat die Anschauung, daß innerkirchliche Fragen im Parlamente als in einer interkonfessionellen Versammlung nicht erörtert werden dürfen. Abg. F r h r. b. Zedlitz (frk.) machte dem Kultusminister den Vorwurf, er zeige bei der Besetzung von Konsistorien nicht immer eine glückliche Hand. Kultusminister Studt wies diesen Vorwurf zurück und betonte zugleich, daß er im Falle Römer sich sachlich nicht äußern dürfe, weil die Angelegenheit noch nicht abgeschloffen sei, sondern noch der endgilttgen Entscheidung durch den Oberkirchenrat harre.
Mit dem Kapitel Bistümer wurde verbunden die erste Lesung des Entwurfs betr. die Erhöhung von Abgaben für kirchliche Behörden der Diözesen der katholischen Kirche in Preußen. Nach zustimmenden Bemerkungen der Abgg. Heckenroth (kons.), Dr. Porsch (Zent.) und Frhr. v. Zedlitz (kons.) wurde die Vorlage in erster und zweiter Lesung angenommen.
Nach debatteloser Erledigung einiger weiterer Kapitel vertagte sich das Haus auf Mittwoch 11 Uhr.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalarttkel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit bet deutlichen Quellenangabe
.Oberheff. Ztggestattet.!
Marburg, 27. Februar.
§ Eine gemeinschaftliche Sitzung deS Magistrat! und bet Stadtverordneten war bekanntlich in der letzten Stadtverordnetensihung auf gestern abend festgesetzt worden. ES hatten sich hierzu fast sämtliche Angehörige bet städtischen Körperschaften eingefunden. Der Stadtverordneten-Vorsteher, Justizrat Dörffler^ hielt zunächst, zum Oberbürgermeister Geheimrat Schüler gewandt, eine Ansprache, in der er auf dessen 70. Geburtstag hinwies und die Verdienste deS Stadt« Oberhauptes um die Entwickelung Marburgs beleuchtete. Der Oberbürgermeister habe sich durch fei« rastlose Tätigkeit ein bleibendes Denkmal gefetzt nutz der Name Schüler würde immer genannt werden. Mit dem Wunsche auf ein ferneres Wohlergehen und daß er sich noch lange der besten Gesundheit erfreu« möge, überreichte bet Stadtverordnetenvorsteher dem Oberbürgermeister den auf Pergamentpapier geschriebenen, in einen schönen Ledereinband gebunden« Beschluß betreffs der Bewilligung von 30000 Mack zur Anlage der sogen. Schüler-Promenade. Die Begründung des Beschlusses und daS Nähere ist auß dem besonderen heute in unserem Blatte befindlich« längeren Artikel zu ersehen. Der Oberbürgermeister nahm fichtlich gerührt die Mappe in Empfang und sprach in herzlichen Worten seinen Dank aus. — I« Anschluß hieran brachte RegierungSbaumeister Smdm mann einen längeren Bericht über daS städtische Elektrizitätswerk zur Verlesung. Die, Erwerbung bei Mühlengebäudes verursachte bekanntlich einen Kost« auswand von 150000 3RL, zur Herstellung des Weck»
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag: Joh. Aug.Koch, UniverMtS-Buchdruckerei 41, JlMA Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: FAaftrirtes SsnntagS-latt. ________________________
rin, die vor 25 Jahren unter dem da- maligen Prinzen Wilhelm gedient hat, etwa 170 Mann, und nahm in drei Gliedern Aufstellung, die ehemaligen Unteroffiziere vor der Front; das Kommando hatte Kastellan Sörns. Es fanden sich ferner ein Oberst und Flügeladjutant v. Berg und die Oifiziere, die im Jahre 1877/78 be dec Kompanie gestanden hatten. Gegen 12 Uhr erschien der Kaiser in der Uniform des 1. Garde-Regiments zu Fuß, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise. Kastellan ©öm8 überreichte den Frontrapport. Der Kaiser schritt die Front ab, redete jeden einzelnen an und erkundigte sich nach seinen Verhältniffen. Die Kaiserin und die Prinzessin begleiteten ihn dabei. Kastellan Görns hielt hierauf eine Ansprache und wies auf die Adresse und die Stiftung für die 2. Kompanie hin; Kanzleisekretär Hartmann überreichte die Adresse. Der Kaiser dankte in seiner Erwiderung besonders für die Stiftung von Mk. 30000. Er werde daS seinige tun und dem Kapital eine weitere Summe hinzufügen. Er dankte ferner den Leuten, daß sie gekommen wären, um ihrem alten Kompaniechef Auge in Auge gegenüberzu- stehen und an dem Feste in seinem Hause teilzunehmen, und für ihre Anhänglichkeit an ihren König und sein Haus, an ihr altes Regiment und ihre alte. Kompanie. Zur Erinnerung an den heutigen Tag habe er ein Erinnerungszeichen gestiftet, welches er allen auShändigen werde. Unteroffiziere standen mit diesen Auszeichnungen bereit. DaS Zeichen besteht auS einer 25 in einem Silberkranz auf weiß und gelb gestreiftem Bande. Der Kaiser händigte selbst die Auszeichnung einem jeden ein, nahm darauf den Parademarsch seiner alten Kompanie ab und verabschiedete sich bann mit einem freundlichen Adieu. Die alten Kameraden wurden hierauf im Schlöffe bewirtet.
Der Einzug der Brant.
Der oldenburgische Hofzug mit der Herzogin Sophie Charlotte, dem Großherzog von Oldenburg und dem Gefolge traf um 12 Uhr 50 Mjn. in Rathenow ein, wo festlicher Empfang durch die Behörden stattfand. Tort wurde mit dem Kaiserlichen Hofzuge die Fahrt nach der Residenz fortgesetzt. Um 1 Uhr 55 Min. traf auf dem Lehrter Bahnhofe die Großherzogin von Oldenburg, um 2 Uhr 5 Min. der Eroßherzog von Oldenburg mit der Herzogin-Braut ein. Der Eroßherzog und die Großherzogin begaben sich alsbald nach dem Schloß Belevue.
Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge begrüßte die Herzogin-Braut auf der Fahrt durch den Tiergarten nach Schloß B.'llevue. Hier hatten sich inzwischen eingefunden: der Kaiser, die Kaiserin, Prinzessin Friedrich Karl, der Kronprinz, die Prinzen-Söhne und die Prinzessin Viktoria Luise. Vor dem Schlöffe stand die Leibkompanie des 1. Garde-Regiments zu Fuß unter dem Befehl des Prinzen Eitel Friedrich. Bei dem Eintreffen der Braut präsentierte die Kompanie. Die Musik spalte die oldenburgische Hymne. Ter Kaiser führte die Herzogin-Braut die Front der Kompanie entlang undsnahm mit dcr Herzogin den Vorbeimarsch entgegen. Hierauf fand im Schlöffe Bellevue Frühstückstasel statt.
Um drei Uhr hatten die Absperrungen begonnen, um halb fünf war die Aufstellung des mit Karten versehenen Publikums vollzogen und als die Stunde des Einzuges herankam, sah man auf das grandiose Tor, dem der Zug sich schon nähern mußte, mit wachsender Spannung.
Prograrnrnäßig rollte der festliche Zug sich ab. Außerhalb des Tores machte er Halt, und der Gouverneur von Berlin und der Polizeipräsident schloffen sich ihm zu Pferde an. Gleich darauf sah man die vordersten Spitzen des Zuges einreiten. Es sind Herren von der Post und Postillone,' die auf ihren Hörnern: „Wir winden dir den Jungfernkranz" blasen. Dahinter folgt eine Eskadron des Gardedragonerregiments und auf diese ein Kondukt von drei sechsspännigen Galawagen, die von Pikeuren geführt und mit Spitzenreitern gefahren werden, und in denen die Herren vom Hofstaat der Herzogin-Braut und die zur ihrer Aufwartung in Berlin bestimmten Minister Willich und v. Wedel sitzen. Auf diese folgt ein halbe Schwadron der Gardes du Corps und nun der große königliche Staatswagen mit acht Pferden bespannt, ganz in Gold gehalten und von Lakaien und Pagen umringt. In diesem Wagen saß die Herzogin Sophie Charlotte neben ihrer Großmutter, der Prinzessin Friedrich Karl und ihr gegenüber ihre designierte Hofdame. . Die jugendlich blonde Herzogin hatte ein Edelstein-Diadem im Haar und ihren zarten und blaffen Kopf neigte sie hinter dem großen Wagenfenster immer wieder zum Gruß. Vor der Tribüne hielt der Wagen an. .Seine Tür wurde geöffnet und der Oberbürger»
Neueste Telegramme.
Nom, 23. Febr. I» Florenz tagt seit Samstag der Ausschuß aller katholischen Vereine beh'.tfs endgültiger Regelung der katholischen Organisation nach dem Wunsche deS Papstes. Dbschon die Journalisten ferngehalten werden, ist es doch bekannt geworden, daß die Gründung eines katholischen WolksvereinS in einer Form geschloffen wurde, die einer Niederlage der christlichen Demokratie gleich kommt. Der Kongreß dauert fort.
Brüssel, 27. Febr. Aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares haben hiesige Deutsche beschloffen, einen Lehrerpenfionsfond für die hiesige deutsche Schule, _bie von etwa 400 Knaben und Mädchen besucht wird, zu stiften. In kurzer Zeit wurden etwa Fr. 48 000 aufgebracht. Der Bankier Balser hat allein Fr. 10 000 gestiftet.
Drontheim, 26. Febr. Mehrere tausend hiesige Bürger sandten dem deutschen Kaiserpaar zur Silberhochzeit eine künstlerisch ausge- stattete Adresse, ferner wurde eine größere Summe für die Armen der Stadt gesammelt.
Petersburg, 26. Febr. (Petersb. Telegr.- Agentur.) Ein Erlaß des Kaisers setzt de» Zusammentritt der Reichsduma auf den 10. Mai fest.
London, 27. Febr. • Nach einer Meldung de§ „Daily Telegraph" aus Tokio werden in diesem Jahre folgende Schiffsbauten der japanischen Kriegsmarine fertig gestellt: DaS Linienschiff .Satsuma", 19 000 Tons groß, im Oktober; der geschützte Kreuzer .Kurama", 14000 Tons groß, im August; der geschützte Kreuzer „Tkoma" im März; die Depeschenboote .Magazi" und „Podo" im Juli. „Satsuma" und „fiurama" werden aus der Werft in Joko- suka, „Tkoma" in Kure erbaut.
Die Festlichkeiten im Kaiserhause.
Galniastl.
Berlin, 26. Febr. Gestern Abend empfingen der Kaiser und die Kaiserin im Königlichen Schlöffe die früheren und jetzigen Umgebungen. Danach fand im Weißen Saale Galatafel statt, zu der geladen waren: die Sofft ernten, die Palastdamen, die militärischen e'folge, die Gefolge der höchsten Gäste, der Reichskanzler, die Generalobersten, die General- feldmarschälle, die Ritter des. Schwarzen Adler- ordenS, die Chefs der Fürstlichen und der ehemals reichsständigen Gräflichen Häuser, die aktiven Generale der Infanterie, Kavallerie und Artillerie, die Admirale, der Minister deS Königlichen Hauses, die Staatsminister, die stimmführenden Mitglieder deS BundeSraieS» die Präsidenten des Reichstages und des Preußischen Landtages, die Herren und Damen der vormittags empfangenen Deputationen aus dem Lande und die fremdländischen militärischen Abordnungen. Der Kaiser trug den roten Galarock der Gardes du Corps mit dem Bande des Hohen Orden? vom Schwarzen Adler; die Kaiserin trug über einer rosafarbenen Robe einen silbergestickten lleberwurf und reichen Lrillantschmrck. Der Eroßherzog von Hessen, führte die Prinzessin Heinrich, der Kronprinz die Großherzogin von Hessen, Prinz Eitel Friedrich die Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe, Prinz Heinrich die Großherzogin von Baden, Prinz Friedrich Leopold die Erb- prinzesfin von Meiningen, Prinz Albrecht die Herzogin zu Schleswig, der Erbprinz von Meiningen die Prinzessin Ernst von Sachsen Altenburg, Prinz Adalbert die Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz August Wilhelm die Prinzessin Antoinette Anna von Anhalt, Prinz Oskar die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Prinz Friedrich Heinrich die Erbprinzessin Leopold von Anhalt. Die anderen Fürsten und Prinzen schloffen sich an. Bei der Tafel saßen rechts vom Kaiser die Großherzogin von Baden, links von der Kaiserin der Eroßherzog von Hessen, gegenüber den Majestäten der Kronprinz. Die Tafel zierte das Tafelfilber, das die Städte der Provinzen vor 25 Jahren den Majestäten als Ehrengabe dargebracht habe». Die Musik stellte das zweite Garderegiment zu Fuß. Nach der Tafel hielten die Majestäten Cercle.
Die ehkmalige 2. Ksmpairir.
Berlin, 26. Febr. (W. B.) Die ganze Stadt ist beflaggt. Unter den Linden wogt eins festliche und dichte Menge. Bald nach 11 Uhr rückte in den Schloßhof die zweite Kom- >s?ve des 1. Garde-Regiments zu Fuß
Vierteljährlicher Bezugspreis- bei de, Expedition 2 Mk., •w/e .a be, allen Postämtern 2,25 Mk. xexcl. Bestellgeld). “
Jnfertionsgebnhr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. WssssNNtÄ 2S. 1906.
Reklamen: die Zeile 25 Psg. o